Ping Pong 028

Ping

GERDA AN ULLI → ALS SIE NOCH LEBTEN …

PONG

ULLI AN GERDA → … WAR ALLES EIN UR

PING 029

ULLI AN GERDA → BEI SONNENUNTERGANG RIEF DIE EULE DIE …

draufklick = große Bilder – please click to enlarge



WAS BISHER GESCHAH → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

Von Bäuchen und Höhlen

Für Gerdas Projekt

Venus von Willendorf, Venus vom Hohle Fels, eine Erdmutter

Wieder stöberte ich durch meine und durch digitale Archive. Hängen geblieben ist der Satz unter dem Bild der Venus vom Hohle Fels: „Die Geburt der Kunst“.

Ja, um Geburt geht es mir, ob nun von Kunst oder dem Leben. Kunst ist Ausdruck des menschlichen Lebens, ist Verehrung, ist Liebe, ist Schönheit, ist Kritik, ist Spiegel und mehr.

Um Höhlen geht es mir, ihrem Blick von Innen nach Außen. Luna darf für mich bei diesem Thema nicht fehlen!

Um Schutzräume geht es mir. Höhlen sind Schutzräume für Tier und Mensch. Höhlen führen ins Erdinnere, in andere Welten, mal Unterwelt, auch Hades genannt oder Untere Welten, wie es im Schamanismus heißt und sie führen in Schattenreiche, aus psychologischer Sicht.

Um Bäuche geht es mir, Bäuche sind Höhlen, sind Schutzräume für die Organe, Schutzräume für neues Leben bei den Frauen.

Ich denke an Nester,

an Nestbau,

an Fruchtbarkeit und an rote Eier.


So schlage ich meine Bögen von einem zum anderem …

Die Bilder stammen aus verschiedenen Epochen, nur die erste Bildtafel ist neu zusammengestellt.

Wer mir schon länger folgt weiß,  dass die Venus von Willendorf im Närrinnenzyklus auftauchte. Die Erdmutter ist eine Tonfigur von einer meiner Lehrerinnen, die ich abfotografiert habe. Wer sie geformt hat weiß ich nicht. Sie war Bestandteil der einen und anderen Fotomontage und Collage in 2011 und 2012, z.B. hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2012/01/24/oh-du-alte-mutter-erde/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2012/10/28/its-a-black-magic-woman/

Das Nest ist eine neue Fotomontage und die drei folgenden Bilder habe ich heute bearbeitet, diese aber lasse ich jetzt unkommentiert, vielleicht magst ja du? Nur so viel will ich verraten, eins ergibt das andere.

wie immer werden alle Bilder groß, die Galerie öffnet sich, wenn du sie anklickst –


Die Bilder der Venus von Willendorf und der Venus vom Hohle Fels habe ich aus dem Netz gefischt, alle anderen Bilder © Ulli Gau

Mein Tanz, mein Lied

0154 05.09.2014 über die Liebe

Gerade noch saß ich auf der Treppe und sinnierte über mein Lebenslied. Es  sang in mir. Ich kenne mein Lied, ich singe es oft. Den Tanz darf ich noch weitererforschen. Mit den Möglichkeiten des Jetzt.

Es finden sich Worte, ich erzähle, mir. Die Zeit ist immer jetzt, gestern ist jetzt, morgen ist jetzt, jetzt ist die Weite des Hochtals und die Weite in mir. Bewegungen in mir. Figuren, die ich sind, die ich schon kenne. Es ist eine Neugierde in mir. Morgen ist immer noch weit, nicht weg, nur weit. Das Ende ist Jederzeit. Immer kann es kommen, unverhofft oder uralt. So what?! Morgen ist immer noch weit. Die Arme öffnen sich, ich umarme das Hochtal, den Abendhimmel. Da kommen zig Schwalben geflogen, ganz nah. Ich fliege mit ihnen zur untergehenden Sonne. Ich singe. Ich tanze. Jetzt.

Ich gehe ins Haus hinein. Ich lächle. Der Schritt, vorhin noch mit schweren Beinen vom vielstündigen Kachellauf, ist jetzt beschwingt. Mal schauen, ob Jemand geschrieben hat oder etwas zeigt. Da finde ich das:

https://cambraskade.wordpress.com/2016/08/30/wie-es-ist-das-leben-als-tanz-zu-begreifen/

Ich lächle. Ich freue mich sehr.

In der Weite wohnen die Begegnungen. Aus der Weite kommt das Mitgefühl, die Liebe, Freiheit, Glück. Angst macht Herzen eng, Neid und Vergleiche auch. Das enge Herz hat keine Fühler, die die Weite ertasten, es kreist um sich selbst herum, steht vor verschlossenen Türen, findet Eingang nur zu Dunkelkammern. Eins ums andere Mal dreht es sich um sich selbst. Manchmal bekommt es eine Idee, wie es sein könnte, wenn ein Lichtstrahl zu ihm dringt …

Morgen ist immer noch weit, bleibt unbekannt und unbenannt.

0129 13.08.14

The Unknown

Das Ostschild singt und tanzt sich ein …

Opferlamm oder das schöne Leben …

0135 29.07.15 Begegnung Jürgen Küster u. ich -Opferlamm-

Ja, auch dieses Bild ist eine Weiterführung der Begegnung von Jürgen K. und mir. Aber darum geht es jetzt und hier gerade nicht. Es geht um das Opferlamm und den Satz „Das Leben ist schön“.

Ein Satz und ein Film. Den Satz las ich heute bei Soso und den Film sah ich einst.

Ich hörte und las in den letzten acht Tagen viele Sätze, unter anderem auch den, dass der Krieg wieder zurück nach Europa gekommen ist. Wer ist das Opferlamm, wo ist der Krieg und wieso ist das Leben schön?

Das Opferlamm sind all die Menschen, die heute auf der Flucht sind, die, nicht nur in unserem Land, stigmatisiert und weiter verfolgt werden, die zu Tausenden vor Europas Küsten ertrinken, die verhungern, an Seuchen sterben und so weiter und immer weiter fort. Das Opferlamm sind auch Mädchen und junge Frauen, die zu Tausenden und zum zigstem Mal vergewaltigt, verkauft und zur Prostitution gezwungen werden. Das Opferlamm sind die Fische und Vögel an den Meeresküsten, die am Plastik verrecken, das sind die Inuit, die unter dem Klimawandel leiden, andere Inselvölker, denen aufgrund des Selben, das Wasser nur noch einige wenige Jahre lässt, bis sie ihr Zuhause verlieren. Das Opferlamm sind aber auch all die Menschen, die keine Arbeit finden oder nur zu absolut unwürdigen Bedingungen und es sind die Menschen, die aufgrund der Welt, weil sie ist, wie sie ist, psychisch erkranken oder gleich aus dem Fenster springen. Mir fallen noch viele Opferlämmer ein, aber hierbei will ich es einmal belassen, ihr wisst, was ich meine, oderrr?!

Das Leben ist schön. Ist es das? Es ist dann schön, wenn ich vor die Türe trete und einen Gang durch den kühlen Wald mache und dabei die Augen nicht allzu weit öffne, um nicht zu sehen, was mich letztlich eines Anderen belehren will. Klimawandel, Waldwirtschaft und letztlich die Gier des Menschen nach immer noch mehr und vor allen Dingen noch mehr Bequemlichkeit und Schön-schön auf Kosten von schönem Leben.

Ich nenne es mal wahres Leben und denke, dass das Wahre nackt ist. Nackt, weil es wächst und lebt, weil es eben nun einmal so wächst und lebt, wie es das tut, ohne Wollen, ohne Ziel. Schönes Leben, das unter der Lupe betrachtet,auch nicht gerade immer nur schön ist, wenn ich es als Mensch betrachte, mit all meinen Empfindlichkeiten.

Das Leben ist. Und manchmal eben auch schön …

DSC_0381a

Und der Krieg? Der ist auch. Ständig, irgendwo und immer und gerade eben auch direkt vor deiner Haustüre. Es ist die Geschichte mit der Gewalt und gerade die tobt sich immer heftiger aus, da muss ich nicht mehr weit gehen, da muss ich mich vielleicht nur einen Knopfdruck weiter in den sozialen Netzwerken tummeln … So, wie es gerade eben ist und zugeht in der Welt, ist die Schönheit des Lebens nur ein Aspekt von Dringlicherem. Wie es gehen kann zeigte sugar4all gestern.

Um nicht falsch verstanden zu werden, auch ich finde das Leben oft wunderschön, vielleicht gerade deswegen tut mir so Vieles gerade weh!

bitte lächeln

Wie wollen wir leben?

065 28.04.15

Das gute Leben – copyright Ulli

Wie wollen wir leben? So hiess ein Vortrag der Journalistinnen Ute Scheub und Annette Jensen (taz-Berlin) am Dienstagabend, 28.04.2015 in der Murgtalhalle. Eine Veranstaltung der Initiative: Murg im Wandel – für ein gutes Leben … Ute Scheub und Annette Jensen schrieben gemeinsam das Buch: Vom Bruttosozialprodukt zum Bruttosozialglück. Hierhin werden u.a. viele positive Beispiele aus Deutschland und der Welt genannt, die Bürger und Bürgerinnen, jenseits der Hauptströmung, in Dörfern, Städten und auf dem Land verwirklicht haben. Beispiele, die Mut machen. Noch einmal hat es mir gezeigt, dass es nicht immer die grossen Projekte sein müssen, Kleinvieh macht eben bekanntlicher Weise auch Mist.

So hat zum Beispiel eine ehemalige Reinmachefrau nicht akzeptieren wollen, dass den Putzmittel chemische Oxalsäure zugesetzt werden, worauf sie und viele ihrer Kolleginen mit Ausschlägen zu kämpfen hatten. Als sie nun eh wegen Schliessung des Werks arbeitslos werden sollte, setzte sie ihre Idee um und forschte in der Pflanzenwelt nach natürlicher Oxalsäure und wurde fündig. Sie hat ein Reinigungsmittel auf rote-Bete-Basis kreiert und hat Erfolg.  Sie hat sich ihren eigenen Arbeitsplatz geschaffen, ihr Sohn betreibt die Vermarktung und mittlerweile hat sie zwei Angestellte aus dem Dorf. Geht doch … Klar, überlege ich gleich, wieviel rote-Bete-Felder es nun brauchen würde, wenn jetzt alle Menschen … ihr wisst schon! Wenn nämlich alle Menschen nur noch Bio-Baumwolle tragen wollten, dann hätten wir so ziemlich flächendeckend einen Baumwollplaneten … wäre nachzuprüfen! Genug geunkt.

Denn schliesslich ging und geht es um positive Beispiele. Um Visionen wie das Leben auf diesem Planeten zu organisieren wäre und ist, damit die Horrorszenarien nicht Wirklichkeit werden. Tausend Menschen danach befragt, was für sie Glück ausmacht, kristallisieren sich einige gemeinsame Punkte heraus: soziales Miteinander, Vernetzung, Entglobalisierung, Mitspracherecht, Grundeinkommen für alle, Genossenschaften, lebendige Demokratie … sind jetzt die, die mir noch spontan einfallen.

Noch etwas bewege ich in mir. Laut Ute Scheub und Annette Jensen braucht es 5% der Bevölkerung, die sich anders organisieren und dafür laut einstehen, um Politiker und Politikerinnen wach zu rütteln … Gerne zitiere ich noch einmal Pierre Rhabi:

„Seinen Garten zu bestellen wird als ein politischer Akt des legitimen Widerstands gegen die Abhängigkeit des Menschen verstanden werden.“

Ja, ich mag es, wenn sich viele Menschen in einer Halle versammeln und einmal positiven, vorgelebten Beispielen und Möglichkeiten lauschen. Ich mag es auch, wenn sie in einer Art gemeinsamen Spiel, Bilder in sich aufsteigen lassen, wie das Leben in 30 Jahren denn aussehen könnte. Und ja, ich weiss auch, dass es darum geht positive Haltungen und Bilder zu entwickeln, damit sich diese manifestieren können. Gleichzeitig weiss ich aber auch um die Macht und die Kälte derer, die gerade dabei sind den Karren so richtig in den Dreck zu fahren. Was ist, wenn diese 5% nicht in dem Sinne wachrütteln, dass es auch in den politischen Instanzen und in der Wirtschaft zu einem Umdenken kommt, sondern es ins Gegenteil umschlägt und fröhliche Ideologinnen und Ideologen und ernsthafte Alternative kriminalisiert werden? So, wie es zum Beispiel gerade eben (mal wieder) den Kurden und Kurdinnen widerfährt …

Kurzer Einschub – Kurdistan, das war einmal, nun ist es drei geteilt und heisst Türkei, Iran und Irak … Kurdinnen und Kurden im eher türkischen Teil haben damit begonnen sich in kleineren Städten und Gemeinden, in Dörfern und den Landstrichen herum selbst zu organisieren und zu verwalten. Die Betätigungsfelder sind mannigfach: manche legen Samenbanken für kostbare Wildpflanzen an. Das ist notwenig, da sie entweder breitflächig abgeerntet werden oder den dort ansässigen Bauern versucht wird Montsanosamen zu verkaufen. Es wurden auch Räte gebildet, es wird um die Belange, Landwirtschaft, Handel, Leben und Konflikte und … diskutiert, Entscheidungen werden im Konsens gefällt. Genossenschaften wurden gegründet, für gerechtere Löhne und gemeinsamer Arbeit. Ausserdem wird auch getauscht, statt gekauft/verkauft. Und es funktioniert … aaaber es ist nicht Recht, nicht der türkischen Regierung, sodass viele von diesen Menschen (wieder einmal) kriminalisiert wurden und Zurzeit in türkischen Gefängnissen einsitzen. Nein, wir sind hier nicht in der Türkei … aber in Deutschland … in Europa …

Ich möchte gerne an die 5% im positiven Sinne glauben! Bleibe aber skeptisch! Wie ich generell an diesem Abend doch skeptisch geblieben bin. Es deuchte mir, dass hier ein rosa Tüllvorhang vor den Augen wehte … besonders bei den Visionen … klar, klasse Ideen, aber wenn ich durch die Strassen gehe, dann schaue ich in viele Gesichter, die solche Ideen überhaupt nicht teilen! Zum Beispiel …

Natürlich werde auch ich weiterhin darum bemüht sein kleine, glücksbringende Schritte zu tun. Für mich und für andere, für ein gutes Leben … Gleichzeitg vergesse ich nicht, dass es ein Privileg ist hier zu leben und die Musse zu haben mir, gemeinsam mit anderen, darüber Gedanken zu machen, wie denn ein gutes Leben aussehen könnte … und das auch noch global … aber bitte … bleiben wir doch lieber regional!

Der kleine Ort Murg beweist, dass mit einem offenen Bürgermeister und einer aktiven Bürgerschaft vieles zu bewegen ist (siehe Webseite). Ute Scheub und Annette Jensen hatten ebenfalls viele solcher positiven Beispiele gesammelt, aber all das funktioniert eben auf der regionalen Ebene- wie es dann bundesweit oder europaweit oder gar global funktionieren könnte, weiss kein Mensch! Ich bin eh der Meinung, dass regional eben regional heisst, ich möchte nicht mit einem Lösungskoffer an afrikanische Türen klopfen, dazu habe ich schlichtweg kein Recht und das war und ist der Fehler seit Jahrhunderten vom weissen Volk, nicht nur in Afrika! Was sich rächt … irgendwie … und auch nicht mehr wirklich übersehbar!

Ich traf alte Bekannte an diesem Abend wieder. Eine versicherte mir mit entschlossener Miene, dass sie fest an den Quantensprung in der Menschheitsgeschichte glaubt … er stehe quasi vor der Türe … Ist solch ein Glaube nicht schlichtweg ein Versuch des Selbsttrostes in einer Welt, in der die Probleme schneller wachsen, als das Gras auf der Wiese … die versucht sich selbst zu überholen, mit allen Konsequenzen? Ich bleibe skeptisch! Wie gesagt, ich sah rosa Tülltücher wehen … sorry und weg …

Das Eis bricht

„Das Leben singt in unserem Schweigen und träumt in unserem Schlummer …

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… Und wenn wir weinen, lächelt das Leben dem Tag, und es ist frei, selbst wenn wir in Ketten gehen …

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… Das Leben ist tief, prachtvoll und weit entfernt zugleich; und obwohl euer Blick nur seine Füsse fassen kann, ist es euch nah;

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und obwohl nur der Hauch eures Atems sein Herz erreicht, streift der Schatten eures Schattens sein Gesicht, und der Widerhall eures schwächsten Schreis wird Frühling und Herbst in seiner Brust …

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… Aber wenn das Leben spricht, werden alle Winde Worte; und wenn es von Neuem spricht, so wird das Lächeln auf euren Lippen und die Tränen in eurem Aug`zum Wort …

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… Wenn es singt, hören es die Tauben und sind ergriffen; und wenn es sich langsam nähert, sehen es die Blinden und sind entzückt und folgen ihm verwundert und erstaunt.“

von Khalil Gibran: Im Garten des Propheten

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Es singen wieder die Vögel am Morgen und das Eis bricht …

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Schnörkellos

bis auf die Knochen

Weg mit den Schnörkeln, den feinen Metaphern, den lyrischen Momenten? Gibt es etwas zu ummänteln, zu verbergen, zu beschönigen oder zu vernebeln?

Gnadenlos nannte man mich in jungen Jahren. Das sagten solche, die mir etwas bedeuteten, von denen ich nicht fallen gelassen werden wollte. Die gnadenlose Ehrlichkeit in immer unpassenden Momenten … Gibt es passende Momente für die Ehrlichkeit, für kritische Töne, für zuschlagende Türen? Ich lernte, dass es geschickte Mittel gibt.

Es hat gedauert, bis das gedrückte Kreuz eine gerade Wirbelsäule wurde. Mindestens genauso lang, bis ich fallen liess.

Das Kind wird laut und lauter, wenn es nicht gehört wird. Verstummen ist ein letzter Schritt oder eine Temperamentfrage. Die einen müssen lernen ihrem Zorn einen Raum zu geben, ohne zu verletzen, die anderen sich still in den Arm nehmen zu lassen.

Alles herunterbrechen, bis auf die Knochen gehen, kein Fädchen Seide, keinen Klacks Sahne lassen, keinen Trost, nur ein Ist, ob dunkel oder hell, ob Liebe oder nicht.

Wem nutzen Beschönigungen? Wem Schnörkel? Die Zeit der Putten ist abgelaufen. „Der Karton mit der Aufschrift „Verständnis“ ist leer“, singt Georgette Dee. Wo Moral gebogen wird, wie es gerade gefällt, Gesetzesbücher zu undurchdringlichen Dschungeln und Engel fallen gelassen werden, legt sich ein subtiles Dunkel über Tage und Jahre, klopfen Herzen Angst, werden Stimmen laut, die zuvor totgeschwiegen oder nicht mehr für möglich gehalten wurden.

Wer Kinderrücken bricht, muss sich nicht wundern hinterrücks von den Söhnen gemordet zu werden und von den Töchtern verraten.

Wenn die Kleinen mit den zu grossen Ranzen auf den schmalen Rücken das erste Mal das Schultor durchschreiten, öffnet nicht nur ein Klassenzimmer seine Türe. Die Welt beginnt ihr Spiel: Erster, Grösste, Schlechtester, Stärkste, Schönster- es beginnen die Übungen den Kopf oben zu behalten, die Tränen für sich, den Ball ins Tor zu schiessen oder in der Luft zu halten. Rücken wachsen, Rücken werden gebuckelt. Spätestens jetzt bekommt das Wort Macht einen Geschmack, einen Ton, eine Farbe. Ressourcen wachsen, wo Zweige gebrochen werden. Vertrauen bleibt, solange Pflaster auf Wunden geklebt und dazu Lieder gesungen werden. Das Leben anzunehmen scheint leichter, wenn man eingebettet ist und Liebe atmet.

Der Generationenreigen von Traumatas, Alleingelassenwerden, Missbräuchen, Abwesenheiten, Verfolgungen, Vertriebenwerden, Abwertungen, Verlusten, Lieblosigkeiten, Bestrafungen und Gefangenschaften belässt uns in einer Welt, die von ewig Adoleszenten beherrscht wird. Wohl denen, die ihre Erbschaft aufbrechen oder ablehnen konnten. Seelenhäute für den Kompost. Wir muten der Erde viel zu, dem Himmel auch und all dem Dazwischen.

„ … wir waren wie sie, nur noch verlorener.“

schreibt Knausgård in „Lieben“ in Bezug auf die Menschen, die am Ende des 19., am Anfang des 20. Jahrhunderts lebten, zu heute-

… und sind wir nicht dabei uns immer noch mehr zu verlieren?
… und wo sind wir, wenn wir uns verlieren und wer, wenn wir uns finden?

Es ist immer alles da, die Gifte, sowie deren Antidote. Es geht um eine Haltung. Und es geht ums Tun, schnörkellos!

 

 

es war einmal oder one day, baby, we`ll be old

es war einmal

Es ist Herbst, ein in die Jahre gekommenes Leben, erinnerungsschwer, Felder voller Frage- und Ausrufezeichen, Geschichten voller Gesichter. Altweiber spinnen Worte, trinken Tee, Knochen singen Lieder. Und immer wieder küssen, durchgetanzte Nächte, taumelnde Nachhausewege mit und ohne Mond, mit und ohne dich. Fluss fliesst, Dinge und Menschen zu Strandgut, Brücken schlagen Dächer über türlose Räume. Wo es keine Türen gibt, können keine zugeschlagen werden. Irgendwo da warst du im weit offenen Raum ohne Versprechen. Es blühen noch Rosen im Garten.

Zurückschauen und weitergehen.

one day, baby, we`ll be old