Begegnungen – miteinander

Begegnungen finden, wie wir alles wissen, auf verschiedenen Ebenen statt. In Bloghausen sind sie zunächst nur virtuell, manche von ihnen finden später einen Platz im realen Leben, wie die obige Postkarte von Heike. Auslöser hierfür ist der Besuch von Jürgen aka Buchalov bei mir in diesem Jahr gewesen und meiner eingestandenen „Schüchternheit“ auf Bildern von anderen meine Spuren zu hinterlassen, die meist eher unscheinbar daher kommen. Dies nahm Heike zum Anlass mir eine ihrer Postkarten zu senden und mich zu ermutigen.

Beim ersten Blick dachte ich: Ist doch fertig, aber dann stolperte ich über das „durchwindete“ DU und dem klaren ICH dazu. Was Heike bewegt hat weiß ich nicht. Je länger ich schaute, umso wichtiger wurde mir das DU im Zusammenhang mit dem ICH. Es ging mir nicht ums WIR, nur um meine Frage, was wäre ich ohne ein Du? Damit meine ich keine Partnerschaft im klassischen Sinne, keine Verschwesterung/Verbrüderung als Muss, sondern nur um die Berührung in der Begegnung mit einem anderen Menschen, die ich im unteren Teil der Karte festgehalten habe (die offenen roten Dreiecke waren schon da).

Jede Begegnung mit einem anderen Menschen löst etwas aus, egal ob positiv oder negativ, ob mit oder ohne Inspiration danach und jeder Mensch hat einen eigenen Platz auf Mutter Erde, ob mir das passt oder nicht. Es ist die wertfreie Begegnung, die mir bei der Postkarte durch den Kopf ging, sowie die Einwirkung des Du´s ins Ich und umgekehrt, die Wirkung von Innen nach Außen nach Innen, dargestellt durch die Pfeile. Ich bin davon überzeugt, dass jede Begegnung ihre Spuren/einen Abdruck hinterlassen, wie auch immer noch sie aussehen.

Eine Spur/einen Abdruck hat auch meine Freundin Nural in mir hinterlassen, die ich in Lothringen wiedertraf. Nural hat im November eine Ausstellung in Basel und erstellte dafür Entwürfe in meinem Arbeitszelt, in den Zeiten, in denen ich es nicht benötigte. Später hängte sie diese an einem meiner Lieblingsplätze im dortigen Wald auf, damit die Ideen Luft bekämen und durchwindet werden konnten. Ich freue mich sehr euch eins davon zeigen zu dürfen (nochmals herzlichen Dank, Nural).

Der Akt der Durchwindung knüpft eng an meine Arbeit dort mit den jungen Menschen an. Sie leben in einer eng getakteten Welt, da braucht es Wind, Luft und Raum für ihre Entfaltung, Ermutigung und Begleitung auf dem Weg sich selbst zu finden und zu sein. Manchmal bin ich das Boot, manchmal die Kapitänin, manchmal das Segel und alles hängt an Fäden, die eher unsichtbar sind, von manchen auch Schicksal genannt. Dies alles ging mir bei der Betrachtung dieses Teils der Instellation durch den Kopf und so wurde er zu meinem Lieblingsbild.

Advertisements

Schattenplätze

Schattenplätze waren auf dem diesjährigen Sommercamp in Lothringen sehr begehrt und viele tummelten sich am Nachmittag am nahen Badesee oder in näher gelegenem Bach, ich hatte dazu leider keine Zeit, umso froher war ich, dass mein Wohnraum wunderbar kühl blieb, weil wir nur in der Nacht alle Fenster geöffnet hatten und ab 9:30h alle Rolläden herunter ließen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass alle anderen Mitbewohnerinnen sich ebenfalls daran gehalten haben, es keine Konflikte in diesem Jahr wegen geöffneter oder geschlossener Fenster gab.

Nun bin ich sehr froh, dass es hier abgekühlt hat, dass meine Dachwohnung wieder bewohnbar ist, ohne dass ich wegschmelze und wieder klarer denken kann. Ich hoffe sehr, dass die Stürme im Norden niemanden von euch geschadet hat, mein Mitgefühl haben dennoch alle, die es getroffen hat. Wir müssen wohl lernen mit den Extremen zu leben.

Nur ein Bild

So sah es am ersten Abend im sogenannten Foyer in Lothringen aus, das Mandala ist in seiner Entstehung, nach zehn Tagen löste es sich wieder auf, es trägt noch immer.

Herzliche Grüße in die Runde, schön wieder hier zu sein, wenn auch noch mit wenig Zeit –

Sonntagsbilder 33 2018

Die Decke in einem Athener U-bahnhof

draufklick = große Bilder

Was ist Glas, was ist Rahmen, was ist Boden, was ist Gestalt, was ist Spiegel, was bedingt das Licht? Hier heben sich die Ebenen auf, mein Auge wird gefordert, es switcht, neue Bilder entstehen –

Originalaufnahme

ein Ausschnitt davon, dieser in Himmelsrichtung 4 x 90° gedreht – vier verschiedene Bilder mit einer Grundstimmung, aber von unterschiedlicher Gestalt und Wirkung –


Diesen Beitrag habe ich Ende Juli vor meiner Abfahrt vorbereitet, weil Kontinuität förderlich ist, weil ein schwarzer Vogel durch Bloghausen fliegt und weil Sonntag ist. Deshalb zeige ich euch heute Bilder vom Februar, die ich schon längst einmal zeigen wollte, als ich Gerda in Griechenland besucht habe und weil ich zwar schon wieder da bin, aber dann eben doch noch nicht und weil ich das auch schon Ende Juli absehen kann (konnte). Piano, piano – einen schönen Sonntag euch!

Sonntagsbild 32 2018

Licht 16

Vor ein paar Tagen habe ich das Licht und den Schatten einer kleinen Solarlampe fotografiert, die ich mit Glasmurmeln befüllt habe. Am PC habe ich jedes Originalfoto blau eingefärbt. Was bleibt, wie verhält sich das Licht, wie der Schatten?

Lichtpaar 001

Lichtpaar 002

Lichtpaar 003

Lichtpaar 004

Lichtpaar 005

Lichtpaar 006

Lichtpaar 007

alle Bilder werden groß, wenn du sie anklickst

Ich freue mich auf eure Kommentare, wenn ich kommenden Samstag wieder hier bin. Bis dahin habt es gut, ich wünsche euch Freude und einen leichten Schritt.

Und gerade eben bin ich weg…

Wie in jedem Jahr fahre ich heute ins schöne Baerenthal, das nicht, wie ich viele Jahre geglaubt habe, im Elsass, sondern in Lothringen liegt. Dort werde ich, wie auch in jedem Jahr, viele Freundinnen und Freunde treffen, werde mit den Jugendlichen „arbeiten“, weisen, auch inspirierenden Gedanken lauschen, am Abend Musik hören, schwatzen, lachen, lauschen, debattieren, schweigen…

Eure Kommentare werde ich nicht mehr lesen können, aber ich weiß, dass ihr mir Gutes wünscht und genau das wünsche ich euch auch – so gut, dass es euch gibt! Danke.


Im Moment wünsche ich mir für diese Zeit, neben aller Freude für mich und euch und alle anderen, dass es viiiel regnen möge, der Wald schaut traurig aus, hier und da schon herbstlich. In den letzten 3 Wochen krachten voll beladene Obstbaumäste herunter, weil sie zu wenig Wasser hatten, Weizenfelder brannten, Früchte verdorrten, Getreide, das nur noch für Viehfutter gereichte und, und – und das nur in diesem Land, in anderen brannten und brennen Städte und Wälder und darüber hinaus ist in diesem Jahr Vieles mehr wie bedenklich.

Heute, am Mittwochabend, verdunkelte sich der Himmel, ein Wind kam auf, Lindenblütenpropeller segelten durch den Dramahimmel zur Erde –

geregnet hat es woanders, hier ist plötzlich die Luft wunderbar frisch geworden und als ich in den Himmel schaute sah ich das –

für mich ist ein Regenbogen ein glückverheißendes Zeichen.

In diesem Sinne, bye for now.

Natur und Technik

Im Dialog mit Gerda Kazakou

Bei welchem Sujet empfinden wir etwas als störend und bei welchem nicht? Oder anders gefragt, bei welchem Bild erscheint uns etwas Technisches in der Natur als organisch und bei welchem als störend? Oder, bezogen auf mein Foto, stört dich der Telegrafenmast oder nicht und warum nicht oder doch?

Auslöser zu diesen Fragen ist für mich Gerda, die sich seit einiger Zeit mit diesem Thema auf verschiedenen Ebenen auseineinandersetzt und dazu auch schon einige Bilder gezeigt, und Artikel geschrieben hat. Besonders spannend und inspirierend fand ich diesen Artikel von ihr und den dazugehörigen Kommentarstrang → https://gerdakazakou.com/2018/07/21/3-x-fotomotiv-nachtrag-mit-kommentaren/

Bei meinem Bild (oben) denke ich, dass es auch um Sehgewohnheiten geht. Diese Telegrafenmasten kennen die meisten von uns seit ihrer Kindheit, sie sind scheinbar mit der Natur verwachsen, ihre Masten sind aus Holz und somit aus organischem Material, aber wie ist es mit diesen Strommasten?

Vielleicht ist es auch eine Frage der Zeit? Nämlich solange es dauert, bis etwas Technisches oder ein Neubau mit der ihnen umgebenden Natur ein neues Bild erschaffen haben – oder das Technische, der Neubau mit der Natur „verwachsen“ ist. Was meint ihr?

Aber es geht, so wie ich Gerda verstanden habe, auch noch um etwas anderes, nämlich der Bewertung von etwas auf einem Bild und dem was ist. So gesehen, habe ich durch meine Auswahl des Blickwinkels die Elektromasten „schön“ in Szene gesetzt, bin ich meinen ästethischen Empfindungen gefolgt, war es nicht notwendig die Bilder nachzubearbeiten oder zu beschneiden, schon ein paar Meter weiter hätte das Ganze vollkommen anders ausgesehen. Und nun frage ich mich ja schon nach meiner eigenen Bewertungsskala und wie bereit ich denn wirklich bin, etwas so zu nehmen wie es ist und mir begegnet…


– die Strommasten nahm ich im Januar 2014 auf

– wie immer: alle Bilder © Ulli Gau