Licht – 20 –

Die Birke

Für mich ist die Birke ein Lichtbaum, in dem Feen wohnen.

Mancherorts ist die Birke ein Symbol für die Jungfräulichkeit, die junge Göttin, die weiße Frau. An anderen Orten ist sie der Baum der Liebe, des Lebens und des Glücks. Sie ist Symbol für Neubeginn und deswegen auch immer noch in vielen Orten der Maienbaum.

Gerade eben ist sie ein Oktoberbaum, sie hat dem Wind ihre Blätter geschenkt.

Mai und Oktober liegen sich gegenüber, ich bin ein Maienkind und liebe den Oktober so wie den Mai, vielleicht fiel mir deswegen vor ein paar Tagen die Birke ein, als ich mal wieder zeichnete.

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Miniatur 008 2018

Das Rad der Zeit –

und plötzlich erschien in allem Grün und Gold ein Rot

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Es riecht so gut. Nach Herbst, nach Zwiebeln, nach Kartoffeln und Knobi, nach Feuer im Ofen und vor der Tür. Nach satten Bienen, reicher Ernte. Eichhörnchen springen in die höchsten Äste. Restliche Walnüsse und Eicheln zu ernten. Dorthin hat noch kein Wind gereicht. Noch kein Sturm. Nur Winde. Es riecht so gut. In der Stube und im Hof. Nach Laub und nach Ernte, nach verblassenden Farben, nach Fruchtbarkeit fürs nächste Jahr. Die Kräfte neigen sich der Erde zu. Ruhe. Frieden. Advent. Kein Kreuz. Nur Wiedergeburt. Jahr für Jahr. Bald.

Es riecht so gut.

Licht – 17 – am 03. Oktober 2018

Verschiedene Lichtbilder, aufgenommen im September

Lichtundschattenspiele auf meiner Wäschewanne

Lichtundschattenspiele auf einer Zimmerwand

Lichtspiele auf Glas

 

Lichtspiele auf Glas mit junger Hornisse

Ich habe diese junge Hornisse, wie viele andere zuvor und danach, am Abend in einem Glas eingefangen, um sie nach draußen zu tragen. Sie halten natürlich nicht still, wenn ich sie fotografieren will, aber wenn du genau hinschaust, kannst du sie auf dem zweiten und dritten Bild sehen. Ich finde das Ergebnis faszinierend. Manchmal mag ich Unschärfe.

alle Bilder werden groß, die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst

Ich hatte in den letzten Wochen hier ein kleines Problem mit jungen Hornissen. Wo sie Eingang fanden weiß ich nicht, aber ich hatte echt zu tun, sie entweder aus dem Fenster herauszuwedeln oder am Abend unter einem Glas zu fangen und dann nach draußen zu tragen. Dem Himmel sei Dank waren sie enorm friedlich. Ende September an einem Sonntagmorgen habe ich gefühlt mehr als fünfzig zur Freiheit verholfen. Ein bisschen genervt war ich schon, sie brummen sehr laut und mir war so nach Morgenkaffee im Bett mit Buch. Es ist an diesem Sonntag zu kalt gewesen, um das Dachfenster die ganze Zeit geöffnet zu lassen. Nun ist auch das vorbei.


Schnitt


Heute ist der 3. Oktober. Ein relativ neuer, deutscher „Feiertag“, der für mich mit einer kleinen Schildkröte verbunden ist, die über märkischen Sandboden läuft.

Wieso?

Weil ich am 03. Oktober 1990 einen Spaziergang in der Umgebung von Berlin machte (damals lebte ich noch dort) und mir mitten im Nirgendwo eine Schildkröte begegnete. Das Bild hat sich mir eingebrannt, genauso wie das Gefühl am selbigen Abend, als wir an einem Imbissstand erfuhren, dass die Menschen aus der ehemaligen DDR den Anschluss an die BRD gewählt hatten. Mir schwante nichts Gutes und gut ist es bis heute nicht.*

Heute schenke ich diesem Tag Licht.

Und ein Bild.

Möge sich die Angst in unserem Land in Mut verwandeln die Probleme, die nicht wegzuschwätzen sind, anzugehen, statt aus Angst vor neuen Wegen und Ohnmacht und Gier eine Fehlentscheidung nach der anderen zu treffen.


*Ich habe am 03. Oktober den Menschen aus der ehemaligen DDR einen unabhängigen, eigenen Staat gewünscht, ich kannte ja die kapitalistischen Machenschaften und vieles mehr in und aus der BRD. Es wurde schlimmer.



Bei märkischem Sand denke ich auch immer an das Bild von Anselm Kiefer mit gleichnamigem Titel. Es ist das erste Bild von ihm gewesen, das ich entdeckte; seitdem entdeckte ich viele andere mehr von ihm.

Ich denke vertikal, und eine der Ebenen war der Faschismus.

Doch ich sehe alle diese Schichten. Ich erzähle in meinen Bildern

Geschichten, um zu zeigen, was hinter der Geschichte ist.

Ich mache ein Loch und gehe hindurch.

Anselm Kiefer


Das Bild habe ich in der Bildersuche des www gefunden – https://www.google.com/search?q=Bild+Anselm+Kiefer+M%C3%A4rkischer+Sand&client=firefox-b-ab&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=7Gk8YpudptLsRM%253A%252CoCcHZIrh54DLIM%252C_&usg=AI4_-kTq2OSUtk_th5cL-JKNJ59-CYjuTg&sa=X&ved=2ahUKEwiJ-YWM2OLdAhVupIsKHaerBtIQ9QEwBXoECAUQDg#imgrc=7Gk8YpudptLsRM:

sollte ich hiermit Urheberrechte verletzen, bitte ich mir dies mitzuteilen, dann werde ich das Bild löschen.

Die Meriangärten in Basel

Eine Zugfahrt nach Basel

zu den Meriangärten

Am Samstag machte ich, zusammen mit meinen neuen Kolleginnen und Kollegen, einen Ausflug nach Basel in die Meriangärten. Schon jetzt weiß ich, dass ich dort nicht zum letzten Mal gewesen bin. Achtzehn Hektar Land lassen sich nicht mal eben so besichtigen.

Ich brauche Zeit und Muße zum entdecken, spüren und natürlich auch für die Fotografie. Das geht in einer Gruppe schlecht, zumal wir uns im Vorfeld entschieden hatten an einer Führung teilzunehmen, die ca. eine Stunde dauerte und während der wir sehr viel Wissenswertes über die Geschichte und Entstehung der Gärten erfahren haben. Nicht alles Gehörte findet in mir uneingeschränkte Zustimmung, dennoch überwiegt eindeutig das Positive.

Neben vielen eindrucksvollen, wunderschönen Gebäuden gibt es eine riesige Obstplantage, in der alte Obstsorten gehegt und gepflegt werden. Von ihr haben wir gar nichts gesehen. Auch war keine Zeit, um die Samenbank aufzusuchen, was ich sehr gerne getan hätte, da hier Samen von sehr alten Kulturpflanzen gesammelt, bewahrt und auch verkauft werden. Auf dem gesamten Areal wird biologisch gewirtschaftet, ob es sich nun um Obst, Gemüse, Kräuter oder Blumen handelt. Es ist eine große Mischung aus Parkanlage mit einzeln stehenden Bäumen, Kräuter- und Gemüsebeeten, Blumenrabatten, einem Rhododendrontal und vielem mehr (s. untenstehenden Link). Von all dem haben wir nur einen Bruchteil gesehen. Ich habe Lust auf mehr und das gerne zu jeder Jahreszeit!

Neben den Pflanzen spielen auch Tiere eine Rolle, so wird hier das Bündner Oberland Schaf gehalten, das vom Aussterben bedroht gewesen ist. Ich staunte über die sehr feine und weiche Wolle. Wäre es möglich gewesen hätte ich mir sofort 200 gr von ihr für Wintersocken gekauft, was aber eben nicht möglich gewesen ist, schade! Mehr erfährst du hier → https://www.lanarara.com/

Schaut einmal wie prächtig sie sind:

Heute wurden sie „vorgeführt“. Normaler Weise leben sie auf einer riesigen grünen Wiese mit großen, schattenspendenden Bäumen. Das nächste Mal möchte ich sie lieber dort antreffen, statt an der Leine, was weder ihnen, noch mir behagte.

Zu sehen waren außerdem alte Hühnersorten und eine Kaninchenart, deren Fell sehr ähnlich dem sibirischen Eichhörnchen ist, einst sehr begehrt für Pelzmützen. Man ging dann dazu über diese aus den Kaninchenfellen zu produzieren, um die sibirischen Eichhörnchen vor dem Aussterben zu retten. Nun ja, ich bin kein Fan von Pelzmützen oder anderen Kleidungsstücken wofür Tiere sterben müssen, aber ich muss gestehen, dass die Kaninchen äusserst hübsch gewesen sind, nur fotografiert habe ich sie nicht.

Gerne zeige ich euch nun einige Impressionen, ein anderes mal mehr, dann mit Muße …

Cynara cardunculus – die wilde Artischocke

Wildäpfel, Fenchelgrün, Buchweizen, mir unbekannt, eine kleine Coctailgurke, Dahlien, Erdbeerbaum

Ein kleines bisschen englischer Garten – hier wurde eine Hochzeit gefeiert. Ach, wie gerne hätte ich die eine und andere Dame und ihre Stöckis fotografiert 😉 , aber nun … stattdessen hatte ich Freude an dem herumstelzendem Graureiher, den Fischen im Teich und an all dem anderem „Schmuckem“.

 

Palmen – Licht und Schatten

Alle Galerien öffen sich, die Bilder werden groß, wenn du sie anklickst

Mehr Informationen findest du hier → https://www.meriangärten.ch/de/besuch/in-den-gaerten/gartenplan.html 

Sonntagsbilder 41 2018

Septemberbilder ohne Worte – ein reicher Monat verabschiedet sich.

Wasserbilder

Im Wald und auf den Wiesen

Eine durstige Biene

In Gärten

Donnerstagabend, 27.09. Abendlicht – die Alpen sind zurück – Flugzeuge fliegen hin und her

Bei Anklick werden alle Bilder groß, die Galerien öffnen sich –



Einen friedlich schönen Sonntag euch.

Sonntagsbilder 40 2018

Am Wasser

 

Das Ursprungsbild zeigte ich vor zwei Wochen hier https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/09/09/sonntagsbilder-38-2018/ Heute zeige ich euch Ausschnitte daraus. Isn`t it magic?

die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst

Ein bewegter Himmel

gestern

am frühen Nachmittag,

 

er hat sich verändert.

 

Damit es nun auch ein beschwingter Septembersonntag wird, hier noch zwei Klavierstücke von Chilly Gonzales, den ich in dieser Woche durch meinen Sohn entdeckt, und dem ich nun schon eine große Weile gelauscht habe …

Habt Spaß!

Licht – 16 –

Herbst-Wehen

Vor dem Winter

Ich mach ein Lied aus Stille
Und aus Septemberlicht.
Das Schweigen einer Grille
Geht ein in mein Gedicht.

Der See und die Libelle
Das Vogelbeerenrot.
Die Arbeit einer Quelle.
Der Herbstgeruch von Brot.

Der Bäume Tod und Träne.
Der schwarze Rabenschrei.
Der Orgelflug der Schwäne,
Was es auch immer sei,

Das über uns die Räume
Aufreißt und riesig macht
Und fällt in unsre Träume
In einer finstren Nacht.

Ich mach ein Lied aus Stille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter;
Und so vergeh ich nicht.

Eva Strittmatter

Nachdenkliches oder über degenerierte Zeiten

Patrul Rinpoche’s few personal belongings. Photo by Matthieu Ricard.

Patrul Rinpoche war ein Yogi, der von 1808 – 1887 lebte. Man spricht von ihm u.a. als Wandermönch, einige seiner Lehren kann man heute in Buchform nachlesen.

Auf dem diesjährigen Sommercamp hörte ich einen Vortrag über seinen Text: Heilsam am Anfang, in der Mitte und am Ende (Bücher s.u.).

In diesem Text spricht er über die degenerierten Zeiten, vielleicht nahm er damals schon Bezug auf seine aktuelle Zeit, vielleicht aber war es auch ein Blick in die Zukunft.

Degeneration wird mit einer vom ursprünglichen Zustand abweichenden negativen Entwicklung erklärt, man spricht von einem körperlichen oder geistigen Verfall, einem Abstieg, z. B. durch Zivilisationsschäden.

Ich spreche oft von dem kranken Zeitalter in dem wir leben, andere von einem dunklen Zeitalter, gleichzeitig stecken genau in diesen Zeiten unglaublich viele Möglichkeiten, die mir Licht schenken.

Wie auch immer noch wir diese Zeit benennen, die Alletage zeigen, dass viele Menschen aus ihrer Verbundenheit herausgefallen sind, da sie sich nicht mehr als Teil der Natur begreifen. Die Natur ist etwas, das man bekämpfen muss, die furchterregend ist, die man zähmen muss, die man ausbeutet, in die man seinen Müll schmeißt. Das gilt für die Wildnis, wie für die in jedem Menschen innewohnende Wildnatur. Macht, Geld und Haben sind für viele wichtiger als Mitmenschlichkeit, Bescheidenheit, Verbundenheit, Solidarität und Teilen.

Patrul Rinpoche sagte:

In Zeiten der Degeneration ist es selbst verwirklichten Meistern und Meisterinnen nicht möglich die Menschen zu erreichen, sie begreifen nicht.

Er fragt sich, ob man überhaupt anderen helfen kann und kommt für sich zu dem Schluss, dass die Menschen „dich“ und „deine“ gute Motivation missverstehen, dass es soweit gehen kann, dass sie „dich“ belächeln, „dich“ nieder machen.

Wenn du die Wahrheit sagst, werden die Menschen wütend, du wirst als Feind behandelt. Sie machen dich schlecht, halten dich für einen Betrüger. Die Allgemeinheit verachtet dich. Viele sind Schwindler und Lügner, trickreiche Gauner, sie benutzen süße Worte, dahinter aber steckt nur Eigennutz. In diesen Zeiten lohnt es nicht, sich über Politik zu unterhalten, weil du in diesen Zeiten nichts ändern kannst; lebe zurückgezogen, allein und sei frei.

Bei all dem, wo wir andere entlarven, geht es auch immer darum sich selbst, das eigene Handeln und die eigene Motivation zu überprüfen.

Patrul Rinpoche empfiehlt alleine in den Bergen zu leben, an der eigenen Entwicklung zu arbeiten, zum Wohle aller. Hierbei muss man allerdings seine Zeit bedenken, sowie, dass er eben in Tibet lebte, sich zurückzog, wanderte und lehrte. In Tibet gehörte es seit Jahrhunderten zur Tradition sich in einer Höhle in den Bergen zurückzuziehen, um zu meditieren und wenn es gut ging, durchaus auch die Erleuchtung zu erfahren.

Ich denke oft in diesen Wochen über diese Worte und Empfehlungen nach. Es ist für mich kein Zweifel, dass die Welt voll von Gaunern, Betrügerinnen und Betrügern ist, dass gelogen wird, sich selbst und den anderen gegenüber, dass Wahrhaftigkeit, liebende Güte und Mitgefühl fast so selten wie vierblättrige Kleeblätter sind.

Schon oft habe ich mich gefragt wen ich erreiche, wenn ich über politische Tagesthemen schreibe, wenn ich mich mit Themen ums Menschsein beschäftige und komme doch meist zu dem Ergebnis, dass mich nur die lesen, die wie ich auf dem Weg sind, die ähnlich bis gleich empfinden. Ich erlebe oft ein Gefühl der Vergeblichkeit, bin zornig oder traurig über das, was in dieser Zeit, auf dieser Welt geschieht, ob nun auf der menschlichen Ebene oder in Bezug auf die Natur. Daneben mache ich aber auch andere Erfahrungen, dass ich mit meinen Bildern und Gedanken inspirierend wirke, dass sich manches von dem, was ich vermittel, bei anderen Menschen fortsetzt, also auf fruchtbaren Boden fällt. Das ist wohl der Grund warum ich mich nach diesem Vortrag fragte, ob es für mich eine Lösung sein kann in die Wildnis zu ziehen, ob ich dort überhaupt alleine überleben könnte und wem dies schlussendlich dienen würde.

Davon einmal ganz abgesehen, dass wahre Wildnis immer rarer wird, ich kenne sie nur aus schwedisch Lappland (zur Erinnernung, ich gehöre nicht zu der Spezies der Weitgereisten) und auch dort wird sie immer begrenzter. Die Profitgier stoppt vor keinem Ort, solange dort etwas zu „ernten“ ist, dort heißt das Objekt der Begierde Erz und Wasser.

Doch zurück zu meiner Frage, hin zu meiner (vorläufigen) Antwort, nein, ich kann und will das nicht, nicht jetzt und nicht für immer. Jetzt will ich weiter Samen streuen, will an mir und meiner Entwicklung arbeiten und weiter von einem Jahr Auszeit in Lappland träumen, von Mittsommer zu Mittsommer, ohne Internet, ohne Handy (nur für Notfälle), ohne Freundinnen und Freunde, mit nur wenigen Büchern, aber vielen Leerbüchern und Stiften.

Die letzten Wochen haben mir eins gezeigt: ich möchte leiser werden, möchte wahrnehmen was ist, ohne übereilte, emotional durchtränkte Beiträge zu schreiben, denn damit ändere ich nun wirklich nichts! Und ich möchte viele Stunden vor der Türe verbringen, in Stille, in der Natur, auch wenn sie kaum noch wild zu nennen ist.



Ich möchte noch auf einen Beitrag auf hikeonart verweisen, den ich gestern las, Heike schreibt auf ihre Art und doch fand ich so viele Parallelen (gedanklich, gefühlsmäßig zu meinem heutigen Beitrag, den ich schon vor einigen Tagen vorbereitet habe →

https://hikeonart.wordpress.com/2018/09/18/beuys-du-fehlst/



Buchempfehlungen

Das Herzjuwel der Erleuchteten: Die Übung von Sicht, Meditation und Verhalten. Eine Abhandlung heilsam am Anfang, in der Mitte und am Ende – mit Texten von Dilgo Khyentse und Patrul Rinpoche – erschienen im Theseus Verlag

Die Worte meines vollendeten Lehrers von Patrul Rinpoche – erschienen im Arbor Verlag

Schönes am Wegesrand

Bilder von meinem Sonntagsspaziergang

Jahr für Jahr rühren mich im Herbst die kleinen, lilafarbenen Glockenblümchen an. Wenn kaum noch ein anderes Blümchen in den Magerwiesen hier oben blüht, verzaubert es mit Farbe und Klang.

Ikebana auf dem Waldboden

Winziges inmitten von Moos, sind es Blüten, Fruchtstände, wer weiß da mehr?

Ein Baumpilz (leider kam ich nicht näher ran, da ein Elektrozaun im Weg war, er ist gigantisch und soll, laut meiner Nachbrain, essbar sein, wir trauen uns aber nicht …)

Holzzauber (von Samstag, an einem Haus entdeckt)

Die Woche darf mit Schönem beginnen, ich wünsche euch Gutes und Schönes …

Sonntagsbilder 39 2018

Jetzt beginnt die Zeit der wallenden Nebel am Morgen

 

So schaute es gestern Morgen aus, als ich mich um kurz nach 8h auf den Weg gemacht habe. Meine Enkelin ist gestern eingeschult worden, was für ein bewegter Tag!

Es ist schade, dass ich euch kein Bild von ihr zeigen kann, das verbietet mir meine Ethik. Gerade dachte ich, ich könnte ja ein Bild von der ganzen Klasse zeigen, als sie nach der Zeremonie in der Aula mit ihren Sonnenblumentöpfen und den Schultüten in ihren Händen, ihren Ranzen auf den kleinen Rücken vor der Schultüre standen, aber dann fragte ich mich worin der Unterschied bestünde – statt einem kleinem Mädchen würde ich viele kleine Mädchen, plus viele kleine Jungs zeigen. Ich müsste meine Enkelin nicht benennen, wer sie kennt, würde sie erkennen – nein ist nein, ich kann und will das nicht!

Ihr alle kennt Kindergesichter, ob mit dunklen oder hellen Zöpfen, ob mit Pferdeschwanz oder Kurzhaarfrisur, ob mit langen oder kurzen Hosen, ob mit bunten Sommerkleidern oder Blusen/T-Shirts und Röcken. Ihr könnt euch diese kleinen, aufgeregten Menschen vorstellen, bei manchen seht ihr helle, bei manchen stille Freude, bei anderen Schalk oder Skepsis durchscheinen … Ihr alle kennt die Szenen auf der Schultreppe, mit der Lehrerin, dem Lehrer an der Seite, mal hinten links oder hinten rechts stehend, ihr seht in verlegene oder strahlende, in offene und verschämte Gesichter, vielleicht hier und da in ein gelangweiltes, aber immer ist es die Schultreppe und immer sind es kleine Menschen, die ihren ersten Schultag hatten!

Manches ändert sich nicht und manches eben doch, wenn ich mein Klassenfoto aus der 1. Klasse anschaue: wir wurden „drapiert“, wir waren noch mehr Kinder in einer Klasse, die Mode war eine andere und das Foto wurde nicht am Einschulungstag aufgenommen, auch nicht von den Eltern oder Großeltern, es kam der Schulfotograf …

Wenn ich dieses Foto betrachte, erinnere ich mich an viele dieser Mädchen und Jungen, wer welchen Namen trug, wie wer gewesen ist, mit wem ich Freundschaften pflegte, mit wem nicht, wer die Pfiffigen und Lustigen, die Liebenswerten waren und wer die Doofies … lang ist`s her, sechsundfünfzig Jahre.

Ich freue mich, dass M. seit heute in die 1. Klasse der hiesigen Waldorfschule geht, ich wünsche ihr viel Freude am Lernen und viele bereichernde Stunden, sowie gute Freundinnen und Freunde, wohlwollende Lehrerinnen und Lehrer auf ihrem Weg.


Hier zeige ich euch noch zwei Ausschnitte des Schulgartens, es fehlen die Gemüse- und Blumenbeete, die Schafe, Enten und Hühner, das Labyrinth, die Jurte, die Holzwerkstatt, die Schuppen in denen Kerzen gezogen werden oder die Gartengeräte ihren Platz haben. Ja, ich bin froh und dankbar, dass es solche Schulen gibt!

Habts schön heute!