Wortkarg

Ich weiß noch gut, wie sie begannen, die wortkargeren Zeiten. Damals fürchtete ich mich vor ihnen, hatte Angst ich könnte nichts mehr zu Papier bringen oder mich nicht mehr austauschen.

Jetzt ist es anders. Ganz anders. Ich genieße es, dass ich nicht mehr zu allem meinen Senf dazu geben muss, dass ich gerne zuhöre oder kommentarlos lese und Bilder anschaue. Ich hinterlasse Sternchen oder Herzchen, wenn mir etwas gefällt oder ich meine, dass es andere freuen könnte und dann ziehe ich auch schon weiter.

Letztens schrieb ich, dass ich keine Erzählerin wäre, ich hätte schreiben sollen, gerade bin ich keine Erzählerin mehr. Gerade mag ich Geschichten auf das für mich Wesentliche reduzieren, die Essenzen aus tausend und mehr Wörtern herausfiltern.

Vieles spielt sich nicht mehr in der Öffentlichkeit ab. Die stillen Kammern sind Lieblingsorte geworden, hier finden wahrhaftige Begegnungen statt, jenseits von Tändelei und Mummenschanz.

45 Gedanken zu „Wortkarg

  1. Sich von der Öffentlichkeit zumindest ein wenig zurückzuziehen ist auch ein wenig mein Weg zur Zeit. Nicht mehr bei fast jedem Schritt rufen: Guckt mal, was ich hier mache! Ob das mit wachsendem Selbstbewusstsein zu tun hat, Bestätigung mehr aus sich selbst schöpfen zu können?
    Ich wünsche dir Glück im neuen Leben, liebe Ulli… und weitere Bilder wie dieses hier, die ich sehr gerne betrachte.

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  2. Liebe Ulli,
    Gesellig bin ich zwar immer noch, doch wenn ich darüber nachdenke, wie aktiv ich vor zehn Jahren in Blogs noch war, hat sich das inzwischen bei mir in genau der Weise verändert, wie Du es beschreibst.
    Als Naturnärrin liebe ich die Stille und schätze es, die Zeit verlieren zu dürfen, ohne dauernd zu kommunizieren. Mit Menschen, die mir gut tun, darf ich auch Weilen schweigen, sie kennen mich. 😉
    Ich wünsche Dir in Deinem hübschen Zuhause viel gute und entspannte Zeit.
    Liebe Grüße von
    Amélie 🍂🌾🍁

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  3. Tolles Bild, liebe Ulli 👍 Es sieht wie ein Bild aus dem Rorschachtest aus. Die Farbzusammensetzung gefällt uns sehr gut.
    Für uns ist und war Öffentlichkeit stets inspirieren, manches Mal jedoch auch zu inspirierend. Und erzählen wir uns nicht immer etwas? Aber sicher kommt es auf die richtigen Worte, Semantik und Grammatik an.
    Hab’s fein
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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  4. Liebe Ulli, ich kann dich gut verstehen und mir geht es sehr ähnlich. Ich bin dankbar für jeden Moment des Rückzugs ohne to-do und nur Sein in Frieden mit sich und der Welt, bevor es wieder los geht und das Leben Fahrt aufnimmt. Geniesse es. Liebe Grüsse

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  5. Wortkarg … dein Beitrag passt so sehr zu meinen Gedanken und Gefühlen. Noch tut es mir leid um meine Abwesenheit, und trotzdem unterwerfe ich mich nicht meinen eigenen Erwartungen. Es kommt vor, dass ich Tage, manchmal sogar Wochen kaum durch Blogs surfe und lese. Das reale Leben ist präsent und fordernd, ich selbst verändere mich. Und wo meine Geschichten hin sind? Keine Ahnung. Manchmal schwirren die Worte durch meinen Kopf, aber ich habe oft keine Lust, ihnen Ausdruck zu verleihen.
    Der Herbst mit seinen Nebeln und den gedeckten Farben passt da gut. Alles ist irgendwie auf Rückzug, Selbstbesinnung, Reflexion, Mich-Sammeln, Neu-Ausloten. Auch gut!
    Alles Liebe, Veronika

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    • Liebe Veronika, ich finde es wichtig auf sich und die eigenen Bedürfnisse zu hören, ich musste das mühsam lernen. Da bist du mir sozusagen voraus.
      Lasse es dir gut gehen.
      Ganz liebe Grüße, Ulli ❤️🍁🍄

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