Weiß

Weiß auf weiß –  das ist ein Thema was mich immer wieder einmal umtreibt. Vor ein paar Tagen zeigte ich Bilder von den „aufgeregten“ Weißlingen. Einer ist dann doch scharf ins Bild gekommen, dies inspirierte mich hierzu –

…als trüge der Weißling die Blüte über den Horizont – hin zu wem?

…als wüchse alles aus einem schwarzem Loch – das schwarze Loch saugt ein, spuckt aus, Schöpfung ohne Erschöpfung –


Was ist surreal? Surreal ist eine Dimension jenseits dessen was man real nennt, es können Traumbilder sein, Visionen, Imaginationen, Assoziationen, Halluzinationen, Un-wirklichkeit –

Es heißt: „alles hat seine Zeit“, ja, und ist zuvor und wirkt darüber hinaus.

Was aber wirklich oder unwirklich ist, was Zeit ist und was Sein und was Traum, was Imagination und was überhaupt ist, das sind so Fragen. Was immer ist und was es ist, es ist Jetzt.

sweet nectar of summertime

Juli 2009

Juli 2018

Leicht und flüchtig, wie der Sommer selbst, flatterten die Weißlinge im Lavendel, stille Momente waren selten.

Ganz anders erschien mir der kleine Fuchs, fast gemächlich, nahezu unerschrocken zog er von Blüte zu Blüte, verweilte und trank den süßen Necktar der Sommerzeit.



Vielleicht bin ich in diesem Jahr so ganz besonders in den Sommer verliebt, weil er sich so reich verschenkt.

Bestimmt aber ist dieser Sommer, wie die vorigen schon, nicht nur leicht, lange Schatten legen sich über manchen Tag als wäre immer Dämmerungszeit, melancholische Momente. Ich kann das Unsägliche nicht in Worte fassen. Aber ich kann mich schämen – fremdschämen.

Aber bestimmt gibt es immer wieder diese federleichten Tage, mit Glühwürmchenglühen am Abend, am gemeinsamen Feuer, mit Purzelbaumgeschichten und Lachsalven, der hereinziehenden Nacht entgegen.

Der Juni in Bildern

Eine musikalische Untermalung zu den Bildern. Noch ein Stück von der Band „Rising Appalachia“, mit ihrem song „SUNU“. Schaut mal den unglaublichen Tanz des Stelzenmannes am Ende des Videos, ach und überhaupt dieser Sommertanz aller Beteiligten, eine Freude ist das! Dafür muss man nicht wieder jung sein, da kann man auf eigene Weise einfach mitmachen.

Flora und Fauna

Obwohl wir ein Blütenjahr hatten, habe ich in diesem Juni verhaltnismäßig wenige fotografiert, alleine die Linden haben in diesem Jahr alles gegeben, in unserem Baum im Hof hat es wochenlang gesummt und gebrummt, und sooo herrlich hat es geduftet, aber das ist nun auch schon wieder vorbei.

Ein Fuchsschwänzchen, sein Tanz auf den Brombeerblüten und seine Ruhepause

Am Wasser

Ein Schwan zeigt Bein

die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst



alle Bilder © Ulli Gau

Miniatur – Septemberschmetterling

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Auch wenn es jetzt später hell und früher dunkel wird, die Stare und Schwalben das Dorf verlassen haben, fliegen noch immer Schmetterlinge über das Land und ist Dunkelzeit noch zwei Steinwürfe entfernt. Das Lamento des Herbstes verbirgt sich hinter wärmender Septembersonne, reife Zwetschgen fallen vom Baum, Trauben werden süß. Dicke Spinnen hocken in der Wanne, nackte Füße im Gras, am Abend Wollsocken. Gespräche mit Freundinnen und manche Berichte in der Zeitung zum Wochenende nähren Zuversicht.

Rückblick – 6 –

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Im Juni war ich beschäftigt. Der Urlaub war vorbei, die Arbeit rief. Ich fühlte mich wie die verpuppte Raupe, die erst noch ein Schmetterling werden will. So, wie der Sommer, der erst noch ein Sommer werden wollte.

Rituale unterstützten und nährten. Der Kreis hielt, die Trommel trug jenseits und diesseits des Zauns.

Am Ende des Monats entdeckte ich die Künstlerin Marlene Dumas. Ihre Bilder hinterließen Abdrücke.

marlene dumas

Abdrücke hinterließ auch Irgendlink mit seiner Reise zum Kap. Im Juni radelte er los, ich folgte seinen Rad-, Bilder- und Gedankenspuren fast täglich in eins meiner Lieblingsländer: Lappland, nun aus Irgendlinks Sicht.

Zusammengefasste Junitexte:

Der eine radelt nach vorne, die andere wirft Blicke rückwärts über die Schulter. Mutig haben mich die Freundinnen und Freunden genannt und über meine Schüchternheit hinweggelacht. Sie sahen nicht hinein, sahen nur mein junges Rund und in die immer so blauen Augen, den roten Mund.

Was waren wir noch so jung und wie schnell ging auch das vorbei! Mittendrin die zähen Ewigkeiten, ungeduldiges Scharren und die gute alte Melancholie. Sie war nicht Freundin, sie war einfach da. Und wenn gerade einmal nicht, dann tanzten die Füße über die bergischen Landhügel und über Bühnenbretter, die dann doch nicht die Welt bedeuteten.

Und dann all dieses Begehren! Wieso gerade mich? Das verstand ich damals nicht. Darin war ich nicht Zuhause. Ich sehnte mich, hilflos. Erkannte die Prinzen im Spiegel nicht, sah nicht meine Kaiserinnenkrone, hatte das Spiel noch nicht gelernt.

Melancholie saß im grünen Zimmer. Leise sehnte sich die junge Frau und verschwand hinter den Spiegeln. Sie schlitterte über biergetränkte Altstadtböden und schwamm mit den Freundinnen und Freunden nackt im Mondenschein. Kein Prinz in diesen Zeiten. Kein Prinz, kein Wrack, es geht nicht, es stimmt nicht und immer wieder Luft anhalten. Das Herz schlug dumpf hinter den Ketten von nein und klein und ja und viel zu groß.

Manchmal ist der kleinen blauen Frau die Welt zu groß, dann bleibt ihr nur ihr Staunen. Manchmal ist ihr die Welt zu laut, dann geht sie in die Stille. Sie träumt das Blau der Berge, des Himmels, des Wassers und des Nichts.

Die kleine blauen Frau – ein Ausschnitt © Ulli Gau

020 26.01.15 kleine blaue Frau und die Welt

Juni 2015 … und plötzlich hatte ich noch einmal Geburtstag. Eine Freundin kam und brachte Geschenke, von sich und zwei anderen. Wie habe ich mich gefreut! Drei Frauen, die an mich dachten, als wir uns treffen wollten und ich wieder einmal in diesem Jahr absagen musste. Noch immer überwog die Schwäche. Die verpuppte Frau wartete auf ihre Stunde.