Lange Abende

© John Lurie Deer and Stoplight, watercolor and ink on paper, 12″x18″, 2009

Die langen Abende laden ein zu lesen, Tee zu trinken, Bilder zu gestalten, Kerzen anzumachen, zu schreiben oder im musikalischem Erinnerungsarchiv zu kramen.

Was ist eigentlich aus John Lurie geworden?

Ach was … er erkrankte 1994 an Borreliose und zog sich seitdem häufiger zurück … er begann zu malen … aber er veröffentlichte auch weitere Alben und trat mit seiner und von seinem Bruder 1978 gegründeten Band John Lurie and the Lounge Lizards weiterhin auf.

Ich war Fan. Ich erinnere mich, dass er 1991 in Berlin ein Konzert gegeben hat. Klar, ich wollte hin und dann erfuhr ich den Preis. No way! Siebenundzwanzig Jahre später, sozusagen jetzt, lausche ich genau diesem Konzert, drehe am Lautstärkeregler, tanze, innerlich, äusserlich. Nichts geht verloren.

Wer seine Musik nicht kennt und Jazz mag, der/dem empfehle ich diese Konzertmitschnitte – ja, es braucht Zeit! Musik für lange Abende.

In einer kleineren Formation: The John Lurie National Orchestra – Jazz Jamboree 1992

Ein Album übers Fischen, zusammen mit Jim Jarmusch, Tom Waits, William Dafoe, Matt Dillon und Dennis Hopper. Nein, John Lurie weiß nix übers Fischen. Sagt er.

Wer mehr über ihn erfahren will, kann hier nachlesen → https://de.wikipedia.org/wiki/John_Lurie

Mehr Bilder gibt es hier zu sehen →  http://johnlurieart.com/

Einmal Fan, immer Fan.

Moritz Neumeier zu Chemnitz

 

Vielleicht stöhnt ihr jetzt auf: „Schon wieder Chemnitz“! Ja, schon wieder Chemnitz! Und nicht weil ich glaube oder denke, dass alle Menschen, die in Chemnitz wohnen faschistisch wären oder weil ich glaube, dass nur Chemnitz ein Problem mit faschistisch denkenden Menschen hätte, sondern weil ich mich dagegen wehre, dass nun Berichte und Videos auftauchen, die so tun, als hätte es die hasserfüllten Faschisten nicht gegeben und nun versuchen die Situation so darzustellen als wären die Bilder von den „Glatzen“ (wir nannten sie früher Skinheads) Lügen oder um es neudeutsch zu nennen als handele es sich hier um fakenews.

Moritz Neumeier spricht für mich das aus, was ich eben auch denke und ich kann und will es gerade auch nicht lassen dazu aufzurufen, sich dem Hass entgegen zu stellen!

Ja, es bleiben viele Fragen offen. Ja, es gibt eine sehr seltsame Berichterstattung, aber die gab es auch schon vor Chemnitz. In diesem Zusammenhang möchte ich euch auf zwei Beiträge aufmerksam machen.

  1. von Bludgeon, der aus meiner Sicht gute Fragen stellt → https://tokaihtotales.wordpress.com/2018/09/01/recherche-fehlanzeige/
  2. von Red Skies over Paradise, der ein Buch vorstellt, bei dem es um Berichterstattung geht, insbesondere der der Tagesschau, mit der Frage: „Was habt ihr dagegen gemacht“ → https://redskiesoverparadise.wordpress.com/2018/09/01/was-habt-ihr-dagegen-gemacht/

Übrigens … ich war gerade auf twitter – den heutigen Trauermarsch hat Herr Höcke angeführt – noch Fragen?

Sonntagsbild 30 2018

 

 

Koko ist Ende Juni gestorben, sie wurde 46 Jahre alt → http://www.spiegel.de/panorama/kalifornien-gorilla-koko-gestorben-a-1214406.html

Ihre „Rede“ über die Dummheit der Menschen hat mich beeindruckt, besonders der Anfang: „Ich bin Gorilla, ich bin Blumen, Tiere, ich bin Natur…“

Ich möchte ihr antworten, ich bin Mensch, ich bin Blumen, Bäume, Wasser, Tiere, ich bin Natur –


Dabei fällt mir ein, dass ich endlich meine Webseite überarbeitet habe, wen es interessiert, bitte hier entlang, Willkommen → http://ulli-gau-naturcoaching.eu/


Pssst, lieber Irgendlink, danke für deine Unterstützung und danke auch an dich, liebe Sofasophia, du weißt wofür!


Habt alle einen zauberhaften Julisonntag!

W = Widerstand und Wohlwollen

Alphabet der mutigen Träume

0163ab-04-07-16-wendlandplakatDies ist ein Plakat für den Widerstand gegen die Atomenergie. Gesammelt habe ich alle diese gelben Xe/Kreuze im Wendland.

Das Plakat kann bei mir bestellt werden, Preis ist Verhandlungssache, je nach Größe, Menge und Organisation. Es gibt es auch ohne Text, sodass man einen eigenen einfügen kann.

Zur Erinnerung, im Wendland ist Gorleben und somit der Ort, der schon in den 1970er Jahren ausersehen wurde, um dort ein Endlager für Atommüll anzulegen. Es folgten viele Jahre der Untersuchungen und des Widerstandes, der bis heute ungebrochen ist.

widerstand

Widerstand kennt keine Halbwertzeit, bedeutet für mich, dass ich solange gegen Gewalt, Kriege, Umweltzerstörung, Menschenverachtung, Atomkraft, Faschismus, Sexismus und Rassismus Widerstand leisten werde, bis all das kein Thema mehr ist, also solange ich lebe.

Ich bin für einen gewaltfreien Widerstand. Die Faust bei diesem antifaschistischem Emblem bedeutet für mich nicht Gewaltbereitschaft, sondern symbolisiert für mich die Bereitschaft und Entschlossenheit dem faschistischen Gedankengut und Handeln entgegen zu treten.

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Ich mag klugen, gewaltfreien und phantasievollen Widerstand und lehne es ab, nur weil die Gegenseite gewalttätig ist, selbst zu solchen Mitteln zu greifen.

Widerstand heißt Nein zu bestimmten Zu- und Umständen innerhalb der Gesellschaft und ihren Auswirkungen zu sagen, dem Nein ein Ja gegenüber zu stellen und den Dialog des Fortschritts und des Wandels hin zu einer humanitären und umweltfreundlichen Gesellschaft zu fördern.

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Die Vogelpredigt des Franz von Assisi, Giotto di Bondone um 1295

Wohlwollen ist heute das zweite Wort in meinem mutig erträumten Alphabet. Den anderen und mir Wohl zu wünschen und soweit es mir möglich ist danach zu handeln und zu wirken, verbindet. Neid, Gier und Hass spaltet.

Dein Wohl ist auch mein Wohl, mein Wohl auch deins ist die Haltung und schließt das Wohl der Erde und ihrer Lebewesen mit ein. Diese Haltung wird gespeist von der Liebe, der Güte, dem Mitgefühl, wird gelenkt von Verstand, Herz und Klugheit, eine Kommunikation auf Augenhöhe gehört für mich ebenfalls dazu.

Auch der heilig gesprochene Franz von Assisi hat Widerstand geleistet, gegen die Politik und Haltung der Kirche und gleichzeitig war er voller Wohlwollen gegenüber allen Lebewesen. Seine Vogelpredigt, wenn auch als Legende bezeichnet, ist berühmt geworden.

Widerstand ist Reibung, Reibung erzeugt Energie und kann dafür genutzt werden Horizonte zu erweitern und sie für fruchtbare Prozesse einzusetzen.

Diese Rede an die Menschheit von Charlie Chaplin geht mir immer wieder unter die Haut, manchmal rollen auch Tränen, wie am Sonntag, als es die Stiftung Weiße Rose e.V. bei fb einstellte. Nichts von dieser Rede hat an Aktualität verloren. Ich habe überlegt wohin sie am besten passen würde und kam zu dem Schluss, dass es nur der Widerstand sein kann. Ja, lasst uns widerständig sein und dabei wohlwollend bleiben…