Etüde 017 2019 – bereinigt

Die Wortspende zum Etüdenprojekt von Christiane ist dieses Mal von Red Skies over Paradise, herzlichen Dank euch beiden.

Nun habe ich noch ein bisschen gefeilt, damit aus unbehaust wieder Unbehaustheit wurde und aus der Schwermut wieder schwermütig.

Ein Minigedicht

Es lebte einst ein Schweinehund,
Unlust war sein Name.
Unbehaustheit trieb ihn um,
bis er nach mir haschte.
Er hielt mich fest in meinem Haus,
schwermütig wanderte ich herum,
wusste nicht mehr ein, noch aus,
heut‘ hat es dann gereicht
ich schob ihn flugs zur Tür hinaus.

47 Wörter

Inktobern – Mixtobern 14 2019

Inktober 2019 coat = Mantel

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Die für die Fotomontage benutzte Skulptur © Bruno Bruni – 2016 in einer Galerie in Zürich aufgenommen.

„Mantelhaut

Gerade noch hatte sie ihm hinterher gewunken.

Er, hinter der Scheibe des davon fahrenden Zuges, sie, durch die Blicke davon gehend. Blicke, die ihr nichts anhaben konnten. Eingehüllt von ihm, einem dicken Wintermantel gleich. Die Welt hörte sie nicht, nicht das Geratter der U-Bahn, nicht die Gespräche um sie herum, nicht die Lautsprecher auf den Stationen. Er war noch da. Abdrücke auf ihrer Haut. Sie lächelte. Lächelte dem Entschwundenem hinterher. Endstation. Aussteigen bitte. Daheim angekommen wickelte sie den Tag in Seidenpapier und legte ihn in die Schatzkammer ihres Herzens.“

geschrieben 02.2010


Als ich den Titel „coat“ = Mantel las, dachte ich spontan an die Skulptur von Bruno Bruni und an diesen speziellen Moment in meinem Leben, den ich in „Mantelhaut“ festgehalten habe.


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Inktobern – Mixtobern 13 2019

Inktober 2019 dark = dunkel, Dunkelheit

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Dunkel braucht ein Minimum an Licht, sonst lässt es sich nicht darstellen, außer in einem schwarzen Quadrat, aber das gibt es ja schon!

Dunkel ist nicht gleich dunkel, ich war ein bisschen hin und her gerissen, ob ich mich für die Nacht entscheide oder die dunkle Seite des Lebens. Ich entschied mich für die Nacht, zeige aber unten zwei weitere Varianten zum Dunkel aus meinem Archiv. Zum zweiten Bild kann man folgenden Beitrag von mir lesen, den ich heute anders schreiben würde, aber nun denn → https://cafeweltenall.wordpress.com/2014/09/04/der-schmerz-von-marguerite-duras-und-die-astethisierung-des-grauens/


Beide Fotomontagen machte ich 2014


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Inktobern – Mixtobern 12 2019

Inktober 2019 #22 ghost = Geist, Gespenst, u.a. auch Geisterbild

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GedankenFäden 015

Geist weht zwischen Zeiten, Zeilen, durch Wände helldunkel, schlicht und leise.


Das Original

 

 

 


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Etüde 016 2019

Die Wortspende zum Etüdenprojekt von Christiane ist dieses Mal von mir. Es ist schon eine Weile her, dass ich Christiane diese drei Wörter zusendete, die mir spontan, inmitten der noch heißen Sommertage, eingefallen sind, nun passen sie sogar in die Jahreszeit.

Ich freue mich über und auf die Etüden, die mit ihnen schon geschrieben wurden und noch geschrieben werden.

Miniatur 013 2019

Von Jahr zu Jahr wird es schlimmer! Er hat es während der letzten Jahre in den absurdesten Situationen an sich beobachtet und jetzt sogar als er dem großen Vogelflug gen Süden hinterher schaut – er wird immer ängstlicher. Erinnerungen an seine Mutter und ihren letzten Besuch steigen auf, als Mutter sämtliche Türschlösser am Abend an der Wohnungstür drehte und sich erst dann beruhigt zurückziehen konnte. Er hatte das damals respektiert, innerlich aber die Mutter ausgelacht. Und jetzt beschleicht ihn Angst bei der Betrachtung der ziehenden Wildgänse vor dem Winter? Er lacht nicht mehr. Er richtet sich auf, entschlossen seinem Vorsatz zu folgen und weiterhin mit allen Jahreszeiten zu schwingen. Der Winter hat mehr als nur die Mühsal des Schneeschippens und Holzhackens zu bieten, er wird es auch dieses Mal schaffen! Langsam begreift er, dass die Angst nicht Winter, Eis und Schnee heißt, sie heißt Menschenwinter, Armut und Einsamkeit.

147 Wörter und ein Bild

Gedankenfäden 014

Miniatur 013 2019

Wellen kamen und gingen, sie brachten Frieden, Trauer, Freude, Erinnerungen und Verbundenheit. Wogen schlugen gegen Felswände, sie kamen aus den Tiefen des Uns. Weit weg im Nah, nah im Weit, Menschenleben, Zerbrechlichkeit. Tausend Haarwurzeln von Stamm und Baum – Geborgenheit. Seitenbrüche, Nebenzweige, ich bin geblieben, ich halte den Stamm.

Etüde 015 2019

Gerne folge ich wieder der Etüdeneinladung von Christiane.

Die Wortspende ist dieses Mal von fraggle – Reisswolfblog. Zugegeben, die Wörter sind für mich nicht einfach, vielleicht weil gerade vieles nicht einfach ist. Nein, es ist nicht der Herbst, es ist.

Miniatur 012 2019

Sie hat sich ins Gewächshaus gesetzt. Hier sitzt sie, hält sich aus, lauscht sich, düngt sich, gießt sich, atmet ein und aus und ein. Sie will wachsen, ihr Tun und Sein sollen Früchte tragen. Inmitten des wuchernden Grüns denkt sie ans Meer, denkt an die  jodhaltige Luft, die reinigt und stärkt. Mit geschlossenen Augen atmet sie ein und aus und ein. Sie will nichts mehr fälschen, um zu überleben. Sie will wie die Brennnesseln werden, will Dünger sein, heilsam – für sich und die anderen.

84 Worte

Etüde 014 2019

Eine 14. Etüde in diesem Jahr zu Christianes Projekt, mit einer Wortspende von Alice make a choice. Meinen Dank an euch beide und dieses mal auch ganz besonders an Christiane, die sich einer Diskussion gestellt hat, die zu führen ich mir nicht einfach vorstelle. Wer mehr darüber erfahren möchte, folge doch bitte obigem Link. Danke.

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Flüchtige Augenblicke – (eine lyrische) Miniatur 011 2019

Ein Roman ist ein Roman,

ein Gedicht ist ein Gedicht,

wenn ich schreibe, schreibe ich

nicht unbedingt als Ich und,

oder über mich.

Flüchtige Augenblicke

in Worte gebannt

entlasse ich mich

schreibt

es sich

variabel

sind manch Worte

unterschiedlich

manche Interpretation

Lesende erzählen etwas

über sich.

46 Wörter

 

Etüde 013

Nein, dies ist keine Fortsetzung von Etüde 012! Heute veröffentliche ich meine erste Krimiminiatur (tataa) für Christianes abc Etüden, mit den drei Wörtern von Ludwig Zeidler. → https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/09/01/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-36-37-19-wortspende-von-ludwig-zeidler/

Ich lese immer wieder gerne Krimis und gerade eben fand ich im Bücherschrank in Lörrach einen mir unbekannten Band aus der Harry Hole Serie von Jo Nesbø, den ich gleich weiterlesen werde, ich kann es kaum noch erwarten … sooo spannend!

Und so kommt dann eins zum anderen, wobei das eine nix mit dem anderen zu tun hat (nein, ich setze hier jetzt keinen Grinsesmiley ein) –


Krimiminiatur 01 2019

Verzweiflungstat“, schnaubte Kommissar Maierbeck, wie oft sollte er sich diesen Quatsch noch anhören? An sich hatte er ja nichts gegen Psychologie einzuwenden, aber diese junge, gerade von der Uni kommende, ihm zugewiesene Frau Klopp ging ihm auf die Nerven. Nix als Uniwissen und Statistiken im Kopf und keine Lebenserfahrung!

Er betrachtete das Blutbad vor sich, nein, das ist keine Verzweiflungstat gewesen, so etwas, das stand für ihn fest, machen nur Sadisten. Er nickte der Klopp zu und verließ den Tatort. Für heute hatte er genug gesehen, den Rest würde die Spurensicherung ergeben.

Frau Dr. psych. Klopp hingegen kämpfte mit ihren ambivalenten Gefühlen, ihrem Wissen einerseits und dem Bedürfnis diesem alten Brummbär Maierbeck zu imponieren – ihrem Bücherwissen und den Statistiken auf der einen Seite und ihrer Intuition auf der anderen. Der Intuition hatte sie sich doch vermehrt hingeben wollen! Und an was hatte sie als erstes gedacht: „Sowas machen nur Sadisten“ …

152 Wörter



Willkommen zum weiterspinnen dieser Etüde, gerne im Kommentarstrang!

Etüdensommerpausenintermezzo 03 2019

Hier kommt meine dritte und letzte Lieblingsetüde zum Etüdensommerpausenintermezzo 2019, wieder mit einem herzlichem Gruß an Christiane und an alle Etüdenfans.

Mein Ziel habe ich erreicht, es lautete aus jedem Etüdenjahr einen Liebling auszuwählen, here we go.

 

 

Zwei Miniaturen*

-1-

Weißt du noch … Wie wir durch den Nieselregen wanderten? Es dämmerte schon. Hier und da stiegen Nebel aus den Wiesen, schwebten feengleich. Wir verirrten uns. Ein bisschen liefen wir im Kreis. Dann erinnerte ich mich. Du folgtest zögerlich.

-2-

Weißt du noch … wie wir auf Regen warteten? Das hätten wir uns nicht gedacht. Auf Regen warten die Menschen in Afrika, in Südeuropa, in … Wir haben an Vieles nicht gedacht. Nicht so. Nicht im Irrgarten der Jugend.

Und dann war er da. Endlich! Ein köstlich weicher Nieselregen, der leise und zart die trocken gewordene Erde durchweichte, Schicht für Schicht, von Würzelchen zu Wurzeln. Erst viel später war er zu einem Pladder geworden. Blasen tanzten auf der Straße.

121 Wörter


Da ich nun in Lothringen bin, kann ich eure Kommentare frühestens ab Sonntag, 04.08. moderieren, sorry. Nur noch zwei, drei Tage … ich freue mich auf euch!


Hier geht es zum ursprünglichen Beitrag → https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/03/08/etuede-005-2019/