Etüde 02 2020

Christiane hat zur zweiten Etüdenrunde in diesem Jahr gerufen. Die Wörter hierfür spendete OnlyBatsCanHang. Dankeschön ihr zwei! Wie immer gilt es mit den drei gespendeten Wörtern: Papiertiger, belanglos und plätschern eine Etüde mit maximum 300 Wörtern zu schreiben. Voilá

Miniatur 002 2020

Hans und Mira auf dem Weg in die große Stadt: bergauf, bergab, Dorf rein, Dorf raus.

Wie viele Goldene Löwen es gibt!“

Ja. Und Kronen und Hirschen und Kaiser …“

… und Adler und Deutsch, aber ich habe noch nie Zum Tiger gelesen.“ Kurze Pause. „Du?“ Sie grinst.

Nee, ich kenn nur den Tiger im Tank und den Papiertiger.“ Kurze Pause. „Aaaber … ich kann dich ja mein Tiger nennen.“ Sie kicherten. Dieses belanglose Gequatsche, diese Banalitäten, die vor sich hin plätscherten, wie gut das tat!

Lange Pause. Bergauf, bergab und ab und ab, kein Dorf mehr, sie fuhren in die Stadt hinein.

Es wird wieder alles gut gehen! Nicht wahr“, Minipause, kleines Lächeln, „mein Tiger?“

Ja,“ Hans legte sanft seine linke Hand auf Miras rechten Oberschenkel, „ich will noch tausendundeinmal von dir mein Tiger genannt werden. Also, keine Zeit zum Sterben.“

214 Wörter

Wenn Kinder malen – When children paint

Mein Enkelsohn, der am Sonntag sechs Jahre alt wird, hat gemalt.

My grandson painted, he will become next sunday six years old.

Das Silvesterfeuerwerk

The fireworks during the New Year’s Eve

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Ihr seht die Feuerwerkskörper und meinen Enkelsohn, ihr seht auch viel M’s, das sind die Vögel, die Angst haben und sich verstecken …

You can see the firecrackers and my grandson, you also can see a lot of M’s, this are the birds, which are afraid and looking for a place to hide themselves …

Etüde 01 2020

Juchhu, Christiane hat die erste Etüdenrunde ausgerufen  und auch die Wörter dafür gespendet. Gerne folge ich ihrem Ruf, nicht ohne DANKE zu rufen!

Miniatur 001 2020

Für einen Skiurlaub hat es noch nie gereicht! Ihr Gehalt war und ist zu mickrig und ihr Ehemann zu geizig. Sie stellt es sich trotzdem vor, wie sie auf zweitausend Meter in der Höhensonne auf einem Liegestuhl faulenzt, umgeben von den Reichen und Schönen dieser Welt, neben sich ein würziger Wintercoctail. Sie würde ihn schlückchenweise genießen, wie die phänomenale Weitsicht der Bergwelt, Augenblick für Augenblick. Die Fahrt mit dem unumgänglichen Sessellift hinauf blendet sie aus, wie ihren ewig schlecht gelaunten Mann auch, nichts soll ihre Tagträumerei stören.

„Magdalena, komm mal sofort her“, hört sie ihren Geizhals kommandieren. Nun hat er bestimmt wieder ein nichtiges Haar in irgendeiner Suppe gefunden. Der Tagtraum zerplatzt. Sie schaut auf das Wintergrau vor ihrem Fenster. „Wieso bin ich eigentlich noch immer hier?“ Sie schmeckt auf ihrer Zunge den würzigen Wintercoctail. Schon wird alles ein kleines bisschen leichter.

143 Wörter

Viertes Pausenzeichen

Horoskop für 2020 von Luisa Francia →

http://www.salamandra.de/mondo-cane/

„… Ich finde ohnehin das Spielerische am Wichtigsten. Kein Planet, kein Geburtshoroskop zwingt eine Wirkung auf – es ist eine Spielvorlage, die wertvoll sein kann, wenn wir uns auf Lernprozesse und Forschung einlassen können.“ Luisa Francia

Im Schneckenhaus lebt es sich warm.

Gute Wünsche mit offenem Herzen empfangen. Von dort die eigenen verschenkt. Es ist gut einem Brauch zu folgen. Man einigte sich auf eine Schwelle an einem Tag im Jahr. Eine Schwelle des Innehaltens, des Loslassens, des Wünschens und Wollens.

Vorbeigeganges ruht in der Lebenssuppe. Es sinkt in die Tiefe, wo keine Angst hinreicht. Hier gebären sich Visionen. Hier wird das Traumgarn gesponnen.

Der Geist des Friedens hat viel Rabe im Gepäck.

 

Bildquelle → http://www.br.de/themen/wissen/rabe-vogel100~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=64986

Mutmaßungen über das Fremde

Oh je, ich habe gestern gar nicht bei Frau Graugans aka Margarete geschaut. Auch bei ihr gibt es eine Art Adventskalender – ein Kalender der Mutmaßungen.

Gestern also öffnete sich das Türchen der „Mutmaßungen über das Fremde“ mit einem Beitrag und einem Bild von mir → https://www.graugans.org/24t-mutmassungen-ueber-das-fremdetag5/

Das Bild

Das Kind geht neugierig in die Welt, ihm ist alles fremd. Es gibt dem Fremden die Hand.

Etüde 017 2019 – bereinigt

Die Wortspende zum Etüdenprojekt von Christiane ist dieses Mal von Red Skies over Paradise, herzlichen Dank euch beiden.

Nun habe ich noch ein bisschen gefeilt, damit aus unbehaust wieder Unbehaustheit wurde und aus der Schwermut wieder schwermütig.

Ein Minigedicht

Es lebte einst ein Schweinehund,
Unlust war sein Name.
Unbehaustheit trieb ihn um,
bis er nach mir haschte.
Er hielt mich fest in meinem Haus,
schwermütig wanderte ich herum,
wusste nicht mehr ein, noch aus,
heut‘ hat es dann gereicht
ich schob ihn flugs zur Tür hinaus.

47 Wörter

Inktobern – Mixtobern 14 2019

Inktober 2019 coat = Mantel

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Die für die Fotomontage benutzte Skulptur © Bruno Bruni – 2016 in einer Galerie in Zürich aufgenommen.

„Mantelhaut

Gerade noch hatte sie ihm hinterher gewunken.

Er, hinter der Scheibe des davon fahrenden Zuges, sie, durch die Blicke davon gehend. Blicke, die ihr nichts anhaben konnten. Eingehüllt von ihm, einem dicken Wintermantel gleich. Die Welt hörte sie nicht, nicht das Geratter der U-Bahn, nicht die Gespräche um sie herum, nicht die Lautsprecher auf den Stationen. Er war noch da. Abdrücke auf ihrer Haut. Sie lächelte. Lächelte dem Entschwundenem hinterher. Endstation. Aussteigen bitte. Daheim angekommen wickelte sie den Tag in Seidenpapier und legte ihn in die Schatzkammer ihres Herzens.“

geschrieben 02.2010


Als ich den Titel „coat“ = Mantel las, dachte ich spontan an die Skulptur von Bruno Bruni und an diesen speziellen Moment in meinem Leben, den ich in „Mantelhaut“ festgehalten habe.


Wer mehr zum Thema Inktober erfahren möchte, klicke bitte hier → https://inktober.com/rules.

Inktobern – Mixtobern 13 2019

Inktober 2019 dark = dunkel, Dunkelheit

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Dunkel braucht ein Minimum an Licht, sonst lässt es sich nicht darstellen, außer in einem schwarzen Quadrat, aber das gibt es ja schon!

Dunkel ist nicht gleich dunkel, ich war ein bisschen hin und her gerissen, ob ich mich für die Nacht entscheide oder die dunkle Seite des Lebens. Ich entschied mich für die Nacht, zeige aber unten zwei weitere Varianten zum Dunkel aus meinem Archiv. Zum zweiten Bild kann man folgenden Beitrag von mir lesen, den ich heute anders schreiben würde, aber nun denn → https://cafeweltenall.wordpress.com/2014/09/04/der-schmerz-von-marguerite-duras-und-die-astethisierung-des-grauens/


Beide Fotomontagen machte ich 2014


Wer mehr zum Thema Inktober erfahren möchte, klicke bitte hier → https://inktober.com/rules.