Vorüberfließende Zustände

Auch Erstarrung ist ein vorüberfließender Zustand

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Hell scheint die Sonne. Kinder haben sich eine Schlinderbahn gemacht. Auf den Po fallen gehört dazu, kurzes Verdutztsein, dann lachen, aufstehen, weiterschlindern. Die Mutter und ich lächeln uns an. In der Ferne tobt ein Hund über die verschneite Wiese. Er jagd Schneebälle, die sein Herrchen wirft. Woanders eine bunte Familie auf weißem Schnee, Vater Mutter, Kind, zwei Hunde, Farbkleckse im Weiß.

Die Pferdemenschen bringen ihre Tiere auf die Weide, wohl weil sie frische Luft brauchen? Das Gras wächst nicht unter dem Schnee – oder? Die braunen Kühe liegen auf der kalten Erde und käuen genüsslich wieder. An den fast zugefrorenen Teichen frage ich mich was die Kois wohl unter dem Eis machen, was sie dort unten zu fressen finden und sehe viele zerplatzte Schneebälle auf der vereisten Oberfläche liegen. Das sieht lustig aus. Ein Tag voller Hier und Jetzt, gepaart mit meinen Kinderwintern.

Wieder kreuzt sich mein Weg, wie so oft, mit dem, den ich den Traurigen Mann nenne. Wir gucken uns – wie immer – kurz an. Ich grüße. Er grüßt zurück. Ob er mich die Freundliche Frau nennt, ob er mich überhaupt nennt? Er kommt aus einem fernen Land, das sehe ich und seine traurigen Augen. Sein Guten Tag verrät keinen Akzent. Er spricht so leise. Ich gehe noch eine Weile, bis ich nicht mehr über ihn nachdenke.

Ein anderer Mann kommt mir entgegen, sein Hallo ist offen. Ich stelle fest, dass ich mit immer weniger Angst einzelnen Männern im Wald begegne. In meinem Alter gehört frau nicht mehr zum Beuteschema. Weniger Angst hier, mehr dort, zum Beispiel vor den sehr glatt gelaufenen Wegen, sie sind rutschig. Ich will nicht fallen. Obwohl ich es ja wie die Kinder machen könnte, kurzes Verdutzsein, dann lachen, aufstehen, weiterschlindern.

Aber eigentlich sind meine Gedanken beim Eis, bei dem filigranen und durchsichtigen, dem dicken und milchigen, bei der Durch- und Klarsicht, bei der Draufsicht und der Dichte, die jeden tieferen Blick verhindert. Und ich denke erneut an die zugefrorene Ostsee und dem Schwarzweißfoto – irgendwo in meinem Archiv – von der zartkleinen, gefrorenen Welle, ganz weit draußen auf dem Meer. Wie ich sie in der Ferne gesehen und mich an sie herangepirscht habe – unter meinen Füßen die gefrorene See. Eine Freundin nannte das Foto poetisch.

Die obigen Bilder zeigen das andere Eis, am Rand des Waldweges, das deswegen so anders ist, weil es in einem sehr langsam fließenden Rinnsal enstanden ist. Es zeigt eine Verquickung: das gefrorene Laub des letzten Herbstes unter dem Eis des jetzigen Winters, mit dem Versprechen auf Frühling, der nicht mehr fern ist. Es zeigt, dass die Formen abhängig vom Fließen und Strömen sind, von viel und wenig Wasser, von dem, was ihm Halt gibt, damit es überhaupt wachsen kann. Woran hält sich eine Welle fest?

Alles was fließt kann erstarren, alles was einmal erstarrt ist kann wieder ins Fließen kommen.

Und überall und immer die Vögel – im Eis, neben und auf dem Weg und im Himmel; die Amselriche, das Rotkehlchen, die Stare, die Blaumeise, der Rotmilan, die Rabenkrähen, die Spatzen, der Lachende, dessen Namen ich nicht weiß und das Kikeriki des Hahnes als ich wieder ins Dorf komme.

 



Ich wünsche euch allen eine gute Woche.

Für die, die keinen Winter mögen: „Nur Geduld, es ist noch immer wieder Frühling geworden.“ (Frei nach Tomte Tummetott – Astrid Lindgren)


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Hieroglyphen

Geheimnisvoll

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Ich beobachte, dass zunehmend Schrift in Bildern verwendet wird. Auch in meiner Serie Z wie Zeit, die ich immer am Sonntag zeige, spielt sie eine wesentliche Rolle, auch wenn sie nicht immer gleich erkannt wird, wie bei meinem letzten Beitrag: Z wie Zeit wie Wurzel.

Schrift ist Zeugnis davon etwas festhalten zu wollen, sich mitzuteilen und/oder für Späterlebende zu erhalten. Nicht alle Völker bedienten sich ihrer. Manche gaben ihre Geschichten von Generation zu Generation mündlich weiter, so ist auch Vieles verloren gegangen. So stehen Forscher:innen, Achäolog:innen heute oft vor Rätseln und ergehen sich in Mutmaßungen, was ich einst in einem PingPongBild von Gerda und mir thematisierte.

Heute zeige ich euch eine Fotomontage mit einem noch recht frischen Fundstück einer Keilschrifttafel, von der es heißt, dass es die bis heute älteste Schrifttafel sei, die bislang gefunden worden ist.

Schrift ist für mich Kommunikation, ist Literatur, ist Poesie, ist Wahrheitssuche, ist Weisheit, ist Spiegel von Zeit und Gedankenwelten in den jeweiligen Epochen. Manches ist Gold aus meiner Sicht, manches unverständlich, geheimnisvoll und wieder anderes ist Manipulation oder schlichtweg Schrott. Hieroglyphen sind für mich wie Noten, beide kann ich nicht lesen und doch bringen sie etwas in mir ins Schwingen. Sie erzählen Geschichten und Gefühle des Menschsseins.


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Die letzte Erinnerungsrunde an mein Alphabet der mutigen Träume

Willkommen zur dritten und letzten Erinnerung an mein Alphabet der mutigen Träume!

Q = Querdenken. Ist es nicht traurig, wie manche Begriffe mit der Zeit negativ besetzt werden? Ich bemühe mich in der Regel bei solchen Wörtern an ihre Wurzel zu denken und negative Bewertungen, die Zeit und Wandel verursachen, wegzulassen. Das ist nicht generell und immer möglich. Zu dem, was ich 2017 in Bezug auf „Querdenken“ geschrieben habe, stehe ich. Zu dem, was im letzten Jahr daraus gemacht wurde, nicht.

Hier die Links von Q – Z

Q = Querdenken → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/19/q-querdenken/

R = Richtungswechsel → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/20/r-richtungswechsel/

S = Spiel → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/21/s-spiel/

T = (mutige) Träume → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/24/t-traeume/

U = Utopie → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/25/u-utopie/

V = Vertrauen → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/26/v-vertrauen/

W = Widerstand und Wohlwollen → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/27/w-widerstand-und-wohlwollen/

X = das Unbekannte → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/28/x-das-unbekannte/

Y = Yin und Yang → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/30/y-yin-und-yang/

Z = Zuversicht → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/31/z-zuversicht/


So, das war’s. Mehr habe ich auch nicht mehr zum Alphabet oder zu den mutigen Träumen zu sagen. Mögen die einen und die anderen Inspiration gefunden haben und zusammen mit mir und anderen gute Samen in die Welt streuen.


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Weiterführende Gedanken zum Alphabet der mutigen Träume

Es geht ums Tun

Ich merke immer wieder, dass der Begriff „Träumen“ bei den Lesenden in die Irre führt und die meisten damit „Träumereien“ assoziieren. Mutig träumen aber ist aktiv und hat nichts mit Gefühlsduseleien zu tun. Es geht um die Kraft der Gedanken, der Visionen und den eigenen Haltungen, die man in die Welt sendet.

Jedes: „Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern“, jedes: „Ja-aber“ gegenüber ethischen Haltungen schwächt, nimmt die Kraft wirklich etwas zu verändern. Veränderungen finden zuerst bei sich selbst statt. Man muss Veränderungen wirklich wollen, bereit sein Begrifflichkeiten zu durchdringen und man sollte aufrichtig in sich hinein schauen und horchen, wo die Schatten sind, warum sie da sind und wie man sie verwandeln kann. Haltungen stehen auf dem Boden von Wissen und Erfahrungen. Veränderungen kommen nicht über Nacht und nicht von alleine, sie setzen etwas Aktives voraus.

Es geht ums Tun, statt auf Godot zu warten, auf bessere Umstände oder im passiven Hoffen stecken zu bleiben.

Gestern las ich bei Bernd von „Red Skies over Paradise“ kluge Gedanken von Kästner, der das ausspricht, wobei es auch bei den mutigen Träumen geht:

Jeder ist mitverantwortlich für das, was geschieht, und für das, was unterbleibt. Und jeder von uns und euch muss es spüren, wann die Mitverantwortung neben ihn tritt und schweigend wartet. Wartet, dass er handele, helfe, spreche, sich weigere oder empöre, je nachdem.“

Mehr kannst du hier lesen →

https://redskiesoverparadise.wordpress.com/2021/01/14/1952-1953-1954-1955-1956-1957-1958-1959-1960-1961-1962-1963-1964-1965-1966-1967-1968-1969-1970-1971-1972-1973-1974-1975-1976-1977-1978-1979-1980-1981-1982-1983-1984-19/

Nicht jede und jeder kann alles. Es geht auch um die Qualitäten jeder und jedes Einzelnen, um die eigenen Werkzeuge und um den eigenen Platz in der Welt, diesen zu entdecken, einzunehmen und von hieraus zu wirken.

Es geht um die Haltungen einer und eines jeden, die sie/er in die Welt trägt und damit in der Welt wirkt.

Ich stelle fest, dass der Gedanke zu handeln bei einigen in diesem Jahr in den Vordergrund tritt. Ich finde eben auch, dass gerade meine Generation lange genug Zeit hatte zu diskutieren, nachzudenken, Begrifflichkeiten zu durchdringen, Haltungen einzunehmen, nun gilt es sie auch umzusetzen. Natürlich machen das auch einige, aber viele andere verharren in der pubertären Haltung der ewigen Negierungen, ohne jemals dabei eine klare Haltung zu was auch immer noch entwickelt zu haben und somit tragen sie ihre Schwammigkeit in die Welt und tragen in keinster Weise zu einer Veränderung bei.

Bequemlichkeit ist eine der Fallen des Menschseins.

Die Kraft der Gedanken wird nicht von jeder und jedem anerkannt. Sie wird, wie so vieles andere auch, gerne in die „esoterische Ecke“ verbrämt. So vieles wird schlecht gemacht, was aus meiner Sicht Wandelkraft inne hat. Noch einmal: es geht ums Tun, um die Erfahrung was sich im eigenen Leben wandelt (oder schon gewandelt hat), wenn man den einen und anderen Gedanken nährt. Wie schon geschrieben, Veränderungen passieren nicht von alleine, sie brauchen den Willen, die aktive Handlung, die Disziplin dran zu bleiben und die Hingabe.

Mit diesem Text lade ich dich zu einer Debatte auf meinem Kommentarstrang ein:

  • Wie sind deine eigenen Erfahrungen mit Veränderungen, die du in dir selbst vollzogen hast?
  • Was hält dich davon ab zu handeln?
  • Was ist dein größter Wunsch in Bezug auf den Wandel in der Welt?
  • Und letztlich: wie sieht für dich eine bessere Welt aus? Sei mutig, stelle sie dir einfach mal vor, egal wie unrealistisch sie dir auch erscheinen mag und dann schaue genau, was davon du dir vorstellen kannst in die Welt zu „träumen“.

Maren, von dem Blog lachmitmaren, hat gestern vorgeschlagen, ob nicht die Eine oder der Andere Lust hat jeden Abend von 20h bis 20.30h gemeinsam und der Reihe nach zu den Begrifflichkeiten von A-Z zu meditieren. Heute also beginnen wir mit dem Buchstaben A = Allgemeinwohl. Schaue in der Meditation welche Assoziationen, welche Bilder in dir erscheinen, du kannst das für dich machen, du kannst aber auch deine Erfahrung, wenn du willst, im Kommentarstrang teilen oder einen eigenen Beitrag dazu schreiben – as you like it – kein Zwang. WILLKOMMEN!


Mein Alphabet der mutigen Träume von I bis P

I = Ideale → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/07/i-ideale/

J = Ja → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/09/j-ja/

K = Kommunikation → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/10/k-kommunikation/

L = Liebe → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/11/l-liebe/

M = Mitgefühl → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/12/m-mitgefuehl/

N = Natürlichkeit/Natur → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/13/n-natuerlichkeit/

O = Offenheit → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/17/o-offenheit/

P = Prudentia/Klugheit → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/18/p-prudentiaklugheit/


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Erinnerung an das Alphabet des mutigen Träumens

Durch einen Beitrag von TeggyTiggs in der letzten Woche erinnerte ich mich noch einmal an mein Alphabet des „Mutigen Träumens“. Seitdem sind ein paar Tage vergangen, aber interessanter Weise tauchte das mutige Träumen auch bei Bruni Wortbehagen auf und am Mittwoch bei meinem 11. Fragment. Hier schrieb ich am Ende: „Nairobi träumt den Frieden in die Welt“. Lachmitmaren schrieb im Kommentarstrang: „Oh ja, lasst uns mit Nairobi den Frieden in die Welt träumen … :-)!“ Auch Pit ist dieser Meinung!

Nein, ich will jetzt keine Neuauflage starten. Wie es Ende 2016 zu dem Alphabet kam und wie es weiterging stelle ich via Links heute hier ein. Den Startschuss hierfür gab mir TeggyTiggs. Sie ist der Meinung, dass es gerade in diesen Zeiten umso wichtiger ist der Angst vor der Zukunft und dem Bild der jetzigen Welt etwas dagegen zu stellen. Hierin sind wir uns einig. Auch darin, dass es für meine neuen Leserinnen und Leser interessant sein kann, mein Alphabet kennenzulernen und sich damit auseinander zu setzen.

Für mich kommt noch ein weiterer Gedanke dazu: viele von uns spüren und denken schon länger, dass es so mit der Welt nicht weitergehen kann, dass es gilt dem etwas entgegen zu setzen, es braucht aus meiner Sicht mehr Aktivität. Mir geht es ums Tun. Gedacht und gegrübelt haben die meisten von uns lange genug!

Um Missverständnissen vorzubeugen: es geht nicht um Tagträume, es geht nicht um Nachtträume, nicht um luzides Träumen. Den Begriff „Mutig träumen“ habe ich von Alberto Villoldo* übernommen, doch lest selbst:

https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/10/17/mutig-traeumen-1/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/10/19/mutig-traeumen-2/

Es gab vor einiger Zeit ein Experiment in einer US amerikanischen Kleinstadt mit 100.000 Einwohner.innen (es können auch 300.000 gewesen sein, daran erinnere ich mich nicht mehr ganz genau):

1000 Einwohner.innen dieser Stadt verbanden sich jeden Tag per Meditation mit dem Frieden und der Vorstellung einer friedlichen Welt, bzw. in ihrer Stadt. Sie träumten also den Frieden in ihre Stadt. Dies machten sie einen Monat lang. Während diesen Monats nahm die Kriminalität spürbar ab und insgesamt wurden die Einwohner.innen friedlicher, es gab weniger Anrufe wegen Ruhestörung oder häuslicher Gewalt. Als dann der Monat rum war und somit das Experiment zuende, nahm die Kriminalität und alles andere wieder zu.

Für mich ein Beweis, dass mutiges Träumen funktionieren kann, wenn sich genügend Menschen finden, die aktiv eine bessere, friedlichere, gerechtere Welt träumen. Zudem beweist dieses Experiment, dass nicht alle Menschen den selben Traum in die Welt setzen müssen, 1.000 zu 100.00 sind 1,111%! Übersetzt heißt das, es würden, auf die Welt gesehen, 2-10% der Menschheit reichen, um einen spürbaren Wandel zu erreichen. Wie ich aber schon bei meinen Beiträgen „Mutig träumen 1 und 2 (Links s.o.) schrieb: es braucht Disziplin, Ausdauer und Aufrichtigkeit im Träumen. Schon das kleinste „Ja, aber“ macht alles zunichte!

In meinem Alphabet tauchen viele ethische Begriffe auf, ohne Ethik, bzw. ethischem Verhalten, finde ich, kann die Welt nicht zu einem besseren Ort werden.

Hier nun die Links zum mutigen Alphabet von A – H

A-B → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/12/11/alphabet-2/

C → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/12/12/alphabet-3-c/

D → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/12/14/alphabet-mutig-getraeumt-d/

E → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/02/alphabet-mutig-getraeumt-eeinigung/

F → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/03/alphabet-mutig-getraeumt-f-frieden/

G→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/04/g-guete/

H→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/06/h-hilfe/

Erwähnen möchte ich noch, dass Gerda Kazakou parallel zu meinem Alphabet der mutigen Träume an einem Alphabet des freien Denkens gearbeitet hat. Wie wir beide heute feststellten, war das eine wunderbare Zusammenarbeit. Und eigentlich finde ich immer noch, dass daraus ein Buch werden sollte. Nun, schauen wir einmal.

Wer nun Interesse hat, das ganze ABC kennenzulernen, die/der kann sich an der obigen Tafel orientieren und in die Suchmaschine z.B. L = Liebe eingeben oder K = Kommunikation oder Q = Querdenken* und gelangt dann zu dem jeweiligen Beitrag, den dazu gehörigen Bildern und den Kommentaren. Da ich nun selbst noch einmal das eine und andere nachgelesen habe, fand ich in dem Fall den Kommentarstrang bereichernd und spannend, weil ich Gedankenanstöße fand.

*Herrjeh, schon wieder ein Wort, das über die Zeit negativ kontuniert ist! Das ist auch so ein Thema, das mich beschäftigt, gestern schrieb ich: „Ich nehme die Worte bei ihren Wurzeln.“

So, jetzt aber viel Spaß mit meinem ABC der mutigen Träume.


*Alberto Villoldo – einen kurzen Lebenslauf fand ich bei „LovelyBooks“: Alberto Villoldo lebt in Los Angeles und ist klassisch ausgebildeter medizinischer Anthropologe. 25 Jahre lang bereiste er die Hochländer der Anden und des Amazonas’ und studierte die schamanischen Heilpraktiken. In seinen Seminaren führt er alljährlich Tausende von Medizinern und Laien in die energiemedizinischen Techniken ein. Er ist Autor zahlreicher Bücher.


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Noch einmal

Miniatur 002 2021

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Noch einmal in die Zauberkugel schauen. Noch einmal den Perchten lauschen. Leise sind sie in diesem Jahr gewesen, vielleicht ist die Welt ja schon stürmisch genug.

Der Ur lauschen. Sie ist immer da. Sie ist immer schon da gewesen. Besänftigend sind ihre Worte. Mit dem Herzen ein- und ausatmen, sein Gold für die Welt. Neue Kreise ziehen.

(Mehr gibt es gerade nicht zu sagen.)


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Die Impulswerkstatt

Dank Gerda habe ich nun endlich den Beginn der Impulswerkstatt von Myriade und Frau Flumsel gefunden.

Mich sprechen sehr die Themen Aufrichtung und Schlange an. Dazu möchte ich jetzt erst einmal auf Älteres von mir zurückgreifen.

In meinem Kinderbuch „Gamuppels Sternenreise“ gibt es Sssa, die Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Sie bewacht den kleinen Planeten, auf dem Gamuppel lebt, gleichzeitig beschützt sie Gamuppel. Wovor? Nun, das ist eine längere Geschichte, die ich jetzt nicht weiter verfolgen will. Ja klar, geht es hier auch um Ouroborus, der ich in meinem Beitrag „Ostschild“ einen Platz gab. Und ja, auch Sssa richtet sich eines Tages auf, lässt ihren Schwanz los und Gamuppel kann in die Welt springen, zunächst zum Saturn.

Denken musste ich auch an dieses Foto:

Bei der Aufrichtung aber, um die es ja eigentlich geht, dachte ich an diesen Text mit diesem Bild, beides veröffentlichte ich im Juli 2015 unter der Überschrift „Aufrichtung“

Ein Leben lang. Du und ich, das ist zumindest eine lange Geschichte. Und ein bezeugtes Ja. Versteckte Bangigkeit, beherzter Kuss, ab jetzt ein Leben lang. Als ob ich tot sein müsste, wenn du es wärest oder die Geschichte oder du, wenn ich es wäre. Als gäbe es kein Leben mehr und schon gar kein langes, wenn du und ich aus dem Wir gefallen wären. Wenn deine Hand meine nicht mehr hielte. Das Wir, das Verwirrte, wenn nicht gar Verirrte. Das Ja, das Nägel in Kreuze schlägt.

Du und ich teilen das Brot am Abend, ich in meiner Gestalt, du in deiner. Kein konturloses Wir, wie ein geschmolzener Käse über dem Abendessen. Berge und Täler dazwischen, Drifteis auch, jede und jeder auf der eigenen Scholle. Nordostpassage. Um durchs Nadelöhr zu schlüpfen braucht es die Stille der Nacht, ihr Überleben. Weitergehen. Miteinander. Jede und jeder für sich. Miteinander. Aufrecht.

Du und ich, jetzt fast schon ein Drittellebenlang, jede und jeder in der eigenen wachsenden Gestalt.

Noch ein Bild zum Thema Aufrichtung, auch das aus meiner Mottenkiste – es gehört zu Gerdas und meinem PingPong – Beitrag 036

Etüde 10 2020

Meine zweite Etüde in dieser Runde, zu den Worten Idee, engelhaft und vergraben, die dieses Mal der Etüdenerfinder Ludwig Zeidler gespendet hat und wie immer von Christiane moderiert wird.


Eine Miniatur

Es gibt genügend Ideen in diesem Land – und in anderen auch – um das Schlimmste abzuwenden. Um Weichen für eine Zukunft zu stellen, in denen auch unsere Enkelkinder und deren Kinder sich an der Schönheit des Lebens freuen könnten, ob es um die Folgen der Klimakatastrophe, die Hungersnöte oder um die Flüchtlingsströme geht.

PolitikerInnen aller Couleur blocken mit engelhaftem Lächeln und vergraben ihre Millionen, die sie am Ende weder essen, noch mitnehmen können.

Der Unmut wächst – nicht nur in diesem Land – Spaltungen werden voran getrieben, Rechthabereien sind en vogue, Vehemenz, Häme und Verächtliches sind mit im Gepäck. Menschlich sein und bleiben ist die Herausforderung dieser Zeit.

109 Wörter



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Fragment 05

Nenn mich Nairobi

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Nenn mich Nairobi, wird sie ihm sagen. Anna und Tom waren einmal. Sie wird das tiefe Braun seiner Augen zu ergründen suchen. Ein See hat einen Grund und ein Ufer, selbst wenn er achthundert Meter tief ist. Grundlos erscheint das Meer, es zerklüftet seine Ränder. Sein Ufer ist eine Umarmung. Neugierde treibt sie. Bunte Punkte, Trennungslinien wie Horizonte, zu weit, um sie zu erreichen. Ihre Träume brauchen kein Versprechen und keinen Ausgang. Bald schon wird Schnee fallen, ihre Asche im Wind.

Der See ist ein Versprechen. Sie ist kein Segelschiffchen mehr. Noch immer faltet sie Boote aus Papier und Stanniol. Manche bringen Glück, andere saufen sofort ab – in jedem noch so kleinem Bach.

Du, sagt sie, geht auch, wenn Nairobi zu fremd erscheint.

Er streicht mit dem Finger über die Weltenkarte ihres Gesichts. Er flüstert Namen. Sie verbietet sich seine Mutter. Seine Hände in ihrem Schoß. Sie weiß nicht. Sie gibt sich hin. Sie nennt ihn nicht, sie setzt einen Punkt. Fragezeichen gibt es jederzeit genug. Er folgt ihren Flüssen und Inseln. Sein Flüstern erstirbt. Sie sind jetzt Atem und Welt.

Sie haben sich die Nacht genommen. Und den Tag. Und die Nacht. Ihre Berge, seine Täler, ihr Fluss, sein See, ihre Blüten, sein Baum, ihr Vogel, sein Kern. Die Zeit hat sich hinter blickdichtem Samt verborgen. Kein Geräusch.

Er hat sie nicht Nairobi genannt, sie ihn nicht Tom. Sein Himmel, ihre Erde, seine Sonne, ihr Mond, seine Berge, ihr Meer. Sie hat keine Angst. Sie haben sich nichts versprochen. Namenlos liegen sie im Sand. Seine Zunge, ihre Fingerspitzen, zwei Kontinente, blau und grün, rot und gelb, kein Grau, kein Braun. Ihre Augen sind jetzt geschlossen. Ein Boot liegt am Ufer.

Tom rudert über den See. Ein kühler Fluss fließt durch ihn hindurch. Nenn mich Nairobi. Die alte Fährfrau singt für ihn. So geht nichts verloren.


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Fragment 04 2020

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Ein anderer Moment. Ein Anfang. Ein Weg, so hell, so freudig, so türkis, noch ungewohnt. Das Dunkel will sie zurück. Sie, die sich jetzt Nairobi nennt, ist schwach hinter aller Stärke. Sie taumelt. Sie will sich an diesen Moment erinnern. Sie hat es sich versprochen, sich und der Kleinen. Sie summt der Kleinen ein türkisfarbenes Lied. Sie halten sich – ein immer wieder kehrender Anfang. Sie schreibt gegen die klebrigen Fäden der Vergangenheit an, gegen eine erneute Verpuppung, einen weiteren Kokon. Komm, tanz mit mir.


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