Arbeitsplatzimpressionen

Einige von euch haben sich gewünscht, dass ich Bilder von meinem Arbeitsretreat zeige, et voilà …

Der Campingwagen mit dem unverkennbaren Charme der Neunzehnhundertachtziger Jahre, wenn nicht gar der 70er. Die Innenansicht erspare ich euch, ich sag nur Plaste Elaste … und doch habe ich dort wunderbar geschlafen, tief und fest, beschützt vom guten Hollerbusch,

den ich so gerne als Hollebusch bezeichne, vereinigt er doch weiß, rot und schwarz in sich und wirkt er auf mich, wie eine beschützende Mutter. Es war in den sehr alten Zeiten, so erzählt man es sich wenigstens, dass der Hollerbusch die Holle verkörperte, weil sich in ihm die drei Stadien in einem Frauenleben spiegeln, die weiße Unschuld, die rote Fruchtbarkeit, die schwarze (weise) Alte …

aus der Tür heraus fotografiert, so nah, so wunderbar –

Der Garten bietet viele Ansichten, den Mohnzauber habt ihr schon gesehen, ich habe darauf verzichtet das Haus selbst zu fotografieren, habe aber weitere Impressionen gesammelt…

Wenn du ein Bild anklickst, öffnet sich die Galerie, hab Freude, ich hab sie auch, wenn es nach Sommer riecht und schmeckt, dann kann Arbeit leicht werden und alles rückt an seinen Platz.


Buchtipp:

Frau Holle – Das Feenvolk der Dolomiten von Heide Göttner-Abendroth erschienen im Ulrike Helmer Verlag

Arbeitsretreat

Gestern habe ich eine weitere Kochrunde eingeläutet. Da ich dieses Mal auch für den Brunch zuständig bin, habe ich mich entschieden hier zu übernachten, mein Arbeitsweg ist lang geworden. Mein Chef hat einen Campingwagen im Garten stehen, wir haben Sommer und nichts und niemand zwingt mich jeden Abend wieder daheim zu sein.

Wenn ich später in der offenen Türe sitze, ist es, als ob ich inmitten eines Hollerbusches wohnen würde; traumhaft!. Ja, der Holunder blüht wie verrückt in diesem Jahr, eine erste Ladung Holunderblütensirup habe ich schon gemacht, eine zweite wird folgen.

Am Abend fahre ich ein paar Dörfer weiter, wo das alljährliche Frühjahrsretreat stattfindet, um an der Abendmeditation teilzunehmen. Im Anschluss plaudere ich mit dem Einen oder der Anderen, die mir lieb und teuer sind und die ich alle nur sehr selten sehe. Wird es dann dunkel, was ja dauert, ist es Zeit umzudrehen und in meinen Schlafsack im Camper zu krabbeln. Das nenne ich mal eine feine Art zu arbeiten und jetzt gehe ich wieder in den Garten oder doch flugs zum Badesee? Ich habe ja noch Zeit, bis ich mit dem Dreigängemenue starten muss…!

Euch allen noch einen sonnigen Feiertag!

Marie war neugierig

Gestern verriet ich Marie im Kommentarstrang, dass ich gerade wieder einmal Postkarten und Briefkarten gestaltete. Sie fragte mich, ob ich sie zeigen wolle, nun … warum eigentlich nicht.

Ich habe immer vier bis maximal fünf Karten zusammengelegt und abfotografiert, allerdings hätte ich mir e t w a s mehr Mühe beim Legen geben können 😉

aus meinen alten Beständen: gedruckte Postkarten (Stck. 1 €)

kleine Postkarten mit Fotografien und Fotomontagen (mit farbigen Umschlägen – nicht auf den Bildern – Stck. 2,50€/3,50€)

Fotokunst-Briefkarten DIN A 5 (mit weißen Umschlägen – nicht auf den Bildern – Stck. 6,50€)

bitte ein Bild anklicken, dann öffnet sich die Galerie

manche sind doppelt auf den Zusammenstellungen, andere fehlen und die meisten Bilder kennt ihr auch, hier und da sind noch sehr alte Motive dabei, solche, die sich immer wieder verkaufen – und nun habe isch färtisch!

Sammelzeit

Immer ungefähr um diese Zeit beginnt bei mir die Sammelzeit, nicht nur von Kräutern, sondern auch von Bildern und Erlebnissen und immer dann kommen mir die Worte abhanden. Zeit eine Blogpause einzulegen!

Habts gut und bis denne…

Grüsse aus meinem Neu

Der Ausblick von meiner Terrasse (am zweiten Abend)

Am dritten Abend – das Wetter ändert sich, es wird wieder kälter, die Krähen fliegen…

In der vierten Nacht scheint der Vollmond, glitzern die Sterne, das Feuer brannte, wir haben viel gelacht, Fragen wurden gestellt, manche blieben unbeantwortet, alles ist gut … ich grüße euch von Herzen

 

Wer weiß…

Noch zweimal schlafen…

Wer weiß, ob ich dort gleich nahtlos Internetverbindungen haben werde?

Wer weiß, ob ich überhaupt die Muße haben werde in der nächsten Woche etwas zu schreiben, so viele Termine, Ostern obendrauf und ich muss kochen über die Feiertage.

Wer weiß schon Zukunft?

Wer weiß schon was richtig, was falsch ist?

Ab morgen ist hier erst einmal eine Pause, bis auf die Sonntagsbilder, die laufen durch, habe ich wenigstens immer noch vor.

Herzensdank für eure Begleitung, euer Mitmirsein in den letzten Wochen. Jetzt blühen die Kirsch- und Birnbäume auf dem „neuen“ Berg. Ja haben wir denn schon Mai…

Wendepunkt

Diese minikleine Zeichnung, die hier groß erscheint, fand ich heute beim ausmisten zwischen vielen anderen kleinen Zetteln. Ja, nun ist der Wendepunkt da, auch wenn ich ihn wohl heute anders zeichnen würde, denn hier weiß man ja die Richtung nicht so wirklich…

Das Feuer hat gebrannt und in ihm viele, viele Zeiten und Zeilen und alte Bilder. Nein, das war nicht schwer, es war erleichternd. Eine Ära geht zuende, je mehr ich loslasse, umso freier bin ich für mein Neu.

Erstaunlich

Ja, es war heute wirklich erstaunlich! Zunächst einmal bin ich heute am späten Vormittag auf die Jagd nach Bananenkartons gegangen und kam mit einem vollbepackten Auto zurück, 12 gehen rein, 12 waren drin und nun sind auch alle zwölf Kartons vollgepackt mit Büchern.

Erstaunlich war, wie leicht es mir dann heute doch fiel mich von so einigen Büchern zu trennen. Da gab es gar kein Drehen und Wenden mehr- ich wusste, nee, die lese ich nie wieder, einmal reicht!

Nun habe ich Bücher abzugeben, wer Interesse hat kann mir gerne per Mail schreiben. Ich verschicke sie gegen Porto (3,00 €/Sendung innerhalb Deutschlands), ein kleiner Obulus wäre noch fein, da sie wirklich noch wie neu sind, hier die Liste:

Klar Ove Knausgard: 1.Sterben, 2.Leben, 3.Träumen,  (vergeben) 4. Alles hat seine Zeit

Ursula Seghezzi: 1. Macht – Geschichte – Sinn, 2. Kompass des Lebens

Lucia Schwellinger: Die Entstehung des Butoh (nicht mehr ganz so frisch, da ich es auch gebraucht erworben habe, da möchte ich auch wirklich nur das Porto haben!) –
schon weg!

Michael Harner: Der Weg des Schamanen

Franz P. Redl: Übergangsrituale

Bill Plotkin: Soulcraft – die Mysterien von Natur und Seele

Candy Bukowski: Wir waren keine Helden

Alle anderen Bücher, die ich aussortiert habe, muss nun noch erst H. anschauen, ob er sie haben will oder nicht, falls nicht, melde ich mich gerne noch einmal, ansonsten werde ich alle diese Bücher in den Bücherschrank im Tal stellen. Das habe ich nun schon zweimal gemacht und immer, wenn ich wieder einmal schaute, waren alle weg- das hat mich gefreut! Ich mag diese Bücherschränke, es ist ein Geben und Nehmen, ich habe dort auch schon das eine und andere lesenswerte Buch gefunden. Nutzt ihr die auch? Gibt es sie in eurer Stadt überhaupt?

Für heute mache ich Feierabend, meine linke Hand muckert, irgendwie habe ich vorhin eine falsche Bewegung gemacht, nun will sie Ruhe, soll sie haben und die Dusche ruft auch…

Yes!

Gemütlich ist anders, schön auch, aber ich bin heute Abend richtig froh!

Ich habe sehr viel mehr gepackt bekommen, als erwartet und es ist vielleicht doch gar nicht sooo viel, wie ich anfangs befürchtet habe. Trotzdem staune ich, was sich hier alles in den letzten zehn Jahren angesammelt hat. Heute war wirkliches ausmisten angesagt, ich habe mein Büro verpackt und mit Leichtigkeit altes Weiterbildungszeugs fürs Feuer in einen Korb gepackt, anderes aber ist mir immer noch heilig, obwohl es schon älter als 30 Jahre ist, nee, sagte ich, das nicht und wenn es nur für die Erinnerung ist!

Gerne hätte ich schon heute Abend das Feuer angezündet, aber dann ist es doch wieder sehr viel später geworden und ich musste mich zwingen Feierabend zu machen. Der zunehmende Mond gibt mir Schwung und heute musste ich auch nicht weinen, da ich ja wirklich „nur“ meins eingepackt habe. Im Badezimmer musste ich noch einmal aufteilen, aber das fiel mir dort auch leicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass H. gerade jeden Tag anruft (er ist ja verreist) und heute meinte, ich sollte jetzt mal den Keller, Keller sein lassen und den Recyclinghof vergessen, das würde er übernehmen, uff, da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, zumal ich ja schon im Keller sortiert habe, aber diese Berge …

Ich denke dieser Tage auch immer wieder an Herrn Ärmel, der sich ja die Reduktion auf die Fahnen geschrieben hat.

Gemessen an vielen anderen in meinem FreundInnen- und Bekanntenkreis besitze ich wirklich nicht viel, so manches ist praktisch für Umzüge, sprich zusammenklappbar, Regalbretter, die sich zusammen umwickeln lassen, aber allein die Bücher … hier wird es wahrlich heikel, so manches Buch wende und drehe ich in meinen Händen, bis ich mich entscheide, ob ich es nun weggebe oder doch lieber behalte, ähnlich verhält es sich mit den vielen Bildern und Fotografien. Wenn ich nun aber auf meine zwei Kistenberge schaue, dann denke ich, dass ich doch ganz gut damit bin Entscheidungen zu treffen.

Morgen allerdings kommt der Flur dran, dort haben wir unsere gemeinsame Bibliothek, da heisst es noch einmal „ja, nein, nein, ja“, aber dann habe ich es auch geschafft. Horidoh, viel schneller, als gedacht!

Ein bisschen ärgere ich mich noch über einen Bettenkauf. Nein, nicht über das Bett, aber es sollte schon vorletzte Woche abholbar sein. Als ich heute dort wieder anrief, sagte man mir, „wahrscheinlich“ nächste Woche- tja, angezahlt habe ich es, aber ich überlege mir gut, ob ich dort noch einmal etwas kaufe! Denn eigentlich liebäugele ich noch mit einem Kleiderschrank, den es in dieser Art wirklich nur dort gibt, aber wenn ich dann wieder 4 Wochen warten muss … na schauen wir mal!

Für wohlfeile Worte fehlt mir gerade die Muße, aber muss ja auch nicht immer, oder?!

Kontraste

Meine diesjährige Bilddatei vom März ist ziemlich klein. Als ich gerade über sie schaute dachte ich, ach … das war ja noch am Anfang des Monats- was für ein Kontrast! Erst noch der

Schnee,

dann fließt es wieder

und nun die Blüte…

Kontraste, davon gibt es auch gerade viele in mir. All dieses Viel, die vielen Gefühle und Gedanken, die Freude und die Zweifel, die Ängste und die Zuversicht, der Spagat meines eigenen kleinen Lebens und die Welt, die verrückter kaum noch sein kann. So vieles schmerzt, so weniges nährt und ich selbst ernähre mich schlecht. Es ist so viel zu tun, dass es oft nur für Fastfood reicht, obwohl ich eigentlich immer dagegen wettere. Ja, alles hat seine Zeit, auch die Zeit für sich selbst zu kochen.

Bunte Blumen, ergrünende Wiesen, Bäume, die schon sehr früh im Jahr ausschlagen, ob das gut geht? Wieso kann ich mich nicht einfach nur freuen, wieso habe ich immer wieder diesen scheelen Blick?

Einatmen, ausatmen, weitermachen, immer weiter und weiter. Wofür und wie es dann wird, das wird sich eh erst zeigen und dass es vielleicht für etwas gut ist oder wird oder dass es ein Fehler war oder dass ich mich manchmal nicht mehr auskenne mit der Welt und mir darin und dass ich manchmal einfach nur eine Hand brauche, das muss und will ich mir eingestehen. Dass ich erschöpft bin und alte Gespenster wieder Einzug halten auch. Wehren hilft eh nicht. „Ja“ muss und will ich sagen, zu allen Freuden und allen Leiden, ganz.

Wenn ich jetzt gleich im Garten die Gemüsekisten schrubben gehe, damit ich sie bepacken kann, will ich daran denken, dass jeder Tag auch etwas Schönes und Gutes bereit hält, wie es vorgestern Gerda postete und vor einiger Zeit im Lieberlebenblog erschienen ist. Gerade, beim fotografieren der ersten Blumen in meinem alten Garten, erinnerte ich mich an diese beiden Artikel und war dankbar. Just, in diesem Moment, entdeckte ich das gelbe Primelchen, das ich im letzten Jahr mit aus Asturien brachte…

Es erinnert mich an meine Auszeit und daran, dass es um Weite ging und geht, um Öffnung auch und um Selbständigkeit, um Unabhängigkeit in Verbundenheit und dass ich manchmal nicht weiß, warum wir Menschen es immer und immer wieder so schwer miteinander haben bzw. uns machen…

Auch wenn ich gut voran komme und noch immer in der Zeit bin, ist gerade heute ein sehr trauriger Tag und ich dachte vorhin: das ist der traurigste Umzug, den ich je gemacht habe. Ihr wisst schon: das doppelte Lottchen, die Säge, die sinnbildlich durch die Küchenutensilien kreischt und so manche Träne laufen lässt…


Ich habe heute diesen Artikel in Etappen geschrieben. Mittlerweile sind acht große Küchenkisten gepackt und ich habe brav geteilt: 5 Teller für dich, 5 Teller für mich, 6 Schüsselchen für dich, 6 Schüsselchen für mich, 6 Gabeln für dich, 6 Gabeln für mich und immer so weiter. Damit es am Ende fair ist, habe ich letzten Samstag noch einen Saftkrug, eine Knobipresse und eine Zitronenpresse gekauft, dann hat jedeR von uns einen/eine.

Noch zehn Mal schlafen, noch eine Runde zwischendurch arbeiten und immer weiter packen, ausmisten und hier und da die Tränen rollen lassen, weil sie es wollen.

Vielleicht hätte ich mich noch vor ein paar Tagen gar nicht getraut SO über meinen Wandel zu schreiben, Mut dazu fand ich bei Frau Rebis. auch sie hat es gerade nicht leicht und macht keinen Hehl daraus. Das tut mir gut. Ich danke dir von Herzen an dieser Stelle für deine Ehrlichkeit und Offenheit, liebe Frau Rebis!

Heute, am Mittwoch, war es auch, dass ich mal wieder eine etwas ausführlichere Blogrunde gedreht habe und ich habe gelesen, dass ich nicht alleine bin mit meinem Hader mit mir und der Welt.

Ja, ihr tut mir gut- DANKE.