Standhaft und beflügelt

Standhaft, beflügelt und aufrichtig, das ist meine Überschrift für dieses Jahr. Für die neuen Geschichten.

Neue Geschichten für die Welt. Zumindest andere als die des Hasses und der Gewalt, die des Gegeneinanders, des Richtens und Verurteilens.

Hinzufügen möchte ich noch die SOS-Regeln, die Juli Zeh in den Raum gestellt hat: „Sensibilität im Umgang mit fremden Ängsten, Offenheit für abweichende Positionen, Sorgfalt beim Formulieren der eigenen Ansichten…“

Es ist die Sorgfalt der eigenen Ansichten, die mich Zurzeit besonders umtreibt, weil sie mit meinem Wunsch nach mehr Aufrichtigkeit einher geht. Schweigen ist nur manchmal Gold und klug.

Aufrichtigkeit heißt für mich auch, nichts mehr aus falscher Rücksichtsnahme zurück zu halten, wenn es mir ein Anliegen ist etwas zu teilen oder mitzuteilen.

Standhaft zu sein und zu bleiben, heißt mir und meinen Ideen und Werken gegenüber treu zu sein und zu bleiben. Unabhängig davon, was andere dazu meinen, aber dennoch offen für die Meinung anderer zu sein.

So habe ich nun beschlossen euch ab kommenden Sonntag in Folge sieben Bilder zu zeigen. Sieben Bilder aus einem Projekt von drei Frauen.

Selten habe ich gute Erfahrungen mit drei Frauen gemacht, leider war das auch dieses Mal so.

Es ging um eine gemeinsame Spurensuche und dem Kreieren von Bildern. Geplant war, dass Eine ein Bild den anderen Beiden zeigt und diese dann mit Bezug auf die Eine ihre Bilder gestalten, ohne dabei ihre Ideen, ihren Stil zu verlassen. Sieben Bilder sollten es werden. Ziemlich schnell aber gab es eine Unwucht im Fluss. Zwei Frauen schwangen sich aufeinander ein (eine davon war ich), es klappte hervorragend, die andere dümpelte herum. Erst auf Nachfrage und nachdem es schon fünf Bilder von den beiden Frauen gegeben hat, stieg sie ein. Ja, das ließ sich sehen. Ja, das bezog sich auch, aber es hinterließ bei mir einen schalen Beigeschmack. Ich ließ es so stehen. Um des lieben Friedens Willen. Ich hätte es besser wissen müssen. Nix, was einmal unter einen Teppich gekehrt wird, bleibt auch dort.

Jetzt ist es wie es ist. Es gibt sieben Bilder von drei Frauen, nur gemeinsam werden wir diese nicht zeigen. Was anfänglich nur eine Unwucht gewesen ist, führte zum Bruch.

Aber umsonst will ich diese Bilder nicht gemacht haben. Ich mag sie nämlich. Und deswegen geht es am kommenden Sonntag los. Mein Thema war Z wie Zeit. Es hat sich in der Zusammenarbeit so entwickelt, geplant war es nicht. Ich bedauere nur, dass die Bezüge fehlen, die letztlich von einem Bild zum anderen geführt haben. Lange habe ich geschaut und gegrübelt, um dann zu finden, dass es auch ohne geht.


Mich interessiert welche Erfahrungen ihr mit „Drei Frauen“ gemacht habt. Ich bin auf eure Antworten sehr gespannt.

(Sorry, liebe Leser, diese Frage richtet sich in diesem Fall einmal nur an meine Leserinnen! Ich weiß nicht, ob es dieses Phänomen auch unter drei Männern gibt. Wenn, dann seid ihr natürlich herzlich eingeladen eure Erfahrungen zu schildern.)


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Die Halkyonischen Tage beginnen

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In der heutigen Nacht ist der letzte Neumond in diesem Jahr, es beginnen die Halkyonischen Tage und damit die Woche des Nestbaus.

Wir sind jetzt 13 Frauen im imaginären Kreis.  Zwölf Frauen haben mir geschrieben, dass sie sich meiner Idee anschließen möchten. Wie ich mich darüber freue!

Für mich heißt das, dass ich mich etwas früher als sonst zurückziehen werde. Bis zum 07. Januar 2021 werde ich nicht im Internet aktiv sein, werde nur allernotwendigste Mails beantworten, so wenig wie möglich telefonieren, ich werde niemanden besuchen und auch keine Gäste empfangen, um mich ganz dieser besonderen Zeit und dem Ritual hingeben zu können.

Ich bin sehr auf unsere Geschichten gespannt und was jede einzelne ausbrüten wird!


An dieser Stelle möchte ich mich bei allen meinen Leserinnen und Lesern bedanken, die mir über das Jahr treu geblieben sind und mich mit vielen Kommentaren immer wieder beglückt haben.

Dank der Unterstützung von Vielen hat sich mein Hut in diesem Monat, wie auch schon im April/Mai gut gefüllt. Das erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit.

Ich wünsche euch allen eine spannende Zeit, friedlich fröhliche Weihenächte, magische Rauhnächte und einen lichtvollen Übergang.

Ich grüße jede Einzelne/jeden Einzelnen von Herz zu Herz. Bleibt gesund!


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Fragment 02 2020

Am Anfang, in der Mitte, am Ende allein. Eva reichte mir ihren Apfel. Ich biss kräftig hinein. Wie wir lachten. Die Schlangen fürchte ich nicht, manche Männer schon. Männer fürchten Schlangen, Frauen Spinnen? Archaisches wohnt in den Zellen. Utopien wachsen im Kopf. Moral ist nicht Ethik. Es gibt Salzwasserkrokodile, es sterben die Walrösser, es gibt Fischlein und Krebse, die leben an der Grenze von salzigem zu süßem Wasser. Manche können Unerwartetes.


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Rote Woche – ein Rückblick

Projekt #farbverrückt

Jede Woche Bilder und/oder Gedanken, Texte, Verse in einer Farbe des Regenbogens – das ist das Projekt von Dorothee Trittel, aka @hehocra und Katja Otto, aka @lieber_glücklich, die zur Beteiligung eingeladen haben → https://hehocra.de/farbverrueckt/ und https://www.lieber-gluecklich.de/2020-07-06-neue-blogreihe-farbverrueckt/

Die letzte Woche war der Farbe Rot gewidmet.

Gerne habe ich mich auf diese Idee eingelassen. Zunächst bediente ich mich in meinem Archiv. Die meisten Bilder sind euch bekannt, manche näher, manche ferner.

 

Rot sind die Lebensfreude, das Blut und das Leben, der Tanz und der Elan, der Sommer und die Leichtigkeit, die Kraft und der Wille, ist Herz, ist Erotik und nicht immer nur gemütlich. Rot sind auch die Wut, der Krieg und die Zerstörung.

Rot sind der Mai und der Juni, ist der Sommer.

Und dann griff ich zu Pinsel und Farbe.

– Here we go –

und

– That’s it –

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Eingestellt werden die Bilder der Mitmachenden auf Instagram und/oder auf Twitter und am Ende der Woche stellen Dorothee und Katja das ganze Ensemble auf Pinterest ein.

Nun bin ich auf die neue Woche, die neue Farbe gespannt, es gibt Farben des Regenbogens, da muss ich schauen, sowohl ins Archiv, wie in mich hinein. Ich stimme mich innerlich auf Orange ein, das wäre die logische Folge des Regenbogens, oder?


Und woran denkst du, wenn du an Rot denkst?


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Sonntagsbilder 24 2020

Mittsommergrüße

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Sommer

In der Sonne, die nur einmal jung ist,

lässt Zeit mich spielen und

golden sein vor ihrer Gnade …

bei meinem himmelblauen Treiben sorgte mich nicht,

dass Zeit in ihrem Lauf nur wenige

von solchen Morgenliedern uns erlaubt,

bevor die Kinder alle, grün und golden,

aus ihrer Gnade fallen …

Dylan Thomas, Fern Hill

https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/08/26/sommerlied/

Heute ist der erste Sommersonntag, ein Tag nach Neumond, ein neuer Tanz beginnt – vom Feuer zum Wasser – vom werden und blühen hin zur Reife.

Gutes, Schönes und Lichtvolles Dir!



Human Behaviour – Björk – immer und immer wieder …! Manche MusikerInnen und ihre Kompositionen überleben die Jahrzehnte, dies ist so ein Stück – für mich.



For my English speaking readers

 

Blüten am Weltfrauentag und mehr

Die Blüten um mein neues Zuhause in Wald und Flur

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Vor meiner Haustüre in einem Kübel, den Namen kenne ich nicht.

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Primelchen in meinem neuen Garten

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Die ersten Sumpfdotterblumen am nahen Bach

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Krokusse am Wegesrand

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Huflattich mit ersten Bienen

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Die Zaubernuss verblüht schon

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Schabockskraut und Veilchen in trauter Nachbarschaft

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Buschwindröschen

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Heute schien endlich einmal wieder die Sonne. Zwar ist die Luft noch kühl, aber ich wollte Sonnenstrahlen einsammeln und einen Genesungsspaziergang machen, der mir allerdings, neben aller Freude an all dem Sprießen und Blühen, gezeigt hat, dass die Genesung noch Zeit braucht.

Dies ist auch der Grund warum dieser Artikel kürzer ausfällt als eigentlich gedacht. Die anderen Fotos vom Fluss, den Enten und die ersten Bilder vom Ort zeige ich ein anderes Mal. Meine Kraft reicht dafür nicht.

Auch geht mir so vieles durch den Kopf: hier die Flüchtlingsfrage, dort die Emanzipation. Ich las erschreckende Zahlen über Gewalt von Männern an Frauen, auch hier in D. Leider reicht meine Energie nicht für eine wirkliche Vertiefung, aber für einige Worte mehr schon.

Hier erst einmal ein paar Links, wen es interessiert:

https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/gesellschaft/wenn-trennungen-toedlich-enden-e442961/?reduced=true

https://taz.de/Autorin-ueber-Maennergewalt-in-der-Ehe/!5659533/

https://taz.de/Giffey-stellt-BKA-Zahlen-vor/!5643860/

Noch viel mehr kannst du im Netz lesen, wenn du „Gewalt gegen Frauen“ in die Suchleiste eingibst.

Wie könnte ich mich da als Frau gemütlich in meins zurücklehnen und sagen: also in meinem Umfeld gibt es  s o w a s  nicht …

und zum Schluss noch ein Beitrag von mir, den ich im Juli 2016 einstellte

https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/07/15/wir-sind-noch-nicht-sehr-weit-gekommen/,

der damals schon bei einigen meiner Leser*innen auf Widerstand stieß. Zwar kann ich das eine und andere Argument respektieren, ich aber bleibe bei meinem! Die Bestätigung dafür findet sich in den BKA-Zahlen (siehe dritter Link oben), die ja auch nicht jede*r wahrhaben will. Viele weisen mit ihren Fingern auf weit entfernte Länder, wo den Frauen offensichtliches Grundrecht verwehrt wird, das ist okay, aber darüber hinaus werden die Missstände im eigenen Land übersehen oder heruntergespielt und das finde ich nicht hinnehmbar.

Gewalt kennt viele Gesichter, ob körperlicher, seelischer, verbaler oder psychischer Art. Hier sind wir als Gesellschaft und Menschheit noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Weder sie anzuerkennen, noch Verhaltensmuster zu ändern und ja, hier sind nun einmal ganz besonders die Männer und ihre Frauenbilder gemeint, die es zu hinterfragen gilt, jeder für sich.

Ja, es gibt auch Gewalt gegen Männer. Ihnen gilt auch mein Mitgefühl. Ja, es gibt auch gewalttätige Frauen, doch die Zahlen des BKAs stehen für sich, Dunkelziffer hin oder her. Auch diese Gewalt kann ich nicht tolerieren! Jetzt aber weise ich auf die Gewalt gegen Frauen hin und will hier keine Relativierungen mehr, weil es schlichtweg nichts zu relativieren gibt!

„Verzeihen Sie uns, dass wir so oft davon reden.

Wir sind da, wo unsere Geschichte sich vollzieht. Nirgends sonst. Wir haben keine Liebhaber, außer im Traum. Wir haben keine menschlichen Sehnsüchte. Wir kennen nur das Gesicht der Tiere, die Gestalt und die Schönheit der Wälder. Wir fürchten uns vor uns selbst. Wir haben kalt. Wir bestehen aus Kälte, Angst, Sehnsucht. Man verbrannte uns. Man tötet uns noch heute in Kuwait und in den ländlichen Gebieten…“

© Marguerite Duras

Das war 1986 so und ist heute leider nicht anders!

„Reduzieren Sie mich nicht auf die Rolle des Opfers, ich habe sehr viel mehr zu bieten.“ – Sinngemäßes Zitat aus dem Buch von Antje Joel: „Prügel, eine ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt“ erschienen im rororo-Verlag

Und damit das Ganze jetzt nicht so harsch endet, hier noch ein Link, den ich gerade bei der Mützenfalterin gefunden habe, danke dafür!

https://www.fixpoetry.com/feuilleton/notizen/2020-03-08/leuchttuerme

Künstlerin sein

It’s me, my life, my way

Selbstporträt 2016 – Self-Portrait 2016

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Louise Bourgeois*

Der Masoschismus artikulierte sich zur Zeit der Femme Maison in dem Gefühl, dass ich nicht das Recht hatte Künstlerin zu sein. Das war ein Privileg. Versteht man aber die Kunst als Privileg, so denkt man per definitionem, dass man es nicht verdient. Man verweigert sich andauernd etwas – man verleugnet sein Geschlecht, man versagt sich die Werkzeuge, die ein Künstler benötigt -, weil es einen Geld kostet Bildhauer zu sein. Betrachtet man die Kunst als Privileg statt als etwas, das der Gesellschaft nützt, so muss man sparen und für seine Kunst leiden …

In diesem Masoschismus finde ich mich immer mal wieder. Leider.

Ich bin es, die sich die Felsbrocken auf den Weg rollt. Die Umkehrung ist die eigene Wertschätzung für meine Ideen und Werke und sie der Welt zur Freude und zum Nutzen zu zeigen und zu präsentieren.

Es geht um die Schöpfungen, weniger um meine Person, die im weitesten Sinne Schöpfkelle und Schöpfende zugleich ist, um das zu schöpfen, das schon im Raum ist. Unsichtbares sichtbar zu machen. Liebende, wertschätzende AugenBlicke zu zeigen (Fotografie). Unterbewusstes aufsteigen und sich in einem Bild manifestieren zu lassen (Fotomontagen).

Es geht nicht um Traumlandschaften. Sondern? Es geht um innere Landschaften, die sich im Außen zeigen. Wie entstehen sie? Äußeres dringt nach Innen, verquickt sich dort mit Gefühlen, inneren Haltungen und Bildern, zusammen kehren sie als ein neues Ganzes ans Licht zurück.

Ich nenne das Verdauungsprozess, Transformation, Schichtenerforschungen, Wurzel- und Sedimenterkundungen.

Es geht auch um die gegenseitige Befruchtung/Inspiration. Das eine Wort, das das andere gibt, das eine Bild, die eine Formulierung, die eine Redeweise, die eine Melodie, die eine Form, die in mich hinein schwingt, neue Worte, neue Sätze, neue Bilder wachsen. Ein freudiges, ein nachdenkliches, auch ein zorniges Hin und Her, ein Ping Pong der Außen- und Innenkräfte.

Bremsen sind die Scham, die zeitweilige Minderwertigkeit. Letztere schürt Ängste, stachelt sinnlose Vergleiche an, lässt Sockel und Siegertreppchen auf- und abbauen.

Erkenntnisse fördern Zuversicht und beflügeln Schritte.

Eine alles im Gleichgewicht haltende Waage gibt es nicht, nur die täglichen Bemühungen sich selbst Waage und Ausrichtung zu sein.

Und dann wieder liege ich auf der Erde und lausche ihrem Lied.


To my English readers: unfortunalety I am not able to translate my textes into English, it would take too much time. I am very sorry about this.


* Donald Kuspit – Ein Gespräch mit Louise Bourgeois – Piet Meyer Verlag – ISBN 9 783905 799132