Ping Pong 052

PING 051

GERDA AN ULLI → WOLKEN SIND …

Pong 051

ULLI AN GERDA → GESCHICHTENERZÄHLER.

PING 052

ULLI AN GERDA → DIE NATUR SPIELT MIT …

anklick =große Bilder – please click to enlarge


HIER GEHT ES ZU DER GALERIE ALLER BISHERIGEN PING PONGS → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

Sommerzeit ist auch Regenzeit …

… wenn alles gut geht.

Ich freue mich auch in diesem Sommer über jeden Regentropfen, die insgesamt zu wenig sind, um das Fichtensterben aufzuhalten, auch manche Birken sehen sehr traurig aus. Aber darum geht es heute nicht, sondern um Regenbilder.

Zugegeben, so ganz glücklich bin ich nicht mit der Ausbeute, ich hätte es gerne schärfer gehabt, was aber schwierig ist, wenn man im Regen steht, die Kamera zur kaputten und rostigen Regenrinne hält, um diesen einen Tropfen festzuhalten, bevor er fällt. Aber spannend war es!

Später fügte ich zwei Regenbilder zusammen und spielte mit dem Licht, den Kontrasten und verschiedenen Untergründen, das kam dabei heraus.

Ja, juchhu, ich „spiele“ wieder!

Nun bin ich auf eure Meinung gespannt.

Ping Pong 004

Pong 004

Gerda Kazakous Ping – Wenn jeder nach seinen eigenen Regeln spielt

Ping Gerda Kazakou Wenn jeder nach den eigenen Regeln spielt …

Pong Ulli Gau … ist jeder für sich und Gott gegen alle

draufklick = große Bilder

Ping 005 an Gerda

Sie liebt Mondspaziergänge und …

Das ist die Idee zum Ping Pong zwischen Gerda Kazakou und mir → https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

Dies ist bisher geschehen

S = Spiel

Alphabet der mutigen Träume

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Wie ihr seht ist auch der erste Entwurf meines mutig erträumten Alphabets nicht starr. Statt Sichtweise, wie zuerst gedacht, habe ich mich nun für das Spiel entschieden.

Spiel gehört zu meinem inneren Mädchen, das sich freut, wenn ich mit Worten, Farben und Formen spiele, wenn ich mich spielerisch und leichtfüßig in der Welt bewege und in dieser Haltung lerne und meine Herausforderungen annehme.

Kinder lernen spielerisch, sie lernen freiwillig, weil sie lernen wollen- jedes Kind auf ihre und seine ganz eigene Weise. Spielerisches Lernen geht über die Erfahrung mit allen Sinnen, anstelle von Pult, Tafel, Tisch und Bank, anstelle von Zwang und der Doktrin: „Das musst du jetzt lernen und können!“

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(Hier könnt ihr noch einmal schauen, wie aus einem grauen Denkmal eines Narrens eine Närrin wurde, das meine ich eben auch, wenn ich von Spiel spreche → https://cafeweltenall.wordpress.com/2013/01/05/wanderschaft/)

Spiel, Humor und Leichtigkeit gehören für mich zusammen. Hier ist auch die Närrin daheim, sie forscht zwanglos in den Feldern, weil sie es will und nicht weil sie muss. Ihr Fokus liegt auf dem Weg und nicht auf dem Ziel.

Der Weg kann in Eile, mit Schweißtropfen auf der Stirn und Atemlosigkeit gegangen werden oder tänzelnd, hüpfend, ausprobierend, schlendernd, schreitend oder im eigenen Tempo gegangen werden.

Das Spiel kennt GewinnerInnen und VerliererInnen, aber auch das Wissen, dass sich das Blatt immerzu wendet.

Es sind die Formen und Methoden in den Elternhäusern, Kindergärten, Schulen und Universitäten, die prägen und oftmals die Freude am Lernen zerstören, in denen oft kein Raum für das Spiel bleibt. Ich habe in den 1970er Jahren nach einer vierjährigen sozialpädagogischen Grundausbildung das Handtuch geworfen. Ob ich nun in einem Kindergarten arbeitete oder in einem Kinderheim oder in einem Heim für geistig behinderte Menschen, der O-Ton war immer der Gleiche: von oben herab, autoritär und somit in meinen Augen zerstörerisch. Als Praktikantin in diesen Häusern stieß ich immer wieder auf Unsägliches. Man versuchte auch mich dahingehend zu „erziehen“, dass es eben nicht anders gehen würde. Daran glaubte ich aber nicht und ich wollte nicht so werden wie diese ErzieherInnen, sah aber damals auch keine Möglichkeit für neue Felder, obwohl es sie schon gab, sie sich mir aber noch nicht gezeigt hatten.

Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie sich am einzelnen Kind orientieren, an dessen Fähigkeiten und Qualitäten und diese fördern. Spielerische Herangehensweisen finden sich besonders in den Freien Schulen und bei den Einrichtungen nach den Lernkonzepten von Maria Montessori.

Einst las ich eine Schrift des griechischen Homöopathen George Vithoulkas zum Lernen. Vithoulkas hat das homöopathische System nach Hahnemann weiter entwickelt hat und gilt als Koryphäe auf diesem Gebiet. Er schlüsselte sehr genau die einzelnen Stadien des Menschens auf und richtete darauf sein pädagogisches System. Am Anfang stand das Spiel, über ausprobieren, Versuch und Irrtum zu lernen, sowie Bewegung und Sprachen. Die naturwissenschaftlichen Fächer fanden ihren Platz bei schon älteren Kinder, ferner behauptete er, dass Fächer für die logisches Denken eine Voraussetzung sind, erst ab der Pubertät gelehrt werden sollten, weil es braucht, bis sich das logische Denken ausbildet. Ich fand das damals alles sehr schlüssig. Leider fand ich diese Schrift nicht im www und mein Exemplar kann ich leider auch nicht finden.

Ich behaupte, dass Kindern, die bei ihren Fähigkeiten und Qualitäten abgeholt und dahingehend begleitet und gefördert werden, die Freude am Lernen nicht vergeht.

Spielerisch können wir verschiedene Blickwinkel einnehmen, etwas, das ich gerne beim Fotografieren mache und später dann bei den Collagen und Fotomontagen, wenn ich mit verschiedenen Hintergründen und den jeweiligen einzusetzenden Sujets spiele. So öffnen sich mir neue Sichtweisen. Und so haben die Sichtweisen doch noch einen Platz gefunden.

Sinnlichkeit im Bahnhof Rolandseck …

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(alle Fotos werden groß, wenn man sie anklickt – pleace click on the pics for enlarging)

Einst nur ein Bahnhof, der von 1856 – 1858 gebaut wurde, lag er nach dem zweiten Weltkrieg still, wandelte sich dann in den 196oiger Jahren zu einem Wohn- und Schaffensort für KünstlerInnen, der Initiator hierfür war der Galerist und Kunstsammler Johannes Wasmuth. Mit seinem Tod 1997 endete erst einmal das künstlerische Treiben auf dem Bahnhof, der in der Nähe von Remagen zu finden ist. Es wurde saniert, umgebaut und neu gebaut, der Bahnhof selbst wurde 2004 wieder in Betrieb genommen, 2007 öffnete das Arp Museum, entworfen von dem Architekten Richard Meier, seine Türen. Das alte Bahnhofsgebäude ist nun Eintrittshalle zum Museum, verbunden durch einen lichtvollen Tunnelgang gelangt man in die eigentlichen Ausstellungshallen.

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Aber auch das nicht direkt, am Ende des Tunnels angekommen entscheiden sich die BesucherInnen für den Aufzug oder die Treppe. Wir nahmen die Treppe …

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 wohl der, die keine Höhenangst hat …

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Wie der Name schon sagt werden hier in einem Schwerpunkt die Werke von Hans Arp und seiner Frau Sophie Taeuber-Arp gezeigt.

Uns aber hatte die aktuelle Ausstellung von Tara Donovan angezogen,

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Lajos Barta war für mich eine besondere Entdeckung. Aber eins nach dem anderen.

Tara Donovan ist eine in New York lebende Künstlerin (*1969), sie baut aus Alltagsmaterialien Skulpturen, die zum Teil einen ganzen Raum füllen. Und genau hier begann für mich die Sinnlichkeit. Ich wollte berühren, fühlen, spielen. Aber ich bin ja in einem Museum und schon dankbar, dass hier fotografieren nicht verboten war. Einzig, dass ich meine Jacke nicht anhatte, rief den Platzwächter herbei, entweder umhängen oder abgeben. Na, dann hänge ich sie mir eben um … vergesse flugs seine Argusaugen, die noch lange mit mir wanderten und widme mich lieber wieder den Skulpturen, die nicht nur zur Berührung einladen, sondern sich bei jeder kleinsten Bewegung verändern, das Spiel von Licht, Schatten und Form wurde hier aufs Feinste umgesetzt.

vom Flyer abgeknipst

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im Detail

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Nein, ich habe nicht alles aufgenommen, so fehlen z.B. die drei quadratischen Hocker, einer aus Stecknadeln, der andere aus Zahnstochern und der dritte aus Acrylplatten(?). Mein Freundin fragte nach. Ja tatsächlich, diese Quader waren durch und durch aus diesen Materialen aufgebaut, was für eine Arbeit! Es fehlen auch die Stalagmiten aus Plastikknöpfen, die Skulptur aus Papptellern und …  wer mehr sehen will, kann hier schauen: Tara Donovan

Ja, Frau Donovan hinterlässt mannigfaltige Eindrücke, sowie den Drang einmal selbst wieder zu formen, zu kleben und …

Das spielerische Element fand ich auch bei Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp, aber es sind insbesondere die Sätze von Hans Arp, die weiter in mir schwingen … ist mir sein Werk ansonsten ja auch nicht unbekannt, aber wer kennt schon alles und in aller Tiefe? So denke ich immer wieder an seine Skulptur Einauge, bei der man selbst zum Einauge wird, wenn man sie aus der Nähe betrachtet … ein witziger Effekt, der für mich nicht fotografierbar war!

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Am Ende entdeckten wir noch Lajos Barta, Bildhauer und Zeichner, der von 1899-1986 lebte. Er wurde in Ungarn geboren, wanderte 1965 aber in den Westen aus und fand zunächst einmal im Bahnhof Rolandseck eine Bleibe. Seine dort gezeigten Zeichnungen und Skulpturen sind für mich Leichtigkeit, Erotik und Tanz …

aus dem Flyer

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die Tänzerin

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Nicht jeder Museumsbesuch hinterlässt bei mir solche eine Leichtigkeit, solch eine Sinnlichkeit …  und während anderenorts der rheinische Karneval tobte, ließen wir uns berühren …

die Nähe der Liebe

DSC05728 Seite für Seite zog mich Hanns-Josef Ortheil in seinen Bann. Er stieß Seelesein und Schreibeseele zart, aber unüberhörbar an. Es ist das Feine und Genaue bei ihm, dass ich schon in seinem Buch „Die Erfindung eines Lebens“ empfand und dann in „Liebesnähe“. Er ist mir Heimat und Verortung in einem. Verortung … ein Wort, das ich bei ihm fand und er bei Gary Snyder, so lernt man voneinander und lässt sich inspirien. Dieser Schriftsteller, ein großartiger Erzähler, berührt mich, schenkt mir Heimat in den Worten. Ortheil der Bildersammler und Bilderhüter, der Spaziergänger, der Sinnliche. Seine Stille kann ich atmen. Seine Berge und Täler bin ich schon gewandert. Seine „Liebesnähe“ lässt mich eine Tuschezeichnung denken: ein Berg, ein Fluss, ein Baum – eine Kiefer vielleicht, eine knorrig gewachsene – an seinem Ufer. Kiefer schneidet den Fluss in zwei Teile. Wohlwissend, dass es ein Fluss ist, der aus den Höhen herunterströmt, um, im Tal angekommen, den Fuß des Berges zu umschmeicheln.

Und immer ist ein Mond, ein Vogel, ein Baum ein Flüstern von Lebendigkeit.

Gestenreiche Nähe spinnt Sehnsucht im Wortlosen nach Geschmeidigkeit

Ortheil fand seine Inspiration in dem Kopfkissenbuch der Hofdame Sei Shogun, in Matsou Bashos: Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland und bei Issa: Die letzten Tage meines Vaters. Nicht zu vergessen in der Performance von Marina Abramovic: The Artist Is Present. Hier betrat ich, während des Lesens. ein gemeinsames Feld. Noch bis Anfang des Jahres wusste ich fast nichts von und über Marina Abramovic, dank Mützenfalterin erfuhr ich vieles und teilte sofort ihre Faszination. Neugierig begann ich selbst zu forschen und konnte nun Ortheils Metaphern verstehen. Gleichzeitig erinnerte ich mich an meine Collage:

Entmaskierung

Selbstporträt - Entmaskierung

Liebe blüht nicht in zu engen Korsetts, nicht unter Masken und nicht, wenn  Angst regiert …Liebe braucht Weite und Mut. So las ich und dachte an die Närrin, die einst ein Narr gewesen ist, die vom Sockel stieg, um ins Weit zu schreiten. Nichtswissend. Nichtsahnend. Ortheil holt mich bei mir im Jetzt ab, er schrieb:

… Die Lektüre sollte einfach passen, das ist es. Nicht jede Lektüre passt, auch wenn das Buch, für sich genommen, noch so gut ist. Man braucht gar nicht einmal viel Zeit, um jeweils herauszufinden, was passt. Man beginnt einfach zu lesen, und schon nach kurzer Zeit zieht einen das Buch in sich hinein oder eben nicht. Und die Folgen dieses Kontakts bestehen dann darin, dass man von sich selbst zu sprechen beginnt und sich über dies und das klarer wird. Die Lektüre dringt in einen ein, sie verleiht einem Worte, ja, sie lässt einen über Sachen und Dinge sprechen, über die man sonst niemals gesprochen hätte. Das ist das ganze Geheimnis. …

Es ist die Geschichte von einer Frau und einem Mann, die zur selben Zeit in einem Hotel in den bayrischen Bergen ankommen. Sie, um zu arbeiten. Er, um zu verweilen und seine Freundin, die Buchhändlerin im Hotel, zu besuchen. Die erste Begegnung zwischen ihr und ihm findet im Aufzug statt und so spinnt sich ein leiser Faden von Seele zu Seele. Die Buchhändlerin, auch ihre Freundin, ist Zuschauerin und schmunzelt …

Ich fand  Weite und offenen Raum, weitere japanische Tuschezeichnungen bebilderten die Buchstaben. Selbst mein schon lang erträumtes Gartenhaus fehlte nicht:

… Das Zimmer (im Gartenhaus) hat sich stark verändert, es wirkt jetzt nicht mehr wie ein kleiner Wohnraum, sondern wie ein weiter,offener Raum …

Der Raum, den es braucht, um sich in Liebe zu begegnen, um dem Sehnen Gesten folgen zu lassen.

„Liebesnähe“ ist feinste, erotische Literatur, wie ich sie schätze:

… Nichts mehr denken, nur noch blicken und schauen …, wie die Schutzschicht der Haut sich in feines, poröses Gewebe verwandelt und die Adern plötzlich wieder zu spüren sind. Das Strömen des Bluts, der tiefer werdende Atem, als würden alle Lasten endlich verschwinden. …

… Die Leere eines altjapanischen Raumes, die ausschließliche Fixierung der Liebenden auf die Bewegung ihrer Körper … – wie sie die Bewegungen langsam und allmählich vorantreiben, wie sie ihre Bewegungen studieren und auf jeden Reflex eingehen. …

… Die Liebe der Körper hat mit Sex wenig zu tun, sie spielt mit diesem Satz und mit dem lästigen, aufdringlichen Wort, sie möchte es verscheuchen oder wegkicken, und sie möchte neue Worte und Metaphern erfinden, um dieses Spiel zu beschreiben. Einverständnis! Einklang! – wären das solche Worte? Nein, sie sind zu passiv, zu matt und vor allem zu blass. Die Liebe der Körper ist nichts Harmonisches, nein, diese Liebe entwickelt sich langsam und entsteht aus dem Spiel all der kleinen Feuer, die sich während der letzten Tage entzündeten. In den Momenten des höchsten Glücks hat die Sprache sowieso nichts mehr zu suchen, nein, in solchen Momenten sind nur noch die Ur-Laute da, ein Lallen, ein Rufen, ein Bitten, ein Stammeln. Gegenüber solchen Lauten hat jeder Satz oder jedes Wort keine Kraft, sie kommen zu spät, sie stimmen mit der Empfindung nicht mehr überein, nein, sie haben etwas falsch Beschönigendes, Glattes.

Die Sprache der Glücksmomente ist aber in diesem Sinne nicht „schön“, sondern rau und abgründig, sie ist ein schallendes Echo des Körpers, sie ist seine Jägerin, die ihn belauert, verfolgt und schließlich stellt: orgiastisches Laufen, Verausgabung, ein lang anhaltender Taumel entlang der Grenzen zum Schmerz, der sich in pures Glück verwandelt, in reine Ekstase. …

… Keine Unterscheidungen mehr, keine Suche nach Abweichungen! Das Ende der ewigen Sucht nach einer Benennung der Differenz!

Wer spricht? Die Sprache der Liebe. …

0094 03.03.13 du