Miniatur – 20 – 2017

Wortlos im Wortvollem. Jenseits des Ausdrückbaren sind es Ahnungen und Wissen, die nichts wollen, vielleicht ein Bild, eine Musik, eine Skulptur, einen Raum, ein Dazwischen, ein Hell im Dunklem und Ehrlichkeit.

Advertisements

Miniatur – 19 – 2017

Aus einstmaligen Begehren wird aufregen. Er regt sie auf, sie ihn und im Bett wird es kalt. Messer sind zum schneiden da, Scheren auch, Papier, Fleisch und mehr. Was einem so alles beim Abwasch durch den Kopf geht und auch dass sich deswegen vielleicht so viele Paare trennen, weil sie das Siechtum nicht ertragen, nicht das eigene und auch nicht das des anderen und dass einer übrig bleibt, fast immer und wie traurig das ist. Und dass der Kalender November schreibt und nun alle ans Sterben denken, weil es vor der Türe ist, weil Blätter fallen und zerfallen, weil sie dann zu Humus werden, wenn der Laubbläser nicht dazwischenfunkt und sie auf der Halde landen, fertig für das große Feuer. Als ob es im Sommer kein Sterben gäbe oder im Frühling und als ob es nicht erlaubt sei im November beschwingt zu sein. Und dass es vielleicht auch um gar nichts anderes geht, als Leben, nichts als Leben, das Sterben kommt ganz von allein.

(inspiriert von Glumm)

Miniatur – 18 – 2017

Mit einem Stachelkleid wird niemand geboren. Ein Stachelkleid legt frau sich an. Sie schützt sich. Sie hat das gelernt. Sie hat sich das nicht ausgesucht. Die Welt ist wie sie ist und die Menschen auch. Und dann vergisst sie es auszuziehen und sticht. Er hat das nicht verdient und er schon gar nicht. Dann wird sie traurig. Nein, das ist nicht theatralisch. Es ist, was es ist. Er steht hilflos vor ihr, wendet sich ab.

Er sagt: Ich hab dich schon immer geliebt. Er hat Tränen in den Augen. Sie auch. Sie lächeln sich an. Das Stachelkleid fällt. Nackter geht es nicht.

Miniatur – 16 – 2017

Ja … so…

JA sagen, das ist die Zauberformel! So flink, so leicht im Überschaubarem. Jetzt … so anders. Dazu stehen. Wozu? Keine Worte zu haben. Wenig Worte zu haben. Erfahrungen zu machen, jenseits aller Teilbarkeit, Mitteilbarkeit. Es bleiben die Bilder. Sie sind mir treu geblieben.

bitte anklicken = großes Bild – please click to enlarge

Miniatur – 15 2017

Rot und schwarz

Huhu-schuhu – ich bin das böse Weib das Männer verschlingt. Wie sie sich fürchten!

Ich bin die Frau mit den roten Schuhen, den roten Lippen, dem kleinem Schwarzen, dann und wann. Sommernachtsregen tropft hinein, in das kleine Schwarze, in die roten Schuhe. Nächste Ecken und Nächste, ich gehe vorbei, ich gehe allein. Ich bin die Frau mit dem kleinen Schwarzen, den roten Schuhen und Lippen, den silbergrauen Haaren, ich singe mein Lied. Dir schenke ich mein Schweigen.

 

Miniatur – 14 2017

Umrundungen

Ich sage, ich schreibe jetzt wieder. Ich sage, ich lass die Kritikerin jetzt wieder außen vor. Ich sage es mit Rilke, ich lebe meine Fragen. Ich frage nicht warum, die Antwort steht im Fließtext der letzten Jahre. Ich frage nicht wohin, die Antwort ist der neue Stuhl unter dem Dachschrägenfenster. Ich frage nicht nach ferner Zukunft, sie wird sich bilden. Ich frage nicht nach Schuld, es gibt nur faule Samen, überdüngte Böden und dunkle Bodensätze. Ich suche das Gold dieser Zeit. Ich suche nach Worten für das Jetzt. Ich frage nicht nach der Geschichte, sie ist bekannt. Ich frage auch nicht was wäre gewesen wenn, eine Geschichte ist eine Geschichte, ob ich sie erzähle oder du oder nicht. Ich will keine Geschichte erzählen. Ich will das Jetzt umrunden, dieses Wirrwarr der Gefühle.