Mit dem Licht gehen

Am Sonntag war der Himmel grau, es regnete und stürmte, am Abend fiel die Temperatur, die Regentropfen verwandelten sich in erste Schneeflocken. Am Montagmorgen riss der Himmel auf, Schneeflocken wurden wieder zu Tropfen, die Luft war frisch und voller Sauerstoff, da musst ich vor die Türe gehen, die Kamera war dabei.

Eine kleine Auswahl – mit dem Licht gehen

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Leicht und licht

ein Klick und das Bild vergrößert sich, es leuchtet noch mehr vor dem dunklen Hintergrund –

Hinter den Wolken

der unendliche Raum –

hinter den schweren Gedanken,

den alles verwirrenden Emotionen,

Leerheit.

Was ist leicht?

Was ist schwer?

Türen öffnen und schließen sich, sie machen es nicht von alleine – ich bin es, öffne den Emotionen, den schweren Gedanken wieder und wieder Tür und Tor. Vertrauen und Hingabe, Ausdauer und freudige Anstrengung, eine Haltung, eine Ausrichtung, ein Ziel, Schritt für Schritt…

Weit

Diana veröffentlichte gestern auf ihrem Blog „Verssprünge“  eine „mallorquinische skizze“, es war das Ende, das sich in mir festsetzte:

fasziniert stehen wir außen vor und ahnen nicht mal, wie weit weite wirklich ist.

Kein Fluss, kein Stau, nur aufsteigen und absteigen, nur atmen … ein und aus und ein und auf und aus und ab. Ein Herz wird Liebe, weit und licht – ein und aus und ein und auf und aus und ab … der Blick in die Weite erinnert uns wie weit wir einst gewesen, wie wir es noch immer sind, in der Tiefe verborgen, beschützt, gehütet … Sehnsucht wandert vom Bauch ins Herz zum Geist, ein und aus und ein und auf und aus und ab … ein weiter Geist schützt sich nicht unnütz, ein weites Herz verströmt sich ohne Schaden.


Liebe Diana, ich danke dir für diese Inspiration!

Ich schenke dem Tag mein Lächeln

Heute gehe ich allein, ich schaue, höre, spüre, rieche, sitze, beobachte, lausche, tue nichts, gehe wieder, fotografiere, schreibe auch, ich spüre mein Lächeln und meine Zufriedenheit in einer Welt der Unzufriedenen und gerade eben will ich nichts anderes als genau dieses hier.

Bussard kreist, er wirft seinen Schatten auf den Weg vor mir, sonst hätte ich ihn vielleicht gar nicht entdeckt. Dann staune ich: mitten im Wald gedeiht ein minikleines Rapsfeld:

Alles ist was es ist und so wie es ist, ist es gut. Ja, es ist sogar schön, richtig schön…

Ich schenkte dem Tag mein Lächeln, so, wie er mir sein „Schön“ schenkte, diesen tiefen, blauen Himmel, die wärmende Sonne, die Kühle des Waldes, die Frische des Grüns, den Tanz der Schmetterlinge durch das Licht der Buchenwälder, kleine Schönwetterwölkchen und alles Getön.

Bye, bye, ich komme wieder…

Das wiedergefundene Licht #2

Zitate aus dem Buch von Jaques Lusseyran „Das wiedergefundene Licht“

nachtlicht

War ich abends im Bett und ganz allein, schloss ich die Augen. Ich ließ die Augenlider sinken, wie ich es einst, als sie noch meine leiblichen Augen bedeckten, getan hatte. Ich redete mir ein, dass ich hinter diesem Schleier das Licht nicht mehr sehen werde. Aber es war immer da, es war ruhiger denn je…

Dennoch gab es Zeiten, in denen das Licht nachließ, ja, fast verschwand. Das war immer dann der Fall, wenn ich Angst hatte (…) Was der Verlust meiner Augen nicht hatte bewirken können, bewirkte meine Angst: sie machte mich blind.

Dieselbe Wirkung hatten Zorn und Ungeduld, sie brachten alles in Verwirrung. (…) Wenn mich beim Spiel mit meinen Kameraden plötzlich die Lust ankam zu gewinnen, um jeden Preis als erster ans Ziel zu gelangen, dann sah ich mit einem Schlag nichts mehr. Ich wurde buchstäblich von Nebel, von Rauch umhüllt.

Die schlimmsten Folgen aber hatte die Boshaftigkeit. Ich konnte es mir nicht mehr leisten, mißgünstig und gereizt zu sein, denn sofort legte sich eine Binde über meine Augen, ich war gefesselt, geknebelt, außer Gefecht gesetzt; augenblicklich tat sich um mich ein schwarzes Loch auf, und ich war hilflos. Wenn ich dagegen glücklich und friedlich war, wenn ich den Menschen Vertrauen entgegenbrachte und von ihnen Gutes dachte, dann wurde ich mit Licht belohnt. Ist es verwunderlich, dass ich schon früh die Freundschaft und Harmonie liebte? (S.22-23)

Wie hatte ich leben können all die Zeit, ohne zu wissen, dass alles auf der Welt eine Stimme hat und sprechen kann? Nicht nur die Dinge, denen man eine Sprache zugesteht, nein, auch die anderen: die Torwege, die Mauern der Häuser, die Balken, die Schatten der Bäume, der Sand und das Schweigen. (S.25)

Die einzige Art, eine vollständige Heilung von der Blindheit zu erreichen – ich meine hier eine soziale Heilung -, ist, sie nie als Verschiedenheit zu behandeln, als Grund zur Absonderung, als Gebrechen, sondern als ein zeitweiliges Hindernis zu betrachten, wohl als Eigenheit, doch als eine vorübergehende, eine Eigenheit, die man heute oder spätestens morgen überwinden wird. Die große Heilung besteht darin, von neuem – und ohne zu zögern – in das wirkliche Leben einzutauchen, in das schwierige Leben, dass heißt hier, in das Leben der anderen. (S.37/38)

Die Musik ist für einen Blinden eine Nahrung, wie es für die, die sehen, die Schönheit ist. Er braucht sie, er muss sie regelmäßig erhalten wie eine Mahlzeit. (S.91)

Hier ende ich, obwohl ich noch vieles mehr notiert habe, aber ich will ja nicht ein Buch abschreiben, sondern euch nur einen Eindruck vermitteln, alles andere liest sich am besten selbst!

Ich frage mich, wie es um mein eigenes inneres Licht bestellt ist und ob nicht auch für mich und alle anderen gilt, was für Jaques Lusseyran galt, dass Angst, falsches Streben und Boshaftigkeit zu Verdunkelungen führen?


Jaques Lusseyran – Das wiedergefundene Licht – Klett-Cotta im Ullstein Taschenbuch – ISBN 3 548 39029 3 Nov. 1983 – 30.-35. Tsd.

Das wiedergefundene Licht #1

Eine Rezension: Jaques Lusseyran „Das wiedergefundene Licht – Die Autobiographie eines Menschen, den seine Blindheit sehen lehrte“

licht

Das ist mir selten passiert, dass ich ganze Abschnitte, ja, ganze Seiten in einem Buch hätte anstreichen wollen! Ich habe mich entschieden dieses Buch in zwei Teilen zu besprechen bzw. sprechen zu lassen: nach dieser Einleitung folgt nun gleich die eigentliche Buchbesprechung, plus Zitaten aus dem letzten Drittel des Buches. In Teil #2 werde ich an den Anfang des Buches zurückgehen und nur Zitate einstellen, in denen Jacques Lusseyran seinen Weg und seine Erfahrungen der Möglichkeiten von Wahrnehmung teilt.

Selten habe ich mir so intensiv gewünscht, dass möglichst Viele dieses Buch lesen: für eine Blickwinkeländerungen auf Menschen mit einer sogenannten Behinderung, als Mutmacher, dass egal was passiert, die Liebe nicht verloren gehen kann, wenn man es nicht zulässt, aber auch als Antidot für Depressionen!

ob_d29b31_imagesJacques Lusseyran wurde am 19. September 1924 geboren, er lebte mit seinen Eltern in Paris, beide waren Musiker und galten als Antroposophen.

Er beschreibt sich als glückliches und geliebtes Kind. Er war aufgeweckt, ein guter Schüler, wurde von seinen Eltern gefördert, hatte Freunde, nur ein bisschen kurzsichtig war er. Dafür gab es Brillen. Und genau diese wurde ihm zum Verhängnis: ein etwas heftiger Knuff, ein unglücklicher Fall und die Brillenbügel bohrten sich in seine Augen. Der kleine Jacques war acht Jahre alt und erblindete.

Was immer er von sich und seinem Leben erzählt, er vergisst dabei nie die Anderen und besonders Jene nicht, die nicht wie er gefördert und unterstützt wurden. Jacques Lusseyran weiß um sein Privileg Eltern gehabt zu haben, die ihn nicht bestimmten, sondern ihn begleiteten und unterstützten.

Vieles aber hatte er sich und seinen Gaben/Veranlagungen zu verdanken, seinem neugierigen, offenen und wissbegierigen Wesen. Er lernte hören, spüren und sehen. Er liebte- nicht nur das Leben selbst!

Er erkannte schon bald, wenn er aufhörte seinen Blick nach außen zu richten, ihn statt dessen nach innen wandern ließ, dass dort Licht war. Ein helles, warmes Licht, das je nach Stimmung und Gegenüber noch heller, aber auch dunkler wurde. So stellte er fest, dass Angst verdunkelte, Freude erhellte. (In Teil #2 werde ich darauf zurückkommen.)

Wieder und wieder stellte er sich und seine Wahrnehmung auf den Prüfstand und spielte dabei mit den Anderen, ihren Vorurteilen und seiner Blindheit.

Er hatte Freunde, viele Freunde und besonders einen: Jean. Was Jean nicht sah, sah Jacques, was Jacques nicht sah, sah Jean. Alles was sie verband war Ergänzung und nicht nur in Bezug auf sehend oder blind sein.

Das Buch teilt sich für mich in zwei große Kapitel. Die Zeit seiner Kindheit, Schulzeit, hinein in seinen Reifeprozess. Jacques Lusseyrans Leidenschaft galt dem Gebiet der Geisteswissenschaften.

Aber neben seiner persönlichen Welt gab es die Welt, die er mit allen teilte. Der zweite Weltkrieg begann, die Deutschen marschierten in Frankreich ein, die Zeit ihrer Besatzung und ihrer Greueltaten begann sich nun auch hier auszuweiten. Lusseyran nahm Paris und die Menschen darin als in einem Schockzustand gefangen wahr, während sich bei ihm ein immer stärker werdender Widerstandsgeist zu regen begann.

Er war 17, als er sich seinen engsten Freunden anvertraute und ihnen seine Haltung darlegte, dass sie mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, Widerstand gegen die Nazis leisten, und das französische Volk informieren müssten, was jenseits von kontrollierter Presse und Radiosendungen in der Welt wirklich geschah. Von anfänglich 4 Mitgliedern wuchsen sie zu einer Bewegung, die innerhalb einiger Monate 600 Mitglieder zählte.

Ihre Gruppe, die sich „Volontaires de la Liberté“ nannte, fand Verbündete in der „Défense de la France“. Diese Gruppe hatte die Mittel, die ihnen fehlten: Räume und Maschinen, um eine Zeitung zu drucken. Aus einem simplen Faltblatt wurde eine richtige Zeitung, die gen Ende Auflagen von 250.000 Stück und mehr erreicht hatte, die nicht mehr nur in Paris verteilt wurde, sondern in weiten Teilen Frankreichs.

Das blieb natürlich nicht unbemerkt.

Ihr Potential war ihre Jugend, das wussten sie und gleichzeitg wussten sie von Anfang an wie gefährlich ihre Arbeit war. Es gab kein leichtfertiges, unbedachtes Handeln, dafür allein sorgte schon Jaques Lusseyrand selbst, der als „Chef“ anerkannt war und ohne ihn und sein Urteil niemand in die Gruppe aufgenommen wurde.

Ihm mussten sich interessierte Menschen vorstellen. Er konnte an den Stimmen erkennen, ob sie falsch oder echt waren. Er spürte die Menschen, sah sie auf seine Art, nahm jede noch so kleine Regung an ihnen wahr. Kamen die leisesten Zweifel auf oder verdunkelte sich sein Licht, dann war die Entscheidung gefallen. Bis auf einmal…

Es war die Zeit, als „Volontaires de la Liberté“ und „Défense de la France“ schon zur Résistance gehörten, als sich Lusseyran gegen alle Zeichen für einen Mann entschied, der sie kurze Zeit später an die SS verriet. Es folgten Verhaftungen, Verhöre, Aufenthalte in Fresnes, Folterungen und die Transporte in das KZ Buchenwald e(Siehe dazu auch oben den Link zur Person Jacques Lusseyran)

Jacques Lusseyran hat Buchenwald überlebt, nicht zuletzt auch, weil er seinen Blick nach innen gerichtet hat, weil er liebte und weil er glaubte. Er hatte eine starke Verbindung zu Gott, ohne sich einer christlichen Kirche zu verpflichten oder zugehörig zu fühlen.

Viele seiner Freunde kamen in Buchenwald um. Sein Freund Jean starb auf dem Transport von Fresnes nach Buchenwald.

Hier nun die Zitate aus dem letzten Drittel des Buches,

Im Gefängnis muss man mehr als je in sich selbst leben. Und wenn es einen Menschen gibt, den man nicht – wirklich nicht – entbehren kann (zum Beispiel ein Mädchen irgendwo außerhalb der Mauern), mache man es, wie ich damals: man schaue sie mehrmals am Tage lange Zeit an. Aber man versuche nicht, sich sie dort, wo sie im Moment ist, vorzustellen, dort, wo es überall freie Luft und offene Türen gibt; denn es wird einem nicht gelingen, und es tut weh. Man betrachte sie in sich selbst. Man schneide von ihr alles weg, was Raum ist. Man übergieße sie mit all dem Licht, das man in sich birgt. Man braucht keine Angst zu haben, es zu erschöpfen: Liebe, Gedanken und Leben besitzen dieses Licht im Überfluss. So wird man die Mutter, die Geliebte oder die Kinder gut sehen können. Und einen langen Augenblick wird man nicht einmal merken, dass man im Gefängnis ist. Man glaube mir: das ist es, was das innere Leben zu einem Wert macht. (S. 239)

Es gibt keine „Wahrheit“ über „das Unmenschliche“, so gut wie es keine Wahrheit über den Tod gibt. Auf jeden Fall gibt es sie nicht auf unserer Seite, unter uns Menschen. (S. 250)

… Doch viele starben ganz einfach vor Angst. Angst ist der echte Name für die Verzweiflung. (S. 256)

… Es war der einzige Kampf, den ich zu führen hatte – ein schwerer und wunderbarer Kampf zugleich – : ich durfte nicht zulassen, dass die Angst meinen Körper überfiel. Denn Angst tötet, Freude aber schenkt Leben. (S. 259)

Vergessen: das war das Gesetz. Man musste all das vergessen, die nicht da waren: die Kameraden in Gefahr, die Familie, die Lebenden und die Toten. Selbst Jean musste man vergessen. Nicht, um sich Schmerz zu ersparen – der Schmerz hatte sich ohnehin erbarmungslos bei uns eingenistet -, sondern um sich die Lebenskraft zu bewahren. Erinnerungen sind zu zart, zu dicht an der Angst, sie verzehren die Energie. Man musste in der Gegenwart leben, jede Sekunde mit Haut und Haar verschlingen, sich an ihr sättigen. (S. 266)

Eintausendsiebenhundert Offiziere und Soldaten der SS, die von der amerikanischen Armee gefangengenommen worden waren, waren in einem Block des Lagers untergebracht und ganz unserer Gnade und Ungnade ausgeliefert worden. Eine Tatsache, die erwähnenswert ist: es gab nicht einen Racheakt. Nicht ein SS-Mann wurde von einem Häftling getötet. Es gab nicht einmal Schläge oder Beschimpfungen. Man ging gar nicht zu ihnen hin. (S. 283)

Der allerletzte Abschnitt, beim Epilog angekommen:

Und warum hat nun dieser Franzose aus Frankreich sein Buch in den Vereinigten Staaten geschrieben und legt es heute seinen amerikanischen Freunden vor? Deshalb, weil er seit drei Jahren Amerikas Gast ist. Weil er dieses Land liebt. Weil er ihm seine Dankbarkeit zeigen wollte und kein besseres Mittel sah, sie auszudrücken, als in diesen beiden Wahrheiten, die keine Grenzen kennen und die ihm so vertraut sind: Die Freude kommt nicht von außen; es ist in uns selbst, selbst wenn wir keine Augen haben.

Jaques Lusseyran starb am 27. Juli 1971 bei einem Autounfall in Ancenis, zusammen mit seiner dritten Frau Marie.


kino-de

©kino-de

Und immer wieder dachte ich auch an den Film: Das Leben ist schön – ein italienischer Film von Roberto Benigni aus dem Jahr 1997, er führte Regie, schrieb beim Drehbuch mit und spielte die Hauptrolle.

Und immer wieder denke ich auch darüber nach wo wir heute stehen, was seit Jahren geschürt wird. Ich kann nicht mehr sagen: wehret den Anfängen, die Anfänge sind längst vorbei…

Anmerkung

Jaques Lusseyran – Das wiedergefundene Licht – Klett-Cotta im Ullstein Taschenbuch – ISBN 3 548 39029 3 Nov. 1983 – 30.-35. Tsd.

Porträtfoto Jaques Lusseyran:

© https://www.google.de/search?q=Jacques+Lusseyran&client=firefox-b&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwjizP2FppDSAhVMWCwKHV39B0EQiR4Ifg&biw=1280&bih=652#imgrc=pGYXEgNVJrqXmM:

Foto – Buchenwald:

© https://www.google.de/search?q=Jacques+Lusseyran&client=firefox-b&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwjizP2FppDSAhVMWCwKHV39B0EQiR4Ifg&biw=1280&bih=652#imgdii=Nb7B6WZ21gJFIM:&imgrc=WWtZYkaGqzLsvM:

Sonntagsbilder – Licht – 9 –

Spiel mit dem Licht

Letztes Jahr begann ich das Thema Licht in der Fotografie zu vertiefen. Ich arbeitete viel mit Überbelichtung plus Bewegung, jetzt ist es die Über- und Unterbelichtung ohne Bewegung. Wie sooft lege ich mein Spiel als Frage (oder Antwort) über mein Leben: was ist über-, was unterbelichtet, was ist Wahrheit?

Der Philosoph Hans Jonas zitiert hierzu Hannah Arendt sinngemäß:

Natürlich wollte sie gerne recht haben, daher war sie gelegenlich höchst streitbar; aber sie glaubte, wie sie mir gestanden hat, nicht daran, dass „die Wahrheit“ in dieser Welt zu haben sei. Vielmehr glaubte sie an den unendlichen, immer nur zeitweilig gültigen Versuch, dasjenige Gesicht der Wahrheit zu erkennen, das sie uns unter den gegenwärtigen Umständen gerade zuwenden mag. Es durchzudenken, hat seinen Lohn in sich selbst, wir lernen besser verstehen als zuvor. Wir werden mehr Licht haben, wenn auch immer noch nicht „die Wahrheit“.

gelesen in der Sonderausgabe des Philosophie Magazins – Sonderausgabe zu Hannah Arendt

 

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