Es geht eine helle Flöte …

… der Frühling ist über dem Land…

Zum heutigen Frühlingsanfang

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Die Weidenflöte

Ich bin kein Fahnenträger,

kein adleräugiger Wegweiser

auf unsrer Reise in das Land von Morgen.

Ich bin eine Weide neben dem Strom,

durch die die Winde wehen,

von der der Geist des Aufruhrs in der Welt

eine einfache Flöte bricht,

um eine Melodie zu spielen,

in der es Sturm gibt, Schmerz, Liebe

und ein wenig Morgendämmerung.

von Katri Vala

Aus „Stechäpfel“ Gedichte von Frauen aus 3 Jahrtausenden – herausgegeben von Ulla Hahn – Reclam – ISBN-3-15-028841-X

Gen Ende

Meine Winterpause beginnt bald – Wintersonnenwende – Raunächte – Stille, hier, wie anderswo, aber noch fehlen der Zwölfmonatsblick #10 und das Sonntagsbild #51 (#52 schenke ich mir, es ist die Leerstelle dieses Jahres)

Hier zeige ich euch meine Lieblingsfotomontagen aus dem Jahreszyklus 21.12.2016 – 21.12.2017

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Wer sich das eine oder andere Bild an die Wand hängen mag, die oder der schreibe mich an (ulli.gau ad web.de) – Preise, Formate und Ausführung sind verhandelbar, die Bilderpoetin grüßt herzlichst.

Und wenn wer wissen möchte, wie es Poeten und Poetinnen in Worten und Bildern geht, die oder der lese sehr gerne hier → http://irgendlink.de/2017/12/16/alles-2/

Ich wünsche euch allen eine fröhliche Weihnachtszeit, magische Raunächte, einen guten Rutsch hin zu 2018 –

Danke, dass ihr mir folgt, mich lest, kommentiert oder einfach nur stille Leser *innen oder Schauer *innen seid, ohne euch wäre ich ärmer!

Mein besonderer Dank gilt Gerda Kazakou, die für mich eine wunderbare Inspiration ist, wie man an dem einen und anderen Bild sehen kann und Irgendlink (s.o.) für seinen schnörkellosen Blick auf das was ist…

Und nun noch Musike

Vielleicht werdet ihr euch über diese Musikauswahl wundern, aber hej, die Welt, so, wie wir sie lieben und kannten und noch kennen ist nicht mehr die Welt, die wir lieben, kennen und kannten, es gilt mit all dem leben zu lernen und am Ende immer noch zu sagen: I feel fine (nein, das ist nicht einfach!)…

Mein Tanz, mein Lied

0154 05.09.2014 über die Liebe

Gerade noch saß ich auf der Treppe und sinnierte über mein Lebenslied. Es  sang in mir. Ich kenne mein Lied, ich singe es oft. Den Tanz darf ich noch weitererforschen. Mit den Möglichkeiten des Jetzt.

Es finden sich Worte, ich erzähle, mir. Die Zeit ist immer jetzt, gestern ist jetzt, morgen ist jetzt, jetzt ist die Weite des Hochtals und die Weite in mir. Bewegungen in mir. Figuren, die ich sind, die ich schon kenne. Es ist eine Neugierde in mir. Morgen ist immer noch weit, nicht weg, nur weit. Das Ende ist Jederzeit. Immer kann es kommen, unverhofft oder uralt. So what?! Morgen ist immer noch weit. Die Arme öffnen sich, ich umarme das Hochtal, den Abendhimmel. Da kommen zig Schwalben geflogen, ganz nah. Ich fliege mit ihnen zur untergehenden Sonne. Ich singe. Ich tanze. Jetzt.

Ich gehe ins Haus hinein. Ich lächle. Der Schritt, vorhin noch mit schweren Beinen vom vielstündigen Kachellauf, ist jetzt beschwingt. Mal schauen, ob Jemand geschrieben hat oder etwas zeigt. Da finde ich das:

https://cambraskade.wordpress.com/2016/08/30/wie-es-ist-das-leben-als-tanz-zu-begreifen/

Ich lächle. Ich freue mich sehr.

In der Weite wohnen die Begegnungen. Aus der Weite kommt das Mitgefühl, die Liebe, Freiheit, Glück. Angst macht Herzen eng, Neid und Vergleiche auch. Das enge Herz hat keine Fühler, die die Weite ertasten, es kreist um sich selbst herum, steht vor verschlossenen Türen, findet Eingang nur zu Dunkelkammern. Eins ums andere Mal dreht es sich um sich selbst. Manchmal bekommt es eine Idee, wie es sein könnte, wenn ein Lichtstrahl zu ihm dringt …

Morgen ist immer noch weit, bleibt unbekannt und unbenannt.

0129 13.08.14

The Unknown

Das Ostschild singt und tanzt sich ein …

Miniatur – Erbsengezähle

0154a 19.06.16

Ach, man sollte sich doch hinwegsetzen über die eine und andere Eigenart, nicht wahr? Warum eine spröde ist oder andere herzlich oder nüchtern, verschnörkelt, verschroben, witzig spritzig oder dröge, das meine ich. Zählen nicht Taten? Es werden Erbsen gezählt. Viel Angst ist in der Welt. Es wird eng und knickerig und kleinkariert. Minutiös wird in den Krümeln gesucht, ob nicht doch noch etwas zu finden sei, wenn Vorwürfe und Unterstellungen als Solche sofort entlarvt werden. Was haben wir nur für eine Freude an Feindbildern! Was gibt es nicht alles zu verlieren! Und da rennen so viele, als gäbe es das alles wirklich und als wäre alles echt.

Wen kümmert das Leben der Mutter?

Jungen in grauen Anzügen und wichtiger Männermine, die in ihrem Leben nie genug Mutterbrust kriegen können, Mädchen in grauen Frauenkostümen, weiß beblust auf Halsbrechstöckelschuhen, die in ihrem Leben nie genug in Vaterliebe baden können, schwingen die Taktstöckchen. Die Masse tanzt verhalten hierhin und dorthin, um sich im Kreis herum und knabbert an der Kruste.

Wen kümmert das Leben der Kinder?

Wer ist der Vater und wo?

Schlaf Kindlein schlaf, wer ist das Schaf, was ist der Traum und wer ist Freund? Vergeudete Lebenszeiten, Blut ist im Schuh, ruckedigu. Tanze Gerda, tanze und Brüderchen … jaaa …  Schwästerchään und Brrriederchään, kommt tanz mit miearrr.

0154 19.06.16

Nachschlag

Rückblick – 10 –

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Ich stromer wieder, die Saison läuft langsam aus und das ist gut so.

Saison heisst viele Stunden Kachellauf und Kochlöffelschwung. Hiess leider in diesem Jahr viel Zwist im geliebten Haus. Der ist nun beigelegt. Ich habe gelernt. Wieder mal. Mit manchen Menschen ist einfach nicht gut Kirschen essen. Das kann so stehen bleiben. Und Kolleginnen und Kollegen sind nicht unweigerlich Freundinnen und Freunde, das gilt es zu unterscheiden, unbedingt! Ich weiss das schon lange, aber … nun. Man kann fair bleiben und tun, was getan werden muss, auch gemeinsam. Geht doch!

Schnitt


Ich tanze wieder!

0262 12.12.15 butoh

„So wie der Marionettenspieler die Schnüre zieht, so sollte die Seele den Tänzer führen.“ Von Kazuo Ohno zu Butoh

Ich tanze wieder!

Die kleine blaue Frau tanzt Geburt und Tod als Eins. Ihr Gesicht ist weiß geschminkt, ihre Lippen rot. Sie trägt die Maske der Ewigkeit.

Sie tanzt die junge Frau der freudigen Erwartungen, die Fülle des Lebens, die Sehnsüchte der Nacht. Sie tanzt den Zorn. Hinter dem Zorn leuchtet eine Hoffnung. Die tanzt sie auch. Die Hoffnung auf Umkehr, für die Welt; die Hoffnung auf Einkehr, für sich. Die junge Frau feierte Abschiede mit geröteten Augen und heißem Gesicht. Lange glaubte sie nicht an Wiederkehr.

Die kleine blaue Frau tanzt das Ist.

[ … ] Später im Jahr trägt die kleine blaue Frau alte Schichten ab. Sie schreibt ihre Geschichte neu. Alte Häute fallen. Alte Häute, die sie nicht mehr braucht. Sie wirft sie ins Feuer. Neue Häute wachsen, an den Fußsohlen zuerst. [ … ]

[ … ]  Die kleine blaue Frau geht mit einem neuen Namen, der ist geheim. Sie hinterlässt keine Spuren. Leise singt sie das Lied vom Leben und Sterben. Leise spricht sie das geheime Gedicht. Sie legt getrocknete Beeren auf den Weg, so findet sie die Richtung. Am Abend klopft sie an der Tür der Alten mit dem erdigen Gesicht, die ruft:

„Herein!“ Im Kamin prasselt ein Feuer, darin brennen neunundneunzig Masken. Am Tisch sitzt das Volk der kleinen Frau, zusammen mit der Alten. Sie lächeln. Da verlässt der Zorn die Augen der kleinen blauen Frau. Ihr Herz beginnt Liebe zu werden.

In dieser Nacht tanzen sie lange ums Feuer, die kleine blaue Frau, ihr Volk und die Alte mit dem erdigen Gesicht. Die Vergangenheit ist vorbei, morgen noch weit. Sie singen dem Himmel ihre Lieder. [ … ]

 

Ausschnitte: Die kleine blaue Frau © Ulli Gau

Dead can dance – Tod kann tanzen – Leben auch – Leben lernen heisst sterben lernen. Sterben lernen heisst leben lernen.

Es war viel los im Oktober, ich träume wieder, ich tanze wieder und ich habe mich erinnert, an alte Träume zum Beispiel, dazu machte ich Traumcollagen, inspiriert von Samtmut →

Und es ging um Liebe, um fünf Schiffe. Ja, immer wieder Boote und immer wieder Schiffe!

Und das Meer. Und der Tod.

Der Tod und das Mittelmeer 2015

Dead can dance

0223 26.10.15 dead can dance

Butoh

Butoh-Tanz ist ein zeitgenössischer Ausdruckstanz. Er wurde 1959 von den japanischen Künstlern Tatsumi Hijikata und Kazuo Ohno ins Leben gerufen. Ein Tanztheater im radikalsten Sinn, das den Körper ins Zentrum der Gefühle stellt und vom Verstand nicht begriffen werden möchte.

Tatsumi Hijikata schuf zunächst den „Tanz der Finsternis“ und sagte:

„Heutzutage wird nur das Licht geschätzt. Aber wem verdankt das Licht sein Dasein? Dem Rücken der Finsternis, denn er trägt das Licht. Es gibt keinen Weg, die Natur des Lichtes zu verstehen, wenn man die Dunkelheit nie durchdrungen hat.“

Kazuo Ohno sagte zu Butoh:

So wie der Marionettenspieler die Schnüre zieht, so sollte die Seele den Tänzer führen.

Pina Bausch sagte:

Mit Kazuo Ohno hat der Ausdruckstanz lieben gelernt.

Heute Nacht ist Samhain, der Beginn der Dunkelzeit. Totengedenken. Was immer Tod ist, er kann auch tanzen.

Eine erneute Hommage an Pina Bausch und ihr Schaffen, hier komme ich her, hier bin ich Zuhause. Es ist diese unglaubliche Intensität, die mich immer wieder fesselt und begeistert, vielleicht teile ich dies ja mit der einen oder dem anderen hier?!

Im nächsten Leben werde ich Tänzerin. Ich tanze, tanze ohne Tänzerin.

 

Rückblick – Juli, August 2014

ce rückblick Juli II

Die Närrin war zurückgekehrt. Lang hatte Klabauter gewartet. Lang war die Fahrt. Still, aber nicht im Verborgenen wanderte sie durchs Land und durch die Stadt. Kleine Begegnungen, feine Plaudereien, dann zog es sie weiter, sie, die Frau auf Wanderschaft, die kleine blaue Frau im roten Kleid, die Närrin, die Schauende, die Tänzerin, die Lauschende, die Alte, Sommermädchen lacht.

cf rückblick august

Singen für den Frieden, trommeln auch. Wo ist der Ort des Friedens? Und wie ihn finden, in sich und in der Welt, bei all dem Krieg! Die Närrin tanzt im Regen, das Herz ist manchmal schwer. So manches in der Welt geschieht im Verborgenen und kommt dann doch ans Licht. Und dann ist es eben doch Sommer, die Musikanten spielen ihre Lieder am Abend unter dem Mammutbaum, Schiffe ziehen von Süd nach Nord, von West nach Ost, Kinderlachen und Tänze durch die Nacht.

 

Rückblick – April, Mai, Juni 2014

cb rückblick april IIa

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Neue Räume nehmen sie auf, sie nimmt sie nicht ein, nicht wie geplant. Fremdheit neigt sich. Heimat ist in vielen Köpfen ein Wort mit Fragezeichen dahinter. Was ist einer Zugvogelseele Heimat? Es zieht die kleine blaue Frau mit den Kranichen von Süd nach Nord. Zaghaft ist ihr Flug und Tanz. Die Weite ist ihr treue Freundin, Frau Miesmach ist emsig, da braucht es starke Antidote. Erste Schmetterlinge fliegen, Blaufeder tanzt im Wind, blaue Blumen blühen, neben Pfirsichbaum in rosé. Familien hier wie da, Freude wohnt in den Nestern, Vertrautheit, wärmende Feuer. Es findet sich das Sowohl-als-auch.

cc rückblick mai 2

Ein Geburtstag mit Kochlöffel, Küchentango und der Nordfamilie, der Postdampfer kam aus dem Süden. Die kleine blaue Frau war vor Anker gegangen, kein Stranden im Weit. Wale und Vögel sangen, Nachtigall sie in den Schlaf. Pirol verschenkte Flaumfedern. Milde Winde, weite Wege und Schönwetterwolken. Rote Kleider wurden gebügelt, Wollsocken kamen in den Schrank. Seltsam allein. Am Ende des Monats hat sie den Dampfer bestiegen, grüne Gerstengrannen wogten über das Land, Kornblume war die Würze.

cd rückblick Juni Ia

Rot sind jetzt die Tage und Blumen, die Kirschen und Erdbeeren- Fussnägel auch. Bahnen werden in Bädern und Seen gezogen, Ballspiele auf den Wiesen. Jeder Sommertag ein Fest, dazwischen viele Regentage.

dancing in the rain

0119a 23.07.14 dancing in the rain

(draufklick = gross – noch einmal habe ich die Parkschönheit von Photoraum für diese Fotomontage genutzt, please click to enlarge – once again I took the beauty of a park of Photoraum)

der Sommer im Süden hat viel Regengeräusch, da hilft kein Jammer, nur ein Tänzchen oder zwei …

the summer in the south got a lot of rainnoises, there is no need to moan, but to dance one time and a second time …