Noch immer…

Noch immer hängen bunte Blätter an den Buchen, noch immer ist der Himmel tiefblau, so wenigstens war es auf den letzten beiden Spaziergängen zum Hohfelsen, einem wunderschönem Ort hier in der Nähe.

Die ersten drei Bilder habe ich Ende Oktober aufgenommen, die letzten vier Bilder am Freitag.

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Fluss

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Ich habe noch immer den Fluss auf meiner Haut – das Gefühl seiner weichen Tonerde an den Füßen – ein heißer Tag liegt auf der Haut, abgekühlt im Fließen des grünen Wassers. Vertraute Wege hin und her – zurück fahre ich mit dem untergehendem Mond – Freundinnenworte im Ohr – Kinderjauchzen auch – Leichtigkeit, Selbstverständlichkeiten, Vertrauen und Wohlwollen.

– Four monthes and you will feel homy. Sterne blinken, Eulenkind ruft, eine Fliege brummt durch die nächtliche Stunde. Meine Nachtdecke ist gewebt aus Flusswasser, Tonerde und Sonnenschein. Drei Muscheln lagen klein und weiß auf dem Grund – drei Muscheln, immer noch klein, dann braun, als ich sie hob. Dreizehn Stecken brannten, das Alte darf gehen, das Neue sich Raum nehmen. Stille …

Kartoffelernte und Wichtelleuchten

Das Zimmer färbt sich rosa. Ich steige auf den Stuhl und schaue aus dem Dachfenster in die Weite. Ja, die Sonne geht gerade unter, irgendwo im Westen, dort wo der Berg dazwischen ist und etwas weiter der Atlantik seine Wellen an die Strände von Sand und Felsen wirft. Drei Pferde stehen auf der Ostseite auf der Weide, der Wald ist die Grenze. Noch sind die Schwalben hier. Sie kreisen eine spätabendliche Runde über die Weite gen Süden. Es riecht nach Feuer. Gestern auch. Gestern ernteten wir die Kartoffeln, die Enkelkinder und ich. Wir haben sie auch zusammen gesetzt! Aber wieviel spannender doch so eine Ernte ist … boah Oma guck mal, ist diiie groooß! Stimmt, so viele dicke Kartoffeln und so viele mit lustigen Formen. Die Sonne stieg hoch, wir schwitzten und machten unter dem Hollerbusch eine Pause, es gab Apfelsaft mit Kranewasser und für mich einen Tee, eine Zigarette. Der Enkelsohn hatte seinen Traktor mitgebracht, mit Hänger, klar … wir luden die erste Fuhre auf und er, ganz der Bauer (Oma, ich werde Bauer – große Glanzaugen) fuhr sie vom Garten den langen Schotterweg vor die Treppe. Dann füllten wir noch zwei kleine Eimer, die die beiden tragen konnten und ich schleppte den großen Korb hinunter. Was aus fünfzehn kleinen Kartoffeln geworden ist, kann ich selbst kaum fassen. Sooo viiiele Kartoffeln und so viele dicke, ich muss wirklich eine dumme Bäuerin sein und lache. Jetzt geht es ans versorgen, damit sie noch lange halten. Eine Ladung wird für den Abend in einen Topf gefüllt. Mittagsschlaf für den stolzen, kleinen Bauern. Die Große und ich sitzen auf der Terrasse, sie möchte schreiben, sagt Worte wie Stern, wie Mama, Papa, Oma, Opa und Namen. Ich zeige ihr die Buchstaben, manche kennt sie schon, weil sie die von ihrem Namen kennt, sie macht das wunderbar. Nur das S ist und bleibt eine Schlange. Am Nachmittag kommt die Frau Mama mit Quark und Salat und Tomaten. Die Kartoffeln kommen aufs Feuer, der Quark wird angerührt, klar mit frischen Kräutern aus dem Garten, dann der Salat. Es kommt J. mit ihren drei Kindern und plötzlich ist hier richtig viel Leben. A., die nette Nachbarin, hat zwei Riesenzucchinis in der Hälfte durchgeschnitten und höhlt diese nun mit den Kindern aus, es gibt lustige Wichtelgesichter, am Abend beleuchten sie den Tisch.Wie wunderbar das alles ist, wie ich das genieße! Und dann sitzen sieben Erwachsene und vier Kinder, ein Baby auf Mamas Schulter um den großen Tisch, das Feuer lodert wieder auf, alle essen, trinken und haben Spaß. Die Sonne ist untergegangen, müde und glückliche Kinder halten nach den ersten Sternen Ausschau. Und dann bye, bye, bis bald. Drei Große bleiben übrig, noch ein Bier und dann auch gute Nacht, slaap goed…

Lesen lernen

Die Dinge und Gegebenheiten wollen lesen gelernt werden. Das Neu, das Land, die Tiere ud Menschen, die Pflanzen, der Ofen. Lesen und hören lernen, das Rauschen der Tannen vor dem Haus klingt anders, als das Rauschen der Linde auf der Nordseite, das Wasser aus den Hähnen fließt anders, als das aus den Hähnen zuvor, der zwischenmenschliche Ton tönt anders, nicht unvertraut, nur anders…

Bei mir bleiben, so sein, wie ich eben bin, nicht nur ich muss lesen und hören lernen…

„Unter jedem Dach wohnt ein Ach“, sagte letztens die Kollegin, ja, und … aber … unter jedem Dach hat auch die Freude ihr Fach!

Eine Momentaufnahme

Guten Morgen!

Der erste Kaffee ist getrunken, der Ofen bullert und knackt, warm muss die Stube sein. Ich drehe eine Runde, gehe vorbei am Apfelbaum, der seine Blüten noch geschlossen hält, wartend: diese kleine Kälte ist ein Intermezzo, Wolken ziehen schnell von weiß zu dunkelgrau, gerade Schneegestöber, dann ist es auch schon wieder vorbei. Ich bringe dem Hängebauchschwein drei angeschlagene Äpfel, eine Banane und ein kaputtes Ei.

Scheu ist sie, die alte Dame Schwein, fast blind, langsam kommt sie näher, schnüffelt, nimmt den ganzen Apfel und mampft genüsslich.

Und wer schaut dort so neugierig um die Ecke?

Guten Morgen … mä-ä-ä-h, mä-ä-ä-h. Auf dem Weg zurück begegnet mir die Hauskatze: Guten Morgen … schnurr; im Hof kaut der große, schwarze Hund an einem Knochen:

Hej, guten Morgen, mein Dicker … freundliches Schwanzwedeln, weiterkauen…

Einer steht in der Türe und trinkt seinen Morgenkaffee, lächelt noch etwas müde: Guten Morgen … guten Morgen … alles gut? Alles gut…

Z = Zuversicht

Alphabet der mutigen Träume

0015-17-01-2017-z-zuversicht-zukunftdraufklick = großes Bild

Ich schrieb in meine Kladde: Zuversicht korrespondiert mit Vertrauen und beide mit dem Optimismus. Das Lexikon definiert Zuversicht mit dem festen Glauben, dass die Zukunft Gutes bringt. Synonyme für die Zuversicht sind

  • Optimismus
  • Zukunftsglaube
  • Fortschrittsglaube
  • Daseinsfreude
  • Lebensfreude
  • Hoffnung
  • Lebensbejahung
  • Glaube an das Gute
  • Heiterkeit
  • Zufriedenheit
  • positive Lebenseinstellung

So viel Freude, wunderbar! Unter F = Frieden war die Freude mein nächster Favorit und nun schau, da komme ich am Ende des mutig geträumten Alphabets an und da geht die Freude Hand in Hand mit der Zuversicht durch eine neue Stadt.

Während ich nun fast den ganzen Monat an dem Alphabet gearbeitet habe, habe ich mich erneut positioniert, indem ich meine Träume, Ideale und Ziele auf ihre Tragfähigkeit untersucht habe. Eure Kommentare, ob anerkennend, ergänzend oder hinterfragend haben meine Zuversicht genährt, dass

  • 1. das Alphabet inspirieren konnte
  • 2. dass ein Wandel in kleinen Schritten mit vielen (sog.) kleinen Menschen möglich ist.

Ich danke euch, dass ihr mir bis hierhin gefolgt seid, dass ihr mich bereichert habt, dass ihr mit mir ward, dass ihr euch nicht gescheut habt eure Kritik, eure Bedenken auszusprechen. Nur so wird es rund.

Ende ist nicht Ende, wenn es hier nicht stehen bleiben soll, und das soll es in meinen Augen nicht. Nun ruft der Feinschliff, die Erforschung wie Gerda und ich die Alphabete zusammenbringen können, ob überhaupt und wie wir auch eure Kommentare mit einflechten können, damit die Idee von Gerdas Karte ins Leben kommen kann:

Wenn wir alle Aspekte zusammengebracht haben – auch die, die in den Kommentaren hinzugefügt wurden -, dann haben wir vielleicht einen ersten gemeinsamen Entwurf von der Karte, die uns zeigt, wohin wir steuern wollen, welche Klippen und Gefahren zu vermeiden sind und welche Mittel uns zur Verfügung stehen…

Manche haben vorgeschlagen, dass wir aus diesem Projekt ein Buch machen sollten, schauen wir mal … auf alle Fälle haben mich diese Vorschläge sehr gefreut und waren wieder ein Grund mehr für meine Zuversicht.

alpha-und-omegaVor ein paar Tagen dachte ich an eine Bildrolle: stellt euch zwei Walzen vor, mit je einer seitlichen Kurbel. Die Walzen stehen 3-5m auseinander, um diese läuft eine Endlospapierrolle, darauf zu sehen und zu lesen sind Bilder und Worte (Stichworte, Hauptmerkmale) von den zwei Alphabeten. Wann immer ein Ende der Rolle erreicht ist, kann man an dem einen oder an dem anderen Ende kurbeln, um weiterzuschauen und zu lesen. A wird gleich wieder neben dem Z erscheinen und so wird es eine Endlosschleife, ist es Alpha und Omega.

Es gibt keinen Stillstand. Jede und jeder von uns bestimmt die Richtung (man kann auch rückwärts kurbeln, aber wer will das schon?!).

Es gibt keinen Stillstand, es gibt immer nur Wandel und Ruhepunkte und dann Weitergehen. Selbst Tod ist für mich kein Stillstand, nur ein weiterer Übergang, wohin auch immer noch und dann wahrscheinlich wieder von vorne, wie auch immer noch…

Um es mit Gerdas Motto zu sagen: panta rhei – alles fließt

Hier folgt nun eine Diashow mit allen Bildern, die ich zum Alphabet von A-Z gezeigt habe, meine virtuelle Bilderrolle ohne Worte, viel Freude euch beim schauen – leider werden die Bilder nicht in der Reihenfolge gezeigt, wie ich sie hochgeladen habe- WP halt…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Anmerkung

alpha und omega © harmusicrecords.com – thanxs –

ich habe die Farben umgedreht und ein paar Unsauberkeiten weggeschnitten

Die Fotos von dem Wasserfall im Schwarzenbachtal in den Gumpen hinein hat mein Freund W. gemacht und mir geschenkt- vielen herzlichen Dank, lieber W.- wir sollten den Gumpen mal im Sommer besuchen und die Füße in den Gumpen hängen, am besten mit der Leuchtturmwärterin…

„… etwas lachenden Mut…“

Ich würde mich freuen, wenn sich die Eine oder der Andere Zeit nehmen würde, um diese grandiose Rede zu lesen und vielleicht das eine und andere mit mir/uns zu diskutieren … danke

Ihr Buch „Gegen den Hass“ habe ich nun bestellt – ich kann euch gar nicht sagen, wie hoffnungsvoll mich solch eine kluge Rede macht, dies gehört eben auch zum mutigem Träumen

„Anfangen“

Carolin Emckes Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises 2016 – Es gilt das gesprochene Wort.

I.

Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus…

All die ersten Jahre, seit der Auszeichnung an George F. Kennan 1982, schaute ich die Verleihung des Friedenspreises von unten nach oben: Meine Eltern hatten eigenwilligerweise nur zwei Fernseh-Sessel, Kinder mussten sich unterhalb arrangieren und so lag ich auf dem Teppich und hörte gebannt die Reden der Preisträger. Ich sage „Preisträger“, denn die ersten dreizehn Jahre, die ich von unten nach oben blickte, waren es ausschließlich Männer. Auch als ich längst eine eigene Wohnung hatte, behielt ich dieses Ritual bei: Ich betrachtete den Friedenspreis vom Fußboden aus. Irgendwie schien das auch angemessen zu sein. Seit der Preisverleihung an David Grossman saß ich dort, wo Sie jetzt sitzen. Letztes Jahr noch bin ich mit einem Freund am Vorabend der Verleihung nachts in den Festsaal im Frankfurter Hof geschlichen, um die Tischordnung für das Festessen zu manipulieren…(wobei wir peinlicherweise erwischt wurden) und jetzt das hier

Meine Damen und Herren, ich bedanke mich beim Stiftungsrat des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels für diese Auszeichnung. Sie erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit und einem glücklichen Staunen.

Niemand wächst allein. Einige, die hier an dieser Stelle vor mir standen, waren für mein Denken existentiell. Die Werke vieler Friedenspreisträger*innen, aber auch die Begegnung mit manchen haben mich zu der gemacht, als die ich heute schreibe: Martin Buber und Nelly Sachs, David Grossman und Jorge Semprun, und in besonderer Weise Jürgen Habermas und Susan Sontag. Nach ihnen in einer Reihe zu stehen, lässt mich diesen Preis weniger als Auszeichnung denn als Aufgabe begreifen.

Niemand schreibt allein. Zwei Menschen waren für mein Schreiben unverzichtbar und ihnen möchte ich ausdrücklich danken: der Photograph und Freund Sebastian Bolesch, der mich über 14 Jahre auf allen Reisen ins Ausland begleitet hat und ohne den kein Text so entstanden wäre. Und mein Verleger und Lektor Peter Sillem vom S. Fischer Verlag, der mich seit dem ersten Manuskript über alle Zweifel hinwegträgt und ohne den kein Buch so erschienen wäre. Vielen Dank.

II.

Nicht alle, aber viele, die vor mir hier standen, haben nicht allein als Individuen, sondern sie haben auch als Angehörige gesprochen. Sie haben sich selbst verortet in einem Glauben oder einer Erfahrung, in der Geschichte eines Landes oder einer Lebensform – und darauf reflektiert, was das heißt, als chinesischer Dissident, als nigerianischer Autor, als Muslim, als Jüdin hier in der Paulskirche zu sprechen, in diesem Land, mit dieser Geschichte.

Für diejenigen, die hier oben, mit dieser Perspektive sprechen durften, bedeutete es oft auch, aus und von einer besonderen Perspektive zu erzählen. Sie waren eingeladen und sie wurden ausgezeichnet, weil sie sich für ein universales Wir einsetzten – und doch haben sie oft auch als Angehörige einer bedrängten Gruppe, eines marginalisierten Glaubens, einer versehrten Gegend gesprochen.

Das ist durchaus bemerkenswert, denn es ist keineswegs gewiss, was das heisst: angehörig oder zugehörig zu sein.

Das moderne hebräische Wort für „angehören“, „shayach“, stammt ursprünglich aus dem Aramäischen – ist gleichsam zugewandert, aus einer Sprache in eine andere, um dann ironischerweise die Bezeichnung für „Angehörigkeit“ zu bilden. Das Wort shayach verweist auf nichts anderes. Anders als die meisten anderen Begriffe im Hebräischen birgt es in sich keine Anteile eines anderen. Es gehört gleichsam sich selbst. Etwas als shayach zu bezeichnen, bedeutet: es ist relevant, angemessen, wichtig. Das wäre eine schöne Spur: sich zugehörig zu zählen zu einem Glauben oder einer Gemeinschaft, hieße: ich bin für diese Gemeinschaft relevant, in ihr zähle ich als wichtiges Element.

Aber Angehörigkeit lässt sich auch in die andere Richtung denken: nicht nur ich bin für diese Gemeinschaft wichtig, sondern auch der Glaube für mich. Jüdisch zu sein oder katholisch oder muslimisch, das macht etwas aus. Es strukturiert mein Denken, meine Gewohnheiten, meinen Tag. Almosen zu geben, das gehört zu den einen, wie das Beten bei Tisch oder das Anzünden der Kerzen zu den anderen.

Im Deutschen kennt der Begriff „gehören“ mehrere Verwendungen: i) jemandes Besitz zu sein, aber auch ii) Teil eines Ganzen zu sein, zu etwas zu zählen,  sowie iii) „gehören“ als an einer bestimmten Stelle passend zu sein und iv) für etwas erforderlich zu sein.

Bin ich, wenn ich fromm bin, im Besitz des Glaubens? Ist Religiösität etwas, das mir gehört? Oder ist Glaube etwas, das sich im und durch das Hadern bestätigt? Was heißt also an-gehören in Bezug auf den Glauben? Gehört mir mein Glaube oder gehöre ich dem, an den ich glaube?

Damit ist noch nicht einmal berührt, ob diese Angehörigkeit etwas ist, zu dem es sich bewusst entscheiden lässt. Ab wann jemand zu einer Kirche oder Gemeinschaft gehört, das lässt sich festmachen an den jeweiligen Riten der Aufnahme. Aber ab wann der Glaube zu einer Person gehört, das ist weniger eindeutig.

Hatten mich die Passionen und Kantaten von Bach nicht schon durchdrungen und von innen heraus geformt, bevor ich von einem Glaubensbekenntnis auch nur wusste? Gehörte das nicht zu mir, und das heißt: bildete das nicht schon eine Voraussetzung für die, die ich werden sollte, bevor ich mich überhaupt zu einer Gemeinschaft hätte zugehörig erklären können?

Nun kennt das Wort „Angehörigkeit“ keine Schattierungen. Es suggeriert eine einheitliche Empfindung. Als ob es uns immer gleich relevant sei, jüdisch oder protestantisch oder muslimisch zu sein. Als ob es sich an jedem Ort gleich anfühlte, kurdisch zu sein oder polnisch oder palästinensisch. Als ob es nicht in unterschiedlichen Situationen ganz unterschiedlich prägnant sein könnte. Mein Freund, der Regisseur Nurkan Erpulat, hat einmal auf die Frage, was es für ihn bedeute, muslimisch zu sein, geantwortet: „Das kommt auf den Kontext an.“

Manchmal ist die argentinische Herkunft besonders deutlich im glücklichen Blick auf die leuchtend lilafarbenen Blüten der Jacaranda. Aber manchmal ist sie besonders deutlich fern von dort, in Berlin, wenn ein Hubschrauber über der Stadt nicht von einem Militär-Putsch kündet, sondern nur von einem Stau – und die eingeübte Angst eine Weile braucht, bis sie sich verzieht.

Für manche wird das eigene Judentum besonders spürbar, wenn sie die Süße von Äpfeln mit Honig an Rosh ha’shana schmecken. Für andere dagegen, wenn sie in der Paulskirche sitzen und einer Rede zuhören müssen, in der das furchtbare Leid der eigenen Angehörigen von einem Menschheitsverbrechen, an das bis heute zu erinnern ist, zu einer bloßen „Moralkeule“ verstümmelt wird.

Ist Zugehörigkeit also etwas, das aufscheint im Zusammensein mit anderen oder etwas, das aufscheint, wenn man als einziger aus einer Gemeinschaft herausfällt? Weil die jüdische Perspektive als eine, die zu dieser Gesellschaft gehört, einfach ausgeblendet wird. Ist Zugehörigkeit also mit Glück oder mit Trauer verbunden? Ist zugehörig, wer als zugehörig erkannt wird und ist anders zugehörig, wem diese Anerkennung verweigert wird?

Wem gehört also dieses An-gehören – einem selbst oder den anderen? Gibt es das nur in einer Form oder in verschiedenen? Und vor allem: wieviele Kontexte und Verbindungen können für mich in diesem Sinne relevant und wichtig sein? Wieviele Schnittmengen gibt es von Kreisen, in denen ich passend bin und aus denen ich mich als Individuum zusammensetze?

Ich bin homosexuell und wenn ich hier heute spreche, dann kann ich das nur, indem ich  auch aus der Perspektive jener Erfahrung heraus spreche: also nicht nur, aber eben auch als jemand, für die es relevant ist, schwul, lesbisch, bisexuell, inter*, trans* oder queer zu sein. Das ist nichts, das man sich aussucht, aber es ist, hätte ich die Wahl, das, was ich mir wieder aussuchte zu sein. Nicht, weil es besser wäre, sondern schlicht, weil es mich glücklich gemacht hat.

Als ich mich das erste Mal in eine Frau verliebte, ahnte ich – ehrlich gesagt – nicht, dass damit eine Zugehörigkeit verbunden wäre. Ich glaubte noch, wie und wen ich liebe, sei eine individuelle Frage, eine, die vor allem mein Leben auszeichnete und für andere, Fremde oder gar den Staat, nicht von Belang. Jemanden zu lieben und zu begehren, das schien mir vornehmlich eine Handlung oder Praxis zu sein, keine Identität.

Es ist eine ausgesprochen merkwürdige Erfahrung, dass etwas so Persönliches für andere so wichtig sein soll, dass sie für sich beanspruchen, in unsere Leben einzugreifen und uns Rechte oder Würde absprechen wollen. Als sei die Art wie wir lieben für andere bedeutungsvoller als für uns selbst, als gehörten unsere Liebe und unsere Körper nicht uns, sondern denen, die sie ablehnen oder pathologisieren. Das birgt eine gewisse Ironie: Als definierte unsere Sexualität weniger unsere Zugehörigkeit als ihre. Manchmal scheint mir das bei der Beschäftigung der Islamfeinde mit dem Kopftuch ganz ähnlich. Als bedeutete ihnen das Kopftuch mehr als denen, die es tatsächlich selbstbestimmt und selbstverständlich tragen.

So wird ein Kreis geformt, in den werden wir eingeschlossen, wir, die wir etwas anders lieben oder etwas anders aussehen, dem gehören wir an, ganz gleich, in oder zwischen welchen Kreisen wir uns sonst bewegen, ganz gleich, was uns sonst noch auszeichnet oder unterscheidet, ganz gleich, welche Fähigkeiten oder Unfähigkeiten, welche Bedürfnisse oder Eigenschaften uns vielleicht viel mehr bedeuten. So verbindet sich etwas, das uns glücklich macht, etwas, das uns schön oder auch angemessen erscheint, mit etwas, das uns verletzt und wund zurücklässt. Weil wir immer noch, jeden Tag, Gründe liefern sollen dafür, dass wir nicht nur halb, sondern ganz dazugehören. Als gäbe es eine Obergrenze für Menschlichkeit.

Es ist eine merkwürdige Erfahrung:

Wir dürfen Bücher schreiben, die in Schulen unterrichtet werden, aber unsere Liebe soll nach der Vorstellung mancher Eltern in Schulbüchern maximal „geduldet“ und auf gar keinen Fall „respektiert“ werden?

Wir dürfen Reden halten in der Paulskirche, aber heiraten oder Kinder adoptieren dürfen wir nicht?

Manchmal frage ich mich, wessen Würde da beschädigt wird: unsere, die wir als nicht zugehörig erklärt werden, oder die Würde jener, die uns die Rechte, die zu uns gehören, absprechen wollen?

Menschenrechte sind kein Nullsummenspiel. Niemand verliert seine Rechte, wenn sie allen zugesichert werden. Menschenrechte sind voraussetzungslos. Sie können und müssen nicht verdient werden. Es gibt keine Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit jemand als Mensch anerkannt und geschützt wird. Zuneigung oder Abneigung, Zustimmung oder Abscheu zu individuellen Lebensentwürfen, sozialen Praktiken oder religiösen Überzeugungen dürfen keine Rolle spielen. Das ist der Kern einer liberalen, offenen, säkularen Gesellschaft.

Verschiedenheit ist kein Grund für Ausgrenzung.

Ähnlichkeit keine Voraussetzung für Grundrechte.

Das ist großartig, denn es bedeutet, dass wir uns nicht mögen müssen. Wir müssen einander nicht einmal verstehen in unseren Vorstellungen vom guten Leben. Wir können einander merkwürdig, sonderbar, altmodisch, neumodisch, spießig oder schrill finden.

Um es für Paulskirchen-Verhältnisse mal etwas salopp zu formulieren: ich bin Borussia Dortmund Fan. Ich habe, nun ja, etwas weniger Verständnis dafür, wie man Schalke Fan sein kann. Und doch käme ich nie auf die Idee, Schalke Fans das Recht auf Versammlungsfreiheit zu nehmen.

„Die Verschiedenheit verkommt zur Ungleichheit,“ hat Tzvetan Todorow einmal geschrieben, „die Gleichheit zur Identität.“ Das ist die soziale Pathologie unserer Zeit: dass sie uns einteilt und aufteilt, in Identität und Differenz sortiert, nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten spaltet, um damit Ausgrenzung und Gewalt zu rechtfertigen.

Deswegen haben die, die vor mir hier standen und wie ich von einer besonderen Perspektive gesprochen haben, doch beides betont: die individuelle Vielfalt und die normative Gleichheit.

Die Freiheit, etwas anders zu glauben, etwas anders auszusehen, etwas anders zu lieben, die Trauer, aus einer bedrohten oder versehrten Gegend oder Gemeinschaft zu stammen, den Schmerz der bitteren Gewalterfahrung eines bestimmten Wirs – und die Sehnsucht, schreibend eben all diese Zugehörigkeiten zu überschreiten, die Codes und Kreise in Frage zu stellen und zu öffnen, die Perspektiven zu vervielfältigen und immer wieder ein universales Wir zu verteidigen.

III.

Zur Zeit grassiert ein Klima des Fanatismus und der Gewalt in Europa. Pseudo-religiöse und nationalistische Dogmatiker propagieren die Lehre vom „homogenen Volk“, von einer „wahren“ Religion, einer „ursprünglichen“ Tradition, einer „natürlichen“ Familie und einer „authentischen“ Nation. Sie ziehen Codes und Begriffe ein, mit denen die einen aus- und die anderen eingeschlossen werden sollen. Sie teilen willkürlich auf und ein, wer dazugehören darf und wer nicht.

Alles Dynamische, alles Vieldeutige an den eigenen kulturellen Bezügen und Kontexten wird negiert. Alles individuell Einzigartige, alles, was uns als Menschen, aber auch als Angehörige ausmacht: unser Hadern, unsere Verletzbarkeiten, aber auch unsere Phantasien vom Glück, wird geleugnet. Wir werden sortiert nach Identität und Differenz, werden in Kollektive verpackt, alle lebendigen, zarten, widersprüchlichen Zugehörigkeiten verschlichtet und verdumpft.

Sie stehen vielleicht nicht selbst auf der Straße und verbreiten Angst und Schrecken, die Populisten und Fanatiker der Reinheit, sie werfen nicht unbedingt selbst Brandsätze in Unterkünfte von Geflüchteten, reißen nicht selbst muslimischen Frauen den hijab oder jüdischen Männern die Kippa vom Kopf, sie jagen vielleicht nicht selbst polnische oder rumänische Europäerinnen, greifen vielleicht nicht selbst schwarze Deutsche an – sie hassen und verletzen nicht unbedingt selbst. Sie lassen hassen.

Sie beliefern den Diskurs mit Mustern aus Ressentiments und Vorurteilen, sie fertigen die rassistischen Product-Placements, all die kleinen, gemeinen Begriffe und Bilder, mit denen stigmatisiert und entwertet wird, all die Raster der Wahrnehmung, mithilfe derer Menschen gedemütigt und angegriffen werden.

Dieser ausgrenzende Fanatismus beschädigt nicht nur diejenigen, die er sich zum Opfern sucht, sondern alle, die in einer offenen, demokratischen Gesellschaft leben wollen. Das Dogma des Homogenen, Reinen, Völkischen verengt die Welt. Es schmälert den Raum, in dem wir einander denken und sehen können. Es macht manche sichtbar und andere unsichtbar. Es versieht die einen mit wertvollen Etiketten und Assoziationen und die anderen mit abwertenden. Es begrenzt die Phantasie, in der wir einander Möglichkeiten und Chancen zuschreiben. Mangelnde Vorstellungskraft und Empathie aber sind mächtige Widersacher von Freiheit und Gerechtigkeit.

Das ist eben das, was die Fanatiker und Populisten der Reinheit wollen: sie wollen uns die analytische Offenheit und Einfühlung in die Vielfalt nehmen. Sie wollen all die Gleichzeitigkeiten von Bezügen, die uns gehören und in die wir gehören, dieses Miteinander und Durcheinander aus Religionen, Herkünften, Praktiken und Gewohnheiten, Körperlichkeiten und Sexualitäten vereinheitlichen.

Sie wollen uns weißmachen, dass es das nicht gäbe, demokratischen Humanismus. Sie wollen Pässe als Ausweise der inneren Verfasstheit missdeuten, nur um uns gegeneinander auszuspielen. Das hat auch etwas Groteskes: Jahrzehntelang hat diese Gesellschaft geleugnet, eine Einwanderungsgesellschaft zu sein, jahrzehntelang wurden Migrantinnen und Migranten als „Fremde“ angesehen, nicht als Bürgerinnen und Bürger, jahrzehntelang wurden sie behandelt als gehörten sie nicht dazu, als dürften sie nichts anderes sein als Türken – und jetzt wirft man ihnen vor, sie wären nicht deutsch genug und besäßen noch einen zweiten Pass?

Die Familie meiner Mutter ist vor dem Krieg ausgewandert nach Argentinien. Alle in ihrer Familie besaßen zu verschiedenen Zeitpunkten verschiedene Pässe, mal einen argentinischen, mal einen deutschen, manchmal beide. Ich habe sie zuhause bei mir aufgehoben: den Pass meines Großvaters, den mir mein Onkel geschenkt hat, und den meiner Mutter. Meine Nichte Emilia, die heute hier ist und die wie alle ihre Geschwister in den USA geboren ist, hat auch einen amerikanischen Pass. Mehrsprachig waren und sind alle. Aber glauben die Neonationalisten wirklich, irgendjemand in meiner Familie wäre weniger demokratisch gewesen, hätte deswegen weniger Respekt vor der Freiheit jedes Einzelnen und dem Schutz menschlicher Würde? Glauben die wirklich, der Pass sage etwas aus über die eigene Abneigung gegen Verrohung und die Bereitschaft, sich demokratisch für eine offene Gesellschaft zu engagieren – und zwar, egal wo?

Ich vermute eher, alle, die einmal vertrieben wurden, die Flucht oder auch nur Migration kennen, alle, die an verschiedenen Orten in der Welt sich zuhause fühlen, alle die mit Heimweh oder Fernweh geplagt sind, alle, die die verschiedenen Klangfarben der Ironie und des Humors lieben, die sich abwechseln und vermischen, wenn man die Sprache wechselt, alle, die Kinderlieder erinnern, die die nächste Generation nicht mehr kennt, alle, die die Brüche der Gewalt und des Kriegs miterlebt haben, alle, denen die Furcht vor Terror und Repression unter die Haut gezogen ist, wissen doch um den Wert stabiler rechtstaatlicher Institutionen und einer offenen Demokratie. Vielleicht sogar etwas mehr als diejenigen, die noch nie darum bangen mussten, sie zu verlieren.

Sie wollen uns einschüchtern, die Fanatiker, mit ihrem Hass und ihrer Gewalt, damit wir unsere Orientierung verlieren und unsere Sprache. Damit wir voller Verstörung ihre Begriffe übernehmen, ihre falschen Gegensätze, ihre konstruierten Anderen – oder auch nur ihr Niveau. Sie beschädigen den öffentlichen Diskurs mit ihrem Aberglauben, ihren Verschwörungstheorien und dieser eigentümlichen Kombination aus Selbstmitleid und Brutalität. Sie verbreiten Angst und Schrecken und reduzieren den sozialen Raum, in dem wir uns begegnen und artikulieren können.

Sie wollen, dass nur noch Jüdinnen und Juden sich gegen Antisemitismus wehren, dass nur noch Schwule gegen Diskriminierung protestieren, sie wollen, dass nur noch Muslime sich für Religionsfreiheit engagieren, damit sie sie dann denunzieren können als jüdische oder schwule „Lobby“ oder „Parallelgesellschaft“, sie wollen, dass nur noch Schwarze gegen Rassismus aufbegehren, damit sie sie als „zornig“ diffamieren können, sie wollen, dass sich nur Feministinnen gegen Machismo und Sexismus engagieren, damit sie sie als „humorlos“ bespötteln können.

In Wahrheit geht es gar nicht um Muslime oder Geflüchtete oder Frauen. Sie wollen alle einschüchtern, die sich einsetzen für die Freiheit des einzigartigen, abweichenden Individuellen.

Deswegen müssen sich auch alle angesprochen fühlen.

Deswegen lässt sich die Antwort auf Hass und Verachtung nicht einfach nur an „die Politik“ delegieren. Für Terror und Gewalt sind Staatsanwaltschaften und die Ermittlungsbehörden zuständig, aber für all die alltäglichen Formen der Missachtung und der Demütigung, für all die Zurichtungen und Zuschreibungen in vermeintlich homogene Kollektive, dafür sind wir alle zuständig.

Was wir tun können?

„Sprechend und handelnd schalten wir uns in die Welt der Menschen ein, die existierte, bevor wir in sie geboren wurden,“ schrieb Hannah Arendt in der Vita Activa, „und diese Einschaltung ist wie eine zweite Geburt, in der wir die nackte Tatsache des Geborenseins bestätigen, gleichsam die Verantwortung dafür auf uns nehmen.“

Wir dürfen uns nicht wehrlos und sprachlos machen lassen. Wir können sprechen und handeln. Wir können die Verantwortung auf uns nehmen. Und das heisst: Wir können sprechend und handelnd eingreifen in diese sich zunehmend verrohende Welt.

Dazu braucht es nur Vertrauen in das, was uns Menschen auszeichnet: die Begabung zum Anfangen.  Wir können hinausgehen und etwas unterbrechen. Wir können neu geboren werden, in dem wir uns einschalten in die Welt. Wir können das, was uns hinterlassen wurde, befragen, ob es gerecht genug war, wir können das, was uns gegeben ist, abklopfen, ob es taugt, ob es inklusiv und frei genug ist – oder nicht.

Wir können immer wieder anfangen, als Individuen, aber auch als Gesellschaft. Wir können die Verkrustungen wieder aufbrechen, die Strukturen, die uns beengen oder unterdrücken, auflösen, wir können austreten und miteinander suchen nach neuen, anderen Formen.

Wir können neu anfangen und die alten Geschichten weiterspinnen wie einen Faden Fesselrest, der heraushängt, wir können anknüpfen oder aufknüpfen, wir können verschiedene Geschichten zusammen weben und eine andere Erzählung erzählen, eine, die offener ist, leiser auch, eine, in der jede und jeder relevant ist.

Das geht nicht allein. Dazu braucht es alle in der Zivilgesellschaft. Demokratische Geschichte wird von allen gemacht. Eine demokratische Geschichte erzählen alle. Nicht nur die professionellen Erzählerinnen und Erzähler. Da ist jede und jeder relevant, alte Menschen und junge, die mit Arbeit und die ohne, die mit mehr und die mit weniger Bildung, Dragqueens und Pastoren, Unternehmerinnen oder Offiziere, jede und jeder ist wichtig, um eine Geschichte zu erzählen, in der alle angesprochen und sichtbar werden. Dafür stehen Eltern und Großeltern ein, daran arbeiten Erzieher und Lehrerinnen in den Kindergärten und Schulen, dabei zählen Polizistinnen und Sozialarbeiter so wie Clubbesitzer und Türsteher. Diese demokratische Geschichte eines offenen, pluralen Wir braucht Bilder und Vorbildern, auf den Ämtern und Behörden ebenso wie in den Theatern und Filmen – damit sie uns zeigen und erinnern, was und wer wir sein können.

Wir dürfen uns nicht nur als freie, säkulare, demokratische Gesellschaft behaupten, sondern wir müssen es dann auch sein.

Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.

Säkularisierung ist kein fertiges Ding, sondern ein unabgeschlossenes Projekt.

Demokratie ist keine statische Gewissheit, sondern eine dynamische Übung im Umgang mit Ungewissheiten und Kritik.

Eine freie, säkulare, demokratische Gesellschaft ist etwas, das wir lernen müssen. Immer wieder. Im Zuhören aufeinander. Im Nachdenken über einander. Im gemeinsamen Sprechen und Handeln. Im wechselseitigen Respekt vor der Vielfalt der Zugehörigkeiten und individuellen Einzigartigkeiten. Und nicht zuletzt im gegenseitigen Zugestehen von Schwächen und im Verzeihen.

Ist das mühsam? Ja, total. Wird das zu Konflikten zwischen verschiedenen Praktiken und Überzeugungen kommen? Ja, gewiss. Wird es manchmal schwer sein, die jeweiligen religiösen Bezüge und die säkulare Ordnung in eine gerechte Balance zu bringen? Absolut. Aber warum sollte es auch einfach zugehen?

Wir können immer wieder anfangen.

Was es dazu braucht?

Nicht viel: etwas Haltung, etwas lachenden Mut und nicht zuletzt die Bereitschaft, die Blickrichtung zu ändern, damit es häufiger geschieht, dass wir alle sagen:

Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus.