Rauhnächte

0008 05.01.16 alte TänzeUnd dann ist doch wieder alles so schnell vorbei. Die Magie, der Glanz, die Tiefe und der Klang der Zwischenzeit, der Zwischen-den-Jahren-Zeit, der Rauhnächte-Zeit.

Wieviele dieser Nächte man zählt, ist eine Geschichte für sich und was man mit dieser Zeit verbindet auch. Ich zähle ab Wintersonnenwende dreizehn Nächte und Tage und dann noch einmal 3 Nächte und Tage still. Vorgestern schon war meine dreizehnte Nacht. Ich lud sie ein, die Dreizehn, die Unbekannte, Ungewisse, Geheimnisvolle, die Herausforderung, Koyote und Närrin, Stolper- und Prüfstein.

Was ist Gabe, was Geschenk, was Talent, was Aufgabe, worin liegt die Verantwortung, was hat Priorität, was ist noch offen, was geht voran? Was braucht einen Schubs? Was darf frei gegeben werden und wohin geht es, wenn es frei ist? Was ist Kern, was ist Schale, was noch immer Angst?

Solcherlei Fragen stellte die Dreizehnte. Mit diesen sortiert es sich. Bei manchen Fragen lässt es sich leicht austatmen: gut … das weiss ich, bei anderen versuchen die Hände noch immer den Mond im See zu greifen. Da höre ich die Alte lachen und Koyote hockt in den Ostbergen und heult dazu. Ich steige aufs Rad, weiter gehts. Wie immer … vor und nach der Zwischenzeit, der Zwischen-den-Jahren-Zeit, der Rauhnächtezeit.

Heute Nacht schaue ich noch in den Sternenhimmel, hoch flog die Asche der verbrannten Zettel, weit fliegen die Wünsche, tief ist die Nacht. Die Alte ist fort, ihr Lachen verklungen, Koyote schweigt, lautlos fängt der Fuchs die Maus. Ich hab noch Zeit und immer wieder noch einmal Zwischenzeit …

0009 05.01.16 alte Tänze