Kurze Zeilen – 22 –

nacht 1

Es fehlen schon Einige in unserem Kreis. Lücken schließen, aber füllen sich nicht. Unter dem frühsommerlichen Nachthimmel sitzen wir nebeneinander, drinnen tanzen andere ausgelassen zu alter Musik, die mich langweilt. Du sprichst von den Fehlenden. Wir schweigen als du weinst, unsere Hände ineinander gelegt. Halt im Haltlosen. Dann ist es vorbei. Wir schauen uns an. Du wischst die Tränen fort, unsere Hände, jetzt wieder bei einer Jeden, greifen zu den Gläsern. Auf die Fehlenden, die kurz mit uns unter dem frühsommerlichen Nachthimmel saßen und die Lücken füllten.

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41 Gedanken zu „Kurze Zeilen – 22 –

    • ich weiss ja nie, wie meine Worte wirken, dafür brauche ich euch. Durch dich erkenne ich die leichten Worte, die mir doch schwer fielen. Danke Arno und hab ein schönes Wochenende
      Ulli

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    • Danke Arabella, ich schrieb es gerade schon an Arno, ich selbst weiss ja nicht, wie meine Worte auf die Leser*innen wirken, dafür brauche ich eure Rückmeldungen, die mir gerade sehr gut tun!
      Liebe Grüsse und viiiel Sonne wünsche ich dir/uns
      Ulli

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    • Manchmal frage ich mich ja, ob ich eigentlich richtig ticke, weil ich das Unveränderliche so sehr verinnerlicht habe, dass ich nur noch selten über die Gegangenen weine und mich immer wieder bei einer Art Pragmatismus erwische, ist er Schutz oder ist es Akzeptanz?
      Danke für deins, das hat mir jetzt gut getan.
      liebe Grüsse an dich
      Ulli

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      • Die gleichen Gedanken treiben mich gerade um, wenn ich an den Tod meiner Mutter vor einem Monat und an den bevorstehenden Tod meiner Stiefschwester und meines Hundes denke.
        Dieser Pragmatismus scheint mir beides zu sein: Schutz und Akzeptanz, was ja irgendwie zusammengehört.
        Das Schwierige ist, dabei nie zu resignieren.
        Mir scheint, Du schaffst das gut und lebst Dein Leben im Jetzt.

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        • Nein, ich resigniere nicht. Der Tod ist eben die andere Seite der Münze, die Leben heisst. Ich verlor meinen Vater ja schon sehr früh und dann ging es immer so weiter, vielleicht liegt es daran, dass ich schon sehr früh diese Haltung entwickelt habe? Egal. Ich bin froh damit nicht alleine zu sein und danke dir dafür. Ich wünsche dir Kraft, denn die braucht es eben auch für die Trauer. Trost ist kaum möglich…

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  1. Sie fallen auf, die, die in unserer Mitte fehlen. Zu ersetzen sind sie nicht, die Lücke scheint nur geschlossen, aber sie ist es nicht.
    Sich in Erinnerungen fallen zu lassen, kann schmerzhaft sein, aber wir finden so vieles, was den Schmerz lindert, die Zeit hilft uns dabei und manchmal lächeln wir dann sogar über die eine oder andere liebevolle Erinnerung

    Liebe Grüße von mir an Dich, liebe Ulli

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    • Du bringst es auf den Punkt, indem du schreibst, dass wir den Schmerz lindern können, ja, das können wir, ihn auslöschen geht nicht und das ist auch gut so.
      Ich danke dir, liebe Bruni
      hab ein strahlend schönes Wochenende, hier gibt es noch ein Kopfankopfrennen zwischen Sonne und Regen
      Ulli

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    • Sehr gerne, liebe Hanne, ich bin selbst ein bisschen erstaunt, was meine kurzen Zeilen heute ausgelöst haben und freue mich sehr über die vielen Kommentare. Danke auch dir und hab es schön in Norfolk, hier soll ja nächste Woche endlich der Sommer Einzug halten, schauen wir mal.
      Liebe Grüsse an dich und deine Bande
      Ulli

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    • -m- das ist jetzt die Frage nach der Innen- und der Aussenwelt, den real sind sie nicht mehr unter uns, leben aber in uns fort und solange wir leben und sich noch Eine*r erinnert, leben sie fort- gäll, so hast du das gemeint?

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      • Ja, das auch. Und dann ist es immer alles eine Frage der Betrachtungsweise. Bin ich auf „Mangel“ fokussiert? Der geliebte Mensch fehlt etc. Dabei könnte man vielleicht auch genauso gut dankbar und glücklich sein für/über das Geschenk der gemeinsamen Zeit und leichten Herzens weitergehen. Aber das hat uns leider niemand beigebracht. Und wenn man daran glaubt, dass jeder Mensch eine Seele hat, ist „nur“ der menschliche Körper weg, die Verbindung zur Seele bleibt.

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        • Wie du es beschreibst, denke ich an einen sehr gelassenen Menschen, ich selbst bin nicht so, wenn ein mir sehr nahestehender Mensch stirbt, dann ist da erst einmal Traurigkeit und Wortlosigkeit. Ich brauche immer eine Weile, bis ich dann wirklich weitergehe und dankbar sein kann für die geteilte Zeit und die Seelenverindung wieder wahrnehmen kann.

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  2. Mich hat dein Text auch sehr berührt, liebe Ulli. Wenn ich die Kommentare lese, die klingen so vernünftig. Für mich ist da nichts, das den Schmerz lindert. Als ich deinen Text las, dachte ich, wie befreiend, darüber zu schreiben. Mir gelingt das nur ganz selten. Die übrige Zeit ersticke ich an ungesagten Worten. Ich schicke dir herzliche Grüße. Bin hier gern, auf deinem Blog.

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    • Dieses Gefühl im Moment keine Worte zu haben, kenne ich sehr gut, das sind die Zeiten, in denen ich sehr traurig oder auch depressiv bin. Dann kommt ja auch noch als Schreibende die Frage dazu, womit kann ich mich meinen Leser*innen zumuten und wie weit zeige ich mich, die nicht unwesentlich dafür sind, ob ich Worte finde oder nicht.
      Ich freue mich sehr, dass du gerne bei mir bist, ich lese dich auch sehr gerne, ob hier oder bei dir!
      Ganz liebe Grüsse
      Ulli

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