Sonntagsbild 27 2019

Durchlässig – permeable 04 2019

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Bei diesem Bild kommen gleich mehrere Zustände zusammen, die Durchlässigkeit, das Tragende, Verbindende und Durchbrochene … oderrr?!


Es tut mir sehr leid euch mitteilen zu müssen, dass ich vorerst offline bleibe, mein Leben ist so fordernd, dass ich gerade keine Zeit mehr für Gegenbesuche finde, den Blog aber nur um meinetwillen weiterzuführen erscheint mir nicht richtig. Das eine und andere Sonntagsbild werde ich wohl noch einstellen und auch das Alltagsprojekt weiterführen, alles andere muss jetzt ruhen! Ich weiß, dass ihr das versteht und sage DANKE!

Möge jede und jeder von euch einen entspannten Augustsonntag (er-)leben! Verbundene Grüße in die Runde, Ulli

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Alltag -10-

Das Thema Alltag geht nun in die zehnte Runde. Einige von euch haben schon ihre Beiträge dazu eingestellt, herzlichen Dank dafür und auch für eure Teilnahme in der neunten Runde. Die Links dazu füge ich wieder unten ein und wie immer gilt, sollte deiner fehlen, dann teile es mir bitte mit, damit ich dies korrigieren kann.

Weitere Beiträge für diese Runde bitte ich mit diesem hier zu verlinken. Merci vielmals!

Nun aber zu mir und meinem Alltag, den ich seit Anfang Mai nicht mehr als alltäglich empfinde, da so viel Neues in mein Leben getreten ist (ich habe ja schon darüber berichtet → https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/07/22/ein-erster-schnitt/). Nun gilt es, mich in all dem Neuen einzurichten und andere Prioritäten zu setzen, was nicht von heute auf morgen geschieht, sondern ein Prozess ist. Dabei spielen für mich Netze, die tragen und Vernetzungen eine große Rolle, sodass ich sie zu meinem Thema in dieser Runde auserkoren habe.

Tragende Netze:

In den letzten Wochen habe ich mich immer wieder gefragt wie es wohl Menschen geht und wie ihr Alltag ausschaut, die keine tragenden Netze, keine Familie, keine Freundinnen und Freunde, kein Wohlwollen, keine Unterstützung in diesem Leben, in dieser Welt haben. Einsamkeit ist eine der Antworten, Verzweiflung vielleicht auch, Traurigkeit bis hin zu Depressionen mögliche andere.

Warum sind die einen mit einem tragendem Netz gesegnet und andere nicht? Was ist der eigene Einsatz dafür und was liegt ganz woanders verortet und was kann es sein, dass Einsamkeit und Depressionen in unserer Zeit ein größer werdendes Thema geworden ist? Wie weben sich die Themen „Individualismus“ und „Abgrenzung“ dort hinein?

Auch wenn ich Antworten dafür in mir habe, möchte ich sie hier nicht ausbreiten, sondern lieber mit dir (euch) im Kommentarstrang darüber diskutieren, so du magst!

Ich selbst verfüge über ein starkes, tragendes Netz, darüber und über meine Dankbarkeit dafür schrieb ich schon in meinem Alltagsbeitrag -9- (Link s.u.).

Vernetzungen:

Wieder ein „Lied“ mit dem ich groß geworden bin. Was auf der politischen Ebene für mich gilt, gilt auch auf der persönlichen und beruflichen Ebene. Vernetzungen überwinden räumliche Distanzen, lässt die Menschen auf der Welt näher rücken, sie sind Informationsaustausch und -fluss.

„Bloghausen“ verstehe ich als einen Teil meiner Vernetzungen, hier wuchs manch tragende Freundschaft, ich erfuhr Zuspruch für meine Gedanken, meine Bilder/Fotografien, für meine Art des Schreibens. Vernetzung ist Unterstützung auf dem eigenem Weg, ist Austausch und Inspiration und kann zu einem tragendem Netz werden, Brüche, Lücken und Raum für weitere Vernetzungen gehören dazu.

Diese Gedanken inspirierten mich zu der unteren Fotomontage.

Fazit

Mein tragendes Netz sind meine Familie, meine Freundinnen und Freundinnen, meine Vernetzungen unterstützen mich auf meinen persönlichen, beruflichen und künstlerischen Ebenen.

Wie ist das bei dir? Was meinst du gehört noch dazu? Ich freue mich über den Austausch!



Die Links aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der neunten Runde:

http://www.schorfheidewald.de/das-immerwiederkehrende-jahresaktion/das-immerwiederkehrende-9/

https://susannehaun.com/2019/07/04/alltag-9-susanne-haun/

https://gerdakazakou.com/2019/07/05/alltag-9-im-zickzack-wellen-politik-und-eulentasse-zeichnen-bearbeiten-4-7-2019/

https://pawlo.wordpress.com/2019/07/05/alltag-9-ein-stein-im-anrollen-a-rolling-stone/

https://fruchtigherb.wordpress.com/2019/07/06/alltag-juli-2019/

https://erntetank.wordpress.com/2019/07/06/alltag-00009/

https://klunkerdesalltags.blog/2019/07/06/alltag-light-samstag/

https://annalenaslesestuebchen.wordpress.com/2019/07/06/alltag-das-immerwiederkehrende-9/

https://geschichtenundmeer.wordpress.com/2019/07/07/ein-samstag-im-juli/

http://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2019/juli/zu_ullis_projekt_alltag_9

https://mitziirsaj.com/2019/07/07/alltag-ix-dinge/

https://vrojongliert.wordpress.com/2019/07/07/alltag-9-12-reizend/

https://fuenfprozentfrau.blogger.de/stories/2730064/

https://geschichtenundmeer.wordpress.com/2019/07/07/ein-samstag-im-juli/

https://worteausdemwunderland.wordpress.com/2019/07/19/alltag-juli-tueren/

https://alpinerot.wordpress.com/2019/07/09/fuenf-situationen-fuer-ullis-projekt-alltag/



Die Idee → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/10/19/alltag-eine-idee/

Was bisher geschah:

https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/11/03/alltag-1/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/12/01/alltag-2/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/01/05/alltag-3/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/01/alltag-4/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/03/01/alltag-5/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/04/05/alltag-6/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/05/03/alltag-7/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/06/01/alltag-8/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/06/29/pausenzeichen-und-alltag-9/

Privates

Eigentlich hätte heute mein Beitrag zum Alltagsprojekt erscheinen müssen, der vorbereitet ist, den ich jetzt aber nicht einstellen kann und will, da ich dieses Mal auch zu einer Debatte einlade. Ich muss heute aufgrund eines Sterbefalles viele hundert Kilometer fahren und komme erst Anfang der Woche zurück, dann brauche ich bestimmt auch noch Zeit und Raum für mich, bis ich mich einer Debatte und anderem wieder zuwenden kann.

Ihr versteht das, das weiss ich und das tut gut!

Danke und euch allen Schönes und Freundliches auf euren Wegen,

Ulli

P.S. Das obige Bild ist als Einschwingung für meinen Alltagsbeitrag gedacht, in dem es um Netze und Vernetzungen gehen wird …

Ich bitte euch dieses Mal auf Kommentare zu verzichten, da ich sie eh nicht lesen oder beantworten kann!

Ping Pong 040

Weiter geht’s mit Gerdas und meinem Ping Pong

Ende Juli eröffnete Gerda die weiterführende Runde mit diesem Beitrag → https://gerdakazakou.com/2019/07/23/ping-pong-39/

PING 039

GERDA AN ULLI → GESCHICHTE IST …

ULLI AN GERDA → … EIN SAMMELSURIUM VON FAKTEN UND MUTMASSUNGEN

PING 040

ULLI AN GERDA → DER SOMMER SCHENKT …



HIER GEHT ES ZU DER GALERIE ALLER BISHERIGEN PING PONGS → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

Sonntagsbilder 26 2019

Verlassene und nicht verlassene Orte

-06 2019-

das Original aus der Ferne aufgenommen

Dieses Haus stand nahe dem Campingplatz in Ligurien, wo ich mit meiner Tochter und den Enkelkindern eine erholsame Woche im Juni verbracht habe; es stand zwischen zwei Tunneln, wie man beim genauerem Hinschauen erkennen kann.

Durch neunundneunzig Tunnel sind wir von hier nach dort gefahren. Ja, wir haben sie tatsächlich gezählt, allerdings erst auf der Rückfahrt und der Idee meiner Enkelin folgend, die immer wieder von hinten rief: „Oma … ein Tunnel!“, damit ich einen Strich machte …

Ich dachte fast eine ganze Woche lang, dass dieses Haus ein verlassener Ort sei, bis wir am letzten Tag entdeckten, dass der hintere Teil bewohnt gewesen ist. Wir sahen kräftig grüne Topfpflanzen in den Fenstern stehen und dann verstand ich auch das rote, neue Wellblechdach, das ich zwei Tage zuvor in obigem Bild festgehalten hatte.

Zwei Fotomontagen folgen

-07 2019-

08 2019

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Denkt ihr auch an ein Krokodil? Und wenn nicht, woran denkt ihr bei diesen beiden Bildern? Ich bin gespannt …


Habt’s schön heute!


Mein Beitrag „Alltag 10“ folgt am kommendem Wochenende – eure sind schon jetzt Willkommen!

Etüdensommerpausenintermezzo 03 2019

Hier kommt meine dritte und letzte Lieblingsetüde zum Etüdensommerpausenintermezzo 2019, wieder mit einem herzlichem Gruß an Christiane und an alle Etüdenfans.

Mein Ziel habe ich erreicht, es lautete aus jedem Etüdenjahr einen Liebling auszuwählen, here we go.

 

 

Zwei Miniaturen*

-1-

Weißt du noch … Wie wir durch den Nieselregen wanderten? Es dämmerte schon. Hier und da stiegen Nebel aus den Wiesen, schwebten feengleich. Wir verirrten uns. Ein bisschen liefen wir im Kreis. Dann erinnerte ich mich. Du folgtest zögerlich.

-2-

Weißt du noch … wie wir auf Regen warteten? Das hätten wir uns nicht gedacht. Auf Regen warten die Menschen in Afrika, in Südeuropa, in … Wir haben an Vieles nicht gedacht. Nicht so. Nicht im Irrgarten der Jugend.

Und dann war er da. Endlich! Ein köstlich weicher Nieselregen, der leise und zart die trocken gewordene Erde durchweichte, Schicht für Schicht, von Würzelchen zu Wurzeln. Erst viel später war er zu einem Pladder geworden. Blasen tanzten auf der Straße.

121 Wörter


Da ich nun in Lothringen bin, kann ich eure Kommentare frühestens ab Sonntag, 04.08. moderieren, sorry. Nur noch zwei, drei Tage … ich freue mich auf euch!


Hier geht es zum ursprünglichen Beitrag → https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/03/08/etuede-005-2019/

Etüdensommerpausenintermezzo 02 2019

Weiter geht es mit meinen Lieblingsetüden, mit einem lieben Gruß an Christiane, die sich immer wieder etwas Neues einfallen lässt und nicht müde wird die Etüden zu betreuen. Herzensdank dafür und auch an alle Mitschreibenden!

Im September 2018 gestaltete schon Christiane die Einladungskarten. Ludwig Zeidler, der den Anstoß für die Etüden gegeben hatte, sie moderierte und die Einladungskarten dazu gestaltete war 2018 schon nicht mehr dabei (s. vorherigen Beitrag). Ich finde es noch immer schade, dass er nicht mehr blogt und auch sonst gerade nicht mehr im Netz zu finden ist.

Sein Same aber ist aufgegangen, die Etüden leben noch immer, dank Christianes Engament.

Die Etüde

Sie trägt einen alten Koffer in der Hand, einen Rucksack auf dem Rücken. Heute hat sie sich ein rotes Kleid gekauft. Rot, das ist neu. Mit geradem Rücken schreitet sie die Gangway des Kreuzfahrtschiffes hinauf. Sie dreht sich nicht um. Ihr Blick geht geradeaus.

Sie mag keine Kreuzfahrtschiffe, wollte nie mit einem fahren, aber jetzt. Weil jetzt alles anders ist. Sie hat sich rote Stöckelschuhe gekauft, gerade so hoch, wie sie noch in ihnen laufen kann. Wie gut es tut den geraden Rücken zu spüren, das rote Kleid umspielt die nackten Beine, die roten Stöckis tragen.

Rot liegt sie an Deck im Liegestuhl. Möwen kreisen. Bronzen schimmert ihre Haut, roter Stift auf schmalen Lippen, Spiegelsonnenbrille. Mehr Zeichen setzt sie nicht. Kein Koffer, kein Rucksack, keine Kamera, kein Buch, kein Getränk, keine Zigarette, kein Heft, kein Stift, keine Bewegung. Das Zwerchfell hebt und senkt sich. Vorüberschlendernde werfen kurze Blicke, dann schlendern sie weiter. Sie sieht sie. Sie sehen sie nicht. Sie spiegeln sich in ihren Sonnengläsern.

Wie manche herumstelzen, als gehöre ihnen die ganze Welt! Diese ganze gemeingefährliche Touristenbande!

Wieso denkt sie das jetzt? Sie kennt keinen von ihnen, sie will auch niemanden kennenlernen. Nicht jetzt und auch nicht morgen. Sie will nur weg, weit weg. Die Anderen anders sein lassen. Aussteigen wird sie wenn der Ort stimmt, vielleicht in Island. Keine Pläne, raunt sie sich zu. Es kommt was kommt und ich werde wissen, wenn es stimmt. Jetzt erst einmal kreuz und quer.

Rot steht sie an der Reling, inmitten von grau, beige, blau, weiß und schwarz. Sie raucht. Möwen kreisen.

Sie wird freundlich sein im fremden Land, mehr nicht. Sie will alleine sein, nichts müssen, sich selbst eine gute Freundin sein, mehr nicht.

Nun hat sie doch einen Plan. Sie lächelt. Land in Sicht.

297 Wörter


Der Text ist Teil aus meiner Novelle: Die kleine Blaue Frau träumt Meer, allerdings habe ich ihn für die Etüde etwas abgewandelt. Ich habe diese Etüde vor allen Dingen aus dem Grund ausgesucht, weil sie bei ihr Ersterscheinung (s.Link unten) kontrovers aufgenommen wurde. Nun bin ich gespannt wie sie dieses Mal auf wen wirkt.

Da ich nun in Lothringen bin, kann ich eure Kommentare frühestens ab Sonntag, 04.08. moderieren, sorry. Aber dann … ich freu mich drauf!


Der ursprüngliche Beitrag → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/09/28/eine-etuede-sept-2018/

Sonntagsbild 25 2019

Durchlässig – permeable 03 2019

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In diesem Fall möchte ich gar nichts weiter zu diesem Bild schreiben, nur erwähnen, dass es weder bearbeitet, noch eine Fotomontage ist.

Hier noch die Inspirationsquelle:

Ich bin sehr gespannt auf eure Meinung dazu, allerdings werde ich diese erst am kommendem Sonntag lesen können, da ich jetzt in Lothringen bin, alle Jahre wieder …


Ich wünsche euch einen schönen Julisonntag und eine gute Zeit!

Etüdensommerpausenintermezzo 01 2019

Ein Etüdensommerpausenintermezzo hat Christiane am Sonntag eingeläutet, wer mehr erfahren möchte lese doch bitte bei ihr → https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/07/21/etuedensommerpausenintermezzo-2019-ii-herzen/

Nun habe ich im Archiv gekramt und habe mich für drei Lieblingsetüden entschieden. Es standen noch ein paar mehr auf dem Zettel, da ich aber ab morgen weg bin, will ich es dabei belassen – ausserdem sind ja alle guten Dinge drei.

Hier also meine erste Lieblingsetüde, erschienen am 12. Februar 2017. Ich folgte dem 7. Aufruf zu den Etüden, damals lud noch Luwig Zeidler aka „Textstaub“ dazu ein und gestaltete die Einladungskarten. Die drei Worte spendete Margarete Helminger. Die Fotomontage zum Text gestaltete ich.

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Königin – Backerbsen – Korallenriff

Das ist so ein Tag, so ein Nicht-Fisch-nicht-Fleisch-Tag, an dem die Königin Backerbsen zählt. Die Köchin atmet schwer, wenn jetzt bloß keine fehlt! Ihr schwant nichts Gutes. Das Gesicht der Königin ist grau und faltig, ihre Mundwinkel zeigen unmutig nach unten. Die Köchin fasst sich ein Herz:

„Frau Königin, haben Sie es schon gehört, man hat ein neues Korallenriff entdeckt…“ Sofort hellt sich das Gesicht der Königin auf. Hatte die Köchin es doch gewusst, das sind gute Nachrichten und gute Nachrichten sind der Königin Willkommen, bei all der Unbill in diesen Zeiten! Leise lächelnd sagt die Königin

„Dann ist doch noch nicht alles verloren.“ Klackernd und ungezählt fallen die Backerbsen zurück in die Dose.

117 Wörter – 10 Sätze



Damals hatte man tatsächlich ein neues Korallenriff entdeckt, ich weiß leider nicht, ob es überlebt hat→ http://www.n-tv.de/wissen/Riesiges-Korallenriff-verbluefft-Forscher-article19688170.html


Der Link zur ursprünglichen Etüde → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/02/12/fuer-die-abc-etueden/

Ein erster Schnitt

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Bald schon ist der 2. August, es ist der Tag der roten Schnitterin mit der goldenen Sichel, auch Lughnasadh oder Lammas genannt. Es ist der Tag an dem ich das erste Mal im Jahr innehalte, um ein kurzes Resümee zu ziehen. Da ich aber zu diesem Zeitpunkt immer in Lothringen bin, mache ich schon jetzt den ersten Schnitt.

Diesem Tag liegt der 2. Februar gegenüber, Lichtmess oder Imbolc genannt, es ist der Tag im Jahr, an dem ich meinen inneren Kessel öffne und die Aufgabe für die kommende Jahreskreisumkreisung aufsteigen lasse. In diesem Jahr hieß es vor allen Dingen: Mache dir keine (unnötigen) Sorgen mehr. Tatsächlich bestand das Jahr 2018 aus immens vielen Sorgen um meine Existenz, bzw. ihrer Absicherung. Das Alte war unwiderruflich vorbei und das Neue eben noch nicht in Sicht. Die vielen Sorgen und Ängste trübten die Frühlings-, Sommer- und Herbsttage. Im Nachhinein waren sie weder förderlich, noch notwendig.

Sinngemäß schrieb ich an Imbolc in mein Gedankenauffangbuch: „Weniger Sorgen, mehr Vertrauen und Hingabe – Vertrauen dahinein, dass sich noch immer alles gefügt hat. Krampfhaftes Tun und Kurbeln führt zu nichts …“

Es entstand dieser Scherenschnitt:

In diesem Jahr hätte es sehr viel mehr Grund für echte Sorgen gegeben, ich habe sie mir nicht mehr gemacht. Ich war plötzlich voller Vertrauen, dass das, was immer noch gut gegangen ist, auch jetzt gut gehen, dass sich eine Türe öffnen würde.

Das größte Erlebnis oder die größte Bestätigung war und ist, dass mein Liebster überlebt hat, dass ich ihn mit meiner Art von Humor und Fürsorge begleiten durfte, dass ich ihm Gutes tun konnte, dass dieses für uns wirklich eine neue Türe geöffnet hat. Wie könnte ich da nicht dankbar sein?!!!

Um meine eigene Gesundheit ist es zwar nicht besser gestellt als im letztem Jahr, aber ich habe begonnen die Krankheit anzunehmen. Ich leide an chronischer Borreliose, die mir manchmal allen Elan unter den Füßen wegzieht, die mir wandernde Gelenkschmerzen beschert und mich in so manches Dunkeltal reißt oder gerissen hat. Nun habe ich aber eine tibetische Kräutermedizin gefunden, die dem Ganzen die Spitze genommen hat, seitdem ist die Lebensqualität um einiges gestiegen. Dafür bin ich auch dankbar!

Zwar hat mich diese Krankheit meinen langjährigen Job als Köchin in einem Seminarhaus gekostet, auch mein Stelldichein in einem Kindergarten litt darunter und ich kündigte aus diesem und vielen anderen Gründen. Spätestens jetzt, wieder den Ämtern ausgeliefert, hätten die Sorgen riesengroß werden müssen, wurden sie aber nicht, mein Vertrauen war stärker. Wann immer sich all die kleinen Sorgenteufelchen in mir breit machen wollten, war die Gegenstimme lauter. Manchmal wusste ich nicht, woher ich dieses Vertrauen eigentlich nahm.

Und dann kam die erfreuliche Anzeige im hiesigem Wochenblatt, dass die Tageszeitung unseres Landkreises eine freie Mitarbeiterin suchte. Ich rief unter der angegebenen Nummer an und … ja, ich habe die Stelle!

Ich werde damit wahrscheinlich nicht mehr wohlhabend, aber ich habe wieder etwas mehr Geld zur Verfügung, kann mir ein kleines bisschen mehr leisten, aber was wirklich ein riesiges Geschenk ist, ist die Bestätigung, dass Vertrauen besser als Sorge ist und ich  e n d l i c h als Journalistin arbeiten darf, ein jahrezehntelang gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen, wenn auch auf low level, aber die Grenzen nach oben sind offen.

Bitte glaubt jetzt nicht, dass ich gefühlsduselig und blauäugig durch dieses Leben gehe, es gibt weitere Aufgaben und Lernfelder, die ich aber für mich behalten möchte und es gibt Felder, die außerhalb von mir liegen, die mich, dich, uns als Menschheit bestimmen können, wenn sie wahr werden. Ich kann meinen kleinen und bescheidenen Beitrag für eine bessere Welt geben, aber ich bin ein Sandkorn im Geschehen, aber eins, das vielleicht das Getriebe stört …

Zur Frühlingstagundnachtgleiche habe ich für meinen Imbolcvorsatz noch eine Sonnenblume gesät, sie ist prächtig gediehen, wenn auch mit ein paar Kurven. Ein feines Symbol, das ich gerne im Garten besuche und anschaue.

Zur Erinnerung: dies ist nur ein Resümee, kein Fazit, das folgt zur Wintersonnenwende, wenn ich den Kessel erneut füllen und schließen werde. Ich gebe aber gerne zu, dass es so weitergehen darf.


weitere Beiträge zu Lughnasadh:

https://cafeweltenall.wordpress.com/2013/08/27/vom-ersten-schnitt-weichenstellungen-und-der-freiwilligkeit/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/08/17/kraeutersegen/