Sonntagsbild #16 – am Montag

Puppets in the streets #7

draufklick = großes Bild

Manchmal nimmt das Leben richtig Fahrt auf, da ist der Sonntag schon wieder rum, bevor ich dazu komme meinem Projekt zu folgen ein Sonntagsbild zu zeigen … zugegeben, dieses Bild habe ich schon im Februar gemacht. Zurzeit gelten andere Prioritäten-

Ich wünsche euch allen eine gute Woche.

Lesen lernen

Die Dinge und Gegebenheiten wollen lesen gelernt werden. Das Neu, das Land, die Tiere ud Menschen, die Pflanzen, der Ofen. Lesen und hören lernen, das Rauschen der Tannen vor dem Haus klingt anders, als das Rauschen der Linde auf der Nordseite, das Wasser aus den Hähnen fließt anders, als das aus den Hähnen zuvor, der zwischenmenschliche Ton tönt anders, nicht unvertraut, nur anders…

Bei mir bleiben, so sein, wie ich eben bin, nicht nur ich muss lesen und hören lernen…

„Unter jedem Dach wohnt ein Ach“, sagte letztens die Kollegin, ja, und … aber … unter jedem Dach hat auch die Freude ihr Fach!

Eine Momentaufnahme

Guten Morgen!

Der erste Kaffee ist getrunken, der Ofen bullert und knackt, warm muss die Stube sein. Ich drehe eine Runde, gehe vorbei am Apfelbaum, der seine Blüten noch geschlossen hält, wartend: diese kleine Kälte ist ein Intermezzo, Wolken ziehen schnell von weiß zu dunkelgrau, gerade Schneegestöber, dann ist es auch schon wieder vorbei. Ich bringe dem Hängebauchschwein drei angeschlagene Äpfel, eine Banane und ein kaputtes Ei.

Scheu ist sie, die alte Dame Schwein, fast blind, langsam kommt sie näher, schnüffelt, nimmt den ganzen Apfel und mampft genüsslich.

Und wer schaut dort so neugierig um die Ecke?

Guten Morgen … mä-ä-ä-h, mä-ä-ä-h. Auf dem Weg zurück begegnet mir die Hauskatze: Guten Morgen … schnurr; im Hof kaut der große, schwarze Hund an einem Knochen:

Hej, guten Morgen, mein Dicker … freundliches Schwanzwedeln, weiterkauen…

Einer steht in der Türe und trinkt seinen Morgenkaffee, lächelt noch etwas müde: Guten Morgen … guten Morgen … alles gut? Alles gut…

April, April…

Heute Morgen an meinen Dachfenstern klebten Blütenblätter, Wolken zogen schnell vorbei, der Wind wehte-

ich lauschte einem Gedanken: wie unglaublich wohltuend es ist, sich in sich selbst beheimatet zu fühlen, die Wurzeln tief in der inneren Erde zu spüren, mich inmitten von noch unausgepackten Bananenkartons und vertrauten Dingelingen heimisch zu fühlen und

dass Schönheit in den Momenten zu finden ist:

„Schönheit ist ja nicht das, worauf sich alle einigen können. Sondern der Moment, in dem jemand nicht anders kann, als innezuhalten.“

Grüsse aus meinem Neu

Der Ausblick von meiner Terrasse (am zweiten Abend)

Am dritten Abend – das Wetter ändert sich, es wird wieder kälter, die Krähen fliegen…

In der vierten Nacht scheint der Vollmond, glitzern die Sterne, das Feuer brannte, wir haben viel gelacht, Fragen wurden gestellt, manche blieben unbeantwortet, alles ist gut … ich grüße euch von Herzen

 

Wer weiß…

Noch zweimal schlafen…

Wer weiß, ob ich dort gleich nahtlos Internetverbindungen haben werde?

Wer weiß, ob ich überhaupt die Muße haben werde in der nächsten Woche etwas zu schreiben, so viele Termine, Ostern obendrauf und ich muss kochen über die Feiertage.

Wer weiß schon Zukunft?

Wer weiß schon was richtig, was falsch ist?

Ab morgen ist hier erst einmal eine Pause, bis auf die Sonntagsbilder, die laufen durch, habe ich wenigstens immer noch vor.

Herzensdank für eure Begleitung, euer Mitmirsein in den letzten Wochen. Jetzt blühen die Kirsch- und Birnbäume auf dem „neuen“ Berg. Ja haben wir denn schon Mai…

Wendepunkt

Diese minikleine Zeichnung, die hier groß erscheint, fand ich heute beim ausmisten zwischen vielen anderen kleinen Zetteln. Ja, nun ist der Wendepunkt da, auch wenn ich ihn wohl heute anders zeichnen würde, denn hier weiß man ja die Richtung nicht so wirklich…

Das Feuer hat gebrannt und in ihm viele, viele Zeiten und Zeilen und alte Bilder. Nein, das war nicht schwer, es war erleichternd. Eine Ära geht zuende, je mehr ich loslasse, umso freier bin ich für mein Neu.

Erstaunlich

Ja, es war heute wirklich erstaunlich! Zunächst einmal bin ich heute am späten Vormittag auf die Jagd nach Bananenkartons gegangen und kam mit einem vollbepackten Auto zurück, 12 gehen rein, 12 waren drin und nun sind auch alle zwölf Kartons vollgepackt mit Büchern.

Erstaunlich war, wie leicht es mir dann heute doch fiel mich von so einigen Büchern zu trennen. Da gab es gar kein Drehen und Wenden mehr- ich wusste, nee, die lese ich nie wieder, einmal reicht!

Nun habe ich Bücher abzugeben, wer Interesse hat kann mir gerne per Mail schreiben. Ich verschicke sie gegen Porto (3,00 €/Sendung innerhalb Deutschlands), ein kleiner Obulus wäre noch fein, da sie wirklich noch wie neu sind, hier die Liste:

Klar Ove Knausgard: 1.Sterben, 2.Leben, 3.Träumen,  (vergeben) 4. Alles hat seine Zeit

Ursula Seghezzi: 1. Macht – Geschichte – Sinn, 2. Kompass des Lebens

Lucia Schwellinger: Die Entstehung des Butoh (nicht mehr ganz so frisch, da ich es auch gebraucht erworben habe, da möchte ich auch wirklich nur das Porto haben!) –
schon weg!

Michael Harner: Der Weg des Schamanen

Franz P. Redl: Übergangsrituale

Bill Plotkin: Soulcraft – die Mysterien von Natur und Seele

Candy Bukowski: Wir waren keine Helden

Alle anderen Bücher, die ich aussortiert habe, muss nun noch erst H. anschauen, ob er sie haben will oder nicht, falls nicht, melde ich mich gerne noch einmal, ansonsten werde ich alle diese Bücher in den Bücherschrank im Tal stellen. Das habe ich nun schon zweimal gemacht und immer, wenn ich wieder einmal schaute, waren alle weg- das hat mich gefreut! Ich mag diese Bücherschränke, es ist ein Geben und Nehmen, ich habe dort auch schon das eine und andere lesenswerte Buch gefunden. Nutzt ihr die auch? Gibt es sie in eurer Stadt überhaupt?

Für heute mache ich Feierabend, meine linke Hand muckert, irgendwie habe ich vorhin eine falsche Bewegung gemacht, nun will sie Ruhe, soll sie haben und die Dusche ruft auch…