Boote und Schiffe 010

Klabauter

Eine Blogparade der Boote und Schiffe ins Leben zu rufen und nicht einmal den Klabautermann zu erwähnen geht gar nicht!

Der Klabautermann, Kalfatermann oder Klabattermann (von niederdeutsch klabastern „poltern“, „lärmend umhergehen“ oder von ebenfalls niederdeutsch kalfatern „mit Pech und Werg abdichten“) ist im seemännischen Aberglauben ein Schiffsgeist oder Kobold, der – meist unsichtbar – den Kapitän bei Gefahren warnt. Die Figur des Klabautermannes ist verbunden mit der Segelschifffahrt. Er hilft beim Schiffbau, beim Dichten des Schiffsdecks und treibt gerne Schabernack. An Bord macht er sich durch Polter- und andere Geräusche bemerkbar. Man sagt: „Wenn er klopft, bleibt er, wenn er hobelt, geht er.“ Sein Aussehen gleicht dem eines Matrosen – mit Hammer und Pfeife, manchmal auch mit Seemannskiste, mit roten Haaren und grünen Zähnen. Zeigt er sich, so ist dies ein schlechtes Zeichen. Er verlässt das Schiff erst, wenn es untergeht.

mehr → https://de.wikipedia.org/wiki/Klabautermann

Die (für mich) wunderbare Zeichnung eines Klabautermanns (© by Týra Alrune Sahsnotasvriunt) fand ich vor vielen Jahren hier → https://paganmeltingpot.wordpress.com/2015/01/24/the-klabautermann-a-northern-german-water-goblin/

In dem Zyklus „Die Närrin und die kleine Stadt“ tauchte diese Klabauterzeichnung immer mal wieder auf.

Jetzt hatte ich Freude alle diese Figuren wiederzusehen und mich an die kleinen Geschichten dahinter zu erinnern.

Le sacre du printemps

Auch freute ich mich wieder über die verschiedenen Figuren der Närrin, ob nun von mir zusammengesetzt oder entlehnt, und all dem, was in der kleinen Stadt während dem Reigen von Frühling, Sommer, Herbst und Winter passierte.

Die Närrin wäre nicht die Närrin, wenn es nicht ab und zu etwas undurchsichtig gewesen wäre … oder gar chaotisch?!

Ich höre im Hintergrund freudig Coyote heulen, sehe ihn grinsen… → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/09/01/das-ostschild/


Zur Geschichte →

Manche erinnern sich vielleicht noch daran, dass einst der Holzmann von seinem Baum herabgestiegen ist?

Das ist sehr beschwerlich gewesen. Er musste sich erst einmal ausruhen, bevor er ins Holzboot steigen konnte. Rabe ist der Steuermann gewesen. Wer sonst?

Sie wurden schon in der kleinen Stadt erwartet. Alle waren gekommen, mit Musik, Tanz und Winken.

Holzmann musste weiter. Er hielt großen Rat. Mondsichel ist die Zeugin gewesen.

Dereinst die Närrin ihre Wanderschaft wieder aufnahm. Es begegnete ihr dies und das und dieser und jener und anderes… → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerie/

Der Frühling ging, der Sommer kam, sie fand ein Boot und kehrte in die kleine Stadt zurück. Alle sind gekommen, mit Musik, Tanz und Winken. Die Taube saß auf ihrem Kopf und gurrte Freude und Frieden. Sie hatte ihre Gestalt verändert. Sie ist Närrin und Wanderin geblieben. An diesem Tag war Klabauter ihr Steuermann gewesen. Wer sonst?

Die Närrin wanderte durch die kleine, sommerliche Stadt. Es begegnete ihr dies und das und dieser und jener und anderes… und dann zog sie weiter. So macht das die Närrin.

Manchmal steuert sie der Klabauter und machmal nimmt sie eine Fähre. Manchmal wandert sie durch die Straßen und manchmal schaut sie ihre Gesichter.

So macht das die Närrin; so und anders.

Und Schiffe kommen

und gehen.

Und Schaufelraddampfer ist das 92. Wort in der freien Enzyklopädie der Schiffbezeichnungen, aber nicht das letzte.



Und immer wieder Verwandlung

Vom Segelschiff zum Ozeandampfer. Von Glasbeinchen zum Seemannsgang. Wenn jetzt nur nicht ein Beben kommt, mitten auf der See. Kein Horizont in Sicht. Nur Möwengeschrei. Woher, wohin, raunen die Wellen im Schaukelgang. Es war mehr als ein erster Schritt nötig, um die Richtung nicht mehr zu verlieren. Ein Ufer, eine Insel, eine Palme … vielleicht, oder ein Gegenüber, ein Miteinander. Einsam trieb das Segelschiff. Es füllte sich der Ozeandampfer. Anker lichten, das Ziel hat keinen Ort auf der Meereskarte, es will nur erreicht werden. Wal weist den Weg. Er, der von der Liebe singt.



Links

Petra zeigt Nachtschiffe, dazu gehört ein (mich) sehr berührender Text →  https://pawlo.wordpress.com/2018/04/23/schiffe-bei-anbruch-der-nacht/

ein weiteres Thema von ihr ist Hoffen und Bangen → https://pawlo.wordpress.com/2018/04/25/wir-bangen-wir-hoffen/

Pit lässt uns an einer Großsegler-Parade in Galveston teilnehmen → https://pitsfritztownnews.wordpress.com/2018/04/25/navigare-est-vivere-on-board-during-the-tall-ships-parade-in-galveston/

Susanne (Haun) hatte mir zunächst geschrieben, dass sie es bedauert, dass sie gerade wenig Zeit hat und sich deswegen leider nicht an der Blogparade beteiligen kann. Das hat sich nun aber zu meiner Freude verändert und somit ist Susanne doch noch mit im Boot  → https://susannehaun.com/2018/04/24/boote-haben-fuer-mich-etwas-von-sehnsucht-und-fernweh-susanne-haun/

https://susannehaun.com/2016/07/09/dantes-barke-der-wellen-und-wogen-70-x-50-cm-zeichnung-auf-leinwand-von-susanne-haun/

https://susannehaun.com/2011/07/22/akt-und-landschaft-zeichnungen-von-susanne-haun/

Der alte Mann und das Meer – Zeichnungen von Susanne Haun – 2.Teil

Trauminsel – Zeichnung von Susanne Haun

Artis und K – Zeichnungen zur Arktis von Susanne Haun

Gerda hat eine Zusammenstellung von Schiffsdarstellungen mit unterschiedlichen Materialien eingestellt → https://gerdakazakou.com/2018/04/23/boote-und-kein-ende-kohlezeichnungen-akryll-collagen-mixed-media/

und ein Bild, das für mich ein wunderbares Finalebild ist: Ausfahrt der Segelboote → https://gerdakazakou.com/2018/04/24/rueckblende-malerei-ausfahrt-der-segelboote/



Anmerkung

Das Schilfboot habe ich aus einem der Bilder von Emily geschnitten → https://bellaremyphotography.com/2018/04/12/suriqui-island/

Boote und Schiffe 007

Heute wird es hier ein bisschen närrisch zugehen…

Petra dachte bei meinem Wüstenschiff an eine Variante in Blau, voilá

Gerda schickte mir noch einmal einige Links zur Blogparade. Zunächst las ich nur eine Überschrift: „Lebe deinen Mythos“ und wieder dachte ich an das Wüstenschiff in Blau, aber nun nicht als Fata Morgana.

Sand- und Wasserwellen, Wellen auf Baumrinden, auf Steinen, auf den Bergrücken – ein Leben in Wellen, ein Leben mit Ebbe und Flut, mit Stürmen und Flaute. Manchmal als Segelschiffchen im Sturm, manchmal als dicker Ozeandampfer, sicher auf hoher See. Wellen gehen vor, Wellen ziehen sich zurück. Manchmal regnet es in der Wüste und alle Wüstenblumen blühen –



An dieser Stelle möchte ich euch allen danken, die ihr euch so rege an dieser Blogparade beteiligt, ich freue mich sehr darüber!

Im letzten Artikel eröffnete ich einen Reigen mit Schiffsbezeichnungen und ich staunte wieviele noch dazu gekommen sind. Die ganze „Enzyklopädie“, mit allen euren Ergänzungen, stelle ich beim großen Finale der Blogparade ein.

Random Randomsen erwähnte im Kommentar ein Lied von Reinhard Mey: „Das Narrenschiff (s.u.)“

Ein Närrinnenschiff in meiner Welt ist kein Narrenschiff, keins im Sinne von Hieronymus Bosch, das eine Anspielung auf die Todsünden ist, wie überhaupt auf vielen Darstellungen von Narrenschiffen das sogenannte lasterhafte Leben eine große Rolle spielt. Der Narr aber dreht dem närrischen Treiben den Rücken…

Mehr kannst du bei Wiki lesen und dort ist auch das Bild größer anzuschauen → https://de.wikipedia.org/wiki/Bilder_von_Hieronymus_Bosch#Das_Narrenschiff

Das närrische Volk ist verschieden vom Archetyp des Narren, die Närrin ist nicht prinzipiell verschieden vom Narren, nur in ihrem Geschlecht, ein kleiner, aber auch sehr feiner Unterschied…

In der Bildersuche fand ich noch einige andere Darstellungen von Narrenschiffen, ihre Urheber stehen jeweils unter den Bildern, sodass ich hoffe kein Urheberrecht verletzt zu haben.

Je länger ich die Bilder betrachte, umso klarer wird mir, dass mir etwas anderes vorschwebt, dass ich Bezug auf den Archetypus nehmen möchte, auf den Humor, den Trickster, auf die Geschichten, die mich oder dich zum Lachen bringen, dass ich das närrische Volk närrisches Volk sein lassen will, Freude anstelle von Todsünden, Humor anstelle von Verdammnis…

Manche von euch werden sich an den Bilderzyklus der Närrin und der kleinen Stadt erinnern, auch dort tauchten Boote auf, auch die Närrin saß mal auf, oder in einem, aber all das ist es eben auch nicht, nicht in meiner jetzigen Welt. Ich grübele noch, sowohl über eine neue Gestalt für die Närrin, wie auch über das Boot selbst…



Links

Cambra Skadé stellte im November 2015  „die Fährfrau und das Narrenschiff“ ein, sie spricht von so Vielem, das mir so vertraut ist und mir doch immer mal wieder wegrutscht, sodass mir gerade eben ihr Artikel eine sehr willkommene Erinnerung ist → https://cambraskade.wordpress.com/2015/11/20/die-faehrfrau-und-das-narrenschiff/

Marion von Findesatz steuert feine Zeilen und ein ebenso feines Bild zur Blogparade bei →  https://findesatz.blog/2018/04/16/16-april-5/

von Gerda → https://gerdakazakou.com/2015/07/22/lebe-deinen-mythos/

Erinnerung an einen kleinen Hafen

zauberhaft schön: Schnee, Dorf, See und Boot → https://gerdakazakou.com/2015/11/27/schnee-dorf-see-boot/

und weil es zum Dorf und zum Schnee passt, hier ein Artikel von mir, mit der Frage, ob das Boot selbst der sichere Hafen ist → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/02/29/ende-februar/

ein anderes Thema und ein spezielles Ruderboot mit einem speziellen Ruderer kannst du hier sehen →

https://cafeweltenall.wordpress.com/2014/02/27/der-alte-mann-und-vielleicht-das-meer/

Frau Kobloch brilliert mit einer Lustbarkeitsschaluppenjubelillusion → https://bittemito.wordpress.com/2018/04/12/lustbarkeitsschaluppenjubelillusion/

Petra zeigt einen Arbeitsprozess, bei dem am Ende auch wieder ein Schiff zu sehen ist → https://pawlo.wordpress.com/2018/04/13/das-bild-wieder-heimwaerts-im-arbeitsprozess/

Gerhard von Kopf und Gestalt zeigt ein Keramikschiff → https://kopfundgestalt.com/2018/04/12/schiffe-aller-art-3/

von Pithttps://pitsbilderbuch.wordpress.com/2011/07/22/england-reise-fruhjahr-2011-25/

auch zeigt er ein wunderbares Segelschiff und hat es mit Musik unterlegt, ihr kennt das Lied alle, mehr verrate ich aber nicht → https://pitsbilderbuch.wordpress.com/2018/04/16/sailing-to-be-free/

Pit machte mich außerdem auf den Blog von Emily Carter Mitchell aufmerksam, hier gibt es wunderbare Schilfboote und mehr zu sehen und zu lesen → https://bellaremyphotography.com/2018/04/12/suriqui-island/

Kormoran zeigt Schiffdetails → https://kormoranflug.wordpress.com/2018/04/15/blogparade-schiffe-und-boote-02-anker/

Fortsetzung folgt…

Miniatur #4 – für die abc.etüden

Drei Wörter – maximal zehn Sätze – für Ludwigs Schreibprojekt

In dieser Woche hat Christiane die drei Wörter in den Raum gestellt: Narr, Stille, Rosenstrauß

0221aa-11-12-14-vertiefte-begegnung

Es ist schon eine Weile her, dass sich Narr und Närrin in der Stille der Nacht zum ersten Mal begegneten. Sie waren nicht leer zueinander gekommen, sie waren nicht mehr jung, das Leben hatte sie schon gefurcht, in Falten gelegt, Haare ergrauen lassen. Misstrauen, Angst und Enttäuschungen saßen in ihren Zellen. Wenn sie aber still nebeneinander saßen, dann…

0104-28-06-15-lauschen

Ein zweites Mal trafen sie sich an dem bunt bebänderten Baum, Rücken an Rücken lauschten sie sich.

Heute hat der Narr die Närrin zur alten Buche bestellt. Dort hat er einen Rosenstrauß in die Äste gehängt. Weiße Rosen, weiß für den Frieden, den sie beieinander finden. Still erwartet sie ihn.

0024-22-01-2017-die-naerrin-und-der-rosenstrauss

Anmerkung für meine neuen LeserInnen

die ersten beiden Collagen gehören zu meinem Zyklus „Die Närrin und die kleine Stadt“ – siehe Galerie I

die Närrin ist „Helvetia“, eine Skulptur von Bettina Eichin, sie steht am Ufer des Rheins in Basel

der Narr ist der Tänzer Vaslav Nijinsky, die Skulptur entdeckte Rotewelt auf dem Pariser Friedhof „Le Cimetière de Montmartre“ und hat sie mir freundlicher Weise für die Fotomontagen zur Verfügung gestellt – nochmals meinen herzlichen Dank

Rückblick – 7 –

0104 28.06.15 lauschen

Die sieben, die sieben, der siebte Monat im Jahr. Die Sieben ist meine Zahl. Also die Quersumme des Tages, des Monats und des Jahres meiner Geburt. Das kommt dabei raus! Im Tarot der Wagen, da heisst es immer weitergehen. Immer vorwärts und nicht zurück.Und kein Stillstand bis zum Schluss.

〈 … 〉 Wenn schon sterben, dann handelnd 〈 … 〉

Velma Wallis – Zwei alte Frauen

Sie sind zurück. Es liegt an mir. Still lauschen Närrin und Narr der Welten Kakophonie. Die Narretei bräuchte vielleicht eine rote Nase oder eine neue Orientierung …

〈 … 〉 Ja, verrückt, so bin ich, nichts kann ich ernst nehmen, aber wenn ich immer andere Bücher mit immer demselben Titel sehe, dann muss ich einfach loslachen, dann stelle ich mir Scharen von Philosophen vor! Ach diese Weisen, weißt du, falls du bei deinen Studien einmal einen Narren begegnen solltest, dann erzähl mir von ihm. Mir ist eher die Narretei in die Wiege gesungen worden, das ganze Leben ist so unwahrscheinlich närrisch, spaßig, komisch, dass ich denke, man kommt mit Narrheit weiter als mit Weisheit. Philosophische Weisheit ist der Höhepunkt der Narrheit. 〈 … 〉

Maarten ‚t Hart – Die Netzflickerin – S. 103

Das war eins. Das andere waren die Engel. Herrjeh und wieviele sich da im Juli bei mir auf dem Blog tummelten! So völlig gegen die Jahreszeit. Stopp! Was haben Engel mit Jahreszeiten zu tun?

Es ist Knausgård geschuldet.

So einfach ist das!

Klar, und dem Besuch von Jürgen Küster, der war eben auch im Juli. Dieser Besuch, in Bezug auf die Engel, bekam seinen Platz  zuletzt hier →

Und der Besuch an sich hier → Später wurden die gemeinsamen Bilder zur Grundlage für neue Arbeiten.

Diese drei zeigte ich wohl noch nicht. Sie korrespondieren mit dem Tanz und der Musik in einer entfesselten Welt: “ …das ganze Leben ist so unwahrscheinlich närrisch, spaßig, komisch, dass ich denke, man kommt mit Narrheit weiter als mit Weisheit.“ (s.o.)

Ein frischer Wind rüttelt am Kokon. Ein Licht strahlt. Langsam öffnet sich der Kokon. Neuorientierung. Ich schliesse Freundschaft mit der Schnecke in mir. Die Schwarze lacht. Ich jetzt auch.

Licht und Wind

Helvetia

närrin auf stein 2a Foto und Bearbeitung © Ulli

Helvetia auf der Reise

Die Skulptur «Helvetia auf der Reise» von Bettina Eichin entstand 1980 anlässlich eines Wettbewerbs des Basler Kunstkredits. Sie zeigt eine Frau, die ihr Reisegepäck abgelegt hat und nun auf der Mauer beim Kleinbasler Brückenkopf sitzt und nachdenklich auf den Rhein schaut. Dazu steht auf einer Tafel der Text: «Eines Tages verlässt Helvetia ein Zweifrankenstück, mischt sich unters Volk und unternimmt eine längere Reise. Unterwegs kommt sie auch nach Basel. Nach einem anstrengenden Gang durch die Stadt legt sie Mantel, Schild, Speer und Koffer ab, ruht sich auf einem Brückenpfeiler der Mittleren Rheinbrücke aus und blickt nachdenklich rheinabwärts…»[17]

Bettina Eichin, die Ihre Kunst immer auch politisch verstand, sagte 2010 dazu in einem Interview: «Ich wollte aus der Helvetia-Allegorie auf unseren Münzen wieder eine Frau machen, sie aus der Festprägung befreien, aussteigen lassen – genauso, wie wir Frauen damals. Nur ganz wenige Menschen haben vor 30 Jahren verstanden, was ich mit der Helvetia ausdrücken wollte. […] Sie steigt aus der Festprägung der Münze, also des Geldes, aus, ist unterwegs, um sich müde, nachdenklich und abgewandt auf ihrem Sockel auszuruhen – Eigenschaften, die an Frauen nicht geschätzt werden. Sie schaut rheinabwärts zur Chemie und über die Grenzen. Sie hat abgerüstet und ihre Hoheitssymbole hinter sich abgelegt, der Koffer ist ein Hinweis auf ihr ‹Unterwegssein›, auf ein Jahrhundert Kofferpacken, Flucht und Aufbruch.

 

gefunden bei Wiki …

Helvetia wurde zum Sinnbild für die Vereinigung der unterschiedlichen Kantone zu einem Land, der Schweiz …

Helvetia entdeckte ich im letzten Jahr auf der mittleren Rheinbrücke in Basel. Ab da fand sie in vielen meiner Fotomontagen Platz, als Närrin, als Wanderin, als Verfechterin des Friedens. Ein Jahr und etwas mehr ist seitdem vergangen. Es ist weniger Frieden, es werden noch mehr Waffen exportiert, es wird noch mehr Angst gesät, es werden die Hetzer immer lauter. Helvetia hat allen Grund weiterhin nachdenklich auf die Welt zu schauen.

Nicht ganz ein Jahr ist es her, dass ich diese Collage machte und es bleibt dabei:

give peace a chance

cf-rc3bcckblick-august

Gott und Göttin haben ihr Gesicht verhüllt, Menschen rennen von hier nach da, es stürmt, es regnet, viele haben alles verloren.

Helvetia trägt auf ihrem Kopf eine Taube durch die Welt, sie ist unterwegs und spricht mit so manchem Fremden.

0109a 19.07.14 Dialog

Bühnenbild

0177a 18.09.15 Weltbühne

draufklick = gross – please click to enlarge

Die Närrin ist in den Wald gegangen. Dort hat sie sich ein Haus gebaut. Spinnfäden sammelt sie. Sie webt ein neues Netz. Für die Welt. Frieden heissen die Knoten. Sie muss noch viele Fäden sammeln, noch viele Knoten machen. Feuer frisst. Sie sammelt, sie knotet. Ihre Finger sind schon wund.

Licht und Wind

0124 21.07.15 Licht

Es geht um den Wind, es geht um das Licht, flüstert die Närrin. Ich nicke. Mir ist nicht zum Lachen. Ich sinniere. Wind ist Bewegung, Licht macht Schatten sichtbar. Was drückt im Hoch, was im Tief? Zwischen Hoch und Tief ist Windstille, da kann ich nicht ewig hocken bleiben, da braucht es Bewegung!

Sag ich doch. Lächelnd steigt die Närrin in ihr Narrenschiff, Wind bläht die Segel. Sie winkt und segelt dem Licht entgegen.

 

Es liegt an mir

0103ab 28.06.15 lauschen

Prolog

Sonnensommersonntag, Fliegen summen, Spatzen tschilpen, Spazierer zwischen Panoramaweg und Feuerwehrfest und noch immer weiss ich nichts von der Arnika. Die Lindenblüten vor dem Haus sind noch geschlossen. Das Johanniskraut zeigt seine Knospen gelb. Die Rosen in gelb und rot und Moos verströmen sich. Blaue Fussnägel. Rot ist deswegen nicht vorbei. Leicht ist es nicht immer mit den Jahren, der langen Strasse im Rückblick, der kürzer gewordenen geradeaus.

Worum es geht

Wenn die Närrin Eine ist, die Geschichten erzählt, so, wie es Cambra schrieb, dann wird es Zeit für neue Geschichten. Ich habe Türen und Fenster weit geöffnet, Herz auch. Sommerheu durchduftet die Kemenate.

Sie ist zurück. Sie sind zurück, Närrin und Narr. Sie mit ihren Geschichten, er mit seinen.

Manchmal, so erzählt sie mir jetzt, kreuzten sich die Fäden in ihrem und seinem Erzählen. Kurze Stille, Vertrauen im Blick, Knotenpunkte zum festhalten, zum entlanghangeln, den freien Fall im Blick.

Sie erzählt von der Langsamkeit und heisst mich Schnecken lieben. Spricht von dem Raum in der Zeit, dem zeitweise geteilten, dann wieder jede und jeder für sich. Erinnerungsknoten baumeln an Spiegeln, fern von allem Bekannten. Manche Nächte stahlen Tage, andere erstrahlten unter leerem Mond. Polarlichter verschenkten ihr Bunt. Wellen rollten vor und zurück. Geflüsterte Geschichten knüpften sich fort, von Knoten zu Knoten.

Ein Freund der leisen Worte. Ein Freund der Langsamkeit. Manchmal ist eine Angst um ihn. Dann muss sie ihn halten- wie er seine Angst, im Arm.

Manchmal sangen sie unter dem grünen Mond. Ein Lied in Moll und wiegten sich in den Traum der Welt unter Unendlichem hinein. Stille Zeiten. Raum bleibt, solange wir atmen.

Unaufgeregt tönen ihre Geschichten ins Jetzt, sie bringen einen neuen Klang. Einen leisen. Er weist Weg. Solche, die gegangen sind und solche, die sich noch hinter der Hügelkuppe verstecken. Jetzt ist weiter lauschen, wie sie erzählt von Knotenpunkten und Linien im Raum, verbindenden und gebrochenen, von Netzen unter der Erde, dem roten Mäanderfaden des Lebens, den Spuren, die blieben und die verwischten.

Es war die Närrin, die mir einst von dem Heiligen im Profanen erzählte und umgekehrt. So viele Göttinnen und Götter fielen schon aus den Panthoneen!

Närrin und Narr bleiben. Sie bei mir, er bei ihm. Kreuzfahrten, Fadentiefe, Knotenpunkte, Ankerplätze, sommerlich durchwehte Räume, Puppen zu Schmetterlingen, Larven zu Käfern. Ich nähere mich der Nacktheit der Schnecken.

dsc_0350

Am Nachmittag liege ich auf Kargboden. Der Berg mir Wohl verleiht. Sonnengelb zeigt die Arnika ihr zerrupftes Gesicht. Motorräder schneiden Sägen gleich durch Sonnentage. Von hieraus könnte ich sie jagen … Das Böse ist banal. Es hockt gleich hinter liebreizenden Stirnen, seltsam unerkannt.

Es wurde Abend. Und da verstand ich: sie ist immer da, ich muss sie nur rufen. Es liegt an mir.