Folgen

Seit Tagen bin ich sehr berührt. Noch immer tätigt das Memorandum für unsere Großmütter Folgen.

Ich habe nur eine sehr kleine Familie im Hintergrund und von den meisten Cousinen und Cousins weiß ich wenig bis gar nichts. Nun gibt es eine Cousine, die schon lange in den USA lebt, sie hat meinen Blog in der Weite der virtuellen Welt gefunden und somit auch das Memorandum. Zuerst nahm eine ihrer Töchter mit mir Kontakt auf, was mich damals sehr berührte, zumal sie mir Facetten aus unserer Familie beschrieb, die ich so noch nie gehört hatte. In dieser Woche kam ich in Kontakt mit meiner Cousine und es macht mich einfach nur glücklich.

Sie schickte mir dieses Foto, es zeigt das Haus in dem meine Großmutter wohnte, wenn sie nicht bei uns oder bei ihren anderen Kindern gewesen ist. Im Memorandum schrieb ich:

Ich hatte keine rechte Erinnerung mehr an das Haus, als ich jetzt dieses Bild bekam wusste ich plötzlich warum ich solche Häuser mag! Ich bin wirklich dankbar, dass wieder ein Puzzlesteinchen zu mir zurück gekommen ist!

Ich denke darüber nach was Familie für mich persönlich heißt und spüre meinem Glücklichsein über diesen Kontakt nach, vielleicht ist ja Blut doch dicker als Wasser?

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sorry, aber…

Ihr Lieben,

es geht mir schon länger so, dass ich nicht wirklich etwas zu sagen habe. Ich schrieb es letztens schon auf twitter: „Das ist das Jahr der verschluckten Worte“, und weil gerade eben auch sehr viel hier los ist, habe ich mich entschieden eine Blogpause einzulegen. Nur die Sonntagsbilder werde ich weiterhin zeigen.

Ich verabschiede mich erst einmal mit ein paar sehr besonderen Feuerfotos  und wünsche euch allen nur das Beste, herzlichst Ulli

die Galerie öffnet sich, wenn man ein Bild anklickt,

und nein, bei mir qualmt weder etwas, noch brennt es, es ist nur etwas anderes dran!

Drei und Fünf

Nominiert wurde ich von Geistesgewitter. Dort findet ihr auch die Regeln…  Ich freue mich und danke sehr herzlich!

Drei Dinge über mich

  1. Ich gewinne im Handumdrehen die Herzen von Kindern und Jugendlichen, so schnell, dass ich manchmal selbst staune und mich auch schon das eine und andere Mal fragte wieso das so ist; ja, ich ahne es.
  2. Ich war schon seit 11 Jahren nicht mehr beim Frisör, ich schneide mir meine Haare selbst, nur hinten muss manchmal noch meine Tochter ran.
  3. Es ärgert mich, dass es immer noch Menschen gelingt mich einzuschüchtern.

Fünf Fragen an die Nominierten

  1. Hattest du als Kind ein Lieblingsbuch, einen Lieblingsfilm (-serie) und einen Lieblingssänger (-sängerin, -gruppe)? Und wie sehen deine heutigen drei Favoriten aus?
  2. Wie stehen deiner Meinung nach deine Chancen, 100 Jahre alt zu werden?
  3. Hast du irgendeine Art von Phobie?
  4. Was ist für dich ein Glücksmoment?
  5. Gibt es eine Speise, bei der du dich noch nicht überwinden konntest, sie zu probieren?

zu 1.

Mein Lieblingsbuch war von Michael Ende: Jim Knopf, beide Bände, die ich bestimmt während meiner Kindheit dreimal gelesen, und später meinen Kindern vorgelesen habe. Ich schaute mir sehr gerne die Augsburger Puppenkiste an, liebte „die kleinen Strolche“ und „die Kinder aus Bullerbü“.

Musikalisch war ich schon immer sehr breit aufgestellt, sodass ich nichts über Lieblingsbands zu berichten habe, das hat sich bis heute nicht verändert, ich höre genauso gerne klassische Musik,

wie auch Blues, Jazz, Funk, HipHop, Punk, Raga, Rock und Elektro, nicht zu vergessen Weltmusik und Liedermacher*innen. Ähnlich ist es mit Filmen, es gibt einfach zu viele, um nur einen oder zwei herauszupicken, aber dieser hier gehört auf alle Fälle zu den Lieblingsfilmen der letzten Jahre:

Antonias Welt

leider gab es den Trailer nicht in deutscher Sprache, aber es ist auch so zu verstehen, oder?!

zu 2.

Ich glaube nicht, dass ich so alt werde, und ich will es auch gar nicht mehr. Ich wünsche mir geistig und körperlich fit bis zu meinem natürlichen Ende zu leben, wie es sich wohl auch die meisten anderen Menschen wünschen.

zu 3.

Ja, ich habe Höhenangst, ganz schlimm sind Gittertreppen, die hoch hinauf führen, da darf ich nicht hinunterschauen.

Als ich letztens im Arp-Museum noch einmal die Betonsäulen im Treppenschacht fotografierte bekam ich je weichere Knie, je höher ich gestiegen bin; da hilft nur immer wieder sehr bewusst zu atmen und der Realitätencheck…

zu 4.

Einen generellen Glücksmoment kann ich nicht benennen, aber ich erinnere mich immer wieder an einen Moment in den Bergen, oberhalb des Gardasees, mein damaliger Partner und unser Sohn schliefen noch, ich ging einen kleinen Pfad hinauf, um meine Morgentoilette zu verrichten, zarte Nebel stiegen vom See in die Berge hinauf, ein Hahn krähte, die Sonne ging auf und da hockte ich, atmete Frieden und war einfach nur glücklich!

zu 5.

Es gibt einige solcher Speisen, alle haben etwas mit Fleisch zu tun, ganz schlimm ist Wurstsuppe und sind jegliche Form von Innereien.



Ich habe immer Mühe mit den Nominierungen, an drei Frauen denke ich, wer sich außerdem gerufen fühlt, möge sich die Fragen mitnehmen und sie beantworten.

Es bleibt bei den drei ersten Fragen, wichtig dabei ist, dass es drei Dinge sind von denen du meinst, dass sie noch keiner von dir weiß und dies trotzdem in die Öffentlichkeit darf. Meine fünf Fragen sind diese:

  1. Was ist dein Antidot gegen die Schwere des Lebens?
  2. Was möchtest du in deinem Leben nicht missen?
  3. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du dann jetzt sofort tun oder dir anschaffen oder wen unterstützen?
  4. Gibt es etwas was du ganz anders machen würdest, wenn du heute auf dein Leben zurück schaust?
  5. Was möchtest du auf alle Fälle noch in deinem Leben machen/verwirklichen?

Marie

Gerda

die Springerin

Bitte nicht das Titelbild und den Hinweis wer dich nominiert hat vergessen, und bitte denke an die Regeln (s.o.).

Danke und viel Spaß!

Kartoffelernte und Wichtelleuchten

Das Zimmer färbt sich rosa. Ich steige auf den Stuhl und schaue aus dem Dachfenster in die Weite. Ja, die Sonne geht gerade unter, irgendwo im Westen, dort wo der Berg dazwischen ist und etwas weiter der Atlantik seine Wellen an die Strände von Sand und Felsen wirft. Drei Pferde stehen auf der Ostseite auf der Weide, der Wald ist die Grenze. Noch sind die Schwalben hier. Sie kreisen eine spätabendliche Runde über die Weite gen Süden. Es riecht nach Feuer. Gestern auch. Gestern ernteten wir die Kartoffeln, die Enkelkinder und ich. Wir haben sie auch zusammen gesetzt! Aber wieviel spannender doch so eine Ernte ist … boah Oma guck mal, ist diiie groooß! Stimmt, so viele dicke Kartoffeln und so viele mit lustigen Formen. Die Sonne stieg hoch, wir schwitzten und machten unter dem Hollerbusch eine Pause, es gab Apfelsaft mit Kranewasser und für mich einen Tee, eine Zigarette. Der Enkelsohn hatte seinen Traktor mitgebracht, mit Hänger, klar … wir luden die erste Fuhre auf und er, ganz der Bauer (Oma, ich werde Bauer – große Glanzaugen) fuhr sie vom Garten den langen Schotterweg vor die Treppe. Dann füllten wir noch zwei kleine Eimer, die die beiden tragen konnten und ich schleppte den großen Korb hinunter. Was aus fünfzehn kleinen Kartoffeln geworden ist, kann ich selbst kaum fassen. Sooo viiiele Kartoffeln und so viele dicke, ich muss wirklich eine dumme Bäuerin sein und lache. Jetzt geht es ans versorgen, damit sie noch lange halten. Eine Ladung wird für den Abend in einen Topf gefüllt. Mittagsschlaf für den stolzen, kleinen Bauern. Die Große und ich sitzen auf der Terrasse, sie möchte schreiben, sagt Worte wie Stern, wie Mama, Papa, Oma, Opa und Namen. Ich zeige ihr die Buchstaben, manche kennt sie schon, weil sie die von ihrem Namen kennt, sie macht das wunderbar. Nur das S ist und bleibt eine Schlange. Am Nachmittag kommt die Frau Mama mit Quark und Salat und Tomaten. Die Kartoffeln kommen aufs Feuer, der Quark wird angerührt, klar mit frischen Kräutern aus dem Garten, dann der Salat. Es kommt J. mit ihren drei Kindern und plötzlich ist hier richtig viel Leben. A., die nette Nachbarin, hat zwei Riesenzucchinis in der Hälfte durchgeschnitten und höhlt diese nun mit den Kindern aus, es gibt lustige Wichtelgesichter, am Abend beleuchten sie den Tisch.Wie wunderbar das alles ist, wie ich das genieße! Und dann sitzen sieben Erwachsene und vier Kinder, ein Baby auf Mamas Schulter um den großen Tisch, das Feuer lodert wieder auf, alle essen, trinken und haben Spaß. Die Sonne ist untergegangen, müde und glückliche Kinder halten nach den ersten Sternen Ausschau. Und dann bye, bye, bis bald. Drei Große bleiben übrig, noch ein Bier und dann auch gute Nacht, slaap goed…

Stadt, Land, Fluss

Als ich noch das Mädchen gewesen bin lebte ich am Rand einer Stadt, ich fuhr durch Wiesen und Wälder mit der Straßenbahn in die Stadt hinein. Als ich die Heranwachsende gewesen bin lebte ich sehr ländlich, woran ich mich gewöhnen musste. Als ich noch die junge Frau gewesen bin, zog ich in die Stadt und fuhr oft hinaus aufs Land. Als ich später in den schwarzen Wald gezogen bin, besuchte ich immer wieder große Städte.

Was mir die Collagen sind

(durch meinen Umzug sind die Bildermappen noch nicht wieder frei zugänglich, sodass ich auf diese Collage zurückgreife, die ich im letzten Jahr abfotografierte)

 – alle Bilder werden groß, wenn du sie anklickst, please click to enlarge the pictures –

Was „Wiki“ zu Collagen sagt:

Die Collage ist sowohl eine Technik der bildenden Kunst als auch ein in dieser Technik geschaffenes Kunstwerk. Herkömmlich wird ein neues Ganzes geschaffen, indem verschiedene Elemente auf eine Unterlage aufgeklebt werden, daher die Bezeichnung (von frz. coller, „kleben“). Collage gibt es auch jenseits der Grenzen der bildenden Kunst, nämlich als Musikvideos im Stile von Yes We Can oder in literarischen Collagen im Stil von Walter Kempowski oder in Text-Bild-Collagen von Herta Müller.

Der Begriff „Collage“ ist entlehnt aus dem Französischen, wo es eine Ableitung von dem Verb „coller“ (leimen, kleben) und vom Substantiv „colle“ (Leim) ist, das wiederum aus dem Griechischen stammt, „kόlla“.

Was „Wiki“ zu Fotomontage sagt:

Die Fotomontage ist eine spezielle Technik, basierend auf der Collage, die sich einer Vielzahl von fotografischen Materialien bedient, wie zum Beispiel Ausschnitten aus Zeitschriften oder selbst gefertigten Fotos. Durch das Zusammenfügen dieser entsteht eine neue Komposition und somit eine neue Aussage. Oftmals dient die Fotomontage der Satire. Der Begriff kommt aus dem Umfeld der industriellen Zivilisation und erinnert bewusst an Maschinenmontage und Turbinenmontage (Gustavs Klucis, 1932).

mehr siehe hier →

Soviel zu den offiziellen Definitionen. Nun komme ich zu meinen Gedanken zu Collagen und Fotomontagen.

(Diese Fotomontage machte ich im September 2012, sie ist ein Beispiel für eine Lebenscollage, denn ich habe nichts anderes getan, als den Tubatrichter einzufügen, alles andere fand ich genauso in einer kleinen, französischen Kleinstadt vor)

Mir erscheint das ganze Leben immer wieder als Collage, eine Zusammenwürfelung von Geschehen, Personen, Lebewesen, Dingen, Orten und Zeiten, ob zufällig oder nicht sei dahingestellt.

Im Feld der Erinnerungen liegt das Wenigste fein chronologisch in nebeneinander liegenden Gedächtnisschublädchen. Zeiten, Geschehen, Personen vermischen sich, legen sich über- und untereineinander, überlappen sich, ein gleichzeitiges Miteinander von an sich Getrenntem; ich nenne es Erinnerungslabyrinth oder Lebenscollage.

(meine noch unvollendete Lebenscollage, zusammengesetzt aus Collagen, gemalten Bildern, Fotos und Einzelheiten, die ich am PC ausschnitt und einfügte)

Collagen verbinden Getrenntes, verschwistern Unterschiedlichkeiten, stellen Dinge gegeneinander oder sich gegenüber. Es wird zerstückelt, um zu einem neuen Ganzen zu kommen, es entstehen Verbindungen, die es so erst einmal nicht gibt. Das Zauberwort ist VERBINDUNG von scheinbar Unverbindbarem, Unvereinbarem. Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass mir Verbindungen und etwas miteinander zu verbinden immer schon ein großes Anliegen war und ist.

Ferner sind für mich Collagen/Fotomontagen Seelenabdrücke, Provokation und Spiegel der Welt in mir.

Wenn ich sage, dass mich Menschen interessieren, dann interessieren sie mich in ihren Unterschiedlichkeiten, ihren Eigenheiten und dem, was alle miteinander verbindet. Sie interessieren mich im Kontext der Geschichte, der Kunst und ihren Formen, Bildern, Büchern, Musik, in der Gestaltung ihres Lebens, der Symbole in der jeweils geltenden Zeit (auch wenn Zeit an sich ein sehr eigenes Phänomen ist, sich gestern, heute und morgen im Jetzt treffen und vielleicht gar nicht so unterschiedlich sind, wie man uns glauben macht -).

Mich interessieren Verhalten, die dahinter liegenden Gründe und Ursachen, mich interessieren Ausdruck, Beziehungen, Träume und Wege. Mich interessieren Sichtweisen, Perspektiven und deren Wechsel, mich interessieren Wandel und Verwandlungen und natürlich mutige Träume und Visionen, die durchs Leben tragen. All diese Erfahrungen, und Geschichten finden in meinen Collagen/Fotomontagen, neben meinen Geschichten, Momentaufnahmen, Miniaturen und kurzen Zeilen einen Raum. Ich mag es Bilder zu Texten zu kreieren oder in meinen Bilderarchiven zu finden und somit Texte mit Bildern zu verstärken. In diesem Sinne ist vieles, das ich hier veröffentliche eine Text- und Bildcollage, um bei den Definitionen zu bleiben.

(Diese Fotomontage entstand nach dem Kunstzwergenfestival 2012 auf dem Rinckenhof, hier geht es zu den damaligen Artikeln → https://cafeweltenall.wordpress.com/2012/08/09/kunstzwerge-oder-landart-3/

https://cafeweltenall.wordpress.com/2012/08/06/back-home-again/ )

In den Collagen/Fotomontagen kann ich sichtbar machen, was sonst im eigenen Labyrinth der Gedanken und Gefühle keinen Raum findet, Sinneseindrücke und Geschehnisse verweben sich, werden sichtbar, was ansonsten unsichtbar geblieben wäre.

Die Collagen/Fotomontagen sind meine Verbindung zu meinen Seelenliedern, zu meinem Unterbewusstsein und so manches Mal kommt es zu der Erkenntnis, dass meine Bilder, in der Zeit ihrer Entstehung, mehr über mich und meine Bewegungen wissen als ich selbst.

(eine Zusammensetzung aus abfotografiertem Gefilztem und einer Fotografie als Untergrund)

Letztes Jahr begann ich noch kleine Zeichnungen von mir in ein Foto einzuarbeiten, es entstanden neue Verbindungen.

Mit den Collagen/Fotomontagen habe ich für mich über die Jahre ein Feld eröffnet, das unendlich  in seinen Möglichkeiten ist, mich darüber hinwegtröstet, dass ich nicht wirklich malen, und mich doch in Bildern ausdrücken kann, was mir immer ein Bedürfnis gewesen ist.



Diesen Artikel schrieb ich schon im letzten Jahr als Entwurf in mein Gedankenauffangbuch, nachdem ich die Ausstellung in Mannheim von Hannah Höch besucht hatte.

Dass er nun hier endlich erscheint hat seine Ursache darin, dass einige von euch dachten, dass das Foto im letzten Artikel eine Collage gewesen sei. Dieses Foto ist noch ein wunderbares Beispiel dafür, wie das Leben selbst seine Collagen während der Alletage gestaltet … Karfunkelfee schrieb dazu im Kommentarstrang:

Ja, gibt so magische Motive, Da stellt das Leben Dir einfach vor die Augen, was der Mensch ansonsten mühselig zusammen stellen müsste… frei Haus-Lieferung. Zur richtigen Zeit warst Du am richtigen Ort…
Collagen, das ist Wachstum, oder? Ein Bildsame, zu dem sich neue Fetzchen finden, solange bis das Auge die Collage sehen kann und das Herz in der Betrachtung satt werden kann. Manchmal sind meine Gedichte Collagen von Wortbildern, manchmal mal ich sie wie ein Bild und seltener wache ich auf mit einem fertigen Gedicht im Kopf und das ist so wie Deine aus dem besonderen Moment heraus entstandenes Bild. Es ist eine Zeitmaschine. Ist ja auch sogar eine Maschine mit drauf…

Schön hier!

Am Samstag war es soweit, die Anthologie: Schön hier! Lieblingsplätze und Herzensorte in Westfalen, lag in meinem Postkasten.

Herausgeber sind Matthias Engels, Thomas Kade und Thorsten Trelenberg, denen ich an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihr Engagement danken möchte.

Ich wurde durch einen Artikel bei Matthias auf das Projekt aufmerksam, schrieb eine Geschichte und sandte sie ihm zu. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie einen Platz in dieser Anthologie gefunden hat.

Vielleicht fragt sich jetzt die Eine oder der Andere wie ich dazu komme eine westfälische Geschichte zu schreiben. Das ist einfach, am Rande des Ruhrgebiets geboren und aufgewachsen, hatte ich Verwandte im Pott, bei denen ich mich immer mehr Zuhause fühlte als in meiner Heimatstadt. Später zog die Familie an den Rand des Ruhrgebiets und somit an die Grenze von Pott und Westfalen und so heißt auch meine kleine Geschichte: Ickern// Kindertage zwischen Pott und Westfalen

Matthias schrieb am 19. Juni 2017 in seinem Blog:

…Von da an ging es fix…28 Autorinnen folgten unserem Aufruf und lieferten wunderbare Texte.

Wir hatten nach ganz persönlichen, völlig subjektiven Lieblingsorten in der Region gefragt und jeder der angesprochenen Autoren konnte nach einigem Überlegen letztlich einen oder sogar mehrere solcher Orte benennen. Die Gestaltung der Texte war -bis auf eine gewisse Längenvorgabe- völlig frei: so erhielten wir wunderbare Gedichte, tolle Geschichten und andere interessante Texte.
Genauso breit gefächert wie die Formen sind die regionale Lage und die Art dieser besonderen Orte: von der Bank am Kanal in Münster über den Ostmarkt in Bielefeld bis zum eigenen Bett in Lünen ist alles vertreten. Viele Autoren steuerten außerdem sehr charmante eigene Fotos der ausgewählten Orte bei.

Die offizielle Präsentation des ca. 200 Seiten starken Buches findet am 26.08. im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Literaturfestivals hier! des Literaturlandes Westfalen statt.
Erhältlich wird es allerdings schon früher sein. Wir geben Bescheid!

Mit dabei sind und einen herzlichen Dank haben verdient:

Heide Bertram, Thorsten Trelenberg, Marion Gay, Hans- Ulrich Heuser, Patricia Malcher, Artur Nickel, Gottfried Schäfers, Jürgen Flenker, Ulrike Gau, Eva von der Dunk, Peter Gallus, Josef Krug, Antonia Kruse, Maike Frie, Andreas Laugesen, Thomas Kade, H.D. Gölzenleuchter, Matthias Engels, Torsten Reters, Hans Lüttmann, Hermann Borgerding, Annette Gonserowski, Viktor Sons, Sabine Lipan, Anne-Kathrin Koppetsch, Claudia Hummelsheim,
Angelika Ahlmann

Das Cover wie das Layout stammen von Manuela Dörr, der wir ebenfalls zu Dank verpflichtet sind.


Hier folgt nun der erste Teil meiner Geschichte:

Kindertage zwischen Pott und Westfalen

Sechs Kinderbeine mit herunter gerutschten Kniestrümpfen rannten aus der Siedlung hinaus den Bergen entgegen. Es rannten zwei Jungs und ein Mädchen. Abenteueralter. Sie waren Tom Sawyer und Huckleberry Finn, waren Goldmarie und Suleika.

Die Berge, wildzerklüftet, zwischen ihnen gähnten wassergefüllte Abgründe, Frösche quakten. Jungs fingen Frösche, sie sah sich um; Frösche werden nun einmal nicht zu Prinzen, wenn man sie aufbläst. Sie entfernte sich, erklomm die Höhen, schritt durch die Senken, nahm die letzten Felsen, sie schaute von oben auf den Rhein-Herne-Kanal hinab. Schiffe schleppten Frieden von Herne zum Rhein, von der Quelle zur Mündung. Schiffe schlugen Wellen für die Kinder, die in ihnen sprangen und schwammen.

Die Familie zog um. Die Zechen waren jetzt weiter weg, der Garten kleiner. Einen Innenhof gab es nicht mehr, auch keine zwei Schweine mehr im Stall, die an roten Kinderpantoffeln knabberten, keine Hasen, keine Hühner mehr, nur die Tauben waren geblieben und Wellensittich Peterlieb. Noch. Er sollte bald einen Ausflug machen, aber das wusste noch keiner. Keiner wusste, dass er für eine lange Weile aus dem Fenster hinaus, in die weite Welt hinein fliegen und mit dem knallgelben Kanari zurückkommen würde. Es war Peterliebs Geheimnis. Er sollte es auflösen, später…

Die Familie hieß Palewski, so, wie viele Familiennamen hier auf lewski, lawski, lowski endeten. Anfang der Neunzehnhunderterjahre waren sie von Polen in den wachsenden Pott gekommen, um das schwarze Gold aus der Erde zu puhlen. Das schwarze Gold, das dann seinen Wert verlor. Zechen schlossen, Kulturlandschaften wuchsen, Kohlepfennige wischten Augen. Die Law-Lew-Lowskis rauchten, husteten, fütterten gurrend ihre Tauben. Kinder schwammen in den Wellen der vorbeiziehenden Frachtschiffe, fuhren auf zu großen Fahrrädern und fielen sich schwarze Schlackesteinchen in die Knie…


Wer nun neugierig geworden ist und ein Exemplar erwerben möchte, kann sich über den Kommentarstrang gerne bei mir melden oder über meine Mailadresse, zu finden in euren Kommentarsträngen, ansonsten ist das Buch ebenfalls im Handel für 12,50€ erhältlich: ISBN 978-3-945238-17-2 , wir danken…

Du-Land

Und plötzlich sind wir wieder im Du-Land. Hier duzt jede jeden und umgekehrt und dann och noch auf Berlinerisch! Wie jerne ick dette höre!

Und alle helfen. An den ersten beiden Schleusen muss der gerade geborene Kapitän noch n´büschen üben, is noch n`büschen grrrün de Jong, nech?!

Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit und eine Prise Humor bei Regenwetter beim Hin und Her auf den Kanälen und Seen ist eine kleine Freiheit…

Und plötzlich sind wir den Enten und Schwänen ganz nah.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

(für Gerda…)

…und ich will einen Fischkutter und einen schönen Kapitän

Es war einmal eine Mutter, die hatte zwei Kinder. Wie alle Kinder kamen auch sie, erst der Eine, dann die Andere, in die Ich-will-haben-Phase. Nicht alles war erfüllbar und schon gar nicht sofort und überhaupt, dieses „ich will, ich will, ich will“, da mußte sich die Mutter etwas einfallen lassen. Wann immer sie genug von Ich-will- oder Ich-will-haben hatte, sagte sie: „Und weißt du was ich will … ich will einen Fischkutter und einen schönen Kapitän.“

Jahre gingen ins Land. Die Kinder schenkten der Mutter Fischkutter und schöne Kapitäne in vielen Formen, dann waren die Kinder groß, der eine und andere Fischkutter verstaubte in der Ecke, der schöne Kapitän war eine Urlaubsaffäre, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Im letzten Jahr war es, dass die Mutter 60 Jahre alt wurde und die Kinder schenkten ihr … nicht ganz, aber fast … eine Floßfahrt auf der Mecklenburgischen Seenplatte, der Sohn sollte den schönen Kapitän ersetzen. Nun hat es noch einmal ein Jahr gedauert, bis die Floßfahrt Wirklichkeit wurde, leider mit viel Wasser von oben, der Seite und von unten ja sowieso, das jedoch kann eine Seefrau nicht erschüttern und auch nicht die Matrosin und den schönen Kapitän…

Es gab Regenpausen, einen sehr frühen sonnigen Morgen, eine sonnige Rückfahrt am Sonntag und unglaublich viel Spaß miteinander. Noch einmal dachte die Mutter, dass sie diese Beiden in ihrem Leben nicht vermissen wollen würde. Danke für euch!

Wasser

Wenn du ein Bild anklickst, öffnet sich die Galerie, Einzelfotos werden groß –

Der Angler im Regen

Fortsetzung folgt…

Arbeitsplatzimpressionen

Einige von euch haben sich gewünscht, dass ich Bilder von meinem Arbeitsretreat zeige, et voilà …

Der Campingwagen mit dem unverkennbaren Charme der Neunzehnhundertachtziger Jahre, wenn nicht gar der 70er. Die Innenansicht erspare ich euch, ich sag nur Plaste Elaste … und doch habe ich dort wunderbar geschlafen, tief und fest, beschützt vom guten Hollerbusch,

den ich so gerne als Hollebusch bezeichne, vereinigt er doch weiß, rot und schwarz in sich und wirkt er auf mich, wie eine beschützende Mutter. Es war in den sehr alten Zeiten, so erzählt man es sich wenigstens, dass der Hollerbusch die Holle verkörperte, weil sich in ihm die drei Stadien in einem Frauenleben spiegeln, die weiße Unschuld, die rote Fruchtbarkeit, die schwarze (weise) Alte …

aus der Tür heraus fotografiert, so nah, so wunderbar –

Der Garten bietet viele Ansichten, den Mohnzauber habt ihr schon gesehen, ich habe darauf verzichtet das Haus selbst zu fotografieren, habe aber weitere Impressionen gesammelt…

Wenn du ein Bild anklickst, öffnet sich die Galerie, hab Freude, ich hab sie auch, wenn es nach Sommer riecht und schmeckt, dann kann Arbeit leicht werden und alles rückt an seinen Platz.


Buchtipp:

Frau Holle – Das Feenvolk der Dolomiten von Heide Göttner-Abendroth erschienen im Ulrike Helmer Verlag