Grafittis in Berlin II

Dieses mal ohne viel Worte und auch ein vorerst letztes mal Bilder von meinem Berlinaufenthalt Ende September/Anfang Oktober in diesem Jahr. Ich denke, dass in meinen letzten Artikeln meine Ambivalenz zu der Stadt deutlich geworden ist. Ich komme gerne wieder, aber ich muss auch gestehen, dass ich ein Landei geworden bin, mir fehlt die Membran zwischen der Welt, den Menschen und mir, zu Vieles dringt in mich ein, das bei anderen aussen vor bleibt, das sie nicht tagelang beschäftigt, aufwühlt und bis in ihre Träume vordringt. Einmal mehr weiss ich, warum es für mich heilsam war auf den Berg zu ziehen …

der kleine Bruder Wandersmann

grafitti o1

ohne Liebe geht nichts

grafittis 02

saubere Wände sind nicht angesagt

grafittis 07

 Profitgier und Gentrifizierung

grafittis 04

Zukunftsvisionen bzw. Zukunftsmenschen?

grafittis 03

grafittis 05

ein kleines bisschen Erholung

grafittis 06

ein Stilleben

berlin - stilleben

Am 03. Oktober fuhr ich von Berlin nach Greifswald zu Bloggerfreund und Bloggerfreundin und war an zwei Tagen auf der Insel Usedom, sodass es hier bald mit Wellen, Wind, Vögeln und Meer weitergehen wird – es gibt sie ja noch, die Schönheit, neben allem Wahnsinn des Jetzts

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37 Gedanken zu „Grafittis in Berlin II

  1. Schönheit und der Wahnsinn des Jetzt: eine ziemlich zutreffende Beschreibung der Welt und des Lebens in ihr.
    Was den Großstadt-Aufenthalt betrifft: Ich denke, es ist auch Gewohnheit. Mit der Zeit würde man vieles übersehen, überhören, wegschönen, uminterpretieren, was stört um es erträglicher und langfristig lebbar zu machen, man, uns. Uns Landeier … 🙂
    Aber ich bin nun auch gern wieder auf dem Land.

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    • ich weiss nicht, liebe Soso, ich habe in den letzten Wochen oft darüber nachgedacht, aber mir scheint, dass ich auch in den 15 Jahren, als ich in Berlin lebte, nur sehr wenig übersehen und überhören konnte, mir fehlt ja, wie du weisst, diese Membran, die aussen vorlässt, was nicht nach innen gehört, wenigstens nicht so hautnah und wenn ich an meinen Zustand denke, in dem ich war, als ich hier ankam, dann ist ausgebrannt genau die richtige Bezeichnung dafür.

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      • Ja, ich weiß. Eine Berliner Freundin meinte, man müsse Berlin dosieren oder so.
        Ich dachte vielleicht mit obigen Strategien auch mehr an Menschen mit Membran. Keine Ahnung.
        Aber eben, mir fehlt sie ja auch. Sie lässt sich nur minimst nachdicken. Leider und zum Glück.

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      • ach ja, wie Dünnhäutigen … ein bisschen konnte ich ja schon mit der Zeit abprallen lassen, aber eben, wie du schreibst minimst … feines Wort by the way …

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  2. Liebe Ulli,
    ich finde Deine Sammlungen von StreetArt immer wieder spannend zu betrachten. Zu sehen, was in Berlin jetzt Thema ist. Was davon noch in 10 Jahren Bestand hat? Im Oktober gab es in Lüneburg eine Aktion, bei der die Straßen der Innenstadt mit Kreide-malerein und -sprüchen überzogen war. Es ist nichts geblieben, aber die Erinnerung daran lebt.
    LG Uta

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    • Ja, Kreide wäscht der Regen ab, aber hier braucht es schon um einiges mehr … es stimmt, die Frage ist spannend was überlebt, was nicht, eigentlich fast nix, weil ja dann die Farbroller, der Chiemiereiniger kommt und dann gehts wieder von vorne los …

      liebe Grüsse
      Ulli

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  3. Hallo Ulli,
    so schön und sogar kunstvoll manche Graffitti auch sind, für mich zeugen sie von mangelndem Respekt vor fremdem Eigentum und sind im Grunde nichts Anderes Sachbeschädigung.
    Liebe Grüße, jetzt wieder aus Fredericksburg,
    Pit

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    • ja, darüber lässt sich wahrlich und trefflich streiten, das zweite Bild unter der Frage Zukunftsvisonen oder Zukunftsmenschen ist z.B. eine Auftragsarbeit, wie ich später erfuhr, also nicht alles ist, wie es erscheint … ich wäre ja auch für mehr legale Wände, wobei ich feststelle, dass dort die Bilder eher langweilig sind, ich bin mit all dem eben auch sehr zwiegespalten, einerseits mag ich Grafittis, andereseits stimme ich dir zu und widerum noch ist es mir in der Fülle, wie eben in Berlin, explizit in Kreuzberg doch auch oft zuviel! Herzliche Grüsse nach Fredericksburg vom grauen Berg Ulli

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  4. Eine tolle Bilder-Auswahl, liebe Ulli, die auch die von dir beschriebene Ambivalenz Berlin gegenüber wunderbar zum Ausdruck bringt! Habe gerade mit offenbar ziemlich ähnlichen Empfindungen wie du einen Berlin-Schnipsel gepostet, als ich auf deinen Beitrag stieß. Wie nett! Liebe Grüße zu dir auf den Berg!

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    • da komme ich doch gleich einmal bei dir schauen, freue mich schon …und danke fürs Lob und fürs Verstehen

      liebe Grüsse in die Hansestadt vom heutigem Grauberg
      Ulli

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  5. ulli du sagst das so schön. und ich weiß genau, was du meinst. ich habe mein leben lang in einer stadt gewohnt. ich habe es geliebt! aber ich konnte dabei zusehen, wie meine membran ( ein geniales bild ) immer dünner wurde. ich konnte es bald nicht mehr ertragen.
    meine rettung und heilung war auch die landei-wahl. 🙂 ich bin aber auch immer wieder gern mal in der stadt, auch in berlin. spannend, das bei anderen immer wieder so zu finden.

    deine fotos sind so schön. sie beschreiben auch, was du fühlst. ❤

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    • Liebe Kerstin, es freut mich sehr, dass ich mit all dem nicht alleine bin, manchmal fühlt man sich ja schon ein bisschen fremd in dieser Welt, nicht wahr? Ich bin allerdings auch immer wieder gerne in Städten, aber eben nur kurz, ich denke ja sogar über eine Reise nach New York nach 😉 würde mich schon sehr reizen, mal schauen was 2016 sonst noch so ansteht, mein Leben ändert sich gerade so rasant!

      ich hoffe, dass du mir noch keine Mail geschrieben hast? Ich habe heute mal wieder einfach den Spamordner gelöscht, ohne so richtig nachzuschauen … räusper …

      liebe Grüsse Ulli

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      • haha … lach … vor 25 minuten. macht nix. ich schicke sie nochmal.

        new york , ja. für mich sehr ambivalent. ich war dort 2002 (man ! 12 jahre! unglaublich)
        es war faszinierend schön und spannend. man muss das wirklich mal gesehen haben.
        aber für mich war es auch sehr anstrengend. meine nase hatte megastress, meine ohren waren überfordert und meine augen haben irgendwann einfach nicht mehr hingesehen.
        leider hatte ich damals das fotografieren noch nicht entdeckt.
        🙂

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  6. Großstadtdreck. Ich weiß, er ist mit der Lärmkulisse schwer auszuhalten, aber wäre er zu weit von mir weg, ich würde es nicht aushalten. Ich war 6 Wochen am Bodensee, liebe Ulli, und du weißt nicht, wie verdammt mies ich mich dort gefühlt habe … Danke für diese tollen Fotos.

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    • liebe Sherry, aus meiner Erfahrung sage ich, dass die Stadt für junge Menschen und junge Erwachsene wunderbar ist, glaub mir, ich möchte meine Zeit als Stadtpflanze nicht missen, aber jetzt ist anders … und doch teile ich noch immer jegliche Faszination und Inspiration der Städte, nur drin leben kann ich gerade nicht, besuchen aber immer wieder gerne.
      Der Bodensee hat ein sehr eigenes Klima, was sehr fönig ist, ich kenne viele Menschen, die es dort nicht lange aushalten, dort hinziehen und dann mit fliegenden Fahnen wieder weg -m-

      und gerne, was die Fotos anbelangt 🙂
      herzliche Grüsse Ulli

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      • Ach, das Wetter hat mich nicht gestört. Die Ruhe und die Menschen waren es. Aber vor allem die Ruhe. Das war einfach so furchtbar. Ich brauche Ruhe in meiner Nische, aber muss wissen, ich kann jederzeit ins wilde Leben reinspringen können, wenn ich denn wollte. Aus dem selben Grund mag ich Sonntage und Feiertage nicht: ich fühle mich da der Möglichkeit beschnitten, jederzeit draußen viele Menschen auf einmal zu sehen.

        Voll komisch. 🙂

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        • upps, ich sehe gerade erst deine Antwort, sorry, aber gerade stecke ich wieder in den Kochpötten …
          und … ich wiess nicht ob das voll komisch ist, liebe Sherry, ich mag das auch weder bewerten, noch analysieren, es ist schlichtweg so und das ist doch okay!
          und wieder … lese ich deins, lese ich mich in jüngeren Jahren, ist schon interessant, aber weisst du, so richtig gut geht es mir erst seit letztem Herbst, seitdem ich zwischen den zwei Welten hin und herfahre, meine Wandervogelseele hat endlich ihrs gefunden 🙂 mal Stille, dann wieder das Bad in der Menge, mal Weite, mal Berg, mal Stadt, so darf das die nächsten Jahre gerne weitergehn!

          liebe Grüsse
          Ulli

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  7. Ich wohne am Rande der Stadt, recht ruhig, ein wenig ländlich. Und doch ist es nicht „Land“. Das fehlt mir manchmal Sooo sehr!! Gerade jetzt eben. Darum kann ich gut verstehen, dass Du gerne wieder in Dein Land zurückgekehrt bist.
    Liebe Grüße von
    Elvira

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    • Liebe Elvira,

      nachdem ich gestern Abend den Kommentar von Kormoranflug gelesen habe, denke ich, dass es ja wirklich auch schönere und ruhigere Ecken in der Stadt gibt, als Kreuzberg 36, dass es wichtig ist und war, wenn man in dieser Stadt lebt, sich immer wieder Auszeiten zu gönnen, ins schöne Umland zu fahren, ich erinnerte mich an die vielen Seen rund um Berlin, die ich so gerne besucht habe, aber auch an meine Radeltouren durch die grossen Parks, meine Ambivalenz bleibt, wie du unschwer lesen kannst und gleichzeitig wünsche ich dir viele Stunden irgendwo, wo es ländlich ist und du ausschnaufen kannst.

      herzliche Grüsse
      Ulli

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  8. Dies noch, liebe Ulli: Du kannst WordPress und FB verlinken unter Sharing (Dashboard > Einstellungen > Sharing). Und wenn du willst kannst du unter deine Artikel auch Sharing-Buttons machen. Dies einfach nur als Info – habe eben gesehen, dass du den Artikel auf FB geteilt hast. 🙂

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