Fragment 06

There is a point of no return

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Schöne, tiefe, wilde Zeiten

Erinnerungen

Keine Zukunft

Keine Bretagne, kein Italien, kein See, kein Berg, keine Schuld.

Frei sein

Frei von Leiden am Miteinander – frei von falscher Hoffnung – frei von falschen Versprechungen – frei von Du-musst-doch-verstehen – frei von Enttäuschungen – frei von Wut – frei von Ressentiments

Frei sein

Diese haarfeine Linie von Sein und nicht

Nenn mich nicht Nairobi.

There is a point of no return

oder

It’s all over now, Baby Blue

Und plötzlich ist alles ganz leicht.



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Etüde 10 2020

Meine zweite Etüde in dieser Runde, zu den Worten Idee, engelhaft und vergraben, die dieses Mal der Etüdenerfinder Ludwig Zeidler gespendet hat und wie immer von Christiane moderiert wird.


Eine Miniatur

Es gibt genügend Ideen in diesem Land – und in anderen auch – um das Schlimmste abzuwenden. Um Weichen für eine Zukunft zu stellen, in denen auch unsere Enkelkinder und deren Kinder sich an der Schönheit des Lebens freuen könnten, ob es um die Folgen der Klimakatastrophe, die Hungersnöte oder um die Flüchtlingsströme geht.

PolitikerInnen aller Couleur blocken mit engelhaftem Lächeln und vergraben ihre Millionen, die sie am Ende weder essen, noch mitnehmen können.

Der Unmut wächst – nicht nur in diesem Land – Spaltungen werden voran getrieben, Rechthabereien sind en vogue, Vehemenz, Häme und Verächtliches sind mit im Gepäck. Menschlich sein und bleiben ist die Herausforderung dieser Zeit.

109 Wörter



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Fragment 05

Nenn mich Nairobi

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Nenn mich Nairobi, wird sie ihm sagen. Anna und Tom waren einmal. Sie wird das tiefe Braun seiner Augen zu ergründen suchen. Ein See hat einen Grund und ein Ufer, selbst wenn er achthundert Meter tief ist. Grundlos erscheint das Meer, es zerklüftet seine Ränder. Sein Ufer ist eine Umarmung. Neugierde treibt sie. Bunte Punkte, Trennungslinien wie Horizonte, zu weit, um sie zu erreichen. Ihre Träume brauchen kein Versprechen und keinen Ausgang. Bald schon wird Schnee fallen, ihre Asche im Wind.

Der See ist ein Versprechen. Sie ist kein Segelschiffchen mehr. Noch immer faltet sie Boote aus Papier und Stanniol. Manche bringen Glück, andere saufen sofort ab – in jedem noch so kleinem Bach.

Du, sagt sie, geht auch, wenn Nairobi zu fremd erscheint.

Er streicht mit dem Finger über die Weltenkarte ihres Gesichts. Er flüstert Namen. Sie verbietet sich seine Mutter. Seine Hände in ihrem Schoß. Sie weiß nicht. Sie gibt sich hin. Sie nennt ihn nicht, sie setzt einen Punkt. Fragezeichen gibt es jederzeit genug. Er folgt ihren Flüssen und Inseln. Sein Flüstern erstirbt. Sie sind jetzt Atem und Welt.

Sie haben sich die Nacht genommen. Und den Tag. Und die Nacht. Ihre Berge, seine Täler, ihr Fluss, sein See, ihre Blüten, sein Baum, ihr Vogel, sein Kern. Die Zeit hat sich hinter blickdichtem Samt verborgen. Kein Geräusch.

Er hat sie nicht Nairobi genannt, sie ihn nicht Tom. Sein Himmel, ihre Erde, seine Sonne, ihr Mond, seine Berge, ihr Meer. Sie hat keine Angst. Sie haben sich nichts versprochen. Namenlos liegen sie im Sand. Seine Zunge, ihre Fingerspitzen, zwei Kontinente, blau und grün, rot und gelb, kein Grau, kein Braun. Ihre Augen sind jetzt geschlossen. Ein Boot liegt am Ufer.

Tom rudert über den See. Ein kühler Fluss fließt durch ihn hindurch. Nenn mich Nairobi. Die alte Fährfrau singt für ihn. So geht nichts verloren.


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Fragment 04 2020

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Ein anderer Moment. Ein Anfang. Ein Weg, so hell, so freudig, so türkis, noch ungewohnt. Das Dunkel will sie zurück. Sie, die sich jetzt Nairobi nennt, ist schwach hinter aller Stärke. Sie taumelt. Sie will sich an diesen Moment erinnern. Sie hat es sich versprochen, sich und der Kleinen. Sie summt der Kleinen ein türkisfarbenes Lied. Sie halten sich – ein immer wieder kehrender Anfang. Sie schreibt gegen die klebrigen Fäden der Vergangenheit an, gegen eine erneute Verpuppung, einen weiteren Kokon. Komm, tanz mit mir.


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Fließen lassen

Wenn es eng wird in mir, dann gehe ich zum Fluss,

sehe das Weiche, lasse das Harte,

und schaue auf die Schatten,

lasse los und schaue auf das, was wirklich wichtig ist.

Ich habe eine Verwandte, ich bin wie sie. Erschrecke ich mich, ziehe ich mich zurück. Dieses Mal nicht ganz. Ich warte, ich spüre, ich lausche.

Wenn es ruhiger wird, dann strecke ich langsam,

sehr langsam

meinen Körper und meine Fühler

hinaus. Behutsam gehe ich weiter

und sehe die Schönheit der Welt.

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Ich lausche den Sounds of Silence

In restless dreams I walked alone
Narrow streets of cobblestone
‚Neath the halo of a streetlamp
I turned my collar to the cold and damp
When my eyes were stabbed by the flash of a neon light
That split the night
And touched the sound of silence

And in the naked light I saw
Ten thousand people, maybe more
People talking without speaking
People hearing without listening
People writing songs that voices never shared
No one dared
Disturb the sound of silence

„Fools“, said I, „You do not know“
„Silence like a cancer grows
Hear my words that I might teach you
Take my arms that I might reach you“
But my words like silent raindrops fell
And echoed in the wells of silence

And the people bowed and prayed
To the neon god they made
And the sign flashed out its warning
In the words that it was forming
And the sign said
„The words of the prophets are written on the subway walls
And tenement halls
And whispered in the sounds of silence“



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Fragment 03 2020

Menschen können Vieles, ihre Kriegswut haben sie noch immer nicht überwunden. Dunkel sind die Blumen von Hass, Neid und Gier. Schwarz ist die Nacht? Schwarz ist die erblindete Welt. Manchmal sehen noch die trüb gewordenen Augen. Manchmal noch hören die taub gewordenen Ohren. Eine Grelligkeit ist in die Welt gezogen, in Worten und Tönen. Weit oben in den Bergen säuselt ein Bächlein still vor sich hin. Es funkeln die Sterne und Planeten in ihren Farben. Die Nacht ist schwarz für die, die nicht sehen können.


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Eine wirre Zeit von Cambra Skade und ein Filmtipp

Heute möchte ich diesen Beitrag von Cambra Skade mit euch teilen, weil, ja, weil ich ihre Sicht teile. Danke Cambra!!!

Eine wirre Zeit

Vorgestern habe ich einen Film gesehen, der mich sehr berührt hat. Für manche mag es um Aberglauben gehen, um Altvorderes, für mich nicht. Wenn wir unser Herz nicht für die Natur öffnen, wird sie ihr Herz auch für uns verschließen. „Alles ist mit allem verbunden“, geht sehr viel tiefer, als es dieser kurze Satz auszudrücken vermag.

Nun will ich wahrlich nicht missionieren, aber gerne gebe ich Inputs für andere Sichtweisen.

Fragment 02 2020

Am Anfang, in der Mitte, am Ende allein. Eva reichte mir ihren Apfel. Ich biss kräftig hinein. Wie wir lachten. Die Schlangen fürchte ich nicht, manche Männer schon. Männer fürchten Schlangen, Frauen Spinnen? Archaisches wohnt in den Zellen. Utopien wachsen im Kopf. Moral ist nicht Ethik. Es gibt Salzwasserkrokodile, es sterben die Walrösser, es gibt Fischlein und Krebse, die leben an der Grenze von salzigem zu süßem Wasser. Manche können Unerwartetes.


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Poren

Vor lauter sich ernst nehmen erstarren.

Vor lauter sich erkennen den blinden Fleck ausweiten.

Vor lauter sich abgrenzen keine Berührung mehr.

Angst, du frisst die Seelen.

Angst, die Menschen verarmen in aller Sattheit.

Angst, die blinden Augen hören nicht.

Poren und Herz öffnen.

Die Tür nie abschließen.

Groß ist das Lied.