Miniatur 009 2018

Leere Stühle

Rot, orange und gold leuchtet der Oktober. Nebeltropfen am Morgen. Tränen. Sterben lehrt der Herbst. Zwei Freunde – leere Stühle – Licht im Spiegel – keine Gesichter, die wohnen hinter meinen Augen. Verbundenheit über alle Vergänglichkeit hinaus. Herbstlieder in Moll.

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Miniatur 007 2018

Hoffnung und Zuversicht. Ohnmacht und Hoffnungsverlust. Hin und her … her und hin … hin und her … her und hin …

Kluge Köpfe zeigen Lösungswege, schreiben sich die Finger wund, reden sich den Mund fusselig. Kluges prallt auf Betonköpfe. Drei Affen hocken in alten, weißen Männerköpfen.

Leicht darf es sein. Hoffnung will genährt sein, Freude, Mut und Glücklichsein auch. Neue Wege wollen gegangen werden.

Miniatur 004 2018

Verlassene Orte 004

Die kleine Frau wandert durch die Nacht. Wieder hat sie einen Ort verlassen. Müde ist sie. Oft schon ist sie angekommen, um zu bleiben und doch ist sie noch immer weitergezogen. Hoffnungen und Träume zerplatzten wie Seifenblasen. Einmal wirklich ankommen und bleiben, mit der Tradition des Zugvogels brechen … was ist Flucht, was vernünftig, was Schicksal, was Weg?

Verlassene Orte 002

Verlassene Orte 002

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Ortschaften werden gegründet, wachsen und gedeihen (wenn alles stimmt, wenn alles gut geht), sie blühen und reifen, sie altern, sie schwächeln, sie vergehen, Winde ziehen über sie hin, Regen und Sonnenschein, Steine bröckeln, Balken faulen, alles in seiner Zeit, machmal verirrt sich jemand, macht das Boot fest, steigt aus, stromert durch die Ruinen, spürt, schaut, lauscht dem Klang des Gewesenen…



Ihr seht es, für die verlassenen Orte 001 verwendete ich den selben Himmel, die selbe Art der Ruinen, hier fügte ich noch den Leuchtturm dazu, den ich bei Babis fotografierte, macht er den Unterschied?

Ruinen, die eigentlich keine sind, es ist ein Ausschnitt von einer Fabrikruine, die ich in Kalamata fotografierte.

Andere verlassene Orte werden folgen.

Miniatur 003 2018

Schnittmuster

Verschlungene Wege, verschlungene Leiber, jeder für sich, verbunden. Schnittpunkte in den Bewegungslinien, den gestrichelten, gepunkteten, den durchgezogenen, den kurvigen. Haltestellen, Wegweiser, manchmal Niemandsland, manchmal Bäume, Unterholz, manchmal Meer, manchmal Wüste, manchmal welliges Land, See oder Fluss, Stadt und Gassen, Straßen und Wege, mäaandernde Bäche. Manchmal ein Lied auf den Lippen, manchmal stumm.


P.S.

Ich las es gerade bei Hakan Nesser und erinnerte mich: früher gingen öfter einmal Menschen singend oder pfeifend durch die Gassen … viel Hetze braucht viel Atem, keine Luft mehr für Lieder … viel Maske braucht viel Luftanhalten, kein Lied mehr, nicht gepfiffen, nicht gesungen.

Miniatur – 19 – 2017

Aus einstmaligen Begehren wird aufregen. Er regt sie auf, sie ihn und im Bett wird es kalt. Messer sind zum schneiden da, Scheren auch, Papier, Fleisch und mehr. Was einem so alles beim Abwasch durch den Kopf geht und auch dass sich deswegen vielleicht so viele Paare trennen, weil sie das Siechtum nicht ertragen, nicht das eigene und auch nicht das des anderen und dass einer übrig bleibt, fast immer und wie traurig das ist. Und dass der Kalender November schreibt und nun alle ans Sterben denken, weil es vor der Türe ist, weil Blätter fallen und zerfallen, weil sie dann zu Humus werden, wenn der Laubbläser nicht dazwischenfunkt und sie auf der Halde landen, fertig für das große Feuer. Als ob es im Sommer kein Sterben gäbe oder im Frühling und als ob es nicht erlaubt sei im November beschwingt zu sein. Und dass es vielleicht auch um gar nichts anderes geht, als Leben, nichts als Leben, das Sterben kommt ganz von allein.

(inspiriert von Glumm)

Miniatur – 16 – 2017

Ja … so…

JA sagen, das ist die Zauberformel! So flink, so leicht im Überschaubarem. Jetzt … so anders. Dazu stehen. Wozu? Keine Worte zu haben. Wenig Worte zu haben. Erfahrungen zu machen, jenseits aller Teilbarkeit, Mitteilbarkeit. Es bleiben die Bilder. Sie sind mir treu geblieben.

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Miniatur – 15 2017

Rot und schwarz

Huhu-schuhu – ich bin das böse Weib das Männer verschlingt. Wie sie sich fürchten!

Ich bin die Frau mit den roten Schuhen, den roten Lippen, dem kleinem Schwarzen, dann und wann. Sommernachtsregen tropft hinein, in das kleine Schwarze, in die roten Schuhe. Nächste Ecken und Nächste, ich gehe vorbei, ich gehe allein. Ich bin die Frau mit dem kleinen Schwarzen, den roten Schuhen und Lippen, den silbergrauen Haaren, ich singe mein Lied. Dir schenke ich mein Schweigen.