G = Güte

Alphabet – mutig geträumt

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„Rechtes Denken lässt das Herz mitreden. Stetige Gütigkeit vermag viel. Wie die Sonne das Eis zum Schmelzen bringt, bringt sie Missverständnisse, Misstrauen und Feindseligkeit zum Schwinden. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen.“

Albert Schweitzer

Mir sind in meinem Leben nur zwei wirklich gütige Menschen begegnet, das eine war meine Grossmutter, das andere ist mein buddhistischer Lehrer. Bei ihnen lernte ich, dass Güte auch zeitweilige Strenge mit einschließt. Ohne diese Strenge wäre ich wohl „ausgeufert“, es war also zu meinem Wohl! Wie das wohl bei euch so ist? Ich bin gespannt…

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51 Gedanken zu „G = Güte

  1. Liebe Ulli,
    Güte…. ein ebenso vergessenes Wort wie Demut und Nächstenliebe. Beim Lesen deiner Zeilen fiel mir auf, daß ich Güte schon gar nicht mehr erwarte. Ich überlegte kurz…, ja, ich habe gütige Menschen gekannt. Sie fehlen mir so.
    Sei herzlichst gegrüßt an diesem noch dunklen Wintermorgen, in heftiger Sehnsucht nach Licht und Frühling.

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    • Das stimmt, liebe Madame Filigran, Demut, Güte gehören zu den sogenannten Tugenden, noch so ein Wort, das aus der Mode kommt, passt alles irgendwie nicht zur weitverbreiteten Coolness und Individualität?!
      Ganz herzliche Grüsse
      Ulli

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            • Es ist eins die raue Wirklichkeit zu sehen und zu fühlen und das andere ist nach und nach eine andere Haltung einzunehmen. Mutig träumen heisst ja eben nicht blauäugig von einem Paradies zu träumen, das es nie geben wird, es geht ja darum in sich Haltungen zu entwickeln, um der Welt ein etwas freundlicheres und humaneres gesicht zu schenken … so wenigstens begreife ich es- dass dies nichts an dem Wahnsinn der Welt ändern wird, weiss ich auch, es wird keinen Kriegstreiber zur Umkehr bringen, keinen Gewalttäter zu einem frommen Lamm machen, aber kommen wir denn wirklich als Menschen in unserer Entwicklung weiter, wenn wir weiterhin immer nur verurteilen und an den Umständen leiden? Das Alphabet soll Mut machen die eigenen Haltungen zu überprüfen und sie gegebenenfalls hin zu mehr Humanität und Mitgefühl zu lenken. Im Hintergrund schreibe ich gerade an einem Artikel, der genau das beinhaltet, gar nicht so einfach 😉

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  2. „Die Güte, die nicht grenzenlos ist, verdient den Namen nicht.“
    Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916), österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

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  3. Die Güte beginnt, glaube ich, da, wo man aufhört, seinen eigenen Willen durchzusetzen, weil man erkannt hat, dass alles sein darf, aber nicht muss. Und man ein Teil eines Ganzen ist … wodurch es manchmal notwendig ist, streng zu scheinen, was man aber in Wirklichkeit gar nicht ist, weil ein liebendes Herz gütig ist und Liebe tatsächlich auch Regeln hat. Die befolgt werden DÜRFEN. Nicht müssen. Weil ja Liebe die ganz große Freiheit ist. Das zu erkennen, dabei helfen uns die wirklich gütigen Menschen, die wie Sterne am Himmel leuchten. Manchmal sogar ziemlich unerkannt (wieviele Menschen sehen schon die Sterne wirklich ;o), obwohl diese ganze Universen erleuchten???)
    Danke für die Anregung, sei ganz, ganz herzlich gegrüßt!!! Silvia

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  4. Dieser Beitrag, liebe Ulli, ist einer der wichtigsten, die ich bei dir habe lesen dürfen. Ich finde es schrecklich, dass das Wort „gut“ in jüngster Zeit im „Gutmenschentum“ zum verächtlich-herablassenden Schimpfwort verkommen ist. Gute Menschen kann es doch gar nicht genug geben! „Güte“ ist mehr als gut – ein wunderbares Wort. Darin liegt Ruhe, Gelassenheit, freundliches Ansehen, Lächeln, Wärme, Zugewandheit, Klarheit, Verständnis, Mitmenschlichkeit. Und, ja: Liebe, die nicht bedingungslos alles gut heißt, sondern sanft, aber bestimmt den Weg weist. Ich denke in Dankbarkeit an meine Eltern, die das Fundament für meinen unerschütterlichen Glauben an die Möglichkeit des Guten gelegt haben und an so manche Menschen, die mir in Güte begegnet sind.
    Dank dir für den lichtvollen Moment an diesem grauen Morgen, und Dank auch für die erhellenden Kommentare.
    Allen einen wunderbaren Tag!
    Silke

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    • Liebe Silke, hach … ick freu miar 🙂 ich habe bei diesem Artikel absichtlich nicht weit ausgheolt, ich habe auf eure Kommentare gehofft, auf Ergänzungen, auf Widerspruch, auf Zuspruch, auf Auseinandersetzung eben, so, wie bei dem ganzen Alphabet. Ich begreife es als gemeinsames Lernfeld, ich selbst bin nur die Säerin und gerade heute geht so wunderbar die Saat auf, erst Madame Filigran und jetzt du, ja auch die anderen, aber ihr zwei ganz besonders, ihr ergänzt, ihr forscht, ihr geht mit und nennt das, was ich absichtlich weggelassen habe. Denn ja, in dem Wort Güte steckt gut und alles was du noch schreibst:“Ruhe, Gelassenheit, freundliches Ansehen, Lächeln, Wärme, Zugewandheit, Klarheit, Verständnis, Mitmenschlichkeit“
      Lassen wir die andere Seite uns als Gutmenschen beschimpfen, sie können nicht anders, leider, gehen wir trotzdem weiter mit dem, was für jede und jeden von uns gut und Humanität beinhaltet. Anderes kann ich nicht sehen, um der Welt ein freundlicheres Gesicht zu schenken.
      ich danke dir und grüsse dich von Herzen
      Ulli

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      • ich fühle einen deutlichen Unterschied zwischen Güte und Gutmenschentum. Güte ist eine Qualität der Seele, durch viele Prüfungen und Schmerzen in einem langen Leben errungen. Gutmenschentum ist oft genug eine leere Attitüde: sie will etwas beweisen, zeigen, auch angreifen, Recht haben gegen die „Bösen und Schlechten“. Ich hatte eine Oma, die für mich das Wort Güte mit Sinn füllte. Ihr dritter Sohn (mein Vater war der erste) hatte etliche „schlechte“ Eigenschaften, er trank und luderte herum, und meine Mutter war oft ungehalten über ihn. Seine Mutter aber (meine Oma) sagte zu ihm, wenn er denn mal bei ihr vorbeischaute: „mein lieber Sohn“.. Darin war ein Alles-Verzeihen, Alles-Verstehen, Nichts-Verurteilen. Darin war ein alles umfassendes Annehmen. Das war für mich Güte.
        Dies alles-umfassende Annehmen ohne Wenn und Aber hat, meine ich, meinen Onkel an allen Gefahren (und da gab es viele), ein schlechter Mensch zu werden, vorbeischippern lassen. Er wurde kein nützlicher Mensch, aber er verdarb seelisch nicht.

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        • Erst einmal, liebe Gerda, stimme ich dir zu in der Unterscheidung von Güte und Gutmenschentum, so, wie du es hier beschreibst. Aber darauf hat Madame Filigran nicht angespielt- im letzten Jahr hat es um sich gegriffen, dass die Altvorderen andere Menschen, die oft ehrenamtlich sich für die geflüchteten Menschen engagiert haben und die sich auch hör- und sichtbar, sowie aktiv für eine echte Demokratie und Menschenrechte einsetzen, als Gutmenschen zu beschimpfen. Und das geht gar nicht! Es tut diesen Menschen, die wirkliche Humanität leben absolut unrecht und hat nichts mit dem Gutmenschgesülze anderer zu tun.
          In diesem Sinne herzlichste Grüsse
          Ulli

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          • Na schön. Im Wort „Gutmenschentum“ steckt tatsächlich viel Aggressivität, Aber Aggressivität (und nicht Güte) spüre ich auch oft bei den Helfern. Da sind alle anderen, die diese Hilfe kritisch sehen oder aus irgendeinem Grunde nicht bereit sind zu helfen, sehr schnell Bösewichter. Ich mag weder das eine noch das andere. Wer sich wirklich einsetzt, dem ist es, glaube ich, ziemlich egal, wie man ihn bezeichnet. Er tut seine Arbeit, weil er diese Arbeit tun will. Mir scheint, du siehst das ähnlich.
            Jeder zieht eben aus seinem Tun das, was er für sich braucht. Es ist nicht meine Aufgabe, ihn für sein Tun zu loben oder zu tadeln. Wenn ich von jemandem sage, er sei gütig, beurteile ich nicht sein Tun (das mir vielleicht völlig falsch erscheint), sondern blicke auf seine Seelenhaltung. Liebe Grüße dir vom blitzeblank gewaschenen wachsenden Mond! (Hier hat es tüchtig geregnet).

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            • Es gibt ja auch die unterschiedliche Qualität des Helfens, die einen helfen, umzu helfen, auf ihre Art selbstlos und die anderen tun es mit der Attitüde: schau her, bin ich nicht ein guter Mensch!
              nein, grundsätzlich sind wir nicht verschiedener Ansicht, mir war es nur wichtig auseinander zu klamüsern, worauf Madame Filigran anspielte und deinem.
              Hier hat es heute Nacht viele Zentimeter Schnee gegeben- da muss ich gleich mal raus schippen gehen und dann mich um dieses und jenes kümmern. Das Jahr nimmt langsam wieder Fahrt auf-
              herzlichst
              Ulli

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  5. Liebe Ulli!
    Güte…welch wohliges Gefühl ist dieses Wort doch für mich. Es drückt das aus, was wir sehr oft vermissen. Es gleicht einer Sehnsucht! Möge mehr Güte im Menschen sein…nicht versteckt…sondern spürbar!
    Lieben Gruß – Karin

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  6. Güte habe ich auch von meiner geliebten Großmutter erfahren und von einer alten Tante, die ich meist zu Ostern in Mecklenburg Vorpommern besuchte. Sie und ihr Mann (mein Onkel) waren arm, aber sie teilten alles, was sie hatten, besonders ihre Lebensfreude, die nicht übersprudelnd mitriss sondern ruhig und beständig dahinfloss. Es war immer in ihren leuchtenden Augen zu sehen, die auch noch, als sie über 80 waren, den Ausdruck eines Kindes hatten – einerseits – und andererseits eine tiefe Lebensbejahung widerspiegelten.
    Diese beiden Alten saßen jeden Abend draußen auf der Bank vor ihrem Haus.
    Mein Onkel stopfte seine Pfeife, und hin und wieder griff er nach der Hand seiner Frau.
    Dieses Bild trage ich als Blaupause durch mein Leben.
    Das war mir immer der Inbegriff einer reifen Liebe.
    Wir Kinder durften ein bisschen verwildern .. sie trauten uns viel zu. Für mich als Westberliner Stadtkind ein Paradies dort damals im wilden Osten.
    „Streng“ waren sie nicht wirklich, mein Onkel und meine Tante, eher verfügten sie über eine gelassene Autorität, die niemand anzweifelte.
    Hach … liebe Ulli – ein schönes Thema und eine wirklich wunderbare Eigenschaft, der man nicht häufig in unserer Zeit begegnet.

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    • Was für eine schöne Erinnerung, ich sehe die beiden Alten vor der Türe sitzen- weisst du, genau das war immer mein Traum, aber wir hier sind etwas „verkorkst“, vielleicht schaffen wir es, wenn wir 70+ sind, ich wünsche es mir-
      Vielen herzlichen Dank für diese wunderbare Geschichte, die nehme ich heute mit durch den Abend und die Nacht!
      liebe Grüsse
      Ulli

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  7. Güte ist eine Qualität der Seele schreibt Gerda und ich glaube, besser ist sie kaum noch zu beschreiben.
    Es ist eine innere Gabe, die man/frau hat. Danach streben ist gut, ganz klar, aber die tief empfundene Güte, die ist es nicht.
    Ich wollte anfangs spontan schreiben, daß ich nicht gütig sein kann, weil ich manchmal auch neidisch oder zu kritisch bin, aber dann las ich in einem Kommentar, daß echte Liebe auch Güte beinhalten muß und da begann ich an meiner Meinung über mich selbst zu zweifeln *lächel*.

    In gut steckt so viel, aber das Tollste darin ist die Güte, die Herzensbildung, die absolut nichts mit Wissen zu tun hat und der Ausdruck Gutmensch ist in meinen Augen so negativ belegt, daß man in ihm leicht eine gewisse Naivität erkennt, die nicht mehr ernst genommen wird. In Güte liegt Nächstenliebe, im Gutmensch wird Schwäche vermutet, was man in Verbindung mit Güte eigentlich nicht denkt.

    Liebe Abendgrüße von Bruni

    PS Meine Oma war ein sehr gütiger Mensch und ich glaube, sie war in jüngeren Jahren eine starke Frau

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    • Liebe Bruni, Gerda schrieb auch, dass Güte hart errungen wurde- ich weiss weder, ob ich diesem zustimmen soll, noch ob es eine Seelengabe wäre, die man sonst nicht erreichen könnte- ich glaube, wenn man Vorbilder hatte oder hat, dann fungieren sie wie eine Art Erinnerungsschild- gerade in Momenten, wenn man mal wieder so richtig garstig ist, geht das Schild hoch und schwupps passiert etwas anderes, eine Umkehr. ich selbst begreife mich auch nicht als grundgütig, aber ich habe meine gütigen Momente, die sich hoffentlich in mir ausdehen- der Weg hierhin war aber nicht wirklich hart errungen, es war nur mein Weg, ja, mit Tränen und Verzweiflung, aber heisst das hart errungen? Das klingt in meinen Ohren abschreckend- da macht sich doch niemand mehr auf den Weg 😉
      gut, das hast du ja auch gar nicht geschrieben – lach … sorry, kleine Vermischung, lasse ich jetzt aber trotzdem hier stehen-
      schon irre, dass fast alle hier heute geschrieben haben, dass es ihre Oma war, die sie als gütig empfunden haben … wir sind ja nu och schon Oma, liebe Bruni, da haben wir doch ein Feld fürs offene Herz und die Güte, die Liebe ist ja schon da-
      in diesem Sinne alles Liebe für dich
      Ulli

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  8. Liebe Ulli, ich bin jetzt tagelang herumgegangen mit diesem Wort „Güte“, habe vieles gelesen und viel nachgedacht und bin zu dem mich ziemlich erschütternden Schluß gekommen, daß Güte bedeutet, allem, wirklich und kompromißlos ALLEM, sei es noch so böse in uns oder bei sonst wem, nachsichtig, freundlich, wohlwollend entgegenzukommen!
    Ich dachte früher auch, daß Strenge dazugehören müsse…das denke ich heute nicht mehr…ich glaube, das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun. Güte ist gütig und sonst gar nichts, sonst ist sie keine. Ja, keine leichte Lebensaufgabe, finde ich, weil der begründete Verdacht besteht, daß die Güte das Böse zudeckt…aber andererseits, wann wurde schon jemals „das Böse“ vom Bösen besiegt?
    Mir ist, als wäre diese Güte die wichtigste Botschaft dieses rebellischen Jesus gewesen, engst mit Selbst- und Nächstenliebe und Demut verknüpft und grenzenlos in ihrer Konsequenz., weil sie jegliches Ich-Bewusstsein total aushebelt…wenn ich da weiterdenke, drängen sich mir Erkenntnisse auf, die mich schwindlig machen!
    Sei gegrüßt!

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    • Was für ein bereichernde und tief gehender Kommentar, liebe Margarete, jetzt denke auch ich noch einmal neu über die Güte nach, besonders in dem Punkt der Strenge, wobei selbst dann auch gleich hier die Frage im Raum steht, was ist denn wirklich Strenge? Strenge heisst für mich: nein ist nein und ja ist ja und gilt in den meisten Fällen den Kindern. Wie ich es aber vermittel, das ist eine ganz andere Sache, das kann ich wohlwollend, zugeneigt machen oder einfach nur bestimmend und autoritär- letzteres hat dann mit Güte nichts mehr zu tun, nur mit Machtausübung. Wohlwollend und zugeneigt beinhaltet zum Wohl des anderen und allen anderen.
      Und nun beginnen meine Gedanken auch Pruzelbäum zu schlagen. Ich nehme das alles jetzt mal mit und lass es noch wirken. Ich melde ich noch einmal. Also, du Liebe, hab herzlichen Dank.
      Liebe Grüsse
      Ulli

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    • “ Güte bedeutet, allem, wirklich und kompromißlos ALLEM, sei es noch so böse in uns oder bei sonst wem, nachsichtig, freundlich, wohlwollend entgegenzukommen!“ – ja, so ist es.
      Übrigens: als ein Jünger zu Jesus sagte: „Guter Herr“ – antwortete er ein wenig barsch: „nenn mich nicht gut. Niemand ist gut außer dem Vater.“ Ich habs jetzt nicht nachgeschlagen, habe aus der Erinnerung zitiert. LG Gerda

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  9. Ist Gütigsein vielleicht gar keine Ganz-oder-Garnicht-Wesensart? Ob man damit auch „klein anfangen“ kann, sozusagen?
    Wenn ich darüber nachsinne, welche gütigen Menschen ich kannte und kenne, kommt mir immer wieder meine erste Referendarszeit in Erinnerung. Damals, bei den ersten Berufsschritten, schaut man sich ja so um, welche „Art“ Lehrerin man sein möchte. Für mich war damals meine Mentorin, eine ältere Frau, DAS Vorbild. Wie sie mit den Schülern umging, DAS war es. Mir war sofort klar, welch weiter Weg es bis dahin ist. Und dass es nicht zufällig eine ältere Lehrerin war, die mich so ergriffen gemacht hatte.
    Ohne dass ich noch in Worte fassen konnte, was genau sie ausstrahlte, das sie für die Schüler zu jemand so Besonderem machte. — Jetzt verstehe ich, dass es etwas mit Güte zu tun hatte. Mit ihrem allezeit warmen, offenherzigen, annehmenden, zugewandten, schenkenden, verstehenden, verzeihenden, geborgenheitsspendenden Blick auf all diese jungen Menschen. — Und seither, auch morgen wieder, stelle ich mich vor meine Klassen, vor Räume voller junger Menschen, und denke an meine Mentorin – und andere mich geformt habende Lehrer – mit dem Wunsch und der täglichen Übung, ebenso zu schauen … (Um es zu „können“, bin ich noch zu jung, zu sehr am Anfang. Aber ich übe. – Geht das denn überhaupt, frage ich mich gerade, es bewusst zu üben?)

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    • Ich glaube schon das dies geht, dass Güte nicht unbedingt nur angeboren ist- Vorbilder dabei zu haben ist schon einmal ein Schritt, ein generell ungütiger Mensch würde einen gütigen Menschen erst gar nicht als solchen wahrnehmen. Ich glaube wirklich, dass jedem von uns eine gewisse Portion Güte mitgegeben wurde, ob sie gross wird oder mickrig bis gar nicht mehr bleibt oder wird, liegt an der Sozialisation, den Menschen, die uns begleiten, genauso wie an uns selbst und dem Wunsch und der damit verbundenen Übung sie wachsen und gedeihen zu lassen. In Bezug auf meine Enkelkinder bin ich auf alle Fälle schon um einiges gütiger geworden, als ich es zu meinen Kindern war (leider).

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  10. Pingback: A = Anstand |

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