Etüde 08 2020

Die Worte, um die es in dieser Etüdenrunde geht, sind auf dem Bild zu sehen. Es ist wieder Zeit für eine Extraetüde, sagt Christiane und lud in dieser Woche dazu ein. Die Bedingungen: es gilt aus 6 Wörtern 5 auszuwählen und einen Text (oder ähnliches) mit maximal 500 Wörtern zu schreiben. Ich wählte einmal wieder ähnliches …


Viele Worte, sanfte Worte, kluge Worte, nichtssagende Worte, großspurige Worte, Worte – viele und ständig, was schweigen sie tot? Was sprechen sie aus? Wahrheit ist nicht immer dazwischen oder im Paradox. Wahrheit versteckt sich und ist doch oft zu nah, um sie zu sehen.

Manche fallen und es ist nicht schlimm. Manche fallen, fallen und fallen. Wohin? Manche stehen immer wieder auf. Manche wissen nichts vom Grund.

Der Zeit ist des Menschen Gehassels egal. Die Zeit ist und vielleicht auch nicht. Die Zeit hat keinen Plan. Die Zeit nimmt alle mit.

Am Horizont gleitet elegant ein Katamaran.

99 Wörter



Aus meiner Blogpause heraus …



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Etüde 07 2020

 

Die Worte, um die es in dieser Etüdenrunde geht, sind auf dem Bild zu sehen, gespendet hat sie für die abc.etüden dieses Mal Gerhard. Herzlichen Dank Gerhard und Christiane!


Ich konnte den Zeitplan nicht einhalten. Die Angst vor Konsequenzen wurden schlimm und schlimmer. Die Angst noch tiefer zu fallen auch.

21 Wörter



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Pingpong 088

PING 088

GERDA AN ULLI →  GLÜCKLICH, WER ZWISCHEN HIMMEL UND MEER …

PONG 088

ULLI AN GERDA → … NICHT WARTEN MUSS.

PING 087

ULLI AN GERDA → Ein Leben lang gegen Rassismus sein und für …

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Hier geht es zu allen bisherigen PingPongs → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/.

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/


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Maisonntag 2020

Letzten Sonntag in meinem neuen Garten

Die Rosen an meinem Rosenbogen beginnen zu blühen. Ich war sehr gespannt in welcher Farbe sie sich präsentieren werden. Am linken Bogen öffnen sie ihre kleinen Blüten in einem warmen Dunkelrot und bilden zudem eine innige Symbiose mit einer Eiche.

Am rechten Rosenbogen kann ich die Farbe nur so beschreiben: lachsrosagelb mit zarten Rottönen. Oberhalb der Laterne hat sie sich mit dem rechts von ihr, etwas rüde beschnittenen Pflaumenbaum befreundet, der aber hier nicht mehr ins Bild passte.

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Soviel zur spätnachmittaglichen Stimmung am letzten Sonntag. Im Kopf spukte ein Schreibprojekt, auf das ich durch einen Beitrag von Sofasophia aufmerksam geworden bin → https://sofasophia.wordpress.com/2020/05/16/erzaehlen-und-erzaehltbekommen/ .

Es geht darum zu erzählen wie wir unseren „Coronaalltag“ erleben. Eingeladen sind alle, die sich gerufen fühlen.

Mittlerweile habe ich eine Momentaufnahme dieses Sonntags an den Initiator geschickt. Von seiner Seite ist es in Ordnung, dass ich diese Geschichte mit euch teile, obwohl er plant aus den Zusendungen ein Buch zu machen: „Cronica Corona“. Wenn du mitmachen willst → https://cronica-corona.ch/mitschreiben/

Eine weitere Geschichte zum Projekt las ich bei Irgendlink → https://irgendlink.de/2020/05/16/bei-einer-ruhebank-ein-halber-hund/



Ein Sonntag im Mai im Jahr von Corona

Am Sonntag ist der Garten mein sicherster Ort. In Wald und Flur tummeln sich die Hungrigen – wer will es ihnen verdenken? Ich visoniere Wandermenschen mit Knickerbockern, roten Strümpfen und Mundschutz. Seitdem ich auf Instagram zig Fotos von Mundundnasenschutzmenschen aller Couleur gesehen habe, empfinde ich anders. Bedrohter?

Um Alltag ringen, den Tagen am Morgen ihre angestammten Namen zuordnen und die dazugehörigen Ziffern – als Halt. Ich denke an Zeiten, in denen es weder Tagesnamen, noch bezifferte Tage gegeben hat, nur Mond- und Sonnenläufe und Jahreszeiten. So unvertraut es uns auch ist, auch damals ging es um ein Dach, einen Menschen oder mehrere an der Seite, um Partnerschaften, Essen, Trinken, Sex, Liebe und Musik. Welche Geschichten Väter, Mütter, Großeltern wohl den Kindern zur Guten Nacht erzählt haben? Welche Melodien haben sie beim Wiegen gesummt? Welche Worte haben sie verliedert?

M sagt, sie sei schon ganz verlottert. Ihre Tage und Nächte verschwämmen ineinander. Wieder denke ich an die vier Tage und vier Nächte allein im Zelt – damals verschwammen Tage und Nächte auch. Ich schlief, wenn ich müde gewesen bin und machte Menschensachen, wenn ich wach und munter gewesen bin; ich fühlte mich frei – ich wollte nicht mehr zurück; ein tränenreicher Abschied, einer mehr. So kam ich zurück. Ein winziger Teil von mir blieb für immer dort, wir sind nicht getrennt voneinander.

Ewige Verbundenheit über mich hinaus ist ein Unsicherheitsfaktor, den ich schwankend betrachte und ich denke an die Taube mit dem verletzten Flügel. Ob er verheilte?

Worte der Verluste, des Scheiterns und Suchens, der Fragen und Sehnsüchte finden sich auf Bergen von Papier, sie füllen Buch um Buch und verliedern sich. Der Jubel des Glücks ist schnell erschöpft. Stetige Wasser von Vertrauen und wachsender Liebe strömen leise in tiefen Betten.

Heute wandere ich durch meine inneren Wälder und Wiesen, sitze am Ufer von Bruder Fluss, den nur ich so nannte und noch nenne. Ich lausche seinem stillen Lied. Die zwei Fische, den kleinen und den großen, hat der Fluss schon längst zum Meer getragen. Dort sind sie untergegangen.

Isolation also – freiwillig und unfreiwillig. Verschwimmende Tage, Verlotterung, Freiheit, Vermeintlichkeit, Struktur in Nichtstruktur knüpfen, von Knoten zu Knoten hangeln, die inneren Dialoge werden lauter.

Ach, ihr armen Kinder! Immerzu gefilmt, fotografiert und behütet – die Einen. Die Anderen … es ist eine Grausamkeit in unserer Menschenwelt! Mehr denn je. Autos zählen mehr als Kinder, Technik mehr als intakte Natur. Besinnung zur Umkehr ist eintragslos. Schwere Zeiten, nachdenkliche Zeiten, Tage mit roten Freudepunkten, willig meine Freude teilen und säen, für den Widerstand. Um den Ängsten, der Schwere, den Unsäglichkeiten standzuhalten. Den Rücken gerade halten, den Kopf oben, jegliche Häme und Gehässigkeit aus dem Gesicht streicheln, behutsame Schritte nach vorne gehen, Geheimnisse sind die Begleiter.

Einmal noch die Halskette anlegen, die Perlenohrringe und das beste Kleid anziehen, das ich Aschenputtel nicht mehr besitze, noch einmal zur Schiffskapellenmusik mich auf der Tanzfläche drehen und dann sinken; tief sinken – in den feuchten Meeresgrund hinein. Dort den kleinen und den großen Fisch wiedersehen, mich zu ihnen legen, dann still – Vergessen und Verlockung.

Ich möchte nie mehr von hier weg, erzähle ich heute dem Garten. Ich möchte weit weg, erzähle ich später den Zimmerwänden. Überall Wände. Hier nicht hindürfen und dorthin auch nicht. Die Zelle ist weitläufig, Sicherheitstürme sind keine zu sehen. Keine Kontrollaugen in der Nachbarschaft. Was weiß ich schon?

Doch ja, es ist Sonntag, der siebzehnte Mai im einundzwanzigsten Jahr des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Die Sonne wandert hinter die Bäume. Ich war heute spät dran, bis ich den Weg von drinnen nach draußen fand.

Ich höre dein Flattern. Wie schön! Dein Flügel ist verheilt.

Sechsmal schlägt die Kirchenglocke. Ich brate Kartoffeln und mache einen Salat. Die Mahlzeit, die nichts von Vermählung hat, nehme ich auf dem linksseitigen Stuhl am Tisch ein. Auf dem Stirnseitenstuhl sitze ich, wenn ich frühstücke, der rechtsseitige Stuhl ist für die Gäste, die jetzt ausbleiben. Nach dem Essen werde ich gesellig. Ich öffne ein Bier und stoße mit mir an. Ich lächel mir zu und wünsche uns ein gutes Leben.



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Pingpong 086

PING 086

GERDA AN ULLI →  WAS IMMER SIE FEIERN, ES ….

PONG 086

ULLI AN GERDA → … GEHT DIE SONNE AUF, ES GEHT DIE SONNE UNTER.

PING 087

ULLI AN GERDA → WIE WIR UNS DREHEN UND WENDEN …

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DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/


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Etüde 06 2020

Die Worte, um die es in dieser Etüdenrunde geht, sind auf dem Bild zu sehen, gespendet hat sie für die abc.etüden dieses Mal Olpo Olponator. Herzlichen Dank Olpo Olponator und Christiane!


Man wird doch wohl noch mit dem eigenen Katamaran und ein paar Freunden auf den See hinausfahren dürfen! Was will man uns denn noch alles verbieten? Totschweigen, was wirklich ist, ja, das können die und A L L E S verbieten und verordnen. Ja, das können die, diese großspurigen Politiker und Wissenschaftler – als ob ich denen ein Wort glauben würde! Komm, Ilse, wir gehen jetzt segeln und lass mich bloß mit Mundschutz und dem anderen Quatsch in Ruhe.

79 Wörter



P.S

Es hat sich leider herausgestellt, dass diese Etüde missverstanden werden kann – siehe meinen Kommentarstrang. Natürlich habe ich hier nicht meine eigene Meinung abgebildet! Ich bin in die Haut derjenigen gekrochen, die gerade meinen sich an keine Regeln mehr halten zu müssen, die aggressiv und laut werden, das alles unter dem Deckmantel, dass sie die Grundrechte verteidigen wollen. Mir sind die Grundrechte auch wichtig und ich bin bereit diese zu verteidigen, aber dadurch, dass ich mich an die Abstandsregeln halte und auch einen Mundschutz in den Geschäften trage, schütze ich meine Mitmenschen. An dieser Stelle zu provozieren und Menschen lächerlich zu machen, die sich an diese Regeln halten, liegt mir nicht.



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Erinnerungsschaukel 08

M A N T E L H A U T

Gerade noch hatte sie ihm hinterher gewunken. Berlin, Bahnhof Zoo. Er, hinter der Scheibe des davon fahrenden Zuges. Ein kleines Stück war sie noch mit gelaufen, aber dann raste der ICE davon. Nahm ihn mit.

Sie kehrte um. Ging durch die Blicke hindurch, die ihr nichts anhaben konnten. Heute nicht. Einem dicken Wintermantel gleich, seine Liebe um ihre Haut. Die Welt war still. Kein Blick wagte sie heute auszuziehen. Keiner störte. Sie perlten ab. Auf ihrer Haut Abdrücke der Zärtlichkeit. Seiner Zärtlichkeit. Sie lauschte ihren Spuren. Flüchtige, leichte, schnell verwehte, Pulverschnee und Meeressand. Gerade  noch da. Dann trugen Meer und  Wind sie ins Vergessen.

Endstation, alles aussteigen bitte. Sie lief nicht mit den Anderen, hastete nicht ihrem Ziel entgegen. Der Moment des Eingehülltseins hielt an. Sie schlenderte dem Ausgang entgegen. Jeder Schritt ein Genuss, jeder Millimeter ihres Körpers präsent. Wiegende Hüfte, weicher Gang. Die Hände frei.

Daheim angekommen wickelte sie den Tag in zartes Seidenpapier und legte ihn in die rote Lackschachtel.

2010


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Kunst für meinen Hut 006

Foto © J. B.*

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Als ich den ersten Beitrag: Kunst für meinen Hut eingestellt habe, schrieb mir eine Blogfreundin, dass sie Interesse an dem „Memorandum für unsere Großmütter“ im Buchformat hätte. Eine zweite Blogerin schloss sich ihr an.

Ich habe immer wieder über das Wie und Wo gegrübelt. Das Naheliegendste sah ich nicht. Wie so oft war es erst einmal „too near to see“.

Dass ich ein Fotobuch daraus machen kann, fiel mir erst nach Tagen ein! Nun fand ich endlich die Zeit mich näher damit zu befassen.

Es gibt einen sehr guten Fotoentwickler, der auch Fotobücher im Angebot hat  – ich werde hier nun keine Schleichwerbung machen – bei diesem Anbieter fand ich ein Fotobuch mit einem Hardcovereinband und einer besonderen Bindung bzw. Klebung. Hinzu kommt meine Erfahrung, dass sich hier wirklich um Qualität bemüht wird. Und Qualität hat das Memorandum für unsere Großmütter, an dem so viele Menschen mitgewirkt haben, verdient.

Heute möchte ich gerne von euch wissen, ob es noch mehr Interessierte an diesem Werk gibt, bevor ich mich an die Arbeit mache. Mich würde es sehr freuen, wenn damit das Memonrandum ENDLICH einen Weg gefunden hätte, um in die Welt zu gehen, weiter als es dies bislang gemacht hat.

Näheres dann gerne wieder im Mailaustausch, wie schon bei meinen Bildern und Postkarten

*Der Name der Fotografin ist mir bekannt, sie möchte hier aber nicht namentlich genannt werden.


Wer das Memonrandum noch nicht kennt, siehe hier →

https://cafeweltenall.wordpress.com/galerie-iii-memorandum-fur-unsere-grosmutter/ 

An diesem Werk haben viele Freundinnen und Freunde – auch aus meiner Blogwelt mitgewirkt – wofür ich noch immer sehr dankbar bin.

Die Idee entstand nachdem ich einige Bücher über Frauenschicksale während des letzten Jahrhunderts gelesen hatte und damit an das Leben meiner Großmutter erinnert wurde, von dem ich letztlich viel zu wenig weiß. Aber eins weiß ich, sie hat zwei Weltkriege erlebt, sie hat vier Kinder geboren. Ihr Mann – mein Opa, den ich nie kennelernen sollte – und ihre jüngste Tochter starben während der unsäglichen Hitlerzeit an Lungenentzündung. Deutsche Ärzte haben sie nicht behandeln wollen – meine Großeltern stammten aus Polen …

Diese Generation von Frauen war maßgeblich daran beteiligt, dass Deutschland überhaupt wieder auf die Beine gekommen ist. Denkmäler für „Die Trümmerfrauen“ aber gibt es – soweit ich informiert bin – nur zwei in ganz Deutschland. Kennst du eins davon? Eben … und so kam es zu der Idee dieses Memorandums.


Dieses Angebot bezieht sich auf mein Projekt „Ich stelle einen Hut auf“

Ihr wisst schon, so einen, wie er auf den Straßen bei MusikerInnen zu sehen ist oder bei MalerInnen, AkrobatInnen und natürlich bei BettlerInnen … → hier geht es weiter, für diejenigen von euch, die neu dazugekommen sind → https://cafeweltenall.wordpress.com/2020/04/15/kunst-fuer-den-hut-001/



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