Bussard

Lagerkoller

Ich muss hier raus! Die Magie von Wintersonnenwende und Raunächten ist endgültig vorbei. Die Wärme des Ofens ist zu warm geworden. Ich brauche Luft, frische Luft, Wind um meine Nase, Matsch unter meinen Füßen. Es ist nichts passiert. Gar nichts. Kein Konflikt, keine Unbill, nur ich mit mir. Das ist nicht immer komfortabel, nicht zwingend gemütlich, bereichernd oder gar erholsam. Zu viel – zu wenig. Bewegung braucht es. Grünes sehen, Wind atmen.

Der Bussard fliegt so nah über das Auto, dass ich bremse, er dreht ab. Einige Kurven später fliegt er parallel zu meiner Fahrtrichtung, landet auf einem nahestehendem Baum. Wieder einige Kurven später kreuzt er erneut meinen Weg, dieses Mal fliegt er höher, eine Kollision ist ausgeschlossen.

Was will er mir nur sagen?

Der Bussard

Sieh den Bussard.
Wie kann es gelingen,
ohne Halt im Winde
Halt zu fassen
schwebend
ausgesöhnt mit allen Dingen,
und sich so mit aufgespannten
Schwingen
stürzend, stürzend, stürzend
tragen zu lassen?

von Friedrich Hofmann 1914

D a s will mir der Bussard sagen – ausgesöhnt sein mit allen Dingen, ohne Halt im Winde Halt fassen, stürzend mich tragen lassen.

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Alltag 3

Weiter geht es mit den Bildern und Geschichten rund um meinen Alltag oder wie ich lieber sage: um meine „Alletage„.

Ein Projekt zu dem ich Mitte Oktober die Idee hatte → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/10/19/alltag-eine-idee/

Diese Idee hat so viel Anklang gefunden, dass daraus ein sehr bewegtes Projekt geworden ist, Alltag 1 und Alltag 2 sind schon Vergangenheit, aber vielleicht hast du ja noch gar nicht alle Beiträge dazu gelesen? Hier noch einmal der Link zu Alltag 2 → https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/12/01/alltag-2/, bei dem am Ende die Liste aller Mitwirkenden zu Alltag 1 steht, so, wie auch in diesem Beitrag die Liste aller Mitwirkenden zu Alltag 2 am Ende steht.

Und wenn nun auch du in der 3. Runde mit dabei bist, dann verlinke doch bitte deins mit DIESEM Beitrag, dann habe ich es einfach diese zu sammeln und in der 4. Runde aufzulisten. MERCI!

Heute zeige ich euch eine Auswahl kleiner Dingelinge aus meiner Welt. Manche von ihnen begleiten mich schon seit meiner Kindheit, andere kamen nach und nach dazu, manche sind Fundstücke, andere sind Geschenke, aber allen ist eins gemein, sie tragen eine Geschichte und sind Teil meiner eigenen.

Weitreichende Erinnerungsgeschichten, ohne und mit Blitz

-1-

-2-

Wichtel-und-Enkelkinder-Geschichten

Tochtergeschichten

Fundstück-und-Verbundenheitsgeschichten

Alte und lange Geschichten

Trotz meiner unzähligen Umzüge habe ich es geschafft einiges aus meiner Kindheit von einem Ort zum anderen mitzunehmen, habe den Ideen anderer getrotzt und zum Beispiel meinen Goofy nie weggeschmissen. Ja, alt ist er geworden, mittlerweile lebt er seit 54 Jahren mit mir, nicht ohne Blessuren, wie auch? Noch älter ist der kleine Holzelefant im oben abgebildetem Regal bei mir, ihn brachte mein Vater vor 60 Jahren aus Indien mit, nur seine winzigen Stoßzähne hat er auf den vielen Wegen von dort nach hier verloren. Und dann noch der Same, ebenfalls im Regal zu entdecken, der seit 56 Jahren bei mir wohnt. Seit zehn Jahren ist er nicht mehr allein, ich brachte ihm die kleine Trolldame aus Schwedisch Lappland mit, seitdem sind sie unzertrennlich.

Anderes ging verloren oder wurde mir geklaut. Ja, auch das hat es in meinem Leben gegeben, damals, während der wilden Jahre. Diese Dinge gibt es zwar nicht mehr in meiner Stube, aber in meinem inneren Schatzkästchen sind sie wohl verwahrt.



Habt vielen herzlichen Dank für eure Begeisterung für diese Idee, für eure Kreativität, eure Bilder und Geschichten, jeder einzelne Beitrag ist ein Geschenk. Und nun bin ich sehr gespannt auf euers in der 3. Runde!

https://erntetank.wordpress.com/2018/11/30/alltag-00002/

https://pawlo.wordpress.com/2018/12/01/alltag-2/

https://alpinerot.wordpress.com/2018/12/01/noch-ein-sachtext-alltag/

https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2018/12/01/alltag-2/

https://fuenfprozentfrau.blogger.de/stories/2706889

https://kopfundgestalt.com/2018/12/01/alltag-meine-leseroutinen/

https://gerdakazakou.com/2018/12/01/alltag-2/

https://amazonasknallerbse1.wordpress.com/2018/12/01/alltag-2-abendrituale/

https://friend-of-friends.com/2018/12/01/das-besondere-im-alltag-kaffee-und-ich-eine-erfolgsgeschichte/

https://fruchtigherb.wordpress.com/2018/12/02/alltag-dezember-2018/

https://mitziirsaj.com/2018/12/02/alltag-der-substantiv-maskulin-ohne-plural/

https://klunkerdesalltags.blog/2018/12/02/alltag-im-advent/

https://www.jaellekatz.de/allgemein/alltag-gerne

https://eulenschwinge.wordpress.com/2018/12/02/alltag-dezember-02-12-18/

https://geschichtenundmeer.wordpress.com/2018/12/02/ein-samstag-im-dezember/

http://voller-worte.de/2018/alltag-mal-wieder/

http://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2018/dezember/zu_ullis_projekt_alltag_2

https://annalenaslesestuebchen.wordpress.com/2018/12/02/alltag-das-immerwiederkehrende-2/

https://agnesblogsite.wordpress.com/2018/12/02/alltag-2-nicht-ganz-zum-ursprung/

https://lebenskreisblog.wordpress.com/2018/12/02/dezember-alltag/

https://arnovonrosen.wordpress.com/2018/12/03/alltag-november-2018/

https://kormoranflug.wordpress.com/2018/12/03/alltag/

https://pawlo.wordpress.com/2018/12/01/alltag-2/

https://susannehaun.com/2018/12/04/alltag-2-von-susanne-haun/

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2018/12/04/alltag-dezember/

https://handundgemacht.wordpress.com/2018/12/08/alltag/

Rückblick Dezember 2018

Wie bei jedem Rückblick eines Monats zeige ich euch die Bilder, die noch „übrig“ sind.

Dieser Monat hatte es anfänglich noch einmal in sich. Ich sag nur „Turbulenzen“. Davon aber ist auf meinen Bildern nichts zu sehen und das ist auch gut so. Auf ihnen zeigt sich der Wechsel von Frost, Reif, Schnee und Regen, von Momenten der Besinnlichkeit und dem Zauber der Stille, die seit der Wintersonnenwende in mir wirkt, die mich nährt.

Dass es in der Welt anders zugeht, das nehme ich wahr, kaum eine Atempause, das Geschäft geht weiter und weiter. Gerade noch Weihnachtsdeko, jetzt Sylvesterknaller und Luftschlangen und dann kommen schon die Fasnachtsartikel, um auf der profanen Ebene zu bleiben und die Politik mal außen vor zu lassen. Bei den Geschäften muss ich nicht mitmachen! Freude verschenkt sich anders. Liebe wirkt. Stille nährt.

Viel Freude bei meinem Dezemberrückblick!

Die Adventszeit wird eingeläutet

Ab und an wintert es,

dann regnet es wieder. So Willkommen!

Die Stille kehrt ein – Wintersonnenwende

WeiheNacht – der Schmaus – die Deko – das Licht

Frostreifige Rautage

In mir (sich) geborgen

Aufwiedersehen – aufwiederlesen – aufwiederhören im neuen Jahr. Kommt gut herüber … wir lesen uns dann!

Es ist immer wieder bereichernd, dass es euch gibt!

DANKE.

Weiter geht´s …

Momentaufnahme Dezember 2018

Momentaufnahme

draufklick = großes Bild

Nach all den vielen Jahren von „Lalülala und wrommrommm“, von einer Art doppeltem Herzschlag bei Tag und bei Nacht und besonderenem Stolpern des Großstadtherzens zu besonderen Anlässen, staune ich, nach immerhin achtzehn Jahren Bergleben, noch immer – über die Stille.

Ja, in der Nacht.

Manchmal ruft das Käuzchen. Manchmal pupst Nachbarins Pferd. Manchmal brummt ein Flugzeug. Oft knackt der Ofen. Selten, sehr selten fährt ein Auto vorbei.

Ich sag´s ja, Stille. Winterstille.

Leise Pfoten auf feuchtnassem Grund. Glitzerreif an Nordecken. Brunnentropfen bilden einen Zapfen. Ungehört. Sonnenschein am Tag, Mondschein in der Nacht und am Morgen die Venus – so hell!

Die Trommel singt Frieden um die Welt – in sie hinein. Gute Geister flüstern. Wilde Geister, weit weg. Lachen. Laut und leise, keine bösen Töne. Kerzenschein. Salbeiduft. Und der Harz der Douglasie an deinen Händen.

Stille Nächte. Raunächte. Zwischen den Jahren sein. Zwischen den Welten sein. Zaunreiterin sein.



Kommunikativ sind diese Raunächte, anders als die Jahre zuvor, trotz gleichzeitiger Stille. Klirrkälte, Mütze, Mantel, Schal, Nordost. Der blaue Weg mäandert weiter.

Wintersonnenwende 2018

Heute ist die Wende, die Sonne erreicht ihren tiefsten Stand und langsam, langsam geht es dann auch wieder aufwärts. Mit dem heutigen Tag endet der Herbst, beginnt der Winter und vielleicht fallen hier und da auch leise Flocken. Ich wünsche euch allen eine zauberhafte Wintersonnwendnacht, ob mit oder ohne Feuer, ob mit oder ohne Ritual.

Mit obiger Lieblingsdezemberpostkarte* verabschiede ich mich in eine kleine Winterpause. Die stillen Nächte und die Magie der Raunächte würdige und zelebriere ich immer gerne ganz für mich. Natürlich laufen noch die Sonntagsbilder weiter, aber eure Kommentare werde ich mir erst im neuen Jahr anschauen und beantworten, ich hoffe ihr versteht das und bleibt mir dennoch gewogen.

Ich wünsche euch eine friedliche und freudvolle Zeit, wie immer ihr sie verbringt und natürlich auch ein gutes Hinübergleiten ins neue Jahr.

Herzlichen Dank für all eure Anteilnahme an, und eure Kommentare, in meinem Blog ❤

Mit leisen Tönen sage ich Bye for now



*Diese Postkarte fand ich im letzten Dezember in Bonn. Meine Enkelin und ich sind uns einig: SOOO schön! Da sie aber auf meinem diesjährigen Kalender klebt, kann ich leider den Namen der Fotografin/des Fotografen nicht angeben. Sollte ich damit gegen das Urheberrecht verstoßen, bitte ich mir dies mitzuteilen, dann nehme ich das Bild aus dem Netz. Danke.

Ich bin etwas beunruhigt

Ob dieser kleine Beitrag jetzt etwas nutzt, weiß ich nicht, aber ich versuche es mal. Gestern teilte mir Christiane mit, dass sie die Etüde nur über meinen Ping bei ihr aufgespürt hat, dieser aber nicht im reader erschien. Tatsächlich ist extrem wenig Verkehr auf meinem Blog, viel weniger als sonst und jetzt bin ich etwas beunruhigt. Hat jemand einen Tipp?

Licht – 17 – am 03. Oktober 2018

Verschiedene Lichtbilder, aufgenommen im September

Lichtundschattenspiele auf meiner Wäschewanne

Lichtundschattenspiele auf einer Zimmerwand

Lichtspiele auf Glas

 

Lichtspiele auf Glas mit junger Hornisse

Ich habe diese junge Hornisse, wie viele andere zuvor und danach, am Abend in einem Glas eingefangen, um sie nach draußen zu tragen. Sie halten natürlich nicht still, wenn ich sie fotografieren will, aber wenn du genau hinschaust, kannst du sie auf dem zweiten und dritten Bild sehen. Ich finde das Ergebnis faszinierend. Manchmal mag ich Unschärfe.

alle Bilder werden groß, die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst

Ich hatte in den letzten Wochen hier ein kleines Problem mit jungen Hornissen. Wo sie Eingang fanden weiß ich nicht, aber ich hatte echt zu tun, sie entweder aus dem Fenster herauszuwedeln oder am Abend unter einem Glas zu fangen und dann nach draußen zu tragen. Dem Himmel sei Dank waren sie enorm friedlich. Ende September an einem Sonntagmorgen habe ich gefühlt mehr als fünfzig zur Freiheit verholfen. Ein bisschen genervt war ich schon, sie brummen sehr laut und mir war so nach Morgenkaffee im Bett mit Buch. Es ist an diesem Sonntag zu kalt gewesen, um das Dachfenster die ganze Zeit geöffnet zu lassen. Nun ist auch das vorbei.


Schnitt


Heute ist der 3. Oktober. Ein relativ neuer, deutscher „Feiertag“, der für mich mit einer kleinen Schildkröte verbunden ist, die über märkischen Sandboden läuft.

Wieso?

Weil ich am 03. Oktober 1990 einen Spaziergang in der Umgebung von Berlin machte (damals lebte ich noch dort) und mir mitten im Nirgendwo eine Schildkröte begegnete. Das Bild hat sich mir eingebrannt, genauso wie das Gefühl am selbigen Abend, als wir an einem Imbissstand erfuhren, dass die Menschen aus der ehemaligen DDR den Anschluss an die BRD gewählt hatten. Mir schwante nichts Gutes und gut ist es bis heute nicht.*

Heute schenke ich diesem Tag Licht.

Und ein Bild.

Möge sich die Angst in unserem Land in Mut verwandeln die Probleme, die nicht wegzuschwätzen sind, anzugehen, statt aus Angst vor neuen Wegen und Ohnmacht und Gier eine Fehlentscheidung nach der anderen zu treffen.


*Ich habe am 03. Oktober den Menschen aus der ehemaligen DDR einen unabhängigen, eigenen Staat gewünscht, ich kannte ja die kapitalistischen Machenschaften und vieles mehr in und aus der BRD. Es wurde schlimmer.



Bei märkischem Sand denke ich auch immer an das Bild von Anselm Kiefer mit gleichnamigem Titel. Es ist das erste Bild von ihm gewesen, das ich entdeckte; seitdem entdeckte ich viele andere mehr von ihm.

Ich denke vertikal, und eine der Ebenen war der Faschismus.

Doch ich sehe alle diese Schichten. Ich erzähle in meinen Bildern

Geschichten, um zu zeigen, was hinter der Geschichte ist.

Ich mache ein Loch und gehe hindurch.

Anselm Kiefer


Das Bild habe ich in der Bildersuche des www gefunden – https://www.google.com/search?q=Bild+Anselm+Kiefer+M%C3%A4rkischer+Sand&client=firefox-b-ab&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=7Gk8YpudptLsRM%253A%252CoCcHZIrh54DLIM%252C_&usg=AI4_-kTq2OSUtk_th5cL-JKNJ59-CYjuTg&sa=X&ved=2ahUKEwiJ-YWM2OLdAhVupIsKHaerBtIQ9QEwBXoECAUQDg#imgrc=7Gk8YpudptLsRM:

sollte ich hiermit Urheberrechte verletzen, bitte ich mir dies mitzuteilen, dann werde ich das Bild löschen.

Momentaufnahme September 2018

Eine Kerze brennt, ich trinke ein Bier und proste dir zu. Dir, der du jetzt auf einem Weg bist, den ich irgendwann auch einmal gehen werde, der für mich noch im Dunkeln liegt und doch sehe ich dort ein Licht. Dahin wünsche ich mir dich, dahin möchte ich dir folgen. Irgendwann.

Am Abend entzünde ich ein Feuer. Freundinnen und Freunde finden sich ein, wir trinken noch ein Bier, rauchen, lachen, ich weiß, das hätte dir gefallen.

Nur ich kannte dich, die anderen hier haben dich nie gesehen. Nur ich bin es, die sich im Stillen an dich erinnert und an unsere gemeinsame Zeit. Ich muss wieder lachen, als ich mich an eine deiner Ideen erinnere. Du wolltest die Zugspitze kacheln, darauf sollte ein rosaroter Cadillac stehen, eine Primaballerina sich auf ihm drehen, wie diese kleinen Tänzerinnen im Tütü auf den alten Spieldosen. Damals haben wir darüber gemeinsam gelacht.

Viel Schönes haben deine Hände geschaffen. Arm bist du dennoch geblieben und warst dabei so reich!

Spät in der Nacht entzünde ich eine neue Kerze und trommel für dich und deinen Weg ins Licht.

Es ist selten, dass mir bei einer Todesnachricht spontan die Tränen über die Wangen rollen. Später bin ich selbst überrascht. Du warst ein Freund und wirst es immer sein. Wo immer du jetzt bist, meine Kerze wird für deinen Weg leuchten, neunundvierzig Tage und Nächte lang. Ich weiß, dass dir das gefallen hätte.

Trauer

Trauer kennt viele Gesichter

mein Sohn trauert so

ich trauer so

Es gibt keinen richtigen Moment, es gibt nur was ist und wer plötzlich nicht mehr ist. Good bye, lieber Freund, gute Reise …

für dieses Mal habe ich die Kommentarfunktion geschlossen, sorry . Und jetzt bin ich mal weg …