Etüde 04 2021

Neue Runde, neues Schreibeglück. Christiane hat wieder eingeladen, die Wortspende ist dieses Mal von Berlinautor. Vielen Dank euch beiden!

Die Etüde muss die 3 Wörter: Klassenkeile, schwammig und trödeln beinhalten und darf nicht mehr als 300 Wörter beinhalten.

Mehr zu den Regeln kannst du bei Interesse auf Christianes Seite lesen (s. Link oben).


Triggerwarnung: Es geht in dieser Etüde um Gewalt.


Viele gegen Eine*n. Treten, schlagen, boxen, spucken.

Immer weiter treten, schlagen, boxen, spucken. Blut. Das erste.

Verhöhnen, erniedrigen, weiter treten, schlagen, boxen, spucken. Mehr Blut.

Weiter treten, schlagen, boxen, spucken. Bis.

Dummheit gegen Schwächere.

Zuerst die Klassenkeile,

dann die Gangs.

Vorbei trödelnde Menschen haben nichts gesehen. Nie.

Schwammige Antworten.

Keine Antworten.

 

51 Wörter


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Nur eine Grippe …

Covid und seine Langzeitwirkung – Persönliches

Ich versuche mich kurz zu fassen. Die Vorgeschichte: nachdem ich letztes Jahr Ende Februar umgezogen war, wurde ich zwei Tage danach krank. Ich hatte Fieber, was für mich ungewöhnlich ist, tagelang Halsschmerzen und einen fiesen Husten. Vier Wochen habe ich gebraucht, bis ich wieder einigermaßen fit gewesen bin. Testen wollte man mich nicht, damals hieß es, dass die Symptome nicht typisch genug seien. Im Sommer wurde ich wieder krank, dieses Mal wurde ich getestet – negativ, aber ein Bluttest auf Antikörper wurde abgelehnt. All das in der Arztpraxis Vorort, ich hatte Gutes von ihnen gehört und wollte mir den langen Weg zu meinem Hausarzt sparen.

Trotzallem hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich im März 2020 Corona hatte. Seitdem habe ich mit immer wieder auftretenden Kopfschmerzen zu tun, sowie Schwindelanfällen, Konzentrationsschwierigkeiten, an manchen Tagen habe ich das Gefühl nichts zu verstehen, Nebel im Kopf zu haben, bin oft müde und ermüde schnell bei körperlichen Aktivitäten, depressive Schübe haben sich vermehrt.

Letzte Woche bin ich also wieder zu meinem „alten“ Doc gegangen, der sofort ein Einsehen hatte und einen Antikörpertest veranlasst hat. Ergebnis: positiv. Das heisst, dass alle meine Geschehen als Langzeitcovidsymptome angesehen werden können. Nun folgen neurologische Untersuchungen und Ende Juni ein Besuch der Covid 19 Ambulanz in der Uniklinik Freiburg. Ja, ich bin wild entschlossen wieder gesund zu werden.

Das eine ist die Arztpraxis Vorort, das andere, dass ich mich hab abwimmeln lassen, statt auf einer Antikörperuntersuchung zu bestehen. Unzufrieden bin auch damit, dass ich danach wieder eine Weile gebraucht habe, bis ich mir einen Termin bei meinem Hausarzt besorgt habe. Das war knapp und zeigt mir, dass ich noch etwas zu lernen habe!

Da sich die Antikörper abbauen, kann man sie bei manchen Patient:innen schon nach einem halben Jahr nicht mehr nachweisen, nach einem Jahr nur noch bei den wenigsten. Auch bei mir hat sich im Blutbild gezeigt, dass sie nur noch sehr geringfügig anwesend sind, aber immerhin!

Um Fragen vorzubeugen: die Anzahl der Antikörper, ihr Vorhandensein oder nicht hat nichts mit den Langzeitfolgen zu tun. Das Virus greift sowohl in organische, wie in neurologische Geschehen ein und kann nachhaltig zerstörerisch wirken.

Seit ein paar Tagen habe ich mich im Netz umgesehen. Puh, da muss ich aufpassen keine Angst zu bekommen oder zu nähren, sondern die Zuversicht, dass ich es schaffen werde.

Was man bis heute weiß:

Auch wenn man nicht auf der Intensivstation landet, kann sich Covid 19 so auswirken, dass man, nach Abklingen der eigentlichen Erkrankung, nicht gesund ist, sondern mit Langzeitfolgen zu tun hat. Das betrifft ca. 10-20% der Erkrankten – die Zahlen schwanken. Bei manchen wirkt sich das organisch aus, bei anderen, wie bei mir, neurologisch. Es gibt mittlerweile im Netz viele Informationen, man sollte sich aber nicht zu viel davon versprechen. Wir alle wissen, dass das Coronavirus noch relativ jung ist. Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen auf der ganzen Welt forschen auf Hochtouren.

Hier ein paar Links für diejenigen unter euch, die entweder selbst unter Folgeerscheinungen leiden oder einfach nur interessiert sind, es lässt sich noch einiges mehr finden, wenn ihr einmal selbst nachforscht, deswegen hier nur eine kleine Auswahl:

https://www.nzz.ch/wissenschaft/die-folgen-von-covid-19-im-gehirn-ld.1604355?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

https://www.deutschlandfunk.de/long-covid-was-wir-ueber-langzeitfolgen-von-covid-19-wissen.2897.de.html?dram:article_id=492315

https://www.nakos.de/aktuelles/corona/ – Adressen von Selbsthilfegruppen

Post-COVID-19 Ambulanzen (Deutschland)

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich hier keine Angst schüren will, es geht mir um Fakten – ausserdem komme ich einer Bitte von einigen meiner Leser:innen nach, die bei meinem letzten Beitrag auf dem Kommentarstrang geäussert wurde. Ich halte euch gerne auf dem Laufenden.


Wer immer noch meint, dass Covid 19 doch nur eine harmlose Grippe sei, der/dem ist wirklich nicht zu helfen! Und das hat nichts mit durchaus infrage zu stellenden Maßnahmen und Bestimmungen zu tun. Ich möchte euch bitten hierin zu unterscheiden. Danke. „Verschwörungstheoretische“ Kommentare behalte ich mir vor zu löschen oder nicht zu beantworten.


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8. März 2021

Zum Tag der Frau

erlaube ich mir einen Beitrag von 2016 noch einmal hier einzustellen. Aufgrund der damaligen Kommentare weiss ich, dass meine Sichtweisen nicht von allen geteilt wird. Ich aber stehe dazu und finde immer wieder „Beweise“, dass ich mit dieser Meinung weder falsch liege, noch alleine damit bin und dieser Beitrag noch immer nichts an seiner Aktualität verloren hat.

Ich habe den ursprünglichen Artikel geringfügig überarbeitet.

Wir sind noch nicht sehr weit gekommen

© Karin Kneffel – watercolours 2012 – entdeckt bei Mützenfalterin

Am Morgen lasse ich meinen Blick über die Buchrücken neben meinem Bett wandern, er bleibt an dem hellgrünen Band von Marguerite Duras hängen: „Das tägliche Leben“. Ich lese ihren Essay „Das Haus“.

„Verzeihen Sie uns, dass wir so oft davon reden.

Wir sind da, wo unsere Geschichte sich vollzieht. Nirgends sonst. Wir haben keine Liebhaber, außer im Traum. Wir haben keine menschlichen Sehnsüchte. Wir kennen nur das Gesicht der Tiere, die Gestalt und die Schönheit der Wälder. Wir fürchten uns vor uns selbst. Wir haben kalt. Wir bestehen aus Kälte, Angst, Sehnsucht. Man verbrannte uns. Man tötet uns noch heute in Kuwait und in den ländlichen Gebieten…“

© Marguerite Duras


Sie schrieb diesen Essay 1986. Wie sie, stelle ich dreißig Jahre später fest: wir sind noch nicht sehr weit gekommen, zwar weiter, aber nicht weit; nicht als Frau und Mann, nicht mit dem Wert der Frau an sich und nicht mit dem Wert ihrer Arbeit im Haus und mit den Kindern. Noch immer ist vieles Selbstverständlichkeit und somit kaum einer Würdigung wert. Es geht mir um die Gesellschaft, nicht um Einzelfälle und nicht um wenige Ausnahmen. Noch immer töten Männer Frauen (allein in Deutschland tötet jeden dritten Tag ein Mann seine Frau). Sie werden erwürgt, erstochen, erschossen, gesteinigt, ertränkt, ausgestoßen, verstümmelt an Leib und Seele. Und der Hass gegen Frauen nimmt in manchen Kreisen seit einiger Zeit zu.

Ja, es gibt auch gewalttätige Frauen, aber darum geht es jetzt und hier nicht. Dieses Argument ist aus meiner Sicht ein Totschlagargument, das jede konstruktive Diskussion im Keim erstickt und die Realitäten von Zigtausenden Frauen verleugnet.


Ein anderer Morgen, ein anderes Buch, Anne Sextons Gedichtband (s.u.):

Hausfrau

„Manche Frauen heiraten Häuser.

Es ist eine andere Art Haus, es hat ein Herz, einen Mund, eine Leber und Stuhlgang.

Die Wände sind rosa und dauerhaft.

Schau, wie sie den ganzen Tag auf Knien rutscht,

sich treu ergeben runterspült.

Männer dringen gewaltsam ein, es zieht sie wie Jonas zurück

in ihre fleischigen Mütter.

Eine Frau ist ihre Mutter.

Das ist die Hauptsache.“

© Anne Sexton


Miniatur – Treppe

Sie schreit: „Ich bin nicht deine Mutter!“ Das stille Dorf wirft keine Echos, er verlässt das Haus. In der Nacht kehrt er zurück; zum Haus, zur Frau, zur Mutter der gemeinsamen Kinder. Schwere Träume färben rosa Wände grau, die eng und enger stehen. Er findet die Treppe nicht.

Die Frau wurde Mensch aus Männers Gnaden. Wir waren die Schlampen, die Huren, machten wir den Mund auf, standen wir allein.

Die Kinder, das Haus, leise Sohlen, wenn er Nachhause kommt.

Die Kinder, das Haus, lauter Gesang und Gelächter ohne ihn.

Er sagt, was er seit Jahrhunderten sagt: „Alles nur für euch, nehmt, schweigt, seid zufrieden.“ Still soll sie sein, weich und gefügig. Er weint, wenn sie vor ihm stirbt. Schon am Grab schaut er sich um.

© Ulli Gau – Miniatur – Treppe


Als hätte Eine die Andere zuvor gelesen. Immer wieder denke ich in den letzten Wochen an das Bild von Karin Kneffel (s.o.), jetzt auch in Verbindung mit der Zeile aus Anne Sextons Gedicht : „Schau, wie sie auf Knien rutscht…“

Verzeiht auch mir, dass ich von Zeit zu Zeit von uns, den Frauen, rede und davon, dass wir nicht sehr weit gekommen sind, weiter, ja, aber nicht weit.


Ich spreche mit der Sekretärin des buddhistischen Zentrums hier in meiner Nähe. Ich frage sie, ob es viel Mühe macht „Liebe Freundinnen und Freunde“ zu schreiben, dass ich mich nicht angesprochen fühle, wenn auf den Rundbriefen „Liebe Freunde“ steht. Ich bin kein Freund, sowenig wie die Frau vor mir ein Sekretär ist oder die Lehrerin ein Lehrer. Die Sekretärin seufzt. Sie zuckt mit den Schultern, sie findet das nicht so wichtig.

Mir liegt nichts daran alle Wörter mit der Endung -er in -in zu verwandeln, für mich gibt es keine Weckerin, Wecker, bleibt Wecker, solange er bimmelt! Auch muss ich nicht die Sternzeichen verweiblichen, Wassermann darf Wassermann bleiben. Aber ich staune, dass wir immer noch darüber reden müssen, ob ich eine Freundin oder ein Freund bin, eine Diskussion mit uraltem Zopf, die sich für mich längst überholt hat, wie sich zeigt aber noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eher in die Kategorie „lästig und kleinkariert“ gepresst wird.

Es gab und gibt die Frauen, die mir zu radikal waren und sind. Ich war nie eine Freundin der „Schwanz-ab-Fraktion“ und ich wollte auch nie die Machtverhältnisse einfach nur umdrehen. Mich interessierten und interessieren die Eigenarten der Geschlechter, jenseits der üblichen Zuschreibungen. Mich interessiert das Verbindende, sowie die Momente zwischen Männern und Frauen, in denen Begegnung auf Augenhöhe, als Mensch zu Mensch möglich ist.


„Frauen verhalten sich wie kühle rationalistische Männer oder aufgeblasene Machos, und Männer mimen den emotionalen Vamp oder die launische Frau. Auch hier zeigt sich, dass man den mittleren Weg nicht auf Anhieb und über geduldiges Nachdenken findet, sondern nur durch das experimentelle Ausloten der Extreme. Geduld auf allen Seiten und eine gute Portion Humor sind sicherlich hilfreicher als die hämische Arroganz über ungeschicktes Verhalten und die einfallslose Beschwörung eingefahrener Geschlechterrollen.“

© Sylvia Wetzel


„Man sagt mir, ich übertreibe. Man sagt mir die ganze Zeit: Sie übertreiben. Glauben Sie, das ist der passende Ausdruck? Sie sagen: Idealisierung, ich idealisiere die Frau? Möglich. Wer sagt das? Der Frau schadet es nicht, wenn man sie idealisiert.

Sie können von dem, was ich da erzähle, halten, was Sie wollen. Ich spreche für Sie wohl eine unverständliche Sprache, da ich von der Arbeit der Frau rede. Das Wichtigste ist, von ihr und ihrem Haus zu reden, vom Wirkungskreis der Frau, von ihrem Umgang mit dem Hab und Gut.

Mann und Frau unterscheiden sich immerhin beträchtlich. Mutterschaft ist nicht Vaterschaft. Als Mutter überlässt die Frau ihren Körper dem Kind, den Kindern, diese tummeln sich auf ihr wie auf einem Hügel, wie in einem Garten, verschlingen sie, trampeln auf ihr herum, schlafen auf ihr und sie lässt sich verzehren und schläft manchmal, während die Kinder auf ihrem Körper sind. Nichts dergleichen geschieht in der Vaterschaft…“

© Marguerite Duras


„Frauen hingegen passen sich ihrer Umgebung gerne einfühlsam an und „haben“ einfach keine aggressiven Gefühle. Und wenn sie sie spüren, trauen sie sich oft nicht, sie auszudrücken. Aus Angst vor Liebesverlust und Zurückweisungen scheuen sie offene Auseinandersetzungen, bringen negative Gefühle nicht zum Ausdruck und weichen so letztlich dem Leben aus. Unerkannte Ablehnung führt zu Energieabfall; daher fühlen sich viele Frauen antriebsschwach, niedergeschlagen und müde. Angenehme und unangenehme Gefühle gehören zum Leben. Verdrängen wir sie, verlieren wir unsere Vitalität. Wenn wir mit ihnen arbeiten wollen, müssen wir sie erst einmal spüren…“

© Sylvia Wetzel


Noch immer sehe ich ein großes Ungleichgewicht, wenn es um die Entlohnung für die selbe Arbeit geht, wenn es um den Prozentsatz der erfolgreichen Künstlerinnen im Vergleich zu erfolgreichen Künstlern geht, lese, dass Schriftstellerinnen von männlichen Literaturkritikern oft ignoriert und diffamiert werden, etc., und natürlich geht es mir auch um die Wertschätzung für die Frau und ihrer Arbeit im Haus, mit den Kindern und hinter den Kulissen.

Mir ist ebenfalls sehr viel daran gelegen, dass sich in der Politik, auf den Arbeitsstellen, in der Gesellschaft weibliche Strukturen etablieren. Es ist kein Geheimnis, dass die Strukturen noch immer patriarchal sind, mir ist nach mapatriarchal. Es liegt noch viel Weg vor uns!


Zitate aus folgenden Büchern:

Marguerite Duras – Das tägliche Leben – Suhrkamp Verlag – ISBN 3-518-11508-1 (1200)

Anne Sexton – All meine Lieben – Lebe oder Stirb – Gedichte – S. Fischer – ISBN 3-10-072510-7

Sylvia Wetzel – Das Herz des Lotos – Frauen und Buddhismus – Spirit Fischer – ISBN 3-596-14254-7

Zum Thema Verstümmelung/Beschneidung das wohl eindrücklichste Buch, das ich je las:

El Saadawi Nawal – Ich spucke auf euch -Übersetzung aus dem Englischen von Anna Kamp – Frauenbuchverlag: München 1984 – Signatur: Lit Afr 169


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Vorüberfließende Zustände

Auch Erstarrung ist ein vorüberfließender Zustand

draufklick = große Bilder – please click to enlarge

Hell scheint die Sonne. Kinder haben sich eine Schlinderbahn gemacht. Auf den Po fallen gehört dazu, kurzes Verdutztsein, dann lachen, aufstehen, weiterschlindern. Die Mutter und ich lächeln uns an. In der Ferne tobt ein Hund über die verschneite Wiese. Er jagd Schneebälle, die sein Herrchen wirft. Woanders eine bunte Familie auf weißem Schnee, Vater Mutter, Kind, zwei Hunde, Farbkleckse im Weiß.

Die Pferdemenschen bringen ihre Tiere auf die Weide, wohl weil sie frische Luft brauchen? Das Gras wächst nicht unter dem Schnee – oder? Die braunen Kühe liegen auf der kalten Erde und käuen genüsslich wieder. An den fast zugefrorenen Teichen frage ich mich was die Kois wohl unter dem Eis machen, was sie dort unten zu fressen finden und sehe viele zerplatzte Schneebälle auf der vereisten Oberfläche liegen. Das sieht lustig aus. Ein Tag voller Hier und Jetzt, gepaart mit meinen Kinderwintern.

Wieder kreuzt sich mein Weg, wie so oft, mit dem, den ich den Traurigen Mann nenne. Wir gucken uns – wie immer – kurz an. Ich grüße. Er grüßt zurück. Ob er mich die Freundliche Frau nennt, ob er mich überhaupt nennt? Er kommt aus einem fernen Land, das sehe ich und seine traurigen Augen. Sein Guten Tag verrät keinen Akzent. Er spricht so leise. Ich gehe noch eine Weile, bis ich nicht mehr über ihn nachdenke.

Ein anderer Mann kommt mir entgegen, sein Hallo ist offen. Ich stelle fest, dass ich mit immer weniger Angst einzelnen Männern im Wald begegne. In meinem Alter gehört frau nicht mehr zum Beuteschema. Weniger Angst hier, mehr dort, zum Beispiel vor den sehr glatt gelaufenen Wegen, sie sind rutschig. Ich will nicht fallen. Obwohl ich es ja wie die Kinder machen könnte, kurzes Verdutzsein, dann lachen, aufstehen, weiterschlindern.

Aber eigentlich sind meine Gedanken beim Eis, bei dem filigranen und durchsichtigen, dem dicken und milchigen, bei der Durch- und Klarsicht, bei der Draufsicht und der Dichte, die jeden tieferen Blick verhindert. Und ich denke erneut an die zugefrorene Ostsee und dem Schwarzweißfoto – irgendwo in meinem Archiv – von der zartkleinen, gefrorenen Welle, ganz weit draußen auf dem Meer. Wie ich sie in der Ferne gesehen und mich an sie herangepirscht habe – unter meinen Füßen die gefrorene See. Eine Freundin nannte das Foto poetisch.

Die obigen Bilder zeigen das andere Eis, am Rand des Waldweges, das deswegen so anders ist, weil es in einem sehr langsam fließenden Rinnsal enstanden ist. Es zeigt eine Verquickung: das gefrorene Laub des letzten Herbstes unter dem Eis des jetzigen Winters, mit dem Versprechen auf Frühling, der nicht mehr fern ist. Es zeigt, dass die Formen abhängig vom Fließen und Strömen sind, von viel und wenig Wasser, von dem, was ihm Halt gibt, damit es überhaupt wachsen kann. Woran hält sich eine Welle fest?

Alles was fließt kann erstarren, alles was einmal erstarrt ist kann wieder ins Fließen kommen.

Und überall und immer die Vögel – im Eis, neben und auf dem Weg und im Himmel; die Amselriche, das Rotkehlchen, die Stare, die Blaumeise, der Rotmilan, die Rabenkrähen, die Spatzen, der Lachende, dessen Namen ich nicht weiß und das Kikeriki des Hahnes als ich wieder ins Dorf komme.

 



Ich wünsche euch allen eine gute Woche.

Für die, die keinen Winter mögen: „Nur Geduld, es ist noch immer wieder Frühling geworden.“ (Frei nach Tomte Tummetott – Astrid Lindgren)


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Hieroglyphen

Geheimnisvoll

draufklick = großes Bild – please click to enlarge

Ich beobachte, dass zunehmend Schrift in Bildern verwendet wird. Auch in meiner Serie Z wie Zeit, die ich immer am Sonntag zeige, spielt sie eine wesentliche Rolle, auch wenn sie nicht immer gleich erkannt wird, wie bei meinem letzten Beitrag: Z wie Zeit wie Wurzel.

Schrift ist Zeugnis davon etwas festhalten zu wollen, sich mitzuteilen und/oder für Späterlebende zu erhalten. Nicht alle Völker bedienten sich ihrer. Manche gaben ihre Geschichten von Generation zu Generation mündlich weiter, so ist auch Vieles verloren gegangen. So stehen Forscher:innen, Achäolog:innen heute oft vor Rätseln und ergehen sich in Mutmaßungen, was ich einst in einem PingPongBild von Gerda und mir thematisierte.

Heute zeige ich euch eine Fotomontage mit einem noch recht frischen Fundstück einer Keilschrifttafel, von der es heißt, dass es die bis heute älteste Schrifttafel sei, die bislang gefunden worden ist.

Schrift ist für mich Kommunikation, ist Literatur, ist Poesie, ist Wahrheitssuche, ist Weisheit, ist Spiegel von Zeit und Gedankenwelten in den jeweiligen Epochen. Manches ist Gold aus meiner Sicht, manches unverständlich, geheimnisvoll und wieder anderes ist Manipulation oder schlichtweg Schrott. Hieroglyphen sind für mich wie Noten, beide kann ich nicht lesen und doch bringen sie etwas in mir ins Schwingen. Sie erzählen Geschichten und Gefühle des Menschsseins.


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Die letzte Erinnerungsrunde an mein Alphabet der mutigen Träume

Willkommen zur dritten und letzten Erinnerung an mein Alphabet der mutigen Träume!

Q = Querdenken. Ist es nicht traurig, wie manche Begriffe mit der Zeit negativ besetzt werden? Ich bemühe mich in der Regel bei solchen Wörtern an ihre Wurzel zu denken und negative Bewertungen, die Zeit und Wandel verursachen, wegzulassen. Das ist nicht generell und immer möglich. Zu dem, was ich 2017 in Bezug auf „Querdenken“ geschrieben habe, stehe ich. Zu dem, was im letzten Jahr daraus gemacht wurde, nicht.

Hier die Links von Q – Z

Q = Querdenken → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/19/q-querdenken/

R = Richtungswechsel → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/20/r-richtungswechsel/

S = Spiel → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/21/s-spiel/

T = (mutige) Träume → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/24/t-traeume/

U = Utopie → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/25/u-utopie/

V = Vertrauen → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/26/v-vertrauen/

W = Widerstand und Wohlwollen → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/27/w-widerstand-und-wohlwollen/

X = das Unbekannte → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/28/x-das-unbekannte/

Y = Yin und Yang → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/30/y-yin-und-yang/

Z = Zuversicht → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/31/z-zuversicht/


So, das war’s. Mehr habe ich auch nicht mehr zum Alphabet oder zu den mutigen Träumen zu sagen. Mögen die einen und die anderen Inspiration gefunden haben und zusammen mit mir und anderen gute Samen in die Welt streuen.


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Weiterführende Gedanken zum Alphabet der mutigen Träume

Es geht ums Tun

Ich merke immer wieder, dass der Begriff „Träumen“ bei den Lesenden in die Irre führt und die meisten damit „Träumereien“ assoziieren. Mutig träumen aber ist aktiv und hat nichts mit Gefühlsduseleien zu tun. Es geht um die Kraft der Gedanken, der Visionen und den eigenen Haltungen, die man in die Welt sendet.

Jedes: „Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern“, jedes: „Ja-aber“ gegenüber ethischen Haltungen schwächt, nimmt die Kraft wirklich etwas zu verändern. Veränderungen finden zuerst bei sich selbst statt. Man muss Veränderungen wirklich wollen, bereit sein Begrifflichkeiten zu durchdringen und man sollte aufrichtig in sich hinein schauen und horchen, wo die Schatten sind, warum sie da sind und wie man sie verwandeln kann. Haltungen stehen auf dem Boden von Wissen und Erfahrungen. Veränderungen kommen nicht über Nacht und nicht von alleine, sie setzen etwas Aktives voraus.

Es geht ums Tun, statt auf Godot zu warten, auf bessere Umstände oder im passiven Hoffen stecken zu bleiben.

Gestern las ich bei Bernd von „Red Skies over Paradise“ kluge Gedanken von Kästner, der das ausspricht, wobei es auch bei den mutigen Träumen geht:

Jeder ist mitverantwortlich für das, was geschieht, und für das, was unterbleibt. Und jeder von uns und euch muss es spüren, wann die Mitverantwortung neben ihn tritt und schweigend wartet. Wartet, dass er handele, helfe, spreche, sich weigere oder empöre, je nachdem.“

Mehr kannst du hier lesen →

https://redskiesoverparadise.wordpress.com/2021/01/14/1952-1953-1954-1955-1956-1957-1958-1959-1960-1961-1962-1963-1964-1965-1966-1967-1968-1969-1970-1971-1972-1973-1974-1975-1976-1977-1978-1979-1980-1981-1982-1983-1984-19/

Nicht jede und jeder kann alles. Es geht auch um die Qualitäten jeder und jedes Einzelnen, um die eigenen Werkzeuge und um den eigenen Platz in der Welt, diesen zu entdecken, einzunehmen und von hieraus zu wirken.

Es geht um die Haltungen einer und eines jeden, die sie/er in die Welt trägt und damit in der Welt wirkt.

Ich stelle fest, dass der Gedanke zu handeln bei einigen in diesem Jahr in den Vordergrund tritt. Ich finde eben auch, dass gerade meine Generation lange genug Zeit hatte zu diskutieren, nachzudenken, Begrifflichkeiten zu durchdringen, Haltungen einzunehmen, nun gilt es sie auch umzusetzen. Natürlich machen das auch einige, aber viele andere verharren in der pubertären Haltung der ewigen Negierungen, ohne jemals dabei eine klare Haltung zu was auch immer noch entwickelt zu haben und somit tragen sie ihre Schwammigkeit in die Welt und tragen in keinster Weise zu einer Veränderung bei.

Bequemlichkeit ist eine der Fallen des Menschseins.

Die Kraft der Gedanken wird nicht von jeder und jedem anerkannt. Sie wird, wie so vieles andere auch, gerne in die „esoterische Ecke“ verbrämt. So vieles wird schlecht gemacht, was aus meiner Sicht Wandelkraft inne hat. Noch einmal: es geht ums Tun, um die Erfahrung was sich im eigenen Leben wandelt (oder schon gewandelt hat), wenn man den einen und anderen Gedanken nährt. Wie schon geschrieben, Veränderungen passieren nicht von alleine, sie brauchen den Willen, die aktive Handlung, die Disziplin dran zu bleiben und die Hingabe.

Mit diesem Text lade ich dich zu einer Debatte auf meinem Kommentarstrang ein:

  • Wie sind deine eigenen Erfahrungen mit Veränderungen, die du in dir selbst vollzogen hast?
  • Was hält dich davon ab zu handeln?
  • Was ist dein größter Wunsch in Bezug auf den Wandel in der Welt?
  • Und letztlich: wie sieht für dich eine bessere Welt aus? Sei mutig, stelle sie dir einfach mal vor, egal wie unrealistisch sie dir auch erscheinen mag und dann schaue genau, was davon du dir vorstellen kannst in die Welt zu „träumen“.

Maren, von dem Blog lachmitmaren, hat gestern vorgeschlagen, ob nicht die Eine oder der Andere Lust hat jeden Abend von 20h bis 20.30h gemeinsam und der Reihe nach zu den Begrifflichkeiten von A-Z zu meditieren. Heute also beginnen wir mit dem Buchstaben A = Allgemeinwohl. Schaue in der Meditation welche Assoziationen, welche Bilder in dir erscheinen, du kannst das für dich machen, du kannst aber auch deine Erfahrung, wenn du willst, im Kommentarstrang teilen oder einen eigenen Beitrag dazu schreiben – as you like it – kein Zwang. WILLKOMMEN!


Mein Alphabet der mutigen Träume von I bis P

I = Ideale → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/07/i-ideale/

J = Ja → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/09/j-ja/

K = Kommunikation → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/10/k-kommunikation/

L = Liebe → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/11/l-liebe/

M = Mitgefühl → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/12/m-mitgefuehl/

N = Natürlichkeit/Natur → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/13/n-natuerlichkeit/

O = Offenheit → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/17/o-offenheit/

P = Prudentia/Klugheit → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/18/p-prudentiaklugheit/


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Erinnerung an das Alphabet des mutigen Träumens

Durch einen Beitrag von TeggyTiggs in der letzten Woche erinnerte ich mich noch einmal an mein Alphabet des „Mutigen Träumens“. Seitdem sind ein paar Tage vergangen, aber interessanter Weise tauchte das mutige Träumen auch bei Bruni Wortbehagen auf und am Mittwoch bei meinem 11. Fragment. Hier schrieb ich am Ende: „Nairobi träumt den Frieden in die Welt“. Lachmitmaren schrieb im Kommentarstrang: „Oh ja, lasst uns mit Nairobi den Frieden in die Welt träumen … :-)!“ Auch Pit ist dieser Meinung!

Nein, ich will jetzt keine Neuauflage starten. Wie es Ende 2016 zu dem Alphabet kam und wie es weiterging stelle ich via Links heute hier ein. Den Startschuss hierfür gab mir TeggyTiggs. Sie ist der Meinung, dass es gerade in diesen Zeiten umso wichtiger ist der Angst vor der Zukunft und dem Bild der jetzigen Welt etwas dagegen zu stellen. Hierin sind wir uns einig. Auch darin, dass es für meine neuen Leserinnen und Leser interessant sein kann, mein Alphabet kennenzulernen und sich damit auseinander zu setzen.

Für mich kommt noch ein weiterer Gedanke dazu: viele von uns spüren und denken schon länger, dass es so mit der Welt nicht weitergehen kann, dass es gilt dem etwas entgegen zu setzen, es braucht aus meiner Sicht mehr Aktivität. Mir geht es ums Tun. Gedacht und gegrübelt haben die meisten von uns lange genug!

Um Missverständnissen vorzubeugen: es geht nicht um Tagträume, es geht nicht um Nachtträume, nicht um luzides Träumen. Den Begriff „Mutig träumen“ habe ich von Alberto Villoldo* übernommen, doch lest selbst:

https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/10/17/mutig-traeumen-1/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/10/19/mutig-traeumen-2/

Es gab vor einiger Zeit ein Experiment in einer US amerikanischen Kleinstadt mit 100.000 Einwohner.innen (es können auch 300.000 gewesen sein, daran erinnere ich mich nicht mehr ganz genau):

1000 Einwohner.innen dieser Stadt verbanden sich jeden Tag per Meditation mit dem Frieden und der Vorstellung einer friedlichen Welt, bzw. in ihrer Stadt. Sie träumten also den Frieden in ihre Stadt. Dies machten sie einen Monat lang. Während diesen Monats nahm die Kriminalität spürbar ab und insgesamt wurden die Einwohner.innen friedlicher, es gab weniger Anrufe wegen Ruhestörung oder häuslicher Gewalt. Als dann der Monat rum war und somit das Experiment zuende, nahm die Kriminalität und alles andere wieder zu.

Für mich ein Beweis, dass mutiges Träumen funktionieren kann, wenn sich genügend Menschen finden, die aktiv eine bessere, friedlichere, gerechtere Welt träumen. Zudem beweist dieses Experiment, dass nicht alle Menschen den selben Traum in die Welt setzen müssen, 1.000 zu 100.00 sind 1,111%! Übersetzt heißt das, es würden, auf die Welt gesehen, 2-10% der Menschheit reichen, um einen spürbaren Wandel zu erreichen. Wie ich aber schon bei meinen Beiträgen „Mutig träumen 1 und 2 (Links s.o.) schrieb: es braucht Disziplin, Ausdauer und Aufrichtigkeit im Träumen. Schon das kleinste „Ja, aber“ macht alles zunichte!

In meinem Alphabet tauchen viele ethische Begriffe auf, ohne Ethik, bzw. ethischem Verhalten, finde ich, kann die Welt nicht zu einem besseren Ort werden.

Hier nun die Links zum mutigen Alphabet von A – H

A-B → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/12/11/alphabet-2/

C → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/12/12/alphabet-3-c/

D → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/12/14/alphabet-mutig-getraeumt-d/

E → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/02/alphabet-mutig-getraeumt-eeinigung/

F → https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/03/alphabet-mutig-getraeumt-f-frieden/

G→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/04/g-guete/

H→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/01/06/h-hilfe/

Erwähnen möchte ich noch, dass Gerda Kazakou parallel zu meinem Alphabet der mutigen Träume an einem Alphabet des freien Denkens gearbeitet hat. Wie wir beide heute feststellten, war das eine wunderbare Zusammenarbeit. Und eigentlich finde ich immer noch, dass daraus ein Buch werden sollte. Nun, schauen wir einmal.

Wer nun Interesse hat, das ganze ABC kennenzulernen, die/der kann sich an der obigen Tafel orientieren und in die Suchmaschine z.B. L = Liebe eingeben oder K = Kommunikation oder Q = Querdenken* und gelangt dann zu dem jeweiligen Beitrag, den dazu gehörigen Bildern und den Kommentaren. Da ich nun selbst noch einmal das eine und andere nachgelesen habe, fand ich in dem Fall den Kommentarstrang bereichernd und spannend, weil ich Gedankenanstöße fand.

*Herrjeh, schon wieder ein Wort, das über die Zeit negativ kontuniert ist! Das ist auch so ein Thema, das mich beschäftigt, gestern schrieb ich: „Ich nehme die Worte bei ihren Wurzeln.“

So, jetzt aber viel Spaß mit meinem ABC der mutigen Träume.


*Alberto Villoldo – einen kurzen Lebenslauf fand ich bei „LovelyBooks“: Alberto Villoldo lebt in Los Angeles und ist klassisch ausgebildeter medizinischer Anthropologe. 25 Jahre lang bereiste er die Hochländer der Anden und des Amazonas’ und studierte die schamanischen Heilpraktiken. In seinen Seminaren führt er alljährlich Tausende von Medizinern und Laien in die energiemedizinischen Techniken ein. Er ist Autor zahlreicher Bücher.


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Noch einmal

Miniatur 002 2021

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Noch einmal in die Zauberkugel schauen. Noch einmal den Perchten lauschen. Leise sind sie in diesem Jahr gewesen, vielleicht ist die Welt ja schon stürmisch genug.

Der Ur lauschen. Sie ist immer da. Sie ist immer schon da gewesen. Besänftigend sind ihre Worte. Mit dem Herzen ein- und ausatmen, sein Gold für die Welt. Neue Kreise ziehen.

(Mehr gibt es gerade nicht zu sagen.)


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Die Impulswerkstatt

Dank Gerda habe ich nun endlich den Beginn der Impulswerkstatt von Myriade und Frau Flumsel gefunden.

Mich sprechen sehr die Themen Aufrichtung und Schlange an. Dazu möchte ich jetzt erst einmal auf Älteres von mir zurückgreifen.

In meinem Kinderbuch „Gamuppels Sternenreise“ gibt es Sssa, die Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Sie bewacht den kleinen Planeten, auf dem Gamuppel lebt, gleichzeitig beschützt sie Gamuppel. Wovor? Nun, das ist eine längere Geschichte, die ich jetzt nicht weiter verfolgen will. Ja klar, geht es hier auch um Ouroborus, der ich in meinem Beitrag „Ostschild“ einen Platz gab. Und ja, auch Sssa richtet sich eines Tages auf, lässt ihren Schwanz los und Gamuppel kann in die Welt springen, zunächst zum Saturn.

Denken musste ich auch an dieses Foto:

Bei der Aufrichtung aber, um die es ja eigentlich geht, dachte ich an diesen Text mit diesem Bild, beides veröffentlichte ich im Juli 2015 unter der Überschrift „Aufrichtung“

Ein Leben lang. Du und ich, das ist zumindest eine lange Geschichte. Und ein bezeugtes Ja. Versteckte Bangigkeit, beherzter Kuss, ab jetzt ein Leben lang. Als ob ich tot sein müsste, wenn du es wärest oder die Geschichte oder du, wenn ich es wäre. Als gäbe es kein Leben mehr und schon gar kein langes, wenn du und ich aus dem Wir gefallen wären. Wenn deine Hand meine nicht mehr hielte. Das Wir, das Verwirrte, wenn nicht gar Verirrte. Das Ja, das Nägel in Kreuze schlägt.

Du und ich teilen das Brot am Abend, ich in meiner Gestalt, du in deiner. Kein konturloses Wir, wie ein geschmolzener Käse über dem Abendessen. Berge und Täler dazwischen, Drifteis auch, jede und jeder auf der eigenen Scholle. Nordostpassage. Um durchs Nadelöhr zu schlüpfen braucht es die Stille der Nacht, ihr Überleben. Weitergehen. Miteinander. Jede und jeder für sich. Miteinander. Aufrecht.

Du und ich, jetzt fast schon ein Drittellebenlang, jede und jeder in der eigenen wachsenden Gestalt.

Noch ein Bild zum Thema Aufrichtung, auch das aus meiner Mottenkiste – es gehört zu Gerdas und meinem PingPong – Beitrag 036