Winter ist anders…

Ich habe am Abend ein Laubfeuer entzündet. Die große Linde entblättert sich, Tag für Tag – wie es knistert, wie es duftet, wie das Laub dann die Rindenstückchen, die dünnen Ästchen, später die Scheite entfacht! Das Gelächter, das ums Feuer kreist, ist so ehrlich, wie der Feuergeruch in meiner Jacke … Herbstlieder.

Ich schrieb es schon einmal: ich bin ein Übergangsmensch. Ich erblühe im Frühling, im Herbst beginne ich zu leuchten – in der Winterstille wohnt das ganze Jahr: vor und zurück – im Sommer sterben meine Worte, Jahr für Jahr, trotz aller Fülle oder gerade deswegen? Ich denke an das Sommermädchen, das ich einst gewesen bin…

Manches spricht und denkt sich aus Gewohnheit, der alternde Körper hat eine eigene Sicht. Kein Jammern, kein Zagen, gerade eben auch keine Angst, kein Tod, nur dieses unglaubliche Leuchten: so golden, so grün, so rot, so orange – das Leuchten des Alters, Winter ist anders.

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Leicht und licht

ein Klick und das Bild vergrößert sich, es leuchtet noch mehr vor dem dunklen Hintergrund –

Hinter den Wolken

der unendliche Raum –

hinter den schweren Gedanken,

den alles verwirrenden Emotionen,

Leerheit.

Was ist leicht?

Was ist schwer?

Türen öffnen und schließen sich, sie machen es nicht von alleine – ich bin es, öffne den Emotionen, den schweren Gedanken wieder und wieder Tür und Tor. Vertrauen und Hingabe, Ausdauer und freudige Anstrengung, eine Haltung, eine Ausrichtung, ein Ziel, Schritt für Schritt…

Miniatur – 16 – 2017

Ja … so…

JA sagen, das ist die Zauberformel! So flink, so leicht im Überschaubarem. Jetzt … so anders. Dazu stehen. Wozu? Keine Worte zu haben. Wenig Worte zu haben. Erfahrungen zu machen, jenseits aller Teilbarkeit, Mitteilbarkeit. Es bleiben die Bilder. Sie sind mir treu geblieben.

bitte anklicken = großes Bild – please click to enlarge

Fluss

die Galerie öffnet sich, wenn du ein Blid anklickst

Ich habe noch immer den Fluss auf meiner Haut – das Gefühl seiner weichen Tonerde an den Füßen – ein heißer Tag liegt auf der Haut, abgekühlt im Fließen des grünen Wassers. Vertraute Wege hin und her – zurück fahre ich mit dem untergehendem Mond – Freundinnenworte im Ohr – Kinderjauchzen auch – Leichtigkeit, Selbstverständlichkeiten, Vertrauen und Wohlwollen.

– Four monthes and you will feel homy. Sterne blinken, Eulenkind ruft, eine Fliege brummt durch die nächtliche Stunde. Meine Nachtdecke ist gewebt aus Flusswasser, Tonerde und Sonnenschein. Drei Muscheln lagen klein und weiß auf dem Grund – drei Muscheln, immer noch klein, dann braun, als ich sie hob. Dreizehn Stecken brannten, das Alte darf gehen, das Neue sich Raum nehmen. Stille …

Kartoffelernte und Wichtelleuchten

Das Zimmer färbt sich rosa. Ich steige auf den Stuhl und schaue aus dem Dachfenster in die Weite. Ja, die Sonne geht gerade unter, irgendwo im Westen, dort wo der Berg dazwischen ist und etwas weiter der Atlantik seine Wellen an die Strände von Sand und Felsen wirft. Drei Pferde stehen auf der Ostseite auf der Weide, der Wald ist die Grenze. Noch sind die Schwalben hier. Sie kreisen eine spätabendliche Runde über die Weite gen Süden. Es riecht nach Feuer. Gestern auch. Gestern ernteten wir die Kartoffeln, die Enkelkinder und ich. Wir haben sie auch zusammen gesetzt! Aber wieviel spannender doch so eine Ernte ist … boah Oma guck mal, ist diiie groooß! Stimmt, so viele dicke Kartoffeln und so viele mit lustigen Formen. Die Sonne stieg hoch, wir schwitzten und machten unter dem Hollerbusch eine Pause, es gab Apfelsaft mit Kranewasser und für mich einen Tee, eine Zigarette. Der Enkelsohn hatte seinen Traktor mitgebracht, mit Hänger, klar … wir luden die erste Fuhre auf und er, ganz der Bauer (Oma, ich werde Bauer – große Glanzaugen) fuhr sie vom Garten den langen Schotterweg vor die Treppe. Dann füllten wir noch zwei kleine Eimer, die die beiden tragen konnten und ich schleppte den großen Korb hinunter. Was aus fünfzehn kleinen Kartoffeln geworden ist, kann ich selbst kaum fassen. Sooo viiiele Kartoffeln und so viele dicke, ich muss wirklich eine dumme Bäuerin sein und lache. Jetzt geht es ans versorgen, damit sie noch lange halten. Eine Ladung wird für den Abend in einen Topf gefüllt. Mittagsschlaf für den stolzen, kleinen Bauern. Die Große und ich sitzen auf der Terrasse, sie möchte schreiben, sagt Worte wie Stern, wie Mama, Papa, Oma, Opa und Namen. Ich zeige ihr die Buchstaben, manche kennt sie schon, weil sie die von ihrem Namen kennt, sie macht das wunderbar. Nur das S ist und bleibt eine Schlange. Am Nachmittag kommt die Frau Mama mit Quark und Salat und Tomaten. Die Kartoffeln kommen aufs Feuer, der Quark wird angerührt, klar mit frischen Kräutern aus dem Garten, dann der Salat. Es kommt J. mit ihren drei Kindern und plötzlich ist hier richtig viel Leben. A., die nette Nachbarin, hat zwei Riesenzucchinis in der Hälfte durchgeschnitten und höhlt diese nun mit den Kindern aus, es gibt lustige Wichtelgesichter, am Abend beleuchten sie den Tisch.Wie wunderbar das alles ist, wie ich das genieße! Und dann sitzen sieben Erwachsene und vier Kinder, ein Baby auf Mamas Schulter um den großen Tisch, das Feuer lodert wieder auf, alle essen, trinken und haben Spaß. Die Sonne ist untergegangen, müde und glückliche Kinder halten nach den ersten Sternen Ausschau. Und dann bye, bye, bis bald. Drei Große bleiben übrig, noch ein Bier und dann auch gute Nacht, slaap goed…

Vielleicht wiederhole ich mich

… selbst wenn, die Sängerin Susanna Berivan höre ich immer und immer wieder gerne … ja, aus Gründen

und überhaupt liebe ich junge Musik und junge Menschen … ja, auch aus Gründen –

Ich bin die Frau mit den roten Schuhen, dem kleinen Schwarzen und den silbergrauen Haaren und ja, ich habe Spaß 😉

 

Banal?

Rede ich doch heute einmal vom Wetter. Ja, wir haben Wetter, wir hier, im Süden von Deutschland, haben Sommer. Viele Tage Hitze, wenig Regen, viel zu wenig und nun kommen die Wetter. Gewitter, so sagte heute der Radiowettermann, gehören zum Sommer dazu. Ja, sehe ich auch so, aber wenn es Bäume entwurzelt und Häuser abdeckt, dann ist das für die Betroffenen eine Katastrophe und Wetter alles andere als banal (so vorgestern, nicht weit von hier, geschehen).

Uns geht es gut. Ich bin dankbar.

Das Wetter am Freitag. Es kommt …

es beginnt zu wehen,

(das ist eine gif-Animationen, bitte anklicken, falls es nicht von alleine läuft)

die ersten dunklen Tropfen gesellen sich zu den Flechten auf dem Dach,

noch kann ich die Linde hinter dem geschlossenem Dachfenster sehen,

jetzt nicht mehr,

das richtige Wetter, um Postkarten zu kleben und gute Wünsche in die Welt zu schicken,

ich denke auch an die Menschen in Griechenland … hier ist das Gewitter nun vorbei und ich mache mir dennoch meine Gedanken.

Über die Pflaumen und Äpfel, die massenhaft unreif von den Bäumen fallen, über die blühenden Kräuter, die aufblühen, sich verströmen, schon vorbei, über all die Schäden und dass wir noch immer alle satt sind. Wie lange noch? Ich denke darüber nach Orangen- und Zitronenbäume anzupflanzen, vielleicht auch Oliven?