Der Zwölfmonatsblick #5

Mein fünfter Zwölfmonatsblick zu dem Projekt von Zeilenende, auf seiner Seite findet ihr die Links von allen Teilnehmenden.

Weite am Sonntagmittag mit noch vielen Wolken, die aber auch wieder keinen Regen gebracht haben,

Weite am Sonntagabend ohne Wolken im Abendrot.

Dieses Mal habe ich die Weite mit dem Tele, ohne zu zoomen, fotografiert, aber dann konnte ich es mir doch nicht verkneifen, ich bin ein bisschen zur Seite getreten, habe gezoomt und nun schaut selbst: so nah ist Basel und so hoch ist das Gebäude von Novartis –

und so sieht dieses Gebäude von unten aus, aufgenommen im August letzten Jahres.

Plötzlich

„Das Wort plötzlich benutze ich immer noch öfter als die meisten Menschen.

Plötzlich bedeutet, dass die Welt von einem Augenblick auf den anderen nicht mehr dieselbe ist. Wenn es am ruhigsten ist, kann das Unwetter kommen. Es gibt keine Gleichgewichtslage, keine Ruhe, die nicht im nächsten Augenblick vom heftigsten Sturm abgelöst werden könnten.

Hier herrscht Wärme, Ruhe, fast Geborgenheit: plötzlich zieht sich ein Sturm zusammen, Fenster schlagen, ein Brief kommt mit der Post, das Telefon klingelt, Katastrophen brechen herein gleich schweren Wellen: was gerade noch sicher war, ist plötzlich unwiderruflich verloren.

Plötzlich verändere ich mich selbst. Ordnung, Gleichgewicht, Harmonie, die Arbeit geht mir leicht und ohne Anstrengung von der Hand, ich tue meine Pflicht, es herrscht Ruhe zwischen mir und der Welt, meine Kinder spielen auf dem Hof, ich höre ihre hellen Stimmchen.

Wenn sich dann die Welt nicht plötzlich verändert, verändere ich mich. Ich werde unruhig, verzweifelt, die Gedanken verwirren sich, ich kann nicht mehr schreiben, nachtschwarze Unruhe, Dunkelheit und Elend überrollen mich in Wellen, Zorn und Bitterkeit sammeln sich in mir an.

(…) Die Unruhe angesichts dieses  plötzlich verdirbt mir auch meine besten Stunden, denn wenn alles ruhig ist, bedeutet das nur, dass plötzlich noch nicht eingetreten ist. Und dieses Paradox kann plötzlich die ganze Welt vergiften…“

Lars Gustafsson – Risse in der Mauer – 1. Band: Herr Gustafsson persönlich

https://cafeweltenall.wordpress.com/2013/06/08/mein-schweigen/ 

 

Arbeitsplatzimpressionen

Einige von euch haben sich gewünscht, dass ich Bilder von meinem Arbeitsretreat zeige, et voilà …

Der Campingwagen mit dem unverkennbaren Charme der Neunzehnhundertachtziger Jahre, wenn nicht gar der 70er. Die Innenansicht erspare ich euch, ich sag nur Plaste Elaste … und doch habe ich dort wunderbar geschlafen, tief und fest, beschützt vom guten Hollerbusch,

den ich so gerne als Hollebusch bezeichne, vereinigt er doch weiß, rot und schwarz in sich und wirkt er auf mich, wie eine beschützende Mutter. Es war in den sehr alten Zeiten, so erzählt man es sich wenigstens, dass der Hollerbusch die Holle verkörperte, weil sich in ihm die drei Stadien in einem Frauenleben spiegeln, die weiße Unschuld, die rote Fruchtbarkeit, die schwarze (weise) Alte …

aus der Tür heraus fotografiert, so nah, so wunderbar –

Der Garten bietet viele Ansichten, den Mohnzauber habt ihr schon gesehen, ich habe darauf verzichtet das Haus selbst zu fotografieren, habe aber weitere Impressionen gesammelt…

Wenn du ein Bild anklickst, öffnet sich die Galerie, hab Freude, ich hab sie auch, wenn es nach Sommer riecht und schmeckt, dann kann Arbeit leicht werden und alles rückt an seinen Platz.


Buchtipp:

Frau Holle – Das Feenvolk der Dolomiten von Heide Göttner-Abendroth erschienen im Ulrike Helmer Verlag

Arbeitsretreat

Gestern habe ich eine weitere Kochrunde eingeläutet. Da ich dieses Mal auch für den Brunch zuständig bin, habe ich mich entschieden hier zu übernachten, mein Arbeitsweg ist lang geworden. Mein Chef hat einen Campingwagen im Garten stehen, wir haben Sommer und nichts und niemand zwingt mich jeden Abend wieder daheim zu sein.

Wenn ich später in der offenen Türe sitze, ist es, als ob ich inmitten eines Hollerbusches wohnen würde; traumhaft!. Ja, der Holunder blüht wie verrückt in diesem Jahr, eine erste Ladung Holunderblütensirup habe ich schon gemacht, eine zweite wird folgen.

Am Abend fahre ich ein paar Dörfer weiter, wo das alljährliche Frühjahrsretreat stattfindet, um an der Abendmeditation teilzunehmen. Im Anschluss plaudere ich mit dem Einen oder der Anderen, die mir lieb und teuer sind und die ich alle nur sehr selten sehe. Wird es dann dunkel, was ja dauert, ist es Zeit umzudrehen und in meinen Schlafsack im Camper zu krabbeln. Das nenne ich mal eine feine Art zu arbeiten und jetzt gehe ich wieder in den Garten oder doch flugs zum Badesee? Ich habe ja noch Zeit, bis ich mit dem Dreigängemenue starten muss…!

Euch allen noch einen sonnigen Feiertag!

Mohnzauber zum Zweiten

Der Juni gibt in diesem Jahr sein Bestes, bunte Blütenfülle wohin ich schaue und auch schon wieder Verblühtes. Auf dem neuen Berg gilt es das höhere Tempo von Wachstum und Vergehen zu verinnerlichen, der neue Garten lehrt es mich…