Miniatur #10 2017

Sowohl als auch dachte ich lange Zeit, statt entweder oder, nun las ich: mal mehr, mal weniger –

Ich fahre von dem neuen Berg zum alten, mal mehr, mal weniger Freuden und Vermissen. Mal mehr bunte Bergwiesen, braune Kühe im Familienverband, mal mehr toscanische Gefühle und die große Feuerstelle im Hof. Mal mehr du, mal weniger du, mal mehr ich, mal weniger ich, mal mehr wir, mal weniger wir. Zugewandtheit … der Mond nimmt zu.

zu den abc.etüden 19.17 #3

Was es ist

mit dem Mensch und dem Meer und

was

ist

mit dem Kind das wartet

auf den Vater

den Blick dem Weit des Horizonts zugewandt

verschwunden wie damals

der rote Ball

in Spaniens Meer-


diese Woche waren alle guten Dinge drei zu dem Projekt von Christiane und Ludwig und der Wortspenderin Jaeckie Lindenau (leider finde ich keinen Link), nochmals herzlichen Dank für die Inspiration, ich freue mich schon auf die 20. Kalenderwoche!

zu den abc.etüden 19.17 #2

Als ich nach langer, langer Zeit wieder einmal zum Meer kam, die letzte Düne erklommen hatte und alles Rauschen, alles Vor und Zurück sichtbar wurde, da war es wie immer, ich wurde wieder das Kind, das Mädchen, das ich einst gewesen bin. Gerade noch staunte ich, dann rannte ich los, die Arme dem Himmel entgegengestreckt, hüpfend, springend und jauchzend: la meeeeer…

Kein Mensch weit und breit. Nur ich, mein Mädchen und das Meer.


inspiriert von Christiane,

Ludwig und Jackie Lindenau

zu den abc.etüden 19.17

Menschenskind

guck mal,

das Meer


Wieder folge ich dem Aufruf von Christiane vom letzten Sonntag etwas zu den abc.etüden beizutragen, dieses Mal waren es die Worte

Mensch, Kind und Meer…

Mein Dank an Jaecki Lindenau für die Wortspende und an Christiane, die Unermüdliche und an Ludwig, der Woche für Woche den Aufruf für die micronouvelles gestaltet…

Miniatur #8 – 2017

Es sind die Räume, die zu mir sprechen, sodass ich ja zu ihnen sage; es sind die vertrauten Dinge, die ich in einen neuen Rahmen stelle, es sind die Spatzen vor dem Fenster, die mich Zuhause fühlen lassen. Zuhause ist nicht Heimat, Zuhause kann heimatlich sein.

Miniatur #7-2017

Nichts, nichts weiter #3

425-03-12-12-schneeeule-wachtdraufklick = großes Bild

Noch immer ist aus Nichts Etwas geworden. Ich denke an die helle, wattige Nebelwelt, fern jedes bekannten Sterns in dem mich real umgebendem Universum, von dem ich Sonne, Mond und Venus am besten kenne. Merkur, Mars, Jupiter, Saturn habe ich zu manchen Zeiten gesehen. Ich kenne einige wenige Sternbilder, erinnere mich an grandiose Neumondnächte mit Milchstraße und unzähligen namenlosen Sternen und Galaxien.

Unzählbar und namenlos, ich mag das, wie das Nichts, die Leere, weil sie sind, was sie sind: nichts, leer, namenlos- erst einmal. Erst danach wird etwas sichtbar, erspürbar, erahnbar, erfahrbar. Wie sich noch immer etwas gezeigt hat, gegen das Herzklopfen und eine unbestimmte Aufgeregtheit. Orte ohne Fragen nach dem Woher, Wohin, Warum. Orte, die sind, die mich Willkommen heißen, die mir wohl tun in ihrer Vertrautheit ohne Zweifel und Angst. Hier treffe ich Bewohnerinnen, die keine Eile kennen, Bewohner voll weisem Rat. Ein Ort der plätschernden Brunnen und offenen Tempel durch die ein lauer Wind weht, Schneeeule wacht. Mein Olymp ohne Göttinnenzank, ein Pantheon mit einer runden Öffnung zum weiten Raum, den ich Leere nenne, leer, unbenannt, gleich Nichts. Ein Raum, der erst durch mein Betreten Farben und Formen bekommt. Punkt Null, Leere, Nichts, kein Stillstand, nie, viele kurze Momente, die Glasperlenkette eines Lebens.