Bye for now

draufklick = großes Bild – please click to enlarge

Verreisen, wiederkommen, bleiben, eine Zeitlang und dann wieder verreisen…

Traveling, coming home again, staying, for a while, then traveling again…

Bye for now und allen eine gute Zeit – and a good time to you all

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Momentaufnahmen

Momentaufnahmen 001 2018

Februar

Dem Tag ein Gesicht geben oder vier Tagen eins oder einem Tag drei oder… So ist mein Februar gewesen und so

 

und die Vögel

und ich ↓

– bitte die Galerien und Bilder anklicken, dann werden sie groß –



Ähnliche Bildertafeln zeigte ich schon einmal hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/10/28/miniatur-die-taegliche-uebung/

und hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/11/10/befuellung/

Offene Systeme

Auch etwas, was miteinander verbunden ist: die geschlossenen und die offenen Systeme –

 

Ich will es vielleicht mal auf einen ganz einfachen Nenner bringen. Die Aufgabe der klassischen Wissenschaft, der klassischen Physik ist es, die Bahnen der Teilchen, der Gegenstände usw. zu berechnen. Also die Satellitenbahnen, die Bahnen der Planeten, der Atome, der Elektronen und der Strahlen: Gleichungen aufzustellen für die Bahnen von Vorgängen. Es zeigt sich, dass diese Methode eine gute, aber doch zu einfache Annahme ist. Denn in Wirklichkeit – oder zumindest in so komplexen Systemen wie dem Lebendigem – sind die Bahnen verzweigt. Sie gehen, wie man wissenschaftlich sagt, durch Birfurkationen, sind verzweigt wie Blitze. Furka ist die Gabel. Systeme sind gegabelt und können sich in die eine oder andere Richtung entwickeln. Deutliches Beispiel ist hierfür der Evolutionsstammbaum, den man ja auch in Form eines Baumes darstellt, der eben in bestimmte Richtungen geht, z.B. zu den Menschen oder auch den Insekten und sonstigen Lebewesen. Und an bestimmten Verzweigungspunkten geht es in die eine oder andere Richtung. Es hätte auch anders gehen können. Es hätten statt Insekten auch irgendwelche grünen Monster entstehen können. Jedenfalls ist eine Evolution niemals ganz eindeutig. Sie verläuft in Form von Verzweigungen und Bäumen. Wir können auch umgekehrt argumentieren. Immer dort, wo wir irgendwo im der Welt eine baumartige Struktur sehen, sei es ein Baum im Walde oder ein Evolutionsstammbaum oder ein Blitz oder ein Flussdelta, wissen wir, dass wir es mit einem System zu tun haben, das nicht eindeutig ist.

Mit dem „Spiel“ verbinden wir ja immer das Unsichere, vielleicht auch das Leichtfertige. Mir fällt gerade der Satz von Einstein ein:“Gott würfelt nicht!“ Wenn die Welt sich spielerisch selbstorganisiert, würfelt dann Gott nicht doch?“

Gott würfelt! Einstein ist durch die Quantentheorie widerlegt … Die Entwicklungen sind verzweigt und nicht eindeutig. Damit ist die Zukunft offen und Neues kann entstehen ….

Das heißt, Kreativität entsteht nur in offenen Systemen?

So ist es. Sie entsteht nur in offenen Strukturen. Die klassische Physik hat keinen Mechanismus, wo etwas Neues entstehen kann. Das heißt nicht, dass die Physik nicht viele Erfindungen gemacht und neues hervorgebracht hat. Das sind aber im Grunde genommen immer nur neue Einzelheiten, neue Anwendungen, aber niemal prinzipiell Neues.

Interview von Geseko von Lüpke mit dem Chaosforscher und Biologen Friedrich Cramer

aus dem Buch: Politik des Herzens

 

Miniatur #001 2018

Starke Kräfte ziehen. Niemand lebt im luftleeren Raum. Es ist gut, immer, einen Plan zu haben. Pläne scheitern, daraus entsteht Neues, hab keine Angst!

Wege kreuzen sich … Schnittpunkt. Wege trennen sich … es ist immer eine Entscheidung, ob rechts rum oder links weiter. Nichts geht verloren.

Winteratmen, Winterstille, Winter ohne Schnee, kaum Eis, viel Sturm, kein Strom, Bäume fallen, Zweige wehen, Äste krachen, Winterputz.

Kleine und große Vögel laben sich an den Knödeln. Reißende Wasser, wilde Sterne und keiner redet rein.

Viel Gefühl, altes Leid, neuer Schmerz, Turbulenzen, fremde Böden, ein totes Zicklein lag im Stall. Ein toter Leib im Farnbeet geborgen.

Und was, wenn am Ende alles doch nur Liebe ist?

Miniatur – 18 – 2017

Mit einem Stachelkleid wird niemand geboren. Ein Stachelkleid legt frau sich an. Sie schützt sich. Sie hat das gelernt. Sie hat sich das nicht ausgesucht. Die Welt ist wie sie ist und die Menschen auch. Und dann vergisst sie es auszuziehen und sticht. Er hat das nicht verdient und er schon gar nicht. Dann wird sie traurig. Nein, das ist nicht theatralisch. Es ist, was es ist. Er steht hilflos vor ihr, wendet sich ab.

Er sagt: Ich hab dich schon immer geliebt. Er hat Tränen in den Augen. Sie auch. Sie lächeln sich an. Das Stachelkleid fällt. Nackter geht es nicht.

Boot und Fährfrau

für Gerda und Bruni,

weil ihr mich an „meine“ Fährfrau und an „Die kleine blaue Frau“ erinnert habt – danke dafür…

„Die kleine blaue Frau singt sich zum See. Ungerufen kommt die alte Fährfrau, sie rudert die kleine blaue Frau zur Insel. Hier hüten Bärin und Rabe das Tor zum Wald, neckt der Rabe die Bärin, winkt die Bärin der kleinen blauen Frau.

Viele Jahre schon rudert die alte Fährfrau hin und her, mit und ohne Passagiere, mit und ohne Mond. Sie kennt keine Angst und keinen Tod. Ihr Herz ist Liebe geworden, in all den Jahren des Hinundwiederzurücks. Sie schenkt der kleinen blauen Frau das Lied der Wiederkehr.“



„Die kleine blaue Frau wäscht ihr Kleid am Fluss, als ein leeres Boot an ihr vorübergleitet. Sie sieht keine Ruder, keine Frau und keinen Mann. Zarte Schleier umwehen das Boot. Die kleine blaue Frau hört einen leisen Gesang, schwimmt zum Boot und nimmt es an die Leine, sie zieht es bis zum Strand. Dort setzt sie sich hinein.
Die Sonne geht unter, die Sonne geht auf, die Sonne geht wieder unter. Die kleine blaue Frau sitzt in dem ruderlosen Boot und lauscht seinem leisen Gesang. Sie lernt die Totenlieder. Die Sonne geht auf. Jetzt erhebt sich die kleine blaue Frau, sie trägt die Lieder zur Alten mit dem erdigen Gesicht. Die nimmt die Lieder in ihr Herz, dann lässt sie sie wieder frei. Da wird es still. Zarte Schleier wehen ins Blau des Morgenhimmels.“

Textausschnitte aus „Der kleinen blauen Frau“ copyright Ulli Gau