Wasser und Eis im Januar 2019

Und immer wieder dieser Brunnen

Da war es nur noch eins

Wasser, Eis und Schneesternchen

Diese zarte Grenzlinie zwischen fest und fließend

Und immer wieder diese Brunnenwand

-filigran-

-expressiv-

-frei-

Eis und Wasser begleiteten mich durch diesen Januar. Spannend war es und ist es noch.

In diesem Monat werde ich keinen Rückblick mit nicht veröffentlichten Bildern erstellen. Stattdessen zeige ich euch die weitere Entwicklung am Brunnen. Zwischen den oberen Bildern und den nun folgenden liegen drei Tage, aufgenommen habe ich sie am vergangenem Sonntag.

Eismusikfestival im norwegischen Geilo

-1- zur Einführung

-2- Der Klang

Es gibt doch wahrlich nichts, was es nicht gibt –

Sonntagsbilder 04 2019

Winterklang

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draufklick = große Bilder

Jede Jahreszeit hat ihre ganz eigene Schönheit, ihre eigenen Farben, Rhythmen und eben auch einen ganz eigenen Klang. Um diesen Klang geht es mir in den heutigen Bildern. Um Winterklang in seinen verschiedenen Höhen und Tiefen, seinen Nuancen –

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draufklick = große Bilder

Bei Vivaldi klingt der Winter so – unterlegt mit großartigen Fotografien von Haefeli

Licht- und Schattenklänge

Dies ist ein gif, eventuell musst du es anklicken, damit es läuft.

Am letzten Freitag, 18. Januar war die Baseler Museumsnacht. Zwischen 18h und 1h öffneten 36 Museen und Ausstellungsorte ihre Pforten. Ein Ticket für alles, inclusive der roten, blauen, orangenen, grünen und violetten Buslinien, plus einer Oldtimer-Tram, sowie einer S-Bahn von Ch nach D/nach F und umgekehrt. Sie ermöglichten mühelos von einem Ort zum nächsten zu kommen. Eine großartige Logistik zeichnete diese Nacht aus.

Man kann nicht in einer Nacht 36 verschiedene Ausstellungen/Vorträge/Konzerte/Lesungen besuchen. Vier, ja, vier gingen. Wenn sich Tausende von Menschen auf die Socken machen, dann ist jeder Ort voll und das muss man dann eben aushalten oder weitergehen.

Das obige gif zeigt Schattenbilder, die ich im Foyer des HEK`s (Haus der Elektronischen Künste Basel) aufgenommen habe. Drei Schaukelstühle, die unterschiedliche Klänge und Rhythmen bei unterschiedlicher Schaukelintensität auslösen, so stand es zumindest im Programmheft. War dann aber nicht ganz so, die Schaukelnden gaben sich redliche Mühe mehr Klänge, mehr Rhythmen zu erzeugen, aber so wirklich wollte es nicht funktionieren. Schade eigentlich.

Aber wir sind ja nicht wegen der Schaukelstühle ins HEK gefahren, wir wollten zu einem Konzert. Coralie Ehinger spielte auf einem Theremin*. Ich hatte vor gar nicht langer Zeit einen Radiobericht über das Theremin gehört und war sehr neugierig, dann begeistert.

Wenn du mehr hören willst, dann findet sich einiges auf den bekannten Musikkanälen unter dem Stichwort „Theremin“ – von Klassik bis Elektro.

Das Zusammenspiel von Lichtbildern/Filmen, die Musik von Coralie Ehinger und ihrem Kollegen, der leider ohne Namen blieb, bildeten ein Ensemble von Klang, Rhythmus, Licht und Schatten. Alles zusammen schenkte

LichtKlangBilder.

Die Galerie öffnet sich, die Bilder werden groß, wenn du ein Bild anklickst.

Form erzeugt Klang, Klang formt Bewegung, Bilder und Farben.

Dies hätte ein Untertitel der Gesamtausstellung im HEK sein können. Tönende Steinhaufen, Klangerzeugende Pendel, Bilder, die sich in Musik übersetzten und umgekehrt. Das HEK schwingt nach.

Badischer Bahnhof in der Nacht

 

unter dem Badischen Bahnhof – über der Autobahn



Besucht haben wir außerdem das Anatomische Museum, das Pharmazeutische Museum und die Ausstellung Nackt! im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig – dazu ein anderes Mal mehr.



*Theremin

Das Theremin (auch: Thereminvox, Thereminovox, Termenvox, ursprünglich Aetherophon) ist ein 1920 erfundenes elektronisches Musikinstrument. Es ist das einzige verbreitete Musikinstrument, das berührungslos gespielt wird und dabei direkt Töne erzeugt. Sein Name geht auf den Erfinder, den Russen Lew Termen, zurück, der sich in den USA Leon Theremin nannte.

Beim Theremin beeinflusst die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers ein elektromagnetisches Feld. Dabei steuert die Position der Hände gegenüber zwei Elektroden („Antennen“) die Stärke der Veränderung. Die sich ändernde Schwingung des Feldes wird verstärkt und als Ton über einen Lautsprecher ausgegeben. Obwohl das Theremin in vielerlei Hinsicht eine Pionierrolle im Instrumentenbau einnahm, blieb sein Gebrauch auf musikalische Nischen beschränkt. Dabei kam es in so verschiedenen Bereichen wie neuer Musik, Science-Fiction-Filmen und experimenteller Pop-Musik zum Einsatz. Erst seit den 1990er Jahren hat es sich etwas popularisiert.

Eine besondere Rolle in der Musikgeschichte nahm das Theremin durch den Instrumentenbauer Robert Moog ein. Dieser baute in seiner Jugend Theremine und nutzte die dort gewonnenen Erfahrungen zur Entwicklung der ersten Synthesizer.

mehr kannst du bei Interesse hier nachlesen → https://de.wikipedia.org/wiki/Theremin

die Welt ist Klang

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Nada Brahma = die Welt ist Klang, so lautete die legendäre Sendung von Joachim Ernst Berendt, aus den 1980iger Jahren, als er sich auf die Spurensuche von der Welt als Klang machte. Er sagte nicht, es klingt die Welt oder die Welt, wie sie klingt und singt, nein, er sagte die Welt ist Klang und fand weltweit zahlreiche Beispiele für diese Behauptung. So entstand eine der erfolgreichsten Radiosendungen überhaupt.

Vorgestern war ich zu einem Konzert unter selbiger Überschrift in der hiesigen Waldorfschule eingeladen. Den Musiklehrer lernte ich letzten Samstag kennen, als ich ein Walpurgisritual anleitete, er war einer der Teilnehmer. So fuhr ich also heute am frühen Abend zum Goldenhof. Ein legendärer Ort hier im Südschwarzwald, und eigentlich bei mir um die Ecke. Aber bislang kannte ich diesen Ort nur aus der Literatur und vom erzählen.
Auf einer Landzunge umgeben von weiten Wiesen und Wäldern in der Tiefe, ist diese Waldorfschule ein Ort, wohin ich, hätte ich noch schulpflichtige Kinder, diese wohl sofort schicken würde. Und zu diesem Lehrer sowieso. Ich will nicht verheimlichen, dass ich keine 100%ige Waldorfbefürworterin bin, dazu habe ich zu viele Versteinerungen in den Köpfen von ErzieherInnen und LehrerInnen angetroffen, als ich für meine Kinder vor der Wahl gestanden und mich dagegen entschieden habe. Trotzdem weiß ich auch vieles wertzuschätzen und würde heute vielleicht anders entscheiden.

Nun aber zurück zum heutigen Konzert. Die Schüler und Schülerinnen der 3., 4. und 5. Klasse haben sich in den letzten Wochen mit den Klängen beschäftigt. Dies hieß auch Klingendes daheim zu sammeln, ob nun im Garten oder im Haus oder im Wald, sodass heute Abend ein Klangteppich von diversen Klanginstrumenten gemeinsam mit Tannenzapfen, Eisenteilen, mit irgendwas gefüllten Einweckgläsern und vielem mehr entstand.
Das Publikum saß mit dem Gesicht zur Wand, die Schülerinnen und Schüler umrahmten uns in unserem Rücken und an den Seiten.

Ihr Lehrer hatte uns zuvor eingeladen, in Stille zu sitzen, die Augen zu schließen und sich dem Klang selbst zu öffnen.

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Zuvor erzählte er eine Geschichte.
Als er eine Zeit erlebte, in der Hast und Eile überhand nahmen, er keinen Ruhepunkt mehr für sich fand, klagte er sein Leid seinem Musikprofessor. Dieser riet ihm während des Tages ein paar wenige Minuten hinzusitzen und der Welt zu lauschen. Dies tat er. Zunächst kommentierte er sofort, was er hörte: eine Amsel, ein Auto, ein Motorrad u.s.w., aber sein Prof hatte ihm auch geraten möglichst dabei nicht zu denken. Nach einigem Training gelang es und seitdem ist diese kurze Meditation in seinen Alltag gewandert, aus der er immer wieder erholt und gestärkt seinen Aufgaben folgen kann.

Wir leben in einer Welt, in der das Hören hinter der visuellen Welt zurücktritt, vielleicht aber ist es genau das Hören, was uns auf einer tieferen Ebene mit der Welt in Verbindung bringt.
Man hat herausgefunden, dass Embryos im Mutterbauch schon in den letzten 4 Monaten hören können. Und vielleicht kommt daher die Annahme, dass zuerst der Klang war. Eine Theorie, die ich selbst schon länger untersuche.

Interessanter Weise sind es bei mir auch die Töne, die Klänge der Welt, die ich als erstes wahrnehme, wenn ich während des Tages innehalte und mich frage: was ist gerade jetzt? Sofort treten die Bilder hinter dem Gehörten zurück, gefolgt vom spüren und der Welt ohne Worte. Genauso erlebte ich auch das Konzert. Ich hörte, zuerst kommentierte ich, dann spürte ich die Töne im ganzen Körper, am Ende war ich einfach auf einer Reise. Überließ mich den Klängen, den inneren Welten.

Als ich später noch durch den Garten des Goldenhofs stromerte und fotografierte summte ich vor mich hin, war gelassen heiter.
Machen wir es doch, wie dieser Musiklehrer, wenn uns die Alletage mal wieder auffressen wollen. Halten wir ein paar wenige Minute inne und lauschen der Welt und ihrem Klang.

380ab 15.12.11 trommelfeuer

(Die Radiosendung von Joachim E. Berendt gibt es übrigens bis heute zu kaufen. Ich kann sie nur empfehlen, die Gesamtdauer ist 13 Stunden, wenn ich mich recht erinnere, sodass man sie nur häppchenweise genießen kann und dann immer mal wieder …)