Kurioses aus Berlin

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es war der letzte Samstag im September, die Sonne schien und ich wanderte in Berlin von West nach Ost, zurück nach West. Eigentlich gibt es das ja nicht mehr, West und Ost, wenigstens nicht mehr in Berlin, aber in meinem Kopf schon und wahrscheinlich auch noch immer in vielen anderen?! 25 Jahre Mauerfall … aber das ist ein anderes Thema und hat noch bis zum 09. November Zeit, auch wenn es schon in der Luft hängt.

Also gut, ich wanderte eben im Sonnenschein und da begegnete mir doch so manche Kuriosität, wie so oft, wenn ich durch Städte gehe und das Auge schweift … Flamingos im Fenster und ein Frisörgeschäft der besonderen Art:

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…und wie bitte kommen all die kleinen Flaschen in diesen Poller in der Spree, denn wirft man sie von der Brücke, auf der ich gerade stehe, hinein, dann müssten sie zerschellen und wenn man mit einem Schiff vorbeifährt, dann kommt man nicht dran …

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… und ob man diese Schlösser je wieder aufkriegt, Geheimnisse über Geheimnisse …

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Das Leben ist bunt, wie eben auch Berlin und Spass macht es auch, wenn auch nicht immer, aber immer wieder!

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Herbst im Norden und Osten, Bilder vom Süden

bye for now

Die Närrin lässt den Sommer hinter sich, sie geht in den Herbst des Nordens und Ostens.

The fool is leaving the summer, she is going into the autumn of the north and east.

0153 04.09.2014 die Herbstwanderschaft beginnt

Die Abbildung der Frau stammt aus dem Buch: die Schamanin am Feuer von Cambra Skade

The immage of the woman is from the book: the shaman at the fire of Cambra Skade

somit ist der Sommerzyklus der Närrin und der kleinen Stadt abgeschlossen, die Montagen sind in Galerie I eingefügt (s.o.)

so the summer cycle of the fool and the littlte town came to its end, the montages are  integrated in Galery I (please look upon)

ich zeige zum Abschied Bilder aus dem Süden Frankreichs, wo ich dieses Jahr nicht war, aufgenommen im September 2012

to my farewell I`ll show you some pics from the south of france, where I haven`t been this year, registered in September 2012

Brücken schlagen, Strassen fahren, Wege wandern, Einkehr

establishing ties, roadtraveling, hiking, contemplation

 draufklicken, dann öffnet sich die Galerie – please click to enlarge

Sonntags in der kleinen Stadt oder wie weit darf Voyeurismus gehen

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immer wieder ist es Sonntag in der kleinen Stadt

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und jedes Mal ist ein Sonntag in einer kleinen Stadt  auch ein deutscher Sonntag in irgendeiner Stadt.

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Das ist das eine, das andere ist die Frage, wie weit darf Voyeurismus gehen? So weit wie das zweite und dritte Bild, was ist mit dem vierten … ?

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und stimmt der Begriff hier überhaupt? Voyeurismus, ist nicht nur die Lust am schauen und in meinem Fall auch die Lust an der Fotografie, eng betrachtet ist es die Lust am schauen und der darauf folgenden eigenen Erregung, sagt das Lexikon. Erregung spüre ich allerdings bei keinem der Bilder, es ist die Freude an den Szenen der Strassen, dem Bedürfnis sie festzuhalten und zu teilen. Wo ist die Grenze? Eure Meinung interessiert mich …

Geschichten von unterwegs

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Zunächst ist es der Tanz mit den Kurven, der Kupplung, dem Schaltknüppel und den Bremsen, während der Blick über blühende Löwenzahnwiesen, weisse Kirsch- und Pflaumenbäume gleitet, hin zu den verblühten Fliederbüschen im Tal und den frischen Holunderblüten.

Was … jetzt schon? Ich staune. So, wie ich immer staune, wenn die Ebene in einem Kleid erscheint, das auf dem Berg noch im Schrank hängt. Surreal wirkt die leuchtend rote Klatschmohnwiese unter dem Alupalast, zwischen der Höhe und unten angekommen.

Nach all dem Gleiten und Schalten von oben nach unten hat mich irgendwann der Sog der Strasse wieder. Der Sog, der mich immer mal wieder, am Ziel angekommen, fragen lässt, wer sich nun eigentlich bewegt hat: die Strasse unter den Rädern, einem Fliessband gleich, oder eben doch ich den faradayschen Käfig? Wären da nicht die Pausen und damit mein Blick von aussen auf die Bahn, mit einer eigenen Komponente von Unwirklichkeit, wüsste ich es manchmal nicht mit Gewissheit zu sagen. Fahren auf der Autobahn kommt oft einer Trance gleich, einer mit hellwachen Sinnen, immer das Obachtschild im Kopf, die Strasse und ihr Geschehen im Auge.

Geschichten von damals und vordamals weben sich ins Jetzt hinein. Manchmal genügt ein Kennzeichen und schon halte ich Ausschau nach Menschen aus längst vergangenen Zeiten. Oder es ist eine Ausfahrt zu einem Ort, wo ich einst jemanden kannte oder selbst einmal lebte oder Besuche machte und mache, nur nicht gerade jetzt, oder es ist eine Raststätte, ein Parkplatz wo sich Geschichten über das Jetzt legen. Sie kommen und gehen im Takt der vorwärts rollenden Räder.

Weisst du noch … es erzählt sich von selbst …

… diese drei schweren Jungs von vor ein paar Wochen, ihre Blicke so finster, wie das gesamte Drumherum … drei schwere Jungs und die Helden der Dreispurigkeit im Allgemeinen, ihre Ungeduld, ihr Gedrängel, ihre Lichthupen und ihre bösen Blicke, wenn ich endlich rechts einschere, um sie vorbei rasen zu lassen. Manchmal gerate ich dabei in zu viel gesehene amerikanische Spielfilme, halte kurz den Atem an, spüre fast schon den Aufprall auf der linken Seite, als ob sie mich endgültig von der Bahn schubsen wollten …

Brumm, brumm, brumm der olle Grimm, der fährt herum, wer ihn anschaut oder lacht, kriegt den Buckel voll gemacht …

Ausatmen, weiterfahren, den schweifenden Blick geradeaus, nach hinten und zur Seite. Felder bestückt mit Windrädern, neuerdings auch mit Sonnenkollektoren,neben blühenden Rapsfeldern. Die junge Gerste schaukelt ihre Grannen im Wind … Die nächste Raststätte kommt. Pause. Seltsam leer ist es hier und ich frage mich, ob sie nicht ganz geschlossen wurde. Steige aus, trete ein. Drinnen palavern zwei Italiener an der leeren Lounge. Ich folge dem WC-Schild. Als ich zurückkomme, palavern beide, nun auch von lebhaften Gesten untermalt, mit zwei Polizisten:

„Ein LKW-Fahrer, er sprach nur schlecht Deutsch, hat uns gesagt, dass dort hinten eine Frau liegt. Tot ist sie nicht. Aber wir wissen auch nicht. Sie reagiert nicht.“

Dann bin ich auch schon wieder draussen. Was war das denn? Ich steige ein, fahre weiter und lausche der Fortsetzung des Krimihörbuchs von Hakan Nesser …

Pinkelpausen müssen sein. Das nächste Mal ist es ein Parkplatz. Der Wald ruft. Auf dem Weg kommt Einer, der sich gerade den Hosenstall hochzieht von rechts, ich gehe nach links. Gut so … denn nur kurz dahinter kommt schon der Zweite. Autobahnstrich für Kerle?

Seltsam … Was passiert hier?

Die nächste Geschichte kommt, die von den Wohnwagen, die neben der Strasse in einem Waldstück abgestellt wurden, mit Herzchen verziert und leuchtenden roten Lämpchen am Abend.Von hier geht es zu den verdreckten Dünen vor den Türen Roms, zwischen denen ausgemergelte farbige Frauen auf Campingstühlen sassen, eine wackeliger, als der andere … Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal ein anderes Hörbuch wählen,eins, das mich zum lachen bringt, wie vor einigen Wochen der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang, vielleicht finden ja dann die kleinen Krimis innerhalb der Realityshow auf anderen Pausenplätzen statt. Oder ich höre wieder nur Musik, Lieder bei denen ich laut mitsingen kann, Töne finde, die ich sonst zurückhalte, nur nicht in meinem faradayschen Käfig, dem einzigen Käfig, in den ich mich gerne freiwillig begebe. Auf meinen Wegen von Süd nach Nord und zurück liegen die Geschichten und Bilder am Wegesrand, ich muss sie nur pflücken.

(die Idee eine Geschichte von unterwegs zu schreiben ist von Soso, auf ihrem Blog erschienen nun schon unterschiedliche Geschichten und Bilder zum Thema … wer jetzt Lust bekommen hat ebenfalls eine Geschichte von unterwegs zu schreiben ist herzlich eingeladen …)