Verlassene Orte 002

Verlassene Orte 002

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Ortschaften werden gegründet, wachsen und gedeihen (wenn alles stimmt, wenn alles gut geht), sie blühen und reifen, sie altern, sie schwächeln, sie vergehen, Winde ziehen über sie hin, Regen und Sonnenschein, Steine bröckeln, Balken faulen, alles in seiner Zeit, machmal verirrt sich jemand, macht das Boot fest, steigt aus, stromert durch die Ruinen, spürt, schaut, lauscht dem Klang des Gewesenen…



Ihr seht es, für die verlassenen Orte 001 verwendete ich den selben Himmel, die selbe Art der Ruinen, hier fügte ich noch den Leuchtturm dazu, den ich bei Babis fotografierte, macht er den Unterschied?

Ruinen, die eigentlich keine sind, es ist ein Ausschnitt von einer Fabrikruine, die ich in Kalamata fotografierte.

Andere verlassene Orte werden folgen.

Asturien, Bilder und Meer – 4 –

Meer 0010

Die grüne Küste von Asturien ist eine Steilküste, die immer wieder zu einer der unzähligen und malerischen Buchten abfällt. Es gibt kilometerlange Wanderwege Richtung Osten und Westen. Wir fuhren über eine winzige Küstenstraße von Llanes Richtung Osten, stiegen zu einer der Buchten herab und wanderten an anderer Stelle durch Weideland bis zum Felsensaum. Uns imponierte die Küste sehr, unter anderem durch die bizarren Felsformationen an den Stränden und im Meer, aber auch durch die stellenweise Unterhöhlung der Küste. Das war speziell und auch ein bisschen unheimlich, als wir vor metertiefen Löchern standen, durch die bei Flut Fontänen in den Himmel schießen. Wir waren bei Ebbe dort und konnten dem unterirdischen Rollen der Wellen lauschen. Am Abend sprach ich davon, dass wir das Grollen des Hades gehört haben …

Warum auch immer noch, dieses Boot ließ mich an Googas Boote denken und das Bild ist somit Jürgen Küster gewidmet

googas boot

So schwelge ich in den Erinnerungen und bin doch längst wieder im Hier und Jetzt des Berges angekommen, wo der Frühling mächtig Einzug hält, meine Arbeits- und Wanderschaftssaison wieder begonnen hat und schon die nächsten Fahrt winken, mein Streunerherz freut sich!

Die Zeit des Sammelns hat begonnen. Die ersten Frühlingskräuter, Bilder und Geschichten habe ich vom Wegesrand aufgelesen und aufgeschnappt. Die einen kamen in die Suppe, die anderen wurden mit flinker Feder ins Gedankenauffangbuch geschrieben. Dann wieder Siesta und Verarbeitung … weitergehen.

Fünf Schiffe

0238 13.11.15 Flucht und Boote

Es wäscht die kleine blaue Frau ihr Kleid am Fluss, als ein leeres Boot an ihr vorübergleitet. Sie sieht keine Ruder, keine Frau und keinen Mann. Zarte Schleier umwabern das Boot. Die kleine blaue Frau hört einen leisen Gesang, schwimmt zum Boot und nimmt es an die Leine, sie zieht es bis zum Strand. Dort setzt sie sich hinein.

Die Sonne geht unter, die Sonne geht auf, die Sonne geht wieder unter. Es sitzt die kleine blaue Frau in einem ruderlosen Boot und lauscht einem leisen Gesang. Sie lernt die Totenlieder.

Die Sonne geht auf. Es trägt die kleine blaue Frau die Lieder zur Alten mit dem erdigen Gesicht. Die nimmt die Lieder in ihr Herz, dann lässt sie sie wieder frei. Da wird es still. Zarte Schleier wehen ins Blau des Morgenhimmels.

Text und Bild copyright by Ulli

Vor einer Weile schrieb Jürgen Küster alias Buchalov in seinem Blog (sinngemäss): „Und immer diese Boote …“

Mich lassen sie in diesem Jahr auch nicht los und das aus verschiedenen Gründen. Der eine Grund ist das Drama auf dem Mittelmeer, das andere die Aktion von Jörg Möller. Mittlerweile fand die erste Ausstellung oder nenne ich es Benefizveranstaltung in Geldern bei Jörg Möller und Nanni statt, viele Boote schwammen zu anderen Orten. Pi mal Daumen wurden bei der ersten Aktion 1800 € für das Projekt „Seawatching – Deutschland hilft“ eingenommen. Jörg und Nanni haben einen zweiten Ausstellungstag geplant. Nun habe ich noch einmal fünf Schiffe gefalten, ihr seht sie auf obiger Fotomontage.

Wenn sich noch jemand aufgerufen fühlt: bis 28.11. müssten alle Schiffe eingetrudelt sein, schrieb mir heute Jörg. Näheres siehe hier →

Heute Nacht träumte ich, ich hörte eine Stimme, die sagte: Wenn die Boote zu klein sind, dann findet man sie nicht mehr.“

Ich stimme Jürgen zu: Immer diese Boote …