Sonntagsbild 09 2022

Das Leben ist eine Collage

So entdeckt, fotografiert und fertig. Das Bild könnte auch heißen: Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Verzeiht, ich bin in diesem Jahr null adventlich oder weihnachtlich gestimmt.

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Wie jetzt?

Ja, wie –

wie steige ich hier wieder ein, nach solch einer langen Pause? Einfach Türe wieder auf und pardauz, juchhu, da bin ich wieder? Oder klopfe ich erst einmal vorsichtig an, rufe mal zart „Huhu“ und lausche auf die, den, die, der da antworten mag?

Fühlt sich stimmig an. Letzteres. Wie auch heute mal nach so langer Zeit eine Morgenrunde durch Bloghausen zu drehen. Eine Erstorientierung: wer ist noch da? Wie ist die Stimmung im großen Dorf? Wer ist mir noch gewogen?

Ja.

So mache ich das.

Jetzt.

Guten Morgen! Guten Tag!

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Ich freue mich aufs Wiedersehen, Wiederlesen und -hören.

Kurzer Zwischenpiep

Der Blog ist voll ausgeschöpft, um ihn auf profesionell zu stellen fehlt mir das Geld. Und um einen neuen einzurichten schlichtweg die Kraft. Wie mir immer wieder zu fast allem die Kraft fehlt. Zwischendurch gibt es ein, zwei gute Tage, das sind die Highlights, ansonsten rudere ich weiter. Die Ärzteschaft rätselt. Manchmal überlege ich alles zu lassen, aber dann merke ich, dass ich das doch nicht will.

So bleibt es bei meiner Pause.

Miss you all. Trotzdem.

Mein Trost ist das Neuerwachen der Natur und die eine und andere Freundin, der andere und andere Freund, meine Familie. Insgesamt aber haben mein Mut, mein Glauben tiefe Risse bekommen und nicht erst seit diesem unsäglichen Krieg.

Kleine Vogelkunde

Ein Goldammerweibchen

Schon seit Tagen fällt mir dieses schöne Vögelchen auf, eine Twitterbekannte konnte mir mit der Bestimmung helfen. Schön ist das!

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Eine der kleinen Freuden in diesen stürmischen Tagen. Hier ist schon ein großer Ast von der Weide gegenüber dem Fenster gekracht, das Vogelhäuschen der Nachbarin vom Baum geweht, Ästchen liegen viele rum.

Blaue Wunder sind rar

Die Erde schmatzt im wendischen Land. Das blaue Wunder war vorgestern. Jetzt wieder Pfützenbildung im Hof. Ohne Gummistiefel gehe ich nicht raus. Rutschpartie vor der Türe. Weitergehen, einmal ganz ums Haus, über den Hof, über die Pfütze springen oder mittenmang hindurch, Tür auf, Licht an, Skala ablesen, der Ofen will Nahrung und ich brauche keine Splitter.

Ameisen in der Küche ohne Straße, sie haben die Mäuse abgelöst. Fünf habe ich lebend gefangen und zu einer Strohmiete gebracht. Mückenstiche im Februar. Die wendischen Wassergräben sind gut gefüllt. Am Vogelhaus tummeln sich unverdrossen Meisen und Spatzen unterschiedlichster Art, Buchfink, Rotkehlchen, Eichelhäher, Buntspecht; ein Dompfaff ist nur ab und an zu sehen, wie der Silberreiher am Teich und der Mäusebussard auf der Wiese, die Wildgänse über dem Haus. Ebenfalls unverdrossen krähen die Wachtelhähnchen und ein Hahn bei Tag und bei Nacht auf dem Nachbargrundstück, ohne dort wohnende  Nachbarn. Ich denke an falsche Haltung und an den Tierschutzverband, noch zögere ich. Es ist nicht meine Art. Aber die Tiere dauern mich.

Die Unaufgeregtheit der Landschaft, die beschaulichen Städtchen, die Elbe, die Jeetzel, die Göhrde, der Gain, der oder das Drawehn, der Gartower See und Forst, der weite Himmel, die Alleen, die alten Eichen, die vielen Birken, meine Freundinnen und Freunde, das sind die Freuden; der schneelose Winter, der ewige Grauhimmel, die Langsamkeit der Ärzteschaft meine Herausforderungen. Mit einzelnen Ameisen, Weberknechten, Spinnen und den nun verschwundenen Mäusen kann ich leben, mit der mich umgebenden Stille auch.

Andere Themen sind meine Verarmung, die Bonsairente, Scham, Vergangenheitsbewältigung und meine Gesundheit. Tiefe Prozesse im schneelosen Winter 2021/22.

Abenteuer Wendland

Am Montag, 07.02.2022

Eigentlich wollte ich ja nur mal eben von hier nach dort. Aber dort war nicht da, wo ich dachte, also fragte ich das Navi. Jaha, das kannte den Weg, aber bitte, hier soll ich reinfahren? Das ist doch nur ein Waldweg, ich nahm die Straße, die Dame tönte, bitte wenden, dann scharf links. Oookay, dann also doch.

Warum höre ich eigentlich auf mein Navi und nicht auf meine Intuition? Weil ich unbelehrbar bin? Weil ich abenteuerlustig bin? Wahrscheinlich von beidem ein bisschen.

Anfangs ging es ja noch, mit dem Waldweg. Aber es hat hier wochenlang geregnet und in den letzten Tagen auch gestürmt, wie auch heute wieder, soll heißen, der Weg war von tiefen Pfützen durchzogen, Äste lagen quer, die ich aus dem Weg räumen musste und dann wurde es irgendwann dermaßen heftig, dass ich alle Schutzgeister und -engel dieser Welt anrief. Zum einen, dass ich nicht stecken blieb, zum anderen, dass ich heile und mein Auto unversehrt da wieder herauskommen mögen. Und ja nicht in den tiefen Spurrillen fahren!

Alle waren mit mir.. Tausend Dank!

Als ich am Ort ankam, hatte ich allerdings so zittrige Beine, dass an einen Gang nicht mehr zu denken war. Nur ein kleines Stück. Und dann war ja da auch noch der Sturm und ich nicht wirklich windfest angezogen, sodass ich nur flugs ein paar Fotos von einer umgefallenen Birke machte und dann Nachhause fuhr.

Merksatz eins an mich selbst: wenn mir ein Weg nicht geheuer ist, fahre ich ihn nicht, egal, was das Navi erzählt.

Merksatz 2: Abenteuer müssen nicht riskant für Leib, Leben oder Auto sein.

Birkenliebe

Die Birke ist eindeutig weiblich. Ihr seht doch auch die Frauengestalt?

Birkenland

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