Sonntagsbilder 07 2019

Diese Sonntagsbilder sind keine Sonntagsbilder. Sie sind Würdigung. Bruno Ganz ist Welt geworden.

Und wenn es denn einen Himmel geben sollte, dann sehe ich dich dort wieder. Ja, über Berlin … gute Reise.

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Momentaufnahme Januar 2019

Versuch eines Rückblicks in Worten – Januar 2019

Erfüllt mit glänzender Stille, flüsternden Sternennächten und winterblauen Bergweitsichten begann in diesem Jahr der Januar. Kein Streit, kein Hader, keine schlechten Nachrichten. Das Leben darf leicht sein. Ich darf leicht sein und ich darf sowieso glückliche Tage leben – sie sind so rar. Nicht, dass alle anderen Tage zwingend Unglückstage sind, mehr wohl Traurigtage, Grübeltage, Zaudertage, Schwerebeinetage, Hängebäckchentage.

Die Leichtglücklichtage kommen in die rote Lackschachtel. Die anderen Tage werden durchlebt. Mit allem Licht, mit allem Dunkel, mit allem Traurigem, Grübeligem, Zauderigem … alles dreht sich immerzu, weg oder zueinander hin. Nichts schwebt im luftleerem Raum. Alles hat Wurzeln. Sie halten sich mit ihren kleinsten, feinsten Armen. Sie flüstern miteinander. Schneedecke lässt keine Untererdelaute durch. Ungehört auch die Mäuse unter ihr. Grundfrost hält den Lauch im Garten fest. Buntspecht am Meisenknödel verwackelt. Januartage sind auch Spurentage.

Und Ofentage. Jeden Morgen anfeuern. Manche Morgende Schnee schippen. Jeden Tag Holz holen. Wie jeden Tag aufstehen, Kaffee kochen, wach werden, Träumen hinterherschauen, waschen, anziehen, weitermachen, was und wie auch immer noch. Schön, wenn es mit einem Lächelgesicht geschieht. Schön, wenn im Laufe des Tages die Geh- und Sitzbeine zu Tanzbeinen werden.

Spazieren mehr Innen als Außen, viel in den Archiven. Zusammenlegungen, Ordnungen, kein Ende in Sicht. Herauskristallisationen von Bewahrenswertem und Daskannweg. Winter in den Bergen braucht Mut, braucht Zähigkeit, braucht Ausdauer, die hohe Zeit der Gehörnten in den Felswänden. An Verzagtheitstagen fahre ich kein Auto.

Alles fließt – immer. Gedanken, wie Gefühle und Emotionen, wie Blut und Lymphe, wie Wasser vom und unter dem Himmel, in verschiedensten Aggregatzuständen. Ich mäander durch erneute Arbeitslosigkeit – Grübel-, Zaudertage, je länger der graue Himmel blaues Weit bedeckt und der Januar dauert. Ich schenke mir Trostpflästerchen. Und viele Eis- und Wasserfotos, neue Fotomontagen, lese manch gutes Buch, schaue manch guten Film und freue mich über manch nährenden Austausch.

Tag um Tag mit Inhalt füllen, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Zufriedenheit am Abend stellt sich nicht unweigerlich ein. Atmen, lauschen, dem zunehmendem Licht zuschauen, stille Freuden nähren, Zärtlichkeitsblicke entdecken Schönheiten; kleine und große. Im Januar ist Eulenzeit.

Und jetzt kommt der Schnee.

Momentaufnahme Dezember 2018

Momentaufnahme

draufklick = großes Bild

Nach all den vielen Jahren von „Lalülala und wrommrommm“, von einer Art doppeltem Herzschlag bei Tag und bei Nacht und besonderenem Stolpern des Großstadtherzens zu besonderen Anlässen, staune ich, nach immerhin achtzehn Jahren Bergleben, noch immer – über die Stille.

Ja, in der Nacht.

Manchmal ruft das Käuzchen. Manchmal pupst Nachbarins Pferd. Manchmal brummt ein Flugzeug. Oft knackt der Ofen. Selten, sehr selten fährt ein Auto vorbei.

Ich sag´s ja, Stille. Winterstille.

Leise Pfoten auf feuchtnassem Grund. Glitzerreif an Nordecken. Brunnentropfen bilden einen Zapfen. Ungehört. Sonnenschein am Tag, Mondschein in der Nacht und am Morgen die Venus – so hell!

Die Trommel singt Frieden um die Welt – in sie hinein. Gute Geister flüstern. Wilde Geister, weit weg. Lachen. Laut und leise, keine bösen Töne. Kerzenschein. Salbeiduft. Und der Harz der Douglasie an deinen Händen.

Stille Nächte. Raunächte. Zwischen den Jahren sein. Zwischen den Welten sein. Zaunreiterin sein.



Kommunikativ sind diese Raunächte, anders als die Jahre zuvor, trotz gleichzeitiger Stille. Klirrkälte, Mütze, Mantel, Schal, Nordost. Der blaue Weg mäandert weiter.

Momentaufnahme September 2018

Eine Kerze brennt, ich trinke ein Bier und proste dir zu. Dir, der du jetzt auf einem Weg bist, den ich irgendwann auch einmal gehen werde, der für mich noch im Dunkeln liegt und doch sehe ich dort ein Licht. Dahin wünsche ich mir dich, dahin möchte ich dir folgen. Irgendwann.

Am Abend entzünde ich ein Feuer. Freundinnen und Freunde finden sich ein, wir trinken noch ein Bier, rauchen, lachen, ich weiß, das hätte dir gefallen.

Nur ich kannte dich, die anderen hier haben dich nie gesehen. Nur ich bin es, die sich im Stillen an dich erinnert und an unsere gemeinsame Zeit. Ich muss wieder lachen, als ich mich an eine deiner Ideen erinnere. Du wolltest die Zugspitze kacheln, darauf sollte ein rosaroter Cadillac stehen, eine Primaballerina sich auf ihm drehen, wie diese kleinen Tänzerinnen im Tütü auf den alten Spieldosen. Damals haben wir darüber gemeinsam gelacht.

Viel Schönes haben deine Hände geschaffen. Arm bist du dennoch geblieben und warst dabei so reich!

Spät in der Nacht entzünde ich eine neue Kerze und trommel für dich und deinen Weg ins Licht.

Es ist selten, dass mir bei einer Todesnachricht spontan die Tränen über die Wangen rollen. Später bin ich selbst überrascht. Du warst ein Freund und wirst es immer sein. Wo immer du jetzt bist, meine Kerze wird für deinen Weg leuchten, neunundvierzig Tage und Nächte lang. Ich weiß, dass dir das gefallen hätte.

Trauer

Trauer kennt viele Gesichter

mein Sohn trauert so

ich trauer so

Es gibt keinen richtigen Moment, es gibt nur was ist und wer plötzlich nicht mehr ist. Good bye, lieber Freund, gute Reise …

für dieses Mal habe ich die Kommentarfunktion geschlossen, sorry . Und jetzt bin ich mal weg …

Eine Etüde

Nach sehr langer Pause heute nun eine abc.Etüde für Christianes Projekt – danke an dich, Christiane, für deine Unermüdlichkeit – und auch an Ludwig für die Gestaltung der Einladung.


Das kann ich dir nicht verraten, sie schmunzelte und zwinkerte ihm nahezu unsichtbar mit dem linken Auge zu. Er trat von einem Bein aufs andere, ungeduldig und neugierig, dass es ihn fast zerriss, Geheimnisse waren doch nur was für Määädchen.

Schschsch und noch leiser flogen die Fledermäuse, schneller als Blicke es je sein werden, über das nahe Wasser und die Uferbäume hinweg. Ein schwüler Tag ging zuende. Niemand würde an diesem Abend etwas freigeben und Keiner nichts erfahren.

Sonntagsbilder 13 2018

Zeichnerische Momentaufnahmen aus Griechenland

Duett XVIII 1-3

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Eine Zeit nur für mich allein – ich saß auf der Terrasse in der Sonne und schaute in die Hügel und Berge, ich bekam Lust zu zeichnen, dachte an Buchalovs Ortsmarken, aber auch Susannes Zeichnungen, wenn sie unterwegs sind. Nun bin ich zwar lange nicht so geübt wie die Zwei, aber Freude hat es mir trotzdem gemacht.

Zuhause habe ich dann die vorwiegenden Farben der Hügel unter die Zeichnungen gelegt und habe Paare gebildet. Grün und gelb leuchtete es unter den Olivenbäumen, erinnerst du dich, das ist der gelb blühende Klee, mit seinen frisch grünen Blättern gewesen, den ich gestern zeigte…



Nun beginnt es auch hier zu knospen, zu keimen und zu blühen.

Ich wünsche euch allen einen leuchtenden Frühlingssonntag. Vielleicht in dieser Haltung?*

*zugegeben, so hat es am Mittwoch in Freiburg ausgesehen, nun hat auch uns der Wintermann noch einmal einen Besuch abgestattet, aber die Haltung (s.o.) geht trotzdem, dann eben drinnen 😉

Momentaufnahmen

Momentaufnahmen 001 2018

Februar

Dem Tag ein Gesicht geben oder vier Tagen eins oder einem Tag drei oder… So ist mein Februar gewesen und so

 

und die Vögel

und ich ↓

– bitte die Galerien und Bilder anklicken, dann werden sie groß –



Ähnliche Bildertafeln zeigte ich schon einmal hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/10/28/miniatur-die-taegliche-uebung/

und hier → https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/11/10/befuellung/