Schattenklänge 02 -2018

Heute „nur“ ein Bild

Wenn ich an Schattenklänge denke, erinnere ich mich an dieses Bild, das ich im Herbst 2014 aufnahm und in dem Zyklus „die andere Seite“ bei pixartix einstellte – es ist beides: Schattenklänge und die andere Seite…

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#Schattenklänge 01-2018

Friedensplatz

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Es war ein karger Platz, der Wind fand keine Brechung und das Plexiglas über den lieblosen Schalensitzen hielt nur notdürftig den Regen ab. Trotzdem, hierher kamen sie, mal der eine, mal die anderen, hier an die Bushaltestelle „Friedensplatz“.

Hier saßen sie, hörten weg oder sich gegenseitig zu, schauten sich an oder unter sich, schwiegen oder redeten, mit sich selbst oder anderen, rauchten und tranken.

Am Morgen kam immer als Erster der Mann, der mit sich selber sprach. Am Morgen war die Welt einfach nur die Welt. Bis hierher hatte er seinen abgeschabten, blauen Rollkoffer hinter sich hergezogen, Morgen für Morgen von Irgendwoher.  Immer setzte er sich an den äussersten Rand, kramte in seiner Jackentasche und begann zu trinken. Er redete. Er redete immer, über die Faulpelze, die ihre Arbeit nicht tun wollten und nicht dankbar waren, weil sie eine Arbeit hatten. Über damals … in Amerika und über einst … in Neuseeland, wohin seine Frau verschwunden war.

So … ließ man ihn. Kein Ordnungsdienst, keine Polizei, keine sich mokierenden Bürgerinnen und Bürger. Am Morgen wollte er niemanden bestrafen, sich nie rächen, das kam später, manchmal, manchmal nicht und wenn, dann mokierten sich eben doch die Bürgerinnen und Bürger, es folgten die Ordnungshüter *innen, Platzverweise, er ging. Er zog seinen abgeschabten, blauen Rollkoffer hinter sich her, sein halblanges Haar klebte in fettigen Strähnen an seinem Kopf, seine Turnschuhe hielten den Regen nicht ab. Er ging nach Irgendwohin.

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Manchmal kam ein kleiner, sehr dünner und sehr farbloser Mann. Auch er setzte sich an den äußersten Rand, an den anderen, wenn der Mann, der mit sich selber sprach schon angekommen war. Unruhig wippte er mit seinem rechten Bein, das er über das linke Bein geschlagen hatte. Er hielt seinen rechten Zeigefinger ans Ohr, er telefonierte, leise, sehr leise, lange, sehr lange, viele Minuten lang … mit seinem Zeigefinger. Man hatte ihn schon aus dem Blick verloren, wäre dann nicht plötzlich sein Gesicht hochrot angeschwollen, wäre seine, vorher kaum hörbare Stimme, nicht plötzlich laut geworden, hätte er sich nicht hektisch das Haar immer und immer wieder über das rechte Ohr gestrichen, so, als könnte diese Geste das Gehörte ungehört machen und wäre er nicht mir-nichts-dir-nichts aufgesprungen und im Dauerlauf von links nach rechts über den Friedensplatz gelaufen, heftig gestikulierend, schimpfend, rot im Gesicht. Kein Blick erreichte ihn. Niemand hielt ihn auf, manche schüttelten ihre Köpfe, alle gingen ihrer Wege.

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Gen Mittag kam der Stille. Er saß gerne auf dem vorletzten Platz, er war ein stattlicher Mann in ergrauten Jahren. Der dunkelblaue Dufflecoat spannte ein bißchen über seinem Bauch, sonst war alles pikobello. Er schaute geradeaus, ruhig, in sich gekehrt. Er hatte immer ein Päckchen von dem teuren Tabak dabei, drehte sich eine Zigarette, begann zu rauchen, dann nickte er ein, seine Finger waren gelb von der verqualmenden Zigarette, die ihn nie verbrannte. Manchmal schaute er auf, sah jemanden nach, als würde er sich erinnern. Manchmal schaute er auch auf den Mann, der mit sich selber sprach oder auf den kleinen, sehr dünnen, sehr farblosen Mann, schaute und schaute weg. Still saß er da, eine Stunde, zwei Stunden, drehte seine Zigaretten, nickte ein, schaute, sah jemanden nach und dann war er wieder weg, er hinterließ keine Spuren.

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Nicht immer war jeder für sich. Es kam auch der, der ein Handwerker hätte sein können, oder ein Gärtner. Er trank gerne eine Dose Bier, die er aus seiner olivgrünen Cargohose zog. Er war groß und schlank mit dunklen Haaren und hatte stets ein freches Grinsen im Gesicht, er gesellte sich ab und an zu dem Mann, der mit sich selber sprach. Der wurde dann ganz ruhig. Sie redeten miteinander, sie lachten, sie waren Zwei von vielen. So ließ man sie … kein Ordnungsdienst, keine Polizei, keine sich mokierenden Bürgerinnen und Bürger.

Menschen kamen und gingen, stiegen aus Bussen aus, stiegen ein, warteten auf ihre Linien.

Von Irgendwo nach Irgendwohin, Endlosschleife, kein Happy End, und plötzlich fehlt Einer. Menschen kommen und gehen, steigen aus Bussen aus, steigen ein, warten auf ihre Linien.



Anmerkung

#Schattenklänge ist ein Projekt von Sofasophia →, wer mehr erfahren möchte, lese bitte bei ihr, dort findet ihr die Spielregeln, es ist jede und jeder eingeladen eine Geschichte, einen Text, ein Gedicht oder ein Bild zum Thema beizutragen.

Das Foto von dem Monolithen im Vigelandpark in Oslo fand ich unter → https://www.visitoslo.com/de/produkt/?TLp=181601

Krieger *in sein

Gerda hat am 09.01. zu den abc-etüden zwei Gedichte zum Soldatenleben eingestellt und bebildert. Im Kommentarstrang folgte eine Debatte zwischen ihr und Christiane über den Archetyp „Krieger“. Ein Krieger, eine Kriegerin ist aus meiner Sicht nicht mit einem Soldaten, einer Soldatin gleichzusetzen. Gerda schrieb im Kommentarstrang:

Ich sage: heute (wie immer) stellen sich gigantische Aufgaben für den Krieger. Wer in sich den Archetypus des Kriegers fühlt: Nur zu, ergreife deine Waffen, kämpfe! Aber werde nicht Soldat, um im Auftrag andere Menschen zu töten. Das hat nämlich nichts mit Krieger, aber viel mit Mörder im Auftrag zu tun. Und stelle keine mörderischen Waffen her, sondern Waffen des Friedens und der Wohlfahrt. Da hast du genug zu tun, deine jugendlichen Kräfte zu verausgaben, bis auch du alt und weise und ein senex wirst. So spreche ich, das alte Weib, zu den Soldaten.

Ich möchte euch nun einladen obigen Vortrag zu hören, der sich mit der Shambalakriegerin, dem Shambalakrieger beschäftigt, dessen zwei Waffen das Mitgefühl auf der einen Seite, auf der anderen die Weisheit/Klugheit sind und freue mich auf einen Austausch darüber. Willkommen!

Gen Ende

Meine Winterpause beginnt bald – Wintersonnenwende – Raunächte – Stille, hier, wie anderswo, aber noch fehlen der Zwölfmonatsblick #10 und das Sonntagsbild #51 (#52 schenke ich mir, es ist die Leerstelle dieses Jahres)

Hier zeige ich euch meine Lieblingsfotomontagen aus dem Jahreszyklus 21.12.2016 – 21.12.2017

draufklick = großes Bild (= Bestellnummer)

Wer sich das eine oder andere Bild an die Wand hängen mag, die oder der schreibe mich an (ulli.gau ad web.de) – Preise, Formate und Ausführung sind verhandelbar, die Bilderpoetin grüßt herzlichst.

Und wenn wer wissen möchte, wie es Poeten und Poetinnen in Worten und Bildern geht, die oder der lese sehr gerne hier → http://irgendlink.de/2017/12/16/alles-2/

Ich wünsche euch allen eine fröhliche Weihnachtszeit, magische Raunächte, einen guten Rutsch hin zu 2018 –

Danke, dass ihr mir folgt, mich lest, kommentiert oder einfach nur stille Leser *innen oder Schauer *innen seid, ohne euch wäre ich ärmer!

Mein besonderer Dank gilt Gerda Kazakou, die für mich eine wunderbare Inspiration ist, wie man an dem einen und anderen Bild sehen kann und Irgendlink (s.o.) für seinen schnörkellosen Blick auf das was ist…

Und nun noch Musike

Vielleicht werdet ihr euch über diese Musikauswahl wundern, aber hej, die Welt, so, wie wir sie lieben und kannten und noch kennen ist nicht mehr die Welt, die wir lieben, kennen und kannten, es gilt mit all dem leben zu lernen und am Ende immer noch zu sagen: I feel fine (nein, das ist nicht einfach!)…

Impressionen der letzten Wochen oder Nicht so geboren

Bevor ich meins schreibe, möchte ich aus dem Buch von Paul Auster 4 3 2 1 zitieren, das ich Zurzeit voller Begeisterung lese. Auster ist ein grandioser Erzähler (immer wieder). In diesem Buch verfolgt er konsequent die Idee, bzw. die Frage: Was wäre gewesen wenn…

Irgendwann werde ich einmal mehr dazu schreiben, jetzt nur ein Absatz, den ich auf Seite 751 fand, die Zeit ist 1965, der Ort New York – Morningside Heights:

… Auf den dreckigen Gehsteigen lag nicht abgeholter Müll, und die Hälfte der Leute, denen man begegnete, waren nicht ganz richtig im Kopf oder kurz davor, den Verstand zu verlieren, oder sie erholten sich gerade von einem Nervenzusammenbruch. Das Viertel war Sammelpunkt aller verlorener Seelen in New York, und täglich kam Ferguson an Männern und Frauen vorbei, die sich intensiv und unverständlich mit unsichtbaren anderen unterhielten, Leuten, die nicht existierten…

Paul Auster, 4 3 2 1

ISBN 978 3 498 00097 4  1. Auflage Februar 2017  Copyright © 2017 by Rowolth Verlag



Meins:

Gegenüber des Weihnachtsmarktstandes, an dem ich für drei Wochen eine Freundin unterstütze, ist eine Bushaltestelle, notdürftig überdacht, acht Sitzplätze auf der mir zugewandten Seite, acht Sitzplätze auf der anderen Seite, daneben steht ein Mülleimer, der, so alles gut geht, zweimal am Tag geleert wird. Wenn alles gut geht, geht aber nicht und am Sonntag sowieso nicht. Am frühen Morgen kommen dunkelhäutige Männer, die mit Stäben die Tonne nach Pfandflaschen durchsuchen, sie tragen Handschuhe, andere nicht, sie wühlen mit ihren nackten Händen zwischen Essensresten, Pappbechern und Zigarettenkippen nach Brauchbarem.

Vor dem Stand stehen die mehr oder minder Gutbetuchten, bewundern die reinen Wollpullover, kaufen Mützen, Schals, Handschuhe oder eben Pullover, Jacken oder Mäntel. Sie zucken zusammen, wenn wieder einmal der Mann, der mit sich selber spricht, auftaucht und lauthals beginnt zu deklamieren. Dabei hält er meist seinen Kopf zur Seite gewandt und spricht mit dem, den nur er sieht und dem er vieles zu sagen hat, nicht immer nur freundliches. Überhaupt ist er nicht immer nur freundlich, manchmal will er töten, oder Augen blau schlagen, ein anderes Mal ist er Gott und wir alle sollen uns vor seiner Rache in acht nehmen, denn die wird gar fürchterlich werden.

An vielen Morgenden ist er noch ruhig, dann hilft er mir die schweren Klappen des Standes hochzuhieven und zu halten, bis ich sie eingehakt habe, an anderen Morgenden kann er mich noch nicht einmal anschauen, wenn ich ihm einen „guten Morgen“ wünschen möchte.

Wo schläft er in der Nacht?

Der Mann, der mit sich selber spricht, ist Einer von Einigen, die dort, an eben dieser Bushaltestelle sich hinsetzen, mit sich allein oder auch in Ausnahmen mit anderen sprechen, die ihr Bier oder ihren Wein, ihren Schnaps trinken oder auch mal einen Joint rauchen, um dann in Tränen auszubrechen. Wie vor ein paar Tagen die dünne Frau, die noch am Anfang der Sitzung die „Jungs“ aufmunterte, bis dann eben dieser Joint die Stimmung kippte. „Ich fühl mich auch oft einsam, Mädchen. Nun komm, Kopf hoch“, tröstet einer der Jungs lauthals und schwankt dabei vor und zurück, während sie immer weiter unter ihrer großen Kapuze verschwindet.

Wo schläft sie in der Nacht?

Dann der dünne Mann, der immer telefoniert, dabei hält er seinen Zeigefinger ans Ohr und spricht sehr leise, lauscht und spricht. Aber manchmal scheint das unsichtbare Gegenüber etwas zu sagen, das er nicht hören will, dann wird er lauter, allerdings nicht verständlicher, aufgeregt streicht er sich die Haare hinters Ohr, sein sonst blasses Gesicht verfärbt sich rot, bis der Druck zu groß wird, er springt auf und rennt rastlos hin und her. Der Mann wird wieder blass, setzt sich erneut, flüstert erneut in sein nicht vorhandenes Telefon und…

Wo schläft er in der Nacht?

Zwei ältere Damen stehen am Stand und schauen sich die bunten Tücher an, als der Mann, der mit sich selber spricht, laut wird, sie schauen ihn an. Die eine Dame schaut mich an:

„So, wird niemand geboren.“

Wie gut mir dieser Satz tut. Ich habe schon ganz andere Sätze gehört, die ich nicht beantwortet, nicht kommentiert habe, mit der Dame kam ich ins Gespräch.


Künstler *in unbekannt

Weihnachtsmarkt, Dideldumm, Glühweinstände, Lachsbrätereien, Lebkuchenherzen, Anisbonbons, Eierlikörpunsch, Lakritze, Pommes mit Mayo, Fisch oder Wildschweinbratwurst im Brötchen, viele sehr dicke Menschen essen viel Fettiges. Kerzen, Glöckchen, Kunsthandwerk und Zeug, was eigentlich niemand wirklich braucht, aber eben doch gekauft wird. Am Rand der Massen knien Menschen auf dem Bürgersteig, einen leeren Pappbecher vor sich. Auf dem Weg zum Parkhaus entdecke ich einen Schlafsack auf einem Lüftungsschacht, darin eingewickelt ein Mensch.

Die Armut ist auch in Deutschland nicht neu, aber sie ist sichtbarer und größer geworden. Die Schere öffnet sich immer weiter, auch die in meinem Kopf.

Wenn ich könnte, würde ich jedem und jeder einen dieser feinen Wollpullover schenken, dazu einen Schal oder eine Mütze, ein Paar Handschuhe oder ein Paar Stulpen, bis der Stand leer wäre, dann würde ich den Freund, der so wunderbare Geschichten erzählen kann, bitten mit all diesen Menschen eine seiner Geschichten zu teilen und dann würde ich ihn unterhaken und mit ihm zum Parkhaus gehen und lächeln…



In diesem Zuhammenhang möchte ich euch noch einen Link zu tikerscherks Artikel „Lamettalos“ senden: https://kreuzbergsuedost.wordpress.com/2017/12/08/lamettalos/

Auch Irgendlink hat gestern einen Artikel mit ähnlichem Inhalt veröffentlicht: http://irgendlink.de/2017/12/11/bahngleisgossenhamlet/

Die Springerin hat vor einigen Wochen sehr berührende Fotos von Menschen auf der Straße gemacht, leider kann ich sie nicht finden…

Liebe Springerin, falls du dies hier liest, wäre ich dir dankbar, wenn du einen Link zu deinen Bildern in den Kommentarstrang schreibst, dann füge ich ihn hier ein – herzliche Grüße und danke –

P.S. Nun hat die Springerin den Link gesendet, die Serie heißt: heimliche Lehrer – secret teachers, es entstanden 6 Bilder, sie hat den Link zum ersten geschickt, wenn euch mehr interessiert, dann könnt ihr den Titel dieser Serie in ihre Suchmaschine eingeben, nochmals meinen herzlichen Dank an dich!

Heimliche Lehrer / Secret Teachers (1)

Wintereinbruch, Fragen und Musik

Kalt ist es auf dem Berg geworden. Das Morgenritual hat sich der Jahreszeit angepasst: Kaffeewasser aufsetzen, Ofen anmachen, Kaffee brühen und dann trinken und eine Stulle dazu. Die Wohnung wird schnell warm, ich schreibe, ich lese, ich sitze im Lesesessel und schaue dem Tanz der Flammen zu, je nachdem. Von innen und außen aufgewärmt ziehe ich den dicken Pullover über, die Schaffellweste darüber, die dicken Socken habe ich eh schon an den Füßen, dann schlupfe ich in die Gummistiefel, nehme den Holzkorb und gehe nach unten Holz holen, zwei-, dreimal. Danach ist mir richtig warm und die Frische der Luft liegt auf meinem Gesicht.

Am Sonntagmorgen war es, als wieder über Nacht eine feine Schneedecke meine Terrasse bedeckte. Auf der Terrasse, über die ich gehe, wenn ich nach unten in den Hof will oder überhaupt die Wohnung verlasse. Die Schneeschippe steht gleich neben der Haustüre und so habe ich also erst einmal noch Schnee geschippt. Meditativ und versonnen räumte ich das erste Mal den Holzkorb ein und dachte: das nenne ich ehrliches Leben. Und dabei bin ich geblieben, ohne es weiter zu hinterfragen, ich weiß ja, was und wie ich es meine.

Später lasse ich Revue passieren und denke an alle die Menschen in meinem Umfeld, die gerade steinige Wege gehen, über Hürden springen oder vor ihnen stehen, manche Sätze klingen in mir nach und ganz besonders ein Wort sticht heraus: Überforderung. Und ich denke an die Frage einer Freundin am Sonntagabend: „Du musst jeden Morgen den Ofen anmachen, damit du es warm hast?“ Ja, das muss ich und das will ich. In mir schwingt das Wort „Reduktion“, Leben um das Wesentliche herum, wohin ich mich wieder bewege, aber auch, trotz Ofen, noch immer ein Stück entfernt bin. Diese Art von Leben fordert auch meinen körperlichen Einsatz: Holz holen zum Beispiel oder Schnee schippen oder die Gartenerde beackern, damit sich z.B. die Brennnesseln nicht zu sehr ausbreiten. Ich glaube aber auch, dass all das jung und beweglich bleiben bedeutet. Das denkt und empfindet übrigens auch teggytiggs → https://meinexperimentlebenblog.wordpress.com/2017/11/20/wintervorbereitung-3/

Heute Morgen im Badezimmer kommt ein anderer Gedanke: die Menschen (damit schließe ich mich selbstredend mit ein) bauen sich ihre Gefängnisse selbst, die Stäbe sind u.a. die Worte:„Ich-muss“, „Ich-kann-nicht“ und „Ja-aber“.

Und dann noch einmal die Überforderung: ich überlege, ob jede kleine Müdigkeit, nach getaner Arbeit, gleich Überforderung ist? Wieso, frage ich mich weiter, habe ich meine Großeltern nie, auch selten meine Mutter das Wort Überforderung aussprechen hören oder das Wort Stress? Ich erinnere mich, dass sie einfach die Füße für ein halbes Stündchen hochlegten, ob nun nach dem Mittagessen oder wenn die Mutter am frühen Abend aus dem Kaufhaus kam, wo sie Stoffe verkauft hatte, und dann ging es eben weiter. -M-

Versteht mich bitte nicht falsch, natürlich gibt es gerade in der heutigen Zeit auch Überforderungen, und doch lohnt es sich vielleicht einmal genauer hinzuschauen.

Was hat das zum Beispiel mit der hochstilisierten Individualität zu tun, bei gleichzeitig zunehmender Vereinsamung?

Was, mit den modernen Medien, der Informationsflut und/oder dem viel zu schnellem Takt der modernen Turbogesellschaft, besonders in den großen Städten? Was, mit eigenen sehr hohen Ansprüchen, bei gleichzeitg „gepflegter“ Unzufriedenheit?

Wie frei ist der Mensch?

Heilig

Was ist den Menschen heute noch heilig, im Sinne von etwas Besonderem, etwas Verehrungswürdigem, was ist überhaupt noch heil in unserer Welt und woher kommen alle diese Heilsversprechen, weil eben nichts mehr heil ist?

Mir ist vieles heilig. Ich lebe mit dem Satz, dass das Heilige und Profane zwei Seiten einer Münze sind. Dennoch→ Sonntagnacht war ich wieder einmal bestürzt, als ich ein Bild im www fand, auf dem die verkohlten Reste einer Holzskulptur zu sehen waren (aufgenommen in Myanmar). Leider wurde der Fotograf/die Fotografin nicht genannt. Aber ich habe mir erlaubt das Foto herunterzuladen und auf meine Art weiterzubearbeiten und meinen Fragen zu lauschen, ohne Antworten zu haben und schon gar keine Lösungen…

draufklick = großes Bild

Was bedeuten Menschenrechte, was Religionsfreiheit, was die Freiheit der Andersdenkenden? Wie könnte ich nicht traurig werden beim Anblick von so viel Zerstörungswut? Was treibt sie an, sie, die anderen…?


Es liegt mir nichts daran Urheber*innenrechte zu verletzen, man kann sich bei mir melden, gerne füge ich dann den Namen der Fotografin/des Fotografen ein oder nehme das Bild ganz heraus, wenn gewünscht!

Schreiben gegen rechts

Ende September erinnerte ich an die Blogparade 2016: Schreiben gegen rechts, nun geht es weiter, wenn auch anders. Anna möchte zusammen mit Vielen ein Buch der Zuversicht erstellen. Schau doch einmal hier:

https://annaschmidt-berlin.com/2017/10/08/schreiben-gegen-rechts-ein-buch-der-zuversicht/

Z = Zuversicht, damit beendete ich das Alphabet der mutigen Träume, erinnerst du dich noch…

https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/31/z-zuversicht/

Es gefällt mir genau hier den Faden wieder aufzunehmen. Ich bin sehr auf die Geschichten und Essays gespannt.

Bahnhof Rolandseck – Arp Museum # 04

Die Toiletten des Bahnhofs

(für Maren herzlichste Grüße 😉 )

Als ich das erste Mal den Bahnhof, bzw. das Arp-Museum besucht hatte, meinte meine Freundin später ich müsse mir unbedingt einmal die Toiletten des Bahnhofs anschauen. Dieses Mal hat es geklappt. Über Geschmack lässt sich ja trefflich streiten oder lieber gar nicht … kurios ist mein Wort hierzu. Wer die Toiletten gestaltet hat weiß ich nicht, ich vermute mal ein Mann … 😉

Die Frauentoiletten

In die Männertoilette traute ich mich nicht wirklich hinein, ich fotografierte durch die geöffnete Tür, dass ich dabei beobachtet wurde, habe ich nicht bemerkt …

wie immer öffnen sich die Galerien, wenn man auf ein Bild klickt

Mit einem Zitat von Hans Arp und einem Wolkenbild von eben diesem Tag endet meine diesjährige Führung durch das Arp-Museum und den Bahnhof Rolandseck. Bis zum nächsten Mal … gerne komme ich wieder!