Momentaufnahme

Nachklang – Ostsee – eine Miniatur

Eine Insel, keine zwei Berge, aber Pferde und Kühe auf den Salzwiesen zwischen Festland und Insel. Im Hintergrund schornsteint Wismar. Die Einen hingen Herzen an Laternen und schrieben: Seid lieb zueinander. Andere johlten ewig gestrig: Vater, Mutter, Kind – die heilige Familie. Eine Möwe im Rückwärtsgang, Sie besinnt sich. Schnell. Wenigstens sie.

Ein junger Mann sitzt und liest am Strand. Auf einem Baumstamm sitzend, Kapuze über dem gebeugten Kopf. Einzelne Spaziergänger=innen, wenige Hunde, manchmal ein Blick, von ihnen zu ihm. Er liest. Ein junger Mann im Lesekokon.

 

Jede Woche eine Fotomontage

Und ein Beitrag zu den Etüden von Christiane

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Die Wörter Baracke, lau und widerfahren hat Red Skies over Paradise gespendet Danke dafür.

Etüde

Schon lange ist es nicht mehr jeder und jedem vergönnt in einem eigenen Häuschen, in einer Wohnung zu leben. An den Stadträndern wachsen selbstgezimmerte Baracken, Bauwägen gesellen sich hinzu. Was für manche romantisch wirkt, ist für andere eine Notbehelf. Schon grübeln die Stadtplaner*innen, wie man diesem Wildwuchs entgegentreten könnte. Diese feinen Damen und Herren fragen nicht, was den Menschen, die hier leben, widerfahren ist.

– Unsere Stadt soll sauber bleiben.

– Man kann doch nicht einfach irgendwo eine Hütte hin bauen und dann auch noch für lau leben. Wo kommen wir denn dahin?

– Planierraupe und ab dafür!

Und der gute Mond zieht unberührt seine Bahnen.

107 Wörter


Du kannst diese Fotomontage bei Gefallen käuflich erwerben:

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13 x 18 = 25,00€

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plus Versandkosten – ins Ausland angepasst

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Persönliche Wünsche können gerne mit mir besprochen werden, auch Postkarten sind möglich. Ich freue mich über jede Bestellung. Bitte schicke Deine Anfrage an meine Mailadresse ulli.gau@web.de. Herzlichen Dank.


Liebe Freundinnen und Freunde der Kunst, ich lese immer wieder, dass eure Wände voll wären, was ich nur zu gut nachvollziehen kann; aber wie wäre es mit einem Geschenk für eine liebe Freundin, einen lieben Freund … oder ab und an mal ein Bild auswechseln?

Vieles ist möglich.


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Ungut

Bald sind alle, die sich kritisch äussern oder Fragen stellen, Verschwörungstheoretiker*innen. Bitte lies das:

https://neue-debatte.com/2021/05/25/van-morrison-stop-bitching-do-something/

oder das:

https://www.wsws.org/de/articles/2021/05/25/vers-m25.html

Bei aller Liebe zu Blümchen und feinen Worten, zu eigenen Wegen, zur Liebe und dem Mond, wir sollten sehr aufmerksam sein und bleiben, was gerade weltweit passiert. Und wir sollten uns positionieren, nicht nur im Blog, auf fb oder twitter. Das genügt nämlich aus meiner Sicht so gar nicht mehr.

Ein Nachsatz von Patti Smith aus ihrem neuen Buch: Im Jahr des Affen (zu Allen Ginsberg):

Auf meinen Reisen blende ich die Nachrichten aus und lese wieder Allens Gedichte, eine umfangreiche Wasserstoff-Jukebox, die sämtliche Nuancen seiner Stimme enthält. Er hätte sich nicht von der aktuellen politischen Atmosphäre gelöst, sondern sich mitten hineingestürzt und unter vollem Einsatz seiner Stimme alle ermahnt, wachsam zu sein, mobilzumachen, zu wählen und sich falls nötig, unter Berufung auf zivilen Ungehorsam in eine grüne Minna zerren lassen.


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Jede Woche eine Fotomontage

Nachdenklich

#Kunst für meinen Hut

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Liebe Freundinnen und Freunde der Kunst, ich lese immer wieder, dass eure Wände voll wären, was ich nur zu gut nachvollziehen kann; aber wie wäre es mit einem Geschenk für eine liebe Freundin, einen lieben Freund …

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Menschen menscheln

Miniatur mit Bild

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Während Menschen menscheln, um Zuversicht und das kleine Glück ringen, richtet das Großkapital munter alles weiter zugrunde. Und Menschen rennen, an langen Fäden geführt, von hier nach da.



By the way – ALLE meine Fotomontagen können erworben werden. Anfragen gerne im Kommentarstrang oder an ulli.gau@web.de – merci.


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Geplant war Ewigkeit – Geschichten vom räudigen Leben

Dem Leben und den Menschen auf’s Maul geschaut – eine Rezension

Geschichten von Andreas Glumm lesen heißt, Jemanden zu lesen,

der mit großen Notizbuchaugen die Welt und seine Bewohner begeistert betrachtet, zuhört und seinen Spaß hat“

S. 359

sagt „Die Gräfin“ oder sagt Glumm, dass es die Gräfin gesagt hat, wer weiß das schon so genau.

Schon lange paaren sich bei mir Erinnerungen, Spaß und Nachdenklichkeit, wenn ich Glumm lese. Zunächst waren es die Geschichten auf seinem Blog 500Beine, später dann auf seinem Blog Glumm – Locker machen für die Hölle https://glumm.wordpress.com/. Jetzt endlich sind einige Geschichten in einem Buch gebündelt – das wurde aber auch Zeit, möchte ich augenzwinkernd sagen.

Glumm hat eine spezielle Art Menschen und Situationen zu beschreiben: ehrlich und schnörkellos beschreibt der Autor, wie er was und wen wahrgenommen hat. Wie und was er selbst gefühlt hat, als zum Beispiel erst die Mutter, dann der Vater gestorben sind, als er dem Tod mal eben von der Schippe gesprungen ist oder die Heroinsucht ihn fest im Griff hatte. Das muss man sich ja erst einmal trauen!

Oliver Driesen schreibt in dem Vorwort zum Buch:

Was liest man da also? Wenn man wie ich schon etwa ein Jahrzehnt dabei ist, dann hat man sich unrettbar in einer Welt festgelesen, die anfangs fremd und doch irgendwann erschreckend vertraut erscheint. In ein runtergerocktes Kleinstadt-Universum voller Typen, die Heinrich Zille in einem Berliner Kiez des Jahres 1900 porträtiert oder vielleicht noch Kurt Tucholsky ebendort 1930 belauscht hätte.

Die Lesenden lernen auch die Frau an Glumms Seite kennen, „Die Gräfin“, wie er sie nennt; mit bürgerlichem Namen „Susanne Eggert“. Die Zeichnung auf dem Buchcover stammt aus ihrer Feder, weitere Zeichnungen finden sich im Buch.

Glumm schaut der Gräfin oft auf den Mund, immer wieder streut er Zitate von ihr in seine Geschichten.

Beim Lesen nehme ich oft ein leichtes Augenzwinkern wahr, an manchen Stellen muss ich lauthals lachen, an anderen wächst ein Kloß im Hals. Das nackte Leben ist eben nicht nur locker und flockig und schon gar nicht, wenn Einer Glumm heißt, ein Suchender geblieben ist und von sich selbst schreibt:

Ich bin Ende fünfzig, aber im Herzen immer noch zehn. Da fehlen allerhand Jahre. Wo sind die alle hin? Wer hat die mitgenommen? Hat die jemand abgeholt und ins eigene Leben eingebaut? Ob derjenige damit durchkommt? Ach soll er doch damit machen, was er will.“

S. 358

– oder –

Ich studiere mein Leben lang Gesichter. Ich bin ein ewiger Gesichtsstudent. Das Gesicht, mit dem man draußen in der Gesellschaft herumläuft und altert, ist ein anderes als das, welches man in sich trägt, das bleibt länger jung. Das hält bis zuletzt.

S. 356-357

Es ist die Mischung, die das Buch von Glumm lesenswert macht. Vielleicht nicht für Jede und Jeden, denn Vorsicht, hier geht es nicht um die schöne, heile Welt, hier geht es um Leben pur, um die Straße, das Kneipenleben, kleine Abenteuer und coole Aktionen, die vielleicht nicht für Jede und Jeden so cool sind. Hier geht es darum, dass Einer dem Leben und den Menschen auf’s Maul geschaut hat und auch um die Liebe, die Liebe zu diesem Leben, mit all seinen Widersprüchen, all seinen Absurditäten, all seinen Höhen und Tiefen.

Für mich als „Bahndamm-Kellerkind“ ist Vieles vertraut und auch der eine und andere Kumpel ist mir nicht fremd. Nie 1:1, aber so ungefähr. Ich denke an meine eigenen wilden Jahre, die durchgemachten Nächte, die Räusche, den Spaß, der manchmal ein jähes Ende fand, denen ein verkaterter Morgen folgte. Glumm erinnert mich an einige meiner Freunde, von denen manche nicht mehr leben und auch an meinen besten Freund, an seine jungen Jahre und seinen Weg. Und genau diesem werde ich in den nächsten Tagen das Buch in die Hand drücken, weil ich weiß, dass es ihm gefallen, auch er seinen Spaß, seinen Kloß im Hals haben, und sich erinnern wird.

Es ist nie selbig, es ist immer ein kleines bisschen anders und dann eben doch nicht.


Eine weitere Rezension:

Vom Zauber, Glumm zu lektorieren


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