Sonntagsbilder 40 2019

Form

Jede vom Menschen geschaffene Form hat ihren Ursprung in allem Lebendigem

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Ich wünsche euch einen geruhsamen Fluss und ein kleines bisschen Glücklichsein.

Spätsommerimpressionen 2019

So viele schöne Tage, so viel Schönheit in der Welt –

In und um den Garten herum

Was so rumsteht

Am Fluss

Blumig in drei Varianten

Durchlässig 06/07 2019

Licht und Schatten

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Bilder, die niemanden weh tun. Bilder, die Schönheit und Freude teilen möchten – meinen Blick auf die Schönheit der Welt, meine Freude.

Freude und Segen auf eure Wege – am Freitag den Dreizehnten.

Im Märzen der Bauern oder …

… ja, wir haben Wetter,

ihr auch! Und ich habe wieder freie Sicht, weil der Vermieter die Äste vor meiner Sicht beschnitten hat (s.o). Die andere Richtung zeigt, dass es nun wirklich Frühling wird, der Belchen hat seine Schneekappe abgegeben.

So gern hätte ich euch viel mehr Bilder von den Dramenhimmeln der letzten Tage gezeigt, aber ich hatte zu tun, sodass ich euch nur noch diese Bilder vom Sturm zeigen kann.

Den Rest müsst ihr jetzt imaginieren: all dieses Sprudeln, Sausen, Sprutzeln, Rauschen und Tosen der wiederbelebten Bäche und Flüsse; die, an den Rändern, überschwemmten Wiesen; die, nur noch wie eine Illusion, erscheinenden Restschneeflecken auf dem alten Berg, all die sich selbst jagenden Wolkenfelder … Und … ihr dürft lauschen, all dem Prasseln des Regens, dem Geheul der Windes … ja, der Winter wird weggejagt.

Immer mehr Vögel singen am Morgen und am Abend: Frühling, Frühling wird es nun bald.

Schönes

Mir ist nach Schönem. Mir ist nach Septemberlicht. Mir ist nach Wasser.

Wir haben hier in den letzten Tagen unglaublich viel diskutiert, ich danke allen, die sich daran beteiligt haben. Nichts von dem geht an mir vorbei, weder Zuspruch, noch Widerspruch, noch Zwischentöne und es gibt noch vieles zu überdenken.

Ich muss nicht alles vom anderen mögen.

Jetzt aber möchte ich mich einstweilen wieder den schönen Seiten des Lebens zuwenden. Schönheit nährt Herz und Seele. Schönheit schenkt mir Kraft, Ja zum Leben zu sagen. Schönheit wohnt in den Augenblicken.

Das sind Bilder von Dienstag, 04. September, als ich mit meinen Enkelkindern einen Rheinspaziergang gemacht habe und der Schwan wiederkam, er kommt immer, wenn ich dort bin und jedes Mal noch näher. Ich „baute“ mit den Kindern einen Flussarm. Sie hatten gefragt was das denn sei, ein Flussarm … nun wissen sie auch das –

Fluss

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Ich habe noch immer den Fluss auf meiner Haut – das Gefühl seiner weichen Tonerde an den Füßen – ein heißer Tag liegt auf der Haut, abgekühlt im Fließen des grünen Wassers. Vertraute Wege hin und her – zurück fahre ich mit dem untergehendem Mond – Freundinnenworte im Ohr – Kinderjauchzen auch – Leichtigkeit, Selbstverständlichkeiten, Vertrauen und Wohlwollen.

– Four monthes and you will feel homy. Sterne blinken, Eulenkind ruft, eine Fliege brummt durch die nächtliche Stunde. Meine Nachtdecke ist gewebt aus Flusswasser, Tonerde und Sonnenschein. Drei Muscheln lagen klein und weiß auf dem Grund – drei Muscheln, immer noch klein, dann braun, als ich sie hob. Dreizehn Stecken brannten, das Alte darf gehen, das Neue sich Raum nehmen. Stille …

Stadt, Land, Fluss

Als ich noch das Mädchen gewesen bin lebte ich am Rand einer Stadt, ich fuhr durch Wiesen und Wälder mit der Straßenbahn in die Stadt hinein. Als ich die Heranwachsende gewesen bin lebte ich sehr ländlich, woran ich mich gewöhnen musste. Als ich noch die junge Frau gewesen bin, zog ich in die Stadt und fuhr oft hinaus aufs Land. Als ich später in den schwarzen Wald gezogen bin, besuchte ich immer wieder große Städte.

Blaue Stunde #20

Am Fluss

fluss

-Für dich schlachte ich eine Ziege. Will ich das? Trotzdem spüre ich eine leise Freude: es hat noch nie Einer für mich eine Ziege schlachten wollen. Damit nicht genug, er sagt -Du musst dich um nichts kümmern, ich mache das.

Ich staune.

Ich spüre die Kargheit der letzten Jahre.

Der Frieden vom Berg ist ein trügerischer, einer, der seltsam erstarrt und unlebendig ist, der sich an einen hängt und mich mit klebrigen Fäden umwickelte. Ich mag auch das hiesige Friedenskreuz nicht, weil es nur für die Touristen errichtet worden ist. Die Touristen, die nun ihren Müll längst des Panoramaweges verteilen. Seltsamer Frieden, das! Wie müde ich manchmal bin-

Und wie oft ich von woanders kam, belebt, lebendig, manche Falte wieder geglättet, munter und voller Tatendrang. Das währte nie lang! Was es war und ist, was zieht, zusammen und runter, das entzieht sich mir. Eine Art Hilflosigkeit, ein gefesselter Lebensmut, der sich nur an anderen Orten entfesseln kann.

Ich höre sie noch sagen, ich höre ihn noch fragen, all die Jahre hindurch. Ich hatte ihn gehört, ich zuckte mit den Schultern. Ich hörte ihre Frage, ich antwortete nicht. Was haben sie und er gesehen, was ich partout ignorierte? Manches weiß ich jetzt, für anderes musste ich durchs Dunkeltal.

Ich musste der Schneeeule folgen, Bärin trug mich durch altes Land. Ich lauschte den Liedern der singenden Schwäne und saß am breiten Ufer meines Bruders. Zwei Fische, aus Weidenzweigen geflochten, nahm er auf, einen kleinen und einen großen, er trug sie zu einem unbekannten Meer.

Ist ein Meer nicht alle Meere, ist ein Fluss nicht alle Flüsse und bin ich nicht alle Menschen? Wo ist meine Grausamkeit, wo mein Hass, meine Zerstörungswut?

Ich mag es Fragen zu stellen. Manche Antworten höre ich nicht gerne. Ich glaube an die Wandlungskraft.

War ich nicht einst die Goldmarie? Und war ich nicht einst das Findelkind im Mooskörbchen? War ich nicht auch das hässliche Entlein und das Mädchen, dem die Mutter starb, das gequält und verhöhnt von Stiefmutter und deren hässlichen Töchtern zu Baba Jaga gehen musste, zur Frau Holle in den Brunnen? Und war ich nicht auch das Mädchen mit der roten Kappe und das Mädchen, das am Weihnachtsabend die Schwefelhölzer entzündete, mit Blick in den Sternenhimmel? Und war es nicht der Himmel und seine Weite, die mir Verheißung auf ein Wiedersehen waren?

Ich mag es Fragen zu stellen. Manche Antworten höre ich gerne.

-Mit dir fahre ich um die ganze Welt. Mit dir kenne ich die Angst nicht mehr. Wie kann das sein?

Am liebsten fahre ich mit dem Auto ins ferne Land. Am Morgen fahre ich los, wenn der Sonnenaufgang meinen Abschied begleitet, der Tag vor mir unter den Rädern singt, er sich dehnt von Morgen zu Mittag zu Abend, wenn der Sonnenuntergang meine Ankunft ist. Auf diesen Wegen finden sich ein Dach, eine Lichtung, ein Feuer, ein Mahl und ein tiefer Schlaf. Rehe stehen im Halbrund um die Lichtung, sie äsen sich dem Sonnenaufgang entgegen. Ich spüre noch den Frieden der Rehe und Beeren und meine Freude.

Der rote Faden mäandert zu den Knotenpunkten und um sie herum. Das Gewebe um ihn herum ist immer noch grünblau.

johnnyWenn ich alle Menschen bin, dann bin ich auch alle Engel und Dämonen, alle Feen, Hexen, Elfen, Elben, Zauberinnen und eine noch kleinere Frau. Dann bin ich Königin im Schwanenkleid, die auszieht um Kaiserin in ihrem Reich zu werden- in ihrem Land Überall-im-Irgendwo, dem Land, in dem mich das weiße Rentier mit den durchsichtigen Flügeln auf seinen Rücken nimmt, mich über alle Mauern und Abgründe trägt, während ich das Lied Ohne-Anfang-und-ohne-Ende singe, begleitet von dem tiefen A in Moll, das nur so mein Johnny auf dem Tenorsax blasen kann wie alle Schiffe tuten.

Knotenpunkte, Knoten aller Art und Seemannsgarn, ich habe es geliebt das Akkordeon zu spielen, den Wind in den Haaren, das Meer im Blick.

Wenn das eine Leben alle Leben ist, dann ist es ein nackter Dada, ein Dideldaddeldumm, wieso mache ich mir überhaupt noch Sorgen?

 

Wassermagie

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Wasser symbolisiert kulturübergreifend das Leben, dessen Fluss und dessen Erneuerung. (Wer ausführlicher darüber lesen möchte, kann es hier … )

Immer, wenn mir nach Erholung ist, nach Regeneration, dann suche ich ein Gewässer auf. Das muss nicht immer das Meer sein (das ich eh schon länger nicht mehr gesehen habe), es kann ein See, ein Fluss, ein Bach sein oder wie hier das neu eröffnete Naturschwimmbad in Riehen – CH …

Gestern in der Mittagspause las ich in der Zeitschrift „Mare“ einen Artikel über die Meere und ihren Zustand. Der Artikel war schon vier Jahre alt, aber deswegen nicht minder aktuell, und wieder einmal war ich nach dieser Lektüre, nach diesen Zahlen und Vermutungen traurig. Weniger Plastik, das war und ist die Devise, aber seien wir doch einmal ehrlich und schauen wir uns doch einmal um: so wenig, wie möglich ist immer noch viel zu viel …

Nein, deswegen werde ich jetzt nicht mit den Achseln zucken, werde weiterhin achtsam sein, auch werde ich weiterhin den Müll, den andere in die Landschaft werfen, aufsammeln, aber damit rette ich nicht die Meere und ihre einzigartige Vegetation und Tierwelt und die Welt schon einmal gar nicht …

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blaue Stunde 9. Teil, die kleine Stadt

Vor zwei Jahren zog sie in die kleine Stadt, in ein Häuschen. Am Fluss hat es auf sie gewartet. Seine Leerheit füllte sie, seine Wände tünchte sie, die Türrahmen blau. Darüber freute sich der Maler und mischte neue Farben. Mehr und mehr kamen hinzu. Farben und Kleckse, Linien auch, Gesichter und so, Stromschnellen und Stolpersteine. Aber darüber regt sich hier niemand auf. Kein Geschrei, kein Mordrio.
Reges Treiben während der Allwochentage, Stille am Abend … pssst … es wird geschrieben, gemalt, kreiert, sinniert und komponiert in der kleinen Stadt. Einen gibts, der trifft stets den richtigen Ton. Das freut die Tänzerin.
Weite Herzen, große Schritte, Denkwellen und Gedankenkarussels, Kinder plündern ihre Spardosen: Einmal Schiffschaukel, bitteschön.
Es trifft sich. Es geht vorüber. Freundliches winken und der Kaffee ist vorzüglich. Hinein, verweilen, hinaus in die Welt. Die Bewegung bestimmt die Mitte, nicht das Stillesitzen. In der Stille sitzen schon. Philosophierstündchen mit und ohne Kamin, aber mit Tanten, dann und wann. Große Mütter und Väter sitzen neben zornig jungen Erwachsenen. Das geht!
Und Kinder spielen am Ufer. Sie spielen Schiff oder Kieselstein, spielen Worte und singen dazu. Die Akkordeonspielerin trägt ihre Vogelmaske am Kai spazieren. Rabe keckert frech, der Schelm! Und fliegt zum Fest mit Huhn in Tüll, unter rot samtigen Hut. Vorsicht bei der Anfahrt! Verirrte Eisberge … Wie gut, dass es die Igel gibt! Das findet auch die Märchenerzählerin, nimmt den Hasen bei den Ohren, das Gewehr schüttelt sich von selbst heraus. Plumps, keine Falle, kein Fall, weg. Kein Kommissar, kein Kaplan, kein Polizist. Sowas soll es geben! Aber viel Mond, viel Sonne, viele Blumen und Falterchen, Krabblerchen, Vögel, Vögelchen und vögeln, dass das Weit eine Freude hat, der Rost erblüht. In der kleinen Stadt.

Mondfalterbach … aber ja, er fließt mit dem Strom zum Groß und Wildgänse rauschen durch die Nacht, Sätze finden. Sterne in Türen geschnitzt, gemalt, gesprüht, an den Himmel geblinkt, flinke Nadeln stechen bunte Bilder fürs Schön, Papierschiffchen legt am Ufer an. Wie gut, dass es die Möwenstege gibt! August hat die Wegweiser aufgestellt. Seine Schuhe wissen wann sie sich kreuzen müssen. Das hat ihnen die Wortemalerin in die Sohlen gewebt und die Fotografin auf Digital gebrannt.
Meer rauscht, leise trommelt das Fern. Weite Reisen, große Seen, schwarzweiße Bäume in Grün, Straßenbahnklingeln, so vertraut. Dampfer tuten das tiefe A in Moll.

Auf Wiedersehen, kleine Stadt …