Rückblick April 2019

Da ich meinen Blog nicht als Tagebuch führe und ich, gerade im April, meinen eigenen Projekten und denen von und mit anderen folgte, bleibt am Ende dieses Monats eine Menge an Bildern übrig, die ich wieder gerne in einem Rückblick zusammenfasse und zeige. Dieses Mal auch mit Text.

Da ich gesundheitlich nicht in Topform bin, war ich auch lange nicht soviel unterwegs wie sonst, sodass ich viele Blüten nicht fotografiert habe. Die Natur zeigt sich im schönsten Kleid, sehr früh blühten und blühen in diesem Jahr die Bäume, Sträucher und Blumen, für mich sind es mehr Mai- als Aprileindrücke. Die Kirschblüten hatten es mir in diesem Frühjahr ganz besonders angetan, einige davon zeigte ich schon, nun noch zwei weitere und andere Blütenbilder.

Gelbes Habichtskraut mit Hummel

Am Ende des Monats war ich in Basel, um mir im Baseler Antikenmuseum – Sammlung Ludwig – zum einem die aktuelle Ausstellung „Nackt“ anzuschauen, wie auch die Sammlung selbst. Hier sind viele Statuen und kleine Figuren aus Griechenland, Persien und Ägypten ausgestellt. Ganz besonders hatten es mir die kleinen Figuren angetan, die zum Teil schon 3000 Jahre und älter sind.

Nackt also. Der Anlass ist die immer wiederkehrende Diskussion um klassische Gemälde, die nackte Frauenkörper zeigen. Vielleicht erinnerst du dich noch an den Streit um das Bild von John William Waterhouse: Hylas und die Nymphen.

In diesem Bild griff Waterhouse ein Thema aus der griechischen Mythologie auf. Was einst gewürdigt wurde, gilt heute bei manchen als anstößig und sexistisch. Dieses wollte und will nicht jede Kuratorin/jeder Kurator hinnehmen, zurecht, wie ich finde.

Ich habe zwei Banner im Antikenmuseum fotografiert, ich hoffe du kannst die Texte lesen – hier gilt, was generell gilt, wenn du auf das Bild klickst, wird es größer und damit auch leichter lesbar, so öffnen sich auch die Galerien.

Archaische Darstellungen einer Fruchtbarkeitsgöttin und zweier -götter

Ich kann unmöglich alle Fotos aus dem Museum zeigen, darum hier nur meine Lieblinge. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit, dass ich ein anderes Mal noch mehr zeige.

Kleine Tierfiguren

Bleibe ich für dieses Mal bei den Tieren, nun wieder en nature. Zwei Eidechsen entdeckten meine Enkelkinder und ich auf einem Morgenspaziergang, eine Smaragdeidechse und eine mit sehr dickem Bauch. Wir überlegten, ob sie kurz vor der Eiablage stand.

Am Nachmittag des selben Tages, es war der 7. Geburtstag meiner Enkelin, fuhren wir, zusammen mit ihren Eltern, in den Baseler Zoo. Sie hatte sich das gewünscht. Ich bin nicht die große Zooliebhaberin, auch wenn sich in den letzten zwei Jahrzehnten einiges an der Tierhaltung geändert hat, sprich die Tiere mehr Platz haben. Trotzdem hat mich das eine und andere wieder sehr nachdenklich gestimmt. Das behielt ich aber für mich. Die Kinder hatten so viel Freude und die wollte ich ihnen nicht nehmen. Das Thema hat noch Zeit!

Ein Malaienbär, der mir bis dato unbekannt gewesen ist

Die wundersame Welt der Quallen, plus zwei Seepferdchen

 

Vier- und Zweibeiner

Bilder vom Brunnen im Frühlingskleid, mit und ohne Biene

Impressionen vom letzten Sonntag im April

Das Küchendachfenster – die Linde trägt nun wieder ihr grünes Kleid, Hagelschmelz auf der Scheibe

Kleine Hagelkörner, Regen und Blütenblätter auf einem der anderen Dachfenster

Am Abend – der Blick aus meinem Bürofenster (wenn ich auf den Stuhl klettere 😉 )

ENDE

Ich wünsche euch einen beschwingten Tanz in den Mai.



alle Bilder © Ulli Gau – bis auf das Gemälde von John William Waterhouse, das ich in der Bildersuche fand.

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Blüten, Knospen, Zwei- und Vierbeiner

Pustehuflattichblumen

alle Bilder werden groß, die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst

Als ich am Dienstagmittag Nachhause fuhr und sich zwischen dem letzten Dorf und „meinem“ Abbiegefeldweg das Tal öffnete, weiß getupft mit Obst- und Beerenblüten und über die Wiese vier Störche stakten, war ich glücklich. War es den ganzen Tag. Ich lud nur schnell meine Einkäufe daheim ab, schnappte mir die Kamera und fuhr wieder los. Zwei Stunden stromerte ich im Tal herum. Leider hatte sich der Himmel zugezogen, sodass das eine und andere Bild lange nicht so strahlend ist, wie es hätte sein können.

Blüten und Knospen

Ich erwischte eine ganz junge, noch sehr zarte Schrecke auf einer Löwenzahnblüte

Am meisten aber habe ich mich gefreut, dass es mir gelang zwei Störche zu fotografieren. Ich musste den Zoom bis zum Anschlag ausfahren und hatte meine Bedenken wegen der Schärfe, aber ich bin zufrieden.

So innig, so berührend und schön

Ein Sprung,

hin zu Gründonnerstagmorgen, kurz nach dem Erwachen,

so klassisch Tulpe –

Die Sonne scheint wieder, Licht wirft Schatten –

One big Yes

Gedankenfäden 005

RoteFadenGeschichte 021

draufklick = großes Bild – please click to enlarge

Gedankenfäden 005

-1-

Heute Morgen ist etwas mit den Raben. Sie krächzen und krächzen. Alle anderen Vögel sind verstummt. Der Nebel wird immer dichter. Es fällt mir schwer nicht an dich zu denken. Heute kommst du zurück. Nebelgrauer Willkommensgruß. Alles Verdrängte, alles Nichterledigte, Nichtsausgesprochene wird wieder auf dich einstürzen.

An manchen Tagen möchte ich kein Holz holen müssen. Heute ist so ein Tag. Heute wäre ich gerne eine Seerose. Rein und weiß bin ich dem Teichschlamm entwachsen. Ich lasse mich von den leisen Windteichwellen wiegen, der Schönheit zuliebe. Es gibt Windbrunnen, die hat das Schilf gebaut. Du würdest mich wieder nicht erkennen.

Den tiefen Stachel will ich ziehen. Die alte Haut fällt in Schuppen ab, ich kann ihn jetzt sehen, kann ihn mit einer Pinzette ergreifen, ein Ruck und er ist raus. Ein Tropfen dunkelroten Blutes ist das Opfer für die neue Haut. Ich warte nicht, bis sich die Wunde entzündet, ich lecke sie. Meine Zärtlichkeit ist mein Pflaster. Als mein Vater nehme ich mich in den Arm, ich rieche an seiner Männerbrust, die nach Tabak und Waldharz riecht. Seine große Hand streichelt leise meine neue Haut.

Wenn ich groß bin, sagt meine Kleine, dann heirate ich dich. Er wirft mich lachend in die Luft, ich fliege, ich juchze, ich habe keine Angst, er wird mich wieder auffangen, wieder und wieder.

Die Freundin sagt, wie traurig das alles ist. Ich liebe sie. So, wie man eine Freundin liebt.

Die Zeit der Prinzen und Johnnys ist vorbei. Eine Prinzessin bin ich nie gewesen, auch wenn ich eine Erbse, unter zehn Matrazen begraben, erspüre. Ich kam als kleine Kaiserin zur Welt. Damals, vor elf Jahren. Oh ja, die kleine Kaiserin ist prächtig gewachsen. Sie wächst sich selbst entgegen. Die alte Buche ist unsere Zeugin. Sie braucht kein Land, kein Volk, die sie „ihres“ nennen müsste. Sie verschenkt sich, sie nimmt die Geschenke vom Wegesrand, sie wandert ihrer Einheit entgegen. Sie spiegelt sich in den Seerosenteichen, hinter ihr erblüht das Land. Sie wird nicht müde Blumensamen in die Lüfte zu werfen und mit nackten Füßen in Bergbächen zu tanzen, ihr Lied mit den Vögeln zu singen. Am Ende wird sie Liebe geworden sein. Das hat sie von der Fährfau gelernt, von ihrem unermüdlichem Vor und Zurück.

Ich bin Anna – Hannah – Lucie, die kleine Kaiserin aus dem Land ÜberAll-im-IrgendWo – ich bin die kleine blaue Frau – ich bin.

Ein Gefühl wie ein Gemälde: links von mir ist eine alte, dicke Mauer – weiß gekälkt, ein Fenster ist darin, das offen steht. Sein Flügel weist nach draußen, er ist festgehakt, gegen den Wind. Eine weiße Chiffongardine bauscht sich hinein, hinaus. Es ist ein Turm – es ist ein Haus – es wellt ein Meer vor dem Fenster, vor und zurück. Ich sitze schräg davon, ich kämme mein langes rotblondes Haar, nicht alt, nicht jung, ein Ist im Sein, ein Gemälde wie ein Gefühl.

-2-

RoteFadenGeschichten sind Gedankenfäden, Gedankenfäden sind RoteFadenGeschichten, sie schreiben sich fort, mit und ohne Bilder, mit und ohne Worte. Sie sind keine blauen Stunden und auch keine Momentaufnahmen, auch wenn heute immer gerade jetzt ist; der Moment in dem die Raben krächzen oder wie gerade jetzt der Nebel nach oben steigt, die Sonne die ersten Schatten des Tages an die Wand wirft.

Sie sind Geschichten des VorundZurücks, der Ankünfte und Abschiede, der Bahnhöfe und Flughäfen, der Kaimauern und Leuchttürme, der Schwäne und der Nebelhörner. Es sind Geschichten von der Aufrichtung in Aufrichtigkeit mit närrischen Kapriolen. Es sind die Geschichten von den Zwillingsbäumen und der Moosfrau, von singenden Steinen und von Sternenstaub im weiß gewordenem Haar. Sie sind Tanz in jeder Form.



P.S. Heute haben sich verschiedene Kategorien und Geschichten aus der Vergangenheit in die Gedankenfäden geflochten, es sind die

  • Momentaufnahmen
  • blaue Stunden
  • die kleine blaue Frau

bei Interesse kannst du diese Begriffe in die Suchmaschine eingeben. Anderes, wie Lucie, die kleine Kaiserin, liegt noch immer als zweiter Kinderbuchentwurf in der Schublade.

Gedankenfäden 004

RoteFadenGeschichte 019 – 020

draufklick – großes Bild

Gedankenfäden 004

Es ist ja nicht so, als ob es nicht traurig wäre! Du bist mir Heimat gewesen, bist es noch, nur anders. Jetzt bist du meine verlassene Heimat. Verlassene Orte sind merkwürdig kalt, sie riechen nach Pilzen.

So gerne möchte ich schneller gehen. Die Sehnsucht nach der Mündung treibt mich. Wieviel Traurigkeit noch immer zwischen den Zeilen ist! Es hat schon mehr als einen Tränenbach in meinem Leben gegeben. Wie befreiend es ist rückwärts zu schauen: das habe ich schon einmal geschafft – und dann nach vorne zu gehen.

Damals waren die Beine noch jünger, vielleicht trugen sie mich schneller zur Mündung, aber vielleicht täuscht das alles auch nur. Erinnerungen neigen zu Kapriolen und manch anderen Narreteien.

Du bist Zurzeit eine Leerstelle. Ich brauche das jetzt. Ich schütze mein Herz. Es ist noch zu früh die kostbaren Erinnerungen in der roten Lackschachtel zu betrachten. Anderes ist zu spät für uns. Manch roter Faden verflechtet sich mit einem anderen auf seinem Lebensweg, andere baumeln lose im Raum.

 

Ich denke an Mr. Aufziehvogel*, der auf dem Boden des ausgetrockneten Brunnens saß, suchte und fand, anderes, vielleicht auch ein Stück von sich selbst. Daneben steht das Bild der österreichischen Bergwiese aus der einhundertundachtundmehr Quellen blubbern, spitzfelsige Berge rahmen das Bild. Heiliger Boden, reines Wasser, ein Stein senkt Altlasten auf den Grund. Still. Tief. Bergsee. Kalt. Kalt ist auch der quicklebendige Bergbach, der einlädt Schuhe und Strümpfe auszuziehen und darin zu tanzen.

Du sagst, du wärst ganz Schuld. Als ob es darum ginge!

Die Freundin sagt, dass sie gerade die ganz einfachen Dinge glücklich machen. Sie könnte jetzt Erbsen puhlen. Ich muss so lachen!

Du hast gesagt, ich hätte den Frieden mit Nachhause gebracht. Damals, als ich von der Bergwiese mit den einhundertundachtundmehr Quellen zurückgekehrt bin. Dass selbst solch ein Frieden nicht halten konnte – und als ob das nicht traurig wäre!

Und dann sehe ich mich in der Abendsonne sitzen. Vögel zwitschern.

Die Vögel kümmert der Aprilregen nicht. Auch nicht die Flocken, die dann und wann wieder und noch fallen. Auch nicht der Nebel, der an manchen Morgenden noch bergan wallt. Die Vögel singen. Ihr Nest, ihre Eier, ihre Vogelfrau, ihr Vogelmann, das ist ihr Lied, in artenreichen Variationen.

Was macht ein Vogel, wenn er Schmerzen hat? Hat ein Vogel Schmerzen? Er muss Schmerzen haben, wenn er sich verletzt hat, zum Beispiel. Von so Vielem weiß ich nichts, als lebte ich ein karges Leben!

Die Haut ist ganz trocken, ich schmiere und schmiere. Die Brüste ganz weich, längst haben sich die Ellbogen daran gewöhnt sie zu berühren, wenn sie nicht hochgelupft werden. Wozu eigentlich?

Was sich so alles gehört und was so alles nicht – und auch nicht gehört, und schon gar nicht erhört wird!

Was und wer alles kam und vorüberging, welche Schritte vor der Haustüre verharrten und sie passierten, wer alles draußen blieb und bleiben musste, leider oder auch nicht. Und wer auch später wieder ging, mit und ohne Wiederkehr.

Das Leben ist eine Bahnhofsgeschichte von Ankunft und Abschied. Eine Geschichte vom Umsteigen, von richtig und falsch gestellten Weichen, von richtigen und falschen Signalen, von Gleisüberquerungen mit und ohne Schranken. Die Geräusche am Bahndamm haben sich über die Jahrzehnte verändert. Gibt es noch spielende Kinder dort? Legt noch eins sein Ohr auf die Schienen, um zu hören, ob ein Zug naht?

Nein, Mutter hat davon nichts gewußt. Mütter dürfen manches nicht wissen! Erst später, wenn die Kinder und Mütter auf gleiche Augenhöhe herangewachsen sind, dann können sie gemeinsam über die kindlichen Spiele lachen.

In den Fluren der Häuser und Schulen in Schweden riecht es nach nasser Wolle – oder ist das jetzt auch vorbei? Länderraumakklimatisationen?

Die weiße Kugellampe beleuchtet das feine Gesteck der zarten Schlehenblüten mit einer tiefroten Ranunkel in der weißen Porzellanschale, mit dem weißen Bretagnestein. Und immer dieses Rot! Als wollte es mich erinnern, an das Blut und an das Leben, an die Kraft und den Willen, an die Liebe, die Lust und die Leidenschaft.

Rote, blaue, grüne und schwarze Schuhe, jetzt also blaue, wie fremd sie mir noch sind! Als Mädchen habe ich einmal beim Ostereinkauf hellblaue Schuhe bekommen. Ich musste bitten und betteln. Mutter war skeptisch, weil sie ein Absätzchen hatten. So stolz war ich während jener Ostertage, wenn ich auf meine Füße schaute.

Immer fuhren wir vor Ostern in die große Stadt, Mutter und ich. Immer dann gab es neue Sonntagskleidung. Und immer betrübte ich Mutter, weil ich nie ein Hütchen wollte. Am Abend gab es dann Röggelchen * mit Feinkostsalaten von „Nordsee“. Ein Fest! Einmal im Jahr war das so. Alle anderen Kleider, Röcke, Blusen, Mäntel und Pullover kamen von den größeren Cousinen, nähte, strickte, häkelte Mutter selbst oder brachte der Nikolaus/das Christkind. Letzteres konzentrierte sich auf Schlafanzüge, die sich, je größer ich wurde, in immer länger werdende Nachthemden wandelten.

Und dann die vielen Horsts in meinem Leben. Der erste Kuss von dem Horst, der nicht Förster wurde, aber so hieß. Die Ferienliebe Horst und auch ein Kuss, mindestens, der sich kurz danach versehentlich erschoss. Die zweite Ferienliebe, unerwiedert, der feine Gedichte schrieb, später, als ich ihn schon nicht mehr kannte, die dennoch ihren Weg zu mir gefunden haben, später, als auch er schon nicht mehr lebte. Und dann die große Liebe, die längste, die, die sich gerade verwandelt, worein auch immer noch. Die mich, trotz aller Ewigkeit, die Notbremse ziehen ließ. Der Zug hielt kreischend auf weit offenem Land. Ich bahne mir meinen Weg zur Mündung.

Ja, ich mag wieder erzählen – meine und andere Geschichten.



Hierzu passt auch das neueste Video von Cambra Skadé



*Mr. Aufziehvogel ist ein Buch von Haruki Murakami

*Röggelchen werden in Düsseldorf die Roggenbrötchen genannt

Gedankenfäden 003

RoteFadenGeschichte 017

Gedankenfäden 003

-1-

Der rote Faden, der du einst gewesen bist, drohte mich zu strangulieren. Viele Quälgeister habe ich eingeladen und alle Männer waren Vater. Niemand ist mir je Vater gewesen. Ich bin mir über die Jahre Mutter geworden, es wird Zeit mir Vater zu sein. Liebevoll werde ich mich auf den breiten Schultern tragen, mich in die Luft werfen und wieder auffangen. Mit neuen Bildern und Worten werde ich mir die Welt erklären, meine kleine Hand in meine große legen, die mich führen wird – über Abgründe hinweg.

-2-

Nur er, der Ritter mit der blauschwarzen Rüstung, wußte was Leiden war. Nur er kannte Schmerz, er allein ist dem Tod von der Schippe gesprungen. Sie lachte ihr gluckerndes Lachen. Seine Rüstung, ein Narrengewand. Sie hat ihre Angst weggelacht. Verwundert schaut er ihr nach. Sie hat nur einmal Simsalabim geflüstert, da war er zu einem hässlichen Zwerg geschrumpft. Verlust und Schmerz ließ seinen Blick sterben. Sie tanzt jetzt für einen anderen.

-3-

Mitten im Strom hängengeblieben, im Gegenstrudel des Fürundwiders auf der Stelle tretend weitergegangen.

Eine Bewegung, erst klein, die Tür ist geöffnet. Es gibt kein Haus. Ein Bett unter einem trockenem Dach, das Winterholz hinter der Wand, geflüsterte Worte, du bist weit weg, es hat sich nichts geändert.

Bittere Frauen, ein Bänkelsänger, ein zugeklebter Mund, verstopfte Ohren, rollende Räder, weg von brennenden Scheiben, berghohe Feuer, keine Gefahr.

Weg weg, dichtes Dickicht, lose Worte, Los gekauft, Geld los, ein Loch in der Hosentasche. Den Ball eingelocht, schwere Verbrecher erbrechen Kaviar in goldene Schüsseln.

Drei Kammern: Altglas, Altpapier, Restmüll. Der ohne Obdach, am Bahnhof verlor die Mission, lehnt an der dritten Kammer. Toni Restmüll. Eiserne Besen fegen den Winter der Welt. Hitze und Dürre, verirrte Eisbären sterben vor vergoldeteten Türen.

Eiserne Bänder geflochten, bunte Bilder, bemühte Schönheit, gefütterte Freude, kein Prinz, viel Angst, kleine Hände graben nach Liebe.

Die Sonne scheint. Der Nachbar kotzt. Guten Morgen!

Es geht gut – es kann nicht gut gehen – gehen tut gut.

Wir ist auf die Fliesen gekracht. Eine Hand fegt Scherben. Das Herz gehalten. Eisenband. Kein Wagen, kein Heinrich. Flüsse fließen wieder. Steine und Wagen poltern über Kopfstein, Kopf und Stein, Stolperstein, Erinnerungen, Gedenken, an dich denken, Trauer, Frieden, Stille, Meer.

Bierdumpf ist auch so ein Wort. Dumpf überhaupt – Dampf, Qualm, Nebel, Rauch – bald Bahnhof, dann Flugzeug, dann weg.

Märzrückblick

Und schwupps ist schon April. Das Jahr schreitet voran, ich halte kurz inne und zeige euch noch einige Märzbilder, die ich hier noch nicht gezeigt habe.

Ein Spaziergang am Anfang des Monats

sprießen, sprossen, blühen – drinnen und draußen

Fundstücke auf dem Hof und die Vierbeiner

Am Brunnen und am Bach

 

Dungzeit

Baumfällzeit

Orte 005*

draufklick = große Bilder, die Galerien öffnen sich

Es geht weiter … byebye März, welcome April!



*mehr Orte → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/12/02/sonntagsbild-50-2018/

Sinnbild

RoteFadenGeschichte

008

draufklick = großes Bild



Ich möchte, wie ihr merkt, den roten Faden noch durch sich selbst sprechen lassen, im Hintergrund entstehen Texte, die dann mit Bildern untermalt werden.

Auf den Fotos, wie auch bei dem heutigen Bild und den Fotostrecken, „drapiere“ ich den roten Faden nicht, ich werfe ihn und wo er hinfällt, welche Form er angenommen hat, wie er sich gebärdet, so ist er dann. Wie ich ihn dann aber in Szene setze, das erzählt er mir, ich muss ihm nur folgen. So entsteht dann eben auch die eine und andere Fotomontage.

Rückblick Februar 2019

Und so wie das Licht zunimmt, stehe ich fotografisch vor neuen Herausforderungen. Die Kontraste sind scharf. Helles ist manchmal zu hell, neben den Schatten. Denke ich an das Septemberlicht, was weich in den Kontrasten ist, dann sehe ich mich jetzt zum ersten Mal ganz bewusst den Februarkontrasten gegenüber.

Ein Februar, der von Vorfrühling spricht, wenn nicht sogar von Frühling an sich. Er lockt Tiere und Pflanzen und ich jongliere mit Licht und Schatten auf eine neue Art und Weise.

Vorfrühlingserwachen

Die Bilder werden groß, die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst

Ums Wasser herum – dem Wasser, das hier Wiese heißt

 

Begegnungen in der natürlichen und in der zivilisierten Welt

Florales

 

Lämmchen und ihre Mütter

Bei all dem gilt es nicht zu vergessen, dass wir Anfang Februar noch viel Schnee und Eis hatten.

Himmelsweite

Himmel ist Weite – Weite ist Himmel

Wenn ich jetzt nur noch wüsste, wie diese Phänomene entstehen, wie man sie nennt und sie sich dann auch noch über ein, zwei Stunden über den späten Nachmittag halten? Ich freue mich, wenn die Damen und Herren der Physik sich aufgerufen fühlen …

Abendstimmung im Februar  auf dem altem und dem neuem Berg

Stilles Frohlocken.

Ich denke an den Schneeglöckchentanz (siehe Galerie I).

Alle Bilder werden groß, die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst.

Ich wünsche euch eine beschwingte Woche.