Sonntagsbild 30 2018

 

 

Koko ist Ende Juni gestorben, sie wurde 46 Jahre alt → http://www.spiegel.de/panorama/kalifornien-gorilla-koko-gestorben-a-1214406.html

Ihre „Rede“ über die Dummheit der Menschen hat mich beeindruckt, besonders der Anfang: „Ich bin Gorilla, ich bin Blumen, Tiere, ich bin Natur…“

Ich möchte ihr antworten, ich bin Mensch, ich bin Blumen, Bäume, Wasser, Tiere, ich bin Natur –


Dabei fällt mir ein, dass ich endlich meine Webseite überarbeitet habe, wen es interessiert, bitte hier entlang, Willkommen → http://ulli-gau-naturcoaching.eu/


Pssst, lieber Irgendlink, danke für deine Unterstützung und danke auch an dich, liebe Sofasophia, du weißt wofür!


Habt alle einen zauberhaften Julisonntag!

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Sonntagsbilder 28 2018

Heimat ist eine äußerst fragile Angelegenheit

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draufklick = große Bilder – please click to enlarge


Wenn ich alles zusammen nehme, was ich in den letzten Jahren zu dem Begriff „Heimat“ gelesen, gesehen und selbst gedacht und empfunden habe, dann komme ich zu dem Schluss, dass Heimat eine äußerst fragile Angelegenheit ist.

Seitdem es einen Heimatminister in D gibt, wollte ich nie wieder etwas zu Heimat schreiben oder ein Bild dazu kreieren, mit solch einem Ministerium wird das Thema abgeschmackt – aber nun ist es eben doch passiert. Heimat ist nicht nur eine äußerst fragile Angelegenheit, Heimat ist ein Forschungsfeld, das ich mir von keinem Ministerium nehmen lassen kann.


Älteres zu Heimat und heimatlos → https://cafeweltenall.wordpress.com/2015/11/06/heimat-und-flucht/

https://pixartix.wordpress.com/2013/05/18/heimatlos-3-heimweg/

https://pixartix.wordpress.com/2013/08/01/heimatlos-81-illusion-nur/


Ich wünsche euch allen einen friedlichen Sonntag

Generationen

Musik

In den letzten Wochen habe ich einige neue Musik für mich entdeckt, dass es fast nur Frauen sind, dass das Banjo im Vordergrund steht, dass sie aus den USA kommen, all das ist mehr oder weniger Zufall, wenn es ihn den geben sollte.

Musik ist oft ein Generationenstreit, den ich nur schwer nachvollziehen kann, da ich immer noch sehr neugierig bin und mich gerne, auch und besonders musikalisch und im künstlerischen Ausdruck, von der jüngeren Generation inspirieren und mitreißen lasse. Das hat für mich nichts mit „forever-young“ zu tun, es geht um gegenseitige Befruchtung! Es geht um Offenheit füreinander. Und immer mal wieder staune ich, wie weise so manch junger Mensch ist, wie selbstbewusst sie ihre Wege gehen und ihr Wissen verbreiten, wie eine Generation die andere überholt, manches sich nie zu ändern scheint und manches dann eben doch.

Dieses Video aber macht mich etwas sprachlos, kann das jetzt sein, woher nimmt sie das? Wenn es denn Reinkarnationen gibt, dann denke ich, dass wir es hier mit einer sehr alten Seele zu tun haben. Was denkt ihr?

Wenn der Sommer sich verdunkelt,

Er verdunkelt sich seit vielen Jahren.

Im Sommer gehen die meisten afrikanischen Menschen auf die Schiffe/Gummiboote, um nach Europa zu gelangen, was immer schwieriger gelingt.

Libyen soll für Europa das gelobte Land sein, das Europa die Geflüchteten abnimmt, aber was dort passiert ist für mich kaum noch zu fassen.

Wer es wissen will → https://dvwelt.wordpress.com/2018/06/25/finde-die-fehler/

Wie die Dame von Welt selbst schreibt, es braucht einen Eimer Schnaps, um diese Bilder und Berichte zu verdauen, ich habe keinen und will auch keinen, ich machte das obige und untere Bild. Was hier und jetzt in der Welt geschieht, kann und soll kein Ball vertuschen.

Keine Frage, ich liebe den Sommer und ich genieße ihn auch, aber ich gestehe auch, dass er schon lange nicht mehr so leicht ist wie einst.



https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/08/26/sommerlied/

Verlassene Orte 006

Vorerst letzter Teil

Diese Abrisshäuser fotografierte ich im März bei strahlendem Frühlingswetter in Freiburg

Spieglein, Spieglein

Zurzeit macht mich dieses Thema nicht froh und deswegen habe ich nun entschieden es erst einmal ruhen zu lassen, mich stattdessen dem Frühling, seinem Wachsen und seiner Freude zuzuwenden.

Diese Bilder nahm ich am selben Tag auf dem alten Friedhof in Freiburg auf, seitdem geht alles seinen Frühlingsgang.

alle Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst

Was ich liebe und was mich glücklich macht

Gestern Morgen wurde ich wach, die Sonne kam gerade über den Berg und schien in meine Stube hinein und da gab es kein Zögern: aufstehen, Kaffee kochen, Stulle essen und nichts wie raus!

Wie glücklich es mich macht, wenn ich all dieses Sprießen, Knospen und Entfalten sehe, wenn ich noch immer Neues entdecke.

Eine Lerchenblüte

Wie ich es liebe am frühen Sonntagmorgen alleine durch Wald und Flur zu stromern, wenn im Nachbardorf der Hahn zu mir hinauf kräht, die Gänse schnattern, die Ziegen mit ihren Glöckchen bimmeln, Bussarde und Milane hoch über mir kreisen, Stare flöten, Eichelhäher es eilig haben, Zitronenfalter durch das Bild taumeln und über allem Frieden liegt. Ja, Frieden!

Und wie es mich dann doch durchrüttelt, weil es noch immer keinen Weltfrieden gibt, weil er wieder ein Stück weiter weg gerückt ist, weil Worte wie kalter Krieg zurückgekehrt sind, und Verteidigung und Vergeltung. Dieser Krieg ist nicht kalt, er tobt, nur eben nicht hier und nicht erst seit letzter Woche, er spitzt sich zu.

Ich schicke Friedenswünsche in die Welt und schlucke meinen Kloß im Hals herunter.

Eine Löwenzahnsonne für den Weltfrieden

Grün ist die Hoffnung und Linden haben Herzblätter

Buchen sollst du suchen

Wilde Rosen werden wieder blühen,

für die Freude, die Schönheit, die Freiheit, den Frieden und die Liebe…

Die Galerie öffnet sich, wenn du ein Bild anklickst, ebenso werden nach einem Klick alle Bilder groß…

Stand up von Hindi Zahra



Rotewelt hat einen lesenswerten Artikel zur Situation geschrieben, mir fehlen noch die richtigen Worte, aber schweigen mag ich auch nicht, deswegen dieser Artikel und mein Dank an Rotewelt → https://rotewelt.wordpress.com/2018/04/14/und-keiner-hat-was-gewusst/

Griechenlandfotos 04

Athener Stadtansichten – 3 –

Ein Mosaik, das ich in einem Hauseingang zu einer Galerie entdeckte, die aber leider geschlossen hatte. Mich faszinierte sehr das eingearbeitete Gesicht…

Ein paar wenige Graffitis.

Wie in allen großen Städten gibt es natürlich jede Menge Graffitis und die sogenannten „Tags“, die an vielen Hauswänden zu finden sind. Viele sind für mich nur Markierungen, nach dem Motto: Ich war hier – sie langweilen mich und schön finde ich die wenigsten. Und so manches, gerade erst frisch gestrichene, alte Haus wird dadurch in meinen Augen verschandelt. Ich habe nur wenige Graffitis fotografiert, dort, wo wir unterwegs waren sah ich einfach zu wenig Originelles.



Ein Reisender verdient sich sein Geld mit Seifenblasenmacherei, allen zur Freude!

Ein Markttag geht zuende

Das letzte Bild zeigt eine alte Frau, die Reste von den Marktständen eingesammelt hat. Die Armut in Griechenland/in Athen ist sichtbar. Bettler *innen aus allen möglichen Ländern und Kontinenten, Obdachlosenlager direkt neben einer S-Bahn-Strecke. Menschen, die versuchen irgendetwas zu verkaufen, seien es Roma, Sintis (hier waren es insbesondere die Frauen), Albanerinnen*, die Tischdecken angeboten haben oder viele kleine Stände, wo es von gerösteten Kastanien über allerlei Tand vieles zu sehen und zu kaufen gab. All das zu fotografieren behagt mir nicht. Ich denke dann immer an den Satz: „Wir sind doch hier nicht im Zoo!“

Bilder, die nicht nur in Athen zu finden sind, die Schere zwischen arm und reich hat sich weltweit geöffnet und öffnet sich immer weiter, auch in Deutschland. Auch hier wird die zunehmende Armut immer sichtbarer, auch wenn dies deutsche Politiker *innen negieren oder als Lüge bezeichnen – Ich bin mir bewusst, dass ich die Situation in Griechenland nicht mit Deutschland und auch nicht mit anderen Ländern vergleichen kann. An der sogenannten Krise in Griechenland verdient der deutsche Staat ziemlich gut, auch wenn dies in unseren Medien nur selten benannt wird. Wie überhaupt immer irgendjemand an einer Krise verdient, ein anderer verliert.

Diese Themen bieten viel Gedankenstoff und Diskussionsfläche und sollen in diesem Reisebericht zwar anklingen, aber nicht vertieft werden (Kommentarstrang ausgenommen). Zurück nach Athen →

Sehr kreativ fand ich diese Frau, die unterhalb der Akropolis in einer der Gassen Second-Hand-Klamotten und selbstgemachten Schmuck angeboten hat, sie war sehr guter Dinge, mit ihr kurz zu plaudern ist eine Freude gewesen!

Hier enden meine Bilder aus Athen, es fehlen die Katzen, die vielen Orangen- und Zitronenbäume, das eine oder andere Blümelein, die vielleicht später noch einen Ort finden. Morgen geht es erst einmal mit Bildern aus der Mani und vom Meer weiter.



*P.S. Ich habe Gerda missverstanden, es waren keine Albanerinnen, die Tischdecken angeboten haben, sie schrieb mir gerade im Kommentarstrang Folgendes dazu:

Eine Korrektur möchte ich anbringen: es sind keine Albanerinnen, die Tischdecken im Straßenverkauf anbieten. Ich finde es falsch, „Armut“ und „Straßenhandel“ gleichzusetzen. Solche Jobs sind spezialisiert. In diesem Fall waren es Frauen aus Osteuropa, vielleicht Russland, sonst sind es Zigeunerinnen, die zur heimischen Bevölkerung gehören oder aus Bulgarien kommen. Warum betone ich das? Ich habe in all den Jahren, seit hunderttausende Albaner barfuß über die Grenzgebirge kamen, nie einen bettelnden oder hökernden Albaner gesehen. Sie haben jeden anderen Job angenommen, den sie fanden, überall in Griechenland, auch im allerletzten Kaff, oft völlig allein – Erntehelfer, Schafhirt, Bauarbeiter, Reparaturwerkstätten, sie lernten blitzschnell die Sprache und so ziemlich alle Berufe. Die Frauen gingen putzen oder arbeiteten als Serviererinnen, Köchinnen. Alle, die ich kenne, haben sich inzwischen verbessert, haben ihre Kinder in den griechischen Schulen, haben Wohneigentum erworben…

#Schattenklänge 01-2018

Friedensplatz

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Es war ein karger Platz, der Wind fand keine Brechung und das Plexiglas über den lieblosen Schalensitzen hielt nur notdürftig den Regen ab. Trotzdem, hierher kamen sie, mal der eine, mal die anderen, hier an die Bushaltestelle „Friedensplatz“.

Hier saßen sie, hörten weg oder sich gegenseitig zu, schauten sich an oder unter sich, schwiegen oder redeten, mit sich selbst oder anderen, rauchten und tranken.

Am Morgen kam immer als Erster der Mann, der mit sich selber sprach. Am Morgen war die Welt einfach nur die Welt. Bis hierher hatte er seinen abgeschabten, blauen Rollkoffer hinter sich hergezogen, Morgen für Morgen von Irgendwoher.  Immer setzte er sich an den äussersten Rand, kramte in seiner Jackentasche und begann zu trinken. Er redete. Er redete immer, über die Faulpelze, die ihre Arbeit nicht tun wollten und nicht dankbar waren, weil sie eine Arbeit hatten. Über damals … in Amerika und über einst … in Neuseeland, wohin seine Frau verschwunden war.

So … ließ man ihn. Kein Ordnungsdienst, keine Polizei, keine sich mokierenden Bürgerinnen und Bürger. Am Morgen wollte er niemanden bestrafen, sich nie rächen, das kam später, manchmal, manchmal nicht und wenn, dann mokierten sich eben doch die Bürgerinnen und Bürger, es folgten die Ordnungshüter *innen, Platzverweise, er ging. Er zog seinen abgeschabten, blauen Rollkoffer hinter sich her, sein halblanges Haar klebte in fettigen Strähnen an seinem Kopf, seine Turnschuhe hielten den Regen nicht ab. Er ging nach Irgendwohin.

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Manchmal kam ein kleiner, sehr dünner und sehr farbloser Mann. Auch er setzte sich an den äußersten Rand, an den anderen, wenn der Mann, der mit sich selber sprach schon angekommen war. Unruhig wippte er mit seinem rechten Bein, das er über das linke Bein geschlagen hatte. Er hielt seinen rechten Zeigefinger ans Ohr, er telefonierte, leise, sehr leise, lange, sehr lange, viele Minuten lang … mit seinem Zeigefinger. Man hatte ihn schon aus dem Blick verloren, wäre dann nicht plötzlich sein Gesicht hochrot angeschwollen, wäre seine, vorher kaum hörbare Stimme, nicht plötzlich laut geworden, hätte er sich nicht hektisch das Haar immer und immer wieder über das rechte Ohr gestrichen, so, als könnte diese Geste das Gehörte ungehört machen und wäre er nicht mir-nichts-dir-nichts aufgesprungen und im Dauerlauf von links nach rechts über den Friedensplatz gelaufen, heftig gestikulierend, schimpfend, rot im Gesicht. Kein Blick erreichte ihn. Niemand hielt ihn auf, manche schüttelten ihre Köpfe, alle gingen ihrer Wege.

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Gen Mittag kam der Stille. Er saß gerne auf dem vorletzten Platz, er war ein stattlicher Mann in ergrauten Jahren. Der dunkelblaue Dufflecoat spannte ein bißchen über seinem Bauch, sonst war alles pikobello. Er schaute geradeaus, ruhig, in sich gekehrt. Er hatte immer ein Päckchen von dem teuren Tabak dabei, drehte sich eine Zigarette, begann zu rauchen, dann nickte er ein, seine Finger waren gelb von der verqualmenden Zigarette, die ihn nie verbrannte. Manchmal schaute er auf, sah jemanden nach, als würde er sich erinnern. Manchmal schaute er auch auf den Mann, der mit sich selber sprach oder auf den kleinen, sehr dünnen, sehr farblosen Mann, schaute und schaute weg. Still saß er da, eine Stunde, zwei Stunden, drehte seine Zigaretten, nickte ein, schaute, sah jemanden nach und dann war er wieder weg, er hinterließ keine Spuren.

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Nicht immer war jeder für sich. Es kam auch der, der ein Handwerker hätte sein können, oder ein Gärtner. Er trank gerne eine Dose Bier, die er aus seiner olivgrünen Cargohose zog. Er war groß und schlank mit dunklen Haaren und hatte stets ein freches Grinsen im Gesicht, er gesellte sich ab und an zu dem Mann, der mit sich selber sprach. Der wurde dann ganz ruhig. Sie redeten miteinander, sie lachten, sie waren Zwei von vielen. So ließ man sie … kein Ordnungsdienst, keine Polizei, keine sich mokierenden Bürgerinnen und Bürger.

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Von Irgendwo nach Irgendwohin, Endlosschleife, kein Happy End, und plötzlich fehlt Einer. Menschen kommen und gehen, steigen aus Bussen aus, steigen ein, warten auf ihre Linien.



Anmerkung

#Schattenklänge ist ein Projekt von Sofasophia →, wer mehr erfahren möchte, lese bitte bei ihr, dort findet ihr die Spielregeln, es ist jede und jeder eingeladen eine Geschichte, einen Text, ein Gedicht oder ein Bild zum Thema beizutragen.

Das Foto von dem Monolithen im Vigelandpark in Oslo fand ich unter → https://www.visitoslo.com/de/produkt/?TLp=181601

Krieger *in sein

Gerda hat am 09.01. zu den abc-etüden zwei Gedichte zum Soldatenleben eingestellt und bebildert. Im Kommentarstrang folgte eine Debatte zwischen ihr und Christiane über den Archetyp „Krieger“. Ein Krieger, eine Kriegerin ist aus meiner Sicht nicht mit einem Soldaten, einer Soldatin gleichzusetzen. Gerda schrieb im Kommentarstrang:

Ich sage: heute (wie immer) stellen sich gigantische Aufgaben für den Krieger. Wer in sich den Archetypus des Kriegers fühlt: Nur zu, ergreife deine Waffen, kämpfe! Aber werde nicht Soldat, um im Auftrag andere Menschen zu töten. Das hat nämlich nichts mit Krieger, aber viel mit Mörder im Auftrag zu tun. Und stelle keine mörderischen Waffen her, sondern Waffen des Friedens und der Wohlfahrt. Da hast du genug zu tun, deine jugendlichen Kräfte zu verausgaben, bis auch du alt und weise und ein senex wirst. So spreche ich, das alte Weib, zu den Soldaten.

Ich möchte euch nun einladen obigen Vortrag zu hören, der sich mit der Shambalakriegerin, dem Shambalakrieger beschäftigt, dessen zwei Waffen das Mitgefühl auf der einen Seite, auf der anderen die Weisheit/Klugheit sind und freue mich auf einen Austausch darüber. Willkommen!