Sonntagsbilder 42 2018

Licht -18-

Eine Sonneblume, ihre Blätter und eine Vase

Die Überbelichtung ist eins, das andere ist, wenn ich dann mit meinem Körper Schatten werfe

die Galerien öffnen sich, wenn du eins der Bilder anklickst

Das Spiel mit der Überbelichtung birgt immer noch wieder Überraschungen!

Ich wünsche euch einen sonnig leichten Oktobersonntag.

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Licht 12

von durchlässig zu durchscheinend – 001

Im Garten von Gerda und ihrem Mann entdeckte ich auf einem Holztisch Glasscheiben, die teilweise übereinander lagen. Es hatte am Morgen etwas geregnet, der Himmel changierte in den verschiedensten hellen Grautönen bis hin zum ersten zarten blau, Baumschatten wirkten, Spiegelndes, Durchlässiges und Durchscheinendes zeigte sich mir und es entstanden ganz eigene Welten.

Das eine und andere fotografierte Sujet passt schlichtweg nicht in meine anderen griechischen Bilderserien, die zum größten Teil dokumentarischen Charakter haben, sodass ich sie seperat zeige.

An sich habe ich die Glasscheiben mit Blick auf Hintergründe für meine Fotomontagen fotografiert, nun aber denke ich, dass sie für sich sprechen sollen!

Gerda hat am nächsten Tag unter blauem Himmel ebenfalls diese Glasscheiben fotografiert, schaut doch auch einmal bei ihr, so ihr es nicht schon sowieso gesehen habt → https://gerdakazakou.com/2018/02/27/ei-ei-ei-was-ist-denn-das/

Licht und Schatten

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Viele tragen schwer, sie tragen ihre Schatten. Ich lese es in ihren Gesichtern, hinter ihren Worten, zwischen ihrem Lächeln, das ihre Augen nicht erreicht. Sozialisation und Schicksalsschläge machen aus offenen Gesichtern verschlossene, nehmen den Glanz aus Kinderaugen. Es bräuchte nicht so viele Therapien und auch keine Medikamente, wenn es nicht so wäre. Es ist, als ob das Licht hinter dem Dunkel ginge.

Häutungen, Ballastabwürfe und zu der und dem werden, die, der man immer schon war, damit das Licht vor dem Schatten läuft. Das ist ein Weg.


Gerda und ich treten in einen Dialog: in unregelmäßigen Abständen wird sie auf ihrer Seite auf einen Gedanken, einen Satz, ein Bild von mir mit ihrem antworten und umgekehrt. Dies ist meine Antwort auf ihren Artikel von gestern: https://gerdakazakou.com/2016/11/26/licht-schatten-pirouetten/

Miniatur # Schatten

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Gleich einem lauernden Tier wohnt der Schatten im Menschen. Seine Wucht trifft, sein Stachel sticht zu, seine Gewalt bricht sich Bahn, plötzlich und unerwartet. Was es ist und warum, das weiß der Mensch, der seinen Schatten kennt. Die Schatten sind des Menschens Gefangenschaft.

0244-24-11-2016-gefangenschaft

 

Es ist nicht an mir zu verurteilen. Es ist an mir zu gehen. Weiterzugehen.

die Schatten werden lang und länger

009 die Schatten werden lang und länger

(aus dem entstehenden Herbstzyklus der kleinen Stadt – draufklick = gross)

Es hängt ein halber Mond am Himmel. Stille. Kein Wind. Der Dorfbrunnen wurde abgestellt, der Frost wird bald kommen. Aus dem Unterdorf bellt ein Hund herauf, daneben verhallen die kleinen Glocken der elften Stunde. Die Kaiserin geht ins Haus. Sonst nichts. Es fliegt kein Flieger über den schwarzen Wald, nicht jetzt. Ruhepause. Ruhewagen. Auf der anderen Seite der Gleise steht der Zug nach Orten jenseits der Nacht. Manchmal wird man von Möwen geweckt und denkt sich Wellenrauschen. Manchmal schauen graue Felsen ins Morgenzugfenster hinein, man denkt sich Schnee. Im Oktober riefen sich über Berlins Dächern die Wildgänse ihre Flugroute zu, ich dachte mir ihre Formationen. Sie flogen gen Süden, wir blieben noch einen Moment.

Die Schatten werden lang und länger, heller wird es in den Häusern, jetzt.

es wird Nacht in einer kleinen Stadt

01 nacht

 

Ich hatte gestern Abend noch etwas Zeit, bevor ich zu meiner allmonatlichen Gruppe fuhr. Die Sonne war untergegangen, die Nacht hielt Einzug in mein Lieblingsstädtchen im Tal: Schopfheim. So schlenderte ich herum und übte mich weiter in Nachtaufnahmen. Schon lange übe ich dies, aber erst seit kurzem gelingt es … was mich wirklich froh macht, als olle Nachteule, die ich bin …

02 nacht

Fenster sind für mich die Augen der Häuser, als Spazierende schaue ich in sie hinein, als darin Wohnende oder Arbeitende heraus … was immer ich meine zu sehen, es bleibt ein Spiegel, eine Geschichte, beide werden letztlich immer mehr über mich selbst erzählen, als dass was wirklich ist …

04 nacht

 

Die Nacht ist meine Freundin, sowie die Schatten es auch sind … an und in ihnen darf ich wachsen …

03 nacht

05 nacht

06 nacht

… und dann war auch die Gruppe vorbei und ich fuhr durch die Täler, über die Berge heimwärts, das Städtchen lag unter mir und winkte mir mit ihren Lichtern noch einmal zu … und wenn ihr ganz genau schaut, dann könnt ihr im Hintergrund die Alpen sehen …

(alle Bilder werden groß, wenn ihr sie anklickt)

… und dann war es plötzlich wieder da, ein Lied, das ich vor langer Zeit einmal lernte:

into the silence of the night

into the silence of the moon

I`ll making my dreams come true

I`ll making my dreams come true …

08 nacht

KinderSpiele 2. Teil

zuerst möchte ich hier NixZen sprechen lassen, dessen Kommentar so vieles, dass den Unterschied von damals zu heute, auf den Punkt bringt. Tausend Dank an dieser Stelle, dass ich deinen Kommentar als Artikelergänzung erscheinen lassen darf und ja, ich bin neugierig auf die Version der 90igerJahreKids…
bedanken möchte ich mich auch für all die tollen Kommentare, die meine Erinnerungen erweiterten oder Spiele benannten, die ich nie kennen gelernt habe- ihr seid tolle LeserInnen!!!

Ja, ich wollte eine Lanze brechen. Eine Lanze für die schönen Kindheitserinnerungen. In Zeiten von Therapie und Selbstfindung haben wir gelernt (oder auch nicht) uns mit den Schatten aus den Kindertagen zu konfrontieren, uns mit ihnen auszusöhnen (oder eben nicht), auch sie zu bejahen (oder eben auch wieder nicht, je nachdem), aber mir scheint, dass wir darüber die vielen Stunden vergessen haben, die hinter den Schatten, die voraus eilten, zurückgetreten sind, die uns unsere Freude, unsere Albernheiten, unsere glänzenden Kinderaugen und eben unsere unschuldigen Spiele haben vergessen lassen.
Neurosen hin oder her, es gab diese Tage und nach all den Schattentänzen möchte ich heute zu einem leichten Tänzchen auffordern. „Komm Brüderchen und Schwesterchen, tanz mit mir…“

und mit NixZen:

Hier noch einmal die “Olderversion”
Wenn du nach 1980 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun!
Aber du kannst es trotzdem lesen!
……………………..
Wenn du als Kind in den 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend
kaum zu glauben, dass du so lange überleben konntest!

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.
Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen,
genauso wie die Flasche mit dem Bleichmittel.

Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und
auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.

Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen
aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter,
dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg
und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen.

Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!
Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde
deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir
selbst.

Keiner fragte nach “Aufsichtspflicht”. Kannst du dich noch an “Unfälle”
erinnern?

Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir
leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.

Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden
trotzdem nicht zu dick.

Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an
den Folgen.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64
Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer,
Internet-Chat-Rooms.

Wir hatten Freunde!!!
Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten
einfach zu denen Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht
klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer
gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns…

Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem
aßen wir Würmer.

Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in
unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir auch
nicht besonders viele Augen aus.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut
war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch
Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu
emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner
konnte sich verstecken.

Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die
Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel heraushauen. Im
Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei!

So etwas!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und
Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.

Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem
wussten wir umzugehen!

Und DU gehörst auch dazu?!?

Herzlichen Glückwunsch !!!

geb. nach 1980 = So, jetzt wisst ihr Warmduscher das auch 😉

geb. vor 1980 = WIR WAREN HELDEN!!!!!!!!!!!!!!