Pingpong 072

PING 072

GERDA AN ULLI → MÄNNER UND FRAUEN KOMMEN AUS DEM MORGENLAND UND FRAGEN UNS, WO …

071 PONG

ULLI AN GERDA → … SIND UNSERE BERÜHRUNGSPUNKTE?

072 PING

ULLI AN GERDA → STILL WAR ES UND KALT, EIN ENGEL GING ÜBER DAS LAND …

draufklick = große Bilder

In der Raunachtszeit 2019/2020 ist es anders. Ganz anders. Die Pausenzeit, die eigentlich eh keine gewesen ist, hebe ich nun auf und es geht weiter mit Gerdas und meinem PingPong.

Ich freue mich, wenn ihr unsere Freude an diesem Austausch noch immer mit uns teilt.


Hier geht es zu allen bisherigen PingPongs → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/.

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

Ping Pong 054

Ping 053

Gerda an Ulli → WENN ICH NUR WÜSSTE, OB …

PONG 053

ULLI AN GERDA → … ES ENGEL GIBT.*

PING 054

ULLI AN GERDA → WENN GEFÜHLE WELLEN SCHLAGEN …

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*Heute mit einem meiner Lieblingsgedichte von Rilke:

Engellied

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen,
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt …

Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,
kann er frei seine Flügel entfalten
und die Stille der Sterne durchspalten, –
denn er muss meiner einsamen Nacht
nicht mehr die ängstlichen Hände halten –
seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.


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DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

Miniatur 005 2018

Es gibt Nomadinnen und Nomaden, es gibt Sesshafte, Mäandernde und Flüchtende. Es gibt Sichtbares und Unsichtbares. Vielleicht gibt es Engel. Aber bestimmt gibt es mehr als wir wissen. Es gibt Boote, Busse, Züge, Flugzeuge, Autos, Mopeds, Fahrräder, Straßen-, Hoch- und Untergrund-Bahnen und die Füße. Es gibt Kreuzungen und Knotenpunkte, ein „Hello and Good Bye“, ein „where do you come from, where do you wanna go“. Unterwegssein.

Hello – goodbye – tausendfache kleine Tode.



Zur Erinnerung (für mich, für dich) → https://cafeweltenall.wordpress.com/2015/07/04/es-liegt-an-mir/

Rückblick 2015 – 2 –

Februar 2015

033 18.02.15 winterbrüche

Früh im Jahr beginnt das Eis zu brechen. Starke Winde geben keine Ruh, heulen über stille Starre. Sie kamen mit den Perchten. Es scheint, sie mögen das Tal. Es lärmt, Eis kracht. Türen, Fenster stehen offen, noch flöten keine Stare. Ungeduld klopft in den Knochen. Samen platzen, schieben junge Triebe ans Licht.

Umbruch.

Grenzenlos ist eine Idee, maßlos ein Wahn. Es wachsen wieder Zäune. Die andere Seite zeigt ihr Gesicht.

(…) Lauf’ nicht, geh’ langsam: Du musst nur auf dich zugehn! (…) Zeig dich! Stay open! So tragen Jahre Überschriften ums Rad. Früh im Jahr beginnt das Eis zu brechen.

februar 2015

Hinter der roten Mauer steht eine, die lugt hervor. Sie schmunzelt. Sie weiß schon. Sie ist noch scheu. Oder ziert sie sich? Sie sagt, es hat noch Zeit. Sie nimmt sie sich. Sie winkt. Sie lacht. Sie geht.

Eine andere sitzt auf einem Stein, leicht vornüber gebeugt, die Füsse auf dem Boden. Sie raucht eine langstielige Pfeife. Sie lauscht, nach innen und nach aussen. Sie ruht in der Welt. Sie sagt, dass es nicht leicht wäre, sie sagt, deswegen muss es nicht beschwerlich sein.

Es geht ums Tun, nicht ums Haben. Es geht ums Geben um des Gebens Willen. Nichts haben wollen, nicht dafür. Es geht ums Freigeben, mich und den anderen. Es geht um Verbundenheit ohne festgebunden zu sein.

Alte Muster können hartnäckig sein und Engel erscheinen, wann sie wollen, ungerufen.

(gerne hätte ich die Interpretation des Gedichts von Rilke von Georgette Dee eingestellt, aber leider habe ich es nicht in der Tube gefunden … und auch diese Version verschweigt viele weitere wunderbare Zeilen – das ganze Gedicht kann man hier lesen →)

Fortsetzung folgt

 

 

 

 

Heute ist Tag eins

006

Heute ist Tag eins, Kinder haben heute Morgen ein erstes Türchen geöffnet. Den Mund noch voller Schokolade schielen sie neugierig auf das zweite Türchen. Morgen … sagt die Mutter. Morgen … sagt der Vater. Gestern ist vorbei, morgen noch weit. Die Kinder spielen noch eine kleine Weile, bevor sie sich die Schnütchen waschen.

Heute ist Tag eins. Auch grosse Menschen öffnen Türchen. Ich bin heute Morgen zu Frau Graugans geflogen, die Schneeeule trug mich auf ihrem Rücken zu ihr. Dort fand ich das erste Türchen geöffnet vor: T. 1 Mutmassungen über E.

Ich habe gelauscht, die Ohren noch voller Musik schielte ich schon auf das zweite Türchen. Morgen … raunte mir die Schneeeule ins Ohr, nahm mich auf ihren Rücken und wir flogen über die Berge von Häuschen zu Häuschen zurück. Jetzt sitze ich wieder hier in meiner Stube, die Ohren noch voller Klang und möchte euch einladen ab heute jeden Tag eins der geöffneten Türchen mit vielen anderen zu betrachten. Es ist ein Mitmachprojekt, hier erfahrt ihr mehr →

Ich bin dabei …

 

Engel – 3 – Knausgård und die Cherubim

0128aa 27.07.15 cherubim

„Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Cherubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten. (Gen 3,24 EU)“

(https://de.wikipedia.org/wiki/Cherub)

0128abc 27.07.15 cherubim

Knausgård – Alles hat seine Zeit – S. 137

„Und dann gab es da auch noch das Licht der Cherubim. Jeden Abend stieg Kain auf den kleinen Hügel hinter seinem Haus und betrachtete die Flammen, die sich so deutlich vom schwarzen Himmel abhoben. Der Gedanke an Abel streifte ihn dann häufig, und er liess es zu. Sie fühlten sich beide von den Cherubim angezogen, aber während Abel zu ihnen wollte, genügte es Kain, sie von hier aus zu beobachten. Es interessierte ihn nicht, wie sie aussahen oder wer sie waren. Was er sah, war das, was war: ein Feuer, das ewig brannte, mitten in der Welt.“

(Noah versucht die Welt zu kategorisieren- und kommt an seine Grenzen, wegen der Engel …)  S. 282

„Es gab Momente, in denen er sich gewünscht hätte, es gäbe keine Engel. Dann würde alles zusammenpassen … Sein Gefühl sagte ihm: Die Lösung musste woanders liegen. Nicht im Lebendigen oder in der Lebenskraft, nicht im Toten und in der Todeskraft, sondern in der dritten Kraft, die alles durchdrang, was es gab. Der Bildkraft.“

Etwas irritiert mich, sowohl bei Knausgård, wie im obigen Bibelzitat wird vom Baum des Lebens gesprochen, den ich nur als Baum der Erkenntnis kenne. Für mich kann der Baum des Lebens nicht mit dem Baum der Erkenntnis identisch sein, symbolisch betrachtet. Was meint ihr?

Engel – 2 –

0125ab 21.07.15 Engel

Bekanntermassen können die Engel jede beliebige Form annehmen. Weniger bekannt hingegen, dass die Form, die sie annehmen, für sie auch eine Bedrohung darstellt. Halten sie zu lange an ihr fest, beginnt die Form sie zu prägen, und falls sie die Warnsignale nicht erkennen, wird die Form sie schliesslich vollends vereinnahmen.

Karl Ove Knausgard: Alles hat seine Zeit – S. 12

Und immer diese Engel …

008a 21.07.15 engel

Bilder von Engeln begegnen uns immer wieder, und die Geschichte ihrer bildlichen Darstellung reicht zurück bis ins Alte Testament. Dort findet sich eine genaue Beschreibung zweier Engelsskulpturen (Cherubin), die den Tempel Salomons verzieren. Dort werden sie mit Flügeln dargestellt, genauso wie auf Bildern von alt-ägyptischen Gottheiten. In der frühchristlichen Kunst finden sich jedoch Darstellungen von Engeln als Jünglinge, die keine Flügel besitzen. Obwohl in christlichen Schriften ab dem 3. Jahrhundert Engel als geflügelte Wesen beschrieben werden, finden sich in der Kunst erst hundert Jahre später erste Bilder von geflügelten Wesen, oft mit einer weißen Tunika bekleidet. Das älteste bekannte Engelsbild stammt jedoch bereits aus dem 2. Jahrhundert und ist in den Priscilla-Katakomben zu finden.

Hier gefunden →

So manches von dem, über das ich mit Jürgen gesprochen habe, wirkt nach, so auch das Engelthema.  Jürgen und Susanne arbeiten schon länger zu diesem Thema, das bei ihnen double bind heisst- doppelt gebunden

Kaum war Jürgen abgereist, kam am nächsten Nachmittag eine Freundin, die ich viele Jahre nicht mehr getroffen hatte. Und was brachte sie mir mit …

engel

Zufall oder Synchronizität?

Ich gebe es zu, diese Putte ist nicht wirklich meine Welt … aber sie kam eben gerade jetzt und das stimmte mich nachdenklich.

Für mich sind Engel Lichtgestalten, Energien, kaum fassbar, kaum sichtbar. Symbol und Erscheinung zu gleich. Spannend finde ich noch, dass ich mich gerade dem Thema Licht und Wind zugewendet habe und nun die Engel aufgetaucht sind … ich sags ja: Lichtgestalten.

Vor mir liegt das Buch: „Alles hat seine Zeit“ von Karl Ove Knausgård, in dem er die Geschichte der  Engel von der Antike über das Mittelalter bis in die Zeit der Aufklärung in den Mittelpunkt seines ersten Buches gestellt hat- ich bin gespannt und werde sicherlich berichten …

Woran oder was denkst du, wenn du an Engel denkst?

0125aa 21.07.15 Engel

 

nah und weit

Als ich träumte, dass du mit deinen weit geöffneten Armen mich meintest, verschwand mein Zorn.

2

Als ich durch den spätherbstlichen Novemberwald spazierte, verwandelten sich meine Gedanken in Vögel und spielten mit den Winden …

1

Als ich letztens durch die Nacht fuhr und Georgette Dees Liedern lauschte, hörte ich dies:

„Ich liess meinen Engel lange nicht los,

er verarmte in meinen Armen, und wurde klein, ich wurde gross

und plötzlich war er eine zitterne Bitte bloss und ich das Erbarmen.

Da habe ich ihm seine Weite gegeben, er liess mir das Nah,

daraus er entschwand,

lernte das Schweben, ich lernte das Leben und so

haben wir beide einander langsam erkannt.“

(von dem Album Georgette Dee und Band „just Lovesongs“)

3ab

Engel des Wassers und des Eisens

0210 01.12.13 wasser-, eisenengeltanz

Ein Bild, das nach dem Lesen des Krimis von Linus Reichlin: „die Sehnsucht der Atome“ entstand. Der Kommissar, Hannes Jensen, interessiert sich für Physik, besonders die Quantenphysik. Sein Weg führt ihn nach Mexiko in ein abgelegenes Bergdorf, wo er auf Esperanza Toscano Aguilar trifft, eine Heilerin. Ihr Medium ist ein Engel, mit ihm verbindet sie sich und betet für die Kranken, die sie meist erfolgreich heilt. Für den naturwissenschaftlich orientierten Kommissar ist das alles Humbug, weder glaubt er an Engel, noch an Heilung durch Gebete … Das folgende Gespräch hat mich zu diesem Bild inspiriert … hört selbst was Esperanza Toscano Aguilar und Jensen zu erzählen haben:

„Als ich sechs Jahre alt war, erfasste mich ein Windstoß. Für eine kurze Zeit sah ich mich selbst von außen. Und als es vorbei war, wusste ich alles. Ich wusste weshalb es Menschen gibt, Pflanzen, Tiere, alles. Es kommt alles von zwei Engeln. Sie sind die zwei Kräfte im Universum.

Der eine Engel besteht aus Wasser und der andere aus Eisen. Sie ringen miteinander, aber es ist kein Kampf. Sie ringen miteinander, weil sie lebende Dinge hervorbringen wollen. Aber das geht nur, wenn beide Engel gleich stark sind. Der Engel aus Wasser will Unordnung, immer mehr Unordnung. Der Engel aus Eisen will Ordnung, er will, dass sich nichts mehr bewegt. Keiner der beiden darf stärker sein als der andere, denn alle lebenden Dinge entspringen der Mitte. Sie können weder in der Ordnung noch in der Unordnung leben, sondern nur in der Mitte von beiden. Das ist alles, was ich weiß.“

Jensen verstand nicht, weshalb sie ihm das erzählte, aber das spielte keine Rolle. Sie hatte soeben eine der fundamentalsten Erkenntnisse der Physik formuliert. Aus ihrem Mund klang es zwar wie ein Märchen, aber das änderte nichts daran, dass sie grundsätzlich vollkommen richtig das Gleichgewicht zwischen der starken Kernkraft und der Entropie beschrieben hatte.

„Sie wissen viel“, sagte er. „Und Sie haben vollkommen recht. Der Engel aus Wasser, wie Sie es genannt haben, wird in der Physik als Entropie bezeichnet. Wie Sie sehr richtig sagen, strebt die Entropie größtmögliche Unordnung an. Sie möchte, dass sich alle Atome des Weltraums gleichmäßig im ganzen Universum verteilen. Aber dann könnten sich keine Strukturen bilden, keine Sonnen, keine Planeten, keine Menschen. Wenn die Entropie gewinnen würde, wäre das Universum voll mit Wasserstoffatomen … Die andere Kraft, die der Entropie, die dem Engel des Wassers entgegenwirkt, nennt man starke Kernkraft. Sie haben diese Kraft Engel aus Eisen genannt, und das ist vollkommen exakt. Die starke Kernkraft will genau das Gegenteil der Entropie: Sie will, dass aus dem einfachsten Atom, dem Wasserstoff, schwerere und komplexere Atome entstehen, und sie will, dass die Atome sich nicht im Universum verteilen, sondern an einem bestimmten Ort versammeln. Sie strebt die größtmögliche Ordnung an. Sie möchte alles in Eisen verwandeln, denn Eisen ist das stabilste und folglich geordnetste aller Atome. Wenn die starke Kernkraft gewinnen würde, wäre also dieses Haus aus Eisen, die Fensterscheiben, die Türen, Tische, Stühle, alles wäre ein einziger Eisenblock, starr und unzugänglich.“ …

… „Und nun ist es tatsächlich so, dass die Elemente, aus denen sich alle organischen, lebendigen Dinge zusammensetzen, nämlich Kohlenstoff, Sauerstoff, Schwefel und Phosphor, genau aus der Mitte entspringen, wie Sie sehr richtig sagen. Die starke Kernkraft will alles in Eisen, starre Ordnung verwandeln, die Entropie möchte strukturlose Unordnung, das Chaos. Sie und ich, wir bestehen zur Hauptsache aus Kohlenstoffverbindungen. Und Kohlenstoff ist genau das, was entsteht, wenn die Entropie und die starke Kernkraft sich im Gleichgewicht befinden und keine der beiden Kräfte die Oberhand gewinnt. Das Leben ist also ein Kompromiss zwischen chaotischer Unordnung und erstickender Ordnung.“

Vielleicht ist dies ja mit ein Grund für das Gefühl der Menschen, dass zwei Seelen in ihrer Brust leben, dass wir zwischen Ordnung und Chaos hin- und herpendeln, dass super ordentlichen Menschen eine gewisse Starre anhaftet und Menschen, die eher chaotisch veranlagt sind eine Aura des Nichtfassbaren um sich herum haben … (und nun soll mal noch jemand sagen, dass Krimi lesen nicht bildet 😉 )

Ich dachte beim lesen dieser Passage aber auch an das double-bind-Projekt von Susanne Haun und Jürgen Küster, in dem es u.a. auch um Engel geht, dachte an die Abwehr von Jürgen (und mir), was Engel betrifft … Meine Abwehr hat mit den pausbäckigen Putten zu tun. Sie hat sich aber, seitdem ich Engel als Symbole für gewisse Kräfte begreife,  gewandelt. Und ja, ich habe sogar einen persönlichen Engel, aber der hat keine Flügel … und ich habe einen Punkerengel im Auto hängen, den mir vor ein paar Jahren eine Freundin aus Hamburg schenkte.

184ab 13.05.12 engelflug