Sonntagsbilder 23 2019

Ein Blumenpotpourri oder Pausenbilder

So rot,

so Rose,

so Tulpe,

so bunt, wild und zart.

– alle Bilder werden groß, die Gallerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst –

Bye for now,

ihr Lieben, wir lesen uns spätestens wieder am ersten Wochenende im Juli, jetzt rufen der Sommer, der Garten, die Bäche und Seen und vieles mehr. Bis zum Wiederlesen wünsche ich euch allen viel Gutes und Schönes.

Die Kommentare kann ich während meiner Auszeit weder lesen, noch beantworten, auch werde ich dieses Mal mit den Sonntagsbildern pausieren, danke für euer Verstehen.

WinkeWinke …

Märzrückblick

Und schwupps ist schon April. Das Jahr schreitet voran, ich halte kurz inne und zeige euch noch einige Märzbilder, die ich hier noch nicht gezeigt habe.

Ein Spaziergang am Anfang des Monats

sprießen, sprossen, blühen – drinnen und draußen

Fundstücke auf dem Hof und die Vierbeiner

Am Brunnen und am Bach

 

Dungzeit

Baumfällzeit

Orte 005*

draufklick = große Bilder, die Galerien öffnen sich

Es geht weiter … byebye März, welcome April!



*mehr Orte → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/12/02/sonntagsbild-50-2018/

Rückblick Februar 2019

Und so wie das Licht zunimmt, stehe ich fotografisch vor neuen Herausforderungen. Die Kontraste sind scharf. Helles ist manchmal zu hell, neben den Schatten. Denke ich an das Septemberlicht, was weich in den Kontrasten ist, dann sehe ich mich jetzt zum ersten Mal ganz bewusst den Februarkontrasten gegenüber.

Ein Februar, der von Vorfrühling spricht, wenn nicht sogar von Frühling an sich. Er lockt Tiere und Pflanzen und ich jongliere mit Licht und Schatten auf eine neue Art und Weise.

Vorfrühlingserwachen

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Ums Wasser herum – dem Wasser, das hier Wiese heißt

 

Begegnungen in der natürlichen und in der zivilisierten Welt

Florales

 

Lämmchen und ihre Mütter

Bei all dem gilt es nicht zu vergessen, dass wir Anfang Februar noch viel Schnee und Eis hatten.

Novemberbilder 2018

Am Ende des Monats zeige ich euch gerne wieder die Bilder, die ich bislang noch nicht gezeigt habe. Grauer November? Nicht hier. Wenn nur nicht der Wassermangel wäre … aber irgendwas ist ja immer.

Raus geht`s

Vor der Haustüre – mit und ohne erstem Schnee

Oh … hallo!

Unterwegs

Im Garten

Am Brunnen

Die Ziegen sind von ihrer Sommerweide zurück, ich habe sie vermisst! Und Kleine gibt es auch schon wieder.

Kein Monat ohne Vollmond, dieses Mal etwas diffus und eine Nacht bevor er ganz rund war, auf dem Weg von hier nach da

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Weiter geht`s – Auf Wiedersehen November – Willkommen Dezember

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Rückblick – Oktober 2018

Der Oktober ging so schnell vorbei!

Heute zeige ich wieder Fotos vom vergangenem Monat, die ich bislang noch nicht gezeigt habe. Viel war ich nicht unterwegs. Zweimal habe ich mir einen Virus im Kindergarten eingefangen und hütete Bett und Wohnung, sodass ich auch einige Stillleben fotografierte. Kaum war ich wieder genesen war die To-Do-Liste lang. Manchmal freue ich mich schon jetzt aufs Rentnerinnendasein!

Stillleben

Vor der Türe

Ein Sonntagsspaziergang mit dem Liebsten

Im Garten

Das Hängebauchhausschwein freut sich über den verbliebenen Schnittmangold.

Noch ist wenig Wasser ist in den Bächen und kleinen Flüssen, aber es ließ sich Gold in ihnen finden und im Rhein auch.

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Nun gehen alle Kräfte nach Innen, die Nebelzeit kommt, seit Samstag regnet es immer wieder, es windet, wie gut das tut! Auf Wiedersehen Oktober, hallo November!

Zur Erinnerung, am kommenden Wochenende beginnt der zwölfmonatige Zyklus mit Bildern, Geschichten und Musik aus dem Alltag → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/10/19/alltag-eine-idee/


alle Bilder © Ulli Gau

Miniatur 005 2018

Es gibt Nomadinnen und Nomaden, es gibt Sesshafte, Mäandernde und Flüchtende. Es gibt Sichtbares und Unsichtbares. Vielleicht gibt es Engel. Aber bestimmt gibt es mehr als wir wissen. Es gibt Boote, Busse, Züge, Flugzeuge, Autos, Mopeds, Fahrräder, Straßen-, Hoch- und Untergrund-Bahnen und die Füße. Es gibt Kreuzungen und Knotenpunkte, ein „Hello and Good Bye“, ein „where do you come from, where do you wanna go“. Unterwegssein.

Hello – goodbye – tausendfache kleine Tode.



Zur Erinnerung (für mich, für dich) → https://cafeweltenall.wordpress.com/2015/07/04/es-liegt-an-mir/

Llanes – Bilder und mehr – 2 –

0106 03.04.16 warten

In meiner Rubrik der kurzen Zeilen schrieb ich am 15.02.2016:

Es ist ihnen nicht eingefallen ihre Kleider auszuziehen und nackt in den Wellen zu spielen. Sie ließen Boote zu Wasser, sie kannten die Fische, die sie nährten. Das schon. Frauen saßen am Abend und warteten auf die Wiederkehr und den großen Fang. Sie hatten nie schwimmen gelernt, nur die Schwermut und die Furcht vor den plötzlich losbrechenden Stürmen.

In Llanes, einem kleinem Hafenstädtchen an der Küste Asturiens, entdeckte ich obige Skulptur: „Die Wartende“, die mich sofort begeisterte. Leider vergaß ich die dazugehörige Tafel zu fotografieren, sodass ich den Namen des Künstlers nicht mehr weiß.

Oft stört mich auf den Fotos von Skulpturen die Umgebung, sodass ich mir immer wieder erlaube sie auszuschneiden und in andere Hintergründe zu setzen, meine Art die Werke von anderen zu würdigen.

0106a 03.04.16 warten

Llanes ist eine alte Stadt und ein Eldorado für mein Fotoauge, Tage hätte ich dort zubringen können, obwohl die Stadt klein ist. Faszinierend sind Architektur, Ruinen, enge Gässchen zum Flanieren. Wie eigentlich fast überall in Asturien stehen Ruinen neben Prachtbauten. Mauer zerbröseln neben einigen wenigen modernen Bauten, manche davon sind in ihrem Neubau stecken geblieben: ich sag nur inflationärer Bauboom.

Dass Spanien nicht mehr wohlhabend ist, wird gerade in den Städtchen sichtbar, die auf Tourismus angewiesen sind, um zu überleben. Llanes wirbt mit der Altstadt, die wirklich sehenswert ist und mit einer Installation am Hafenbecken des baskischen Künstlers Augustin Ibarrola, der 1930 in Bilbao geboren wurde. Seine Installation hat er „Cubos de la Memoria“ genannt, „Gedächtniskuben“. Es handelt sich um Betonquader, die als Wellenbrecher fungieren und von dem Künstler bemalt wurden. Mehr über die Stadt kann man hier nachlesen →

Cubos de la Memoria

So ganz wirklich überzeugt hat mich das Werk, bis auf wenige einzelne Quader, nicht, dennoch luden mich die Kuben dazu ein, zwei Bildtafeln zu machen.

0105 02.04.16 Llanes

0105a 03.04.16 Llanes

Richtig gut gefielen uns allerdings die unbemalten Quader, die von Wind, Wellen und Zeit gezeichnet sind, Kunstbanausen, wir …

Hafenimpressionen

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0105ab 03.04.16 Llanes

Fenster und nochmal Fenster

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Markttag in Llanes

Auch hier wird die kleine Geldbörse der meisten EinwohnerInnen sichtbar, die angebotenen Klamotten sind billig, das Material meistens 100% Polyester. Ich machte mir so meine Gedanken, wohin wir als Menschheit eigentlich gerade steuern: Biobaumwolle, Baumwolle und reine Wolle für die Mittelständischen (die immer weniger werden) und natürlich für die Wohlbetuchten … im wahrsten Sinne des Wortes, für die anderen Billigware aus Hongkong oder sonstwo und aus Plastik, das dann wiederum kaum recycelbar ist und so manchem Fisch den Tod beschert. Plastik und Schrott waren Themen über die wir immer wieder stolperten, ob nun bei den Klamotten oder an den Wegesrändern, ob in den Bergen oder am Meer. Doch dazu ein anderes Mal.

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Fortsetzung „Prachtbauten und Ruinen“ folgt

Eine Auszeit in der Auszeit

001 einstieg

Ich steige wieder langsam ein. Auch in Bloghausen habe ich nun die ersten Besuche gemacht, aber insgesamt bin ich doch noch sehr mit meinem Erlebtem beschäftigt, mit meiner Reise nach Asturien und meiner inneren Reise, die ich dort machte.

Visionssuche heißt das Zauberwort, eine Auszeit in der Auszeit. Drei Tage und Nächte schweigen, fasten, über die Erde gehen, bzw. die Berge hinauf und hinunter, auf der Erde sitzen, eine Wegmarkierung setzen, das, was ich loslassen will dort hineinlegen. Die Berge, Adler und Geier waren meine Zeugen, der blühende Stechginster auch und so manches Bergblümchen, gerade frisch aufgeblüht, namenlos und wunderbar, von Bäumen und Sträuchern, Himmel und Erde mal abgesehen.

003 stechginster
Ich wurde durchlässiger, die Sinne wurden von Tag zu Tag wacher. Ich spürte, roch, schmeckte, hörte, schaute, soweit es mit meinem desolaten Auge ging. Spüren, den Wind und die Sonne auf meiner Haut, die noch kühle Erde unter meinem Po. Das Land war weit, lieblich und gewaltig zugleich, wild und halbwild, hier war Raum. Adler (oder waren es Geier) kreisten so nah über meinem Kopf, dass sie Schatten auf mich warfen. Was sahen sie, sie, die Vögel mit dem größten Weitblick? Ich saß unterhalb des Gipfels, an einen Kalkfelsen gelehnt, mit meinem Regencape unterm Po, leise vor mich hinmurmelnd, von Angesicht zu Angesicht mit mir, meinem Leben, meinen Liebsten und Nichtliebsten. Ich sagte, was es (noch) zu sagen gab, ich verabschiedete mich, ich bedankte mich.

Ich liebe.

„Sie setzt sich in den Kreis, sie ruft. Es kommt, was kommt. Es kommt, wer kommt, alle sind willkommen. Und wieder reißt ein Schleier. Nun ist es nur noch einer. Die kleine blaue Frau denkt an die Insel des Spiegels, an: keine Reue, kein Bedauern, keine Scham und keine Schuld. Sie nimmt Abschied, sie vergibt, sich und allen anderen. Tränen fließen, Lachen perlt, letzte Liebes- und Dankesworte werden gesprochen. Bei manchen trifft sie auf Schweigen, bei anderen auf Abkehr. Nicht alles ist leicht.
Dann ist es vorbei. Nebelschwaden ziehen Schleier vor den Mond. Die kleine blaue Frau ist eingeschlafen.“

copyright Ulli Gau – Ausschnitt: Die kleine blaue Frau träumt Meer

004 geier oder adler

(Geier oder Adler?)

Die Adler (oder waren es Geier) sahen was war. Sie sahen eine kleine, ins Alter gekommene, pummelige Frau auf der Erde sitzen. Eine, die mit sich beschäftigt war, die keinen Schaden anrichten wird. Sie sahen mich. Wie der Hengst, rechts neben mir auf einem Hügel, er, der Chef der Herde, wie es mir schien. Ich schaute mit dem Fernglas, unsere Blicke trafen sich. Wir schauten uns lange an, unterhalb des Hügels graste die Herde. Allein und wild leben sie dort oben in den Bergen, ziehen ihre Bahnen, grasen und laben sich an der Quelle, die in einem Betonbecken gefasst wurde: halbwild eben. Sie schenkten mir Ruhe und Frieden, ich dachte nicht mehr an Wildschweine, die ja eh eher nachtaktiv sind, aber man weiß ja nie.

Die Nächte waren hell, es ging dem Vollmond entgegen, die Tag- und Nachtgleiche fiel in meine Auszeit. Alles spielte mit, alles war Spiegel. Ich spiegelte mich, ich ließ mich spiegeln. Nicht alles war einfach!

009 Nachbars Hund

Es kam die dritte Nacht. Käuzchen rief, Fuchs bellte, Nachbars Hund wachte, der Regen war gestern, am Morgen ging die Sonne auf. Ich war wieder zurück.

005 am morgen

Ich … dieses wandelbare Ding, das zulässt, loslässt, weglässt, lässt. Ich, die ich Gestalten verändere, die ich Viele bin, mit und ohne Flügel, mit leichtem und mit schwerem Schritt, bergauf und bergrunter. Leise, achtsam, mit weit offenen Sinnen und dieses mal auch ohne Kamera*. Bilder für mich. Stille Bilder, leise Lieder, weitergehen.

006 stille bilder

Bloghausen … unterwegs sein … wie es gerade auch wieder Jürgen ist. Als ich ihm nun auf seiner Route rückwärtig folge, spüre ich, dass er es SO richtig macht! Zwischen zweien seiner Etappen höre ich mich fragen, ob es nicht auch für mich nicht noch einfacher, noch schlichter geht. Klar, ich muss wirklich nicht viel haben, habe ich auch nicht, trotzdem ginge noch weniger. Ja, es ist wunderbar erholsam für eine Weile noch schlichter, noch einfacher zu leben, aber doch nur, weil ein etwas komfortableres Nest woanders wartet. Weil der Mensch (weil ich) auf Dauer nicht gern allein ist. Weil es ein Alter gibt, in dem es manches zu überdenken gilt. Was wäre wenn … genau dann ist so ein ganz schlichtes, einfaches Leben, irgendwo, in irgendwelchen Bergen (oder am Meer oder …), ohne Familie, Freundinnen und Freunden, ohne Vertrautheit, aber mit viel Fremdheit, keine Option.

007 schlicht

Auszeiten nehmen, in einen Rückzug gehen, das sind temporäre Optionen für die ich dankbar bin, die ich gerne noch ausdehnen, die ich gerne vermehrt in meinen Alltag einbauen möchte. Es ist die innere Haltung zu den Dingen und Geschehen, es ist nicht die Welt!

Jürgen schrieb, dass er besser damit fährt (im wahrsten Sinne des Wortes), wenn er sich den Tag und die Etappe nicht schon vorher vorstellt. Nie wird es so, wie es ihm seine Gespenster an manchen Tagen einzuflüstern versuchen. Aber auch nicht anders herum, wenn die Engel singen. Ich nicke, ich denke an meine Auszeit in der Auszeit, ich denke an meinen Plan und das, was dann wirklich geschah.

Unterwegs sein … alles ist Spiegel … immer. Kein Ziel, keine Abfahrt, keine Ankunft. Unterwegs sein.

008 unterwegs sein

Anmerkung

* ohne Kamera galt nur während der dreitägigen Auszeit, ansonsten sind alle Bilder, die ich hier zeige von meiner Reise – andere folgen

Gestern zeigte ich auch ein Bild bei pixartix →

 

Studien

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Ob ich nun zeichnen (malen) kann oder nicht und ob das jetzt Kunst ist oder nicht, es ist, was es ist: ich bin unterwegs …

(Danke nochmals an Jürgen für diese Definition, seitdem gleitet der Stift leichter)

Geschichten von unterwegs

01 unterwegs

Zunächst ist es der Tanz mit den Kurven, der Kupplung, dem Schaltknüppel und den Bremsen, während der Blick über blühende Löwenzahnwiesen, weisse Kirsch- und Pflaumenbäume gleitet, hin zu den verblühten Fliederbüschen im Tal und den frischen Holunderblüten.

Was … jetzt schon? Ich staune. So, wie ich immer staune, wenn die Ebene in einem Kleid erscheint, das auf dem Berg noch im Schrank hängt. Surreal wirkt die leuchtend rote Klatschmohnwiese unter dem Alupalast, zwischen der Höhe und unten angekommen.

Nach all dem Gleiten und Schalten von oben nach unten hat mich irgendwann der Sog der Strasse wieder. Der Sog, der mich immer mal wieder, am Ziel angekommen, fragen lässt, wer sich nun eigentlich bewegt hat: die Strasse unter den Rädern, einem Fliessband gleich, oder eben doch ich den faradayschen Käfig? Wären da nicht die Pausen und damit mein Blick von aussen auf die Bahn, mit einer eigenen Komponente von Unwirklichkeit, wüsste ich es manchmal nicht mit Gewissheit zu sagen. Fahren auf der Autobahn kommt oft einer Trance gleich, einer mit hellwachen Sinnen, immer das Obachtschild im Kopf, die Strasse und ihr Geschehen im Auge.

Geschichten von damals und vordamals weben sich ins Jetzt hinein. Manchmal genügt ein Kennzeichen und schon halte ich Ausschau nach Menschen aus längst vergangenen Zeiten. Oder es ist eine Ausfahrt zu einem Ort, wo ich einst jemanden kannte oder selbst einmal lebte oder Besuche machte und mache, nur nicht gerade jetzt, oder es ist eine Raststätte, ein Parkplatz wo sich Geschichten über das Jetzt legen. Sie kommen und gehen im Takt der vorwärts rollenden Räder.

Weisst du noch … es erzählt sich von selbst …

… diese drei schweren Jungs von vor ein paar Wochen, ihre Blicke so finster, wie das gesamte Drumherum … drei schwere Jungs und die Helden der Dreispurigkeit im Allgemeinen, ihre Ungeduld, ihr Gedrängel, ihre Lichthupen und ihre bösen Blicke, wenn ich endlich rechts einschere, um sie vorbei rasen zu lassen. Manchmal gerate ich dabei in zu viel gesehene amerikanische Spielfilme, halte kurz den Atem an, spüre fast schon den Aufprall auf der linken Seite, als ob sie mich endgültig von der Bahn schubsen wollten …

Brumm, brumm, brumm der olle Grimm, der fährt herum, wer ihn anschaut oder lacht, kriegt den Buckel voll gemacht …

Ausatmen, weiterfahren, den schweifenden Blick geradeaus, nach hinten und zur Seite. Felder bestückt mit Windrädern, neuerdings auch mit Sonnenkollektoren,neben blühenden Rapsfeldern. Die junge Gerste schaukelt ihre Grannen im Wind … Die nächste Raststätte kommt. Pause. Seltsam leer ist es hier und ich frage mich, ob sie nicht ganz geschlossen wurde. Steige aus, trete ein. Drinnen palavern zwei Italiener an der leeren Lounge. Ich folge dem WC-Schild. Als ich zurückkomme, palavern beide, nun auch von lebhaften Gesten untermalt, mit zwei Polizisten:

„Ein LKW-Fahrer, er sprach nur schlecht Deutsch, hat uns gesagt, dass dort hinten eine Frau liegt. Tot ist sie nicht. Aber wir wissen auch nicht. Sie reagiert nicht.“

Dann bin ich auch schon wieder draussen. Was war das denn? Ich steige ein, fahre weiter und lausche der Fortsetzung des Krimihörbuchs von Hakan Nesser …

Pinkelpausen müssen sein. Das nächste Mal ist es ein Parkplatz. Der Wald ruft. Auf dem Weg kommt Einer, der sich gerade den Hosenstall hochzieht von rechts, ich gehe nach links. Gut so … denn nur kurz dahinter kommt schon der Zweite. Autobahnstrich für Kerle?

Seltsam … Was passiert hier?

Die nächste Geschichte kommt, die von den Wohnwagen, die neben der Strasse in einem Waldstück abgestellt wurden, mit Herzchen verziert und leuchtenden roten Lämpchen am Abend.Von hier geht es zu den verdreckten Dünen vor den Türen Roms, zwischen denen ausgemergelte farbige Frauen auf Campingstühlen sassen, eine wackeliger, als der andere … Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal ein anderes Hörbuch wählen,eins, das mich zum lachen bringt, wie vor einigen Wochen der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang, vielleicht finden ja dann die kleinen Krimis innerhalb der Realityshow auf anderen Pausenplätzen statt. Oder ich höre wieder nur Musik, Lieder bei denen ich laut mitsingen kann, Töne finde, die ich sonst zurückhalte, nur nicht in meinem faradayschen Käfig, dem einzigen Käfig, in den ich mich gerne freiwillig begebe. Auf meinen Wegen von Süd nach Nord und zurück liegen die Geschichten und Bilder am Wegesrand, ich muss sie nur pflücken.

(die Idee eine Geschichte von unterwegs zu schreiben ist von Soso, auf ihrem Blog erschienen nun schon unterschiedliche Geschichten und Bilder zum Thema … wer jetzt Lust bekommen hat ebenfalls eine Geschichte von unterwegs zu schreiben ist herzlich eingeladen …)