GedankenFäden 002 2020

Installation – Nural Moser


Mich an den zufällig auftauchenden Quellen laben, kühle Erfrischungen im Einerlei der Beliebigkeiten. Die Freude darüber, dass sie noch sprudeln, dass noch lange nicht alles Wüste geworden ist. Leuchttürme hier und da im Dunkel dieses Zeitalters, ohne je von hellen gehört zu haben – es gab einst nur weniger Müll, kein Plastik und keine zehntausendjährigen Halbwertzeiten. Etwas, das erschreckender ist als die Leiden des Menschseins. Vergleiche halten selten stand. Zeiten, Menschen, Werke, Dinge stehen nebeneinander auf Augenhöhe oder sie sollten es. Ich denke nicht an Verachtenswertes, das steht allein im tiefschwarzen Raum. Unwissenheit rechtfertigt keine Untaten, soviel Verstand fordere ich ein, was unhaltbar und vermessen ist. Die älteren Freundinnen und Freunde gehen nach und nach, ich sorge mich um M, ich will sie noch nicht vermissen müssen und auch nicht betrauern. Das Wissen um ist getrennt von wenn und macht nichts leichter.



 

 

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Traurigsein

Traurigkeit will keinen Trost. Traurigkeit will gehalten sein. Traurig bin ich am liebsten allein…

Es gibt Leid. Es gibt Trauer. Es gibt wenig Akzeptanz in unseren Breitengraden ob der Klage, der lauten Trauer, der gezeigten Verzweiflung. Manchmal beneide ich die „Klageweiber“. Dem Leid eine Stimme geben, der Trauer auch und damit sein dürfen, das fehlt meiner Meinung nach in der abendländischen Kultur.

Wenn ich Traurigkeit äußere, dann erfahre ich gut gemeinten Trost, dahinter spüre ich ein Ungeschehenmachen-, ein Wegmachenwollen. Da sein, gehalten sein und werden ist etwas, das sich erst noch verankern will und genau deshalb bin ich jetzt traurig am liebsten allein!