Pingpong 076

PING 076

GERDA AN ULLI → EIN ALTER KACHELOFEN …

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ULLI AN GERDA → … WÄRMT IM WINTER DIE STUBE. IM FRÜHEN JAHR WÄRMEN ERSTE KNOSPEN DIE SEELE.

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ULLI AN GERDA → SO VIELES GILT ES ZU BEHÜTEN …

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Hier geht es zu allen bisherigen PingPongs → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/.

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/


To my English speaking readers: From now on you can read every article of me in English, too, if you’ll go to the end of my blog page, you’ll find the button „Google Translater“. Enjoy!

Künstlerin sein

It’s me, my life, my way

Selbstporträt 2016 – Self-Portrait 2016

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Louise Bourgeois*

Der Masoschismus artikulierte sich zur Zeit der Femme Maison in dem Gefühl, dass ich nicht das Recht hatte Künstlerin zu sein. Das war ein Privileg. Versteht man aber die Kunst als Privileg, so denkt man per definitionem, dass man es nicht verdient. Man verweigert sich andauernd etwas – man verleugnet sein Geschlecht, man versagt sich die Werkzeuge, die ein Künstler benötigt -, weil es einen Geld kostet Bildhauer zu sein. Betrachtet man die Kunst als Privileg statt als etwas, das der Gesellschaft nützt, so muss man sparen und für seine Kunst leiden …

In diesem Masoschismus finde ich mich immer mal wieder. Leider.

Ich bin es, die sich die Felsbrocken auf den Weg rollt. Die Umkehrung ist die eigene Wertschätzung für meine Ideen und Werke und sie der Welt zur Freude und zum Nutzen zu zeigen und zu präsentieren.

Es geht um die Schöpfungen, weniger um meine Person, die im weitesten Sinne Schöpfkelle und Schöpfende zugleich ist, um das zu schöpfen, das schon im Raum ist. Unsichtbares sichtbar zu machen. Liebende, wertschätzende AugenBlicke zu zeigen (Fotografie). Unterbewusstes aufsteigen und sich in einem Bild manifestieren zu lassen (Fotomontagen).

Es geht nicht um Traumlandschaften. Sondern? Es geht um innere Landschaften, die sich im Außen zeigen. Wie entstehen sie? Äußeres dringt nach Innen, verquickt sich dort mit Gefühlen, inneren Haltungen und Bildern, zusammen kehren sie als ein neues Ganzes ans Licht zurück.

Ich nenne das Verdauungsprozess, Transformation, Schichtenerforschungen, Wurzel- und Sedimenterkundungen.

Es geht auch um die gegenseitige Befruchtung/Inspiration. Das eine Wort, das das andere gibt, das eine Bild, die eine Formulierung, die eine Redeweise, die eine Melodie, die eine Form, die in mich hinein schwingt, neue Worte, neue Sätze, neue Bilder wachsen. Ein freudiges, ein nachdenkliches, auch ein zorniges Hin und Her, ein Ping Pong der Außen- und Innenkräfte.

Bremsen sind die Scham, die zeitweilige Minderwertigkeit. Letztere schürt Ängste, stachelt sinnlose Vergleiche an, lässt Sockel und Siegertreppchen auf- und abbauen.

Erkenntnisse fördern Zuversicht und beflügeln Schritte.

Eine alles im Gleichgewicht haltende Waage gibt es nicht, nur die täglichen Bemühungen sich selbst Waage und Ausrichtung zu sein.

Und dann wieder liege ich auf der Erde und lausche ihrem Lied.


To my English readers: unfortunalety I am not able to translate my textes into English, it would take too much time. I am very sorry about this.


* Donald Kuspit – Ein Gespräch mit Louise Bourgeois – Piet Meyer Verlag – ISBN 9 783905 799132

Wenn Kinder malen – When children paint

Mein Enkelsohn, der am Sonntag sechs Jahre alt wird, hat gemalt.

My grandson painted, he will become next sunday six years old.

Das Silvesterfeuerwerk

The fireworks during the New Year’s Eve

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Ihr seht die Feuerwerkskörper und meinen Enkelsohn, ihr seht auch viel M’s, das sind die Vögel, die Angst haben und sich verstecken …

You can see the firecrackers and my grandson, you also can see a lot of M’s, this are the birds, which are afraid and looking for a place to hide themselves …

Nachträgliche Gedanken

zu meiner ersten Etüde 2020

Zurzeit lese ich einen Doppelband von  Elena Ferrante „Meine geniale Freundin“ (Band 1), „Die Geschichte eines neuen Namens (Band 2)*. Der Ort der Geschichte ist Neapel der 1950/60er Jahre. In einem „Armenviertel“, heute würde wir wohl „Ghetto“ sagen, wachsen zwei Mädchen auf, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie werden Freundinnen und ergänzen sich auf wunderbare Weise. Und wovon träumen diese zwei Mädchen – vom reich werden. Ausbrechen zu können aus ihrem maroden Viertel voller Männergewalt, Männer gegen Männer, Männer gegen ihre Frauen und Kinder. Die Mädchen wachsen heran, ihre Wege gehen auseinander, kreuzen sich wieder. Ihr Miteinander folgt einer Dynamik von Anziehung und Abstoßung.

Noch bin ich am Anfang des zweiten Bandes. So viel sei noch erzählt: während die eine der zwei jungen Frauen noch immer aufs Gymnasium geht, heiratet die andere mit gerade mal sechzehn Jahren einen Geschäftsmann des Viertels. Jetzt ist sie reich, aber gleichzeitig stirbt sie, ihre Seele wird stumpf. Die Schülerin ist und bleibt ihre Freundin. Sie beginnt aber das Verhalten der Freundin zu hinterfragen und sinniert über den Preis einer reichen Heirat.

Wieso schreibe ich das alles? Meine erste Etüde in diesem Jahr führte zu einer Diskussion zwischen Gerda, anderen und mir. Gerda hat „meine“ tagträumende Frau abgelehnt, vor allen Dingen ihre Träume und schlug einen Bogen dazu, dass genau diese Art der Träume von ärmeren Menschen und/oder schlichteren Gemütern zu der problematischen Weltsituation geführt hat, in der wir heute leben.

Das kann ich so nicht stehen lassen. Nicht alle Menschen können alles, auch wenn dies gerne suggeriert wird. Ich glaube allerdings, dass Viele viel mehr können, dazu aber nicht ermutigt werden. Bildung und Erziehung können dazu führen, dass Menschen von kleinauf an sich selbst, ihr Können und Nichtkönnen erspüren, begreifen können. Hierdurch wächst Selbstvertrauen. Selbstbewusste Menschen werden nicht so schnell zu Opfern oder Spielbällen von Religionen und Politik und ihren Machenschaften.

Nun ist aber nicht allen Menschen Bildung vergönnt. So darf die eine der Freundinnen, obwohl hochbegabt und hoch intelligent, nicht weiter die Schule besuchen, sondern muss der Mutter im Haushalt helfen und dem Vater und ihrem Bruder in der Schusterwerkstatt. Sie lernt mit der Freundin heimlich weiter … nutzen tut ihr das alles nichts. Wie geschrieben, noch kenne ich den Fortgang der Geschichte nicht, ich hoffe sehr, dass sie zu ihrer alten Wehrhaftigkeit zurückfindet.

Um auf die Diskussion in meinem Kommentarstrang zurück zu kommen, frage ich euch wem es zu grollen gilt – einer Frau, die wir ja im Prinzip gar nicht kennen, nichts von ihrer Geschichte, ihrer Sozialisation wissen oder aber der Politik, den gesellschaftlichen Mechanismen, den Gaukelnbildern von Hollywood und dem alles beherrschenden Konsumterror? Ich grolle letzteren.

Arme Menschen träumen nun einmal davon auch etwas vom großen Kuchen abzubekommen, den die Reichen und Schönen aber nicht mit ihnen teilen wollen. Unterdrückte Frauen träumen von rettenden Prinzen usw.! Einige wenige schaffen es auszubrechen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Doch seien wir einmal ehrlich, das sind die Ausnahmen.

Ich schrieb an Gerda (leicht korrigiert): „Erst waren es die Reichen, die nur weißes Brot aßen, also wollten die Armen weißes Brot, sie bekamen es in Massen und leben nun ungesünder als je, während sich die Reichen das „gesunde Vollkornbrot“ reinschieben … Wir leben in einer Folge von Jahrhunderten, Gier treibt die Reichen, Neid die Armen, Hass viele dieser beiden Fraktionen. Medien kamen dazu, da denke ich besonders an zigtausende von Hollywoodproduktionen, die dieses Streben nach einer bequemen Welt mit viel Hightech und Hifi nach vorne getrieben haben, ebenso all das was wir Tourismus nennen. Und sind die Menschen nur einen Deut glücklicher geworden? Nein! Stehen wir nicht vor einer großen Schwelle, an der viele Menschen erkennen, dass es so nicht weitergehen kann, dass es ein Umdenken in vielen Bereichen des Lebens und Miteinanders geben MUSS, wenn es Ziel ist, dass dieser Planet auch noch in Jahrhunderten bewohnbar sein soll?! Bildung ist dabei schon seit Jahrzehnten eins meiner Zauberwörter, aber die wird nicht gegeben, wie sie gegeben werden könnte und warum, weil die Reichen und Mächtigen keinerlei Interesse an selbst denkenden und handelnden Menschen haben. Und ist das neu? In keinster Weise. Bleibt die alles bestimmende Frage: WIE KRIEGEN WIR DIE KUH VOM EIS?“

Nun könnte man argumentieren, dass Menschen in dieser Zeit und besonders in Deutschland jede Chance haben sich selbst zu verwirklichen. Ich sage nein, haben sie nicht und erinnere an die sogenannte neue Armut und unser marodes Bildungssystem, einmal ganz abgesehen von Lehrmethoden, die vollkommen überaltert sind, plus LehrerInnenmangel. Aus meiner Sicht gilt es genau hier anzusetzen und sich weiterhin dafür stark zu machen, dass gleiche Bildung für alle zu gelten hat, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen in denen Lehrerinnen und Lehrer angemessen entlohnt werden, Schulen renoviert werden und kleine Menschen sich selbst und ihr Können und Nichtkönnen behutsam begreifen können. Ich sage: weg mit Eliteschulen und mit Elitedenken sowieso!

Wir alle leben in gespaltenen Gesellschaften, aber aus meiner Sicht kommen wir nicht weiter, wenn wir diejenigen abwerten, verurteilen, schlecht machen, die Opfer der bestehenden Verhältnisse geworden sind. Bleiben wir wehrhaft und setzen wir uns, auch wenn es schwer erscheint, ungebrochen für eine menschenwürdige Welt ein, in der jedes Lebewesen seinen ihm anstehenden Raum innehaben darf.

Nun bin ich auf eure Meinung gespannt.



*ISBN: 978-3-518-42553-4 und 978-3-518-42574-9

Prinzip Hoffnung

weisse Tara

Zitat aus dem Buch von Andreas Altmann „Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch“

(ISBN 9 783832 1611507)

Wie wahr, wie schauerlich wahr: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Keine Droge blendet erfolgreicher und hinterlistiger. Max Frisch hat es in seinem Tagebuch notiert, hat schön radikal im Diesseits und Jenseits aufgeräumt: >Es genügte, wenn man den Mut hätte, jene Art von Hoffnung abzuwerfen, die nur Aufschub bedeutet, Ausrede gegenüber jeder Gegenwart, die verfängliche Hoffnung auf den Feierabend und das Wochenende, die lebenslängliche Hoffnung auf das nächste Mal, auf das Jenseits – es genügte, den hunderttausend versklavten Seelen, die jetzt an ihren Pültchen hocken, die Hoffnung auszublasen: groß wäre das Entsetzen, groß und wirklich die Verwandlung.<

Am radikalsten aber hat es Albert Camus formuliert: >Alles Unglück des Menschen kommt von der Hoffnung.< Wie erfreulich hoffnungslos da der Buddhismus klingt. Wie lässig er den Himmel übersieht, auch den Teufelsschlund, ja, sich nicht um Gott schert, somit dem Menschen seine Würde und Eigenverantwortung zurückgibt. Indem er ihn nicht vertröstet, auf gar nichts, nur ungerührt und kompromisslos auf die Gegenwart verweist, in der er sich bewähren muss. Schon schwer. Aber immerhin werden wir nicht infantilisiert, sind wir nicht angewiesen auf die Launen eines Allmächtigen, eines – so plappern die Glaubensbrüder und Betschwestern – >Allgütigen<.

Ja, Frisch gibt es zu: Die Religion verfügt über einen enormen Trumpf, die Illusion. Denn solange sie durchhält, solange werden sich die Halluzinationen vom Jenseits und der höllischen Feuersbrunst halten. Ohne Risse, ohne Bedenken. Viele sterben mit diesem Phantom, werden wohl nie erfahren, dass sie lebenslänglich per Hokuspokus anästhesiert wurden. Dass sie weder post mortem hemmungslos vögeln dürfen noch beim Teufel ankommen noch >auferstehen<. Und die Ahnungslosigkeit hat vielleicht ihre Vorteile. Denn die Reue über all die vertrauensseligen Narreteien wäre maßlos, über all die Schindluder, die man im Namen der einen oder der anderen Gottheit erdulden muss.



Bleibe ich noch ganz kurz beim Buch, an einigen Stellen habe ich geschmunzelt, an anderen genickt, insgesamt war es inspirierend wieder mehr Zeit in Stille auf meinem Kissen zu verbringen (was mir noch nie geschadet hat), aber ich muss auch gestehen, dass ich nicht alle Ansichten von Herrn Altmann unterschreiben kann. Muss ich ja auch nicht. So z.B. was er über den Buddhismus im Zusammenhang von Himmel und Hölle geschrieben hat: Der tibetische Buddhismus weiß in Gleichnissen einige schauerliche Geschichten über die Vajra-Höllen zu erzählen und malt im Kontrast dazu himmelselige Bilder. Schon lange denke und glaube ich, dass beide nicht irgendwo im Jenseits zu finden sind, sondern genau jetzt und hier. Manche gehen genau in diesem Augenblick durch eine der vielen Höllen hier auf Erden (Krieg, Hunger, Verfolgung …), andere schweben in himmlischen Sphären.

Auch wenn ich den Buddhismus mehr als Philosophie, denn als Religion begreife, hat er in seinen religiösen Ausrichtungen, genau wie alle anderen Religionen auch, Dogmen ausgebildet. Dogmen haben aus meiner Sicht immer nur einen Sinn und Zweck: den Menschen klein zu halten und mit Schuld und schlechtem Gewissen zu beladen, um Macht über sie auszuüben.


P.S. Buddha war auch nur ein Mensch.



Gerne wüsste ich von euch wie ihr zum Prinzip Hoffnung steht, wie zu den Frohlockungen des Himmels, wie zu den Drohungen der Hölle(n). Willkommen in meinem Kommentarstrang!

In den Pilzen oder der etwas andere Urlaub – Reblog

Es ist sehr selten, dass ich einen alten Beitrag von mir reblogge, heute ist es soweit und der Anlass ist der Aufruf vom 22.08.2019 von Ozeankind e.V. (https://www.facebook.com/ozeankind/), auf Spaziergängen durch Wald und Flur Müll einzusammeln. Ja, eine gute Idee, die aber wenig bringt, wenn das Ganze einmalig an einem Wochenende stattfindet.

Den untenstehenden Beitrag schrieb ich im Sommer 2014 und noch immer habe ich auf den meisten Spaziergängen eine Plastiktüte im Rücksack und sammel den herumliegenden Müll auf. Man muss dranbleiben!

Aufgrund meiner neuen Tätigkeit als freie Mitarbeiterin bei einer hiesigen Tageszeitung, berichtete ich über eine Aktion von GrundschülerInnen, kurz bevor die Sommerferien begannen. Sie haben in einer Stunde in „ihrer“ kleinen Stadt 28kg Müll eingesammelt! Das meiste davon waren Zigarettenkippen und kleine Plastikdeckel, leere Dosen etc., insgesamt also alles Leichtkaliber, da darf man dann doch staunen, wenn nach einer Stunde so viele Kilos zusammenkommen …

Hier beginnt mein Reblog vom 19. August 2014 →

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Leider ist die Weiterreise vom Elsass in den Süden Frankreichs ins Wasser gefallen, sodass ich eine Woche Urlaub im schwarzen Wald verbracht habe. Auch schön, wenn auch kalt und sehr, sehr windig. Der späte Sommer ist eher ein früher Herbst, dafür hatte ich aber im Elsass Sommer und durfte endlich auch einmal schwitzen. Dort erlebte ich zauberhafte Tage und Nächte … alle Jahre wieder und alle Jahre wieder ganz anders und das ist gut so!

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Inspiration und Freude habe ich nach 11 Tagen im Baerenthal in meine Reisetasche gepackt und die Erinnerung an Abende voller Gelächter …

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Zurück im schwarzen Wald ging ich auf die eine und andere Wanderschaft. Es ist Pilzzeit, besonders die Pfifferlinge gibt es in diesem Jahr reichlich, da kann ich nicht nein sagen. Aber es begegnen mir auch viele andere Pilze, die ich nicht kenne, die ich stehen lasse, an denen ich mich einfach nur freue.

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Oder ich kenne sie, mag sie aber nicht … wie die Boviste

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Während ich mit dem Blick nach unten durch die Wälder streife, finde ich allerdings auch viel anderes. Mittlerweile habe ich immer eine Tüte oder eine verschliessbare Dose mit im Rucksack, um all die weggeworfenen Bonbonpapiere und andere Plastikschnipsel aufzusammeln und daheim zu entsorgen, ich mag mich nicht mehr nur darüber ärgern. Was nutzt dem Wald, der Wiese mein Ärger? Nichts! Und mir selbst auch nicht.

Gestern aber geriet ich doch etwas aus der Fassung. gerade als ich diese feinen Baumpilze fotografierte,

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fiel mein Blick auf etwas rotes, das unter dem Waldboden hervorlugte, ich begann zu ziehen und fand verbuddelte Plastiksäcke: Löschkalk stand darauf geschrieben. Löschkalk wird in den  hiesigen Wäldern eingesetzt, um den Wald vor Übersäuerung zu schützen. Eigentlich ja gut, aber wenn dann die Waldarbeiter diese Tüten verbuddeln, statt sie ordnungsgemäss zu entsorgen, bricht eine grosse Diskrepanz zwischen dem guten Willen und den Folgetaten auf. Ich barg drei dicke Säcke und sammelte ganz nebenbei unzählige Plasteschnipsel auf, mehr ging nicht in meine Tüte.

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Diese Tüte fand ich übrigens auch, eine andere hatte ich noch im Rucksack, die war allerdings viel zu klein, sodass ich die Tage noch einmal diese Stelle aufsuchen werde, um auch noch die restlichen verbuddelten Säcke auszugraben und mit heim zu nehmen …

Schon im schönen Elsass war der Müll im Wald Thema, wir sammelten Glasscherben in Massen, neben verrostenden Töpfen und Drähten und …

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Es geht ums tun, nicht ums ärgern …

Und dann geniesse ich wieder schöne Aussichten auf erhöhten Bänken,

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und den Zauber der Natur

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wie hier die noch nicht voll aufgeblühte Silberdistel oder Eberwurz, Carlina acaulis L., ein Korbblütengewächs. Vielerorts steht sie unter Naturschutz, hier aber kommt sie noch reichlich vor, wie vieles andere, das man an anderen Orten kaum noch findet, wie Arnika und Augentrost …

In den alten Zeiten benutzte man die Wurzel, u.a. erfolgreich gegen die Pest, da die Wurzel einen antibiotischen Wirkstoff enthält. Ausserdem ist sie harntreibend, gallefördernd, narbenbildend, schweisstreibend, wundreinigend und magenwirksam, sie wurde und wird innerlich und äusserlich angewendet. Gleichsam ist Vorsicht bei Überdorsierung geboten …

und so schaut sie aus, wenn sie aufgeblüht ist

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Hier endet mein Urlaubsbericht, vielleicht hat er ja nun die eine oder den anderen dazu inspiriert das nächste Mal ebenfalls eine Tüte für den herumliegenden Müll mit in den Wanderrucksack zu packen … das würde mich sehr freuen!

Etüde 011 2019

Miniatur 010 2019

An den Zähnen wirst du sie erkennen“, sagten sie und die Freundinnen damals, als eine der ersten Krankenkassenreformen eintrat. Sie war sich so sicher gewesen, dass sie nicht dazu gehören würde. In ihrem Mund hatte vorwitzig ein Goldzahn geblitzt. Lang ist’s her. Gleitend gingen die Jahre vorbei und sie hatte so vieles verloren. Ihren sicher geglaubten Job, ihre Gesundheit, ihren Goldzahn und nicht nur den. Heute lacht sie lieber mit der Hand vor dem Mund. Das Leben hatte sie torpediert, sie war getroffen worden und nun rang sie um ihre Würde. Ihr blieben die Pinsel und der Malkasten, manchmal verkaufte sie ein Bild, viel zu wenige, um sich davon mehr als ein Kassengebiss leisten zu können.

Weitergehen“, murmelte sie sich zu, ich will und es muss ja weitergehen, irgendwie …

132 Wörter



Heute also eher wieder eine Miniatur zu dem Etüdenprojekt, das Christiane nun schon so lange und so liebevoll begleitet. Die Wortspende stammt dieses Mal von dergl und ihrem Team.

Herzlichen Dank an euch beide.

Das gefällt mir nicht

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Nein, mir gefällt es nicht, wenn Fische an Land gehen und mir gefällt es überhaupt nicht, dass im Netz eine Panikattacke ausgebrochen ist. Nein, ich mag auch die Ewiggestrigen nicht. Ich mag ihre Wahlslogans nicht. Aber ich mag eben auch nicht, wieviel Plattform man ihnen gewährt. Was müssen sie sich ins Fäustchen lachen bei all diesen Zitterpartieen.

Demokratie ist ein großes Wort und noch immer nicht wirklich oder kaum erreicht, aber jede und jeder hat eine Stimme – für eine etwas bessere und stabilere Welt oder für den „upfuck“.

Angst ist und bleibt eine schlechte Beraterin.

Rückblick April 2019

Da ich meinen Blog nicht als Tagebuch führe und ich, gerade im April, meinen eigenen Projekten und denen von und mit anderen folgte, bleibt am Ende dieses Monats eine Menge an Bildern übrig, die ich wieder gerne in einem Rückblick zusammenfasse und zeige. Dieses Mal auch mit Text.

Da ich gesundheitlich nicht in Topform bin, war ich auch lange nicht soviel unterwegs wie sonst, sodass ich viele Blüten nicht fotografiert habe. Die Natur zeigt sich im schönsten Kleid, sehr früh blühten und blühen in diesem Jahr die Bäume, Sträucher und Blumen, für mich sind es mehr Mai- als Aprileindrücke. Die Kirschblüten hatten es mir in diesem Frühjahr ganz besonders angetan, einige davon zeigte ich schon, nun noch zwei weitere und andere Blütenbilder.

Gelbes Habichtskraut mit Hummel

Am Ende des Monats war ich in Basel, um mir im Baseler Antikenmuseum – Sammlung Ludwig – zum einem die aktuelle Ausstellung „Nackt“ anzuschauen, wie auch die Sammlung selbst. Hier sind viele Statuen und kleine Figuren aus Griechenland, Persien und Ägypten ausgestellt. Ganz besonders hatten es mir die kleinen Figuren angetan, die zum Teil schon 3000 Jahre und älter sind.

Nackt also. Der Anlass ist die immer wiederkehrende Diskussion um klassische Gemälde, die nackte Frauenkörper zeigen. Vielleicht erinnerst du dich noch an den Streit um das Bild von John William Waterhouse: Hylas und die Nymphen.

In diesem Bild griff Waterhouse ein Thema aus der griechischen Mythologie auf. Was einst gewürdigt wurde, gilt heute bei manchen als anstößig und sexistisch. Dieses wollte und will nicht jede Kuratorin/jeder Kurator hinnehmen, zurecht, wie ich finde.

Ich habe zwei Banner im Antikenmuseum fotografiert, ich hoffe du kannst die Texte lesen – hier gilt, was generell gilt, wenn du auf das Bild klickst, wird es größer und damit auch leichter lesbar, so öffnen sich auch die Galerien.

Archaische Darstellungen einer Fruchtbarkeitsgöttin und zweier -götter

Ich kann unmöglich alle Fotos aus dem Museum zeigen, darum hier nur meine Lieblinge. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit, dass ich ein anderes Mal noch mehr zeige.

Kleine Tierfiguren

Bleibe ich für dieses Mal bei den Tieren, nun wieder en nature. Zwei Eidechsen entdeckten meine Enkelkinder und ich auf einem Morgenspaziergang, eine Smaragdeidechse und eine mit sehr dickem Bauch. Wir überlegten, ob sie kurz vor der Eiablage stand.

Am Nachmittag des selben Tages, es war der 7. Geburtstag meiner Enkelin, fuhren wir, zusammen mit ihren Eltern, in den Baseler Zoo. Sie hatte sich das gewünscht. Ich bin nicht die große Zooliebhaberin, auch wenn sich in den letzten zwei Jahrzehnten einiges an der Tierhaltung geändert hat, sprich die Tiere mehr Platz haben. Trotzdem hat mich das eine und andere wieder sehr nachdenklich gestimmt. Das behielt ich aber für mich. Die Kinder hatten so viel Freude und die wollte ich ihnen nicht nehmen. Das Thema hat noch Zeit!

Ein Malaienbär, der mir bis dato unbekannt gewesen ist

Die wundersame Welt der Quallen, plus zwei Seepferdchen

 

Vier- und Zweibeiner

Bilder vom Brunnen im Frühlingskleid, mit und ohne Biene

Impressionen vom letzten Sonntag im April

Das Küchendachfenster – die Linde trägt nun wieder ihr grünes Kleid, Hagelschmelz auf der Scheibe

Kleine Hagelkörner, Regen und Blütenblätter auf einem der anderen Dachfenster

Am Abend – der Blick aus meinem Bürofenster (wenn ich auf den Stuhl klettere 😉 )

ENDE

Ich wünsche euch einen beschwingten Tanz in den Mai.



alle Bilder © Ulli Gau – bis auf das Gemälde von John William Waterhouse, das ich in der Bildersuche fand.

Etüde 002b 2019

Unruhig rutschte Hannah auf ihrem Stuhl vor der Tür hin und her. Sie ermahnte sich ruhig zu bleiben, zu vertrauen, zu atmen, jetzt bloß keine Schwächen zeigen, die waren hier, in diesem Glasbetongemisch, fehl am Platz.

Man hatte sie gebeten vor der Türe Platz zu nehmen und sich einen Moment zu gedulden. „Man“ waren drei geschniegelte Herren in Maßanzügen, sportlich, attraktiv und sehr smart. Von ihnen hing alles ab.

Auch Hannah hatte sich nicht lumpen lassen, sie war beim Friseur gewesen, hatte sich ein sündhaft teures Kostüm mit passender Bluse gekauft, ihre Füße steckten in schwarzen High Heels. Sie hatte Zuhause geübt, so, dass es aussah, als wäre sie nie in anderen Schuhen über Flure und Straßen gegangen. Ihr Make-up war perfekt. Ihre Haltung suggerierte Selbstbewusstsein. Ja, auch das hatte sie geübt, Frau Z. hatte sie gecoachet, nach dem Motto, was es braucht, um erfolgreich in dieser Welt zu sein. Wochenlang hatte sie kaum Kohlehydrate gegessen, ihre Salatschüssel hingegen war immer gut gefüllt gewesen. Sie fröstelte.

Leise seufzte sie, es ging doch nur um einen Job als Buchhalterin, allerdings mit einem Spitzengehalt.

Endlich öffnete sich die Tür. Einer der Aalglatten bat sie wieder einzutreten und Platz zu nehmen.

Fräulein Schikowsky … äh, Entschuldigen Sie bitte … Frau Schikowsky, natürlich“, verbesserte er sich mit Blick auf ihre unberingten Finger, „leider muss ich Ihnen mitteilen, dass wir Sie nicht übernehmen können …“ Mehr hat Hannah nicht mehr gehört, er redete noch eine Weile, sie aber hörte nur Rauschen im Kopf, gab sich einen Ruck, stand auf und verließ türeknallend den Raum. Auf dem Flur schleuderte sie diese scheißunbequemen High Heels von sich, öffnete die zwei obersten Knöpfe ihrer seidigen Bluse und konnte endlich wieder frei atmen. Wie ist sie nur auf die saudumme Idee gekommen, sie könnte eine andere sein.

298 Wörter



geschrieben für das Etüden-Projekt → https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/01/20/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-04-05-19-wortspende-von-myriade/