Weiß

Weiß auf weiß –  das ist ein Thema was mich immer wieder einmal umtreibt. Vor ein paar Tagen zeigte ich Bilder von den „aufgeregten“ Weißlingen. Einer ist dann doch scharf ins Bild gekommen, dies inspirierte mich hierzu –

…als trüge der Weißling die Blüte über den Horizont – hin zu wem?

…als wüchse alles aus einem schwarzem Loch – das schwarze Loch saugt ein, spuckt aus, Schöpfung ohne Erschöpfung –


Was ist surreal? Surreal ist eine Dimension jenseits dessen was man real nennt, es können Traumbilder sein, Visionen, Imaginationen, Assoziationen, Halluzinationen, Un-wirklichkeit –

Es heißt: „alles hat seine Zeit“, ja, und ist zuvor und wirkt darüber hinaus.

Was aber wirklich oder unwirklich ist, was Zeit ist und was Sein und was Traum, was Imagination und was überhaupt ist, das sind so Fragen. Was immer ist und was es ist, es ist Jetzt.

39 Gedanken zu „Weiß

  1. „alles hat seine Zeit“ und ist zuvor und wirkt darüber hinaus. – das ist für mich ein guter Satz, entspricht meinem erleben mehr als „alles ist im Jetzt“. Wir leben ja in der Zeit, auch wenn Zeit – von einem höheren Standpunkt aus betrachtet, den ich gedanklich, aber nicht empfindungsmäßig einnehmen kann , – eine Illusion ist. in der Zeit leben bedeutet – in Analogie zum „im Raum leben“: Es ist alles da, aber ich bin nicht überall. Ich bin hier – war dort – werde dort sein. Der Baum, den ich sehe, in dessen Schatten ich stand, ist weiterhin da, aber er spendet mir keinen Schatten mehr. Ich muss mich bewegen, muss zu ihm gelangen, wenn ich mich an seinen Stamm lehnen will. Liebe Grüße dir!

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    • Als ich die beiden Bilder an einem Abend dieser letzten Tage machte, war die Empfindung sehr tief da, dass zwar eben alles seine Zeit hat, aber dass es eben auch darüber hinausgeht – die Dinge sind im „Vorher“ angelegt und wirken sich nach vorne aus. Ich empfinde den Satz: alles ist im Jetzt, nicht im Widerspruch dazu, obwohl er inhaltlich von verschiedenen Standpunkten ausgeht – oft schon habe ich darüber nachgedacht (auch schon hier im Blog), was es heißt, wenn gesagt wird, dass es gar keine Zeit gibt, dass alles gleichzeitig wäre- da kann ich dann nur sagen: vielleicht ist es so, aber wirklich denken und empfinden kann ich das nicht und das aus Gründen der menschlichen Wahrnehmungsgrenzen.
      Herzliche Grüße an dich, liebe Gerda, und habs gut heute, Mail kommt nachher auch noch…
      Ulli

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  2. Das JETZT ist nur ein Augenaufschlag, dann ist es schon wieder Vergangenheit. Die ZEIT ist im Universum eine ganz andere Dimension! Wir sind noch ein Teil davon.

    Dein Weissling schwebt an einer Schwelle, ist er bereit diese zu überfliegen?

    Ein wunderschönes Bild mit großer Aussage!

    Herzliche Grüße Babsi

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    • Stimmt, liebbe Babsi, das Jetzt ist nur ein Wimpernschlag, einer nach dem anderen. Was Zeit so genau ist vermag ich nicht zu sagen, manches erahne ich, anderes habe ich gehört, wieder anderes spüre ich, auf jeden Fall ist sie ,)
      Deinen Blick auf mein Bild mag ich sehr, er spiegelt wunderbar einen Prozess, ich glaube, dass der Weißling gerade dabei ist sich parat zu machen.
      vielen Dank und liebe Grüße, Ulli

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  3. Oben scheint der Weißling zu fragen „Soll ich?“ und unten ist er Teil der Umgebung. Er wirkt fast wie ein Vogel. Ich mag die ein wenig pastelligen Farben, mit viel Lavendel, sie sind Sinnbild eines Sommertags. Zum Thema Zeit vermag ich momentan gar nichts zu sagen, weil ich darüber gerade selbst noch nachdenke.

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    • Zeit ist wahrlch ein Phänomen, wie ich vorhin schon an Babsi und auch an Gerda geschrieben habe, ich kann mich nicht festlegen (lassen) was sie WIRKLICH ist – einen faszinierenden Roman zum Thema kann ich empfehlen: der Klang der Stille, da schlägt das Hirn am Ende Kapriolen 😉
      Wie der Weißling auf dich wirkt gefällt mir, danke dafür und herzliche Grüße, Ulli, endlich hat es etwas abgekühlt!

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  4. Eine Tänzerin mit Flügeln und violettem Rock sehe ich, liebe Ulli,
    und ob da ein wirkliches schwarzes Loch ist?
    Wirklich ist, was wirkt. Das wäre dann ja eigentlich alles. (Außer vielleicht heiße Luft:) Wobei selbst die: sie wärmt oder macht schwitzen oder beschädigt oder schützt oder dient als etwas, was man ignorieren darf … sie wirkt.)
    Realität ist weniger, hat für mich irgendwie mit (mit)teilbar zu tun. Träume, Visionen, Imaginationen – vielleicht das Wirkendste, das Wirklichste von allem – sind dies zumeist nicht, bevor sie nicht ins Wirken getreten sind.
    Aber vielleicht sind auch meine Morgengedanken noch nicht richtig teilbar und entziehen sich dem Versuch, wirkliche Worte zu finden:)
    Eine Umarmung in Deinen Morgen hinein, mit einem lieben Gruß
    Frau Rebis

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    • Liebe Frau Rebis, wirklich ist dort kein schwarzes Loch, aber es wirkt wie eins oder besser gesagt: es könnte eins sein- Träume, Imaginationen und Visionen gehören für mich in den Bereich der Wirklichkeit, zur eigenen, persönlichen Wirklichkeit, die ja verschieden von DER Wirklichkeit ist, so es sie denn überhaupt gibt; nur weil der Mensch etwas messen kann, muss es ja nicht so sein, er kann messen, was er sich vorstellen kann, aber wie wir ja wissen, geht Wirklichkeit weit über das hinaus was der Mensch kann, auch er ist begrenzt, wie alle Lebewesen…
      Dass du eine Tänzerin im violettem Rock siehst, mag ich 🙂
      herzlichste Grüße, Ulli

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  5. Liebe Ulli, Du wirfst gleich einen riesen riesen Strauß an Fragen auf:
    „Was aber wirklich oder unwirklich ist, was Zeit ist und was Sein und was Traum, was Imagination und was überhaupt ist.“
    Das Seiende gibt es, aber was wir wahrnehmen, ist ein Konstrukt, eine Übersetzung.
    Was Zeit ist? Unser Gehirn braucht ein Vorher und ein Nachher. Es erkennt, daß der Eindruck eines Objekts schon abgelegt ist und schliesst daraus, ob eine drohende Veränderung stattgefunden hat.
    Die Physik sagt: Zeit wurde geboren beim Urknall. Es gibt ein Vorwärts, was eine Anamolie ist. Kopernikus und Kepler dachten noch an ein ewiges Universum, ohne einen Verlauf.

    Wieso gibt es etwas und nicht nichts.
    Wir sind gefangen mit unserer Nussschale des Gehirns. Können da nicht raus.

    Wie auch Gerda anmerkte, ein Jetzt gibt es eigentlich nicht. Nur einen Ausschnitt. Das hängt auch mit unserer Gehirnorganisation zusammen. 300 MS braucht etwas, damit es ins Bewusstsein kommt. Da ist das Geschehen ja schon „vergangen“.
    Zur Gegenwart gehört das Eingebettetsein in Vergangenheit und Zukunft.
    Aufmerksamer, achtsamer sein, nicht so getrieben vom Getöns im Kopf, das wäre schon etwas!

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    • Ich sehe, lieber Gerhard, dass auch du dich schon mit einigem beschäftigt hast und womit ich mich anschließen kann, ist, dass der Mensch, wie alle anderen Lebewesen auch, auf seine Art begrenzt ist. Auch wenn wir diese ausdehnen können, so, wie es uns manche vormachen, seien es (echte, in Abgrenzung zu den selbsternannten dieser Zeiten) Schaman*innen oder auch der eine und andere Yogi, psychedelische Drogen wie Meskalin, LSD, bestimmte Pilze sind dafür auch bekannt, doch auch dies ist wohl kaum allumfassend!
      Für mich gibt es ein Jetzt, auch wenn es in Gegenwart und Zukunft eingebettet ist. Mir geht es bei den Betrachtungen nicht um das, was die Wissenschaft messen kann, hier sehe ich die Begrenzungen besonders strak, als das, was darüber hinaus geht. Dies sind meine Forschungsfelder.
      Hab Dank für deins, liebe Grüße, Ulli

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      • Meine Frau ist schamanisch interessiert, ich kenne zudem Leute, die da zuhause sind.
        Ich würde sagen, daß ich im Spirituellen „zuhause“ bin, bin aber neuerdings (!) auch sehr für Wissenschaft empfänglich. Nur weil die Wissenschaft „nicht liefert“ oder viel zu komplex ist, negiere ich nicht ihre Bemühungen.
        Salopp formuliert.

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        • Darf ich mich einschalten? Wissenschaft ist wichtig, hinter die Wissenschaftliche Haltung sollten wir heutigen Menschen nicht zurückfallen.
          Wenn spirituell gewonnene Einsichten nicht mit wissenschaftlichen übereinstimmen, ist etwas faul (salopp formuliert) – entweder spinnen die Esoteriker oder die Wissenschaft stellt ihre Fragen zu orthodox, zu sehr auf materiell nachweisbare Prozesse eingeschränkt, und schneidet dort ihr Suchen ab, wo es interessant wird. Die Urknall-Theorie ist ein Beispiel. da wird angeblich „einfach so“ eine Welt aus dem Nichts geboren, und das auch noch mit einem „Knall“, der in einer atmosphärefreien Welt jedenfalls unmöglich ist. Und alle, die nach dem Wie, wo, durch wen fragen, werden ins Reich der Mythenerzähler verbannt. dabei ist der Urknall selbst ein Mythos, und sogar ein schlechter.

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            • Mit Worten lässt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten“ (Wagner, im Faust I). Es hört ja nicht auf,ein Mythos zu sein, bloß weil viele es nachbeten. Das ist bei Mythen immer so: man glaubt an sie und leitet das Weitere aus ihnen ab.

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          • „…die Wissenschaft stellt ihre Fragen zu orthodox, zu sehr auf materiell nachweisbare Prozesse eingeschränkt, und schneidet dort ihr Suchen ab, wo es interessant wird“ – ich glaube nicht, dass die Wissenschaftler*innen ihre Suche abschneiden, aber es zeigt sich doch mit dem Fortschritt, dass noch immer nicht alles messbar/nachweisbar ist, mittlerweile schon viel mehr, als noch vor 30 Jahren und zuvor…

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            • Ich denke schon, dass sie es „abschneiden“, aus ideologischem Vorbehalt, als Angst vor Kollegenschelte, aus Dogmatismus sich nicht trauen, die wichtigen Fragen zu stellen. Sie sind wie Fausts braver Famulus Wagner „Zwar weiß ich viel, doch will ich alles wissen“. Dagegen Fausts Klage:
              ….
              Da steh ich nun, ich armer Tor!
              Und bin so klug als wie zuvor;
              Heiße Magister, heiße Doktor gar
              Und ziehe schon an die zehen Jahr
              Herauf, herab und quer und krumm
              Meine Schüler an der Nase herum –
              Und sehe, daß wir nichts wissen können!
              Das will mir schier das Herz verbrennen.
              Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen,
              Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
              Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
              Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel –

              Drum hab ich mich der Magie ergeben,
              Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
              Nicht manch Geheimnis würde kund;
              Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
              Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
              Daß ich erkenne, was die Welt
              Im Innersten zusammenhält,
              Schau alle Wirkenskraft und Samen,
              Und tu nicht mehr in Worten kramen.

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            • Ich neige zwar auch dazu zu sagen, dass sie es abschneiden, nur weiß ich das eben auch nicht wirklich. Wieder lande ich bei der Begrenzung, die, jetzt einmal von der ganzen Menschheit abgesehen, ja auch jede Einzelne und jeden Einzelnen betrifft – wenn sich also jemand der Wissenschaft verschreibt und kein offener Geist ist, dann gilt eben nur das, was er/sie beweisen kann, aber es gibt eben mehr, als das, was wir direkt wahrnehmen und beweisen können –
              danke für Fausts Klage, sooo lange ist es her, dass ich den Faust gelesen habe, ich glaube ich brauche eine Auffrischung, aber gerade eben fesselt mich Dostojewski –

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                • Der Idiot – ich bin absolut begeistert. Gestern sprach ich mit Freundin K. darüber, die sich „zufällig“ auch gerade den Klassikern widmet, ihre Detailbeschreibungen, ihre Charakterbeschreibungen sind fassbar, bei Dostojewski denke ich immer wieder an Bühnenbildern. Wir haben dann überlegt, dass es im 19. Jahrhundert noch keine visuellen Medien gegeben hat, auch die Fotografie entstand erst Ende dieses Jahrhunderts, sodass „man“ vielleicht noch sehr viel präziser mit Worten gemalt hat?! Mir fiel das schon bei Tolstoi besonders auf. Und von möchte ich noch manchen Klassiker noch einmal neu oder überhaupt lesen.

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                • Sehr schön. Eins seiner schwierigen Bücher, aber wohl sehr passend für dich. Es gibt übrigens einen sehr guten russischen Film mit demselben Titel, da gehts auch um einen „Gutmenschen“…..

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  6. Pingback: Sonntagsbild 46 2018 |

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