Vielleicht wiederhole ich mich

… selbst wenn, die Sängerin Susanna Berivan höre ich immer und immer wieder gerne … ja, aus Gründen

und überhaupt liebe ich junge Musik und junge Menschen … ja, auch aus Gründen –

Ich bin die Frau mit den roten Schuhen, dem kleinen Schwarzen und den silbergrauen Haaren und ja, ich habe Spaß 😉

 

Schnecke

Aus der Weite kam die Schnecke,

langsam, wie es ihre Art ist

und dann –

das Haus ist schon ganz weiß geworden, Schnecke hockt noch immer in ihrem Haus.Sie spürt den Sommer, vorsichtig streckt sie ihre Fühler heraus, sie geht, geht weiter, langsam, wie es Schnecken nun einmal tun…

so far- farewell -gehabt euch wohl – see you soon – and bye for now … möge der Wind und die Weite mit euch sein

Musik

Apropos Musik…

„We are stardust, we are golden, and we got to get ourselves back to the garden…“

“ I feel like a wheel, turning and rolling…“

„Don`t know who I am, life is for learning…“

Liedzeilen aus dem Stück „Woodstock“ von Tuck & Patti

feines Wochenende euch

Love is an angel

-Es ist nicht so leicht, über nichts zu schreiben. Genau das sagte ein Cowboy, als ich das Bild eines Traumes betrat. (S. 9)

patti-smithSo beginnt das Buch von Patti Smith M Train, das mich nicht mehr loslässt. Nein, es ist nicht einfach über nichts zu schreiben und doch macht Patti Smith genau das. Sie schreibt auf 329 Seiten über nichts und alles ist da. Ich lese tiefe Menschlichkeit in den Facetten von lebensfroh, kreativ, zu melancholisch, traurig, zu nichts. Zu Fred (ihrem Mann), der starb. Zu früh. Zu den verloren gegangenen Dingen, zu den gehorteten Erinnerungsstücken: Bücher, Fotografien, Steine, Dinge in Regalen und Schachteln. Cafés von denen sie träumt, in denen sie sitzt und auf Servietten schreibt. Cafés, die sind, die schließen, sich wandeln oder von einem Hurrikan ins Meer gespült werden.

-Ich grüße dich, Rynuosuke, ich grüße dich, Osamu, sagte ich und trank meine Schale leer.

Verschwende deine Zeit nicht mit uns, scheinen sie zu sagen, wir sind nur Penner.

Ich füllte die kleine Schale auf und trank.

Alle Schriftsteller sind Penner, murmelte ich. Vielleicht zählt man mich eines Tages auch zu euch. (S. 251)

Vielleicht sind alle Schriftsteller Penner, weil sie unter Uhren ohne Zeiger sitzen, trinken, essen, palavern, bis die erste Amsel singt. Morgengold, Schlafenszeit.*

Ich denke daran, dass ich im Frühling wieder Blumen säen werde. Dass ich für meine Reisen weiterhin Listen schreiben und verlegen, und immer noch zu viel dabei haben werde. Reisen, wandern, über Friedhöfe gehen, sitzen, schauen, reden, schreiben, essen, arbeiten, Holz machen, schlafen, lieben, ich werde alles tun und nichts erreichen. Ich werde kein Ziel haben und dennoch ankommen.

Eine Mütze sollte man haben oder eine Kapuze, einen Mantel, einen Schal, eine Ecke zum schreiben, Wege für die Erfahrungen, Orte für die Erinnerungen, Verbündete, Verwandte, WegbegleiterInnen.

Ein Lied lässt sich finden, zwischen Rhythmus und Nichts.

Mein Mantel war fort. (…) Ich suchte ihn überall vergeblich und hoffe, er wird wieder auftauchen, wie von plötzlichem Licht erhellte Staubpartikel. Dann denke ich, beschämt über meine kindliche Trauer, an Bruno Schulz, der gefangen in einem jüdischen Getto in Polen heimlich das einzig Kostbare übergab, dass er der Menschheit noch vermachen konnte: sein Manuskript Der Messias. Die letzten Worte von Bruno Schulz, verloren im Chaos der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Verlorene Dinge. Sie krallen sich in die Membranen und versuchen unsere Aufmerksamkeit mit einem unentzifferbarem Notruf zu wecken. Worte taumeln in hilfloser Unordnung. Die Totensprache. (S. 211)

Patti Smith also- ihr Blues, ihre Sinfonie, kaum, dass ich mich an ihre Musik erinnere, kaum, dass ich sie wiederhöre, ist alles wieder da. Alles. Die ganze Zeit.

Ich erinnere mich, jemand hatte erzählt, Patti Smith hätte ihren Sohn (und Mann) verlassen, weil sie keine Mutter sein konnte, weil sie in Cafés sitzen wollte, weil sie schreiben, und ihrer Musik folgen wollte. 1979 war das. Im Oktober kam mein Sohn zur Welt und ich, ich fühlte mich so unfähig, ich wusste nichts übers Muttersein. Ich wusste nur etwas darüber wie ich nicht Mutter sein wollte. Nach vier Wochen packte ich einen großen Rucksack. Ich wollte nach Berlin, ich wollte wieder in Cafés sitzen und schreiben, ich wollte wieder Theater spielen, weil ich nicht Mutter sein konnte, weil Patti Smith das auch getan hatte.

Ich packte den Rucksack wieder aus und schwor meinem Sohn mein Bestes zu geben und blieb. Auch Patti Smith hat ihren Sohn nie verlassen. Eine Mär. Erzählt von wem? Ich erinnere mich nicht mehr!

love-is-an-angel

Berlin kam später und noch später bekam ich eine nigelnagelneue Spiegelreflexkamera von meinen Freundinnen und Freunden geschenkt. Mein erster Weg führte mich zum Dorotheenstädtischen Friedhof nach Berlin Mitte. Dort wollte ich Brechts Grab besuchen, das ich fand und nicht fotografierte, aber einen Engel.

„Ich fragte mich, ob Brecht wohl geweint hatte, als er das Herz der Mutter brach, die nicht so herzlos war, wie sie uns glauben machen wollte. (…) Meine Mutter war real und ihr Sohn war real. Als er starb, begrub sie ihn. Jetzt ist sie tot. Mutter Courage und ihre Kinder, meine Mutter und ihr Sohn. Nun sind sie Stoff für Geschichten.“ (S. 76)

Als ob Fäden zueinander hinkommen und Knoten bilden. Mütter und Söhne, Friedhöfe und Engel, Mutter Courage und Brecht, Patti Smith und ich. „Love is an angel“, singt sie in einem ihrer Lieder, ich nicke.

„Ich persönlich halte nicht viel von Symbolismus. Ich verstehe ihn nicht. Warum können Dinge nicht so sein, wie sie sind? Mir kam nie in den Sinn, Seymour Glass zu analysieren oder Desolation Row aufzuschlüsseln. Ich wollte mich nur verlieren, mit etwas anderem eins werden, einen Kranz auf einen Turm stülpen aus dem einzigen Grund, weil ich es wollte.“ (S. 79)

So vieles begegnet mir ihn ihrem Buch, das ich teile, dies ist kein Buch, das ich lese und ins Regal zum Verstauben stelle, dies ist ein Buch, das mich nicht mehr loslässt und mich dazu animierte Geschichten zum Nichts zu schreiben. Drei sind es bislang geworden, sie werden hier folgen, eine nach der anderen … noch haben mich weder Buch, noch Nichts oder verloren gegangene Dinge losgelassen…

Anmerkungen

* Patti Smith erzählt von einem Café in dem sie, zusammen mit ihrem Mann und FreundInnen gesessen und bis zu manchem Morgengold palavert hatten, an der Wand hing eine Uhr ohne Zeiger.

Das Bild vom Dorotheenstädtischen Friedhof habe ich aus dem Buch M Train abfotografiert © Patti Smith

 

T = Träume

Alphabet der mutigen Träume

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(Hier seht ihr Bilder aus einem kleinen Zyklus von 2015, den ich „Traumraum“ nannte – gerne, so ihr mögt, könnt ihr diesen Begriff in die Suchmaschine eingeben, um noch mehr zu finden)

Träume sind keine Schäume! Ich möchte gerne einmal wissen wer diesen Satz in die Welt gesetzt hat und zu welchem Zweck.

Träume sind für mich zweierlei:

  • 1. die Kommunikation meines Unterbewusstseins mit meinem Bewusstsein – Verarbeitung meines Alltags, meiner Gefühle und Hinweise auf meine Seelenzustände
  • 2. Visionen und Vorstellungen, mit deren Hilfe ich mich weiterentwickeln und den Wandel einläuten kann

Zum Thema „Träume“ gehört auch die Traumdeutung und das luzide Träumen, beides aber gehört im Zusammenhang meines Alphabets zwar erwähnt, aber nicht vertieft.

Die mutigen Träume gehören zur zweiten Kategorie. Ich hoffe sehr, dass im Laufe meiner Darstellungen im Alphabet der mutigen Träume der Sinn dahinter verstehbar geworden ist.

Die Methode des mutigen Träumens kann noch ganz andere Wandlungsprozesse in Gang setzen, absichtlich habe ich von der Darstellung und Vermittlung der Übungen abgesehen, da sie diesen Rahmen sprengen würden. Vielleicht komme ich noch einmal später  darauf zu sprechen. Wer jetzt schon mehr erfahren will, dem kann ich nur noch einmal das Buch von Alberto Villoldo „Mutiges Träumen“ ISBN 978-3-442-21857-8 WG 2475 ans Herz legen.

In meinem Alphabet entstand eine Art Lexikon der Tugenden, es hat außerdem versucht Wege hin zu einer freundlicheren, freudigeren und mitfühlenderen Welt zu zeigen. Nichts ändert sich allein durch Gebete oder fromme Wünsche, immer geht es bei dem Wunsch nach Veränderung auch ums Tun. Von nix kommt nix.

Die meisten Träume handeln vom eigenem Glück, von einem Prinzen/einer Prinzessin an der Seite, von Haus, Garten und einem Leben mit allem, was das Herz begehrt, selten gehen sie über den eigenen Gartenzaun hinaus. Und wenn sich dann die Träume erfüllt haben, kommen oft die Ernüchterungen. Der Traumprinz ist eben doch kein Prinz und die Traumprinzessin keine Prinzessin, das Haus braucht Pflege und Reperaturen, der Garten macht Arbeit und die Kinder wollen nicht so, wie man selbst will. Realismus kann beim Träumen nicht schaden, schützt vor bösem Erwachen und stellt die Frage nach dem, was Glück denn wirklich ist.

Ich träume gerne von meinem eigenen kleinem Glück, aber so wirklich glücklich macht es mich, wenn ich mich verbunden fühle und meine Träume ausweiten kann und diese auf fruchtbare Böden fallen, wie ich es hier mit euch von A bis hierher erlebt habe. Danke dafür!

H = Hilfe

Alphabet – mutig geträumt

0009-hhilfe

Die Großen helfen den Kleinen, die Jungen den Alten, die Gesunden den Kranken, die Starken den Schwachen, die Reichen den Armen, die Freundinnen den Freunden (und umgekehrt und untereinander auch)- so träume ich es.

The Beatles – With a little help of my friends

H = Humanität, je länger ich mich mit dem Alphabet des mutigen Träumens und dem Alphabet des freien Denkens von Gerda beschäftige, umso öfter denke ich, dass es doch eine Schublade für mich gibt, auf der steht: Mensch

Mensch = Menschlichkeit = Humanität = Eine von vielen Milliarden anderen Menschen. Eine, die einzigartig ist und doch gleich unter Gleichen. Gleich unter Gleichen, diese Erkenntnis hat mich vor vielen Jahren sehr bewegt und zu der gemacht, die ich heute bin, die mir Weite geschenkt hat und offenere Grenzen. Auf der Ebene des Spürens, des Hineinspürens in einen anderen Menschen, finde ich viel Gleiches, selbst die Mörderin in mir…

Hilfe- für mich gibt es kaum etwas Humaneres und doch gilt es gut zu schauen … Gerda schrieb gestern in meinen Kommentarstrang, als es um Abgrenzung ging, folgendes:

Abgrenzen ist in der therapeutischen Arbeit unbedingt nötig und eine schwierig zu erlangende Haltung, denn jeder, der helfen möchte, gerät in eine dreifache Gefahr: einerseits wird er leicht vom Unglück anderer angezogen und aufgesogen, andererseits überschätzt er leicht seine Kräfte und bietet Hilfen dort an, wo er ganz inkompetent ist oder wo sie gar nicht nachgefragt werden, und drittens wird er oft vom Hilfesuchenden vereinnahmt und zum „Parteigänger“ gemacht. Letzteres ist besonders schwierig zu meistern, wenn zur therapeutischen die persönliche Beziehung hinzukommt und sich eine Freundschaft anbahnt.

Anmerkung

Das Bild ist Ende 1986 in Berlin aufgenommen: meine Tochter und ich, im Hintergrund ist auch mein Sohn zu sehen- nun ist die Kleine schon selbst Mutter und hilft ihrer Tochter und ihrem Sohn in die Puschen…

 

F = Frieden

Alphabet – mutig geträumt

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Frauen singen und gehen für den Frieden:

Ich danke meiner Freundin S., die mir dieses Lied zum neuen Jahr sendete, ohne sie hätte ich es wohl nicht entdeckt. Danke, du Liebe! Es berührt mich so sehr, dass ich immer mal wieder heulen muss, wenn ich es erneut höre und all diese wunderbaren und schönen Frauen aller Coleur sehe.

Ja, auch in diesem Jahr wird mir der Frieden und das Schicksal der Frauen und Mütter auf dieser Erde ein Anliegen sein. Bei diesen Themen kann ich gar nicht genug mutig träumen.

Und natürlich darf auch dieser Klassiker nicht fehlen (auch wenn ich mich ein bisschen wiederhole →)

1969 war das – nun schreiben wir 2017 – nahezu 50 Jahre und noch immer beten und hoffen wir für und auf den Weltfrieden, mögen wir niemals müde werden! Und mögen wir auch nie vergessen, dass Frieden im eigenen Herzen beginnt…

Im Vorwort von Astrid Lindgrens Tagebüchern von 1939-1945 mit dem Untertitel „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ heißt es:

„Über Frieden zu sprechen“, sagte Lindgren 1978 zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, „heißt ja, über etwas zu sprechen, das es nicht gibt.“

Das Vorwort wunde von Antje Rávic Strubel geschrieben – ISBN 978-3-548-28869-7 Ullstein Verlag 1. Auflage November 2016

 

Gestern Nacht schien der Mond so schön

mond-so-schoen

und weil es so schön ist, wiederhole ich mich gerne und zitiere noch einmal Basho

Wolken ziehen auf, von Zeit zu Zeit – sie bringen die Chance, ein wenig auszuruhen von der Betrachtung des Mondes.

Es grüsst die Nachteule und wünscht euch allen eine sternenklare Nacht mit Mond und bunten Träumen

435-20-12-2012

Ja, auch das ist eine Wiederholung von 2012 für alle Miteulen und Eulenfans.

Und nun auch noch etwas Gute-Nacht-Musik