Was ich liebe und was mich glücklich macht

Gestern Morgen wurde ich wach, die Sonne kam gerade über den Berg und schien in meine Stube hinein und da gab es kein Zögern: aufstehen, Kaffee kochen, Stulle essen und nichts wie raus!

Wie glücklich es mich macht, wenn ich all dieses Sprießen, Knospen und Entfalten sehe, wenn ich noch immer Neues entdecke.

Eine Lerchenblüte

Wie ich es liebe am frühen Sonntagmorgen alleine durch Wald und Flur zu stromern, wenn im Nachbardorf der Hahn zu mir hinauf kräht, die Gänse schnattern, die Ziegen mit ihren Glöckchen bimmeln, Bussarde und Milane hoch über mir kreisen, Stare flöten, Eichelhäher es eilig haben, Zitronenfalter durch das Bild taumeln und über allem Frieden liegt. Ja, Frieden!

Und wie es mich dann doch durchrüttelt, weil es noch immer keinen Weltfrieden gibt, weil er wieder ein Stück weiter weg gerückt ist, weil Worte wie kalter Krieg zurückgekehrt sind, und Verteidigung und Vergeltung. Dieser Krieg ist nicht kalt, er tobt, nur eben nicht hier und nicht erst seit letzter Woche, er spitzt sich zu.

Ich schicke Friedenswünsche in die Welt und schlucke meinen Kloß im Hals herunter.

Eine Löwenzahnsonne für den Weltfrieden

Grün ist die Hoffnung und Linden haben Herzblätter

Buchen sollst du suchen

Wilde Rosen werden wieder blühen,

für die Freude, die Schönheit, die Freiheit, den Frieden und die Liebe…

Die Galerie öffnet sich, wenn du ein Bild anklickst, ebenso werden nach einem Klick alle Bilder groß…

Stand up von Hindi Zahra



Rotewelt hat einen lesenswerten Artikel zur Situation geschrieben, mir fehlen noch die richtigen Worte, aber schweigen mag ich auch nicht, deswegen dieser Artikel und mein Dank an Rotewelt → https://rotewelt.wordpress.com/2018/04/14/und-keiner-hat-was-gewusst/

zur Freiheit

-Du bist noch ziemlich jung, weißt du. Dies mit den Wegen der Freiheit ist eine Sache, die man ziemlich langsam lernt. Ich verstehe mich eigentlich überhaupt nicht auf das Zeitalter, das dabei ist, deine Schüler zu prägen, ich verstehe mich kaum auf das Zeitalter, das dich geprägt hat. Aber das, welches mich geprägt hat, hatte seine schauderhaften Seiten, und trotzdem war es möglich, auch aus solchen Kindheiten auszubrechen. Du verstehst was ich meine?

Auch du wirst aus der Mausefalle herausfinden, wenn du nur ruhig bleibst, so ruhig, wie du kannst.

-Ich will nicht zu viel sagen, sagte ich, aber soviel ist klar, deine Zeit hatte greifbarere Feinde als meine. Ihr habt euch nicht mit einem Nebel herumgeschlagen, ihr hattet sichtbare Tyrannen, Scheißkaiser, Päpste auf ihren Thronen. Aber wir, wir schlagen uns mit Schemen herum. Ihr hattet die Macht sichtbar auf ihrem Thron, wir haben sie als Schmerz im Hinterkopf, als Spinnwebennetz von Halbwahrheiten rings um uns her.

Lars Gustafsson – Risse in der Mauer

Vögel, Himmel, Luft

VÖGEL

0207-09-09-2016-voegel-und-himmel

Vögel und die Symbolik der Freiheit, darüber sinnierte ich noch. Ich dachte an das Leben der Vögel, an meine Beobachtungen hier oben auf dem Berg, in den weiten Himmeln des Hochtals. Sie sind geschäftigt, die Gefiederten, ob als Zugvögel oder als Sesshafte. Sie leben ihre Muster, wie alle anderen Lebewesen auch. Es geht immer wieder nur um eins: das Revier, Nestbau, die Partnerin/der Partner, der Nachwuchs, die Nahrung, bleiben oder in den Süden ziehen, um wiederzukehren … und dann kam Jürgens Kommentar:

„Der Vogel als Zeichen und Symbol der Freiheit: so habe ich es immer wahrgenommen. Bis ich dann – lang ist es her – gelesen habe, dass mein großes musikalisches Vorbild Bob Dylan der Meinung war, das Vögel auch nur an den Himmel gekettet seien.“

Dieser Satz bringt es auf den Punkt, danke nochmals, Jürgen!

Dieser Satz ist für mich mehr, als nur ein Satz zum Leben der Vögel. Jedes Lebewesen hat seine Ketten, seine Gefangenschaften, seine Muster, in denen es agiert. Freiheit ist ein Sehnsuchtsort.

HIMMEL

himmel-3

Die Weite des Himmels, seine scheinbare Unendlichkeit, der dahinter liegende offene Raum, der sich in der Nacht mit seinen zigtausenden Sternen mehr erahnen, als wirklich sehen lässt. Hier können Vögel, Gedanken und Seelen fliegen. Hier sehen wir das scheinbar mühelose Segeln und Gleiten der Gefiederten. Mancheiner und-einem entfährt ein Seufzer aus der Brust … ach, wenn ich ein Vöglein wär … Von hier oben betrachtet, vielleicht noch mit den Augen eines Adlers, wird Großes klein, Naheliegendes fern, Schweres leicht. Eine Perspektive für den Überblick und die Klarheit, um zu sehen was ist, mit deutlicher Silhouette. Ich glaube es sind die Tibeter_innen, die eins ihrer Elemente „Raum“ nennen.

Schaue ich den Wolken zu, dann kann ich Freiheit schmecken.

LUFT

himmel-1

Luft ist Nahrung, ihr Sauerstoff ist Frische für die Zellen. Luft ist auch Wind, Wind ist Bewegung, die, wie der Sauerstoff, unseren unruhigen und oft verwirrten Geist nährt und klärt.

Alles, selbst der Himmel hat seine Gesetze, seine Rhythmen, gerade war er noch licht, tief und blau, braut sich im Südwesten eine Wolkenwand zusammen, Wasser hat sich zu Wolken gesammelt, warme und kalte Luftmassen reiben sich aneinander, es bilden sich Gewitter und Stürme.

Wenn ein Sturm naht, sollte man nicht fliegen …

… aber auch nicht mit dem Schiff rausfahren.

himmel-1a

Luft wird mit Gedanken, Kommunikation, Freiheit und innerer Klarheit assoziiert. Luft erfrischt, wärmt und kühlt. Verbinden wir uns mit diesem Element können unsere schweren Gedanken wie der Wind ver-fliegen und wir können wieder frei atmen.

Die Freiheit der inneren Haltung zu den Dingen, die wir in jedem Moment wählen können, das kann man von den Vögeln, dem Himmel und der Luft lernen.

Sommerhimmelbilder aus dem Hochtal

über den Raum

0018

Es steht eine kleine rote Lackschachtel im fast leeren Raum. Kerzen flackern, ein warmer Luftzug, eine spätsommerliche Nacht, Fledermäuse ziehen Kreise um das verborgene Haus, zwei Menschen. Ein Mann und eine Frau sitzen sich in der Weite des Raums gegenüber.

Sonst nichts.

Glocken, Zimbeln, Trommeln, Flöten und Muschelhörner tönen … später. Sie bläst Seifenblasen durch das geöffnete Fenster. Er steht hinter ihr. Hält sie, schaut den Seifenblasen nach, atmet in ihr Haar.

Sonst nichts.

Lautlose Berührungen, haltloses Sinken.

——————————————————————————————————————————-

Man muss einander freilassen und sich Weite schenken, damit die Liebe atmen kann.

0154 05.09.2014 über die Liebe

„Ich habe nicht mehr das, was ich liebe, besitzen wollen. Ich habe in mir eine Liebe gepflegt, ohne zu erwarten, dass sie mir wieder begegnet. Ich war auch von Eifersucht frei.“

„Wenn das Geistige im Menschen stärker ist als das Körperliche, dann spüre ich: Jetzt bin ich Mensch.“

„Wenn ich im Gegenüber das Göttliche erkenne oder durch meine Gegenwart das Schönste und Edelste in ihm hervorbringe. Und er umgekehrt in mir … „

Mary Bauermeister in einem Interview über die Liebe und ihre Beziehung zu Stockhausen, Zeitmagazin Nr. 36

Mary Bauermeister, eine grossartige Künstlerin der Moderne, lebte eine Ménage à trois (eine Dreierbeziehung) zusammen mit Stockhausen und seiner Frau Doris und ihren Kindern, bis sie dann seine Frau wurde, ihn mit anderen teilte, bis auch sie sich verliessen. Sie hat ihre Prozesse bewusst durchschritten, hat Schalter umgelegt, hat gelernt zu unterscheiden zwischen geistiger und somit gegenseitiger künstlerischer Inspiration und dem eifersüchtigen Gehabe des Egos. Sie wurde eine freie Frau …

Sie drückt für mich das aus, was ich meine, wenn ich von Verbundenheit in Unabhängigkeit spreche. Man kann nichts verlieren oder aufgeben, das man weder besitzt, noch besitzen will …

(wie das Leben so spielt, zuerst war mein Text, s.o., den ich vor ein paar Tagen schrieb, dann las ich das Interview und heute entschied ich mich zur Verknüpfung. Zu guter Letzt noch ein Werk von Mary Bauermeister, das ich in der Guguck-Suche des weiten Netzes gefunden habe … )

bauermeister_privat050