Sonntagsbilder 08 2019

Eulenzeit …

… und andere Zeit,

draufklick = große Bilder

Eulenzeit ist nicht vorbei.

Auch wenn nun die Amseln wieder singen, im Breisgau die Störche zurück sind, in der Nacht der Fuchs bellt, die Schneeglöckchen blühen, die ersten Zitronenfalter flattern und die Sonne in der Mittagszeit wärmt – die Eule schuhuht. Leises Frohlocken.

Einen genussvollen Sonntag wünsche ich euch.

blaue Stunde -17- Schichten

001 schichten

 

Klick gleich gross – heute Morgen im Hochtal

Schicht für Schicht türmt sich der Schnee vom Tag zur Nacht zum nächsten Morgen. Wind bläst Dünenlandschaften, wellt die Hochebene. Eiszapfen wachsen.

Was macht der Fuchs, wenn der Dachs schläft? Was machen die Karpfen im Teich?

Wattebäusche liegen über den Gedanken, nur langsam gleitet der Füller voran. Imbolc- vier Nächte vor Vollmond. Fräulein Smilla wüsste all die verschiedenen Schneeformen der letzten Tage zu benennen. Ich kenne Pulverschnee, damit fing alles an. Und ich kenne verharschten Schnee und Schneegraupel, damit ging es weiter. Mit Schneeregen und Schneematsch hört es wieder auf, irgendwann. Und das kann dauern in diesem Jahr! Fünf Worte für Schnee, aber es gibt so viel mehr Schneekonsistenzen, die in meinen Breiten namenlos bleiben. Fräulein Smilla könnte helfen.

Wir können jetzt Iglus bauen, eine Schneegarage gibt es schon.

002 Schneegarage

 

Wir können Körner für die Vögel streuen und Essensreste in den Hauseinigang stellen. Winzige Pfoten verraten am Morgen den nächtlichen Besucher. Möge er sich satt gefressen haben!

003 spuren

 

Ich bin ein bisschen wie der Igel, die Bärin oder der Dachs, mag meine warme Höhle, labe mich an den gesammelten Vorräten des letzten Jahres, verzehre den Weihnachtsspeck.

Ich träume, erträume mir das kommende Jahr.

Ein bisschen bin ich auch wie Tomte Tummetott. Schleiche durch die Nächte, tröste und flüstere in die Ohren der vom schweren Mut hängenden Köpfe Schneeglöckchenbilder. Und wieder habe ich im Herbst vergessen die Knollen der Märzenbecher in die Erde zu stecken. Schade! Ich flüstere in die Ohren derer, die süchtig nach dem Sehnen was gerade nicht ist sind: es wächst die Vogelmiere weiter unter dem Schnee und in wenigen Wochen läuten die Glöckchen an den südlichen Hauswänden den Frühling ein.

Ich träume. Es ist die Zeit dazu. Erträume mir das Neu. Spüre hin zu den Pfaden, die Vertiefung wollen, lupfe den Deckel des Kessels, den ich zur Wintersonnenwende schloss. Lasse den Duft der Lebenssuppe frei, schmecke ihre Ingredenzien, betrachte die Komposition und beginne zu würzen und zu verfeinern. Zwölf Monde habe ich jetzt Zeit.

Die stille Zeit ist vorbei. Sie war eine Fledermaus in diesem Jahr: husch und weg. Die Unruhe der Welt hat sie mit sich genommen, der Wind blies dazu. Kaum eine Nacht in der er geruht hat. Hier stehen noch alle Bäume.

Es schichten sich die Fragen, wie der Schnee. Bin ich gerüstet für all das, was noch kommen kann? Bin ich nicht manchmal zu sehr Igel, Dachs oder Bärin? Die Freundin sagt, dass niemand wirklich auf die Probleme vorbereitet ist, die es jetzt in der Welt zu lösen gilt. Ich stimme zu und zubbel an der eigenen Nase.

Es schichten sich die Jahre, wie der Schnee auf der Hochebene, nicht alle haben einen Namen.

004 Winterstill

time for tea

009 09.01.14 teatime 2

 

so schwankt er hin und her, der Februar, gestern noch Frühlingszwitsch und Schneeglöckchentanz, heute Schneeschauer vor dem Fenster, die Welt versinkt in Grau und Weiß. Ich ändere nichts, wenn ich jammer, its just time for tea …