Sonntagsbilder 33 2018

Die Decke in einem Athener U-bahnhof

draufklick = große Bilder

Was ist Glas, was ist Rahmen, was ist Boden, was ist Gestalt, was ist Spiegel, was bedingt das Licht? Hier heben sich die Ebenen auf, mein Auge wird gefordert, es switcht, neue Bilder entstehen –

Originalaufnahme

ein Ausschnitt davon, dieser in Himmelsrichtung 4 x 90° gedreht – vier verschiedene Bilder mit einer Grundstimmung, aber von unterschiedlicher Gestalt und Wirkung –


Diesen Beitrag habe ich Ende Juli vor meiner Abfahrt vorbereitet, weil Kontinuität förderlich ist, weil ein schwarzer Vogel durch Bloghausen fliegt und weil Sonntag ist. Deshalb zeige ich euch heute Bilder vom Februar, die ich schon längst einmal zeigen wollte, als ich Gerda in Griechenland besucht habe und weil ich zwar schon wieder da bin, aber dann eben doch noch nicht und weil ich das auch schon Ende Juli absehen kann (konnte). Piano, piano – einen schönen Sonntag euch!

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Natur und Technik

Im Dialog mit Gerda Kazakou

Bei welchem Sujet empfinden wir etwas als störend und bei welchem nicht? Oder anders gefragt, bei welchem Bild erscheint uns etwas Technisches in der Natur als organisch und bei welchem als störend? Oder, bezogen auf mein Foto, stört dich der Telegrafenmast oder nicht und warum nicht oder doch?

Auslöser zu diesen Fragen ist für mich Gerda, die sich seit einiger Zeit mit diesem Thema auf verschiedenen Ebenen auseineinandersetzt und dazu auch schon einige Bilder gezeigt, und Artikel geschrieben hat. Besonders spannend und inspirierend fand ich diesen Artikel von ihr und den dazugehörigen Kommentarstrang → https://gerdakazakou.com/2018/07/21/3-x-fotomotiv-nachtrag-mit-kommentaren/

Bei meinem Bild (oben) denke ich, dass es auch um Sehgewohnheiten geht. Diese Telegrafenmasten kennen die meisten von uns seit ihrer Kindheit, sie sind scheinbar mit der Natur verwachsen, ihre Masten sind aus Holz und somit aus organischem Material, aber wie ist es mit diesen Strommasten?

Vielleicht ist es auch eine Frage der Zeit? Nämlich solange es dauert, bis etwas Technisches oder ein Neubau mit der ihnen umgebenden Natur ein neues Bild erschaffen haben – oder das Technische, der Neubau mit der Natur „verwachsen“ ist. Was meint ihr?

Aber es geht, so wie ich Gerda verstanden habe, auch noch um etwas anderes, nämlich der Bewertung von etwas auf einem Bild und dem was ist. So gesehen, habe ich durch meine Auswahl des Blickwinkels die Elektromasten „schön“ in Szene gesetzt, bin ich meinen ästethischen Empfindungen gefolgt, war es nicht notwendig die Bilder nachzubearbeiten oder zu beschneiden, schon ein paar Meter weiter hätte das Ganze vollkommen anders ausgesehen. Und nun frage ich mich ja schon nach meiner eigenen Bewertungsskala und wie bereit ich denn wirklich bin, etwas so zu nehmen wie es ist und mir begegnet…


– die Strommasten nahm ich im Januar 2014 auf

– wie immer: alle Bilder © Ulli Gau

Sonntagsbilder 28 2018

Heimat ist eine äußerst fragile Angelegenheit

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draufklick = große Bilder – please click to enlarge


Wenn ich alles zusammen nehme, was ich in den letzten Jahren zu dem Begriff „Heimat“ gelesen, gesehen und selbst gedacht und empfunden habe, dann komme ich zu dem Schluss, dass Heimat eine äußerst fragile Angelegenheit ist.

Seitdem es einen Heimatminister in D gibt, wollte ich nie wieder etwas zu Heimat schreiben oder ein Bild dazu kreieren, mit solch einem Ministerium wird das Thema abgeschmackt – aber nun ist es eben doch passiert. Heimat ist nicht nur eine äußerst fragile Angelegenheit, Heimat ist ein Forschungsfeld, das ich mir von keinem Ministerium nehmen lassen kann.


Älteres zu Heimat und heimatlos → https://cafeweltenall.wordpress.com/2015/11/06/heimat-und-flucht/

https://pixartix.wordpress.com/2013/05/18/heimatlos-3-heimweg/

https://pixartix.wordpress.com/2013/08/01/heimatlos-81-illusion-nur/


Ich wünsche euch allen einen friedlichen Sonntag

Orte 001 – 003

Das eine sind die verlassenen Orte, das andere Orte an sich.

In Freiburg, in der Umgebung des Bahnhofs, steht dieses Haus:

Noch immer beschäftigt mich das Thema der Durchlässigkeit, der Transparenz, wie zum Beispiel  hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/04/29/sonntagsbild-19-2018/ und hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/01/28/sonntagsbild-05-2018/). Ein weiteres Thema ist die Reduktion.

Was ist tragend, was ist wesentlich, was kann weg? Was bleibt, was entsteht? Themen, die von Innen nach Außen und zurück wirken. Was ist Ursache und was die Wirkung?

Dieses Mal bearbeitete ich das obige Haus mit seiner unterschiedlich wirkenden Glasfläche, mal Spiegel, mal Fenster.

Hier einige Beispiele wie meine Bilder entstehen;

– das Original, ohne Hintergrund (die Transparenz wirkt ohne Hintergrund schwarz), mit neuem Hintergrund und mit reduzierten und stark reduzierten Originalbildern darüber:

die Galerie öffnet sich, wenn du ein Bild anklickst



alle Bilder © Ulli Gau

Verlassene Orte 006

Vorerst letzter Teil

Diese Abrisshäuser fotografierte ich im März bei strahlendem Frühlingswetter in Freiburg

Spieglein, Spieglein

Zurzeit macht mich dieses Thema nicht froh und deswegen habe ich nun entschieden es erst einmal ruhen zu lassen, mich stattdessen dem Frühling, seinem Wachsen und seiner Freude zuzuwenden.

Diese Bilder nahm ich am selben Tag auf dem alten Friedhof in Freiburg auf, seitdem geht alles seinen Frühlingsgang.

alle Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst

Verlassene Orte 005

Letztens hörte ich im Radio diesen Satz: „Zwar hat die Natur den Menschen hervorgebracht, aber letztlich interessiert sie sich nicht für ihn…“

Wann immer ich Ruinen entdecke, entdecke ich auch Pflanzen, Bäume, die sich den leer gewordenen Raum für ihr Wachsen und Gedeihen nehmen und der eine und andere Krabbler wird auch dabei sein!

Diesen verlassenen Ort entdeckte ich am Strand in der Mani, in der Nähe von Gerdas Wohnhaus

Mehr Ruinenbilder zeigte ich hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/04/07/asturien-bilder-und-mehr-3/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/08/10/reisenotizen-2-leerstand/



Nachschlag

Auf Gerdas Wunsch füge ich nun auch die anderen Varianten der oberen Fotomontage ein, mir gefallen sie nicht so wirklich, ich hatte mich für das oben gezeigte Bild entschieden, aber vielleicht geht es euch ja anders?

Griechenlandfotos 07

Alle guten Dinge sind sieben –

Mit diesem Artikel komme ich nun zum Ende meiner griechischen Reisenotizen. Einiges bleibt in den Archiven, anderes bleibt ungesagt. Ich habe während der Zusammenstellung der Bilder gestaunt, welch eine Fülle an Eindrücken ich in „nur“ sieben Tagen (plus zwei Reisetagen) eingesammelt habe, wieviel Austausch Gerda und ich hatten, wieviel Überschneidungen es gegeben hat und auch Gegensätzlichkeiten. Letztere empfinde ich allerdings als sehr viel geringer als die Überschneidungen.

Die Zeit war kurz, die Zeit war lang, die Zeit war reich, die Zeit reicht ins Heute hinein … ich bin dankbar. Dankbar für die Gastfreundschaft von Gerda und ihrem Mann und all dem was ich lernen und sehen durfte und dafür, dass diese Reise überhaupt möglich gewesen ist – ohne Sponsorin wäre dies nicht möglich gewesen.

Ich hoffe ja sehr, dass dies nicht meine einzige Reise nach Griechenland gewesen ist. Bei allem was ich gesehen habe, weiß ich aber auch sehr genau was ich alles nicht gesehen habe, auch wenn ich jetzt erst einmal nichts vermisse!

Dieses Schild entdeckte ich auf der Häuserfront, die ich weiter unten zeige. Drei Worte, die es in sich haben: was sollte man lieber für sich behalten und was kann ruhig geteilt werden? Fragen, die sich mir immer wieder stellen, im Kleinen, wie im Großen; auch und besonders in Bloghausen. Obwohl ich oft denke, dass ich nichts zu verbergen habe, ist es mir doch auch immer wieder unheimlich wer alles mitlesen kann –

Zurück zu meinen Reiseerinnerungen…

Kalamata

Bevor wir in die Stadt hinein gefahren sind, machten wir einen Abstecher zu Lysos Garten. Wenn ihr auf Gerdas Seite in die Suchfunktion „Lysos Garten“ eingebt, finden sich noch mehr Artikel dazu.

Ich wollte gerne den uralten und mächtigen Olivenbaum sehen, spüren und fotografieren. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wenn ich einem Baum begegne, der hunderte von Jahren alt ist. Diesen prächtigen Olivenaum schätzt man auf  7-800 Jahre. Hunderte von Jahren Geschichte, an immer dem selben Ort, mit unterschiedlichen Herrschern und Menschen, vielleicht auch in Kriegs- und Friedenszeiten … was er schon alles gesehen haben muss! Aber was schert einen Baum das Menschengehassel?! Er braucht Erde zum wurzeln, Platz zum wachsen, Licht und Wasser, dieser hier scheint es gut getroffen zu haben. Ob ein Baum auch menschliche Zuwendung braucht…?

Lysos Garten wird biologisch bewirtschaftet, für mich war es erstaunlich zu sehen was jetzt schon alles reifte, ob nun in den Gewächshäusern oder im Freiland. Wir probierten erste Erdbeeren, die auch nach solchen schmeckten.

Von Lysos Garten fuhren Gerda und ich in die Stadt hinein, es war Markttag, hier kauften wir ein paar Kleinigkeiten, trugen die Einkäufe zum Auto und schlenderten dann durch die Stadt. Ich kann unmöglich alle eingesammelten Eindrücke hier zeigen. Erwähnen möchte ich jetzt aber endlich einmal die wunderbare Gastfreundschaft des griechischen Volkes, die offenen Blicke der Menschen und ihre schnelle Bereitschaft einmal einen kurzen Plausch zu halten. Erstaunlich war für mich auch wieviele Menschen Englisch sprechen konnten, sodass es für mich kaum Probleme mit der Kommunikation gegeben hat. Wo dies nicht möglich gewesen ist hat Gerda übersetzt.

Stadtansichten

Kleine Kirchen, große Kirchen

Nach einem feinen Mittagessen in einer der Stammtavernen von Gerda und ihrem Mann ging es dann weiter zum Hafen, die Hafenbilder habe ich hier gezeigt → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/03/12/der-hafen-von-kalamata/, von dort ging es zum stillgelegtem Bahnhof.

Auf dem Weg

Neues steht leer

Von unten nach oben geschaut

Der stillgelegte Bahnhof von Kalamata, der jetzt ein Museum unter freiem Himmel ist

Noch immer liebe ich diese wunderbaren alten Dampflokomotiven, die noch in meiner Kindheit gang und gäbe gewesen sind. Die Faszination liegt für mich in der Mechanik, alles ist, wenn man sich hineindenkt, nachvollziehbar…

Zum Abschluss möchte ich euch die Aussicht von Gerdas Terrasse zeigen: mal am Morgen, mal diesig, mal sonnig, mal in der Nacht, mal mit Blick auf die Bucht, mal auf die Hügelkette und die dahinter aufragenden Schneeberge.

Auf Nachfrage von mir, ich hatte den Namen vergessen, schrieb mir Gerda im Kommentarstrang: „Du meinst das Gebirge, das man von uns aus sieht? Taygetos. Taygete war eine der Plejaden (Siebengestirn), der höchste Berg hat die Form einer Pyramide (2400 m), die anscheinend im Altertum als solche wahrgenommen und verehrt wurde.“

Auf diesem Bild ist die Pyramide gut zu sehen, aufgenommen auf der Fahrt von Kalamata durch die Berge, zurück zu Gerdas Zuhause.

Die Aussicht

Alle Bilder werden groß, wenn du sie anklickst.

Das ist nun das ENDE. Ich hoffe ich habe euch in dieser Woche nicht zu viele Bilder zugemutet und ihr hattet Freude an meinen Erinnerungen.