Kleine Schönheit

Ein Spiel mit Perspektiven, Abständen und Blenden

Noch ist die kleine Schönheit kaum zu sehen, vielleicht weil man auch gar nicht weiß wonach man Ausschau halten soll, aber schon beim nächsten Bild wird sie sichtbarer.

Und nun wird es klar, das kennst du, oder?!

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Licht – 20 –

Die Birke

Für mich ist die Birke ein Lichtbaum, in dem Feen wohnen.

Mancherorts ist die Birke ein Symbol für die Jungfräulichkeit, die junge Göttin, die weiße Frau. An anderen Orten ist sie der Baum der Liebe, des Lebens und des Glücks. Sie ist Symbol für Neubeginn und deswegen auch immer noch in vielen Orten der Maienbaum.

Gerade eben ist sie ein Oktoberbaum, sie hat dem Wind ihre Blätter geschenkt.

Mai und Oktober liegen sich gegenüber, ich bin ein Maienkind und liebe den Oktober so wie den Mai, vielleicht fiel mir deswegen vor ein paar Tagen die Birke ein, als ich mal wieder zeichnete.

Licht -19-

Die Serie „Licht“ setzt sich fort

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Alles begann 2015 →

https://cafeweltenall.wordpress.com/2015/07/22/licht-und-wind/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2015/08/26/wind-3-und-licht/

Mehr Beiträge findest du zum Thema Licht, wenn du in die Suchmaschine diesen Begriff eingibst, aber ich glaube, dass es an der Zeit ist eine Zusammenfassung zu machen. Eine schöne Winterarbeit! Noch ist Oktober, noch ist viel Draußenzeit.

Licht – 17 – am 03. Oktober 2018

Verschiedene Lichtbilder, aufgenommen im September

Lichtundschattenspiele auf meiner Wäschewanne

Lichtundschattenspiele auf einer Zimmerwand

Lichtspiele auf Glas

 

Lichtspiele auf Glas mit junger Hornisse

Ich habe diese junge Hornisse, wie viele andere zuvor und danach, am Abend in einem Glas eingefangen, um sie nach draußen zu tragen. Sie halten natürlich nicht still, wenn ich sie fotografieren will, aber wenn du genau hinschaust, kannst du sie auf dem zweiten und dritten Bild sehen. Ich finde das Ergebnis faszinierend. Manchmal mag ich Unschärfe.

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Ich hatte in den letzten Wochen hier ein kleines Problem mit jungen Hornissen. Wo sie Eingang fanden weiß ich nicht, aber ich hatte echt zu tun, sie entweder aus dem Fenster herauszuwedeln oder am Abend unter einem Glas zu fangen und dann nach draußen zu tragen. Dem Himmel sei Dank waren sie enorm friedlich. Ende September an einem Sonntagmorgen habe ich gefühlt mehr als fünfzig zur Freiheit verholfen. Ein bisschen genervt war ich schon, sie brummen sehr laut und mir war so nach Morgenkaffee im Bett mit Buch. Es ist an diesem Sonntag zu kalt gewesen, um das Dachfenster die ganze Zeit geöffnet zu lassen. Nun ist auch das vorbei.


Schnitt


Heute ist der 3. Oktober. Ein relativ neuer, deutscher „Feiertag“, der für mich mit einer kleinen Schildkröte verbunden ist, die über märkischen Sandboden läuft.

Wieso?

Weil ich am 03. Oktober 1990 einen Spaziergang in der Umgebung von Berlin machte (damals lebte ich noch dort) und mir mitten im Nirgendwo eine Schildkröte begegnete. Das Bild hat sich mir eingebrannt, genauso wie das Gefühl am selbigen Abend, als wir an einem Imbissstand erfuhren, dass die Menschen aus der ehemaligen DDR den Anschluss an die BRD gewählt hatten. Mir schwante nichts Gutes und gut ist es bis heute nicht.*

Heute schenke ich diesem Tag Licht.

Und ein Bild.

Möge sich die Angst in unserem Land in Mut verwandeln die Probleme, die nicht wegzuschwätzen sind, anzugehen, statt aus Angst vor neuen Wegen und Ohnmacht und Gier eine Fehlentscheidung nach der anderen zu treffen.


*Ich habe am 03. Oktober den Menschen aus der ehemaligen DDR einen unabhängigen, eigenen Staat gewünscht, ich kannte ja die kapitalistischen Machenschaften und vieles mehr in und aus der BRD. Es wurde schlimmer.



Bei märkischem Sand denke ich auch immer an das Bild von Anselm Kiefer mit gleichnamigem Titel. Es ist das erste Bild von ihm gewesen, das ich entdeckte; seitdem entdeckte ich viele andere mehr von ihm.

Ich denke vertikal, und eine der Ebenen war der Faschismus.

Doch ich sehe alle diese Schichten. Ich erzähle in meinen Bildern

Geschichten, um zu zeigen, was hinter der Geschichte ist.

Ich mache ein Loch und gehe hindurch.

Anselm Kiefer


Das Bild habe ich in der Bildersuche des www gefunden – https://www.google.com/search?q=Bild+Anselm+Kiefer+M%C3%A4rkischer+Sand&client=firefox-b-ab&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=7Gk8YpudptLsRM%253A%252CoCcHZIrh54DLIM%252C_&usg=AI4_-kTq2OSUtk_th5cL-JKNJ59-CYjuTg&sa=X&ved=2ahUKEwiJ-YWM2OLdAhVupIsKHaerBtIQ9QEwBXoECAUQDg#imgrc=7Gk8YpudptLsRM:

sollte ich hiermit Urheberrechte verletzen, bitte ich mir dies mitzuteilen, dann werde ich das Bild löschen.

Licht – 16 –

Herbst-Wehen

Vor dem Winter

Ich mach ein Lied aus Stille
Und aus Septemberlicht.
Das Schweigen einer Grille
Geht ein in mein Gedicht.

Der See und die Libelle
Das Vogelbeerenrot.
Die Arbeit einer Quelle.
Der Herbstgeruch von Brot.

Der Bäume Tod und Träne.
Der schwarze Rabenschrei.
Der Orgelflug der Schwäne,
Was es auch immer sei,

Das über uns die Räume
Aufreißt und riesig macht
Und fällt in unsre Träume
In einer finstren Nacht.

Ich mach ein Lied aus Stille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter;
Und so vergeh ich nicht.

Eva Strittmatter

Momentaufnahme September 2018

Eine Kerze brennt, ich trinke ein Bier und proste dir zu. Dir, der du jetzt auf einem Weg bist, den ich irgendwann auch einmal gehen werde, der für mich noch im Dunkeln liegt und doch sehe ich dort ein Licht. Dahin wünsche ich mir dich, dahin möchte ich dir folgen. Irgendwann.

Am Abend entzünde ich ein Feuer. Freundinnen und Freunde finden sich ein, wir trinken noch ein Bier, rauchen, lachen, ich weiß, das hätte dir gefallen.

Nur ich kannte dich, die anderen hier haben dich nie gesehen. Nur ich bin es, die sich im Stillen an dich erinnert und an unsere gemeinsame Zeit. Ich muss wieder lachen, als ich mich an eine deiner Ideen erinnere. Du wolltest die Zugspitze kacheln, darauf sollte ein rosaroter Cadillac stehen, eine Primaballerina sich auf ihm drehen, wie diese kleinen Tänzerinnen im Tütü auf den alten Spieldosen. Damals haben wir darüber gemeinsam gelacht.

Viel Schönes haben deine Hände geschaffen. Arm bist du dennoch geblieben und warst dabei so reich!

Spät in der Nacht entzünde ich eine neue Kerze und trommel für dich und deinen Weg ins Licht.

Es ist selten, dass mir bei einer Todesnachricht spontan die Tränen über die Wangen rollen. Später bin ich selbst überrascht. Du warst ein Freund und wirst es immer sein. Wo immer du jetzt bist, meine Kerze wird für deinen Weg leuchten, neunundvierzig Tage und Nächte lang. Ich weiß, dass dir das gefallen hätte.

Dämonen

© Susanne Haun

In anderen Traditionen werden die Dämonen äußerlich verjagt, doch in meiner Tradition werden sie mitfühlend angenommen.

Machig Labdron

„Ich bin ein kleiner Stern, mit meinem Licht erhelle ich dein Dunkeltal.“

Ich kenne es schon gut, mein Dunkeltal, seine Felsvorsprünge, Höhlen, Bäume, Moose und steinigen Wege, jedoch nicht gut genug, ohne meinen kleinen Stern wäre ich verloren.

Er beleuchtet meine Wege, beleuchtet die Höhlen, Nischen und Stolperfallen, gemeinsam sind wir auf Dämonensuche.

Ich will sie umarmen, will sie nähren, will ihnen meine Liebe schenken; ohne sie wäre ich arm.

Im gleißenden Sommermittagslicht wirft mein Stern keine Schatten. Er scheint für mich im Dunkeltal und beleuchtet die Dämonen.

Hübsch sind sie nicht, auch nicht gemütlich, groß sind sie und furchterregend. Bei ihrem Anblick werde ich klein. Das freut sie. Das nährt sie.

Von Zeit zu Zeit steige ich in mein Dunkeltal, manchmal falle ich hinein, während gleißend heller Sommermittagszeiten, wenn mein Stern keine Schatten wirft. Es gilt die noch unbekannten Dämonen zu finden.

In manchen Jahren bin ich erfolgreich, in anderen nicht, in den letzten zwei Jahren sehr. Dies ließ meinen Stern heller leuchten. Furchterregende Gestalten begegneten uns auf unserem Weg.

Erst wurde ich klein, weil es sie nährte, dann umarmte ich sie, dann flüsterte ich ihnen meine Zuneigung ins Ohr, sie verwandelten ihre Gestalt.

Ich bin eine glückliche Frau!

Ich habe einen hell leuchtenden Stern. Ich habe ein Dunkeltal und eine Schar gewandelter Dämonen.

Folge deinem Stern


Die oberste Zeichnung ist von Susanne Haun (wenn du auf den Link klickst, erfährst du mehr). Die Zeichnung stammt aus dem Buch: Dämonen, das 2013 erschien. Susanne illustrierte ein Gedicht von Diarmund Johnson, übersetzt von Peter Busse –

Ich lebe unter Dämonen

Dort, wo die glatten* Leute nicht hinkommen,

Aber in jedem steckt ein Dämon

In einer der lichtlosen Ecke seines Herzens.

 

Die glatten Leute kommen nie zur Ruhe

Glatt fühlt er sein Gehen

Sie sitzen nicht am Rande der Klippe

Um den Abgrund des Meeres zu bewundern.

 

Sie folgen dem großen, glatten Weg

Wo das Licht des Fleißes ihr Herz erleuchtet

Ihre Dämonen bedrohen sie nicht tagsüber

Dämonen erwachen nur kurz in der tiefsten Nacht.

 

So ein glatter Mensch war auch ich

Normalerweise schlief ich wenig

Aber meine Beine ermüdeten auf dem langen Weg

Die Schlaflosigkeit hat meine Gedanken gelöscht.

 

Ich war damals einer der glatten Leute

Nun saß ich am Klippenrande, um in den Schlund des Meeres zu starren

Jetzt wohne ich am verborgenen Ort der Dämonen

Der Dämonen Atem entfacht in mir das Feuer des Denkens.

 

Auf blanken Brettern wie Dämonen schlafe ich jetzt

Ein Dämon werde ich, sobald ich erwache

Und mich wird die glatte Menge verfolgen

Die glatte Menge verfolgt jeden,

 

in dem ein Dämon steckt.

Diarmuid Johnson

* Die „normalen“, „nicht singenden“, „gesanglosen“ oder eben „glatten“ Leute …


Das obige Zitat stammt aus dem Buch von Pema Chödron – Gehe an die Orte, die du fürchtest ISBN 9 783936 855678 – Arbor Verlag


Pema Chödrön über Machig Labdron – sie lebte vom Ende des 11. Jahrhundert bis in den Anfang des 12. Jahrhunderts und hinterließ u.a. eine Meditationspraxis, die Chö genannt wird und bis heute praktiziert wird – sie gilt als eine der weisen Frauen Tibets

über Chö


Eine weitere Buchempfehlung – Tsültrim Allione – Den Dämonen Nahrung geben – arkana Verlag – ISBN 978-3-442-33830-6

Sonntagsbild 32 2018

Licht 16

Vor ein paar Tagen habe ich das Licht und den Schatten einer kleinen Solarlampe fotografiert, die ich mit Glasmurmeln befüllt habe. Am PC habe ich jedes Originalfoto blau eingefärbt. Was bleibt, wie verhält sich das Licht, wie der Schatten?

Lichtpaar 001

Lichtpaar 002

Lichtpaar 003

Lichtpaar 004

Lichtpaar 005

Lichtpaar 006

Lichtpaar 007

alle Bilder werden groß, wenn du sie anklickst

Ich freue mich auf eure Kommentare, wenn ich kommenden Samstag wieder hier bin. Bis dahin habt es gut, ich wünsche euch Freude und einen leichten Schritt.