8. März 2021

Zum Tag der Frau

erlaube ich mir einen Beitrag von 2016 noch einmal hier einzustellen. Aufgrund der damaligen Kommentare weiss ich, dass meine Sichtweisen nicht von allen geteilt wird. Ich aber stehe dazu und finde immer wieder „Beweise“, dass ich mit dieser Meinung weder falsch liege, noch alleine damit bin und dieser Beitrag noch immer nichts an seiner Aktualität verloren hat.

Ich habe den ursprünglichen Artikel geringfügig überarbeitet.

Wir sind noch nicht sehr weit gekommen

© Karin Kneffel – watercolours 2012 – entdeckt bei Mützenfalterin

Am Morgen lasse ich meinen Blick über die Buchrücken neben meinem Bett wandern, er bleibt an dem hellgrünen Band von Marguerite Duras hängen: „Das tägliche Leben“. Ich lese ihren Essay „Das Haus“.

„Verzeihen Sie uns, dass wir so oft davon reden.

Wir sind da, wo unsere Geschichte sich vollzieht. Nirgends sonst. Wir haben keine Liebhaber, außer im Traum. Wir haben keine menschlichen Sehnsüchte. Wir kennen nur das Gesicht der Tiere, die Gestalt und die Schönheit der Wälder. Wir fürchten uns vor uns selbst. Wir haben kalt. Wir bestehen aus Kälte, Angst, Sehnsucht. Man verbrannte uns. Man tötet uns noch heute in Kuwait und in den ländlichen Gebieten…“

© Marguerite Duras


Sie schrieb diesen Essay 1986. Wie sie, stelle ich dreißig Jahre später fest: wir sind noch nicht sehr weit gekommen, zwar weiter, aber nicht weit; nicht als Frau und Mann, nicht mit dem Wert der Frau an sich und nicht mit dem Wert ihrer Arbeit im Haus und mit den Kindern. Noch immer ist vieles Selbstverständlichkeit und somit kaum einer Würdigung wert. Es geht mir um die Gesellschaft, nicht um Einzelfälle und nicht um wenige Ausnahmen. Noch immer töten Männer Frauen (allein in Deutschland tötet jeden dritten Tag ein Mann seine Frau). Sie werden erwürgt, erstochen, erschossen, gesteinigt, ertränkt, ausgestoßen, verstümmelt an Leib und Seele. Und der Hass gegen Frauen nimmt in manchen Kreisen seit einiger Zeit zu.

Ja, es gibt auch gewalttätige Frauen, aber darum geht es jetzt und hier nicht. Dieses Argument ist aus meiner Sicht ein Totschlagargument, das jede konstruktive Diskussion im Keim erstickt und die Realitäten von Zigtausenden Frauen verleugnet.


Ein anderer Morgen, ein anderes Buch, Anne Sextons Gedichtband (s.u.):

Hausfrau

„Manche Frauen heiraten Häuser.

Es ist eine andere Art Haus, es hat ein Herz, einen Mund, eine Leber und Stuhlgang.

Die Wände sind rosa und dauerhaft.

Schau, wie sie den ganzen Tag auf Knien rutscht,

sich treu ergeben runterspült.

Männer dringen gewaltsam ein, es zieht sie wie Jonas zurück

in ihre fleischigen Mütter.

Eine Frau ist ihre Mutter.

Das ist die Hauptsache.“

© Anne Sexton


Miniatur – Treppe

Sie schreit: „Ich bin nicht deine Mutter!“ Das stille Dorf wirft keine Echos, er verlässt das Haus. In der Nacht kehrt er zurück; zum Haus, zur Frau, zur Mutter der gemeinsamen Kinder. Schwere Träume färben rosa Wände grau, die eng und enger stehen. Er findet die Treppe nicht.

Die Frau wurde Mensch aus Männers Gnaden. Wir waren die Schlampen, die Huren, machten wir den Mund auf, standen wir allein.

Die Kinder, das Haus, leise Sohlen, wenn er Nachhause kommt.

Die Kinder, das Haus, lauter Gesang und Gelächter ohne ihn.

Er sagt, was er seit Jahrhunderten sagt: „Alles nur für euch, nehmt, schweigt, seid zufrieden.“ Still soll sie sein, weich und gefügig. Er weint, wenn sie vor ihm stirbt. Schon am Grab schaut er sich um.

© Ulli Gau – Miniatur – Treppe


Als hätte Eine die Andere zuvor gelesen. Immer wieder denke ich in den letzten Wochen an das Bild von Karin Kneffel (s.o.), jetzt auch in Verbindung mit der Zeile aus Anne Sextons Gedicht : „Schau, wie sie auf Knien rutscht…“

Verzeiht auch mir, dass ich von Zeit zu Zeit von uns, den Frauen, rede und davon, dass wir nicht sehr weit gekommen sind, weiter, ja, aber nicht weit.


Ich spreche mit der Sekretärin des buddhistischen Zentrums hier in meiner Nähe. Ich frage sie, ob es viel Mühe macht „Liebe Freundinnen und Freunde“ zu schreiben, dass ich mich nicht angesprochen fühle, wenn auf den Rundbriefen „Liebe Freunde“ steht. Ich bin kein Freund, sowenig wie die Frau vor mir ein Sekretär ist oder die Lehrerin ein Lehrer. Die Sekretärin seufzt. Sie zuckt mit den Schultern, sie findet das nicht so wichtig.

Mir liegt nichts daran alle Wörter mit der Endung -er in -in zu verwandeln, für mich gibt es keine Weckerin, Wecker, bleibt Wecker, solange er bimmelt! Auch muss ich nicht die Sternzeichen verweiblichen, Wassermann darf Wassermann bleiben. Aber ich staune, dass wir immer noch darüber reden müssen, ob ich eine Freundin oder ein Freund bin, eine Diskussion mit uraltem Zopf, die sich für mich längst überholt hat, wie sich zeigt aber noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eher in die Kategorie „lästig und kleinkariert“ gepresst wird.

Es gab und gibt die Frauen, die mir zu radikal waren und sind. Ich war nie eine Freundin der „Schwanz-ab-Fraktion“ und ich wollte auch nie die Machtverhältnisse einfach nur umdrehen. Mich interessierten und interessieren die Eigenarten der Geschlechter, jenseits der üblichen Zuschreibungen. Mich interessiert das Verbindende, sowie die Momente zwischen Männern und Frauen, in denen Begegnung auf Augenhöhe, als Mensch zu Mensch möglich ist.


„Frauen verhalten sich wie kühle rationalistische Männer oder aufgeblasene Machos, und Männer mimen den emotionalen Vamp oder die launische Frau. Auch hier zeigt sich, dass man den mittleren Weg nicht auf Anhieb und über geduldiges Nachdenken findet, sondern nur durch das experimentelle Ausloten der Extreme. Geduld auf allen Seiten und eine gute Portion Humor sind sicherlich hilfreicher als die hämische Arroganz über ungeschicktes Verhalten und die einfallslose Beschwörung eingefahrener Geschlechterrollen.“

© Sylvia Wetzel


„Man sagt mir, ich übertreibe. Man sagt mir die ganze Zeit: Sie übertreiben. Glauben Sie, das ist der passende Ausdruck? Sie sagen: Idealisierung, ich idealisiere die Frau? Möglich. Wer sagt das? Der Frau schadet es nicht, wenn man sie idealisiert.

Sie können von dem, was ich da erzähle, halten, was Sie wollen. Ich spreche für Sie wohl eine unverständliche Sprache, da ich von der Arbeit der Frau rede. Das Wichtigste ist, von ihr und ihrem Haus zu reden, vom Wirkungskreis der Frau, von ihrem Umgang mit dem Hab und Gut.

Mann und Frau unterscheiden sich immerhin beträchtlich. Mutterschaft ist nicht Vaterschaft. Als Mutter überlässt die Frau ihren Körper dem Kind, den Kindern, diese tummeln sich auf ihr wie auf einem Hügel, wie in einem Garten, verschlingen sie, trampeln auf ihr herum, schlafen auf ihr und sie lässt sich verzehren und schläft manchmal, während die Kinder auf ihrem Körper sind. Nichts dergleichen geschieht in der Vaterschaft…“

© Marguerite Duras


„Frauen hingegen passen sich ihrer Umgebung gerne einfühlsam an und „haben“ einfach keine aggressiven Gefühle. Und wenn sie sie spüren, trauen sie sich oft nicht, sie auszudrücken. Aus Angst vor Liebesverlust und Zurückweisungen scheuen sie offene Auseinandersetzungen, bringen negative Gefühle nicht zum Ausdruck und weichen so letztlich dem Leben aus. Unerkannte Ablehnung führt zu Energieabfall; daher fühlen sich viele Frauen antriebsschwach, niedergeschlagen und müde. Angenehme und unangenehme Gefühle gehören zum Leben. Verdrängen wir sie, verlieren wir unsere Vitalität. Wenn wir mit ihnen arbeiten wollen, müssen wir sie erst einmal spüren…“

© Sylvia Wetzel


Noch immer sehe ich ein großes Ungleichgewicht, wenn es um die Entlohnung für die selbe Arbeit geht, wenn es um den Prozentsatz der erfolgreichen Künstlerinnen im Vergleich zu erfolgreichen Künstlern geht, lese, dass Schriftstellerinnen von männlichen Literaturkritikern oft ignoriert und diffamiert werden, etc., und natürlich geht es mir auch um die Wertschätzung für die Frau und ihrer Arbeit im Haus, mit den Kindern und hinter den Kulissen.

Mir ist ebenfalls sehr viel daran gelegen, dass sich in der Politik, auf den Arbeitsstellen, in der Gesellschaft weibliche Strukturen etablieren. Es ist kein Geheimnis, dass die Strukturen noch immer patriarchal sind, mir ist nach mapatriarchal. Es liegt noch viel Weg vor uns!


Zitate aus folgenden Büchern:

Marguerite Duras – Das tägliche Leben – Suhrkamp Verlag – ISBN 3-518-11508-1 (1200)

Anne Sexton – All meine Lieben – Lebe oder Stirb – Gedichte – S. Fischer – ISBN 3-10-072510-7

Sylvia Wetzel – Das Herz des Lotos – Frauen und Buddhismus – Spirit Fischer – ISBN 3-596-14254-7

Zum Thema Verstümmelung/Beschneidung das wohl eindrücklichste Buch, das ich je las:

El Saadawi Nawal – Ich spucke auf euch -Übersetzung aus dem Englischen von Anna Kamp – Frauenbuchverlag: München 1984 – Signatur: Lit Afr 169


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66 Gedanken zu „8. März 2021

  1. Ja, für ein objektives Bild wird man Statistiken objektiv untersuchen müssen.
    In meinem eigenen Umfeld ist es nicht feststellbar; im Gegenteil, stellenweise fängt da die Männerwelt an, aufzustehen, weil die Gleichberechtigung in eine Bevorteilung gekippt ist. Aber subjektive Beobachtungen sind begrenzte Beobachtungen.

    Was mir persönlich seit Jahren sehr auf die Nerven geht, ist der negative Bewusstseinsprozess in unserer Gesellschaft. Angefangen von Comedy auf breite Massen erreichenden Privatsendern, bis zu so mancher öffentlicher Quotendiskussion, ist längst ein latenter Geschlechterkrieg angezettelt, und der Weg zu einem Bewusstsein der Selbstverständlichkeit der Gleichberechtigung verbaut. Zum Thema Mann und Frau bräuchte es eine andere Entwicklungskultur.

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  2. Was immer noch weitgehend fehlt, ist die selbstverständliche Gleichberechtigung. So lange noch darüber diskutiert werden muss, ist sie nicht erreicht. Für Männer UND Frauen, denn Männer kranken an den unausgewogenen Verhältnissen ja auch, und sterben daran.
    Wir müssen das gemeinsam schaffen …

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    • So sehe ich das auch, liebe Ule, deswegen schrieb ich ja, dass ich für mapatriarchal bin. Ich war und bin schon immer für Miteinander, anstelle von Gegeneinander.
      Dessen ungeachtet ist mir allerdings auch wichtig den Finger darauf zu legen wie Frauen noch heute benachteiligt werden.
      Herzliche Grüße
      Ulli

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    • Was mir noch durch den Kopf geht, liebe Ule, ist es nicht bezeichnend, dass du für die Männer in die Bresche springst? Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will auch das Miteinander, will die Männer nicht ausgrenzen, aber ich will vor allen Dingen, dass die Anliegen der Frauen gehört werden, ohne dass gleich die „armen Männer“ ins Feld geführt werden.
      Ich selbst habe in meinem Umfeld tolle Männer und doch gibt es Situationen in denen ich aufhorche und sie frage: woher kommt dein Frauenbild.

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          • Wenn man auf ein Ungleichgewicht hinweist, besteht es doch immer zwischen mindestens zwei Komponenten, die man benennen muss, weil sonst die Aussage sinnlos ist.
            Du weist doch darauf hin, um zu bewirken, dass dieses Ungleichgewicht gemindert wird. Also ist es folgerichtig, die Situation möglichst in ihrer ganzen Komplexität zu betrachten, um ihre Heilung auch unfassend anstreben zu können. So weit gilt das, meine ich, für das Thema im allgemeinen, wie du es hier beschreibst.
            Ganz anders ist es im Einzelfall: da können die Verhältnisse so geartet sein, dass man eine Seite ganz parteiisch erst mal alleine in den Blick nimmt, bevor man überhaupt an eine umfassende Lösung denken kann.

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            • Es stimmt, dass es, um etwas zu verändern das Ganze betrachtet werden muss. Dazu bin ich gerne bereit.
              Mir fällt es allerdings aufgrund von eigenen Erfahrungen und gesellschaftlichen Realitäten schwer Männer als Opfer anzusehen, obwohl ich weiß, dass auch vielen Jungs und Männern Unrecht angetan wurde.
              Ich denke mal noch weiter…

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              • Natürlich werden allgemeine Einschätzungen immer auch von eigenen Erfahrungen beeinflusst. Meine Erfahrungen haben mich halt gelehrt, dass man sich gemeinsam entwickeln kann, wenn man offen miteinander umgeht, und dabei erfährt man auch was über die Gefühlswelt der „anderen Seite“, die zugleich aufhört, die andere zu sein. Aber auch dies wage ich nicht zu verallgemeinern.

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                • Ich freue mich, dass du noch einmal etwas geschrieben hast. Bei meinen nachmittäglichen Überlegungen kam ich darauf, dass es in diesem Feld wichtig ist Privates von Gesellschaftlichem zu trennen. Trotzdem bin ich mir bewusst, dass privates Erleben auch ins Gesellschaftliche hineinfärbt und umgekehrt, es somit ein schwieriges Unterfangen ist – da gilt es so sachlich wie möglich zu sein.
                  Privat kenne ich beides, sowohl die Fruchtbarkeit des offenen Umgangs miteinander, aber eben auch die Gewalt. Diese als solche zu erkennen, zuzulassen und zu benennen hat mich sehr viel Mühe gekostet und war ein langer Weg, auf dem die Scham eine wesentliche Rolle gespielt hat.
                  In meinem heutigen Beitrag ging es mir vor allen Dingen um die gesellschaftlichen Aspekte. Ich stimme mit dir darin überein, dass es auch hier nur im gemeinsamen Dialog gehen kann, wenn sich die Gesellschaft weiterentwickeln will. Ich las heute viele Statements und Meinungen zum Thema, leider auch sehr unangenehme von männlicher Seite. Gestern Abend habe ich den Tatort angeschaut, in dem es um Frauenhass im Internet ging. Er thematisierte u.a. die so genannten „Incels“: Junge Männer, die Frauen für ihr Alleinsein verantwortlich machen und ihre Wut gegen Frauen richten. Einmal mehr wurde mir bewusst, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt.

                  Gefällt 3 Personen

                • Deine nachmittäglichen Überlegungen waren doch sehr fruchtbar, Ulli. Eigentlich kann man das Thema öffentlich doch nur unter gesellschaftlichem Aspekt behandeln. Privat kümmere ich mich um die Unterstützung von Freundinnen und befreundeten Paaren in Gesprächen, aber das in die Öffentlichkeit zu bringen, käme schon massivem Vertrauensbruch gleich. Allerdings kenne ich in dem Rahmen auch keine Erscheinungen von Gewalt, sondern eher mindere Probleme.

                  Gefällt 1 Person

      • Das mit dem Herd ist für mich irgendwie ein sehr ambivalentes Thema. Tatsächlich koche und backe ich gerne. Ich mag das Nährende, Umsorgende, das damit zusammenhängt – und empfinde das auch irgendwie als „weiblich“. Da es mir aber gesundheitlich inzwischen schwer fällt, schmeißt mein Schatz seit längerem den gesamten Haushalt, und kocht auch deutlich öfter als ich (und beklagt sich trotzdem nie …). Schon in meiner ersten Ehe, wo ich noch sehr viel fitter war, hatten wir die „umgekehrte “ Rollenverteilung: Mein Mann hat den Haushalt gemanagt, ich das Geld verdient. Für mich hatte das aber nie was mit Feminismus zu tun, sondern mit Praktikabilität: Ich hatte eben den deutlich besser bezahlten Job…
        Blöd finde ich es daher nur, wenn Frauen zu etwas gezwungen werden, obwohl sie andere Wünsche für sich hätten. Mag das aber nicht so ausschließlich am Herd festmachen… .

        Gefällt 5 Personen

        • Naja. Der Herd ist ja nur eine Metapher für die Ewiggestrigen unter den Männern, die nicht erwachsen werden wollen oder können, weil sie dafür zu schwach sind … 😉 … ich selbst empfinde eine kochende Frau (bzw Partnerin) als etwas durchaus sehr Angenehmes … besonders aber, wenn sie gerne Küchleins bäckt … 😉 – falls man sich mit ihr vor oder nach dem … Essen noch dazu gut unterhalten kann.

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          • Genau, es ist eine Metapher, aber von den Ewiggestrigen mit Machtgelüsten garniert.
            Ich selbst koche und backe gerne und genauso gerne lasse ich mich bekochen und bebacken und sehr schön finde ich gemeinsames Werkeln in der Küche und wenn jede und jeder das tut, was sie/er gerne tut und/oder gut kann und sich somit gegenseitig unterstützt und dabei die Freude am Miteinander wächst.

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          • Ich hab schon wieder nicht bedacht, daß du Deutsche bist und bei ernsten Themen nur 1:1 verstehst 😉 … WW I ist der 1. Weltkrieg, das Bild titelt ‚Frauen an der Heimatfront’…
            Entlastet mich meine heutige Spende von 20 € an die Frauenorganisation im syrischen Lager Idlib, welche sich natürlich speziell um Frauenanliegen kümmert soweit irgend möglich, ein bißchen, dein Thema nicht ernst zu nehmen ? Bitte … 😉
            Wer von den Leser*innen es mir gleich tun möchte, bitte sehr: die syrische Zivilgesellschaft (bzw deren Reste, die vom Westen ignoriert werden) dankt !:
            https://civicrm.adoptrevolution.org/civicrm/contribute/transact?reset=1&id=3
            Für dich: der ganze Artikel, den ich heute per Newsletter erhielt:
            https://civicrm.adoptrevolution.org/civicrm/mailing/view?reset=1&id=852

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            • Lieber Olpo, es ist generell für mich weitaus schwieriger schriftlich Ironie zu verstehen. Ob das nun ein deutsches Problem ist, weiß ich nicht. Du weißt auch, dass mir mit gewissen Themen der Humor fehlt. Ich übe weiter.
              Ich denke, dass du ein Guter bist, auch ohne diese Spende, die natürlich großartig ist.
              Herzlichst, Ulli

              Gefällt 2 Personen

              • Es ist/war eher Selbstironie, ich bin ein Mann unbestritten und verhalte mich auch oft so, fallweise auch zum Leidwesen meiner Partnerinnen; mit dem hier kolportierten Themenkreis habe/hatte ich nie Probleme, er war nie existent – fürmich persönlich. Daran alleine schon kann frau ablesen, daß ich zu den Guten gehöre … 😉 – es hat mich schon immer verwundert, wie Männer über ihre ‚Partnerinnen‘ denken, speziell auf dem Land, wo die Männerwelt in ihrer ganzen Christlichkeit nie gefährdet war.
                Das Bild sollte ein Synonym sein, in dem ich große Ähnlichkeit zum von dir gebrachten feststellte, auch optisch, der Zeit entsprechend.
                Üb‘ weiter, Ulli, ich werde das auch machen – zu versuchen daran zu denken, daß nicht jede/r einen ähnlichen (schwarzen) Humor hat wie ich und mich daher (nicht) miß/verstehen könnte.

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                • Ich habe einst an einem WE ein Seminar zu „Mannsbildern“ gemacht. Glaub mir, ich war streckenweise sehr erschrocken. was da in mir schlummerte, war aber auch heilsam. Ich wünschte solch eine Erfahrung könnte jede und jeder einmal machen, eben auch Männer zu Frauenbildern. Manches wirkt eben sehr subtil.

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                • Ich glaube, ich bin nicht seminierbar 😉 … außer bei Fachthemen. Ich unterscheide nunmal nicht zwischen Geschlechtern, sondern zwischen Haltungen und die Spannung nehme ich als angenehmes Attribut wahr, wenn man sich schon mit Dritten auseinandersetzen muß 😉 … in Partnerschaften is‘ eh alles wieder anders und Allgemeines nicht anwendbar – mit der richtigen Grundeinstellung muß eine Beziehung nicht zerbrechen, auch wenns mit dem Z’sammseinwollen vorbei ist – das ist schön und jenseits jeder Gleichbehandlungsthematik 😉 … die -leider- ihre Berechtigung hat. Denn jene, die Kapital aus der Ungleichstellung ziehen, wissen dies natürlich zu ihrem Vorteil zu nutzen – wenns geht. Und nichts leichter als das mit einer wiederverdummten Bevölkerung… Die Amis habens uns vorgemacht wie’s geht, als sie Darwin aus dem Lehrplan nahmen und an seiner statt die lebensqualitätsbedrohende Axt des Bösen erfanden. Und aktuell dürfen sie sogar gottgleich mit Bazillerln herumspielen, ohne daß ein wütender Aufschrei durchs Land geht, weil die Menschleins mit ihren WegWischSpiegleins hinreichend beschäftigt wurden…

                  Gefällt 4 Personen

  3. Vieles hast Du zum Thema gesammelt, liebe Ulli. Vermutlich ist noch viel mehr zu sagen, aber eines weiß ich gewiss:
    * Schau, wie sie auf Knien rutscht * So ein Ausspruch bringt mich auf die Palme, denn so etwas sollte nie sein, kein Mensch sollte auf Knien rutschen müssen. Es sei denn, wir suchen etwas in einer Ecke und wollen es aufheben.
    Respekt sollten wir voreinander haben, keiner sollte sich benachteiligt fühlen und Gewalt ist immer falsch, egal ob sie gegen einen Mann oder eine Frau ausgeübt wird. Ich weiß, daß es heute um die Gleichberechtigung der Frauen geht, aber braucht es dafür denn einen speziellen Tag, liebe Ulli ? Menschlichkeit ist das Wichtigste, Partnerschaftlichkeit und gegenseitiger Respekt.
    Wenn ich an die Beschneidungen der Frauen denke, wird mir schlecht vor Angst mit ihnen und ich hoffe, damit es wird es endlich mal ganz und gar vorbei sein.

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    • Aktuell braucht es diesen Tag leider schon. Aber EIN Tag ist soviel wie KEIN Tag, das muß einem bewußt sein. Die andere Seite weiß das und läßt uns miteinander reden und schreiben und weil sie konkret in meinem Leben beinahe nur ‚männliche‘ Vergnügungen finden kann und keinen Wunsch nach Strickendürfen und Babywickelnwollen, nennt sie solche wie mich Softie oder irgendwie sonst abwertend im ‚männlichen‘ Sinn – die von ganz unten sagen gleich Gutmensch, in ihrer kreatürlichen Hilflosigkeit … 😉
      Hilft also nix, die Schlacht muß geschlagen werden. Ohje, schon wieder ein männliches Attribut.

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    • Liebe Bruni, ich sehe den Sinn vom Weltfrauentag darin, dass eben noch immer nicht alles dort ist, wo es sein könnte oder sollte. Dass es um Bewusstwerdung der Missstände geht. Wenn es aber nur Blümchen und Rabatte an diesem Tag für Frauen geht, dann ist das zielsicher am Thema vorbei, genauso, wie wenn es bei einem eintägigen Bewusstmachen bleibt. Das worum es geht, darin sind wir uns wohl einig und das ist der Idealzustand. Dazu kommen ja auch Paare, die zeigen, dass es gehen kann im Miteinander, im gemeinsamen Tun und der Liebe, die nicht einfriert, sondern sich vertieft.
      Jau, große Felder und alle gehören und schwingen miteinander.
      Was du zur Beschneidung sagt, unterschreibe ich, dazu habe ich mal ein Bild gemacht, mal schauen, ob ich es hier wiederfinde.
      Herzliche Grüße am späteren Abend,
      Ulli

      Gefällt 3 Personen

      • Ja, das ist es wohl: Bewusstwerdung der Missstände
        So kann ich den Weltfrauentag auch gut verstehen, liebe Ulli.
        Prügelnden Männern bin ich gottseidank nie begegnet,hab aber genug gelesen, um zu wissen, wie sich mit ihrem Leben unzufriedene Männer verhalten können. Lieb und nett im Allgemeinen, aber sich unter Drogeneinfluß (wozu ich den Alkohol auch zähle) in schlagende und tretende Monster verwandeln. Bei Frauen ist es manchmal ähnlich, scheint aber seltener vorzukommen.
        Ein schreckliches Thema, liebe Ulli

        Gefällt 2 Personen

        • Häusliche Gewalt wird schon lange diskutiert und öffentlich gemacht. Die Zahl ist hoch, die Dunkelziffer auch, da sich viele Frauen schämen damit an die Öffentlichkeit zu gehen.
          Selbstredend gibt es auch gewalttätige Frauen, missbrauchte und misshandelte Jungen/Männer, auch hier ist die Scham oft ein Hemmungsgrund sich damit zu zeigen.
          Ja, ein schreckliches Thema, aber eine Realität vor der man nicht die Augen verschließen sollte – zum Wohle der Opfer.
          Herzliche Grüße
          Ulli

          Gefällt 2 Personen

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