GedankenFäden 001 2020

Manches wird deutlicher im Licht der Dämmerung, in der alles Schatten und Zwilling wird. Ein Dazwischen von dem was gewesen ist, hätte gewesen sein können, dem was war und ist. Ein Scheitern, ohne es-könnte-noch-werden. Was war und ist und nicht, liegt verborgen in deiner und meiner Wahrheit. Verdammt dazu, dass eine Hälfte immer unwahr bleibt. Ich lasse den Wollmantel in der roten Lackschachtel, die, die kleine blaue Frau einst vergraben hat, ohne eine Marke des Wiederfindenkönnens gesetzt zu haben. Dort, wo die Träume von Liebe ohne Scheitern wachsen. Ich kenne diese Bäume nicht bei ihrem Namen, nicht ihre Erde in der sie wachsen, ich halte nur die Träume in mir warm. Nicht alle sind gescheitert, manche wärmen sich noch ins hohe Alter hinein. Eine hält Einem die Hand oder Einer der Einen oder Eine der Einen oder Einer dem Einen. Vereint im Getrennten bis über Tod hinaus. Irgendwo dort ist die Erde, wachsen die Traumbäume, deren Wurzeln in keinem noch so starkem Sturm wanken. Es gibt noch deine Stimme und meine in unseren Ohren – die Hände bewegen sich auf den eigenen Körpern hinauf und hinab. Die Abdrücke auf unseren Häuten haben Wind und Wellen mit sich genommen. Trost schenkt sich jeder selbst. Natürlich ist das traurig – das Leben hat einen schiefen Mund. Ich habe wieder keinen roten Nagellack gekauft, ich wässere die Bäume in diesen trockenen Zeiten.



Inspiriert zu diesem Text hat mich das Buch von Nancy Hünger „4 Uhr kommt der Hund“



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Blaue Bilder und Musik

Ich will nur liegen … unter’m immergrünen Baum

(Haindling – höre unten)

anklick = große Bilder – please click to enlarge



To my English speaking readers:

If you are interested, you can read every article of me in English. You have to go to the end of my blog page, there you’ll find the button „Google Translater“. Enjoy!

Das Zimmer

Nichts, nichts weiter #1

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Sie stand in dem Zimmer, ein Zimmer des Nichts. Nicht wirklich weiß, auch nicht grau, nicht dunkel, was noch erstaunlich war, auch kein Schimmer von gelb, grün, blau, rot, violett, türkis, nur hell. Woher die Helligkeit kam? Wer weiß…

Das Zimmer war fensterlos oder war es Nacht? Sie sah auch keine Tür, was ebenfalls infrage zu stellen war, irgendwie musste sie ja hier herein gekommen sein. Beamen war noch immer den Flaschengeistern vorenthalten.

Sie wollte hier nicht raus, nicht jetzt, also gab es keine Gefangenschaft. Profane Sorgen um essen, trinken, Stuhlgang und pinkeln stellten sich nicht ein.

Sie stand in dem Zimmer, stellte sich dem Nichts, der Abwesenheit von Farben, Dingen, Fenstern und Türen; neugierig, verwundert, immer noch.

War sie selbst das Zimmer?

Bislang hatte sie sich als escheraeskes Treppenlabyrinth gesehen. Oben und unten waren sich hebende und senkende Ebenen, Türen erschienen, verschwanden wieder, waren verschlossen, standen einen Spaltbreit oder weit offen. Endlosgänge wechselten sich mit verwinkelten Hotelfluren ab.

Sie hatte einst Stockwerk siebeneinhalb geputzt. Hier hatte es zwei schlichte Zimmer gegeben, von jeher für Poeten bestimmt. Lessing soll hier gewesen sein, Lenz auch und die Droste-Hülshoff, andere, deren Namen sie entweder vergessen hatte oder die namenlos starben.

Manchmal hatte sie sich an einen der kleinen Schreibtische gesetzt und auf den Rhein mit seinen vorbeituckernden Schiffen geschaut, die hinter der Kurve verschwanden oder langsam ihren Bug in ihren Blickwinkel schoben, gefolgt von dem langen Leib, bis auch das Heck sichtbar wurde. Hier war sie immer ruhig geworden. Gerne wäre sie hier sitzen geblieben, sie würde ihr kleines Notizbuch aus ihrer Hosentasche ziehen, ihren geliebten Füller aufschrauben, der immer an der Brusttasche ihres Arbeitshemdes klemmte. Sie würde hier ihren Gedanken folgen, wie ihre Blicke den Schiffen. Ungestört. Ohne etwas anderes erreichen zu wollen, als die Feder ihres Füllers über das Papier gleiten zu hören. Ihre runden Buchstaben würden Worte formen, diese Sätze, die, wenn alles gut ging, zu einem Sinn oder wenigstens zu einem Bild, einer Möglichkeit der Wirklichkeit wurden.

Wirklich, wie die schroffen Schieferhänge dieses engen, kurvigen Rheintals um die Loreley herum. Nicht weit von Kilometerstein Nummer Fünfhundertirgendwas entfernt, dem Wim-Wenders-Kilometerstein und der Wim-Wenders-Insel, mitten im Rhein. Die Straße daran vorbei war sie zig Hundertmal  gefahren.

Aus solchen Träumen erwachte sie immer unbeschadet. Sie taten nicht weh, sie waren Teil ihrer Geschichte, ihrer Verdauung, ihrer Verortung.

Nicht alle Räume, die sie einluden waren freundlich. Manchmal fand sie dort Geschichten, die sie verstörten, weinend, verzweifelt erwachen ließen, andere waren voller Verwunderung und Staunen. Sie ahnte, dass dieses Zimmer der Nichtfarben zu letzterem gehören würde. Mehr noch, dass dieses Zimmer mehr Teil ihrer Wirklichkeit war, als alle anderen zuvor.

Wirklicher, als das kleine tanzende Herz aus Gold, das sie einst auf einer der escheraesken Treppen gefunden hatte. Wirklicher, als der Stuhl auf dem sie saß, um mit ihrem geliebten Füller, seinem leichten Gleiten auf kariertem Papier, ihre Gedanken zu etwas verdichten, was, wenn schon keinen Sinn hatte, dann wenigstens eine Geschichte war. Eine Geschichte, die alles offen ließ, wie ein heller Raum des Nichts, ohne sichtbare Fenster oder Türen.

Nichts.

Darum geht es. Das nichts ist, außer Geschrei und Gerenne, um ihm zu entfliehen. Bedrohlicher als der Tod, der wenigstens noch neunundvierzig Stufen und ein Licht verspricht.

Nichts. Punkt Null, von dem aus alles möglich, weil alles denkbar ist, in jegliche Richtung. Um etwas wachsen zu lassen, braucht es Punkt Null, braucht es nichts, braucht es totenstill.

Sie hatte sich auf den Boden gelegt, der warm war, wie es überhaupt in diesem Zimmer warm war, warm und frisch, so wie sie es mochte. Der Boden nahm sie auf. Sie konnte sich an ihn schmiegen. Eine warme Erde, die ihren Körper empfing und hielt, sie umschmeichelte und barg, die hell war, wie alles andere, aber auch anders, weil sie mehr war als nichts.

Sie hatte den Punkt Null verlassen. Etwas war geworden. Eine Erde, die sie hielt und trug, wärmte und barg. Sie schloss die Augen.

T = Träume

Alphabet der mutigen Träume

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(Hier seht ihr Bilder aus einem kleinen Zyklus von 2015, den ich „Traumraum“ nannte – gerne, so ihr mögt, könnt ihr diesen Begriff in die Suchmaschine eingeben, um noch mehr zu finden)

Träume sind keine Schäume! Ich möchte gerne einmal wissen wer diesen Satz in die Welt gesetzt hat und zu welchem Zweck.

Träume sind für mich zweierlei:

  • 1. die Kommunikation meines Unterbewusstseins mit meinem Bewusstsein – Verarbeitung meines Alltags, meiner Gefühle und Hinweise auf meine Seelenzustände
  • 2. Visionen und Vorstellungen, mit deren Hilfe ich mich weiterentwickeln und den Wandel einläuten kann

Zum Thema „Träume“ gehört auch die Traumdeutung und das luzide Träumen, beides aber gehört im Zusammenhang meines Alphabets zwar erwähnt, aber nicht vertieft.

Die mutigen Träume gehören zur zweiten Kategorie. Ich hoffe sehr, dass im Laufe meiner Darstellungen im Alphabet der mutigen Träume der Sinn dahinter verstehbar geworden ist.

Die Methode des mutigen Träumens kann noch ganz andere Wandlungsprozesse in Gang setzen, absichtlich habe ich von der Darstellung und Vermittlung der Übungen abgesehen, da sie diesen Rahmen sprengen würden. Vielleicht komme ich noch einmal später  darauf zu sprechen. Wer jetzt schon mehr erfahren will, dem kann ich nur noch einmal das Buch von Alberto Villoldo „Mutiges Träumen“ ISBN 978-3-442-21857-8 WG 2475 ans Herz legen.

In meinem Alphabet entstand eine Art Lexikon der Tugenden, es hat außerdem versucht Wege hin zu einer freundlicheren, freudigeren und mitfühlenderen Welt zu zeigen. Nichts ändert sich allein durch Gebete oder fromme Wünsche, immer geht es bei dem Wunsch nach Veränderung auch ums Tun. Von nix kommt nix.

Die meisten Träume handeln vom eigenem Glück, von einem Prinzen/einer Prinzessin an der Seite, von Haus, Garten und einem Leben mit allem, was das Herz begehrt, selten gehen sie über den eigenen Gartenzaun hinaus. Und wenn sich dann die Träume erfüllt haben, kommen oft die Ernüchterungen. Der Traumprinz ist eben doch kein Prinz und die Traumprinzessin keine Prinzessin, das Haus braucht Pflege und Reperaturen, der Garten macht Arbeit und die Kinder wollen nicht so, wie man selbst will. Realismus kann beim Träumen nicht schaden, schützt vor bösem Erwachen und stellt die Frage nach dem, was Glück denn wirklich ist.

Ich träume gerne von meinem eigenen kleinem Glück, aber so wirklich glücklich macht es mich, wenn ich mich verbunden fühle und meine Träume ausweiten kann und diese auf fruchtbare Böden fallen, wie ich es hier mit euch von A bis hierher erlebt habe. Danke dafür!

Mutig träumen # 2

270-12-09-11

Fortsetzung …

Warum also nicht mutig träumen, haben wir denn wirklich etwas zu verlieren?

 

  • Woher kommt die Angst, die Altbewährtes negiert?
  • Woher kommen die vielen Belächelungen, Überheblichkeiten und Abwertungen schamanistischer Traditionen und ihrem Wirken gegenüber?
  • Wie können Menschen ernsthaft jahrhunderte-, jahrtausendealte funktionierende Heilmethoden mit Hokuspokus abtun?
  • Wer oder was hat sie ermächtigt uralte Heilpflanzen auszurotten oder sie als gefährlich einzustufen?

Gier ist eine der Antworten. Bedürfnis nach Sicherheit eine andere.

Ich sehe Nebel der Unwissenheit, die sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt verdichten.

Ich sehe Babys in Wippen liegen, auf kleine über ihnen hängende Bildschirme starren, über die „babygerechte“ Bildchen flimmern. Ich sehe behelmte Kinderköpfe im Wald und ein weinendes Mädchen, untröstlich über die fiese, dreckige Erde auf ihrem rosa Kleidchen. Ich sehe Tausende auf kleine Kästen starren, nervös zucken ihre Augen im minimalen Blickkontakt zurück auf ihre Displays; steinerne Minen. Seelenausverkauf, im Dutzend billiger.

Stopp!

Zur Erinnerung, es sagen Schamanen des nordamerikanischen Doppelkontinents heute: „Dadurch, dass wir die Welt betrachten, träumen wir sie ins Dasein.“

Alberto Villoldo fügt hinzu:

„Die Wissenschaftler glauben, dass wir dazu nur in der winzigen subatomaren Welt in der Lage sind. Die Schamanen dagegen wissen, dass wir auch die Welt ins Dasein träumen, die wir mit unseren Sinnen erfahren. (…)

Die australischen Aborigines leben in einer Welt, in der die Traumzeit noch nicht in den Bereich des Schlafes abgedrängt wurde. (…)

Die Traumzeit durchdringt Materie und Energie. Sie verbindet alle Wesen, jeden Stein, jeden Stern, jeden Lichtstrahl und jedes kosmische Staubkörnchen. Die Macht zu träumen entspricht somit der Macht, sich am Schöpfungsprozess zu beteiligen …“

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Die Menschen sind um einiges größer und mächtiger, als sie gemeinhin glauben und denken. Es scheint, dass viele nichts mehr fürchten als die eigene innere Größe, wie es auch schon andere vor mir schrieben. Es scheint, dass die Angst vor dem Wandel größer ist, als das Leiden selbst.

Alberto Villoldo:

„Obwohl sich der Verstand dagegen wehrt, ist es eine Tatsache, dass auch du die Wahl zwischen dem von dir ersehnten Leben und den vermeintlichen Gründen hast, weshalb du es nicht haben kannst. Du kannst in Frieden und Freude schwelgen oder unter der Last des großen schwarzen Bündels all der beklagenswerten Ereignisse und Schicksalsschläge leiden, die du in deiner Kindheit oder in deiner letzten Beziehung erlebt hast. (…)

Ohne Mut müssen wir uns mit dem zufriedengeben, was uns Kultur oder Gene zubilligen. Wir glauben, wir müssten uns mit dem Albtraum abfinden. Wenn wir mutig träumen wollen, müssen wir es mit dem Herzen tun. Andernfalls werden unsere Träume nie über die Ebene des übermäßigen Denkens, Planens und Sorgens hinausgehen. Unser Traum verkommt dann zu einem Albtraum oder einer bloßen Phantasievorstellung. Er hält uns gefangen oder entschwindet, während wir uns fragen, was eigentlich passiert ist. (…)

Apathie äußert sich in Form von Depression und >erlernter Hilflosigkeit<, dem Glauben, alle bisherigen Erfahrungen seien der Beweis dafür, dass man das eigene Leben nicht beeinflussen könne. Wer unter erlernter Hilflosigkeit leidet, glaubt, keine Kontrolle über seine Situation zu haben. Deshalb wird ein solcher Mensch auch, wenn er sehr leidet, nicht das Geringste tun, um etwas zu ändern. Schließlich glaubt er: Was soll das schon bringen? Apathie ist das Gegenteil von Mut.“


Eine klare Ausrichtung, getragen von der Liebe zu sich selbst, zur Welt und allen anderen lebenden Wesen, verbunden mit dem Wunsch nach Harmonie und Frieden für alle, verwoben mit klaren Bildern, Symbolen und Vorstellungen ist eine Drehung des Selbsts und der Welt in eine zufriedenere und freudigere Richtung.

Um erfolgreich zu träumen, das eigene Leben zu verwandeln und damit auch Einfluss auf das Große und Ganze zu nehmen, braucht es Disziplin, Hingabe und Vertrauen. Mutig träumen heißt beobachten und mit allen Sinnen wahrnehmen was ist, ist Kontemplation, Meditation, ist verantwortliches Handeln.

  •  Moliere: „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“
  •  Antoine de Saint-Exupéry: „Mensch sein heißt verantwortlich sein.‘‘
  •  Dante: „Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst.‘‘

Ich spüre die Verantwortung und den Wunsch in mir brennen, dass die Erde auch noch für die nächsten sieben Generationen und darüber hinaus ein Ort der Schönheit und der Wunder ist, in der sich Liebe, Mitgefühl und Frieden ausbreiten darf-

Mutig träumen ist ein Weg auf dem Weg.

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Letztlich kann ich hier nur einen Geschmack von dem geben, was genau mit alldem gemeint ist. Wer jetzt neugierig geworden ist, der/dem kann ich das Buch (s.u.) von Alberto Villoldo ans Herz legen, hier finden sich auch Übungen für den Mut und den Weg,

So, wie auch in Sandra Ingermanns Buch – Heilung für Mutter Erde – Wie wir uns und unsere Umwelt verwandeln können –.


 Anmerkungen

  • Das Bild – eine Höhlenzeichnung der Aborigines, gefunden auf www.in-australien.com
  • Alberto Villoldo – Mutiges Träumen – Wie Schamanen Realitäten erträumen ISBN 978 – 442 – 2185 – 8 WG 24 75

Mutig träumen # 1

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Der Schmerz über die Entwicklung in der menschlichen Welt ist nicht kleiner geworden, die Trauergesänge nicht weniger. Es gibt nicht weniger Kriege, nicht weniger Hass, nicht weniger Leichen im Meer.

Manche wurden leiser, manche resignierten, andere ignorierten, einige streifen sich Schmerz und Leid von ihren Häuten, wie den Schmutz nach getaner Arbeit, andere gehen jeden Samstagabend tanzen, manchen hat es die Sprache zerschlagen, einigen die Stimmen genommen, andere sind vor Angst erstarrt, einige werden wütend, manche radikalisieren sich, andere haben die Schuldigen schon längst ausgemacht … Gnade!

So viele, viele kleine Menschen, die nicht aufstehen und auch nicht zusammen- und zueinanderstehen, die nicht für sich und ihre Träume, ihre Ideale einstehen, die sich fesseln lassen, die blindlings glauben, weil man versäumte ihnen Mut und selbständiges Denken zu schenken, die hinnehmen, still und voller Angst, die alleine stehen, die ersticken und ersaufen in ihrer Individualität, die nichts mehr spüren, nicht sich und nichts anderes, die nur Hast und Eile kennen, Müssen und Sollen, Leere und bleierne Müdigkeit. Stopp!

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Es sagen die 13 indigenen Grossmütter in dem Film „For the next 7 generations“:

„Wir sind uns einig, wir haben einen gemeinsamen Feind … die Gier.“

Barbaren kamen, nahmen Land und Frauen, hackten in Böden und Männerköpfe ab, sie laugten Muttererden aus. Sie kamen und kommen, zähmten und zähmen, alles was wild ist. Was nicht zu zähmen ist, rotten sie aus: Kopf ab und aus, die Maus. Sie sagen, das sei ihr Recht. Stolz sind sie, die Barbaren, die Ritter der Erderoberung und -ausbeutung. Jetzt gehen sie zum Wasser. Groß, mächtig, furchteinflößend kommen sie daher, unter der Rüstung klemmen kleine Schwänze, aus dem geöffneten Visier glänzen speckig rote Fratzen, ihre Herzen aus Stein, ihre Seelen los.

Stopp!

  • Was, wenn man sie nicht mehr fürchtet?
  • Was, wenn an den wohlwollenden Träumen einer besseren Welt festgehalten wird?
  • Was, wenn an den Träumen von Wasser, Nahrung und Bildung für alle weitergesponnen wird?
  • Was, wenn wir „Wir“ wieder Wirklichkeit werden lassen?
  • Was, wenn wir unseren Dank für die Pracht und die Wunder des Lebens wieder täglich zum Ausdruck bringen?
  • Warum keine kleinen Opferschalen in den Garten tragen oder auf die Fensterbank stellen?
  • Warum nicht beten?
  • Warum nicht freundlich zu jedem lebendigen Wesen sein?
  • Warum nicht die Neugierde und den Wandel nähren?
  • Und wieso nicht mutig träumen?

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Sandra Ingermann schreibt:

„Viele Schamanen sagen, dass wir den falschen Traum träumen. Wir geben uns der Illusion hin, dass wir von der Natur und den spirituellen Reichen getrennt leben. Wir sehen uns als Opfer der Umwelt und des Lebens. Diese Illusionen bilden den Samen, aus denen dann die Keimlinge von Furcht, Wut, Hass, Verzweiflung und Dunkelheit entstehen. Nun ist es an der Zeit, dass wir das Unkraut jäten und unseren Garten mit neuen Samen bestücken. (…) lassen Sie uns diesen Traum träumen, einen Traum der Liebe und Harmonie, des Einsseins … und – was am allerwichtigsten ist – einen Traum der Freude.“

freude

Jeder Traum beginnt im Selbst, jeder Wunsch nach Veränderung wird von Schmerz und Leid getragen,  wieso soll gerade dies nicht wandelbar sein, wenn sich doch immerzu alles wandelt?

Das Wenigste in der Menschenwelt wandelt sich von allein und es wandelt sich auch nicht unbedingt schnell, aber es wandelt sich, wenn man es selbst will und wenn es viele wollen, wenn viele den selben Traum träumen, ihn nähren und pflegen.

„Alle Dinge entstehen im Geist, sind unseres mächtigen Geistes Schöpfung.“ – Buddha

„Jeder von uns träumt die Welt ins Dasein, ob wir das wissen oder nicht. Dabei haben wir es nicht mit dem vertrauten Akt des Schlafens zu tun. Wir träumen vielmehr mit offenen Augen.“ – Alberto Villoldo

„Dadurch, dass wir die Welt betrachten, träumen wir sie ins Dasein.“ – Schamanen des amerikanischen Doppelkontinents

 

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„Unsere Kultur hat sich in einem Dickicht rationaler, mechanistischer und blind wissenschaftsgläubiger Glaubenssätze verirrt. Da wir so großen Wert auf materiellen Reichtum legen, sind uns die Prioritäten gewissermaßen verrutscht (…) Bereits Pythagoras mahnte die Menschheit, sie solle die Schätze des Geistes der Ansammlung weltlicher Güter vorziehen …“ – Sandra Ingermann

Es geht nicht um Wünsch-dir-was, nicht um Hokuspokusfidibus-hexhex-blitz-zack-und-fertig. Es geht nicht darum in Tagträumen dahinzudämmern und es geht auch nicht um die mehr oder weniger passiven Träume in der Nacht. Mutige Träume sind aktiv.

Es geht um die Beobachtung dessen was ist, was war, was wirkt und wie. Es geht darum von hieraus Ideen/Visionen zu entwickeln, um das Gegenwärtige ein kleines bisschen freundlicher und freudiger zu machen und von dortaus wieder ein kleines bisschen freundlicher und freudiger und so fort. Es ist der Weg der kleinen Schritte, der Hingabe und des Vertrauens, dass sich die schöpferischen Ideen = Visionen = Träume materialisieren werden.

Wenn dann noch der Wandel nicht nur zum Wohle des eigenen Selbsts, sonders zum Wohle aller lebendigen Wesen geträumt wird, bekommt das Rad Schwung.

Warum also nicht mutig träumen?

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Fortsetzung folgt …


Anmerkungen

  • die Zitate sind folgenden Büchern entliehen:

Sandra Ingermann – Heilung für Mutter Erde – wie wir uns und unsere Umwelt verwandeln können – ISBN 978 – 3 – 442 – 21911 – 7 WG2475

Alberto Villoldo – Mutiges Träumen – Wie Schamanen Realitäten erträumen

ISBN 978 – 442 – 2185 – 8 WG 24 75

  • Das Foto der 13 indigenen Großmütter stammt von folgender Webseite:

http://www.earth-oasis.de/events/13-grandmothers/die-vision-des-spirituellen-rates-der-13-grosmuetter/

herzlichen Dank

Miniatur – denken, handeln, träumen

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Die Träumerin

Denkend, handelnd und träumend webt der Mensch die Wirklichkeit, jede_r für sich und alle im Kollektiv. Hans im Glück und Goldmarie, du bestimmst den Weg, Opfer oder Handelnde_r. Wer tritt aus der Tür, wer bleibt in der Stube hocken, wer denkt, wer handelt, wer plappert, wer träumt?

Sieben Todsünden, zehn Gebote, acht Pfade, was muss man wirklich wissen und was weiß man sowieso? Tief ist der Brunnen, klar ist das Wasser auf seinem kieseligen Grund.

BloggerInnenprojekte – 1 – John

001 dompfaffUnd wie ich den gekrönten Dompfaff anschaue, der kein Zaunkönig ist, dafür ist er zu groß und auch zu rot am Hals. Der auch kein Rotkehlchen ist, dazu ist er zu rund und auch zu groß und kann somit nur ein Dompfaff sein, da denke ich an König Drosselbart. Ach, lieber nicht! Lieber pfeiffe ich auf Dom und Pfaffen, ziehe Hütchen und grüße Sie. Sie, meinen lieben Kleinen König Kalle Wirsch. (Kleine Verbeugung und ein noch kleinerer Kratzfuß.)

de.hr.cms.servlet.IMS„Verzeihung … kennen wir uns?“

„Nun ja, nicht wirklich, aber …“

„Papperlapp. Aber und nicht wirklich, was soll das denn heißen?“

Unwirsch kann ein Kleiner König Kalle Wirsch werden, wenn man nur so ungefähr bleibt. Ich räuspere mich, suche die rechte Rede. Blitzschnell. Weil so ein König, ob groß oder klein, ob Kalle Wirsch oder ein anderer, ja nicht ewig Zeit hat, ich sage schnell:

„Ich habe viel von Ihnen gehört.“ Er richtet sich auf. Er schaut mich an. Ich scheine die rechte Rede gefunden zu haben. Welcher König mag keine Schmeichelworte! Flugs spreche ich weiter:

„Von Ihnen und Ihren Blechtrommlern … und da dachte ich (Vorsicht, Glatteis!), ob Sie und Ihre famosen Blechtrommler nicht einmal feste trommeln und brüllen könnten, so statt meiner, und weil meine Stimme wenig wiegt in der Welt und weil es den Königinnen und Königen, den Ministerinnen und Ministern in der Welt doch einmal in den Ohren klingeln muss, dass das kleine Volk den Frieden will in der Welt.“

Ich hole Luft und schaue in die weit aufgerissenen Augen vom Kleinen König Kalle Wirsch. Etikette? Vergessen. Er zieht und zubbelt an seinen Fäden und schon geht es los: der Kleine König Kalle Wirsch brüllt, wie noch nie jemals jemand gebrüllt hat:

„STOPP!“ Und wild trommeln die Blechtrommler dazu.

Dann kommt John, er trägt Ohrstöpsel und ist sehr blass. Er stammelt:

„Ich muss dir etwas sagen …“

„Ja?“

„Du hast es geschafft! Na ja, vielleicht nicht du selbst, aber der Kleine König und seine Blechtrommler. Da draußen trommeln sie auf zwerchige Felle und allen klingeln die Ohren, nur die Kinder tanzen, die Tiere kommen aus dem Wald, die Erwachsenen verstecken sich, das kleine Volk ist wieder erwacht.“

Da erwache auch ich. Der Dompfaff wird immer noch vom Bläuling umtanzt, die Glockenblume läutet noch immer ihr Blau, niemand trommelt, niemand brüllt. Nur ich auf meine Brust, John nickt:

„Darling, es wird Zeit!“ Wir trinken noch einen Kaffee und dann gehen wir zum Bahnhof.

Anmerkungen:

nach einer Inspiration von Jutta Reichelt und ihrem Geschichtengenerator

den Dompfaff habe ich abfotografiert – © Daniela Drescher – Grätz Verlag

Das Bild: Der Kleine König Kalle Wirsch © hr-online.de – herzlichen Dank

Und das im Winter!

0014a 06.01.16 Nordenergie

Dunkelzeit ist vorbei, die weisse Glitzer-Knirsch-Knarsch- und graue Schmuddel-Tropf-Zeit hat sie abgelöst. Die Sonne steigt durch den Winter dem Frühling entgegen.

Winterzeit ist die Kraft des Nordens im Lebensrad. Dort wohnen die Gehörnten und Zähen, klassischer Weise die Büffel. Aber hier leben keine Büffel. Ich denke an Steinböcke und -ziegen, an Gemsen und Widder, an Hirsche und Rehe. Wildschweine, Wölfe und Füchse nicht zu vergessen, die hier die Zähen sind. Und die Meisen, die bleiben …

0016 07.01.16 Rückschau

Wie sieht meine Zähigkeit aus? Was ist da mehr, als „I`ll never give up?“ Muss da überhaupt mehr sein? Ist es nicht genug, nicht aufzugeben, immer wieder aufzustehen, immer wieder sich selbst neu zu erfinden, bei allem, was immer da war, geblieben ist und wahrscheinlich immer bleibt?

Geweihe, Hörner und Wurzelkraft. Altes und neues Wissen finden sich auf vielen Wegen und verbinden sich zu einem alljährlichen Reigen. Nie gleich und selbig schon gar nicht, und doch verwandt.

0010a 06.01.16 Nordkraft

Winterkraft. Das heisst Stille im Hochtal, unterbrochen von Radiogeschichten und Musik und den täglichen Nachrichten.

Ja, die Menschen müssen lernen miteinander zu reden. Kommunikation gehört zur Nordkraft. Zugewandte Kommunikation auf Augenhöhe, über alle Gräben und Unterschiede hinweg. Kommunikation, sitzend im Kreis, nicht von oben nach unten, nicht von vorne nach hinten- das bringt nicht weiter. Man sieht das ja, wie es seit Jahrhunderten nicht geht, mit all den Reden von dem einen und anderen Thron und dem einen und anderen Rednerpult hinunter.

dialog 1 0057 25.01.13 dialog 1

Winterzeit, das sind noch immer lange Nächte. Nächte, auch zum träumen. Und ich träumte, dass ich mit nackten Füssen über eine Wiese tanzte, die Arme in die Luft gestreckt, als hunderte von Kornblumenblüten vom Himmel fielen. Und das im Winter!

0015a 07.01.16 Kornblumentraum

In diesem Sinne, wenn schon kein weisses Glitzer-Knirsch-Knarsch-Wochenende, dann eben uns allen ein kornblumenblaues Winterwochenende …

Und ab morgen, Sonntag, 10.01.2016 zeige ich an drei Tagen der kommenden Woche drei Bilder bei pixartix →

Wie immer: Herzlich Willkommen auch dort und …

hier auch noch,

noch nicht genug! Es gibt eine Premiere und die findet ihr dort → und am Montag erzähle ich auch etwas mehr darüber, versprochen!

Alter Geist

0239 16.11.15 Flucht und Boote

Als ich wach werde steht das Traumbild klar vor mir: ein Himmel voller Zeitungsworte. Bomben fallen durch die Worte. Ich sehe das Meer und ein Boot, in dem Boot steht ein Mann, den ich nur als Silhouette von hinten sehen kann. Er ist seltsam verformt. Das war das Bild. Aus dem Off hörte ich eine Stimme, die monoton den einen Satz wiederholte:

„Glaub ja nicht, dass alte Männer neue Reaktionen zeigen würden.“

Der alte Geist reagiert gerade eben wie immer. Sie rüsten auf, sie werfen Bomben und reden von der Verteidigung „unserer“ Freiheit. Die Worte Freiheit und uns werden in den Nachrichten und Diskussionen inflationär gebraucht.Wie frei sind wir denn wirklich?

Wer mehr zur Freiheit lesen möchte schaue doch mal bei Achim Spengler vorbei →

Wer klare Worte mag, sollte auch einmal hier vorbei schauen literaturfrey→

(anfangs nannte ich den Artikel „alte Männer“- gemeint waren Männer, aber auch Frauen, die im alten Geist reagieren, deswegen habe ich das jetzt geändert- danke an alle aufmerksamen LeserInnen)