Wenn der Sommer sich verdunkelt,

Er verdunkelt sich seit vielen Jahren.

Im Sommer gehen die meisten afrikanischen Menschen auf die Schiffe/Gummiboote, um nach Europa zu gelangen, was immer schwieriger gelingt.

Libyen soll für Europa das gelobte Land sein, das Europa die Geflüchteten abnimmt, aber was dort passiert ist für mich kaum noch zu fassen.

Wer es wissen will → https://dvwelt.wordpress.com/2018/06/25/finde-die-fehler/

Wie die Dame von Welt selbst schreibt, es braucht einen Eimer Schnaps, um diese Bilder und Berichte zu verdauen, ich habe keinen und will auch keinen, ich machte das obige und untere Bild. Was hier und jetzt in der Welt geschieht, kann und soll kein Ball vertuschen.

Keine Frage, ich liebe den Sommer und ich genieße ihn auch, aber ich gestehe auch, dass er schon lange nicht mehr so leicht ist wie einst.



https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/08/26/sommerlied/

Heimat und Flucht

apfelbaum

Heimat

Heimat, das ist ein Apfelbaum im Garten. Immer. Heimat ist die Großmutter, die Apfelschalenschlangen schält. Heimat sind Punkte im Weit der Landschaften. Menschen auch. Manche haben ein verknittertes Gesicht, andere bleiben so ungefähr. Es gibt keinen Ort an den ich zurückkehren wollte. Ich besuche die Straßen der Kindheit nicht. Ich bewahre Erinnerungen.

0232a 05.11.15 heimat

(die Karte habe ich aus dem Netz gefischt © zeno. org – ich danke)

Flucht

In jedem von uns wohnt ein Stück Flucht*. Es gibt die Flucht nach innen, die andere muss fort. Verbrannte Erden und Ruinen sind in mir lebendig. Ich kann sie riechen und sehen. Ich spüre die Leere. So viele Verluste. Als dunkelstes Grau hockt es in meinen Erinnerungen, die Kapuze über dem Gesicht. Es öffnen sich Türen, meine Türen. Andere bauen schon wieder Zäune und halten Hunde an Leinen kurz.

0180 30.09.15 Ruinenstadt


 

Dieser Text korresponidert mit diesem →

Diese Themen sind immer da, jeden Tag mit einer anderen Facette. Das meinte ich, als ich im vorherigen Artikel am Ende schrieb: die Schatten sind immer da →


*Das habe ich gelesen und weiß nicht mehr wer es schrieb.

Wenn ich …

an Flucht denke, denke ich an Ruinen.

0186 01.10.15 ruinen

Wenn ich an Ruinen denke, denke ich an Tiziano Terzani. An sein Buch: „Das Ende ist mein Anfang“, in dem er, Terzani, zu seinem Sohn sagt (sinngemäss), dass wir alle auf einem Friedhof wandeln, wenn wir an die Zeiten und an die Trilliarden Lebewesen denken, die vor uns waren …

0186a 01.10.15 ruinen

Wenn ich an Ruinen denke, denke ich an das Auseinanderdriften der Kontinente, an Wanderschaften der Völker, schon viele Male. Ich denke an Nomaden, an ihre schwarzen Zelte, ihre Jurten oder Tipis, an ihre Viehherden und daran, dass es gemessen an der Summe der Zigtausend Jahre Bevölkerung auf dieser Erde vielleicht  mehr ziehendes Volk, mehr EmigrantInnen als Sesshafte gab und Städte aus Stein. Vielleicht.

„Ich war schon immer hier und nun kommen die Fremden und ich kenne mich nicht mehr aus“, ist so ein Satz, der nachhallt, nachdem ich nach der Strasse einer Freundin fragte. Wie lang ist immer?

Wenn ich an Flucht denke, denke ich an Heimat, an eine Frau ohne Mann. Der ist mit den Gewehren gegangen. Ich denke an vier hungrige Kinder, an ein verlassenes Feld.

verlassene felder

Wenn ich an Flucht denke, denke ich, dass es jetzt kalt wird, dass noch immer Unzählige unterwegs sind und die Politik neue Begriffe schafft, die, an der Realität gemessen, keinen Boden, keine Wurzeln haben, aber viele Fragezeichen.

0191 12.10.15 Männer denken an Stacheldraht und Gewehre, Frauen an die Kinder

Altgeister denken an Stacheldraht und Gewehre, Frauen an die Kinder.

Flucht

0173 14.09.15 flucht

(© der Flüchtenden: Michael Arunga/World Vision)

Heut kämpf ich, dass ich morgen träumen lerne“

Rückschau

Der Zug fuhr an, und grau an grauen Gleisen

blieb Wien zurück; und Wien, du warst so weit!

Grau wie die Schienen schien mir meine Zeit, –

Als Fremder musst ich in die Fremde reisen

Erich Fried im englischen Exil 1938-1945