für die abc.etüden – 2 – 2018

Ein bisschen sprudeln die Worte wieder, so folge ich auch in dieser Woche Christianes Einladung.  Die Worte spendete dieses Mal Viola: https://violaetcetera.wordpress.com/.

Danke dafür und danke an Christiane für die allwöchentliche Einladung (s.o.), in der Interessierte auch die Regeln finden. Danke auch an Ludwig, der wie jede Woche das Titelbild gestaltete.


Es gibt Daten und damit verbundene Ereignisse, die brennen sich ein, April 1986 ist so ein Datum.

Ihr siebenjähriger Sohn erscheint mit sehr entschlossenem Gesicht in der Küche:

„Wo haben wir Tapetenkleister?“

„Was willst du denn machen?“ Er zeigt ihr ein soeben fertiggemaltes Bild: eine Fischgräte, darunter prangt das Atomkraftzeichen, das er durchgestrichen hat. Dieses Bild will er an seine Zimmerwand kleben, damit es nie mehr abgeht und damit alle Gäste es sehen und damit DIE endlich die verdammten Atomkraftwerke wegwerfen. Recht hat er. Sie rührt eine kleine Portion Tapetenkleister an. Sie schaut auf die grüne Wiese vor ihrem Haus, so viele Fragen, so viel Unsicherheiten und die Kinder…? Milch soll sie keine mehr kaufen und erst einmal nicht mit ihnen auf einen Spielplatz gehen. Was passiert hier und wieviele Kernschmelzen wird es noch geben?

Ihre Bedenken waren nicht unberechtigt, wie sich später herausstellen sollte, aber DIE machen immer weiter…


Nach einer wahren Begebenheit im April 1986, nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl. „Sie“ ist ich und es handelt sich um meinen Sohn, der damals eben 7 Jahre alt gewesen ist. Mich hat es damals fast zerrissen.

Advertisements

Der Juni in Bildern

Eine musikalische Untermalung zu den Bildern. Noch ein Stück von der Band „Rising Appalachia“, mit ihrem song „SUNU“. Schaut mal den unglaublichen Tanz des Stelzenmannes am Ende des Videos, ach und überhaupt dieser Sommertanz aller Beteiligten, eine Freude ist das! Dafür muss man nicht wieder jung sein, da kann man auf eigene Weise einfach mitmachen.

Flora und Fauna

Obwohl wir ein Blütenjahr hatten, habe ich in diesem Juni verhaltnismäßig wenige fotografiert, alleine die Linden haben in diesem Jahr alles gegeben, in unserem Baum im Hof hat es wochenlang gesummt und gebrummt, und sooo herrlich hat es geduftet, aber das ist nun auch schon wieder vorbei.

Ein Fuchsschwänzchen, sein Tanz auf den Brombeerblüten und seine Ruhepause

Am Wasser

Ein Schwan zeigt Bein

die Galerien öffnen sich, wenn du ein Bild anklickst



alle Bilder © Ulli Gau

Ein Feiertagsbild

oder Sonntagsbild 23 2018 – verspätet

draufklick = großes Bild – please click to enlarge

© Gerda Kazakou links, Ulli Gau rechts, siehe dazu: https://gerdakazakou.com/2018/05/20/rueckblende-malerei-passing-by/ und https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/05/20/sonntagsbild-22-2018/

Gerda schrieb im Kommentarstrang:

eben sah ich zufällig mein heutiges Bild „passing by“ und dein Sonntagsbild in klein nebeneinander, und seltsam, sie wirkten wie Verwandte – nur dass bei dir die Striche hell, bei mir dunkel sind.

Ja, sie haben etwas Verwandtes, nicht nur wegen der Striche, auch der goldene Schimmer ist eine Gemeinsamkeit und … der Regen.

Manche von euch dachten bei meinem Bild an Narziss, aber wenn man ganz genau hinschaut, dann trifft sich der Blick des Blässhuhns nicht mit dem seines Spiegelbildes. Ist es nicht eher so, als versuchte es seinen Blick zu fangen, aber das Spiegelbild schüchtern ausweicht und dabei ganz leicht nach links abdriftet … just „passing by“…?



Habt herzlichen Dank für all euer Vermissen und eure Nachfragen, mich berührt das alles immer sehr und für mich ist das alles absolut nicht selbstverständlich!

Wir hatten hier einen Blitzeinschlag und manchmal dauert es, wenn man so ländlich lebt, wie ich, bis wieder alles funktioniert. Das ist das eine. Das andere ist, dass ich in Bloghausen kürzer treten will. Schon länger geht es mir so, dass ich die vielen Informationen und auch Kommentare nicht mehr wirklich alle aufnehmen kann, sodass ab jetzt „weniger ist mehr“ gilt.

Leben … nichts als leben.

Musik und eine Geschichte

Yepp, das war DER song (das Video sehe ich gerade zum ersten Mal)!

Es war einmal … wir schrieben das Jahr 1997 (ja, lange her, aber unvergesslich), ich traf dich wieder. Ich wollte nicht fühlen, was ich fühlte. Ich fand ein vierblättriges Kleeblatt. Noch nie hatte ich ein vierblättriges Kleeblatt gefunden. Ich taumelte durch Wiesbaden. Ich wollte nicht fühlen, was ich fühlte, zu absurd erschien es mir. Ich tat etwas, was ich selten tat, ich ging in einen Musikladen und fand die CD von Luscious Jackson „fever in, fever out“. Ich hörte hinein und ich fühlte noch viel mehr, es gab kein Entrinnen. Es war keine Frage mehr, ich wehrte mich nicht mehr. Ich kaufte die CD, steckte das vierblättrige Kleeblatt hinein und fuhr zu dir.

Ich bin schüchtern, wenn es darauf ankommt, aber ich schenkte dir die CD mit dem vierblättrigen Kleeblatt. Mehr hat es nicht gebraucht. Du hast verstanden. Wie du vielleicht immer mehr verstanden hast als ich wahr haben wollte?!

Wir kommen nicht aneinander vorbei. Noch immer nicht. Und das ist gut so. Lange Wege, viele Jahre und so manchen Knoten haben wir gelöst und die nicht gelösten drücken gerade nicht mehr.

Papiercollage von 1997

Falls sich Eine *r von euch an die DarstellerInnen auf der Collage erinnert und mir sagen kann aus welchem Film sie sind, dann freue ich mich sehr, ich erinnere mich nicht mehr und habe jetzt stundenlang (gefühlt) deutsche Filme der 1980er und 1990er Jahre geguggelt, aber ich fand ihn nicht – MERCI – ich weiß nur noch, dass ich ihn damals sehr mochte…

Immer wieder schön

 

Bei diesem Festival bin ich damals dabei gewesen, unvergesslich, ganz besonders eben Oregon und dieser phantastische Oboist!

Molde ist eine Stadt in Norwegen, am Moldefjord gelegen, gegenüber leuchten 82 schneebedeckte Gipfel, ein Traum für ein Jazzfestival mit einem Zeltplatz, der auf dieses Panorama blicken ließ!

Banal?

Rede ich doch heute einmal vom Wetter. Ja, wir haben Wetter, wir hier, im Süden von Deutschland, haben Sommer. Viele Tage Hitze, wenig Regen, viel zu wenig und nun kommen die Wetter. Gewitter, so sagte heute der Radiowettermann, gehören zum Sommer dazu. Ja, sehe ich auch so, aber wenn es Bäume entwurzelt und Häuser abdeckt, dann ist das für die Betroffenen eine Katastrophe und Wetter alles andere als banal (so vorgestern, nicht weit von hier, geschehen).

Uns geht es gut. Ich bin dankbar.

Das Wetter am Freitag. Es kommt …

es beginnt zu wehen,

(das ist eine gif-Animationen, bitte anklicken, falls es nicht von alleine läuft)

die ersten dunklen Tropfen gesellen sich zu den Flechten auf dem Dach,

noch kann ich die Linde hinter dem geschlossenem Dachfenster sehen,

jetzt nicht mehr,

das richtige Wetter, um Postkarten zu kleben und gute Wünsche in die Welt zu schicken,

ich denke auch an die Menschen in Griechenland … hier ist das Gewitter nun vorbei und ich mache mir dennoch meine Gedanken.

Über die Pflaumen und Äpfel, die massenhaft unreif von den Bäumen fallen, über die blühenden Kräuter, die aufblühen, sich verströmen, schon vorbei, über all die Schäden und dass wir noch immer alle satt sind. Wie lange noch? Ich denke darüber nach Orangen- und Zitronenbäume anzupflanzen, vielleicht auch Oliven?

Stromern

Gestern suchte ich eine meiner Lieblingswiesen auf, um zu schauen wie es um die Arnika bestellt ist. Es hatte ein kleines bisschen geregnet, Tropfen, wie festgefroren, hockten auf Lupinenblättern,

Filigranes streifte meinen Weg,

eine Raupe saß auf einem Blatt am Bach,

und Schönheiten über Schönheiten,

nur die Arnika war weit und breit nicht zu sehen. Dachte ich…

So, wie ich mein Leben lang schon reden lerne (und schreiben), so lerne ich auch mein Leben lang sehen. Noch nie habe ich die Arnika knospend gesehen und hätte sich nicht hier und da ein gelbes Blättchen gezeigt, dann hätte ich sie nicht erkannt…

Das Leben ist schön!