Der Hase

Der Hase – eine lose Sammlung oder was mir der Hase ist

„Sinnbild der Wiedergeburt ist der Hase auch für Joseph Beuys, in dessen Werk der Hase immer wieder einen Platz findet. Im Kontext seiner Aktion „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ sagte er, dass der Hase direkt eine Beziehung zur Geburt hat (…).

„Für mich ist der Hase das Symbol für die Inkarnation. Denn der Hase macht das ganz real, was der Mensch nur in Gedanken machen kann. Er gräbt sich ein, er gräbt sich eine Mulde. Er inkarniert sich in der Erde, und das allein ist wichtig.“

Mensch und Hase – zärtliche Gesten

Oma, was macht der Hase eigentlich im Winter?

Mutter, Mutter, der Jäger, der Hase, der Brunnen …

Es war ein Fiebertraum; einen, den ich nie vergessen habe. Es ist eben kein Spaß, wenn ein Hase mit einem Schießgewehr auf mich zielt. Dieser Struwwelpeter …

Frieden

Joseph Beuys – Friedenshase © wize.life

Und ein Hasen-Haiku von Eulenschwinge → https://eulenschwinge.wordpress.com/2017/05/28/hasen-haiku/

Wenn ich an Hasen denke, dann ist das erste was mir einfällt „Zärtlichkeit“. Frag nicht, es ist einfach so. Das zweite ist Frieden, das dritte sein Zick-Zack-Lauf und erst dann kommt alles, was ich im Laufe des Lebens über ihn, sein Verhalten, sein Leben gelernt habe, nicht zuletzt auch wegen der Frage meines Enkelsohnes (s.o.).

Hasen sind für uns Menschen harmlos, sie greifen nicht an, sie flüchten und das aus gutem Grund, nicht nur der Mensch ist des Hasens Feind. Opfertier von Mensch und anderen Tieren, eine Jagdtrophäe war und ist er.

Hasen waren/sind auch ein Symbol für die Fruchtbarkeit (wobei Mäuse sich ja noch emsiger vermehren …).

Dass er ein Symbol für Ostern wurde, ist der Tatsache geschuldet, dass er im ausgehenden Winter, der Zeit des ersten Frühlingahnens wieder sichtbar wird, nachdem er im Winter, gut getarnt, in seinen Mulden = Sassen liegt, gerne auch unter umgefallenen Baumstämmen. Hungrig hoppelt er nun über Feld und Flur.

Mehr über seine Symbolik in der Kunst und überhaupt kannst du bei Interesse im oberen Link nachlesen.

Das wohl berühmteste Bildnis eines Hasens malte einst Albrecht Dürer.

Der Hase wurde zum „Markenzeichen“ vieler Fluxus-Künstler, (vielleicht) angeregt durch Joseph Beuys, was ich aber nicht so genau weiß und auch nicht recherchieren konnte.

Auch sonst fand der Hase seinen Weg durch alle Zeiten hindurch in die Kunst, wie u.a. bei Gerda Kazakou zu sehen ist (das zweite Bild in der Zärtlichkeits-Galerie).

Nun zeige ich euch noch zwei Hasenskulpturen, die mir seltsam fremd geblieben sind. Gerade fand ich im Netz etwas über ihre Hintergründe und schon sind sie mir etwas weniger fremd.

Fondation Beyeler – Thomas Schütte

Kunst kann man nicht machen. Man kann nur die Bedingungen herstellen, damit etwas Spezielles passiert. Sagte Thomas Schütte gestern bei der Pressekonferenz seiner Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen.

Die monumentale Hasenfigur im Teich dokumentiert, wie etwas Spezielles entstehen kann. Der Hase wurde vor Jahren von seiner kleinen Tochter aus Tonresten gestaltet. Sie nannte ihre 20 Zentimeter hohe Figur einen Allzweckheiligen für alle Feste wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Als Allzweckheiliger stand die kleine Plastik auf dem Schreintisch von Schütte – bis er sie aus einer Laune heraus einer Sendung auf ein monumentales Mass vergrösserte und dann in Styropor schnitt.

Dieser Grosshase stand dann jahrelang in seinem Atelier bis ein Bekannter dringend Arbeit suchte. So bearbeiteten sie beide die Hasenskulptur; und was dann daraus entstand,  fügt sich jetzt  so organisch in das Ambiente des beyelerischen Teiches ein, als ob es gerade dafür geschaffen worden sei.

https://www.journal21.ch/thomas-schuette-in-der-fondadion-beyeler

„De Düvel sinneert över sien Karninken“ (Der Teufel sinniert über sein Kaninchen) von Markus Daams, zu sehen an der Teufelsbrücke in Hamburg

Eine Legende erzählt:

An der Furt, wo heute die Elbchaussee die Flottbek überquert, verunglückten immer wieder Fuhrwerke durch Radbruch. Man nahm an, dass es dort „mit dem Teufel zuginge“. Daraufhin wurde ein Zimmermann beauftragt, eine Brücke über den Bach zu bauen. Dieser nahm für den Bau der Brücke die Hilfe des Teufels in Anspruch und versprach ihm dafür die Seele des ersten Lebewesens, das über die Brücke gehen würde.
Nachdem der Pfarrer aus Nienstedten am Tag der Einweihung die Brücke gesegnet hatte und sie betreten wollte, wurde ein Hase von der Menge aufgescheucht und lief als erstes Lebewesen über die Brücke.

https://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsbr%C3%BCck

An einem Zaun in Priesseck/Wendland entdeckt

Ein letztes Bild – eine Fotomontage von 2011

Das Motiv fand ich ebenfalls an einem Zaun, dieses Mal in Riehen/Schweiz. Inspiriert wurde es wohl von dem „Dreihasenfenster“ am Paderborner Dom oder von dem Dreihasenfenster im Kloster Muottatal in der Schweiz oder …

Das Dreihasenbild stellt drei springende Hasen dar, die in Kreisform angeordnet sind. Eine Beschreibung dieses Symbols findet sich auch in dem Vers: „Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei“. Dabei sind drei Hasen so angeordnet, dass zwar jeder Hase zwei Ohren hat, auf dem Motiv aber insgesamt nur drei Ohren dargestellt sind.

Das Dreihasenbild taucht an verschiedenen Orten und in den unterschiedlichsten Kulturen der Welt auf. Seine ursprüngliche Bedeutung ist nicht klar. Es wird häufig als ein Archetypus angesehen. Eine ähnliche Form der Figurvereinigung, allerdings mit drei menschlichen Köpfen, stellt der Tricephalus, Triceps oder Triphons dar. Allgemein spricht man bei derartigen dreigliedrig-symmetrischen Figuren von Triskelen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dreihasenbild

Und … gestern Abend hoppelten drei Hasen über die Wiese, der Hasenwiese, wie ich sie nenne, als ich vom Tal Nachhause fuhr. Denn wenn Hasen, dann dort!

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Ping Pong 001 2019

Der Hase im Winter ist auch ohne Geweih …

draufklick = großes Bild

Darf ich vorstellen? PING PONG ist sein Name. Nein, es ist nicht des Hasens Name, es ist der Name von einem neuem, gemeinsamen Projekt von Gerda Kazakou und mir.

Gerda und ich senden uns einen Satzanfang und ein dazu gestaltetes Bild via Blog zu, die andere vervollständigt den Satz und gestaltet hierzu ein Bild. Dann werden Satzanfang und Satzende zusammen gezeigt, bei ihr und bei mir. So wird es ein spannendes Ping Pong zwischen uns werden und ihr seid life dabei.

Die Idee haben wir von Susanne Haun und Jürgen Küster, aka Buchalov, übernommen. Die hier eingefügten Links führen direkt zu dem „Projekt ohne Namen“, wie es bei Susanne und Jürgen heißt. Um euch einen Eindruck zu geben habe ich unterschiedliche Satzbeiträge von ihnen verlinkt.

Aber nun, liebe Gerda, bist du ja erst einmal dran. Ping …

Ich freue mich sehr über das neue Projekt und bin gespannt wohin uns das führen wird.

Sonntagsbilder 05 2019

Durchlässig 02 2019

Diese Art der Schnitzerei, „Urnes-Stil“ genannt, entdeckte ich vor vielen Jahren an der ältesten Stabkirche in Norwegen.

Eine Fotomontage aus 2014

draufklick = große Bilder/die Galerien öffnen sich

Jetzt hat sie mich dazu inspiriert wieder einmal Scherenschnitte zu machen, so filigran schaffte ich es nicht.

Papier ist kein Holz, meine Fehler lasse ich Fehler sein. Wichtig allein ist diese hohe Kunst der Schnitzerei und ihre über die Jahrhunderte wirkende Inspiration.

kleine Spielereien

Licht- und Schattenklänge

Dies ist ein gif, eventuell musst du es anklicken, damit es läuft.

Am letzten Freitag, 18. Januar war die Baseler Museumsnacht. Zwischen 18h und 1h öffneten 36 Museen und Ausstellungsorte ihre Pforten. Ein Ticket für alles, inclusive der roten, blauen, orangenen, grünen und violetten Buslinien, plus einer Oldtimer-Tram, sowie einer S-Bahn von Ch nach D/nach F und umgekehrt. Sie ermöglichten mühelos von einem Ort zum nächsten zu kommen. Eine großartige Logistik zeichnete diese Nacht aus.

Man kann nicht in einer Nacht 36 verschiedene Ausstellungen/Vorträge/Konzerte/Lesungen besuchen. Vier, ja, vier gingen. Wenn sich Tausende von Menschen auf die Socken machen, dann ist jeder Ort voll und das muss man dann eben aushalten oder weitergehen.

Das obige gif zeigt Schattenbilder, die ich im Foyer des HEK`s (Haus der Elektronischen Künste Basel) aufgenommen habe. Drei Schaukelstühle, die unterschiedliche Klänge und Rhythmen bei unterschiedlicher Schaukelintensität auslösen, so stand es zumindest im Programmheft. War dann aber nicht ganz so, die Schaukelnden gaben sich redliche Mühe mehr Klänge, mehr Rhythmen zu erzeugen, aber so wirklich wollte es nicht funktionieren. Schade eigentlich.

Aber wir sind ja nicht wegen der Schaukelstühle ins HEK gefahren, wir wollten zu einem Konzert. Coralie Ehinger spielte auf einem Theremin*. Ich hatte vor gar nicht langer Zeit einen Radiobericht über das Theremin gehört und war sehr neugierig, dann begeistert.

Wenn du mehr hören willst, dann findet sich einiges auf den bekannten Musikkanälen unter dem Stichwort „Theremin“ – von Klassik bis Elektro.

Das Zusammenspiel von Lichtbildern/Filmen, die Musik von Coralie Ehinger und ihrem Kollegen, der leider ohne Namen blieb, bildeten ein Ensemble von Klang, Rhythmus, Licht und Schatten. Alles zusammen schenkte

LichtKlangBilder.

Die Galerie öffnet sich, die Bilder werden groß, wenn du ein Bild anklickst.

Form erzeugt Klang, Klang formt Bewegung, Bilder und Farben.

Dies hätte ein Untertitel der Gesamtausstellung im HEK sein können. Tönende Steinhaufen, Klangerzeugende Pendel, Bilder, die sich in Musik übersetzten und umgekehrt. Das HEK schwingt nach.

Badischer Bahnhof in der Nacht

 

unter dem Badischen Bahnhof – über der Autobahn



Besucht haben wir außerdem das Anatomische Museum, das Pharmazeutische Museum und die Ausstellung Nackt! im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig – dazu ein anderes Mal mehr.



*Theremin

Das Theremin (auch: Thereminvox, Thereminovox, Termenvox, ursprünglich Aetherophon) ist ein 1920 erfundenes elektronisches Musikinstrument. Es ist das einzige verbreitete Musikinstrument, das berührungslos gespielt wird und dabei direkt Töne erzeugt. Sein Name geht auf den Erfinder, den Russen Lew Termen, zurück, der sich in den USA Leon Theremin nannte.

Beim Theremin beeinflusst die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers ein elektromagnetisches Feld. Dabei steuert die Position der Hände gegenüber zwei Elektroden („Antennen“) die Stärke der Veränderung. Die sich ändernde Schwingung des Feldes wird verstärkt und als Ton über einen Lautsprecher ausgegeben. Obwohl das Theremin in vielerlei Hinsicht eine Pionierrolle im Instrumentenbau einnahm, blieb sein Gebrauch auf musikalische Nischen beschränkt. Dabei kam es in so verschiedenen Bereichen wie neuer Musik, Science-Fiction-Filmen und experimenteller Pop-Musik zum Einsatz. Erst seit den 1990er Jahren hat es sich etwas popularisiert.

Eine besondere Rolle in der Musikgeschichte nahm das Theremin durch den Instrumentenbauer Robert Moog ein. Dieser baute in seiner Jugend Theremine und nutzte die dort gewonnenen Erfahrungen zur Entwicklung der ersten Synthesizer.

mehr kannst du bei Interesse hier nachlesen → https://de.wikipedia.org/wiki/Theremin

Markt und Straßen stehn verlassen

Rückblick 02 2018 – verlassene Orte – alles hat seine Zeit

Wie schon bei meinem ersten Rückblick zeige ich meine Favoriten dieses Themas. An die meisten Bilder werdet ihr euch erinnern, drei habe ich bislang noch nicht gezeigt, drei sind neu.

Ich zeige Paare und Einzelbilder. Wie immer werden die Bilder groß, die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst.

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,

Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,

Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus in’s freie Feld,

 

Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit

Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

Joseph von Eichendorff


 

 

 

SCHNITT



An dieser Stelle sollte der Beitrag „eigentlich“ enden, wäre da nicht ein Film bei mir angekommen >Over your cities grass will grow<. Ein Film über die Arbeit von Anselm Kiefer auf einem Gelände in Südfrankreich, einer ehemaligen Seidenfabrik in Barjac. „Ein Künstleratelier auf dem 350.000 m² großen Industriegelände einer ehemaligen Seidenfabrik in Südfrankreich, ‚La Ribaute‘ genannt, das zu einem einzigen gigantischen Kunstwerk mutierte.“

Um dieses gigantische Kunstwerk, sein Entstehen und seine Wirkung dreht sich dieser dokumentarische Film. Obwohl ich Herrn Kiefers Werke schon länger verfolge und auch schon einiges über den Ort wusste, wusste ich nichts von seiner Ruinenstadt. Als diese Thema wurde, saß ich wie die Schlange vor dem Kaninchen vor seinem Werk. Das sind doch „Verlassene Orte“!

© Anselm Kiefer – aus dem Film >Over your cities gras will grow<

Es gäbe jetzt viel zu diesem Film und dem Werk von Anselm Kiefer zu schreiben, das aber behalte ich mir für später vor. Zeigen möchte ich euch zwei neue Bilder von mir.

Hommage an Anselm Kiefer und sein Werk

Over your cities gras will grow – Über eure Städte wird Gras wachsen

-1-

-2-


ENDE


 

Lange Abende

© John Lurie Deer and Stoplight, watercolor and ink on paper, 12″x18″, 2009

Die langen Abende laden ein zu lesen, Tee zu trinken, Bilder zu gestalten, Kerzen anzumachen, zu schreiben oder im musikalischem Erinnerungsarchiv zu kramen.

Was ist eigentlich aus John Lurie geworden?

Ach was … er erkrankte 1994 an Borreliose und zog sich seitdem häufiger zurück … er begann zu malen … aber er veröffentlichte auch weitere Alben und trat mit seiner und von seinem Bruder 1978 gegründeten Band John Lurie and the Lounge Lizards weiterhin auf.

Ich war Fan. Ich erinnere mich, dass er 1991 in Berlin ein Konzert gegeben hat. Klar, ich wollte hin und dann erfuhr ich den Preis. No way! Siebenundzwanzig Jahre später, sozusagen jetzt, lausche ich genau diesem Konzert, drehe am Lautstärkeregler, tanze, innerlich, äusserlich. Nichts geht verloren.

Wer seine Musik nicht kennt und Jazz mag, der/dem empfehle ich diese Konzertmitschnitte – ja, es braucht Zeit! Musik für lange Abende.

In einer kleineren Formation: The John Lurie National Orchestra – Jazz Jamboree 1992

Ein Album übers Fischen, zusammen mit Jim Jarmusch, Tom Waits, William Dafoe, Matt Dillon und Dennis Hopper. Nein, John Lurie weiß nix übers Fischen. Sagt er.

Wer mehr über ihn erfahren will, kann hier nachlesen → https://de.wikipedia.org/wiki/John_Lurie

Mehr Bilder gibt es hier zu sehen →  http://johnlurieart.com/

Einmal Fan, immer Fan.

Sonntagsbild 49 2018

Heute mit einem Zitat von Susanne Haun, eine Antwort von ihr auf einen meiner Kommentare. Danke Susanne, das war eine feine Inspiration!

Das Leben ist sehr abwechslungsreich und es gibt Zeiten von weißen und von schwarzen Vorhängen und alle Graustufen dazwischen!

eine Installation von Nural Moser 08 2018

Hier geht es zur Webseite von Nural Moser → http://nuralmoser.com/

Dazu passt das Musikstück von Laurie Anderson: What is behind that curtain – Born, never asked

Stell dir eine Bühne vor. Hier wehen über- und hintereinander schwarze und weiße, dünne Stoffe, im Wehen entstehen verschiedene Grautöne durch die Überlappungen. Eine im roten Kleid tanzt mit ihnen, einer nach dem anderen hebt sich, es bleibt ein letzter hängen, weiß und schwarz, durchscheinend der Stoff, dahinter scheint ein diffuses Licht, undeutliche Schemen tauchen auf und verschwinden wieder. Der letzte Vorhang ist starr, er ist die Grenze, er ist nicht passierbar, nicht jetzt … die Zeit wird ihn löchrig werden lassen.

So eine Bühne würde ich gerne einmal bauen!

Einen schönen Sonntag wünsche ich in die Runde.



P.S. Zur Erinnerung: am nächsten Wochenende startet die zweite Runde der Alltagsgeschichten und -bilder, ich bin sehr gespannt!!!

Licht – 17 – am 03. Oktober 2018

Verschiedene Lichtbilder, aufgenommen im September

Lichtundschattenspiele auf meiner Wäschewanne

Lichtundschattenspiele auf einer Zimmerwand

Lichtspiele auf Glas

 

Lichtspiele auf Glas mit junger Hornisse

Ich habe diese junge Hornisse, wie viele andere zuvor und danach, am Abend in einem Glas eingefangen, um sie nach draußen zu tragen. Sie halten natürlich nicht still, wenn ich sie fotografieren will, aber wenn du genau hinschaust, kannst du sie auf dem zweiten und dritten Bild sehen. Ich finde das Ergebnis faszinierend. Manchmal mag ich Unschärfe.

alle Bilder werden groß, die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst

Ich hatte in den letzten Wochen hier ein kleines Problem mit jungen Hornissen. Wo sie Eingang fanden weiß ich nicht, aber ich hatte echt zu tun, sie entweder aus dem Fenster herauszuwedeln oder am Abend unter einem Glas zu fangen und dann nach draußen zu tragen. Dem Himmel sei Dank waren sie enorm friedlich. Ende September an einem Sonntagmorgen habe ich gefühlt mehr als fünfzig zur Freiheit verholfen. Ein bisschen genervt war ich schon, sie brummen sehr laut und mir war so nach Morgenkaffee im Bett mit Buch. Es ist an diesem Sonntag zu kalt gewesen, um das Dachfenster die ganze Zeit geöffnet zu lassen. Nun ist auch das vorbei.


Schnitt


Heute ist der 3. Oktober. Ein relativ neuer, deutscher „Feiertag“, der für mich mit einer kleinen Schildkröte verbunden ist, die über märkischen Sandboden läuft.

Wieso?

Weil ich am 03. Oktober 1990 einen Spaziergang in der Umgebung von Berlin machte (damals lebte ich noch dort) und mir mitten im Nirgendwo eine Schildkröte begegnete. Das Bild hat sich mir eingebrannt, genauso wie das Gefühl am selbigen Abend, als wir an einem Imbissstand erfuhren, dass die Menschen aus der ehemaligen DDR den Anschluss an die BRD gewählt hatten. Mir schwante nichts Gutes und gut ist es bis heute nicht.*

Heute schenke ich diesem Tag Licht.

Und ein Bild.

Möge sich die Angst in unserem Land in Mut verwandeln die Probleme, die nicht wegzuschwätzen sind, anzugehen, statt aus Angst vor neuen Wegen und Ohnmacht und Gier eine Fehlentscheidung nach der anderen zu treffen.


*Ich habe am 03. Oktober den Menschen aus der ehemaligen DDR einen unabhängigen, eigenen Staat gewünscht, ich kannte ja die kapitalistischen Machenschaften und vieles mehr in und aus der BRD. Es wurde schlimmer.



Bei märkischem Sand denke ich auch immer an das Bild von Anselm Kiefer mit gleichnamigem Titel. Es ist das erste Bild von ihm gewesen, das ich entdeckte; seitdem entdeckte ich viele andere mehr von ihm.

Ich denke vertikal, und eine der Ebenen war der Faschismus.

Doch ich sehe alle diese Schichten. Ich erzähle in meinen Bildern

Geschichten, um zu zeigen, was hinter der Geschichte ist.

Ich mache ein Loch und gehe hindurch.

Anselm Kiefer


Das Bild habe ich in der Bildersuche des www gefunden – https://www.google.com/search?q=Bild+Anselm+Kiefer+M%C3%A4rkischer+Sand&client=firefox-b-ab&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=7Gk8YpudptLsRM%253A%252CoCcHZIrh54DLIM%252C_&usg=AI4_-kTq2OSUtk_th5cL-JKNJ59-CYjuTg&sa=X&ved=2ahUKEwiJ-YWM2OLdAhVupIsKHaerBtIQ9QEwBXoECAUQDg#imgrc=7Gk8YpudptLsRM:

sollte ich hiermit Urheberrechte verletzen, bitte ich mir dies mitzuteilen, dann werde ich das Bild löschen.

Sachlichkeit statt Polemik

Aus der Serie #die andere Seite – eingestellt am 02.09.2015 auf pixartix © Ulli Gau

Heute möchte ich zwei Artikel verlinken, die ich am Samstagabend im Netz fand:

https://www.zeit.de/wissen/geschichte/2018-09/chemnitz-weimarer-republik-nazizeit-vergleich-rechtsextremismus

https://www.dw.com/de/nicht-nur-sachsen-alte-und-neue-rechtsextreme-in-deutschland/a-45365550

Ein Beitrag über Höcke und seine Machenschaften und seiner verbalen Gewalt ist hier zu finden: Gegen die Alternative für Deutschland hat ein neues Foto zu dem Album „Höcke, die Seele der AfD“ hinzugefügt. Wenn du auf „Höcke, die Seele der AfD“, und dann auf das Bild „Die Zeit des Wolfes ist gekommen“ klickst, kannst du den Beitrag lesen. Eine andere Verlinkung hat leider nicht geklappt. Nun habe ich außerdem erfahren, dass Höcke die Reden von Goebbels sehr eingehend studiert hat und diese in leicht abgeänderter Form, aber in selbiger Intention, veröffentlicht, mit dem Erfolg von viel Jubel – mir wird Angst und Bange –

Ich schätze Sachlichkeit, besonders bei politischen Themen und Stimmungen. Davon aber finde ich gerade im www nur wenig, besonders wenn ich mich z.B. auf Kommentare auf dem einen und anderen fb- oder twitter-Account einlasse. Oftmals fehlen Argumente und Aussagen, stattdessen wird sich verbal „ausgekotzt“ (sorry, aber so nehme ich es wahr), dabei spielt die politische Ausrichtung leider keine Rolle (Ausnahmen bestätigen die Regeln).

Zu meinem Artikel >Von Symbolen< schrieb Xraypics:

Hi, Ulli,
QUOTATION: “When I use a word,” Humpty Dumpty said, in rather a scornful tone, “it means just what I choose it to mean—neither more nor less.” “The question is,” said Alice, “whether you can make words mean so many different things.” “The question is,” said Humpty Dumpty, “which is to be master—that’s all.”
(LEWIS CARROLL Through the Looking-Glass,1872.)
Words are just as much a symbol of an idea as the picture you posted above. By the choice of those who appropriated it the swastika shifted from a Sanskrit good luck charm to a symbol of abomination. Now the symbol is our master it takes over part of our mind when we look at it.
As I write this, I take over and control a small part of your mind, you are reading this and it is me occupying your brain making it follow these words for this instant. So it is with the symbol be it a swastika or a cross, a flag, or a hammer and sickle, it is the master of us.
So a symbol like a word can have different meanings at diverse times, who knows if or when the swastika will ever shift back to its positive meaning?
Best wishes,
Tony

Worte haben, wie Symbole auch, Kraft und Macht, sie sind eine andere Form der Symbole. Und weil das so ist, ist mir an einer sachlichen Sprache gelegen. Wenn ich mich von Rechtsextremistinnen und Rechtsextremen abgrenzen will, dann ist Sprache ein Mittel meiner Wahl. Mir liegt nichts daran mich auch nur im kleinsten Detail mit ihnen gemein zu machen.

Das ging mir im übrigen schon in den frühen 1990er Jahren so, als ich mich, zusammen mit einigen Freundinnen und Freunden, dem aufkommendem Rechtsextremismus entgegenstellten. Als ich dann erlebte, dass Bekannte von uns sich ebenfalls mit Baseballschlägern bewaffneten und auch nicht davor zurückschreckten diese auch einzusetzen, zog ich mich zurück. Gewalt erzeugt Gegenwalt, es ist ein Ping-Pong-Spiel, niemand und nichts zwingt mich oder eine/einen anderen mitzuspielen!

Letztens fragte ich mich, wie vernünftig ist es, immer vernünftig zu sein? Ich kam zu dem Schluss, dass mich in vielen Feldern emotionale Reaktionen nicht weiter bringen, sachliche Argumente aber schon!

Ich bin nicht frei von Emotionen, ich reagiere nicht immer und überall sachlich, ich übe und es ist und bleibt ein Ziel, ich bleibe dran.

Noch etwas fällt mir immer und immer wieder in Diskussionen auf, ob nun hier oder in anderen sozialen Netzwerken oder auch im realen Leben, manchen geht es anscheinend nur darum Recht zu haben/im Recht zu sein. Ich vermisse Weite und Offenheit den Menschen gegenüber, die eine andere Meinung vertreten. Solange eine andere Meinung nicht menschenverachtend, rassistisch oder sexistisch geprägt ist, kann ich zuhören, hinspüren, nachspüren was mir mein Gegenüber gerade mitteilen will, wenn vielleicht auch nicht in wohlfeilen oder studierten Worten. Vielleicht ist mein Gegenüber simpel gestrickt, ist nicht geübt in Wortwahlen und „Wohlfeilem“ – nachfragen hilft, statt gleich zu beurteilen oder gar zu verurteilen, weil ein Schlagwort fällt.

Es stimmt einfach nicht, wenn immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt wird, dass jede und jeder sich schlau machen kann. Dazu braucht es mehr als nur die Möglichkeiten, die es zweifelsohne gibt. Bildung und damit die Fähigkeit zu differenzieren, zu hinterfragen ist nicht jeder und jedem gegeben (worden), mit ein Grund warum ich mich auch für Bildung einsetze und Anna nur zustimmen kann, wenn sie schreibt, dass Bildung ein Recht und kein Privileg ist.



Gerda hat am Samstag folgenden Beitrag auf ihrem Blog veröffentlicht → https://gerdakazakou.com/2018/09/08/meute-und-hetzjagd-klaerung-der-wortbedeutung/, wie man im Kommentarstrang nachlesen kann, bin ich nicht mit allem einverstanden, aber insgesamt stimme ich Gerda zu, wenn es um die Wortwahl geht. Es ist mir wichtig, wer welche Worte wann benutzt und warum – ob und was sie/er damit beeinflussen, implizieren will. Das gilt für alle politischen Strömungen!

Mir geht es nicht um recht und links, mir geht es um Menschlichkeit, um Freiheit und Geschwisterlichkeit, um Solidarität und Offenheit der/dem anderen gegenüber, diese Haltung lebe und vertrete ich und diese Haltung wünsche ich auch mir und meinen Meinungen gegenüber. Ich schrieb es schon oft: ich lerne gerne dazu, aber ich nehme mir auch das Recht zu sagen, dass ich mit dem einen und dem anderen nicht einverstanden bin. Im Vordergrund steht dabei immer die Sache, um die es gerade eben geht und nicht die Person.

Aus der Serie #die andere Seite – Dialog – eingestellt am 06.03.2015 auf pixartix © Ulli Gau



Anmerkung

Wie auf den Zeilen unter den Bildern zu lesen ist, handelt es sich um zwei Bildern von neun aus der Serie #die andere Seite, die 2015 auf „pixartix“ veröffentlicht wurde. Teilgenommen haben Fotografinnen und Fotografen, Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Coleur.

pixartix war eine Initiative von Sofasophia und Irgendlink. Die Seite wurde von ihnen (und später auch anderen) von Januar 2012 bis Juni 2016 moderiert. Die Anzahl der Bilder je Thema variierte, wie die Themen selbst auch. Neben ihnen gab es Zeiten für Intermezzi. Alle Themen, Bilder und Links zu den Teilnehmenden kannst du auf der Pixarix Seite finden → https://pixartix.wordpress.com

Abstraktion

Vielleicht muss ich ein Thema gut beleuchtet haben, um es dann vom Gegenständlichen ins Abstrakte holen zu können.

Ich schrieb es schon einmal irgendwo, irgendwann, dass ich oft Mühen mit der abstrakten Kunst habe, besonders dann, wenn kein Titel die Richtung weist. Leichter wird es für mich, wenn die Künstlerin, der Künstler die eigenen Gedanken mitteilt. Auf dem Blog ist das kein Problem, in einem Museum oder einer Ausstellung sprengt dies den Rahmen, dann müssen Titel reichen.

Andererseits mag ich es Titel wegzulassen, für mich ist es eine Öffnung für die Assoziationen und Interpretationen hin zu den Betrachtenden.

Die Definition liest sich bei Wiki so:

Das Wort Abstraktion (lateinisch abstractus ‚abgezogen‘, Partizip Perfekt Passiv von abs-trahere ‚abziehen‘, ‚entfernen‘, ‚trennen‘) bezeichnet meist den induktiven Denkprozess des Weglassens von Einzelheiten und des Überführens auf etwas Allgemeineres oder Einfacheres.

In die Abstraktion schwingt die Reduktion mit hinein –

1.
bildungssprachlich
das Reduzieren; das Zurückführen auf ein geringeres Maß
2.
philosophisch
Rückschluss vom Komplizierten auf etwas Einfaches; Vereinfachung
(fotografisch leider nicht besonders gelungen – der Hintergrund ist weiß)
die Bilder werden groß, wenn du sie anklickst …
Mich interessiert, wie es dir mit diesen Begrifflichkeiten zum einen, zum anderen mit der Betrachtung von abstrakter Kunst geht. Außerdem interessiert mich was du bei den Bildern siehst, bzw. empfindest … Willkommen.