Weiß

Weiß auf weiß –  das ist ein Thema was mich immer wieder einmal umtreibt. Vor ein paar Tagen zeigte ich Bilder von den „aufgeregten“ Weißlingen. Einer ist dann doch scharf ins Bild gekommen, dies inspirierte mich hierzu –

…als trüge der Weißling die Blüte über den Horizont – hin zu wem?

…als wüchse alles aus einem schwarzem Loch – das schwarze Loch saugt ein, spuckt aus, Schöpfung ohne Erschöpfung –


Was ist surreal? Surreal ist eine Dimension jenseits dessen was man real nennt, es können Traumbilder sein, Visionen, Imaginationen, Assoziationen, Halluzinationen, Un-wirklichkeit –

Es heißt: „alles hat seine Zeit“, ja, und ist zuvor und wirkt darüber hinaus.

Was aber wirklich oder unwirklich ist, was Zeit ist und was Sein und was Traum, was Imagination und was überhaupt ist, das sind so Fragen. Was immer ist und was es ist, es ist Jetzt.

Raunächte

Diesen Text stellte ich schon einmal am 05.01.2016 ein. Zwei Jahre ist es her – dieses Mal habe ich die rauen Nächte nicht ganz so rituell gestaltet, aber die eine und andere Frage tauchte auch nun wieder auf, wenn auch in einem neuen Gewand, wir gehen in Spiralen…

(auch dieses Bild zeigte ich schon einmal, nun hier, weil es mir so passend erscheint, im Artikel vom 05.01.2016 waren es andere – wie immer: draufklick = großes Bild)

Und dann ist doch wieder alles so schnell vorbei. Die Magie, der Glanz, die Tiefe und der Klang der Zwischenzeit, der Zwischen-den-Jahren-Zeit, der Rauhnächte-Zeit.

Wieviele dieser Nächte man zählt, ist eine Geschichte für sich und was man mit dieser Zeit verbindet auch. Ich zähle ab Wintersonnenwende dreizehn Nächte und Tage und dann noch einmal 3 Nächte und Tage still. Vorgestern schon war meine dreizehnte Nacht. Ich lud sie ein, die Dreizehn, die Unbekannte, Ungewisse, Geheimnisvolle, die Herausforderung, Koyote und Närrin, Stolper- und Prüfstein.

Was ist Gabe, was Geschenk, was Talent, was Aufgabe, worin liegt die Verantwortung, was hat Priorität, was ist noch offen, was geht voran? Was braucht einen Schubs? Was darf frei gegeben werden und wohin geht es, wenn es frei ist? Was ist Kern, was ist Schale, was noch immer Angst?

Solcherlei Fragen stellte die Dreizehnte. Mit diesen sortiert es sich. Bei manchen Fragen lässt es sich leicht austatmen: gut … das weiss ich, bei anderen versuchen die Hände noch immer den Mond im See zu greifen. Da höre ich die Alte lachen und Koyote hockt in den Ostbergen und heult dazu. Ich steige aufs Rad, weiter gehts. Wie immer … vor und nach der Zwischenzeit, der Zwischen-den-Jahren-Zeit, der Rauhnächtezeit.

Heute Nacht schaue ich noch in den Sternenhimmel, hoch flog die Asche der verbrannten Zettel, weit fliegen die Wünsche, tief ist die Nacht. Die Alte ist fort, ihr Lachen verklungen, Koyote schweigt, lautlos fängt der Fuchs die Maus. Ich hab noch Zeit und immer wieder noch einmal Zwischenzeit …

Wintereinbruch, Fragen und Musik

Kalt ist es auf dem Berg geworden. Das Morgenritual hat sich der Jahreszeit angepasst: Kaffeewasser aufsetzen, Ofen anmachen, Kaffee brühen und dann trinken und eine Stulle dazu. Die Wohnung wird schnell warm, ich schreibe, ich lese, ich sitze im Lesesessel und schaue dem Tanz der Flammen zu, je nachdem. Von innen und außen aufgewärmt ziehe ich den dicken Pullover über, die Schaffellweste darüber, die dicken Socken habe ich eh schon an den Füßen, dann schlupfe ich in die Gummistiefel, nehme den Holzkorb und gehe nach unten Holz holen, zwei-, dreimal. Danach ist mir richtig warm und die Frische der Luft liegt auf meinem Gesicht.

Am Sonntagmorgen war es, als wieder über Nacht eine feine Schneedecke meine Terrasse bedeckte. Auf der Terrasse, über die ich gehe, wenn ich nach unten in den Hof will oder überhaupt die Wohnung verlasse. Die Schneeschippe steht gleich neben der Haustüre und so habe ich also erst einmal noch Schnee geschippt. Meditativ und versonnen räumte ich das erste Mal den Holzkorb ein und dachte: das nenne ich ehrliches Leben. Und dabei bin ich geblieben, ohne es weiter zu hinterfragen, ich weiß ja, was und wie ich es meine.

Später lasse ich Revue passieren und denke an alle die Menschen in meinem Umfeld, die gerade steinige Wege gehen, über Hürden springen oder vor ihnen stehen, manche Sätze klingen in mir nach und ganz besonders ein Wort sticht heraus: Überforderung. Und ich denke an die Frage einer Freundin am Sonntagabend: „Du musst jeden Morgen den Ofen anmachen, damit du es warm hast?“ Ja, das muss ich und das will ich. In mir schwingt das Wort „Reduktion“, Leben um das Wesentliche herum, wohin ich mich wieder bewege, aber auch, trotz Ofen, noch immer ein Stück entfernt bin. Diese Art von Leben fordert auch meinen körperlichen Einsatz: Holz holen zum Beispiel oder Schnee schippen oder die Gartenerde beackern, damit sich z.B. die Brennnesseln nicht zu sehr ausbreiten. Ich glaube aber auch, dass all das jung und beweglich bleiben bedeutet. Das denkt und empfindet übrigens auch teggytiggs → https://meinexperimentlebenblog.wordpress.com/2017/11/20/wintervorbereitung-3/

Heute Morgen im Badezimmer kommt ein anderer Gedanke: die Menschen (damit schließe ich mich selbstredend mit ein) bauen sich ihre Gefängnisse selbst, die Stäbe sind u.a. die Worte:„Ich-muss“, „Ich-kann-nicht“ und „Ja-aber“.

Und dann noch einmal die Überforderung: ich überlege, ob jede kleine Müdigkeit, nach getaner Arbeit, gleich Überforderung ist? Wieso, frage ich mich weiter, habe ich meine Großeltern nie, auch selten meine Mutter das Wort Überforderung aussprechen hören oder das Wort Stress? Ich erinnere mich, dass sie einfach die Füße für ein halbes Stündchen hochlegten, ob nun nach dem Mittagessen oder wenn die Mutter am frühen Abend aus dem Kaufhaus kam, wo sie Stoffe verkauft hatte, und dann ging es eben weiter. -M-

Versteht mich bitte nicht falsch, natürlich gibt es gerade in der heutigen Zeit auch Überforderungen, und doch lohnt es sich vielleicht einmal genauer hinzuschauen.

Was hat das zum Beispiel mit der hochstilisierten Individualität zu tun, bei gleichzeitig zunehmender Vereinsamung?

Was, mit den modernen Medien, der Informationsflut und/oder dem viel zu schnellem Takt der modernen Turbogesellschaft, besonders in den großen Städten? Was, mit eigenen sehr hohen Ansprüchen, bei gleichzeitg „gepflegter“ Unzufriedenheit?

Wie frei ist der Mensch?

perfect garden

perfect garden – oder glatt gebürstet

copyrigt Pawel Kuczynski

Das hat man sich dann doch nicht so ganz getraut, aber immerhin, angedacht war es, die Pippi Langstrumpf mal ein bisschen zu schönen…

Pippi mal so ganz handsome, so wie es  gefällt und nicht ihr und schon gar nicht: widdewiddewit ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt…

Ich mag wieder Stinkefinger zeigen, ich mag wieder meine Lederjacke aus dem Kleiderschrank holen, ich mag wieder singen: Widdewiddewitt, wir machen uns die Welt wie sie uns gefällt…

Wie mir all das Glattgebürstete gegen den Strich geht. (Schön zu wissen, dass ich nicht alleine damit bin). „Man“ will „uns“ nicht, nicht unsere Bücher, nicht unsere Bilder, nicht unsere Geschichten, nicht unsere Lieder – nee, will „man“ nicht …  nicht glatt gebürstet genug, nicht gefällig genug, nicht schön-schön. Aber ist die Welt denn schön-schön?

Schön ist sie … hässlich ist sie auch. Das gilt es auszuhalten. Das braucht Mut. Das braucht Kraft. Jeden Tag. Das braucht Stimmen. Das braucht Bilder. Das braucht Worte. Wer braucht bitte weichgespülte Kunstobjekte? Wer braucht geschönte Geschichten?

Zeit

Ein Wind weht durch die Zeit

Die Zeiten ändern sich. Ändert sich die Zeit? Was ist Form, was ist Inhalt? Was ist Hülle, was ist Äusseres und was Inneres? Bestimmt die Form den Inhalt oder der Inhalt die Form? Bestimmt Äusseres Inneres oder Inneres Äusseres? Ändert sich überhaut je wirklich irgendetwas? Das Wesentliche von Geburt, Leben und Tod ändert sich nicht und wenn ich recht überlege, ändern sich die Fragen der Menschen an sich selbst und an das Leben auch nicht.



Gerda inspirierte mich mit ihren beiden letzten Artikeln dazu einmal mit Photoshop zu spielen …

Ich wollte darstellen, dass Veränderungen stattfinden, aber das Wesentliche sich nicht ändert – dazu hier die drei Stadien, vom Original bis zum Ergebnis – draufklick = große Bilder