Ein Meerbild

Ich staune

Da war ich nur wenige Stunden an der Ostsee, habe gar nicht sooo viele Fotos gemacht, war mehr beschäftigt mit atmen, schauen, hören, riechen, entdecken und doch haben sich diese wenigen Stunden ausgeweitet. Bis hierher und wer weiß, vielleicht noch weiter.

Es gab mal Einen, der hat gesagt: „Jetzt verstehe ich dich. Du gehörst hier her.“ Da staunte ich auch.

Ein Tag auf der Insel und niemand war unglücklich.

Am frühen Abend hat sich die Matjesfischbrötchenverkäuferin in mein Herz geschlichen. Ihre Brötchen war eins, das andere ihre Bücher, die sie auch verkaufte. Wir kamen zum Handel. Beide etwas ungeübt, etwas linkisch. Was mussten wir da lachen! Diese zwei Bücher werden nun für immer nach Matjesbrötchen schmecken* und nach unserem Lachen tönen*.

(* Die Schweizer=innen sagen schmecken und meinen riechen. Sie sagen auch tönen und meinen klingen. Ich mag das!)

 

Das Bild – wieder etwas anderes

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Die kleinen Freuden am Wegesrand

Jeden Tag die kleinen Schönheiten sehen, mir und euch zur Freude.

In einer Welt, die Viele von uns atemlos macht, umso wichtiger. Psychohygiene, kleines Seelenheil. Das heißt ja nicht die Augen vor der Unbill des Jetzt zu verschließen. Das Gegenteil ist der Fall. Das Gleichgewicht halten zwischen den Tagesnachrichten, dem vielen Leid, ob Mensch, Tier oder Pflanzen und dem, was einfach (noch immer) schön ist.

Wer mich kennt, weiss, dass ich es schon immer so halte, dass mein Blog in der Regel ein Ort zum Ausschnaufen ist. Es gibt genügend andere, die benennen, was es zu benennen gilt. Ja, ich lese diese Blogs und vieles andere, aber ich gehe auch fast jeden Tag vor die Tür und schaue, was wächst, blüht und mir ein Lächeln schenkt.

Am Samstag im hiesigen Garten, eine tapfere Zucchiniblüte

Gleich nebenan blühen noch die schwarzen Malven, die eigentlich violett sind und guck, die Bienen fliegen noch in den wärmenden Mittagssonnenstrahlen.

Später im Wald freue ich mich über die rot rankenden Weinblätter und frage mich jetzt nicht, ob dass nun gesund ist oder nicht.

Wie ich weiter streune, winkt mir diese bezaubernde Kiefernborke zu. Mit ihr winke auch ich euch zu und wünsche euch eine Woche im Gleichgewicht.

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Letzter Tag im April oder Tanz in den Mai

Die Stromerzeit hat begonnen

Ohne weitere Worte, aber mit Überschriften, werfe ich einen Blick zurück auf den April, der ein echter April gewesen ist. Ich habe ihn genossen.

Enjoy!

Wasservögel

Nilgans

Grün und Blau

Gelb

Fröhliche Wanderschaft

Kommt gut in den Mai, ob tanzend oder im Schlenderschritt.


Auch in dieser Woche habe ich zwei Fotomontagen im Angebot. Falls Interesse besteht, dann schreibe mir bitte eine Mail an ulli.gau@web.de. Dankeschön. Ich freue mich über jede Bestellung.

Tanz in den Mai

-1-

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Leichtes

Im April

Ein Glücksfall ist es für mich, wenn die Gefiederten hocken bleiben oder weiter schreiten und sich von mir dabei fotografieren lassen.

Darf ich vorstellen Madame und Monsieur

 

Signore Porporato – oder Herr Kardinal

Blüten und Blumen sind das Lachen von Mutter Natur – las ich. Ich weiß nur, dass an solch einem Morgen meine Seele lacht, bis in die Augen hinein.

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Geplant war Ewigkeit – Geschichten vom räudigen Leben

Dem Leben und den Menschen auf’s Maul geschaut – eine Rezension

Geschichten von Andreas Glumm lesen heißt, Jemanden zu lesen,

der mit großen Notizbuchaugen die Welt und seine Bewohner begeistert betrachtet, zuhört und seinen Spaß hat“

S. 359

sagt „Die Gräfin“ oder sagt Glumm, dass es die Gräfin gesagt hat, wer weiß das schon so genau.

Schon lange paaren sich bei mir Erinnerungen, Spaß und Nachdenklichkeit, wenn ich Glumm lese. Zunächst waren es die Geschichten auf seinem Blog 500Beine, später dann auf seinem Blog Glumm – Locker machen für die Hölle https://glumm.wordpress.com/. Jetzt endlich sind einige Geschichten in einem Buch gebündelt – das wurde aber auch Zeit, möchte ich augenzwinkernd sagen.

Glumm hat eine spezielle Art Menschen und Situationen zu beschreiben: ehrlich und schnörkellos beschreibt der Autor, wie er was und wen wahrgenommen hat. Wie und was er selbst gefühlt hat, als zum Beispiel erst die Mutter, dann der Vater gestorben sind, als er dem Tod mal eben von der Schippe gesprungen ist oder die Heroinsucht ihn fest im Griff hatte. Das muss man sich ja erst einmal trauen!

Oliver Driesen schreibt in dem Vorwort zum Buch:

Was liest man da also? Wenn man wie ich schon etwa ein Jahrzehnt dabei ist, dann hat man sich unrettbar in einer Welt festgelesen, die anfangs fremd und doch irgendwann erschreckend vertraut erscheint. In ein runtergerocktes Kleinstadt-Universum voller Typen, die Heinrich Zille in einem Berliner Kiez des Jahres 1900 porträtiert oder vielleicht noch Kurt Tucholsky ebendort 1930 belauscht hätte.

Die Lesenden lernen auch die Frau an Glumms Seite kennen, „Die Gräfin“, wie er sie nennt; mit bürgerlichem Namen „Susanne Eggert“. Die Zeichnung auf dem Buchcover stammt aus ihrer Feder, weitere Zeichnungen finden sich im Buch.

Glumm schaut der Gräfin oft auf den Mund, immer wieder streut er Zitate von ihr in seine Geschichten.

Beim Lesen nehme ich oft ein leichtes Augenzwinkern wahr, an manchen Stellen muss ich lauthals lachen, an anderen wächst ein Kloß im Hals. Das nackte Leben ist eben nicht nur locker und flockig und schon gar nicht, wenn Einer Glumm heißt, ein Suchender geblieben ist und von sich selbst schreibt:

Ich bin Ende fünfzig, aber im Herzen immer noch zehn. Da fehlen allerhand Jahre. Wo sind die alle hin? Wer hat die mitgenommen? Hat die jemand abgeholt und ins eigene Leben eingebaut? Ob derjenige damit durchkommt? Ach soll er doch damit machen, was er will.“

S. 358

– oder –

Ich studiere mein Leben lang Gesichter. Ich bin ein ewiger Gesichtsstudent. Das Gesicht, mit dem man draußen in der Gesellschaft herumläuft und altert, ist ein anderes als das, welches man in sich trägt, das bleibt länger jung. Das hält bis zuletzt.

S. 356-357

Es ist die Mischung, die das Buch von Glumm lesenswert macht. Vielleicht nicht für Jede und Jeden, denn Vorsicht, hier geht es nicht um die schöne, heile Welt, hier geht es um Leben pur, um die Straße, das Kneipenleben, kleine Abenteuer und coole Aktionen, die vielleicht nicht für Jede und Jeden so cool sind. Hier geht es darum, dass Einer dem Leben und den Menschen auf’s Maul geschaut hat und auch um die Liebe, die Liebe zu diesem Leben, mit all seinen Widersprüchen, all seinen Absurditäten, all seinen Höhen und Tiefen.

Für mich als „Bahndamm-Kellerkind“ ist Vieles vertraut und auch der eine und andere Kumpel ist mir nicht fremd. Nie 1:1, aber so ungefähr. Ich denke an meine eigenen wilden Jahre, die durchgemachten Nächte, die Räusche, den Spaß, der manchmal ein jähes Ende fand, denen ein verkaterter Morgen folgte. Glumm erinnert mich an einige meiner Freunde, von denen manche nicht mehr leben und auch an meinen besten Freund, an seine jungen Jahre und seinen Weg. Und genau diesem werde ich in den nächsten Tagen das Buch in die Hand drücken, weil ich weiß, dass es ihm gefallen, auch er seinen Spaß, seinen Kloß im Hals haben, und sich erinnern wird.

Es ist nie selbig, es ist immer ein kleines bisschen anders und dann eben doch nicht.


Eine weitere Rezension:

Vom Zauber, Glumm zu lektorieren


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Schönes aus dem Wald

Vier Bilder

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Schabockskrautblüte

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Buschwindröschen

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Hier rätsel ich – Haselblüte oder Schlehe oder was?

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Noch ein Rätsel – Pilze?

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Ich würde mich freuen, wenn Eine.R von euch die Rätsel lösen könnte.

Ich wünsche euch allen eine gute Woche mit leichtem Schritt.


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Sonntagsbild 12 2020

Fundstück

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Still sitzen Närrin und Narr. Jede.r schaut in eine andere Rechtung, sinniert, träumt, denkt. Singt vielleicht ein inneres Lied, träumt eine neue Geschichte, die im Uralten wurzelt, sieht einen Film, malt ein Bild – wer weiß das schon?

Natürlich können wir noch reisen. In die inneren Schatzkammern, in all die unbereisten Kontinente, die von Anbeginn auf eine Jede und einen Jeden warten. Alle Grenzen sind offen.

Und natürlich können wir noch über das Land streifen, es ist ja immer gerade nebenan. Um Wunder zu betrachten, sich von Pflanzen Lieder schenken zu lassen oder einen Geschmack, einen Duft. Um am Stamm eines Baumes zu lehnen und den zarten Apfelblütenduft wieder einmal zu riechen.

Eine Jede und ein Jeder ist Feld. Eine Jede und ein Jeder ist Teil eines Netzes, das größer ist als wir denken können.

Ich wünsche euch einen Sonntag mit Freuden und neuen Geschichten am alten Wegesrand.


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Schneeglöckchen

Schneeglöckchen, Weißröckchen, jetzt ist es soweit,

du erfreust alle Herzen, in der Vorfrühlingszeit.

(aus dem Archiv – Närrinnenzyklus – der Schneeglöckchentanz)

Leichtigkeit in schwierigen Zeiten ist kein Widerspruch, es ist pure Medizin. Ich denke an mein Sommermädchen, an rote Glockenröcke über  nackten Beinen, an nackte Füße, die über Sommerwiesen laufen, an Springseil hüpfen und Lieder singen. Ich denke an Tänze in kühlen Bergbächen, an rote Bälle mit weißen Punkten, an Johannisbeeren und Kirschen, Schwalben und Kinderlachen schwirren durch die Luft. Und schon hebt sich die Schwere von der Brust, der Atem fließt frei und mit all dem kommt frischer Wind in meinen ernsten Wintergeist.

Frischen Wind braucht es in diesen Zeiten, damit wir wieder träumen können, damit wir Schlösser voller Lebensfreude bauen, mitten hinein ins „Geht-doch-nicht“.

Und während ich all das in der letzten Nacht dachte und fühlte, in Gedanken diesen Beitrag webte, die Schneeglöckchenbilder gestaltete, las ich gerade bei Cambra Skadé ein Pendant. So ist das mit Seelenschwestern → https://cambraskade.blog/2021/02/26/sommerkinder-medizin/. Schön ist das!


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Fragment 12

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Und dann gibt es diese schneehellen Nächte, die klirren, in denen Äste krachen und Nairobi so müde ist. Mit der Müdigkeit kommt das Sehnen, mit dem Sehnen Einer von weit her. Der schmiegt sich an ihren Rücken. Sie ist aufrichtig, auch zu ihren Tränen. Sie kennt ihre Quelle. Nie mehr wird sie aufhören mit dem Herzen zu atmen. Feine Goldfäden fliegen zu anderen Fäden, verknoten sich, knüpfen ein Netz. Nairobi wird kein Zerreißen sein, kein Loch. Sie hat eine Aufgabe. Sie hat einen Platz. Wenn auch die Orte vorübergehend sind, die Gärten sich wandeln, von Gemüse zu Blumen. Sie dankt dem Einen, der sie erinnert hat, an alles Flüchtige und an alles, was über alle Zeiten gilt.


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Pausenzeichen 01 2021

Die Geschichte von dem Nest und dem Ei

Es war einmal ein feines, kleines Vogelnest, ganz aus weichem Flaum und Haaren gewebt. Das lag im Sommer auf einem meiner Wege. So filigran, so fein. Bedächtig trug ich es heim. Da lag es nun in meiner guten Stube, ein einziges, gelbes Federchen streckte sich vorwitzig nach oben. Es schien auf etwas zu warten. Etwas, dass es behüten könnte. Es dauerte eine lange Weile.

Der Sommer wurde zu Spätsommer, dieser zum Herbst, der zum Frühwinter, zum Winter.

Es wurde Dezember. Bei Schwarzmond ging ich am Fluss spazieren. Äste wollte ich sammeln. Am Biberufer lag eine gefällte Weide. Ganz biegsam waren ihre Ästchen und mit prallen Knospen bestückt. Hieraus ließ sich ein feiner Schutz um das zarte Vogelnestchen flechten.

Es kam der zunehmende Halbmond des 13. Mondes in diesem Jahr. Mit ihm feierten Saturn, Jupiter und die Erde eine Hoch-Zeit, mitten in der Wintersonnenwendnacht. Ich musste es schon spüren, denn gezeigt haben sie sich nicht. Eine graue, dicke Wolkenschicht hatte sich über das Tal gelegt.

In dieser Nacht formte sich das Ei. Klein war es, perlmuttern sein Schimmer. Blau und grün und weiß und rosa. Und wie ich es drehte und wendete, zeigte sich ein Echsengesicht, ein Gnom, ein Schuhschnabel und ein Vögelchen – so eins, wie das Rotkehlchen eins ist.

Nun musste es nur noch behütet werden. Ein Schneckenhaus war die schützende Hülle. Widder, der uralte, stellte sich in den Osten.

In der Nacht des 13. Mondes brach die Schale.

Oh.

Stille.

Staunen.

Wie schön du bist.

Und wie standfest.

Die Flügel bereit. Die Hörner spüren Erde und All.

Und wie klug du bist. Jetzt schon.

Ich mag deinen Schelm.

Willkommen!

Die Ur lächelt –

ich auch.

Von guten Mächten begleitet.


Und genau das wünsche ich euch allen auch. Seid behütet in diesem neuen Jahr. Glück und Segen auf eure Wege.



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